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 Materialien, Ideen und Vorschläge zur Vor- und Nachbereitung sportlicher Belastung in der Schule
Rolf Dober

Dehnen - Stretching
Thesen zum Stretching im Schulsport

 

Übungssammlungen
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Bei schulischen Aufwärmphasen gehört Stretching oft zum Standartprogramm.
Allerdings zeigen Untersuchungen der letzten Jahre, dass sich viele der vermeintlichen Wirkungen des Stretchings nicht belegen lassen und aus physiologischer Sicht sogar Leistungseinbußen möglich sind.
Wie also sollte man im Sportunterricht mit der Frage "Stretching ja oder nein" umgehen?
Die Antwort darauf sollte bedenken, dass sich die Frage nach Effektivität bzw. Ineffektivität des Stretchings sich im Sportunterricht anders als im Leistungssport stellt. Eine klare sportpädagogische Antwort gibt es aber bisher nicht.
 
 

Warum lieben Sportlehrer/innen das Stretching?
Stretching nach einigen Minuten der allgemeinen Erwärmung schafft eine klare Struktur in der Aufwärmphase einer Sportstunde. Alle Schüler/innen sind zunächst in Bewegung und für das Körpergefühl kann das Stretching positive Effekte haben. Ob eine (drei- oder fünfminütige) Stretchingphase auch ein effektives Beweglichkeitstraining ist, ist aber keinesfalls sicher. 
 

Stretching vermindert nicht die Verletzungsgefahr
Keine Angst, wenn einmal kein Stretchingprogramm absolviert wird.
Dehnübungen können die Häufigkeit von Verletzungen nicht reduzieren. 
Überbelastung und abnehmende Koordinationsfähigkeit infolge Ermüdung sind entscheidende Verletzungsgründe. 
Gegen Verletzungen beugt man am besten durch eine gute allgemeine Erwärmung, koordinative Übungen, und sportarttypische Bewegungen vor.
 

Stretching garantiert keine Leistungssteigerung
Schülerinnen und Schüler werden im Sportunterricht nur in wenigen Fällen durch Stretching wirklich leistungsfähiger (z.B.Sportarten, bei denen bestimmte Gelenke sehr beweglich sein müssen, z. B. beim Turnen, Hochsprung).
Leistungsabfall durch Stretching ist vor allem bei schnelligkeitsbetonten Sportarten und Sprüngen nachgewiesen (vgl. Freiwald, Wiemeyer). 
Vor einem Sprintwettbewerb oder einer Leistungsmessung im Weitsprung sollte also kein intensives Stretching stattfinden.
 

Stretching verhindert nicht den Muskelkater
Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass Streching vor der Belastung den Muskelkater nicht verhindert. Auch nach intensiven Belastungen nicht ist dies nicht zu erwarten. Da der Muskelkater von vielen kleinen Muskelrissen ausgeht, bringt es nichts, diese Muskelpartien noch einmal auseinanderzuziehen. 
 

Stretching kann zur Entspannung beitragen
Nach weniger intensiven Belastungen (z. B. Jogging) kann Stretching zum Wohlbefinden beitragen. Es ist zwar keine beschleunigte physiologische Regeneration zu erwarten, aber eine allgmeine Entspannung.
 

Dynamisches Dehnen ist durchaus möglich
Stretchen wurde wippenden Dehnübungen in den letzten 20 Jahren oft vorgezogen.
Dass dynamisches Dehnen schädlich ist, konnte aber in wissenschaftlichen Untersuchungen nicht bestätigt werden. Bei Sportarten, die schnelle Bewegungen in großen Gelenkwinkelpositionen erfordern (z.B. Hürdenlauf), sollte eiin kurzes, dynamisches Dehnen vorgeschaltet werden. 
 

Ist Stretching für alle Schüler sinnvoll?
Die Schülerinnen und Schüler sollten auch über die Vor- und Nachteile des Strechings bzw. unterschiedlicher Dehnmethoden informiert sein. Zumindest sollte älteren Schülern bekannt sein, dass es kontroverse Auffassungen über die Bedeutung des Stretchings gibt und dass Schul- und Vereinsport oft unterschiedlichen Zielsetzungen folgen (damit auch das Dehnen einen unterschiedlichen Stellenwert hat). 
 

Beweglichkeitstraining für die Aufwärmphase/Abwärmphase?
Dehnübungen sind für das Beweglichkeitstraining unverzichtbar. Die Beweglichkeit kann durch regelmäßiges Dehnen erreicht oder verbessert werden.
Allerdings sollte man sich fragen, ob in der Aufwärmphase ein spezielles Beweglichkeitstraining sinnvoll ist. Das Wissen darüber ist eher spekulativ. Wie bei anderen Trainingsprozessen im Sportunterricht auch, ist eine entscheidende Wirkung nur durch Regelmäßigkeit möglich.
 

 

Muskulatur
Interaktives Arbeitsblatt -
Stretching Ja oder Nein
Literatur / Quellen

Muskeln in Gefahr - Vor dem Freizeitsport nicht dehnen (Medical Tribune)

Interview mit Prof. Freiwald (Uni Wuppertal) - Dehnen was bringt's?

Stretching-Mythen

Wiemann/Klee: Methoden und Wirkungen des Dehntraining

Wydra /Glück: Zur Effektivität des Dehnens (Uni Saarbrücken)

Wiemeyer, J - Dehnen und Leistung. In:Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin 10/2003
 
 
 
 

 


 
 
 


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