Freigabe des Dopings ?![]()
Wäre es angesichts der Schwierigkeiten bei der Dopingkontrolle nicht einfacher, man würde die Einnahme leistungsfördernder Substanzen einfach erlauben und es jedem Athleten selbst überlassen, ob er diese Mittel nimmt oder nicht? Einige Argumente Pro und Contra werden hier dargestellt.
Ein Kommentar
"Doping auf Rezept?" sollte weitere Argumente liefern.
Auch der Text"Der saubere Sport muss keine Utopie sein!" eignet sich als Diskussionsgrundlage.
Eine Stellungnahme von
Sportärzten und einem
Dopinganalytiker dient der medizinischen Vertiefung.
Ein
Radsportfunktionär spricht sich für die Dopingfreigabe aus.
Ächtung für Doper - Sollte Doping kriminalisiert werden ? (24.10. 2006)
Sieht so die Zukunft aus?
Doping der Zukunft? Schon jetzt haben Sportler mit Mutationen die Nase vorn
Horrorvision Gendoping
Daraus sollte sich auch im Kurs eine Pro- und Contra-Diskussion entwickeln.
Argumente
Pro Freigabe
- Eine Freigabe beendet die Verlogenheit im Sport und in der Doping-Diskussion.
- In einer Gesellschaft, die Alkohol und Zigarettenkonsum erlaubt, sollten Dopingmittel nicht verboten werden.
- Bei sachgemäßer Einnahme sind die gesundheitlichen Risiken überschaubar. Leistungsfördernde Mittel müssen unter Kontrolle des Arztes eingenommen werden. Das schützt die Gesundheit des Athleten.
- Der Rückgriff auf pharmakologische Substanzen ist Privatsache und individuell zu verantworten.
- Auch in anderen Bereichen der Gesellschaft werden leistungsfördernde Mittel genommen
- Kontrollen können den Dopingmissbrauch nicht verhindern, sie schüren nur die unkontrollierte Einnahme.
- Einige Athleten werden Mittel und Wege finden, sich den Kontrollen zu entziehen. Das verstärkt die Chancenungleichheit.
- Das Geld, das für die Kontrollen benötigt wird, sollte besser in die Forschung fließen, um Doping überflüssig zu machen.
Contra Freigabe
- Drogenkonsum ist ungesund. Gerade der Sport sollte hier vorbildhaft sein.
- Dopingmittel verzerren die Chancengleichheit und sind gerade deshalb unfair.
- Wenn andere auch keine Dopingmittel nehmen, verzichtet jeder Athlet gerne darauf.
- Die möglichen Nebenwirkungen sind viel zu gefährlich.
- Kontrollen müssen nur wirksam gestaltet werden, dann löst sich das Problem von alleine.
- Wer will dann noch verhindern, dass bereits Kinder Dopingmittel nehmen?
- Eine Freigabe von Dopingmitteln würde die Akzeptanz und Attraktivität auch im Breiten- und Freizeitsport fördern.
- In Zukunft würden dann vielleicht auch noch mit gentechnischen Manipulationen am Menschen Leistungen gesteigert.
Materialien
Doping auf Rezept?
Ein Kommentar von Dieter Lohmann
Doping gehört zum Spitzensport wie Siege, Medaillen und Weltrekorde. Erst
recht seit der Wandlung von der "schönsten Nebensache der Welt" zum
Vollprofitum greifen immer mehr SportlerInnen zu verbotenen Substanzen um
ihre Leistungsfähigkeit zu steigern. Viel zu verlockend sind Siege, sind sie
doch im wahrsten Sinne des Wortes oft kräftig zu "versilbern". Fleißige Helfer
beim Doping: Betreuer, Mediziner und Funktionäre. Die Tour de France 1998
brachte dafür den endgültigen Beweis. Für alle "rollt der Rubel" halt schneller
und besser mit dem Etikett des Champions auf der Brust.Dass im Profisport auf Verhaltensweisen aus anderen Berufen zurückgegriffen
wird, kann niemanden wirklich verwundern. Würde man es einem leitenden
Angestellten verbieten, sich vor einer wichtigen beruflichen Sitzung, in der es
womöglich um die Vergabe eines lukrativen Auftrages geht, mit allen Mitteln fit
zu machen? Klare Antwort: Nein. Man würde es wahrscheinlich sogar von ihm
erwarten. Im Sport gibt es dafür - wenn man sich erwischen lässt - Berufsverbot
für zwei Jahre.Wenn man den Sp(r)itzensport also nicht vom "Krebsgeschwür" Doping
befreien kann, sollte man dann Doping nicht freigeben – vielleicht unter
ärztlicher Kontrolle? Auf den ersten Blick die ideale Lösung: Man würde dem
Schwarzmarkt in der Dopingszene das Wasser abgraben, Chancengleichheit
für alle herstellen und die Gesundheitsgefahren für die AthletInnen reduzieren.Aber auch eine Dopingfreigabe produziert ihre eigenen Probleme, mit denen
man sich vorab auseinandersetzen muss. Was ist mit der Chancengleichheit für
SportlerInnen, die nicht bereit sind ihrem Körper Hormone, Stimulanzien und
Muskelpillen zuzumuten, nur um damit als Sieger aus dem Stadion zu gehen?
Wer soll die ärztlich verordneten Medikamente bezahlen? Die Krankenkassen
und damit die Allgemeinheit, quasi als "Doping auf Rezept"? Würde eine
Dopingfreigabe nicht zu einem Boom in der "Dopingforschung" führen, bei dem
immer neue und womöglich noch gefährlichere Mittel auf den Markt kommen?
Steht am Ende dieser Kette vielleicht sogar ein "gentechnisch erzeugter
Gladiator", der mit einem normalen Sportler genauso viel zu tun hat, wie ein
Formel 1 Renner mit einem Serienauto?Was bleibt also als Lösung des Dopingproblems? Ich meine, man muss den
bisher beschrittenen Weg der Dopingbekämpfung weitergehen, aber mit mehr
Konsequenz und mit größerem finanziellen Aufwand. Die Einrichtung einer
Anti-Doping-Agentur im Hinblick auf die Olympischen Spiele 2000 in Sydney ist
da sicher ein Schritt in die richtige Richtung. Aber damit allein ist es nicht
getan.Bei den Trainingskontrollen muss die internationale Solidarität verbessert
werden. Alle AthletInnen in allen Ländern müssen in Zukunft die gleiche
Wahrscheinlichkeit haben von unangemeldeten Trainingskontrollen wirklich
überrascht zu werden.Im Bereich der Nachweisverfahren für die aktuellen "In"-Präparate muss mehr
geforscht werden. Das Interesse der dafür zuständigen Institute ist durchaus
vorhanden, es fehlt lediglich die finanzielle Unterstützung. So muss
beispielsweise der Deutsche Dopingexperte Professor Wilhelm Schänzer
jährlich mit 150.000 Mark bei der EPO-Forschung auskommen. Denkt man an
die heutzutage üblichen Vermarktungsmöglichkeiten des Spitzensports –
Fernsehrechte, Werbung – müssten die notwendigen Mittel eigentlich
problemlos aufzubringen sein.Manchmal gewinnt man allerdings den Eindruck, dass einigen verantwortlichen
Funktionären an der Beseitigung des Dopingproblems - aus welchen Gründen
auch immer – gar nicht so sehr gelegen ist. "Für mich ist alles, was nicht der
Gesundheit des Athleten schadet, kein Doping.", so beispielsweise der greise
Präsident des Internationalen Olympischen Komitees Juan Antonio
Samaranch. Eine Aussage, die in Verbindung mit seiner Forderung nach einer
deutlichen Kürzung der Medikamentenliste für die Bekämpfung des Dopings
wenig hilfreich ist . Vielleicht liegt ja gerade hier eine der entscheidenden
Ursachen dafür, warum es in Sachen Dopingbekämpfung im Sport nicht recht
voran geht.(c) G.O. - Wissen Online
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FR. 24.10.2006Ächtung für Doper
Sportler nehmen Stellung zur aktuellen Dopingdiskussion"Wenn der Sportler kriminalisiert wird, besteht die Gefahr, dass es künftig weniger junge Menschen gibt, die Leistungssportler werden wollen", behauptet die Schwimmerin Katrin Meißner. "Ich bin dafür, schärfer gegen Doping vorzugehen, bis hin zu strafrechtlichen Konsequenzen", fordert die Mountainbikerin Sabine Spitz.
Zwei ganz unterschiedliche Einschätzungen der aktuellen sportpolitischen Frage, wie umgegangen werden soll mit Sportbetrug. Eine Umfrage unter Spitzensportlern beim Elite-Forum der Stiftung Deutsche Sporthilfe im brandenburgischen Liebenberg förderte neben Standpunkten und Bekenntnissen sehr viel Unwissen, Unsicherheit und Unmut zu Tage. Unmut darüber, dass in dem von Funktionären, Politikern und Experten geführten öffentlichen Meinungskampf der Athlet als Betroffener so gut wie nicht zu Wort gekommen ist.
Das hat Gründe, die bei ihm selber liegen. "Der Sportler beschäftigt sich weitgehend mit sich selbst. Er ist in seinem Tun ganz auf sich fixiert und will in seiner eigenen Welt leben", sagt der Ruderer und Arzt Sebastian Thormann. Katrin Meißner, als 15-Jährige mit DDR-Staffeln 1988 Olympiasiegerin, gibt auch den Funktionären Mitschuld daran, dass sich Sportler schwer zurecht finden in der Diskussion um Antidoping-Gesetze und Straftatbestände wie Sportbetrug und Besitz von Dopingmitteln. Sie sei in ihrer langen Karriere von ihrem Verband über Dopingproblematiken "nie aufgeklärt worden", sagt die 33-Jährige und fordert "Pflichtveranstaltungen" für Sportler.
"Ich bin dafür, wer dopt, muss geächtet werden", sagt Thormann. Mit dieser Aussage findet der Ex-Weltmeister, weitgehende Zustimmung unter Athleten. Gesetze müssten so verschärft werden, dass das Dopingumfeld "besser bekämpft werden kann", sagt Sabine Spitz. Kanute Andreas Dittmer meint, der Sportler sollte allein durch die Sportgerichtsbarkeit sanktioniert werden. Dies allerdings in verbesserter Form. Meißner und Thormann geht es um eine "bessere Angemessenheit" der Strafen. Leichtere Vergehen sollten mit bis zu sechs Monaten Sperre belegt werden, eine Mindeststrafe von zwei Jahren sei zu hoch. Dafür sollten schwere Verfehlungen mit vier Jahren oder gar "lebenslang" bestraft werden. dpa
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Bewegungslehre Trainingslehre Sportsoziologie/-psychologie