Das biomechanische Prinzip der maximalen Anfangskraft


Versuchsauswertung
 
Um bei dem anatomisch bedingten kurzen Beschleunigungsweg eine möglichst große Sprunghöhe zu erreichen, ist es notwendig, die Anfangskraft des Beschleunigungsstoßes so groß wie möglich zu machen.

Die einleitende Abwärtsbewegung des Schwerpunktes ("negativer" Kraftstoß der Ausholbewegung = F1) wird durch positive, nach oben gerichtete Kräfte (F2) abgebremst. Die Muskelkraft muss deshalb bereits größer sein als das Körpergewicht des Springers. Damit ist in der tiefsten Lage des Körperschwerpunktes, also zu Beginn der eigentlichen Sprungbewegung (A), bereits eine positive Kraft, die sogenannte Anfangskraft vorhanden. Das bedeutet einen größeren Beschleunigungs-Kraftstoß (F3).

TEXT:
Biomechanik im Sporttheorieunterricht - Kraft und Kraft-Zeitverläufe   (M. Hillebrecht)
 

  Kraft-Zeit-Verlauf | Kraft-Zeit-Verlauf (Ergebnis)
 

Länge und Art des Beschleunigungsweges sind entscheidend für die am Ende der Beschleunigungsphase erreichte Geschwindigkeit.
Um eine möglichst große Geschwindigkeit beim Absprung zu erzielen, muss der Beschleunigungs-Kraftstoß möglichst groß sein. Dies ist einerseits durch eine möglichst große Anfangskraft zu erreichen, andererseits durch Verlängerung der Einwirkungsdauerder Anfangskraft, also durch einen möglichst langen Beschleunigungsweg.
 

Wichtige Begriffe
Kraftstoß| negativer Kraftstoß | Bremskraftstoß | Beschleunigungskraftstoß| Anfangskraft | Kraftstoßgewinn

Kraftstoßverlauf bei Sprungart a, b, c
 

Die Grafik zeigt unterschiedliche Kraft-Zeit-Verläufe bei den Sprüngen des Versuchs 
 

F= Kraft
F1=negativer Kraftstoß
F2=Bremskraftstoß
F3=Beschleunigungskraftstoß
B=Beginn des Bremskraftstoßes
A-A1=Anfangskraft

t =Zeit
G=Gewichtskraft des Springers
 

(nach Lemme/Weddig)

 
 

Bei b und c liegt die Anfangskraft deutlich höher als bei Sprungart a (die Muskeln leiten die Bewegungsumkehr mit deutlich höherer Kraft ein)

Kraftstoßverlauf bei Sprungart  d

 
Ungünstiges Verhältnis von Bremskraftstoß und Beschleunigungskraftstoß. Die Anfangskraft ist deshalb geringer als bei den Sprungarten  b und c.
 
Versuch: Verschiedene Sprungarten und Anfangskraft | biomechanische Prinzipien
Arbeitsblatt: Volleyball (Schmetterschlag) | Handstützüberschlag
Eine andere Darstellung des Kraft-Zeitverlaufs
Biomechanik im Sporttheorieunterricht - Kraft und Kraft-Zeitverläufe - (M. Hillebrecht)

Bewegungslehre Übersicht

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