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Aktuelle Meldungen rund um den Schulsport
Aktuelle Beiträge zur Bedeutung des Sports in der Schule
Hinweise auf innovative Projekte
Weiterführende Links zum Thema am Ende des Artikels
Aktuelle Schulsportnews beim DOSB
21.4. 2010 Südwest-Presse
Bewegung auf mannigfaltiger Ebene im Schulalltag
Bewegung nicht nur im Schulsport, sondern als durchgängiges Prinzip im Schulalltag: Das soll von den Grund- auf die weiterführenden Schulen im Land ausgedehnt werden. Projektleiter Franz Platz nimmt Stellung.
Herr Platz, vier Wochen ist es her, da wurde vor über 500 Teilnehmern beim Kongress in Ludwigsburg der Startschuss gegeben für die landesweite Initiative "Weiterführende Schule mit sport- und bewegungserzieherischem Schwerpunkt". Wie ist seitdem die Resonanz?
FRANZ PLATZ: Die Resonanz war sehr positiv. Es ist nichts Kritisches gekommen, dass man das bleiben lassen sollte. Wir haben die ersten Akzente gesetzt. Das Kultusministerium steht zum Konzept. Wir haben den Auftrag, das voran zu treiben.
Können Sie nochmal kurz umreißen, worum es bei der neuen Initiative in Baden-Württemberg geht?
PLATZ: Der Alltag der Kinder wird immer bewegungsärmer. Die Frage lautet deswegen: Wie kann man vielfältig Bewegung in den Schulalltag einbringen, sozusagen als Unterrichtsprinzip in allen Fächern. Auch in den zentralen Fächern kann man sehr sinnvoll und effektiv mit Bewegung arbeiten. Man kann in einer Doppelstunde nicht 90 Minuten am Stück lernen, da muss Bewegung und Rhythmus rein. Kollegen sagen, dass Kinder wesentlich entspannter aus solchen Pausen kommen. Die Konzentration ist danach einfach besser. Die Sportwissenschaft unterstützt uns.
Elf Pilotschulen sind bisher in das Projekt gestartet. Wie reagieren die weiterführenden Schulen im Lande?
PLATZ: Rund 30 Schulen haben uns inzwischen angeschrieben, dass sie gern in den Prozess aufgenommen würden. Die sind ziemlich verteilt über ganz Baden-Württemberg, das sind Gymnasien, Real- und Hauptschulen. Wir sind uns alle einig, dass wir ein kleines Flämmchen entzündet haben. Aber an den Schulen verlöscht das oft. Wir müssen in den nächsten Monaten mehr Arbeit investieren als vor dem Kongress, sonst brennt das schnell runter.
Die Schulen sollen ein Zertifikat erhalten. Wir läuft das Verfahren ab?
PLATZ: Die Pilotschulen werden in einem Jahr so weit sein. Frühestens nach einem Jahr kann man sich zum Zertifizierungsverfahren anmelden. Die Schulen müssen sich verpflichten, bei allen schulischen Gremien die Zustimmung einzuholen. Wir haben die Erfahrungen mit den Grundschulen eingearbeitet. Das Zertifikat gilt dann für fünf Jahre. Danach wird überprüft, ob die Kriterien noch erfüllt sind.
Um die Basis zu verbreitern, wird es nötig sein, das Thema in die Ausbildung der Lehrer aufzunehmen.
PLATZ: Bei der Ausbildung der Junglehrer war das bisher in den Seminaren kein Thema. Wir wollen, dass das in der Gesamtausbildung irgendwo in den Modulen auftaucht.
Nicht alle älteren Lehrer werden der Idee von Bewegungspausen auch im Deutsch- und Mathe-Unterricht sofort positiv gegenüber stehen. Wie soll die Fortbildung laufen?
PLATZ: Wir denken nicht an zentrale Fortbildungsangebote, wir wollen in die Schulen kommen - mit Multiplikatoren und Sportreferenten für Bewegte Schule. Dazu müssen wir Leute ausbilden. Die ersten Lehrgänge werden im Januar 2011 sein. Auch bei Schulleiter-Tagungen wird die Initiative besprochen.
Der Landeselternbeirat will mitziehen. Sind die Erkenntnisse bei den Eltern denn schon angekommen?
PLATZ: Die Traditionen aufzubrechen, ist wahnsinnig schwierig. Wir müssen in die Köpfe der Eltern rein, die müssen erkennen, welchen Wert das Thema hat. Bei Elternabenden gibt es Zustimmung, aber wenn es zum Schwur kommt, dann rührt sich keiner, wenn Sportunterricht ausfällt. Und die Elternverbände müssen in ihren Gremien fragen, warum das Thema in der Lehrerausbildung bisher keine Rolle spielt.
Wie lautet Ihr Zwischenfazit?
PLATZ: Es sollte noch mehr Sportunterricht geben als in den Stundentafeln ausgeschrieben. Darüber hinaus sollte Bewegung auf mannigfaltigster Ebene in den Schulalltag fließen. Ich kämpfe jetzt seit 13 oder 14 Jahren für diese Idee. Es werden einem zwar immernoch Prügel zwischen die Beine geworfen, aber wir finden immer mehr Befürworter.
19.4. 2010 Kölner Stadtamzeiger
Abschied vom „Sport ohne Noten“
Sieben Jahre lang gab es für die Mittelstufe des Schiller-Gymnasiums keine Noten im Sportunterricht. Ein Konzept, das die sich bewährt hatte. Aus rechtlichen Gründen wird es nun abgeschafft - doch der Schule gelang ein Teilerfolg.
Lindenthal - Sieben Jahre lang hatte es am Schiller-Gymnasium im Rahmen des Projekts „Selbstständige Schule“ keine Noten mehr im Fach Sport gegeben. Stattdessen gab es für jeden Schüler bis einschließlich der zehnten Klassen differenzierte Leistungsbeurteilung. Dabei wurde nach Sportart, motorischer Fähigkeit und sozialen Aspekten unterschieden, der Lernfortschritt detailliert dargestellt. Und die Beurteilung enthielt darüber hinaus Ratschläge, wie die weitere sportliche Entwicklung zu fördern sei.
„Die Schule machte damit sehr positive Erfahrungen, Sportverweigerer kennen wir praktisch nicht mehr“, zieht der stellvertretende Schulleiter Werner Alers eine durchweg positive Bilanz und macht deutlich, dass der Verzicht auf Noten nicht bedeutet habe, weniger Wert auf sportliche Ausbildung zu legen.
Den Sport lieben lernen
Ganz im Gegenteil. Am Schiller-Gymnasium werden in der fünften Klasse fünf Unterrichtsstunden Sport pro Woche erteilt, in der sechsten und siebten Klasse sind es noch vier Unterrichtsstunden und bis einschließlich der zehnten Klasse drei Stunden Sport pro Woche. „Wir wollen die Mädchen und Jungen zu lebenslanger Sportbegeisterung erziehen“, so Alers.Im Jahr 2009 endete allerdings das Projekt „Selbstständige Schule“, was auch das Aus bedeutete für „Sport ohne Noten“. Dem Antrag, weiter so verfahren zu dürfen, hatte das Schulministerium in Düsseldorf eine Absage erteilt. „Die Begründung war eine verwaltungsjuristische, denn Sport ist ein versetzungsrelevantes Schulfach“, so Alers. Ungleichbehandlungen, die sich für Schüler dadurch ergeben, dass Sport an einer Schule benotet wird, an einer anderen nicht, könnten vor Gericht eingeklagt werden.
Immerhin ein Teilerfolg
Dennoch stattete die NRW-Schulministerin Barbara Sommer in Begleitung von Michael Vesper, Direktor des Olympischen Sportbundes, der Schule jetzt einen Besuch ab. Das Ergebnis der Visite zum Thema „Sport ohne Noten“ erläutert Sportlehrer Ulrich Reckmann: „Wenigstens die fünften Klassen erhalten auch zukünftig keine Sportnoten auf dem Zeugnis. In den Klassen 6, 7, 8, 9 und 10 muss einmal im Jahr - und zwar auf dem Versetzungszeugnis - eine Note stehen.“ Dabei bleibt es der Schule überlassen, ob sie auch weiterhin - zusätzlich zur Note - ihre differenzierten Beurteilungen erstellt. Die Oberstufe war nicht Teil des Projektes, weil das Fach Sport abiturrelevant ist - und deshalb Noten gegeben werden müssen.Zunächst nahm Sommer an einer Sportstunde teil, in der der Initiator des Projekts „Sport ohne Noten“, Rüdiger Geis, eine Klasse im Basketball unterrichtete. Aufmerksam, mit großer Spielfreude und persönlichem Einsatz übten die Schülerinnen und Schüler Spielzüge, Ballbeherrschung und Korbwürfe.
Nach der praktischen Demonstration sprach Sommer mit Eltern, Schülern und Lehrern, um zu erfahren, welche Erfahrungen die Schule in den zurückliegenden sieben Jahren mit einem Sportunterricht gemacht hat, als man ganz ohne Zeugnisnoten auskam. „Die Ministerin war sehr beeindruckt von unserem Engagement. Auch deshalb dürfen wir uns jetzt über diese kleine Lösung freuen“, so der stellvertretende Schulleiter, Werner Alers.
Die Leiterin der Schule, Anni-Schulz-Krause, betont: „Ich bin dankbar. Für uns ist das ein wesentlicher Fortschritt gegenüber der grundsätzlichen Ablehnung. Da müssen wir jetzt weiter dran arbeiten. Vielleicht überzeugt unser inhaltlich nachvollziehbares und erfolgreiches Konzept im Laufe der Zeit.“
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4. 3. 2010 Stuttgarter Zeitung
Initiative gegen Bewegungsmangel
Schulsport soll aufgewertet werdenDer Sportunterricht wird von einigen Kindern nicht ernst genommen. Das soll sich ändern. In Zukunft soll der Sportunterricht einen höheren Stellenwert bekommen.
Stuttgart - Die Ernüchterung kommt schon morgens gegen 7.30 Uhr. Kurz vor Unterrichtsbeginn spuckt die Blechlawine vor dem Eingang Schüler aus. Oft wegen der großen Entfernung oder anderen nachvollziehbaren Gründen, aber nicht immer: "Viele Eltern fahren ihr Kind, obwohl es nur ein paar hundert Meter zu laufen hätten", sagt Franz Platz. Es ist ein Randaspekt, aber eine bezeichnender. Bewegung im Alltag
Franz Platz ist am Landesinstitut für Schulsport (LIS) seit einiger Zeit Leiter eines Projekts, das dem Bewegungsmangel den Kampf ansagt. Am Mittwoch ist die Initiative "Weiterführende Schule mit sport- und bewegungserzieherischem Schwerpunkt", kurz WSB, offiziell vorgestellt worden. Ein ganztätiger Kongress am 22. März am Landesinstitut für Schulsport in Ludwigsburg mit Vorträgen und Arbeitsgruppen ist die Auftaktveranstaltung für Lehrer und Schulen. Das Projekt, das vom Kultusministerium angestoßen wurde, ist die Fortführung eines ähnlichen Modells, das es seit 2004 für Grundschulen gibt und an dem 700 Einrichtungen im Land teilnehmen.Im Kern geht es darum, auch an den weiterführenden Schulen Bewegung als elementaren Teil des Schulalltags zu etablieren. Zum einen durch den bereits existierenden Sportunterricht, der einen höheren Stellenwert im Bewusstsein bekommen soll. Und zum anderen vor allem durch die Integrierung von Bewegung in den Unterricht und einem klug durchstrukturierten Stundenplan, einer "Rhythmisierung", wie es heißt, sowie Kooperationen mit Vereinen, Angeboten auf dem Pausenhof, Ernährung und so weiter. "Die Schüler sollen nicht mehr 45 Minuten still sitzen und sich beschallen lassen, sondern aktiver werden", sagt Edwin Gahei, der LIS-Leiter.
Konzentrationsfähigkeit soll durch Sport gesteigert werden
Gerade auch im Hinblick auf den Trend zur Ganztagesschule sei dies unerlässlich. Gahei verweist auf aktuelle neurologische Studien, die der Bewegung im Schulalltag eine elementare Rolle beim Lernen bescheinigen. Sie helfe beispielsweise, Konzentrationsfähigkeit und Aufmerksamkeit zu steigern. Ein Aspekt, der nicht zuletzt den Lehrern zugute komme. Seit September 2009 wird das Konzept bereits an 13 Pilotschulen im Land umgesetzt, im neuen Schuljahr hofft man dann nach dem Praxistest auf möglichst viel Interesse.Der Sport hat nicht die beste Lobby. Zwar sei dies schon besser geworden, sagt Gahei, doch im Zweifel würden Eltern eher auf eine Sportstunde verzichten als den Mathematikunterricht ausfallen zu lassen. "Wir wollen Schulen und Lehrer, aber auch die Eltern für das Thema sensibilisieren", sagt der LIS-Leiter: "Es geht schließlich um die Gesundheit der Kinder und Jugendlichen." Die Schule könne natürlich nicht die alleinige Reparaturwerkstatt sein, sie sei aber ein wichtiger Faktor. Es gehe darum, seinen Teil zu einer Bewegungskultur beizutragen.
Als Vision haben sie den Traum aller Sportlehrer. Dieser Traum, sagt Franz Platz, "das ist die tägliche Sportstunde".
Informationen zu Projekt und Kongress
Memorandum zum Schulsport findet weitere Unterstützer
Das Memorandum zum Schulsport, das von einer Arbeitsgruppe mit Repräsentanten des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), des Deutschen Sportlehrerverbandes (DSLV) und der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft erstellt und im September letzten Jahres auch vom Präsidium des DOSB verabschiedet worden war, findet nun weitere öffentliche Unterstützung: In der jetzt gedruckt vorliegenden Broschüre des Memorandums sind auch die „plattform ernährung und bewegung e.v.“ sowie die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft namentlich aufgeführt, die sich zu den Inhalten und Zielen des Memorandums für weitere richtungsweisende Impulse zur Optimierung des Schulsports in Deutschland bekennen. Weitere Unterstützer sollen in Kürze hinzukommen.
Auch in den neueren Ausgaben deutschsprachiger Fachmagazine zum Schulsport wird das Memorandum vorgestellt und diskutiert, wie beispielsweise im „sportunterricht“ (Verlag Hofmann in Schorndorf), dem amtlichen Organ des DSLV und in den Zeitschriften „sportpädagogik“ und „Spiel & Sport. Praxis in Bewegung“ im Friedrich Verlag in Seelze. Die Broschüre kann (auch in englischer Sprache) angefordert werden per E-Mail unter office@dosb.de . Ansprechpartner im DOSB ist Boris Rump
(rump@dosb.de ).
08.12.2009 - DOSB
Mach mit – spiel Dich fit“Der Deutsche Badminton-Verband (DBV) hat in Zusammenarbeit mit den 16 Badminton-Landesverbänden zum Beginn des Schuljahres 2009/2010 ein bundesweites Schulsportprojekt ins Leben gerufen.
Ziel des unter dem Motto „Mach mit – spiel Dich fit“ stehenden Projektes ist es, Schülerinnen und Schülern im Alter von zehn bis zwölf Jahren die Schulsportart Badminton näher zu bringen und die Nachwuchssportler dazu zu animieren, regelmäßig zum Schläger zu greifen. „Die Zukunft des Badmintonsports wird schließlich von unseren Kindern getragen – und diese gilt es früh für unsere tolle Sportart zu begeistern“, erläutert Karl-Heinz Zwiebler, DBV-Vizepräsident für den Breitensport.
Darüber hinaus geht es dem DBV darum, Badminton regional weiter zu verbreiten. Auch wenn das Projekt bundesweit durchgeführt wird, ist es auf die einzelne Schule – und damit lokal – begrenzt. Dabei übernimmt der DBV die zentrale Koordination. Um es vor Ort umzusetzen, ist die Unterstützung durch die Landesverbände sowie die lokale Mitarbeit der Vereine und Lehrkräfte notwendig. Entsprechend sollen vor allem in solchen Regionen, in denen der Badmintonsport noch nicht so verbreitet ist, Aktivitäten initiiert werden.
Genauso möchte der DBV dazu beitragen, die Kommunikation und lokale Kooperation zwischen Schulen und Vereinen weiter auszubauen und zu verbessern. Die gemeinsame Teilnahme am Schulsportprojekt könnte der Anfang weiterer Gemeinschaftsaktionen sein.
„Das Projekt ist aus dem Wunsch heraus entstanden, dass sich der DBV im Rahmen des Schulsports zukünftig aktiver aufstellen will. Er sieht sich mit diesem Projekt als ein Ideen- und Impulsgeber für seine Landesverbände sowie für die Vereine“, so der DBV-Referatsleiter für den Schulsport, Klaus-Dieter Lemke.
„Der DBV als Initiator des Schulsportprojektes wird bei der Umsetzung ebenso von den 16 Badminton-Landesverbänden unterstützt wie von den zahlreichen Vereinen vor Ort sowie von vielen Kultusministerien, Landesschulbehörden und anderen für den Schulsport zuständigen Institutionen – und natürlich den Schulen“, sagt Professor Dr. Stefan Wengler, der Koordinator des Projektes, erfreut.
Der DBV und seine Landesverbände haben die 5. und 6. Klassen aller Schulen in Deutschland eingeladen, an dem bislang einmaligen Projekt dieser Art im Badmintonbereich teilzunehmen. Die Schulturniere werden in zwei Phasen durchgeführt: Im Rahmen eines Klassenentscheides werden in Einzelturnieren und getrennt nach Jahrgangsstufen die besten Jungen und Mädchen einer Klasse ermittelt. Diese kämpfen dann im klassenübergreifenden Finalturnier um den Titel des Schulsiegers.
Für alle Schülerinnen und Schüler, die sich am Schulsportprojekt beteiligen, stellt der DBV Urkunden zur Verfügung. Darüber hinaus verlost der DBV unter allen Siegern der Jahrgangsstufen hochwertige Badmintonschläger seines Schulsportpartners Yonex. Unter allen Schulen, die bei dem Projekt mitmachen, werden zudem Badminton-Sets der Firma Yonex verlost, bestehend aus Schlägern, Netzen und Bällen.
Alle Schulen, die sich an dem Projekt beteiligen möchten, erhalten ausführliche Informationen und umfangreiche Materialien, die den Sportlehrerinnen und -lehrern eine Hilfestellung sowohl bei der Vorbereitung, als auch bei der eigentlichen Durchführung der Teilbereiche des Projektes (Unterrichtseinheiten, Abschlussturnier etc.), sein sollen. Möglich ist auch die Zusammenarbeit mit einem lokalen Badmintonverein (bzw. einem Sportverein mit einer Badmintonabteilung), um die Umsetzung des Projektes zu erleichtern. Der DBV ist hier gerne bei der Kontaktvermittlung behilflich.
Die Laufzeit des Projektes ist auf zwei Jahre angelegt. Neben der Firma Yonex, die seit vielen Jahren als offizieller Ausrüster der deutschen Badminton-Nationalmannschaft fungiert, fördern der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) und die BARMER das Projekt.
13.11.2009 DOSB
Mit dem Memorandum zum Schulsport Handlungsbedarf verdeutlichen
Die Berliner Sportpädagogin und DOSB-Vizepräsidentin für Bildung und Olympische Erziehung, Prof. Dr. Gudrun Doll-Tepper,beantwortete im Interview Fragen zum Memorandum zum Schulsport, an dem sie auch redaktionell mitgewirkt hat. DOSB-Vizepräsidentin Gudrun Doll-Tepper hat beim Memorandum zum Schulsport mitgewirkt.
Mitte Oktober wurde im Hauptstadtbüro des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) in Berlin das Memorandum zum Schulsport vorgestellt, das zuvor vom DOSB, von der Bundesversammlung des Deutschen Sportlehrerverbandes (DSLV) und der Hauptversammlung der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft (dvs) verabschiedet worden war.
DOSB PRESSE: Der DOSB und der Deutsche Sportbund als Vorgängerorganisation haben stets für den Schulsport in Deutschland wahrnehmbar Flagge gezeigt: Warum ist jetzt dieses Memorandum zum Schulsport überhaupt notwendig? Worin liegt seine Besonderheit?
DOLL-TEPPER: Das Memorandum ist notwendig, weil sich die Rahmenbedingungen und Anforderungen für Sport,- Spiel- und Bewegungsangebote im Kontext von Schule geändert haben. Damit meine ich nicht nur die aktuellen schulpolitischen Veränderungen, sondern auch die umfangreichen Herausforderungen im Bereich der Schulsportentwicklung, der Aus,- Fort- und Weiterbildung von Lehrkräften und nicht zuletzt der Schulsportforschung. Die Besonderheit des Dokuments begründet sich aus der Tatsache heraus, dass die Aussagen und Handlungsnotwendigkeiten aus der Perspektive der Sportwissenschaft, der Sportlehrerschaft und des organisierten Sports gemeinsam zusammengetragen worden sind. So hatte beispielsweise jedes Mitglied der Organisationen während der Entwurfsphase die Möglichkeit, Korrekturvorschläge bzw. Rückmeldungen zum Inhalt des Memorandums zu geben und damit den Entstehungsprozess aktiv mit zu gestalten.
DOSB PRESSE: Welche Schnittstellen enthält das Memorandum für den organisierten Sport? Welche Herausforderungen gibt es für den DOSB und seine Mitgliedsorganisationen?
DOLL-TEPPER: Der DOSB hat als Dachverband für den organisierten Sport in Deutschland eine besondere Verantwortung gegenüber seinen Sportverbänden und Sportvereinen. Bezogen auf das Thema Schule geht es primär darum, die schulpolitischen Veränderungen wie Ganztagschule und das auf acht Jahre verkürzte Gymnasium und die damit einhergehenden Auswirkungen für den organisierten Kinder- und Jugendsport zu analysieren und Lösungsansätze zu entwickeln. Eine der wichtigsten Aufgaben besteht darin, die Sportverbände und Sportvereine für die Veränderungen zu sensibilisieren und „fit" zu machen. Dabei sollte an dieser Stelle hervorgehoben werden, dass es bei allen Alarmmeldungen noch keine wissenschaftlichen Belege dafür gibt, dass die Schulreformen ausnahmslos negative Auswirkungen für das organisierte Sportsystem mit sich bringen. Ganz im Gegenteil: Laut dem neuen DOSB Sportentwicklungsbericht gab es noch nie so viele Kooperationsformen zwischen Sportvereinen und Schulen wie im Berichtszeitraum 07/08.
DOSB PRESSE: Das Memorandum soll politischen und schulischen Entscheidungsträgern, Lehrkräften und Ausbildern im Schulsport richtungweisende Impulse für die Optimierung des Schulsports auf allen Schulstufen liefern - wie wird eigentlich sichergestellt, dass diese Adressaten erreicht werden bzw. das Memorandum generell Verbreitung findet?
DOLL-TEPPER: Das ist natürlich keine leichte Aufgabe. DOSB, DSLV und dvs haben sich zunächst einmal darauf verständigt, das Dokument in einer größeren Auflage dem angesprochenen Adressatenkreis zur Verfügung zu stellen. Darüber hinaus steht das Memorandum in digitaler Form auf den jeweiligen Internetseiten kostenfrei zum Download bereit. Damit aber auch die Schulleiterinnen und Schuleiter vor Ort für das Thema sensibilisiert werden, bedarf es mit Sicherheit weiterer Aufklärungsarbeit.
DOSB PRESSE: Das Memorandum zum Schulsport endet im Wortlaut mit „Forderungen“ und einem „Aufruf zum Handeln“ - was ist damit genau gemeint?
DOLL-TEPPER: Die Situation des Schulsports ist nicht dramatisch, sie ist aber auch nicht gut. So verdeutlicht das Memorandum an vielen Stellen, wo Handlungsbedarf besteht und welche Bereiche ausbaufähig sind. Besonders vor dem Hintergrund der schulpolitischen Veränderungen ist es notwendig, die vielfältigen Bildungspotenziale im Schulsport hervorzuheben und damit die Bewegungsangebote unserer Kinder und Jugendlichen zu sichern. So ist es beispielsweise für den DOSB und seine Sportverbände die Aufgabe, Modelle für eine schulübergreifende nachmittägliche Zusammenführung von wettkampforientierten Vereinsangeboten während der regulären Schulzeit zu entwickeln und zu etablieren. Klar ist aber auch, dass mit der Formulierung und Veröffentlichung des Memorandums die Arbeit noch lange nicht abgeschlossen ist. Aufruf zum Handeln heißt in diesem Zusammenhang die Veränderungen anzunehmen und Lösungsansätze für die Praxis zu entwickeln. Die beteiligten Institutionen haben sich nicht nur verpflichtet, den Umsetzungsprozess aktiv voranzutreiben, sondern bereits einen Aktionsplan entworfen, der die zukünftigen und notwendigen Arbeitsschritte beschreibt.
14. 10. 2009 Pressemitteilung DSLV
Richtungsweisende Impulse zur Optimierung des Schulsports
Memorandum zum Schulsport von DOSB, dvs und DSLV vorgestelltVertreterinnen und Vertreter der Sportwissenschaft, der Sportlehrerschaft und des organisierten Sports haben heute in Berlin das kürzlich verabschiedete "Memorandum zum Schulsport" der Öffentlichkeit vorgestellt.
DOSB, dvs und DSLV hatten während der Entwicklung des Textes die Entwürfe auf ihren Internetseiten veröffentlicht. Jedes Mitglied der Organisationen hatte damit die Möglichkeit, Rückmeldungen zum Inhalt zu geben. "Viele haben diese Chance wahrgenommen, aktiv am Prozess der Entstehung eines solch wichtigen Dokuments mitwirken zu können", berichtet Prof. Dr. Ulrike Ungerer-Röhrich (Bayreuth), die als Vizepräsidentin für Bildung und Gesundheit der dvs die Redaktionsgruppe zur Erstellung des Memorandums leitete. Bei den Aussagen des Memorandums sind sowohl die Expertise der Deutschen Sportjugend (dsj) als auch die gemeinsamen Handlungsempfehlungen der Kultusministerkonferenz und des DOSB "Zur Weiterentwicklung des Schulsports" und zum "Sport für Kinder und Jugendliche mit Behinderung" berücksichtigt worden.Prof. Dr. Gudrun Doll-Tepper, Vizepräsidentin für Bildung und Olympische Erziehung des DOSB, die ebenfalls in der Redaktionsgruppe mitarbeitete, betonte die Vielseitigkeit des Schulsports: "Der Sport im Kontext von Schule bewegt alle Kinder und Jugendlichen. Er hat somit eine Hauptverantwortung für körperliche, sozial-emotionale und kognitive Bildungsprozesse. Aus der Sichtweise der Sportorganisationen ist es von Bedeutung, die vielfältigen Formen der Kooperation zwischen Sportvereinen und Schulen auszubauen und damit die Basis für eine umfangreiche Bewegungserziehung, Talentsichtung und Talentförderung zu schaffen."
Prof. Dr. Udo Hanke, der als Präsident des Deutschen Sportlehrerverbandes ebenfalls der Redaktionsgruppe angehörte, betonte, dass im schulorganisatorischen Alltag der Schulsport oftmals nicht die Bedeutung erlangt, die ihm zustünde: "Von der seit vielen Jahren geforderten täglichen Sportstunde sind wir leider immer noch weit entfernt. Trotz nachweislich positiver Effekte bewegten Unterrichts, gerade auch im schulischen Ganztag, ist der Sportunterricht häufig nur Nebensache und immer wieder von Stundenausfällen betroffen. An vielen Grundschulen wird rund 50 Prozent des Sportunterrichts von fachfremden Lehrern erteilt und auch die zunehmende
Zahl von Schülerinnen und Schülern, die nach dem Abschluss der Grundschule nicht schwimmen können, gibt Anlass zur Sorge."Die Präsidentin der dvs, Prof. Dr. Dorothee Alfermann, unterstrich in Berlin die Forderungen von DOSB, dvs und DSLV für die Lehrerbildung an den Universitäten: "Im Zuge der Neustrukturierung der Studiengänge an den Hochschulen darf die Ausbildung von künftigen Sportlehrerinnen und
Sportlehrern nicht zum ungeliebten Ballast werden. Eine qualitativ hochwertige Ausbildung von
fünf Jahren muss mit Möglichkeiten zur Supervision und flächendeckenden Fort- und
Weiterbildungsangeboten für Lehrkräfte kombiniert werden, um für die Anforderungen einesmodernen Schulsports vorzubereiten". Auch im Bereich der Forschung besteht Handlungsbedarf: "Die Kapazitäten für Schulsportforschung an den sportwissenschaftlichen Instituten sollten ausgebaut und mit gezielten Förderprogrammen unterstützt werden. Nur so können Forschungsverbünde entstehen, in denen schulsportliche Lebenswelten nachhaltig untersucht werden."Auch müsse der Bereich "Bewegung, Spiel und Sport" Eingang in die Bildungsberichterstattung und die Schulleistungsuntersuchung finden. Dies bekräftigte Prof. Dr. Wolf-Dietrich Miethling (Kiel), der wie Prof. Dr. Eckart Balz (Wuppertal) ebenfalls in der Redaktionsgruppe zur Erstellung des Memorandums wirkte: "Der Sport erreicht mit seinen Bildungsaktivitäten eine große Zahl an Menschen. Wir müssen erreichen, dass der Sport in der Bildungsberichterstattung entsprechend seiner Bedeutung berücksichtigt wird" – eine Forderung, die auch der Präsident des LSB Berlin, Klaus Böger, unterstützte.
DOSB, DSLV und dvs haben verabredet, sich aktiv um die Umsetzung der im Memorandum erhobenen Forderungen zu bemühen und darüber ihren Mitgliedern und Mitgliedsorganisationen regelmäßig zu berichten.Ein Aktionsplan ist hierfür bereits abgestimmt worden. Das "Memorandum zum Schulsport" liegt in elektronischer Form zum Download (PDF) vor; in gedruckter Form wird es in Kürze bei DOSB, DSLV und dvs verfügbar sein. In der Oktober-Ausgabe der Zeitschrift "sportunterricht" des DSLV wird es ebenfalls erscheinen.