Sport und Gesellschaft
Politische Parteien und Sport![]()
Welche Vorstellungen über die Bedeutung und die Aufgaben des Sports haben die Parteien?
Die Textauszüge ermöglichen einen ersten Eindruck.
Es empfiehlt sich, nach aktuellen Stellungnahmen zu suchen.
SPD | CDU | Bündnis 90 /Die Grünen | FDP | Die Linke
Grundsätze der CDU-Sportpolitikmehr zur CDUDie CDU misst dem Sport hohe gesellschaftspolitische Bedeutung zu. Sie will diese Bedeutung im Bewusstsein der Öffentlichkeit stärken und den Sport vielfältig fördern, damit sein Wert für die Gesellschafts-, Bildungs- und Gesundheitspolitik mehr als bisher anerkannt wird.
Sport ist ein wichtiger Beitrag zur Gesundheitsvorsorge. Er wirkt den Folgen des Bewegungsmangels entgegen und fördert gesundheitsgerechtes Verhalten weit über die unmittelbare sportliche Betätigung hinaus.
Durch vernünftige Sportausübung können gesundheitliche Risikofaktoren verringert und zugleich die Kosten im Gesundheitswesen gedämpft werden. Sportärztliche Vorsorgeuntersuchungen sollen sportwilligen Bürgern und Bürgerinnen die Wahl der für sie am besten geeigneten Sportart erleichtern.
Grundlagen für lebenslanges Sporttreiben sollen früh gelegt, und der Wunsch nach sportlicher Freizeitgestaltung soll dauerhaft gefestigt werden. Möglichst vielen Bürgerinnen und Bürgern muß der Zugang zu den vielfältigen Formen des Sports eröffnet werden.
Träger des Sports sind Vereine und deren Organisationen, die ihre Aufgaben in freier Selbstverwaltung überwiegend ehrenamtlich leisten. Die Sportvereine wirken gesellschaftlich integrierend und sind Teil der kommunalen Kultur; ihre Arbeit dient dem Gemeinwohl und ist deshalb öffentlich zu fördern.
Für die CDU sind Unabhängigkeit und Selbstverantwortung des Sports Grundsätze partnerschaftlicher Sportpolitik.
Zur ganzheitlichen Erziehung des Menschen gehört neben der Entwicklung geistiger, seelischer und musisch-kultureller Fähigkeiten auch der Sport. Bewegungserziehung im Vorschulalter sowie Sport an Schule und Hochschule sind wichtiger Bestandteil der Erziehung junger Menschen. Hier können Grundlagen für sportliche Betätigung und aktive Freizeitgestaltung bis ins Alter gelegt werden.
Die CDU fordert daher die tägliche Bewegungszeit bzw. Sportstunde in Kindergarten und Schule und tritt für ein differenziertes Sportangebot an der Hochschule ein.
Wesentliches Merkmal des Sports ist der Leistungsgedanke. Dies gilt nicht nur im Spitzensport. Die Sportbewegung ist eine Einheit, ihre Grundlage ist der Breitensport. Der Spitzensport regt mit seiner Vorbildfunktion zur Sportausübung an. Die CDU bekennt sich zum Leistungsprinzip auch im Sport. Sie will Breiten- und Spitzensport angemessen fördern. Der Breitensport soll jedem Bürger die Möglichkeit bieten, nach seinen Neigungen und Fähigkeiten Sport zu treiben. Die Förderung des Spitzensports dient auch der Repräsentation des Landes; sie muß unseren Athleten und Athletinnen international gleiche Chancen ermöglichen. Beim Streben nach sportlicher Leistung müssen die ethischen und moralischen Grundsätze des Sports gewahrt werden.
Wahlprogramm zur Bundestagswahl 2005 Mehr Sport und Spiel für eine bewegte Gesellschaft
Wir setzen uns für bessere Rahmenbedingungen für Sport und Bewegung ein.
Dabei spielen Breiten- wie Spitzensport eine maßgebliche Rolle, die Integration und Gesundheitsprävention stärkt.
Es muss zu einer neuen Offensive im Sportstätten(um)bau kommen und wir brauchen mehr Sportgelegenheiten für eine spiel- und bewegungsfreundliche Umwelt. Dabei wollen wir die Prinzipien der Ökologie, Nachhaltigkeit und der demografischen Entwicklung beachten. Miteinander gewinnen und verlieren können und in Gemeinschaft Sport treiben sind neben der Gesundheitsprävention wichtige Erfahrungen in allen Altersgruppen, die Zivilgesellschaft und bürgerliches Engagement festigen.Ehrenamtliches Engagement im Sport wollen wir fördern. Durch den Sport werden weltweit Brücken gebaut und Verbindungen geknüpft. Er ist daher ein besonders geeignetes Mittel in der internationalen Zusammenarbeit, um zu mehr Kulturaustausch und Völkerverständigung zu kommen. Wir fordern einen »sauberen«, das heißt dopingfreien und fairen, Spitzensport. Wir wollen die Möglichkeiten, die die Fußball-WM 2006 und weitere Sportgroßveranstaltungen in unserem Land bieten, dafür nutzen, um deutlich zu machen, dass Deutschland ein modernes, weltoffenes und sportfreundliches Land ist. Die Organisationsreform des deutschen Sports, mit dem Ziel, den Deutschen Sportbund und das Nationale Olympische Komitee zu einer schlanken und schlagkräftigen Sportorganisation zusammenzuführen, unterstützen wir ausdrücklich.
![]()
Pressemitteilung vom 21.05.2003
BERLIN. Zur öffentlichen Anhörung von Sachverständigen zum FDP-Antrag "Die Kompetenzen
des Sports bei Prävention und Rehabilitation besser nutzen" am heutigen Tage erklärt der
sportpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Detlef PARR:Die FDP begrüßt die einhellige Unterstützung aller Sachverständigen Prävention und
Rehabilitation über den Sport zukünftig stärker zu fördern. Dem angeschlossen haben sich
Sachverständige der Sportmedizin und -wissenschaft, des Deutschen Sportbundes, des
Deutschen Behindertensportverbandes, der Krankenkassen und der Bundeszentrale für
gesundheitliche Aufklärung. Die Zeit der Lippenbekenntnisse sei vorbei, konkretes Handeln
notwendig.
Daten aus der Schweiz, den USA und Kanada belegen eindeutig die
gesundheitsökonomischen Effekte körperlicher Aktivität. In der Schweiz sind Einsparungen von
1,6 Milliarden Franken jährlich ermittelt worden. In den USA und Kanada steht einer Investition
von 1 US-Dollar eine Einsparung für das Gesundheitssystem von 3,2 US-Dollar gegenüber.
Die Krankenkassen räumten ein, dass sie die im SGB V (§ 20) gesetzlich empfohlenen 2,62 €
pro Versicherten und Jahr nicht voll ausgeschöpft haben.
Notwendig ist für die Zukunft die koordinierte Zusammenarbeit von Schulen, Sportverbänden
und -vereinen, sowie kommerziellen Anbietern und Krankenkassen. Und zwar auf allen
politischen Ebenen in Bund, Ländern und Kommunen. Dabei muss der Gesundheitsvorsorge
besonderen Rang eingeräumt werden. Der gesundheitliche Zustand vor allem der Jugendlichen
ist besorgniserregend. Die dritte Sportstunde und tägliche Bewegungszeiten in unseren
Schulen müssen dringend angeboten werden. Für den Reha-Sport sollen die verkürzten
Behandlungszeiten kritisch überprüft werden.
Sportpolitische Grundsätze der PDS (2000) Kultur schließt Sport als untrennbaren Bestandteil der Selbstverwirklichung der Menschen ein und bedeutet, nach Erhaltung und Festigung der Gesundheit, nach einer besseren Leistungsfähigkeit zu streben sowie aktiv am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Niemand darf wegen seiner Rasse, Abstammung, Nationalität oder Sprache, seiner wirtschaftlichen oder sozialen Lage, seines Geschlechts, Alters oder einer Behinderung, seiner religiösen, weltanschaulichen oder politischen Anschauungen wegen benachteiligt bzw. diskriminiert und vom Sport ausgeschlossen werden.
Aufgrund der Bedeutung des Sports für die Gesellschaft, seiner spezifischen Funktion und seiner integrativen Möglichkeiten betrachtet die PDS den Sport als Gegenstand und ein Feld ihres politisches Wirkens für ein demokratisches, antifaschistisches, friedliches, sozial gerechtes und ökologisches Gemeinwesen, für die Verwirklichung der Menschenrechte in Gesellschaft und Staat, für die Gleichstellung und das partnerschaftliche Zusammenwirken aller Menschen.
Damit bewahrt und pflegt die PDS die humanistischen und völkerverbindenden Werte des Sports.
Die PDS tritt entschieden dafür ein, daß jede staatliche und gesellschaftliche Sportförderung vorrangig der sportlichen Betätigung, der Gesundheit und dem sozialen Wohlbefinden der Menschen von der frühen Kindheit an bis ins hohe Alter dienen sollen. Angesichts der zunehmenden Widersprüche, die sich auch in der Sportförderung auf allen Ebenen zeigen und des überall verbreiteten finanziellen Notstands für gemeinnützige Vereine sowie beim Erhalt und Neubau von Sportstätten in der Bundesrepublik.
Fit durch Sport
Ob Fußball, Speerwurf, Laufen oder Tischtennis - sportliche Betätigung ist wichtig. Das gilt nicht nur für den Erhalt der Gesundheit, sondern auch für das Selbstbewusstsein und den Gemeinschaftssinn von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Doch der Sport ächzt unter erheblichen finanziellen Engpässen.
Deshalb fordert die PDS, die Förderung des Sports als Staatsziel in der Verfassung und als Pflichtaufgabe der Länder und Kommunen festzuschreiben. Die Sportvereine müssen Sporteinrichtungen kostenlos nutzen dürfen. Dem Bund wollen wir aufgeben, nicht nur den Hochleistungssport Erwachsener, sondern auch des Nachwuchses zu fördern und dabei SportlerInnen mit und ohne Behinderungen gleich zu behandeln. Ehrenamtlicher Tätigkeit in Sportvereinen wollen wir durch ein Gesetz zum Ehrenamt gesellschaftliche Anerkennung verschaffen.
Plenarprotokoll 14/29
![]()
Bewegungslehre | Trainingslehre | Sportsoziologie/-psychologie