Fair Play im Sport -  Anspruch und Wirklichkeit
Eine kleine Sammlung



 
 
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"Fair play bezeichnet nicht nur das Einhalten der Spielregeln, Fair play beschreibt vielmehr eine Haltung des Sportlers: der Respekt vor dem sportlichen Gegner und die Wahrung seiner physischen und psychischen Unversehrtheit. Fair verhält sich derjenige Sportler, der vom anderen her denkt."  Internationale Fair-Play-Charta

Sportler und Sportlerinnen für Fair Play

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"Ich verabscheue Gewalt"
(DHB-Bundestrainer Heiner Brand bei der Handball-WM 2009)
Wie lässt sich sein Verhalten im Video erklären?
Prozessmodell der Aggression

  
  


Nationaltorhüter Oliver Kahn rastete beim Bundesligaspiel gegen Bayer Leverkusen aus (nicht zum ersten mal), packte einen Bayer-Spieler aus Wut am Genick. Für sein Verhalten war Kahn in zahlreichen Medien durch die Bank kritisiert worden. "Rocky Horror Olli Show", schrieb die Frankfurter Allgemeine.

Kahn selbst nannte seinen Griff in den Nacken von Brdaric, der angeblich "Todesangst" verspürt haben wollte, "lächerlich". 

(30.9. 2002)



"...Ich behaupte: wir müssen den Jugendlichen lehren, foul zu spielen! 
Das klingt jetzt vielleicht brutal, aber was hilft es, ständig um den heißen Brei herumzureden ... Denn eines ist klar, und das gilt für Schüler genauso wie für Bundesligaprofis: bevor ich dem Gegner erlaube, ein Tor zu schießen, muss ich ihn mit allen Mitteln daran hindern- und wenn ich das nicht mit fairen Mitteln tun kann, dann muss ich es eben mit einem Foul tun. Lieber einen Freistoß als ein Tor.
Wer das nicht offen zugibt, der lügt sich was vor- oder er ist kein Fußballer."

Paul Breitner
(ehem. Fußball-Nationalspieler und Fernsehkommentator) in seinem Buch: "Ich will kein Vorbild sein"
 


Ex-Fußball-Nationalspieler Andy Möller und Thomas Häßler

"Schnell, offensiv und vor allem sauber und  fair" 
heißt es auf dem Werbeplakat der Deutschen Olympischen Gesellschaft.
Später wurde Möller auch für seine "Schwalben" bekannt...
 



"Das Fairplay wird viel zu hoch gehängt. Ich werde bezahlt, um erfolgreich zu sein, und da kann ich keine Rücksichten auf Fairplay-Bemühungen nehmen. Wenn ein Mittelstürmer durchgeht, dann erwarte ich von meinem Libero oder Vorstopper, wenn der andere zu schnell ist, dann erwarte ich nicht, dass er ihn ummäht, um das einmal so zu sagen, aber es wird auch viel geredet von einem humanen Foul. Zum Beispiel, dass er sich davor stellt, ihn blockt, d.h. sperrt ohne Ball. Das ist aber immer noch eine vernünftige Sache. Das erwarte ich von einem Spieler, und da zeigt sich sicherlich einerseits eine gewisse Unsportlichkeit, die durch die Regeln auch geahndet wird, aber auf der anderen Seite auch eine gewisse Cleverness. Und wenn das nicht mehr der Fall ist, dann werden wir im Fußball sicherlich viele Einbußen haben."

(Ein C-Jugend-Auswahltrainer aus Niedersachsen)
 



"Anstatt Fairness zu lernen, wird vielen Jugendlichen in den Vereinen gerade das Gegenteil vermittelt. Das plakative Einklagen von Fairplay, die Erziehung zur Fairness fruchten solange wenig, solange der Erfolgsdruck, der auf Sportlern und Sportlerinnen, aber auch Trainern und Trainerinnen lastet, nicht gemindert wird. Solange dies nicht geschieht, sind Unfairness, die Handlungsmoral des "fairen Fouls" oder "Alles oder Nichts" durchaus sinnhaftes Handeln, das man den Athleten nicht zum Vorwurf machen kann und darf. Solange ist es auch unredlich - um nicht zu sagen "unfair" - von den Sportlern Fairplay einzuklagen."

G. Pilz, Sportwissenschaftler (Aggressions- und Gewaltforscher)


Trainer fordert Eigentor

Der wohl fairste Fußball-Lehrer der Welt betreut die Mannschaft der Kleinstadt Guijuelo in Mittelspanien.

Der 35-jährige forderte seine Elf lauthals auf, ein Eigentor zu schießen. Der Grund: Seine Schützlinge waren im Amateurligaspiel gegen Escuela Navega aus Salamanca durch ein auf unsportliche Weise erzieltes Tor mit 2:1 in Führung gegangen. Denn ein Stürmer hatte den Ball kurz vor dem Abpfiff unbedrängt ins Tor geschossen, weil sich die Spieler aus Salamanca gerade um einen verletzten Kameraden kümmerten.

Benito stieß mit seiner Aufforderung allerdings auf taube Ohren. Den Kickern waren die drei Punkte wichtiger als alle Fairness.

Nur der Torwart hörte auf seinen Coach. Er ließ einen Schuss absichtlich passieren, aber der Ball prallte nur an den Pfosten. 

("Wiesbadener Kurier" 3.12.98)


Fairness, Chancengleichheit oder was ?



 
 

149 Eigentore in Madagaskar haben Folgen

Antananarivo - Der Fußball-Verband Madagaskars zieht Sanktionen gegen den Klub Stade Olympique l'Emyrne in Erwägung, nachdem die Mannschaft auf Grund eines heftigen Streits ihres Trainers Ratsimandresy Ratsarazaka mit dem Schiedsrichter 149 Eigentore in dem Erstliga-Match gegen Meister AS Adema erzielt hatten. Die Zuschauer des Duells fordern jedenfalls trotz der Torflut das Geld für die Eintrittskarten zurück. Adema konnte sich hingegen doppelt freuen:
Neben den drei Punkten steht für das Team nach dem 149:0 nun auch der Weltrekordsieg zu Buche.

(sid 3.11.2002)


 
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Text: Fußball und Gewalt (Spiegel 6/2001)

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