Leibeserziehung im Nationalsozialismus

 

 


 
 
 
 

"....Das sportliche Handeln im Deutschen Reich zwischen 1933 und 1945 war geprägt von den weltanschaulichen Grundlagen des Nationalsozialismus (Rassenlehre, Sozialdarwinismus u.a.) und dem Erziehungsprogramm von Adolf Hitler (u.a. Heranzüchten von Menschen mit kerngesundem Körper soldatisch-kämpferischer Haltung, Kraftbewusstsein).

Die körperliche Ertüchtigung war also einer der Grundpfeiler nationalsozialistischer Erziehung. Jeder hatte die Gelegenheit, alle Sportarten zu betreiben; auch die "elitären" wie Segeln, Reiten, Tennis usw., wenn er nur mit der parteipolitischen Verwaltung des Sports und den damit verbundenen sportlichen Kundgebungen mit "Glaubensbekenntnissen" einverstanden war.
Nach der NS-Ideologie sollte sportliches Handeln dreierlei bewirken:

1 . Körperliche Gesundheit (Volksgesundheit),
2. Rassenpolitisch bedingte, züchterische Auslese, 3. Wehrhaftmachung (Gelände-, Kampf- und Wehrsport).
Diese fast ausschließlich politisch gedachten Ziele der NSDAP wurden schon früh, im Alter von 10 Jahren, an Kinder und Jugendliche herangetragen. Ab 1936 waren die 10- bis 14jährigen im "Jungvolk" und die 14- bis 18jährigen in der "Hitlerjugend" (HJ) organisiert. Daneben wurde den Jugendlichen empfohlen, in die vom "Deutschen Reichsbund für Leibesübungen" (DRL) organisierten Sportvereine zu gehen. Der DRL war die Dachorganisation aller Sportvereine, der nach der "Selbstauflösung" seines Vorgängers des "Deutschen Reichsausschusses für Leibesübungen" (DRA) 1934 den Sport im Sinne der nationalsozialistischen Weltanschauung ausrichten sollte ( RÖTHiG 1992, 115).

Die Teilnahme an den seit 1937 eingeführten Reichssportwettkämpfen der Hitlerjugend (HJ) war den Jugendlichen nicht freigestellt; sie wurde wie eine Art "Dienst" aufgefasst und diente immer zugleich der politischen Demonstration.

Sportliches Handeln zerfiel scheinbar in zwei Bereiche: es gab sowohl eine Art volkstümlich als auch politisch sportliches Handeln. Zum politisch sportlichen Handeln wurde Anfang der dreißiger Jahre eine Theorie der "Politischen Leibeserziehung" entwickelt, die in der Art einer Doktrin sportliches Handeln als artgemäßen Ausdruck menschlichen Wesens, als Kernstück der Erziehung, als "Politikum" bezeichnete. Diese Theorie kam überdeklamatorische Bekenntnisse nicht hinaus (RÖTHiG 1992, 333)...."

Text:
"Bis zum letzten Hauch ..."
 

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(Kursbuch 4 - Sport und Gesellschaft)
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