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Grobkoordination -
Aufbau der Bewegungskoordination



 
Für die Informationsaufnahme und -verarbeitung ist die unzureichende Verwertung von  afferenten und reafferenten Signale kennzeichnend.

Es ist zunächst nicht möglich, alle vor und während der Bewegungsausführung einlaufenden Signalreize zu verarbeiten. Die Afferenzsynthese ist dementsprechend unvollkommen.

"So fehlen einerseits Informationen, andererseits sind die verarbeiteten lnformationen unscharf, teilweise fehlerhaft. Der Lernende erfasst häufig schon das ihm dargebotene Vorbild nicht hinreichend, so dass keine brauchbare erste Vorstellung, kein aufgabengemäßes Programm entstehen kann. So kommt es auch, dass die Wahrnehmung der vollzogenen Bewegung sehr verschwommen ist. Der Lernende »weiß« nicht, wie er eine Bewegung ausgeführt hat, wie dabei seine Körperhaltung war, und bei Drehbewegungen verliert er mitunter die Orientierung".
Bei der Rückinformation dominiert in der ersten Lernphase dem Inhalt nach die Ergebnisinformation (resultative Reafferenz). Information über die Einzelheiten der Ausführung werden noch sehr unvollkommen verarbeitet." 

(nach Meinel/Schnabel)

Anteil der Analysatoren in der ersten Lernphase:

Es dominiert der optische Analysator.

Der kinästhetische Analysator, dessen Vor- und Rückinformationen die (gekonnte) Bewegung maßgeblich steuern und regeln müssen, ist noch unzureichend aufnahmefähig. Die  Signale sind zwar in großer Zahl vorhanden, sie können aber offensichtlich bei der Afferenzsynthese und der Entstehung des Bewegungsprogramms nicht entsprechend verarbeitet werden.

Sie werden in dieser Phase nicht bewusst erfasst und daher nicht mit verbalen Informationen in Verbindung gebracht. Dies ist ein Grund dafür, dass dem Lernenden seine Bewegungsführung, sofern er sie nicht sehen kann, nicht genügend bewusst wird, und dass er Erklärungen und Korrekturhinweise sehr unvollkommen versteht und umsetzen kann.
Diese kurz skizzierten Mängel und Besonderheiten in der Informationsaufnahme und -verarbeitung beim Bewegungsvollzug sind mit Sicherheit nicht auf die Tätigkeit der Sinnesorgane zurückzuführen. Die Funktionsweise des ZNS ist hier der entscheidende Grund.
Vorhandene Bewegungserfahrungen können aber den Lernprozess und die Informationsverarbeitung deutlich positiv beeinflussen.
Darum befindet sich auch ein erfahrener Sportler, der eine neue Bewegung erlernt, in einer anderen Ausgangssituation als der sportliche Anfänger. Die erste Lernphase verläuft für ihn in dieser Beziehung anders: Die sensorischen und verbalen Informationen bei der Aufgabenstellung werden besser aufgenommen und verarbeitet. Die Bewegungsvorstellung entwickelt sich schneller, auch in den kinästhetischen Anteilen. Der sportlich Unerfahrene hat dagegen nur ein optisches Abbild der Bewegung, die kinästhetischen Anteile gehen kaum in seine Bewegungsvorstellung ein.

 
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Das Modell der Bewegungskoordination lässt sich demzufolge in der ersten Lernphase folgendermaßen darstellen:

 
Grobkoordination oder Feinkoordination ? - Video aus dem Unterricht
 


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