Motive und Motivationen im Sport

 
  Was bewegt  (lateinisch movere = bewegen, in Bewegung setzen) uns eigentlich eine bestimmte sportliche Aktivität durchzuführen? Welche Motive haben wir dabei?

Schreibe einmal die wichtigsten Gründe auf, warum dir Sport Spaß macht!
 
 


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Deine Antworten verweisen wahrscheinlich darauf,  darauf, dass das Sporttreiben auf bestimmte Ziele gerichtet ist, die man anstrebt und erreichen möchte.

Motivesind aus dem Verhalten und den sprachlichen Äußerungen erschlossene Bereitschaften, sich in situationsüberdauernder (genereller), zeitlich überdauernder (zeitstabiler) und persönlichkeitsspezifischer (individueller) Weise in einer gegebenen Situation so und nicht anders zielgerichtet zu verhalten.

Motivationmeint  dagegen die aktuellen Prozesse, die unter den situativen Bedingungen zu Verhalten (und somit auch zu Sporttreiben) führen können und dieses Verhalten in Gang halten. Die Vielfalt dieser aktuellen Prozesse, z. B. die Leistungsmotivation, die Aggressionsmotivation u. a., sind die Motivationen, die den Handlungen zugrunde liegen können.

(nach Gabler)
 

Sportwissenschaftler haben nun versucht die komplexen Motive und Motivationen genauer zu erfassen.
So erläutert z. B.  D. Kurz

"...Zum Begriff des Sports gehört, dass die, die Sport treiben, dies nicht tun, weil sie sich davon unmittelbaren Nutzen oder handfeste Vorteile erwarten. Wenn dies ausnahmsweise einmal doch der Fall ist (wenn z. B. Fußball zum Beruf wird oder Laufen zur Rehabilitationsmaßnahme), zögert man, das noch "Sport" zu nennen; allenfalls erkennt man es als Grenzfall an. Der "eigentliche" Sport - so entspricht es unserem Begriff - ist «zweckfrei», «trägt seinen Sinn in sich», wird «um seiner selbst willen betrieben», um nur einige geläufige Redewendungen zu nennen....

Nun sind dies jedoch zweifellos nur sehr vorläufige Beschreibungen. Denn welchen Sinn trägt es "in sich", wenn man Bälle immer wieder in die Tore wirft und dann wieder herausholt, Gewichte hochhebt und wieder fallen lässt, Geräte wegwirft und wieder holt usw.? Dem unbefangenen Betrachter erscheint dies eher absurd als sinnvoll.

Warum tun wir es dennoch? Warum treibt jemand Sport? Was erwartet er vom Sport, und was macht ihm am Sport Spaß? Für jeden, der Sport treibt, und noch mehr für den, der andere im Sport anleitet, gehören diese zu den wichtigsten Fragen, die er sich immer wieder stellen muss. Denn wenn sein Angebot an den Motiven und Erwartungen der Teilnehmer vorbeigeht, macht es ihnen keinen Spaß, und sie bleiben weg. Dabei genügt es nicht, dass er weiß, an welchen Sportarten sie Interesse haben - häufig ist das sogar gar nicht so wichtig. Entscheidend ist, dass er eine Vorstellung davon hat, was hinter diesem Interesse steht und worauf es ihnen letztlich am Sport ankommt. Dann kann es nämlich durchaus sein, dass er sogar Formen des Sports für sie findet, die sie bisher noch nicht kannten und die ihren Erwartungen noch besser gerecht werden.


 
      Vor allem folgende Motive können das Sporttreiben bestimmen:

(1) Man möchte den Reiz, die Sensationen, die <Lust> genießen, die in den Bewegungen selbst liegen können («Bewegungsmotiv»).
 

(2) Man möchte Bewegungen so ausführen können, dass sie einem selbst und andern gekonnt, kunstvoll, beeindruckend, schön u. ä. erscheinen («ästhetischer Reiz»).
 

(3) Man sucht den körperlichen Ausgleich, die - möglichst umfassende körperliche Beanspruchung und das aus ihr hervorgehende Wohlbefinden. Man erwartet davon auch positive Wirkungen auf die Gesundheit und die Figur («Gesundheitsmotiv»).
 

(4) Man will sich etwas vornehmen, etwas abverlangen, sich an Aufgaben messen und mit anderen vergleichen; will seine Möglichkeiten und Grenzen erkennen, die Anerkennung anderer und ein Bewusstsein des eigenen Wertes bekommen («Leistungsmotiv»).
 

(5) Man sucht Situationen mit einem ungewissen Ausgang, der uns zwar angeht, aber nicht bedroht - Situationen, die damit Spannung, Risiko, Abenteuer bieten («Spielmotiv»).
 

(6) Man sucht das Zusammensein mit anderen, das Gefühl von menschlicher Nähe und Geborgenheit («Anschlussmotiv»)..."

(D. Kurz, Lehren im Sport)
Ein differenzierteres Modell
Entwicklung einer eigenen Untersuchung

Das Leistungsmotiv - Leistungsmotivation
Das Gesundheitsmotiv




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