Kreatin


Physiologische Grundlagen zum Kreatin
(nach Weineck)

Im Organismus eines 70 kg schweren Mannes befinden sich etwa 120 bis 140 g Kreatin (Methyl-Guanidin-Essigsäure). Davon sind etwa 95 % im Skelettmuskel eingelagert  Die schnellzuckenden Muskelfasern (FT Fasern) haben einen höheren Kreatingehalt als die langsam zuckenden (ST Fasern).

Das Kreatin, das bei der Muskelkontraktion verbraucht wird, wird über den Blutstrom ersetzt. Eine Muskelübersäuerung steigert die Umwandlung von Kreatin in sein Abbauprodukt Kreatinin. Bei intensivem Training ist daher das Kreatinin erhöht.

Bei der Phosphorilierung wird Kreatin im Muskel mit Phosphor zum energiereichen Kreatinphosphat aufgebaut, das seinerseits Energie für den Aufibau von Adenosintriphosphat (ATP), dem biologischen Energielieferanten für die Muskelkontraktion, liefert. Die Reserven an ATP in der Muskulatur sind,  sehr gering und reichen bei maximaler Belastung (Maximalkraft-, Schnellkraft- oder Schnelligkeitsleistungen) nur für eine Arbeitsdauer von höchstens 1-3 Sekunden. Bei längeren Arbeitszeiten mit maximaler Auslastung wird das ATP über die Verbindung von Adenosindiphosphat (ADP) und Kreatinphosphat (KP) resynthetisiert. Je größer nun die Reserven an muskeleigenem KP bzw. seinem Grundbaustein Kreatin sind, desto länger kann die Muskulatur maximale Kontraktionsleistungen erbringen. Demnach erweisen sich für Sportler, bei denen die Maximalkraft, die Schnellkraft oder die Schnelligkeit leistungslimitierend ist, erhöhte Speicher von Kreatin bzw. KP als vorteilhaft.

Die körpereigenen Kreatinmengen unterliegen Schwankungen, da sie von verschiedenen endogenen und exogenen Faktoren abhängig sind, wie z. B. vom Muskelfasertyp, vom Alter, vom Geschlecht, von der Ernährung, von verschiedenen Erkrankungen sowie vom Training bzw. Trainingszustand.
Der hohe Verbrauch von Kreatin für die Bildung von Kreatinphosphat in Maximalkraft-, Schnellkraft-, Schnelligkeits- und intensiven Schnelligkeitsausdauerbelastungen (Kurzzeit-Intervalltraining) führt zu einem Abfall des Kreatins. Sprinttraining erhöht den Kreatinphosphatgehalt im Muskel, steigert aber auch seinen Bedarf. Eine exogene Erhöhung der Blut-Kreatin-Konzentration durch eine entsprechende Ernährung bzw. Kreatin-Supplementierung führt zu einem gesteigerten Kreatineinbau in die Muskelzellen. Der Kreatineinbau ist erhöht, wenn zusätzlich Kohlenhydrate hinzugefügt werden.
Der tägliche Kreatin-Bedarf beträgt etwa 2 g/Tag. Sprint- bzw. intensives Intervalltraining erhöht ihn.


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