Schlagvolumen des Herzens.......
![]() |
Die Werte bezüglich
des Schlagvolumens werden in der medizinischen Literatur nicht ganz einheitlich
dargestellt.
Hier einige Zitate: "Während die Normalwerte für das Herzschlagvolumen bei untrainierten Normalpersonen zwischen 60 und 90 ml liegen, können hochausdauertrainierte Sportler mit jedem Herzschlag bis zu 200 ml Blut in die Aorta auswerfen. Die Fähigkeit, bei jedem
Schlag ein so hohes Schlagvolumen auszuwerfen, bringt für die Arbeitsweise
des vergrößerten Sportherzens folgende Vorteile:
2. Die Schlagvolumenzunahme
ermöglicht es dem Sportherzen, in Ruhe das gleiche Herzminutenvolumen
mit entsprechend niedrigerer Herzfrequenz zu fördern.
Die Tatsache, dass sich das
ausdauertrainierte Sportherz leisten kann, ein bestimmtes Herzminutenvolumen
mit entsprechend niedrigerer Herzfrequenz zu fördern, bedeutet nicht,
dass sich das Herzminutenvolumen eines ausdauertrainierten Sportlers in
Ruhe von dem eines untrainierten Menschen unterscheidet. Denn trainierte
Organe und auch eine trainierte Muskulatur brauchen natürlich unter
Ruhebedingungen nicht mehr Sauerstoff und Nährstoffe als untrainierte.
(Markworth, P.: Sportmedizin, Bd.1, Reinbek 1984, s. 176/77)
"Früher hatte man angenommen, dass bei einer verminderten Schlagfrequenz in Ruhe und während der Leistung das Schlagvolumen entsprechend erhöht sein müsste, aber heute wissen wir aus Katheter-Untersuchungen über das Kreislaufverhalten, dass beim Trainierten das Schlagvolumen nicht erhöht, sondern meist noch geringfügig herabgesetzt ist. Dies wird mit der höheren arterio-venösen O2-Differenz erklärt. In der Tat ist der Blutbedarf - nicht der 02-Bedarf- des ausdauertrainierten Organismus wegen der verbesserten Kapillarisierung in Ruhe und bei Belastung vergleichsweise geringer. Es braucht in der Zeiteinheit weniger Blut vom Herzen gepumpt zu werden. Analog zur Atmung ist auch beim Herzen die Frequenzerhöhung unökonomischer als die Schlagvolumenerhöhung.
Während der Leistung
kann das Sportherz zunächst mit einer erheblichen Zunahme seines Schlagvolumens
Lübs, E.D.: Physiologie der sportlichen Leistung, in: Sportbiologie - (Kursbuch 1), Wiesbaden 1991, S.67/68
"In Ruhe liegt das Schlagvolumen zwischen 70 und 90 Kubikzentimetern. Bei einer Herzfrequenz von 70 und einem Schlagvolumen von 80 Kubikzentimetern beträgt das Herzminutenvolumen 5,6l..... Unter körperlicher Belastung muss das Herzminutenvolumen ansteigen. Das Schlagvolumen nimmt zu Beginn einer Arbeit um 20-30% zu und bleibt dann weitgehend konstant (Ulmer 1980). Dieses Maximum wird schon bei 40% der maximalen Sauerstoffaufnahme (Herzfrequenz ca. 110-120 Schläge/min) erreicht (Astrand 1970). Beim Untrainierten kann das maximale Schlagvolumen auf 110-120 ml ansteigen. Bei einer Herzfrequenz von 180 Schlägen/min bedeutet dies ein Minutenvolumen von fast 20 l/min."
"Durch Ausdauertraining kommt es zu einer Herzvergrößerung. Die Herzinnenräume werden erweitert und der Herzmuskel wird kräftiger (Gewicht). Dadurch kann sich das Schlagvolumen unter Belastung im Vergleich zum Untrainierten fast verdoppeln. Die maximale Herzfrequenz kann durch Training kaum gesteigert werden. Das Herzminutenvolumen wird bei Belastung somit im Vergleich zu Normalpersonen vor allem aufgrund des größeren Schlagvolumens bis auf den doppelten Wert erhöht."
(Blum/Friedmann - Trainingslehre, Pfullingen 1991, S.52)
"Das Schlagvolumen des Herzens wird in Ruhe von 60-70 ml pro Herzschlag bei Untrainierten auf bis zu 105 ml bei Ausdauertrainierten vergrößert. Da man von einer hundertprozentigen Steigerungsmöglichkeit des Schlagvolumens unter Belastung ausgeht, steigert sich das Schlagvolumen unter Belastung von 120-140 ml auf bis zu 210 ml. Ein Sportherz kann also unter Belastung mit jedem Schlag rund 50 % mehr Blut auswerfen als untrainierte Herzen." (Peters, W.: Sport - Trainingslehre, Freising 1998, S.75) |
Das Herz-Kreislauf-System
![]()
Trainingslehre