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Geschichten um Fairness und Unfairness im Sport


 

  Jan Ullrich - Dopingsünder und Fair Play-Plakette


 Blutdoping

Als bisher einziger Deutscher gewann Ullrich 1997 die Tour de France. Er war er fünfmal Zweiter der Tour, Amateurweltmeister im Straßenrennen, zweimal Weltmeister im Einzelzeitfahren sowie Sieger im Olympischen Straßenrennen 2000.

Am Tag vor dem Start der Tour de France 2006 veröffentlichte die spanische Polizei einen Bericht zum Blutdoping-Skandal um den Madrider Arzt Fuentes. 58 Beschuldigte wurden namentlich genannt, unter ihnen auch Jan Ullrich. Die Beweislage war erdrückend.
2013 räumte Jan Ullrich erstmals öffentlich ein, Blutdoping praktiziert zu haben.
Doping - ein Problemaufriss

In Erinnerung bleibt neben den unfairen Dopingpraktiken aber auch eine Geschichte, für die er 2003 die Fair Play-Plakette bekam. Ein Akt wirklicher Fairness?


Jan Ullrich wird zum "Ritter des Fair Play"

Nur 15 Sekunden trennten Jan Ullrich bei der 15. Etappe von Lance Amstrong, dem Träger des gelben Trikots. Plötzlich stürzt Armstrong, nachdem er etwas dicht an die Zuschauer herangefahren war. 
Doch Jan Ullrich forciert das Tempo nicht, sondern wartet auf Armstrong. Dem darauf folgenden Antritt von Armstrong kann Ullrich nicht standhalten und verliert fast eine Minute.
 

21.Juli 2003 - 
Tour de France
L'Equipe rühmte die Reaktion des Herausforderers:
"Ullrich wollte den Sieg nicht geschenkt haben und hat sich damit richtig verhalten", kommentierte das Blatt die Szene, als der Sieger von 1997 nach Armstrongs Fall das Tempo drosselte. "Mit großem Fair Play hat Ullrich gebremst", würdigte auch Italiens Stampa die Situation, und Tuttosport schrieb von einer "beispielhaften Geste".

Ullrich: "Ganz normales Verhalten"
Für den 29-jährigen Bianchi-Kapitän war sein Verhalten dagegen ganz normal: "Ich habe nicht einen Moment lang überlegt anzugreifen, das tut man einfach nicht."

Für die Presse hatte sich der Deutsche auf dem Weg hinauf nach Luz-Ardiden zum "Ritter des Fair Play" geschlagen, auch wenn die Trümpfe auf den Sieg nun an Lance Armstrong übergegangen sind. 

Fair-Play-Plakette
Die Deutsche Olympische Gesellschaft (DOG) ehrt Jan Ullrich mit der Fair-Play-Plakette des deutschen Sports. 

Im hart umkämpften Duell um den Toursieg hat Jan Ullrich keinen unfairen Vorteil aus dem Missgeschick seines sportlichen Gegners gezogen, erklärt DOG-Präsident Dr. Hans-Joachim Klein. Als oberstes Prinzip des Sports stehe die Wahrung der Chancengleichheit über dem Streben nach dem Sieg, so Klein weiter.

Im Rahmen der Fair-Play-Initiative des deutschen Sports verleiht die DOG Jahr für Jahr die Fair-Play-Plakette für besondere Fairness im Olympischen Sport. Unter der Federführung der DOG will die Fair-Play-Initiative, die von Deutschem Sportbund, der Deutschen Sportjugend und dem Nationalen Olympischen Komitee mitgetragen wird, dazu beitragen, das Vertrauen in die Werte des Sports zu erhalten und zu stärken.
Insbesondere Kinder und Jugendliche will die Deutsche Olympische Gesellschaft mit Beispielen über faires Verhalten im Sport informieren, aufklären und so negativen Erscheinungen im Sport entgegenwirken.
 



Zum Weiterdenken:

Jan Ullrich - Wikipedia

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