Sportunterricht.de - Materialien für Lehrer und Schüler
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Archiv | Aktuell
Sportunterricht.de - Materialien für Lehrer und SchülerArchiv 2003


26.9. 2003 Kieler Nachrichen

Sportlehrer-Fortbildungstag

Raufen und Ringen - die neue Disziplin im Sport

Kiel – Sportforum der Universität Kiel: Alle gucken und zwei prügeln sich. "Prügeln", nein "Raufen". Denn dieses ist eine wieder im Sportunterricht geübte Disziplin. Und über die wollten alle, die gestern zum Sportlehrer-Fortbildungstag gekommen waren, etwas lernen. Darüber und über andere Möglichkeiten, den Körper bewusst einzusetzen – und zwar fair.

Die Schwerpunkte "rhythmisch bewegen" und "Raufen, Ringen und Verteidigen" hatten sich die Lehrer in einer Umfrage selber gewählt. "Oft wird mit unfairen Mitteln gekämpft", erklärt Gymnasiallehrerin Susanne Scheibe aus Lübeck. Überschrift ihrer Fortbildungs-Lektion: "Wo rohe Kräfte sinnvoll walten". Die Gymnasiallehrerin hat das Konzept am eigenen Leib getestet: Zuerst Tuchfühlung mit einzelnen Körperteilen des Gegenübers aufnehmen – dann beim Reiterspiel rücksichtsvoll versuchen, den anderen vom Rücken zu schütteln – und schließlich das Raufen. "Ich hoffe, dass damit der Kraftüberschuss in gelenkte Bahnen kommt", sagt die Lehrerin. Das hofft auch Hauptschullehrer Christian Struve aus Elmshorn. Oft hieße es auch bei fiesen Prügeleien auf dem Schulhof "war ja nur Spaß". Darum seien auch die Regeln so wichtig, die beim "Raufen, Ringen und Verteidigen" eingeübt werden könnten. Und, wenn es gut läuft, entscheidet sich der eine Schüler oder die andere Schülerin auch für eine Sportart wie Judo oder Karate.

Gleich neben der Halle mit den "Ringern" fand man gestern auch noch andere Unterrichtsangebote, um den Körper bewusster wahrzunehmen: Fitness, Jazz-Tanz oder "Step for two". Denn Sportunterricht ist lange nicht mehr "nur" im Winter Geräteturnen und im Sommer Leichtathletik. Es gehe viel mehr darum, auf unterschiedliche Weise der "bewegungslosen Zeit" entgegenzutreten, erklärte Walter Mielke, Vorsitzender des Landes-Sportlehrerverbandes Schleswig-Holstein, der den Tag organisiert. Zufrieden war er, dass rund 600 Schleswig-Holsteinische Referendare und Sportlehrer nach Kiel gekommen waren. Zwar habe das Bildungsministerium gegen Unterrichtsausfall aufgerufen, doch wenn sich die Lehrer für Fortbildung vertreten ließen, hielte er dies für ein vernünftiges Modell.

Kämpfen im Sportunterricht

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Straubinger Zeitung 24.9. 2003

"Schulsport tut Bayern gut"
In drei Wochen erfolgt der Start - Info noch möglich

Cham. Vom 13. bis 17. Oktober läuft die bayerische Schulsportveranstaltung unter dem Motto "Schulsport tut Bayern gut". Das Kultusministerium und der Bayerische Landessportverband (BLSV) haben die Schulen und ihre Partnervereine im Lande dazu aufgerufen, sich an dieser Aktion zu beteiligen. An die Schulleiter und Lehrkräfte erging der Appell, den Sport an ihren Schulen zu repräsentieren - nach Möglichkeit in Zusammenarbeit mit ortsansässigen Sportvereinen.

Der Sportunterricht gehört neben den kognitiven Fächern wie Mathematik, Deutsch und Englisch zur ganzheitlichen schulischen Bildung. Als einziges Bewegungsfach im schulischen Alltag hat der Sportunterricht eine herausragende Bedeutung. An jeder bayerischen Schule soll es deshalb im Rahmen dieser Aktionswoche einen Tag geben, der allen am Schulleben Beteiligten die positiven Wirkungen des Sporttreibens vor Augen führt und erfahrbar macht; einen Tag, der die ganze Schule sportlich bewegt und eine Art Schaufenster des Schulsports darstellt.

Den vielen kreativen Lehrkräften dürfte es nicht schwer fallen, ein mitreißendes sportliches Fest zu organisieren. Wer noch Anregungen sucht, kann sich an den Ideen anderer Schulen orientieren. Einige Ideen sind in der Broschüre "Schulsport-Wettbewerbe in Bayern 2003/2004" veröffentlicht. Diese Ideen sind auch auf der Homepage des BLSV (www.blsv.de) unter "Aktuelles" zu finden.

Weitere Informationen erteilt die BLSV-Schulsportreferentin Birgit Dethlefsen, Tel. 089/15 702-512, Fax 089/15 702-517, E-Mail: schulsport@blsv.de

 
Bayerischer Landessportbund

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Main-Rheiner 23.9. 2003

Erster Duathlon war nicht der letzte
Eltviller Gymnasium plant nach großem Erfolg Neuauflage

Eltville. Der 1. Eltviller Duathlon des Gymnasiums fand so großen Anklang bei Schülern, Lehrern, Eltern und Zuschauer, dass Schulleiter Bernward Messer versprach, dass es nicht der letzte gewesen sein wird. Der Schulleiter könnte sich sogar vorstellen, die Veranstaltung auszudehnen. Außer den Sechst- bis Zehntklässlern des Eltviller Gymnasiums wie bei der Premiere, könnten vielleicht auch Eltern oder Schüler anderer Schulen starten.

Glücklich und stolz waren auch die 180 Gymnasiasten, die erst gelaufen und sich dann aufs Rad geschwungen hatten. Diejenigen, die nicht antreten wollten, und die mangels Vorbereitungszeit gesperrten 130 Fünftklässler blickten neidisch auf die Kameraden, die verschwitzt, aber strahlend im Ziel hinter dem Schulhaus einliefen. In fünf Gruppen waren sie am Morgen gestartet. Sie rannten einmal um die Schule, schnappten am Parkplatz ihre Räder und strampelten mit fünf Vätern zweieinhalb Kilometer auf die Rausch. Auf dem Hügel zwischen Rauenthal und Kiedrich entschied jeder selbst, ob er, begleitet von Eltern, ein, zwei oder drei Runden à 2,7 Kilometer für Bronze, Silber oder Gold rennen wollte, bevor es mit dem Rad wieder zum Schulparkplatz und im Schlusssprint unter dem Jubel der Zuschauer ins Ziel ging.

Auf der ganzen Strecke waren Malteser, Eltern und fast alle Lehrer verteilt. Sie passten auf, fotografierten, drückten pro Runde einen Stempel in die Laufkarte, die jeder am Arm trug, und versorgten alle mit Wasser. Eltviller Jungfunker sorgten für ständigen Kontakt. Die Stadt hatte den Wiesweg für zwei Stunden gesperrt und zwei Hilfspolizistinnen gestellt. Sogar die Feuerwehr war vor Ort.

Mit dem Duathlon wollte Lehrerin Manon Ritzau den Kindern Freude am Ausdauersport vermitteln, der wichtig für die Gesundheit sei und Selbstbewusstsein und Erfahrung für die Teilnahme an einer der vielen Sportveranstaltungen im Rheingau vermittele. Auf die Idee brachten Ritzau Schüler, mit denen sie seit vier Jahren am Frankfurter Minimarathon teilnimmt. Im Sportunterricht waren alle Schüler auf den Duathlon vorbereitet worden.

In zahllosen Stunden organisierte Ritzau seit April das sportliche Ereignis. Eltern, Schulförderverein und Kollegium warben derweil so engagiert Sponsoren, dass jeder Teilnehmer zu Medaille, Urkunde und T-Shirt noch Preise wie Bälle, Fahrradschlösser, Mützen, Rucksäcke, Gesellschaftsspiele und Ähnliches mitnehmen konnte.

Fabian Massing lief nach 43 Minuten und acht Kilometern als Erster verschwitzt, fix und fertig, aber strahlend ins Ziel und nahm so glücklich wie sieben Minuten später Klassenkameradin Anja Kossack die Bronzemedaille entgegen. Antje Wilhelm, ebenfalls aus der 6a holte sich die erste Goldmedaille bei den Mädchen, während das erste Gold bei den Jungen an Fabian Evers (7a), Julian Schupp (6a) und Sebastian Piontek (6b) ging. Sie wurden von Eltern, Lehrern und Mitschülern schließlich so gefeiert, dass für viele der diesmal noch bewegungsfaulen jungen Zuschauer feststand: "Nächstes Jahr bin ich auch dabei."

Leichtathletik in der Schule


 

Sportunterricht.de - Materialien für Lehrer und SchülerWAZ/DPA  22.9. 2003

Schüler sollen lernen: "Sport ist Lebensstil"

WAZ Essen. Fett, faul, fernsehsüchtig. Dazu noch schlapp und unsportlich. Nein, das oft verbreitete Bild von Kindern und Jugendlichen trifft so nicht zu, betonen die Sportwissenschaftler. Sie legten gestern in Essen den ersten Deutschen Kinder- und Jugendsportbericht vor.

"Mit Abstand ist Sport für Kinder und Jugendliche die wichtigste Freizeitbeschäftigung", sagt der Essener Professor Werner Schmidt. Noch nie gab es so viele Kinder im Alter von vier bis sechs Jahren in Sportvereinen. Im Schnitt gehörten vier von fünf Jugendlichen einmal im Leben einem Verein an, im Schnitt sogar acht Jahre lang. So weit, so gut.

Dennoch, stellen die Wissenschaftler fest, gehen motorische Fähigkeiten zurück, lassen Koordination und Kondition nach. Die Ursachen sehen sie im Umfeld. Zu viel Verkehr, zu wenige Bewegungsräume zum Toben, zum Klettern, zum Spielen. Die Wissenschaftler räumen in ihrem Bericht, der im Auftrag der Krupp-Stiftung erstellt wurde, auch mit einem anderen Slogan auf: Nicht immer ist Sport gesund. Unbestritten sei, so Prof. Wolf-Dietrich Brettschneider von der Uni Paderborn, dass Jugendliche, die regelmäßig in der Woche Sport trieben, bessere Schulleistungen zeigten, weniger stressanfällig und besser sozial integriert seien. Auch subjektiv fühlten sie sich gesünder. Doch es gebe Risiken, gerade bei Leistungssportlern. Magersucht, Essstörungen, Drogenmissbrauch ständen mit Sport leider auch in Verbindung.

Bundesinnenminister Otto Schily und der Präsident des Deutschen Sportbundes, Manfred von Richthofen, nahmen den Bericht vom Vorsitzendem der Krupp-Stiftung, Prof. Berthold Beitz, in Empfang. Geknüpft daran war die deutliche Kritik der Forscher, dass Sport bisher in den Kinder- und Jugendberichten der Bundesregierungen nur eine Rolle am Rande gespielt habe. Dabei, so Prof. Ilse Hartmann-Tews aus Köln, sei nichts für die körperliche, soziale und emotionale Entwicklung der Kinder so wichtig wie Sport. Deshalb appellieren die Wissenschaftler an die Politiker, dringend mehr Bewegungsmöglichkeiten in Wohngebieten zu schaffen. Mehr zu tun für Mädchen, für Kinder aus sozial schwachen Familien sowie für Kinder mit Migrationshintergrund. Denn sie sind in Sportgruppen noch deutlich unterrepräsentiert. 63 Prozent aller Jungen an Gymnasien treiben Sport, aber nur 15 Prozent der Mädchen an Hauptschulen.

Länder übergreifende Qualitätsstandards werden für den Schulsport gefordert. Die Botschaft an die Schüler sollte heißen: Sport ist Lebensstil. Schmidt plädiert für eine bessere Sportausbildung der Kindergärtnerinnen und Übungsleiter. Hier sieht er zum Teil erhebliche Defizite. Für junge Leistungssportler wünschen sich die Wissenschaftler kräftige Unterstützung von Elternhaus, Schule und Verein. Nur dann seien die Extrem-Belastungen zu meistern.

Deutscher Kinder- und Jugendbericht

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Nordwest-Zeitung 18.9.2003

Von Sportfesten der etwas anderen Art

Universität präsentiert neue Lehrmodelle – Alltagsmaterialien ersetzen Hürden und Co.
Nicht nur die individuelle Leistung zählt. Auch das Gruppenerlebnis spielt eine große Rolle.
 

OLDENBURG - Zum krönenden Abschluss eines gelungenen Sport- und Spielfestes flogen zahlreiche bunte Luftballons in den sonnigen Himmel. Auf den Sportflächen in Wechloy, wo sonst die Studenten aktiv sind, tummelte sich die fröhliche Schar von Nachwuchssportlern, die unter der Obhut des Sportdozenten Claus Heemsoth und von zahlreichen Studenten ihrem emsigen Treiben nachgingen.

In Zusammenarbeit mit den umliegenden Grundschulen wurden von der Sportwissenschaft der Universität bereits eine Reihe solcher Sportfeste organisiert. „Unser ausgearbeitetes Modell soll Bestandteil einer Lehrerfortbildung werden, wo die neuen Möglichkeiten der Vermittlung anschaulich dargestellt werden“, erläutert Heemsoth weitere Pläne in Kooperation mit der Bezirksregierung.

Es hat sich also etwas geändert in der Sportlandschaft der Schulen und Universitäten: Dort wo früher nur Bundesjugendspiele angeboten wurden, und von Hindernisspurts über Bananenkartons, Weitwerfen von unterschiedlichsten Flugobjekten oder Partner- und Mannschaftsaufgaben keine Rede war, dort hat ein Umdenken stattgefunden. Jetzt berücksichtigt man neben der individuellen Leistung auch die gemeinsam erzielten Ergebnisse.

„Bei unserer Art des Sportfestes zählt jede Weite, jede Höhe und ist Teil des Gruppenergebnisses. Zudem werden nicht mehr nur die objektiven Ergebnisse gemessen, sondern diese werden in Relation zur Körpergröße oder zum Alter gebracht. Die Kinder wollen sich vergleichen, allerdings soll es dabei gerecht zugehen – dann kommt der Spaß am Sport von ganz alleine“, betont Heemsoth.

Der Sportunterricht der Zukunft orientiert sich zudem nicht mehr ausschließlich an den olympischen Sportarten, sondern versucht, die Grundformen des Bewegens wie beispielsweise „Laufen, Werfen und Springen“, welche in so genannten „Erfahrungs- und Lernfeldern“ zusammengefasst werden, auf motivierendere Art und Weise zu vermitteln. Wie dies aussehen kann, lässt sich auf dem Sportplatz beobachten. Bei der Bewältigung eines kniffligen Hindernis-Parcours, der mit „Schaumstoffdünen“ einer Strandlandschaft nachempfunden ist, müssen die Schüler möglichst schnell einen Slalom durchlaufen und dabei allerdings noch Zusatzaufgaben, wie Gleichgewichts- und Geschicklichkeitsübungen bewältigen. Anderswo gibt es Sprungwettbewerbe über einen beachtlichen Turm aus alten Kartons.

„Wir wollen auch, dass die Lehrer neue Ideen mit in die Schule nehmen und sehen, mit welch einfachen Materialien man ein Sportfest organisieren kann“, führt Heemsoth aus und zeigt auf den Sportplatz. Dort sieht man keine teuren Geräte und aufwendige Aufbauten, sondern strahlende Gesichter und bekannte Alltagsmaterialien, die sich in einem neuen Anwendungsgebiet bewähren müssen. Dass dies gelungen ist, davon zeugen Nachwuchssportler, denen man die Freude an der Bewegung an den Augen ablesen kann.

Der Sporttag als Bewegungsevent

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Lausitzer Rundschau 17.9.2003

Lieblingsfach Sport steht im Abseits

In Sachsen-Anhalt fehlen für die dritte Stunde die Voraussetzungen

Kinder und Jugendliche sind zu schlapp. Sie bewegen sich zu wenig und ernähren sich oft falsch, sagen Wissenschaftler und fordern in einer Studie, mehr Sport zu treiben. Wie ist es um Schüler-Fitness und die Möglichkeiten des Sporttreibens in Sachsen-Anhalt bestellt? Für mehr Schulsport in einer dritten Stunde fehlen derzeit die Voraussetzungen.

Schon die Trikots der Abiturienten vom Bitterfelder Walter-Rathenau-Gymnasium lassen auf Sportbegeisterung schließen. Stephan Wagners
T-Shirt weist auf die Teilnahme am Mitteldeutschen Marathon hin, das von Thomas Adler auf den 23. Berliner Halbmarathon, Dirk Krüger outet sich als Fußball-Fan. Ohne Pause hetzen die Jungs während des Unterrichts dem runden Leder nach, werfen Medizinbälle und schwitzen beim Klimmziehen. Genug haben sie auch nach zwei Stunden nicht. «Schulsport kommt im Stundenplan zu kurz weg. Es könnte mehr sein.» Die Meinung am Bitterfelder Gymnasium ist einhellig. Christian Höher unterstreicht das mit einer Beobachtung vom Schulhof: Was da in den unteren Klassen an Dicken rumläuft.

Doch zwischen dem Wunsch nach mehr Sportunterricht und der Wirklichkeit klafft eine Lücke. Nach einer Studie des Wissenschaftlichen Instituts der Ärzte Deutschlands (WIAD) würden bundesweit 60 Prozent der Schüler zwischen zwölf und 18 Jahren gern mehr Sport in der Schule treiben. Doch ihr Lieblingsfach steht vielerorts im Abseits, obwohl mehr Bewegung nötig wäre (siehe Info-Kasten). Das von den Kultusministern und dem Deutschen Sportbund anvisierte Ziel von drei obligatorischen Sportstunden haben bisher nur Thüringen, Berlin und Nordrhein-Westfalen festgeschrieben. Um in Sachsen-Anhalt generell eine dritte Sportstunde einzuführen, fehlen, so das Magdeburger Kultusministerium, personelle und materielle Voraussetzungen.

«Der Stundenplan lässt es einfach nicht zu» , betont der Bitterfelder Sportlehrer Ulrich Weitkunat. Beispielsweise müssten in den neunten Klassen 37 Wochenstunden untergebracht werden. Da viele der 900 Bit-terfelder Gymnasiasten von auswärts kommen, setzten schon die Abfahrtszeiten der Schulbusse Grenzen. Das wirke sich auch negativ auf die Teilnahme an den Arbeitsgemeinschaften Schulsport und an der Aktion «Jugend trainiert für Olympia» aus.

Aufschwung oder Abschwung im Schulsport? Viel hänge dabei nach Ansicht von Christiane Mälzer, Sportlehrerin an der Sekundarschule Teuchern im Landkreis Weißenfels, auch von jedem Lehrer ab. Lächeln, ermutigen, gute Laune verbreiten. «Das schätze ich besonders an unserer Sportlehrerin» , sagt Tanja Konieczny. «Und das sie alles, was sie von uns verlangt, auch selbst vormacht» , ergänzt Tony Kleineidam.
In Sachsen-Anhalts Schulen unterrichten in diesem Schuljahr 3934 Lehrerinnen und Lehrer im Fach Sport. Deren Durchschnittsalter von 46,3 Jahren wird vom Deutschen Sportlehrerverband in Sachsen-Anhalt als noch nicht dramatisch eingeschätzt. Anlass zur Sorge gebe vielmehr, so Geschäftsführerin Rosemarie Hermann, die Situation im Grundschulbereich. Die zusätzlichen Stunden, die seit Beginn des neuen Schuljahres in Grundschulen für Deutsch und Mathe bereitgestellt werden, gehen vor allem zu Lasten des Sportunterrichts. Und während an den Sekundarschulen und Gymnasien meist gute Bedingungen vorhanden sind, ist an 15 Prozent der Grundschulen im Land weder eine Sporthalle noch ein geeigneter Raum für planmäßigen Schulsport vorhanden.
 


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Straubinger Tagblatt 17.9. 2003

Ärztlicher Kreisverband schlägt Alarm
"Bayerns Kinder werden immer dicker", schlägt Dr. med. Wolfgang Bomfleur, Vorsitzender des Ärztlichen Kreisverbandes Straubing, rechtzeitig zum Schulbeginn Alarm. Wissenschaftliche Untersuchungen verschiedener Arbeitsgruppen zeigten in Deutschland eine beängstigende Entwicklung: Bereits jedes fünfte Kind sei zu schwer; noch einmal so viele Kinder gelten als gefährdet. "Beunruhigend ist vor allem das sinkende Alter der Betroffenen. Jeder zehnte Erstklässler in Bayern ist übergewichtig", mahnt Dr. Bomfleur.

Manche von ihnen seien genetisch dazu veranlagt. Meistens aber führe das Zusammenspiel von Bewegungsmangel, falscher Ernährung und psychischen Belastungen zum Übergewicht. "Statt Obst, Gemüse, Milch- und Vollkornprodukten, die den Organismus mit den notwendigen Vitaminen, Ballaststoffen und wichtigem Eiweiß versorgen, bestimmen Fast-Food-Produkte, zuckerreiche Erfrischungsgetränke und Gelegenheitssnacks die Essgewohnheiten der Kinder", so der Mediziner.

"Das stundenlange Sitzen vor dem Fernseher, Computer oder Gameboy fördern zusätzlich die Fettpölsterchen. Das Spielen im Freien gehört längst der Vergangenheit an", kritisiert Dr. Bomfleur. Solch ein Lebens stil habe gravierende Auswirkungen auf die Gesundheit und das seelische Gleichgewicht der Kinder. "Die übergewichtigen Kinder werden in der Schule gehänselt und leiden dann unter mangelndem Selbstbewusstsein. Dies beeinträchtigt ihre soziale Integration und führt zu schlechteren Leistungen in der Schule."

Nicht weniger besorgniserregend seien die körperlichen Schäden. Bei fast allen übergewichtigen Kindern stellten Ärzte Veränderungen am Knochenbau, erhöhten Cholesterinspiegel und motorische Koordinationsstörungen fest. "Außerdem steigt das Risiko, im Alter an Diabetes zu erkranken. Auch Bluthochdruck und koronare Erkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall sind als Spätfolgen nicht auszuschließen", so Dr. med. Wolfgang Bomfleur weiter.

Dem gefährlichen Trend des "Immer-Dicker-Werdens" unserer Kinder könne durch gestärkte Prävention entgegengewirkt werden. "Prävention ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Sie hilft Krankheiten zu vermeiden, die viel Leid verursachen und deren Behandlung viel Geld kostet. Prävention verlangt die Mitwirkung von Kindergarten und Schule, beginnt allerdings in der Familie", betont der Vorsitzende des Ärztlichen Kreisverbandes. Ohne das Vorbild der Eltern könne kein Kind sein Ess- oder Freizeitverhalten ändern.
Dabei müsse eine gesunde Lebensführung nicht anstrengend sein, wenn sie spielerisch vermittelt werde und Freude bereite. "Radfahren, Schwimmen oder Inlineskaten sowie zusätzliche Sportangebote neben dem Sportunterricht fördern unbewusst die Bewegungslust bei den Kindern und steigern ihre Leistungsfähigkeit."


 
Ostseezeitung 11.9. 2003

Alarmierend: Unfälle im Sportunterricht nehmen zu

Je älter, desto mehr Rostocker Kinder sind zu dick, haben Probleme mit den Augen und Haltungsschäden. Alarmierende Zahlen weist der Gesundheitsbericht 2002 für die Hansestadt Rostock aus, den Dr. Angelika Baumann, Koordinatorin für Gesundheitsförderung im Gesundheitsamt, gestern Abend den Mitgliedern des Gesundheits- und Sozialausschusses vorstellte. Neben der Auswertung der Schuleingangsuntersuchung (OZ berichtete) sind darin auch Ergebnisse der Reihenuntersuchungen erfasst, die für die Mädchen und Jungen in der vierten und achten Klasse durchgeführt werden.

Danach waren 2002 vor dem Schulanfang 4,8 Prozent der Kinder zu dick. Von den Viertklässlern waren es im gleichen Jahr 11,8 Prozent, von den Achtklässlern 13,2 Prozent. Die Herabsetzung der Sehschärfe stieg von 11,5 Prozent bei den Abc-Schützen auf 28 Prozent am Ende des Grundschulalters und 34,7 Prozent bei den 14-Jährigen. Veränderungen am Bewegungssystem wurden bei 9,4 Prozent der jüngsten Schüler festgestellt. Von den Viertklässlern waren 15,5 Prozent betroffen. In den achten Klassen wiesen 29,3 Prozent der Mädchen und Jungen solche Veränderungen auf.

Die Reihenuntersuchungen abzusichern, den Impfschutz zu überprüfen und Impfungen anzubieten, ist aus Sicht des Gesundheitsamtes eine der wichtigsten Aufgaben. Außerdem sollten schulärztliche Sprechstunden und Fördermaßnahmen in Kitas ausgebaut werden.

Deutlich erhöht hat sich die Anzahl der Unfälle im Sportunterricht. Die Gesundheitsberichterstatter haben Überbelegungen der Sporthallen und zu große Klassen als Hauptursachen ausgemacht. Stadtverwaltung und Bildungsministerium sollen enger zusammenarbeiten, um die Zahl dieser Unfälle zu senken.

"Fit sein macht Schule"die aktuelle Fitnessstudie
Sichere Schule

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Hamburger Abendblatt 6.9. 2003

Neues Schulfach: RAUFEN erwünscht

Hamburg -"Es macht richtig Spaß!" Merema Osmani (11) spricht aus, was allen Kindern der sechsten Klasse der Gesamtschule Maretstraße in Harburg anzusehen ist. Die Jungs und Mädchen sind die Ersten, die in Hamburg unter Anleitung von Ringtrainer Oleg Koklikow "Ringen und Raufen", also faires Kräftemessen ohne Gewalt, im regulären Sportunterricht lernen - dürfen.

Koklikow, der schon in Kasachstan als Sportlehrer gearbeitet hat, ist Entertainer und Übungsleiter zugleich, seine witzige Art macht den Schulstress vergessen. Er strahlt mit seinen Schülern um die Wette: "Ich arbeite sehr gern mit Kindern, ich fühle mich wie neu geboren."

Die Kinder sehen neben dem Spaß im Unterricht den Nutzen nach der Schule. Merema: "Bald kann ich mich schützen, wenn ich Ärger bekomme", und Mohammed Tayem (12) gibt sich selbstbewusst: "Hier bin ich der Champion." Schon bald will er zu Hause gegen zwei ältere Brüder das TV-Programm bestimmen. Sadri Loshaj (13) ist pessimistischer: "Das macht Spaß, aber wenn es ernst wird, kann man die Tricks nicht anwenden. Das dauert lange, bis man das kann."

Die Euphorie für die neue Unterrichtsform ist groß, sie soll den Kindern Zeit und Raum geben, um sich auszutoben und ihnen gleichzeitig den Fairplay-Gedanken vermitteln. Der Zusammenhalt in der Klasse ist stark, es gibt keine Außenseiter, und Prügeleien kommen höchst selten vor.

Trotzdem macht sich Klassenlehrer Marco Schönbrunner Sorgen, dass sich weniger sportliche Schüler ausklinken könnten, doch danach sieht es nicht aus. Schönbrunner, der sonst den Sportunterricht leitet, zeigt sich überrascht vom Engagement einiger schüchterner Kinder, nur ein Junge kam mit den Bodenturnübungen in der Erwärmung nicht zurecht und zog sich in die Umkleidekabine zurück. Der will sich aber wieder rankämpfen, denn die Begeisterung seiner Klassenkameraden dürfte ihm nicht entgangen sein. "Die Erwärmung war sehr anstrengend, aber dafür kann ich jetzt schon den ersten Griff", sagt Amira Dhifallah (13) nicht ohne Stolz.

Damit sich niemand verletzt, legt Koklikow bei alldem Spaß großen Wert auf Disziplin und eine intensive Vorbereitung. Die Schüler müssen technische Grundregeln kennen, Schläge und Tritte sind tabu. Der Diplomsportlehrer hofft, eventuell ein oder mehrere Talente zu entdecken, die in seinem Verein, SC Roland (Sternschanze), regelmäßig trainieren könnten: "Vielleicht finden wir einen Schatz."

Kämpfen im Sportunterricht

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Westfälische Rundschau 4.9. 2003

Kooperation von Schulen und Vereinen

Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz und hessische Kultusministerin, Karin Wolff (CDU), zu Fragen rund um den Schulsport
WR: Die Fitness vieler Kinder wird von den Expersten als erschreckend eingestuft. Besonders Übergewicht gilt als ein Riesenproblem. Zu diesem Ergebnis kommt eine langfristige Studie des Wissenschaftlichen Instituts der Ärzte Deutschland (WIAD). Wie wichtig sind solche Längsschnitt-Untersuchungen, und wird die Politik Konsequenzen aus den Ergebnissen ziehen?
Wolff: Über die Fakten aus punktuellen Untersuchungsergebnissen hinaus ist es bedeutsam, durch Längsschnittuntersuchungen Entwicklungen zu erkennen, um daraus politisches Handlen abzuleiten. Ich beobachte mit Sorge - und dies gilt gleichermaßen für meine Kolleginnen und Kollegen in der KMK - die zunehmenden gesundheitlichen Probleme und Krankheitsbelastungen der Kinder und Jugendlichen. In den schon früh auftretenden Entwicklungsstörungen, Defiziten und Verhaltensauffälligkeiten, die auch durch unsere eigenen hessischen Schuleingangsuntersuchungen bestätigt werden, sehe ich eine ernst zu nehmende Folge heutiger Lebensweisen, die den realten physischen, psychischen, emotionalen und sozialen Bedürfnissen der jungen Menschen nur noch teilweise entspricht. Ich halte daher eine frühzeitige Gesundheitsförderung - wie wir dies in den Schulen zunehmend leisten - für wesentlich. Bewegung, Spiel und Sport sind in diesem Kontext unverzichtbar. Frühzeitige Gesundheitsförderung unterstreicht aber auch die besondere Verantwortung der Eltern. Dies setzt im Hinblick auf das gerade bei den Kindern stark ausgeprägte Vorbild-Lernen ein Erziehungsverhalten voraus, das von körperlicher und lustbetonter Bewertung, von ausgewählter schmackhafter und ernährungsphysiologisch vernünftiger Ernähung, von kontrolliertem Umgang mit Suchtmitteln und schließlich vom Bewusstsein geprägt ist, dass die Befriedigung von Bedürfnissen nicht stets und unmittelbar erfolgen muss.
WR: Die WIAD-Studie zeigt auch, dass die Fitness dann schlechter wird, wenn der Schulsport vernachlässigt wird. Ist der Schulsport auf Grund der Ergebnisse der PISA-Studie als so genanntes weiches Fach in eine schwächere Position geraten, und ist ein Abbauch von Schulsportstunden zu befürchten?
Wolff: Zunächst muss das Ergebnis der WIAD-Studie noch einmal verdeutlicht werden: bei dem durchgeführten Bewegungs-Check-up schneiden diejenigen besser ab, die drei oder mehr Stunden Schulsport pro Woche haben. Dies ist eine andere Aussage als die in der Frage unterstellte. Es gibt danach einen engen Zusammenhand zwischen der Bewegungszeit insgesamt und der körperlichen Leistungsfähigkeit - alles andere wäre auch mehr als überraschend. Vor diesem Hintergrund ist auch das Untersuchungsergebnis zu sehen, wonach die Zahl der Sportstunden in der Schule das Testergebnis bei den Mädchen erheblich - je mehr, desto besser - beeinflusst, bei den Jungen, die nach der Studie insgesamt mehr Sport treiben, nur ein geringer Einfluss festzustellen ist.
Es geht im Schulsport aber nicht nur um Fragen der sportmotorischen Leistungsfähigkeit. Aus pädagogischer Sicht geht es ganz wesentlich auch um die Vermittlung breiten- und freizeitsportlicher Inhalte und um vielfältige Körper- und Bewegungserfahrungen als Ausgleich gegenüber weitgehend sitzenden Tätigkeiten in der Schule und in der Freizeit, und darum, gemeinsam spielerische und sportliche Aktivitäten als kommunikative, sozial-integrative Begegnungsmöglichkeiten bewusst zu erleben. Die in der Presse und auch vom DSB regelmäßig vorgetragene Sorge von Unterrichtskürzungen im Fach Sport wegen der PISA-Ergebnisse teile ich nicht. Die engen Zusammenhänge zwischen Motorik und Kognition, die gerade bei Kindern noch sehr gut zu beobachten sind, sind hinreichend bekannt. Um auf die Frage zurückzukommen: Wir brauchen Bewegung, Spiel und Sport in der Schule nicht trotz PISA, sonden wegen PISA.
WR: Was können Sie als Präsidentin der KMK tun, um die Fitness der Kinder wieder zu verbessern? Müsste nicht die Kooperation mit der Sportministerkonferenz (SMK) mehr belebt werden?
Wolff: Wie aus meiner Antwort zu PISA und Schulsport zu ersehen ist, bin ich überzeugt, dass wir auch mit Blick auf die steigenden Kosten im Gesundheitswesen alles tun müssen, den durch die WIAD-Studie aufgezeigten Trend der nachlassenden Fitness der Kinder und Jugendlichen zu stoppen. Die Kooperation mit der Sportministerkonferenz ist dabei sehr eng, zumal ein Großteil der KMK-Mitglieder auch Mitglied in der SMK ist. Offenkundig ist aber, dass die Bewegungszeit der Kinder und Jugendlichen sich verändert hat. Prof. Klaus Bös hat es einmal auf den Nenner gebracht: Immer mehr Kinder und Jugendliche machen immer weniger Sport, immer weniger Kinder und Jugendliche machen immer mehr Sport. Das verweist darauf, dass alle für die Erziehung von Kindern und Jugendlichen Verantwortlichen aufgerufen sind, ihren spezifischen Beitrag zu leisten. Das schließt insbesondere auch die Eltern und die außerschulischen Institutionen wie Sportvereine mit ein.
WR: Wie wichtig ist die Zusammenarbeit mit Verbänden wie dem Deutschen Sportbund für den Kampf gegen das Übergewicht?
Wolff: Gerade das aufgezeigte Problem der rückläufigen Bewegungszeiten verweist darauf, dass die Kooperation zwischen Schulen und Sportvereinen eine Antwort sein können. Erschreckend ist dabei das WIAD-Ergebnis, wonach bis zu einem Alter von 15 Jahren noch deutlich mehr als die Hälfte der Kinder und Jugendlichen Mitglied in einem Sportverein sind, bei den älteren Jugendlichen diese Quote nur noch bei 38 Prozent liegt, nochmals mit einem deutlichen Unterschied zu Ungunsten der Mädchen. Diese Tendenz wird auch durch die Brettschneider-Studie "Jugendarbeit im Sportverein - Anspruch und Wirklichkeit" bestätigt. Ich begrüße deshalb ausdrücklich, dass auf der Sitzung der Kontaktkommission von KMK und dem DSB im Juni dieses Problem aufgegriffen wurde und gemeinsame Überlegungen angestellt werden.

 



 

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Pressemitteilung GEW-Hamburg vom 29. 8. 2003

Jahr des Schulsports eröffnet
Aber die Misere des Schulsports hat sich weiter verschärft

Was für ein Widerspruch! Da wird öffentlichkeitswirksam durch den Ersten Bürgermeister mit einem großen Fest das Jahr des Schulsports eröffnet. Und gleichzeitig hat der Senat durch das Arbeitszeitmodell die Rahmenbedingungen für die sportpädagogische Arbeit drastisch verschlechtert.
 

Mit dem Arbeitszeitmodelle erfahren die Sportlehrkräfte eine Diskriminierung und Abwertung ihrer fachlichen Arbeit.  Die unbegründet geringe und realitätsferne Faktorisierung des Faches Sport führt für viele KollegInnen zu einer drastischen Erhöhung ihrer Unterrichtsverpflichtung. Für die Organisation und Durchführung außerunterrichtlicher Veranstaltungen, die bisher gern und freiwillig geleistet worden sind, bleibt einfach keine Zeit mehr. Die Tätigkeit der Sportlehrkräfte wird sich zwangsläufig auf das Halten von Unterricht beschränken müssen. Das bedeutet konkret: Hamburgs SportlehrerInnen haben ihre Mitarbeit am Jahr des Schulsports aufgekündigt, schulübergreifende Sportwettkämpfe können nicht mehr ausgerichtet werden. So nimmt Hamburg zum ersten Mal nicht an "Jugend trainiert für Olympia" teil. Die Hamburger Meisterschaften werden ebenfalls nicht mehr beschickt. Erste Großverstaltungen wie Haake-Cross-Lauf, der Harburger Staffellauf, die Basketballmeisterschaften, der Fußball-Pausenpokal wurden bereits abgesagt! Nicht zu vergessen ist, dass an vielen Schulen die 3. Sportstunde nicht gegeben werden kann, weil die Hallenkapazitäten nicht ausreichen.
Vor diesem Hintergrund ist das Fest zum Jahr des Schulsports blanker Hohn und ein weiterer Versuch die Öffentlichkeit über die katastrophale Lage des Hamburger Schulsportes zu täuschen.
Die Teilnahme vieler Klassen an den Eröffnungsveranstaltungen haben die Lehrkräfte deshalb ermöglichen können, weil das Ereignis während der Unterrichtszeit stattfindet und keinen zusätzlichen Aufwand erfordert. Eine solche schulübergreifende sportliche Veranstaltung wird allerdings ein singuläres Ereignis bleiben und keine Wirkung in die Schulen hinein entfalten können. Statt mit geeigneten Maßnahmen den Schulsport zu stärken, hat der Hamburger Senat mit dem Arbeitszeitmodell, das ein Sparmodell ist, dafür gesorgt, dass die sportpädagogische Arbeit abqualifiziert wird und der Hamburger Schulsport an Attraktivität verliert. Die Verlierer dieser kurzsichtigen Bildungspolitik sind wieder einmal die Schülerinnen und Schüler und darüber kann auch so ein großes Fest nicht hinwegtäuschen!
Schulsport in Hamburg
GEW-Sportkommission

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Frankfurter Rundschau 21.8. 2003

Olympische Ehre von der Kultusministerin
Stephan Köberle organisierte im Kurpark für Mitschüler einen Orientierungslauf und erhielt eine Medaille

Zum ersten Mal hat der Landessportbund einen Abiturpreis Sport vergeben: Stephan Köberle aus Wehrheim-Obernhain ist einer von 59 hessischen Abiturienten, die die Pierre de Coubertin-Medaille von Kultusministerin Karin Wolff (CDU) überreicht bekamen.

BAD HOMBURG . Sie ist so groß wie olympische Medaillen, silbergrau und schwer und sie zeigt auf der Vorderseite das Porträt des französischen Namensgebers Baron Pierre de Coubertin. Auf der Rückseite steht "Voir loin. Parler franc. Agir ferme", einer der Leitsprüche des Vaters der Olympischen Spiele der Neuzeit: "Weitsichtig sein. Freimütig sprechen. Entschlossen handeln." Die Medaille hat Stephan Köberle, Abiturient des Kaiserin-Friedrich-Gymnasiums (KFG) in Bad Homburg, zum Interview ins Eiscafé ebenso mitgebracht wie die Urkunde. Auf der ist sein Name falsch geschrieben: Koberle statt Köberle. "Naja, kann ja mal passieren", sagt er und rückt die Sportuhr mit Pulsmesser am Handgelenk zurecht.

 
Der 19-Jährige ist seit seiner Kindheit sportlich: Waren es erst Fußball und Turnen, kam er mit etwa 14 Jahren durch seinen Bruder und dessen Engagement in einer Funker-AG zu zwei recht exotischen Sportarten: Orientierungslauf und Funkpeilung. Die Medaille erhielt er jedoch nicht dafür, sondern für "herausragende Leistungen im Schulsport, verbunden mit fairer Haltung und persönlichem Engagement für die Schulgemeinschaft". So steht es auf der Urkunde geschrieben.

Konkret hatte Stephan Köberle sich für eine Projektwoche des KFG Ende September 2002 ins Zeug gelegt. "Ich wollte etwas Besonderes anbieten". So sprach der schmale, aber durchtrainierte junge Mann mit seinem Sportlehrer Peter Braun darüber, Funkpeilen im Kurpark für Mitschüler zu organisieren. Der Lehrer war angetan. "Das passende Kartenmaterial hätte ich ja gehabt. Aber ein Empfänger kostet rund 80 Euro - das wäre dann doch zu teuer geworden". Also verlegte er sich aufs Angebot Orientierungslauf. Er stellte eine Strecke im Kurpark zusammen, zeichnete spezielle Karten, hängte Kontrollpunkte (Prismen) in Büsche und Bäume. 25 Mitschülerinnen und Mitschüler nahmen teil; das ungewöhnliche Angebot gefiel. Stephan Köberle, Jahrgang 1983, ist gebürtiger Stuttgarter. Seine Eltern zogen mit ihm und seinem Bruder 1997 aus beruflichen Gründen nach Hessen, genauer Wehrheim-Obernhain im Hochtaunuskreis. Damals war er 14 und schon ehrgeizig, wollte unbedingt "auf eine gute Schule" und entschied sich gemeinsam mit dem Bruder fürs KFG. "Vor allem wegen der naturwissenschaftlichen Angebote." Dafür nahm er auch den weiten Weg nach Bad Homburg in Kauf. Nun hat er die Schule geschafft, das Abitur in der Tasche mit einem Notendurchschnitt von 2,2 (was ihn etwas ärgert, er hatte 1,8 angestrebt). Und den Abiturpreis Sport dazu.

Bei der Übergabe des Preises in Grünberg (Kreis Gießen) kurz vor den Sommerferien sagte Kultusministerin Karin Wolff (CDU) unter anderem: "Die Auszeichnung erinnert nicht nur an die olympische Idee, Körper, Geist und Charakter zu einer vollkommenen Einheit zu formen, sondern ist gleichzeitig ein gutes Instrument, junge Menschen in ihrem Engagement positiv zu bestärken". Geehrt würden "herausragende Leistungen der Schülerinnen und Schüler in Sachen Schule und Sport, verbunden mit sozialem Engagement".

Die offiziellen Worte findet Stephan Köberle zwar ein "bisschen großspurig". Aber der Preis freut ihn "schon, es ist halt eine Anerkennung". Aber damit rumzuprotzen, nein, das fiele ihm nicht ein. Auch als Vorbild sieht er sich "eher nicht". Er will einfach nur weitermachen wie bisher, also täglich trainieren.
 



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ARD-Sport 19.8. 2003

Eine alarmierende Vision und ihr Hintergrund
Schulsport kontra Edelmetall?

Wenn die Vision Manfred von Richthofens zutrifft, geht die deutsche Leichathletik Medaillen armen Zeiten entgegen. "Zunehmende Bewegungsarmut von Kindern und Jugendlichen" sowie "beklagenswerte Zustände" im Schulsportunterricht veranlassen den Präsidenten des Deutschen Sportbundes (DSB) zu der Prognose, "dass wir bei Olympia in den kleinen Randsportarten die Medaillen holen müssen. In der Kernsportart Leichtathletik profitieren wir jetzt nur noch von den älteren Sportlern." Was steckt hinter dieser alarmierenden Formulierung?

"Es ist dramatisch, was in Untersuchungen festgestellt wurde. Zum Beispiel, dass 40 Prozent der Kinder nicht rückwärts laufen können", betont Ulrich Feldhoff, DSB-Vizepräsident und verantwortlich für den Leistungssport. "Mehr und mehr Kinder, die in die Vereine kommen, müssen erst mal fit gemacht werden. Und immer weniger sind am Leistungssport überhaupt interessiert."

Körperliche Fitness sinkt stark

Werden immer mehr Kinder "Sportanalphabeten"? "Ja" lautet die Aussage einer aktuellen Studie . Darin wurde die körperliche Fitness von mehr als 20.000 Schülern getestet. Demnach geht es mit den Kindern und Jugendlichen körperlich bergab. Der Test ergab allein bei den 10- bis 14-Jährigen seit 1995 einen Rückgang der Fitness um 20 Prozent bei Jungen und um 26 Prozent bei Mädchen.

Die Studie dokumentiert auch einen Zusammenhang zwischen Schulsport und seiner Wirkung auf die Physis der Jugendlichen. Genau die Schüler schneiden besser ab, die drei oder mehr Stunden Schulsport pro Woche haben. In der Praxis ist dies aber selten der Fall. 63 Prozent der Schülerinnen und Schüler müssen sich mit maximal zwei Stunden Schulsport begnügen.

Zahlreiche Mängel im Schulsport-System
 
 
Nachwuchsringer; Rechte: dpa
Schwindende Fitness, steigendes Übergewicht
"Wenn sich hier nichts ändert, werden wir im Leistungssport Probleme bekommen", befürchtet Feldhoff. Eine "Riesenchance" sieht der DSB-Vizepräsident in der Einführung der Ganztagsschule. Und er appelliert an die Politik: "Unsere Gesundheitspolitiker müssen dem aktuellen Zustand entgegen wirken. Sonst kommt es zu Schädigungen, an die wir heute noch gar nicht denken."

An den Gesundheitsaspekt denkt auch Dr. Wolfgang Sigloch, Vorsitzender des Landesverbandes Baden-Württemberg im Deutschen Sportlehrerverband. "Mit dem Schulsport sind keine Goldmedaillen zu gewinnen", sagt er. Die Aufgabe sei eine ganz andere. Er ordnet die Aussagen von Richthofens als bewusst plakativ ein, um das Interesse auf das Thema Schulsport zu lenken.

Mängel am System kennt Sigloch zuhauf: "70 Prozent des Grundschul-Sports in Baden-Württemberg werden fachfremd, also von nicht ausgebildeten Sportlehrern, erteilt. Die Lehrerinnen und Lehrer werden immer älter. Die Klassengrößen steigen. Manchmal kann man Sportunterricht nur noch als Beschäftigungstherapie bezeichnen", lautet Siglochs wenig schmeichelhaftes Urteil.

Signale durch neue Untersuchung

Dringend müssten neue Kolleginnen und Kollegen eingestellt werden. Doch der Schulsport besitze keine Lobby: "Eltern, die bei einer ausgefallenen Stunde Mathematik sofort protestieren, sagen bei Sport nichts." Dabei hätten Untersuchungen gezeigt, dass eine tägliche Stunde Schulsport die Fitness enorm fördere. "Es passieren weniger Unfälle durch bessere Koordination. Das Schulklima wird besser, die Intelligenzleistungen verbessern sich, Aggressionen werden minimiert", zählt Wolfgang Sigloch auf.

Immerhin: Die Situation des Schulsports wird sich schon bald klarer darstellen lassen. Bis Ende 2004 werden erste Ergebnisse der jetzt begonnenen bundesweiten "Untersuchung der aktuellen Situation des Schulsports in Deutschland" vorliegen, die vom DSB und der Deutschen Sportjugend in Auftrag gegeben wurde. Manfred von Richthofen sieht damit Bewegung in die Debatte mit der Politik kommen. "Wir erhoffen uns von der Studie eine deutliche Signalwirkung", sagt er. Vielleicht auch für die Medaillenspiegel kommender Generationen.
 

"Fit sein macht Schule"die aktuelle Fitnessstudie

 


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Thüringische Landeszeitung 18.8. 2003

Salsa-Aerobic beliebter als Barren und Reck

»Frisch, fromm, fröhlich, frei«. Unter diesem Motto erfand Friedrich Ludwig Jahn (1778-1852) vor 200 Jahren in Neubrandenburg das Turnen. Er lockte die Jugend an Barren, Reck und Hanteln, eröffnete in Deutschland Turnplätze und initiierte die Turnbewegung. Im Jahr 2003 sind viele Turnarten aus der Zeit von Jahn unbeliebt, weil sie zu anstrengend sind.

Selbst einfache Turnübungen beherrschen viele junge Leute nicht mehr. Fun-Sportarten liegen mehr im Trend. Andererseits meldet der Deutsche Turnerbund seit seiner Gründung 1845 Jahr für Jahr steigende Mitgliederzahlen. Derzeit sind es fünf Millionen Mitglieder in mehr als 20 000 Vereinen.

Vor genau 200 Jahren begann Jahn seinen Job als Hauslehrer bei einem Baron in Neubrandenburg. Der junge Lehrer wanderte, schwamm und turnte viel mit den Söhnen des Hauses. Bei den Unternehmungen scharten sich mehr und mehr Jungen um ihn. So »erfand« er den gemeinschaftlichen Turnsport. Die Bewegung, die Jahn in den Jahren danach ausbaute, kannte keine sozialen Schranken: An Barren und Reck waren Standesunterschiede aufgehoben, mühten sich Adlige und Bürgerliche gemeinsam ab.

Im Turnen sah Jahn eine Möglichkeit, während der napoleonischen Herrschaft die »Kraft des Volkes« zu stärken. 1811 richtete er in der Berliner Hasenheide den ersten Turnplatz ein. Zu seinen Übungen zählten Fechten, Schwimmen, Laufen, Spiel und Tanz. 1816 erschien sein Buch »Die Deutsche Turnkunst«. 1848 wurde Jahn in die Deutsche Nationalversammlung gewählt. Vier Jahre später starb er in Freyburg an der Unstrut in Sachsen-Anhalt.

»Jahn ist der Begründer des Turnens wie Daimler der Erfinder vom Benz«, sagt Dieter Donnermeyer vom Deutschen Turnerbund. »Aber das Turnen hat sich wie das Auto weiterentwickelt. Und nur ein Bruchteil unserer Mitglieder wird etwas mit Jahn anfangen können.« Noch immer bieten zwar die Turnvereine das ursprüngliche Turnen an - doch beliebter sind modernere Bewegungsformen, wie Aerobic und Salsa- Aerobic. »Es gibt viele Lifestyle-Sportarten, die mehr Spaß machen als das Gerätturnen, das oft weh tut«, berichtet Donnermeyer.

»Turnen heißt, ich muss mich quälen«, meint Wolfgang Remer, Präsident des Landessportbundes Mecklenburg-Vorpommern. »Aber in unserer Gesellschaft muss alles Spaß machen. Deshalb ist Turnen out.« Selbst beim Schulsport werde nur noch wenig geturnt. Oft würden solche Lehrer Sport unterrichten, die dafür gar nicht ausgebildet sind; etwa Mathe- und Physiklehrer: »Turnen findet oft gar nicht mehr statt, weil der Lehrer nicht weiß, wie man die Geräte aufbaut«, sagt der Sportbundpräsident.

Die Bewegungsfreunde scheint die Jüngsten der Gesellschaft in zwei Extrem-Gruppen zu splitten: Die Zahl bewegungsfauler Kinder steige, ebenso aber auch die Zahl der Kinder in den Turnvereinen, sagt Donnermeyer. 1,7 Millionen Kinder bis 14 Jahre sind in einem Verein des Deutschen Turnerbunds. »Die Eltern geben ihre Kinder in die Vereine, weil sie dort gut aufgehoben sind«, meint der Turnerbund- Sprecher.

»Es muss einen schon erschrecken, wenn man lesen muss, dass es Kinder gibt, die keinen Purzelbaum mehr können«, gibt zugleich Bundesfamilienministerin Renate Schmidt zu Bedenken. Sie hat beobachtet, dass junge Leute immer unsportlicher werden. »Das ist kein Problem mehr, dass zu vernachlässigen ist!« Kinder in Deutschland hätten eine zunehmend schlechtere Kondition, sagt der Leiter des Instituts für Trainingstherapie und medizinisches Gesundheitsmanagement »Physiotec«, Harald Maier. Kraft und Beweglichkeit von Rücken und Bauch gingen immer mehr zurück

Problematik des Turnens im Schulsport
Gerätturnen und Computer

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Nordwest-Zeitung 2.8. 2003
Durch Daten Leben retten
Zahl der Schwimmer sinkt
Statistiken können informieren, erschrecken, aber vor allem langweilen. Kein Zweifel: Es gibt zu viele Statistiken. Um so überraschender ist die Tatsache, dass für einen besonders im Küstengebiet (überlebens-)notwendigen Bereich so gut wie kein verwertbares Zahlenmaterial existiert. Der Alarm, den die Deutsche Lebens-Rettungs- Gesellschaft (DLRG) in dieser Woche in der Region schlug, weist deutlich auf das Problem hin: Man weiß, dass die Zahl der Schwimmer kontinuierlich abnimmt, dass immer weniger Kinder lernen, sich im nassen Element zu bewegen. Objektives Zahlenmaterial dafür gibt es aber nicht. Geradezu lebensgefährlich stellt sich dieser Daten-Mangel im Schulsport dar. Die Rahmenrichtlinien des Kultusministeriums besagen eindeutig, dass jede Schülerin und jeder Schüler in der Grundschule bis zum Abschluss des vierten Schuljahres das Schwimmen gelernt haben soll. Vorzugsweise in der dritten und vierten Klasse soll wöchentlich mindestens eine Stunde  Schwimmunterricht erteilt werden. Das gilt im Bezirk zurzeit für 50 000 Schülerinnen und Schüler dieser Klassen.

Angesichts schrumpfender Schwimmstätten-Bestände oder/und mangels entsprechend ausgebildeter Lehrer fällt der Unterricht häufig aus. Da die Schulen weder über die Anzahl der nach der 4. Klasse schwimmfähigen Schüler noch über ausgefallenen Unterricht Buch führen müssen, ist der tatsächliche Fehlbedarf nicht erkennbar. Schulaufsichtsbehörde oder Ministerium können nicht eingreifen und gezielt gegensteuern.

Dabei wäre die Einführung einer klassenweisen Statistik (kinder-)leicht. Sie könnte den Verantwortlichen einschließlich der Eltern die Augen öffnen darüber, was den Kindern an lebensnotwendigem Rüstzeug in der Grundschule bereits mitgegeben worden ist und wo an weiterführenden Schulen im Schwimmunterricht noch nachzusetzen ist. Ein einfacher Vermerk im Zeugnis nach der 4. Klasse könnte schon viel bewirken.

Schwimmen zu können, ist nicht nur ein Stück Kultur, sondern auch eine Lebensversicherung. Eine Lebensversicherung, bei der die Rendite garantiert ist.

DLRG
Schwimmen, Wasserspringen, Spielen


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Westdeutsche zeitung 30.7. 2003

Rund 60 Prozent der Heranwachsenden haben Haltungsschwächen

Bad Füssing. Bis zu 60 Prozent der Kinder und Jugendlichen haben Wissenschaftlern zufolge Haltungsschwächen. Jeder dritte Heranwachsende zwischen 7 und 17 Jahren klage über Kopf- und Rückenschmerzen, teilte die Bad Füssinger Medizinerin Meike Küster am Mittwoch mit.

Die Deutsche Gesellschaft für Physikalische Medizin und Rehabilitation (DGPMR) befürchtet, dass chronische Rückenschmerzen im Erwachsenenalter künftig noch öfter als bisher auftreten. Die Gesellschaft mit Sitz in Hannover und Jena hatte eine Studie Küsters an 200 bayerischen Schulkindern betreut.

Die Ärztin testete bei den Kindern insbesondere Kondition und Koordination sowie die Beweglichkeit der Wirbelsäule. Kein einziger Schüler habe die Leistung «Gut» oder «Sehr gut» erreicht, erklärte sie. «Insgesamt bewegen sich die Kinder viel zu wenig.»

Die DGPMR forderte, dass Kinder täglich mindestens 45 Minuten Sport treiben sollten - das sei die beste Prophylaxe gegen Rückenschmerzen. Dem Schulsport käme dabei eine herausragende Rolle zu. Durch ein breites Angebot könnten die Kinder erfahren, wie die Lebensqualität durch sportliche Aktivitäten zunehme.

Rückenschule im Unterricht
Karlsruher Rückenschule


 

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Aachener  Zeitung 24.7. 2003

HipHop-Projekt: Tanzen auf dem Stundenplan

Alsdorf. Yorgos Theodoridis ist begeistert von seinen Schülern. «Eins-zwei-drei-vier» gibt Theodoridis den Takt vor, und die Jungens und Mädels lassen Hüften, Bauch und Arme kreisen, voller Engagement und exakt so, wie es die Klänge aus der Stereoanlage vorgeben. Eine tolle Show ist das, und man vermutet nicht gleich, dass es hier vor allem um Dinge wie Pädagogik oder soziales Verhalten geht.

«HipHop-Projekt» nennt sich die Veranstaltung, zum fünften Mal machen sie das an der Elisabethschule für Lernbehinderte in Alsdorf, und 37 Schüler beteiligen sich, Jungen und Mädchen in etwa zu gleichen Anteilen.

Während Tanzpädagoge Theodoridis die Zwölf- bis 16-Jährigen durch die Turnhalle scheucht, erläutert Sportlehrerin Astrid Lauber, die Projektleiterin, das Konzept. «Das ist großes soziales Lernen», sagt Lauber.
«Wenn im Sportunterricht zum Beispiel Fußball gespielt wird, kommt es oft zu Aggressionen, weil der Sport zum Gegeneinander wird. Hier beim Tanzen ist alles ein großes Miteinander. Man sieht ja, mit welcher Begeisterung alle bei der Sache sind.»

Daniela Meise, die zwölf Jahre und das erste Mal dabei ist, bestätigt: «Das macht riesigen Spaß.» Gamse Arslan (15) ist schon zum vierten Mal dabei und «eine ganze Menge» hat sie dabei gelernt. Auch privat übt sie oft und sogar aufgetreten ist sie schon ein paarmal.

Zum Unterricht gehört das Tanzprojekt nicht, das Kommen ist also freiwillig, doch das tut dem Zustrom keinen Abbruch. HipHop, ein musikalischer US-Import, ist einfach «in», «natürlich finden alle auch die Musik klasse», erklärt Astrid Lauber, «aber im Mittelpunkt steht schon der Tanz».

Und weil die Schüler so begeistert bei der Sache sind, haben sie wohl gar nicht bemerkt, was für Musik ihnen Yorgos Theodoridis da teilweise untergemischt hat.

Bei der großen Abschlusspräsentation vor Lehrern, Eltern und Mitschülern tanzen die Jungen plötzlich zu Frank Sinatra und die Mädchen: zu Schwanensee. Spaß haben sie trotzdem alle.

Hip-Hop in der Schule


 

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Leipziger Volkszeitung 24. Juli 2003

Programm für mehr Sport und Bewegung in Kitas und Schulen

Dresden. Immer mehr Schüler in Sachsen haben Übergewicht. "Unsere Kinder werden immer dicker, haben vermehrt Haltungsschwächen und Sprachstörungen", sagte gestern Sozialministerin Helma Orosz (CDU). Sie kündigte ein Programm für mehr Sport und Bewegung in Kitas und Schulen an. Auch die Eltern seien nun gefordert.

Während 1997 nur 4,6 Prozent der Erstklässler Übergewicht hatten, so waren vier Jahre später als Fünftklässler bereits 15 Prozent betroffen. Inzwischen stieg auch der Anteil der übergewichtigen Einschüler auf 5,1 Prozent. Als dick gelten Kinder, die mehr als 20 Prozent vom normalen Körperindexmaß abweichen. Ursachen seien Bewegungsmangel und zu fetthaltige Nahrung, so Ministerin Orosz. Jungen und Mädchen sind gleichermaßen betroffen, häufiger jedoch Kinder von sozial schwachen Eltern. Viele Familien hätten sich auf Fastfood eingestellt, Kinder würden dann die Essgewohnheiten ihrer Eltern übernehmen. Angesichts der Gesundheitsrisiken im Erwachsenenalter wie Herzkrankheiten und Diabetes sei die Entwicklung "höchst beunruhigend", sagte Helma Orosz.

Um den Negativtrend zu durchbrechen, seien Ernährungsaufklärung und mehr spielerische Bewegung schon in Kindergärten nötig. Zudem soll ein Projektverbund aus Ministerien, Kassen und der TU Dresden mit zehn Schulen ein Konzept für gesundheitsfördernde Einrichtungen entwickeln. Ziel sei es, Sport, gesunde Ernährung, Suchtprävention und Stressbewältigung zu fördern. Die geeigneten Schulen werden im August ausgewählt. Es müssten aber auch Eltern mit gutem Beispiel vorangehen, forderte die Ministerin.

Einen drastischen Anstieg gibt es auch bei den Sprachstörungen. Fast ein Viertel der Erstklässler wiesen 2001 Probleme auf, 50 Prozent mehr als 1994. Schuld daran sei ein übermäßiger Medienkonsum wie Computerspielen und Fernsehen. In vielen Familien werde kaum noch miteinander gesprochen. Um Störungen der Schullaufbahn und des Sozialverhaltens zu verhindern, werde nach den Sommerferien in Kitas begonnen, Vierjährige in aufwändigen Tests auf ihr Sprachvermögen zu untersuchen.

Darüber hinaus haben immer mehr Kinder Haltungsschwächen. Der Anteil der betroffenen Fünftklässler wuchs von 7,3 auf 8,7 Prozent. Der Schulsport sei daher unverzichtbar.

"Fit sein macht Schule"die aktuelle Fitnessstudie

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Ärztezeitung 23.7. 2003

"Fit für Pisa" - Modellprojekt soll Grundschulkinder auf Trab bringen

Mediziner und Pädagogen schlagen seit längerer Zeit Alarm: Weil Kinder sich zu wenig bewegen und zu lange vor Computern und Fernsehapparaten sitzen, sind körperliche und psychosoziale Beeinträchtigungen häufig. Untersuchungen haben gezeigt, dass 20 Prozent der Schulkinder Übergewicht, 30 Prozent Haltungsschäden, 25 Prozent Herz-Kreislaufschwächen, 40 Prozent Koordinationsschwächen haben.

Mit dem Modellprojekt "Fit für Pisa" will der Göttinger Internist und Präventionsbeauftragte der Ärztekammer Niedersachsen, Dr. Thomas Suermann, jetzt gegen diese Entwicklung angehen: Ab dem kommenden Schuljahr bekommen die Eingangsklassen mehrerer Göttinger Grundschulen zusätzliche Sportstunden. Das Besondere daran: Der zusätzliche Unterricht wird privat finanziert.
 
Spiel, Spaß und Sport: 
Ein Göttinger Modellprojekt bietet 
Schülern an Grundschulen zusätzliche
Sportstunden an. 

Vier Grundschulen machen bei der Vergleichsstudie mit
Beteiligt sind die Ärztekammer und die Kassenärztliche Vereinigung, das Institut für Sportwissenschaft der Universität Göttingen, die Universitätskinderklinik, das Gesundheits- sowie das Sport- und Bäderamt der Stadt Göttingen, der Sportärztebund Niedersachsen, ein Sportverein sowie vier Göttinger Grundschulen.

Das Vorhaben ist als Vergleichsstudie angelegt: An drei Schulen wird das intensivierte Sportprogramm angeboten, an der vierten Einrichtung erhalten die Kinder dagegen das bislang übliche Sportangebot.

Ziel des auf fünf Jahre angelegten Projekts sei es, die körperliche Fitneß der Kinder zu verbessern und den Einfluß des Schulsports auf die kindliche Entwicklung zu untersuchen, sagt Suermann. Deshalb werden die 120 Kinder der beteiligten Grundschulen, die nach den Ferien im August eingeschult werden, regelmäßig auf ihren Gesundheitszustand, ihre motorische Entwicklung und ihre Befindlichkeit hin untersucht.
 

Wer sich bewegt, kann sich besser konzentrieren
Nicht nur für die körperliche Gesundheit der Schüler sei Bewegung wichtig, sagt Suermann: "Vermehrte Bewegung ist die Voraussetzung dafür, daß Kinder sich besser konzentrieren und lernen können." Leider hielten viele Eltern Bewegung nicht für so wichtig, häufig werde der Bewegungsdrang von Kindern abgeblockt. Auch an den Schulen würden die Kinder zu wenig auf Trab gebracht. Nicht selten fielen die zwei Sportstunden pro Woche aus, und wenn sie stattfinden, werde häufig nur Völkerball gespielt.

Die an "Fit für Pisa" beteiligten Kinder erhalten dagegen ein intensiviertes Programm mit wöchentlich fünf Sportstunden: "Es gibt einen strukturierten Unterricht, bei dem die Kinder auch neue Sportarten ausüben können", sagt Suermann. Die zusätzlichen Sportstunden werden von Sportstudenten und diplomierten Sportlehrern gegeben.

Das Fitnessprogramm soll sich im Sinne des Konzepts der "bewegten Schule" auf den gesamten Schulalltag erstrecken und so beispielsweise auch mehr Bewegung in die Pausen bringen.

Die Initiatoren erwarten dadurch auch ein insgesamt besseres Schulklima. Untersuchungen hätten gezeigt, dass Kinder, denen viel Sport und Bewegungsmöglichkeiten angeboten werde, viel lieber zur Schule gehen, sagt Suermann. Außerdem würden durch Sport auch Aggressionen abgebaut.

FAZIT
"Bewegung ist die Voraussetzung dafür, dass Kinder sich besser konzentrieren und lernen können", sagt der Göttinger Internist Dr. Thomas Suermann. Ab dem kommenden Schuljahr sollen deshalb für Schüler an Göttinger Grundschulen zusätzlich fünf Sportstunden angeboten werden. Das Modellprojekt "Fit für Pisa" finanziert sich aus Spendengeldern und ist auf fünf Jahre angelegt. Damit die Kinder bei der Sache bleiben, werden unter anderem auch neue Sportarten zum Ausprobieren angeboten.

"Fit sein macht Schule"die aktuelle Fitnessstudie
"Mehr Bewegung in die Schule"
Auswirkungen von Sport und Bewegung aufs Gehirn

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Wiesbadener Tagblatt 22.07.2003

Sportunterricht im Fitnesscenter
Rike Fischer studierte mit ihrer Klasse des Hessenkollegs Swiss-Training

Cheftrainer und Manager im Swiss-Center: Alexander Lehmann zeigt den Hessenkollegiaten Julien und Alex, wie man sich an den Kraftmaschinen richtig "anstellt".

Sportunterricht einmal anders: Die Klasse zwölf des Wiesbadener Hessenkollegs hat zweieinhalb Monate ihren regulären zweistündigen Sportunterricht im Fitnesscenter "Swiss-Training" durchgeführt.

Die Idee zu diesem Projekt entstand Anfang Mai im Gespräch mit den Verantwortlichen des Centers, die bereitwillig ihre Kooperation anboten, und den Absolventen des Hessenkollegs unter der Leitung von Rike Fischer. Die Sport- und Englischlehrerin ist selbst Fitnesstrainerin. Klaus Becker, der Leiter des Swiss-Centers, sowie Cheftrainer und Manager Alexander Lehmann boten einmal wöchentlich bis Ende Juli zwei Stunden betreuten Trainings zu einer symbolischen Aufwendungspauschale an.

Ziel des zwölfwöchigen Projektes war, Fitnesscenter kennen und kritisch bewerten zu lernen, verschiedene Trainingsmethoden auszuprobieren, sich individuelle Trainingsziele zu setzen und zu verwirklichen sowie in den Bereichen Kraft- und Ausdauertraining theoretische wie praktische Grundkenntnisse zu erwerben.

 "Die Notwendigkeit einer solchen unterrichtlichen Aufklärung", sagt Rike Fischer, "liegt in der Tatsache begründet, dass Fitnesscenter sich längst zu einem eigenständigen Sportbereich entwickelt haben und kontinuierlich an Einfluss gewinnen." Fitnesscenter würden aus vielfältigen Gründen aufgesucht: Sie dienten der Stressreduktion, der Gesundheit, der Selbstverschönerung und der Kontaktsuche. "Diese Verlockungen  bergen jedoch auch Gefahren, denen durch Aufklärung vorgebeugt werden kann."

Die Sportlehrerin bedauert, dass "Fitness" an Regelschulen in Hessen bisher nicht in den Pflichtkanon mit aufgenommen seien - im Gegensatz zu Sachsen-Anhalt, wo "Gesundheitsorientierte Fitness" seit 1999 für die Klassen 7 bis 13 als verbindliches Fach unterrichtet werde. Rike Fischer: "Fitness bedeutet Ausdauertraining zur Fettverbrennung und für das Herz-Kreislauf-System, Krafttraining und Stretching."

Das Projekt des Wiesbadener Hessenkollegs sah so aus: Einmal wöchentlich für zwei Stunden traf sich die Klasse nachmittags im Swiss-Center und wurde von drei Trainerinnen und der Lehrkraft betreut. Vor dem Training wärmten sich die Kollegiaten an den Ausdauergeräten auf und wurden anschließend mit individuellen Programmen an den Nautilus-Krafttrainingsmaschinen eingewiesen. Im Anschluss erfolgte Ausdauertraining zur Fettverbrennung und abschließendes Stretching. Sobald die Schüler selbstständig trainieren konnten und eingewiesen waren, fand jeweils vor dem Training ein halbstündiger theoretischer Unterricht durch die Lehrkraft statt. In diesen Theorie-Einheiten wurden die verschiedenen Ausrichtungen von Fitnesscentern verglichen, über die Ausbildung von Fitnesstrainerinnen informiert, die Rechte der Trainierenden besprochen, es wurden Grundkenntnisse über Trainingssteuerung und Trainingsmethoden vermittelt und der Umgang mit gängigen gesundheitlichen Problemen wie etwa Rückenschmerzen behandelt. Weiterhin erhielt die Klasse Einblick in verschiedene Aerobicformen und Rope Skipping, einer modernen von Musik begleiteten Art des Seilspringens.

Von den Trainierenden wurden im Verlauf des Projektes sowohl sportwissenschaftliche Kompetenz als auch bessere Fitness erworben. Das Projekt wurde von ihnen einstimmig als "sehr positiv" bewertet. Die Teilnehmenden fühlen sich befähigt, selbstständig zu urteilen und ihr Training gezielt zu gestalten. Auch der Beitrag zum Stressabbau wurde gelobt.

Rike Fischer leitet aus ihren Erfahrungen einen Wunsch ab: "Dass Fitness auch seinen Weg in die Regelschule findet und dass mehr Fitnesscenter mit Schulklassen kooperieren, um die Bevölkerung aufzuklären, bevor Frustration und Sportverletzungen auftreten."
 
 

Gesundheit und Fitness (Materialien/Übungen)
"Richtig Fit"(DSB)
 

Straubinger Tagblatt 19.7.2003

Der Bewegungsmangel ist erschreckend
Die Initiative proSchulsport setzt sich gegen weitere Stundenkürzungen ein
 
Landau. 24 Stunden hat ein Tag, neun davon verbringt der durchschnittliche Schüler im Liegen, weitere neun im Sitzen, fünf im Stehen und eine Stunde bleibt übrig für Bewegung. Eingerechnet in diese 60 Minuten sind alle Dinge der Alltagsmotorik wie der regelmäßige Gang zur Toilette.
Erschreckende Zahlen, die den Bewegungsmangel unserer Jugend verdeutlichen. Darauf wollte die Initiative proSchulsport aufmerksam machen mit einer Veranstaltung, die am Donnerstagabend im Glassaal des Kastenhofs kaum Beachtung fand.

Die Realität des Schulsports sieht heute so aus: Statt der in der Stundentafel verankerten vier Wochenstunden Sport werden im Landesdurchschnitt 2.52 Stunden Sport erteilt. Ab kommendem Schuljahr sollen an den Gymnasien nur noch zwei Pflichtsportstunden erteilt werden.

Sport aber ist ein anerkanntes Mittel zur Prävention von Gewalt, Kriminalität und Drogen, fördert neben Gesundheit Werte wie Fairness, Teamgeist, Integrationsfähigkeit und macht geistig fit. Deshalb fordern Ärzte, Wissenschaftler, Pädagogen, Lehrer und Eltern: Schulsport ist unverzichtbar.

Über den akuten Bewegungsmangel unserer Schüler machte sich Ministerialrat a.D. Ewald Wutz als stv. Vorsitzender des Deutschen Sportlehrerverbands Bayern schwerwiegende Gedanken. Muskel- und Haltungsschäden, Koordinationsschwierigkeiten, Herz- und Kreislaufbeschwerden, Übergewicht und auffälliges psychosoziales Verhalten unter den Heranwachsenden nehmen zu, sagte er. Konnten 1970 noch 93 Prozent der befragten Schüler einen Klimmzug machen, waren es 2000 erschreckende fünf Prozent. Zwischen den Jahren 1995 und 2000 musste eine signifikante Zunahme der grob- und feinmotorischen Defizite verzeichnet werden. Und in Zeiten, da Integration von Aussiedlern oder Ausländern zu Problemen führt, ist Sport als non-verbale Kommunikationsmöglichkeit durch Körpersprache unverzichtbar. Die Mehrzahl der Kinder zwischen zehn und 14 Jahren leiden bereits an Vorstufen der Verkalkung der Herzkranzgefäße, Altersdiabetes ist bei Jugendlichen auf dem Vormarsch, bestätigte auch der Sportmediziner Dr. Hans Hulla.

Für MdL Udo Egleder vom Landessportbeirat ist der Ausfall von wöchentlich 50.000 Stunden Schulsport an bayerischen Schulen ein gravierender Grund für die Nachwuchssorgen der Sportvereine. Vor allem der differenzierte Sportunterricht, der den Sparmaßnahmen der Regierung verstärkt zum Opfer fällt, bildete die Brücke zwischen Schulsport und Vereinen, und entzieht diesen die Basis an Nachwuchs.
Aufgefordert sind ebenfalls die Eltern, unterstreicht auch der 1. Vorsitzende von proSchulsport e.V., Herbert Baumgärtner. Sie sind als Anwälte der Kinder zuständig für mehr Bewegung. Laut Egleder soll eine ähnliche Veranstaltung zu einem späteren Zeitpunkt folgen, denn die Thematik ist zu akut, um wegen Terminüberschneidungen oder zeitlicher Überbelastung der Angesprochenen zum Schuljahresende in Vergessenheit zu geraten.

Pro-Schulsport (Bayern)

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Thüringer Landeszeitung 19.7. 2003

Thüringen - "Jahr des Schulsports 2004" geplant

Sport macht und hält fit

Eichsfeld. (tlz) Bewegung, Spiel und Sport haben eine sehr hohe erzieherische, gesundheitsfördernde sowie für die geistige und körperliche Entwicklung der Jugend wichtige Funktion. Daher haben die schulsportlichen Wettbewerbe, die im Landkreis Eichsfeld sehr intensiv durchgeführt werden, zur Ergänzung des täglichen Sportunterrichts in den unterschiedlichen Schulformen einen hochrangigen Stellenwert. "Sie sind besonders wichtig angesichts des ständig steigenden Mangels an Bewegung beim Nachwuchs", erklärt der Eichsfelder Schulsport-Koordinator Eckhard Piornak.

Wichtiger Faktor

Sicherlich war diese Erkenntnis ein wichtiger Faktor bei der Entscheidung von Kultusminister Dr. Michael Krapp, das kommende Jahr nach 1999 in Thüringen wieder zum "Jahr des Schulsports 2004" zu deklarieren. Im Freistaat wird Dr. Krapp am 11. November in der Landeshauptstadt die zwölf Monate des Schulsports feierlich eröffnen, auf Kreisebene wird eine Ehrung bei den Kreismeisterschaften in der Leichtathletik der Altersklassen acht bis elf zwei Wochen später in der Leinefelder Lunaparkhalle erfolgen. "Dazu wollen wir einen aktuellen oder ehemaligen Prominenten der Leichtathletik einladen", erwähnt Piornak.

Zum zweiten Mal wird der "Tag des Sportabzeichens" am 27. Mai 2004 im Heiligenstädter Stadion durchgeführt. Im Beisein sportlicher und politischer Prominenz legte Ministerpräsident Dieter Althaus vor vier Jahren in der Kreisstadt als Kultusminister inmitten von annähernd 1000 Schülern aus Heiligenstadt, Geisleden und Uder vorbildhaft das Sportabzeichen ab. "Eine weitere Veranstaltung ist noch im ostthüringischen Zeulenroda geplant", erklärte Piornak nach einem Besuch mit dem Kreissportbund-Geschäftsführer Rigobert Gessner bei der Spitze des Landessportbundes mit dem Präsidenten Peter Gösel und dem Hauptgeschäftsführer Rolf Beilschmidt in Erfurt.

Neben dem "Tag des Sportabzeichens" werden noch weitere außerschulischen Großveranstaltungen wie das beliebte Sport-, Spiel- und Spaßfest der Grundschulen und Kindergärten, die 20 Kreisjugendspiele, der Eichsfelder Jugendtag sowie die Schulsport-Konferenz das "Jahr des Schulsports" inhaltlich füllen. "Aber auch die Schulen vor Ort sollen mit Einbeziehung der Schüler ihren Beitrag leisten", so Eckhard Piornak.

Das große Interesse an den schulsportlichen Wettbewerben aus Eichsfelder Sicht beweisen die Zahlen für das Schuljahr 2002/2003. Im Bundeswettbewerb "Jugend trainert für Olympia" kämpften 196 schulische Teams aus dem Kreis um den Einzug in die Regional-, Landes- und Bundesfinals. Daneben nahmen noch 3700 Eichsfelder Pennäler an insgesamt 31Þ schulsportlichen Wettbewerben teil, die vom Arbeitskreis Schulsport organisiert werden.

Schulsport in Thüringen


 

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Plattinger Anzeiger 17.7. 2003

Sportunterricht einmal anders

Flagfootball an Hauptschule Plattling
Schüler der siebten Klasse begeistert

Plattling. Am Mittwoch erwartete die Schüler der siebten Klassen an der Hauptschule Plattling eine Überraschung. Sportlehrer Richard Löschel machte es möglich, dass die American Football-Abteilung des TSV Natternberg einen zweistündigen Sportunterricht an der Hauptschule durchführen durfte, um den "kids" diese Sportart näher zu bringen.

Nach einer mündlichen Anfrage durch Spartenleiter Roland Ertl an der Hauptschule Plattling zeigte sich Löschel, der selbst Mitglied beim TSV ist, sofort bereit, im Rahmen des Sportunterrichts eine Flagfootball-Übungsstunde durchzuführen. Über 40 Schüler erschienen daraufhin, um mehr über Football zu erfahren. Flagfootball ist die kontaktarme Variante des American Football. Die Jugendlichen benötigen hierzu keinerlei Ausrüstung. Ihnen wird lediglich ein Gürtel umgebunden mit zwei seitlich herabhängenden Fähnchen. Der Ballträger wird also nicht wie in der Tacklevariante mittels Körpereinsatz gestoppt, sondern durch Geschicklichkeit, indem man dem Gegner eines der Fähnchen aus dem Gürtel zieht.

Um die Jugendlichen nicht durch theoretische Erklärungen zu ermüden, wurde ihnen mittels "Learning by doing" die Sportart binnen zwei Stunden nahe gebracht, so dass am Ende sogar noch ein richtiges Spiel stattfand. Begriffe wie "Quarterback", "Running back" oder "Offensive Line" waren für die Schüler bald keine Fremdwörter mehr.

Dass es sogar zu einigen beeindruckenden und sehenswerten "Touch downs" kam, übertraf sogar die Erwartungen der Trainer. Auch die Mädchen waren anfangs verblüfft, dass sie mitspielen durften. Football sei nur was für Jungs, war das meistgehörteste Argument. Doch nach einigen Minuten "Aufwärmphase" waren auch sie mit vollem Eifer dabei und ließen manchen Jungen "alt" aussehen.

Zum Schluss wurde ihnen noch Ausrüstungsgegenstände gezeigt und Fragen beantwortet. Nach einem gemeinsamen Gruppenfoto verabschiedeten sich die Schüler in den Unterricht. Die "Black Hawks" bedanken sich nochmals bei Rektor Alois Bachmeier und Sportlehrer Richard Löschel, die den Unterricht ermöglicht hatten.

Flagfootball in der Schule
Flagfootball und Schule


 

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Backnanger Zeitung 17.7. 2003

Schwitzen für die Gruppe ist "geil, Mann"

650 Kinder in 130 Staffeln aus 11 Schulen beweisen reichlich Energie beim Halbmarathon des Projekts Power ohne Fäuste.

Nicht nur die Reaktion der Sechstklässler der Backnanger Max-Eyth-Realschule fiel eindeutig aus. Die Halbmarathon-Staffel im Rahmen der Reihe Sport macht Freunde des Gewaltpräventionsprojekts Power ohne Fäuste war auch für einen anderen der 650 Schüler einfach nur "geil, Mann". Und das, obwohl im Stadion des Weissacher Bildungszentrums tropische Temperaturen herrschten. Der Lauf-Begeisterung tat jedoch selbst der in Strömen fließende Schweiß keinerlei Abbruch.

16 Schulen aus Backnang und Umgebung beteiligen sich seit zwei Jahren an Power ohne Fäuste (wir berichteten). Ziele des Präventionsprojekts für Schüler der Klassenstufen fünf bis acht sind unter anderem: Eindämmung von Gewalt von Kindern und Jugendlichen; Stärkung der Mädchen und Jungen, denen gewaltähnliche Handlungsweisen eher fremd sind; schulartübergreifender und regionaler Ansatz als Gewährträger für erfolgreiche Präventionsarbeit; Aufklärungsarbeit gegenüber Schüler, Eltern und Lehrkräften; Nachhaltigkeit in der Gewaltprävention durch unterschiedlichste Angebote wie beispielsweise jüngst das Musical Game over, gestern die HalbmarathonStaffel und am Freitag, ab 9 Uhr, ein Volleyballturnier an der Backnanger Mörikeschule.

In Weissach ging es darum, dass eine Staffel aus fünf Kindern und Jugendlichen zwischen 11 und 14 Jahre insgesamt 21,1 Kilometer bewältigt. Dabei musste jeder Schüler den 1070 Meter langen Rundkurs viermal durchlaufen. Wer dachte, dass die Jungs und Mädels null Bock auf so viel Stress haben, täuschte sich: Chef-Organisatorin Birgit Thürmer und ihr Lehrerteam vom Weissacher Bildungszentrum und der Backnanger Max-Eyth-Realschule hatten bereits im Vorfeld eine Mammutaufgabe zu bewältigen. 650 Kinder in 130 Teams aus 11 Schulen bevölkerten das Bize-Stadion. Die Nachwuchssportler bewiesen, dass sie sich absprechen sowie Regeln beachten können und dass sie bereit sind, ihre physischen sowie psychischen Stärken und Schwächen kennen zu lernen. Damit waren die drei Ziele erreicht, die sich die Veranstalter gesteckt hatten.

Schüler überraschen ihren Lehrer positiv

Für Klaus Digel, Lehrer der Backnanger Max-Eyth-Realschule und Ende der siebziger, Anfang der achtziger Jahre zur Spitze der deutschen 800-Meter-Läufer zählend, war dies keine Überraschung. Seit zwei Jahren misst der frühere Mittelstreckler dem Laufen im Sportunterricht mehr Bedeutung bei, dabei den Vorteil nutzend, "dass wir im Karl-EuerleStadion eine Rundbahn haben". Beispielsweise müssen die Schüler der Klassen fünf bis sieben 4000 Meter bewältigen. Für die Acht- bis Zehntklässler stehen 6000 Meter auf dem Stundenplan. Sportschwache Kinder dürfen wählen, ob sie 4 000 oder 6000 Meter laufen und erhalten dann mindestens die Note 3 oder 4. "Während man manche Kinder zum Reckturnen fast schon prügeln muss, sind sie beim Laufen mit Begeisterung dabei", hat Digel festgestellt und fügt hinzu: "Es gibt mittlerweile sogar Schüler, die laufen im Unterricht freiwillig 10000 Meter." Selbst für einen, der bei deutschen Meisterschaften viermal Sechster über 800 Meter wurde, kam diese Bereitschaft überraschend: "Das hätte ich mir nie vorstellen können."
 
 

Leichtathletik in der Schule


 

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Pressemitteilung
Niedersäschsisches Kultusministerium 16.7.2003

 "Athletik kinderleicht!"

Gemeinsam für mehr Bewegung an den Schulen sorgen
Kultusministerium und Leichtathletik-Verband verabreden intensive Kooperation

 "Athletik kinderleicht!", war das Motto einer gemeinsamen Tagung des Niedersächsischen Kultusministeriums und des Niedersächsischen Leichtathletik-Verbands (NLV). Jüngste Studien weisen auf einen deutlich zunehmenden Bewegungsmangel bei Kindern und Jugendlichen hin. "Auch der Schulsport ist aufgerufen, sich damit auseinanderzusetzen", erklärte Kultusminister Bernd Busemann. Wenn etwa die Bundeswehr einen viel zu hohen Anteil übergewichtiger Soldaten melde, unterstreiche das, wie wichtig eine früh einsetzende und konsequent weitergeführte Sportförderung sei. "Die moderne Freizeit- und Konsumgesellschaft bringt zwar immer neue Trend- und Extremsportarten hervor. Sie fördert aber auch Bewegungsarmut und Passivität. Dem müssen wir gemeinsam entgegenwirken", so Busemann weiter. Neben der Gesundheitsvorsorge müsse auch der Bedeutung des Sportunterrichts für die wichtigen Bereiche Sozialkompetenz und Handlungskompetenz ein hoher Stellenwert beigemessen werden.

Vor allem in der Sportlehrerausbildung und in der Fortbildung der Sportlehrkräfte könnten neue Akzente in einer intensiven Kooperation mit dem NLV gesetzt werden. Der Verband bietet seine Erfahrungen bei altersgerechten und zielgruppenorientierten Aktionen wie "Fun in athletics" an, unterstützt Schulen bei der Durchführung witziger und spannender Sportfeste und stellt einen Pool an Referentinnen und Referenten zur Verfügung, die in Fortbildungen eingesetzt werden können.

In Niedersachsen laufen bereits verschiedene erfolgreiche Kooperationen, so z. B. an den Hochschulstandorten Oldenburg, Hannover und Osnabrück. Das Niedersächsische Kultusministerium verwies in diesem Zusammenhang auf die stark nachgefragte Broschüre "Sportunterricht in Bewegung: 222 Ideen und Anregungen für die Klassen 1-6", die im Buchhandel erhältlich ist. Klaus Jakobs, Präsidiumsbeauftragter des NLV, unterstrich, dass der Sportunterricht an Schulen wieder stärker die Kinder auffordern müsse, sich zu bewegen. Attraktive Sport- und Spielgeräte könnten dabei motivieren. "Kinder und Jugendliche sind laufend unterwegs. Wir wollen sie dabei unterstützen und durch verstärkte Kooperation zwischen Hochschule, Verband und Schulbehörden für mehr Bewegung an den Schulen sorgen!", lautete das gemeinsame Fazit.
 
 
 

Leichtathletik in der Schule


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Südkurier 16.7. 2003

Judo-Unterricht hält Einzug in den Schulsport
Pilotprojekt an der Pestalozzi-Hauptschule soll auch soziale Werte vermitteln

Friedrichshafen - Als erste Schule im Bodenseekreis wagte sich die Pestalozzi-Hauptschule in Friedrichshafen an das Experiment "Judo als Schulsport". 35 Kinder und Jugendliche lernen seit Herbst 2002 im Sportunterricht unter Anleitung ihrer beiden Trainer Claudia Colas und Hans Peter Heilig Judo.

Ein großes Augenmerk wird dabei, neben dem sportlichen Aspekt, von beiden Trainern auf die Vermittlung judospezifischer Werte gelegt. Denn Judo ist nicht nur eine Kampfkunst, sondern auch eine Lebensphilosophie. Werte wie Freundschaft, Hilfsbereitschaft, Respekt, Disziplin und Bescheidenheit, um nur einige zu nennen, werden den Schülern erklärt und vermittelt, um ihnen richtungsweisende Anhaltspunkte für soziales Verhalten zu geben. Keine andere Sportart sei laut Heilig hierfür prädestinierter als Judo, in der eine Vielzahl philosophischer Betrachtungen fernöstlicher Denkensweise verankert sind. Allein die der Ausübung dieses Sports zugrundeliegenden Zeremonien, wie das Verbeugen vor dem Gegner als Zeichen des gegenseitigen Respekts und der Ehrerbietung machen diese Sportart so einzigartig und erzieherisch wertvoll.

Dennoch wird im Dojo der Bodenseesporthalle aber auch geschwitzt. Hauptaugenmerk beim Vermitteln der Würfe, Hebel, Halte- und Würgegriffe, wird von beiden Trainern auf eine saubere und exakte Technik gelegt. Denn nur, wer seine Techniken beherrscht, wird sich selbst damit zum Sieg führen. Dass dieses Konzept aufgeht, haben Norman Ziemdorf, Dieter Ott und Ralf Würzebesser bewiesen, die vor wenigen Tagen zusammen mit weiteren Prüflingen des Judo und JuJutsu Clubs Friedrichshafen (ehemals VfB Friedrichshafen, Abteilung Judo) die Prüfung zum 8. Kyu (weiß/gelber Gürtel) mit hervorragenden Leistungen abschlossen.

In punkto "Judo als Schulsport" und der damit verbundenen Gewaltprävention an Schulen gebe es, so Heilig, einen bemerkenswerten Satz des Vaters des Judo, Jigoro Kano: "Auch ein Weg von 1000 Meilen beginnt mit einem Schritt." Die Pestalozzi-Hauptschule Friedrichshafen hat diesen ersten Schritt getan.

Judo-Praxis
Kämpfen im Sportunterricht


 
 
 

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DSB-News 15.07.2003
 

Der Deutsche Fußball-Bund animiert Schulen zur Fantasie
 
In das Projekt „Schulen zeigen Fantasie“ wird der Deutsche Fußball-Bund (DFB) nach den Sommerferien bis zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 rund 3,5 Millionen Euro investieren. Kinder und Jugendliche in Grundschulen und weiterführenden Schulen sollen mit dieser Kampagne angeregt werden, sich kreativ mit der WM auseinander zu setzen.
Neben dem künstlerischen steht auch ein fußballerischer Wettbewerb auf dem Programm.
Die Besten werden mit Preisen rund um die WM ausgezeichnet.
Deutscher Sportbund
Deutscher Fußballbund

Fußball d21 - "Raus und Spielen"


 

 
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WAZ 14.7. 2003

Eine andere Sportstunde

Kung Fu in der Schule
Wenn´s um Selbstverteidigung geht, muss jeder Handgriff sitzen - doch manchmal ist schon das Anpusten des Gegners die halbe Miete: Ein Crashkurs in Kung Fu bringt einen zum Staunen, hier und da zum Lachen, aber ganz besonders ins Schwitzen.

 
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Wovon sich die Schüler der Klasse 4a der Städtischen Evangelischen Grundschule Neviges gestern überzeugen konnten. Statt Fußball oder Turnen stand im Sportunterricht eine Einführung in fernöstliche Kampfkunst auf dem Stundenplan. Thomas Malz, Inhaber einer Schule für Shaolin-Kung Fu in Langenberg, fungierte als Lehrmeister. 

"Ha!" - Ein Schrei, der die Zehnjährigen zusammenzucken lässt. Malz demonstriert lautstark, wie chinesische Kämpfer ihre Trainingseinheiten geräuschvoll untermalen. Was aber hier, in der Turnhalle der Grundschule, nicht zur Regel werden soll. Statt dessen gilt: "Richtig ausatmen!" Ein Dampflok-artiges Schnaufen ertönt, als die zehn Mädchen und neun Jungen zu einer Trockenübung übergehen: Nach links drehen, "wischen" mit der linken Hand, fausten mit der rechten - teils recht flüssig, teils noch ein wenig unkoordiniert, was die Schüler hier präsentieren.

Doch bevor sie sich der Seele des Shaolin-Kung Fu nähern durften, mussten sie erst ihre Körper in Form bringen. Denn Aufwärmübungen sind auch beim "Ausrichten einer guten Arbeit" (denn nichts anderes bedeutet "Kung Fu") unerlässlich: Vom Hüften kreisen lassen, das für Kichern sorgt, bis zum Rumpfbeugen.

"Die haben morgen alle Muskelkater", kommentiert Sportlehrerin Karin Gockeln-Lenga lachend die Bemühungen ihrer Schützlinge. "Die neuen Sport-Richtlinien sehen auch Kämpfen und Ringen vor", erklärt die Pädagogin. Weshalb es interessant sei, mal in solch eine Kampfsportart reinschnuppern zu können.

Kampf hin oder her - am besten, es kommt gar nicht erst dazu: Kung Fu dient allein der Abwehr von tätlichen Angriffen, niemals offensiver Gewalt, was Malz mit Assistentin Sarah, die seit zwei Jahren seine Schule besucht, demonstriert: Etwa mittels eines Zeitlupen-Tritts vors Schienbein. "Aber das tut doch weh!": Eine Mischung aus Staunen und Protest regt sich bei den Viertklässlern. Manchmal, erklärt Malz hinzu, reiche es schon, dem Gegner ins Gesicht zu pusten, um ihn aus dem Konzept zu bringen. Und ihn dann mit ein paar anderen Griffen und Kniffen zur Räson zu bringen.

Eine etwas andere Sportstunde also, die für die Grundschüler keine Eintagsfliege bleiben soll.
 
 
 

Grundschulspraxis Kämpfen
Kämpfen im Sportunterricht


 

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Gießener Anzeiger 14.7. 2003

Frühe Förderung enorm wichtig
„Mehr Bewegung für Kinder“ in Grünberg:
Viele Mitmachangebote – Ertragreiche Diskussionen – Faktor Spaß entscheidet

GRÜNBERG  „Mehr Bewegung für Kinder“: Unter diesem Motto stand am Wochenende in Grünberg zum vierten Mal ein regionaler Aktionstag zur Förderung von Sport und Bewegung bei Jugendlichen. Diesmal beschränkten sich die Veranstalter nicht allein auf kluge Fachreferate hinter verschlossenen Türen, sondern praktizierten Bürgernähe: Sie boten außer Vorträgen im Barfüßer-Kloster und in der Theo-Koch-Schule auch Aktionen vor dem Grünberger Rathaus und Mitmachangebote in der Sporthalle.

Veranstalter waren das Bildungswerk des Landessportbundes Hessen und der Sportkreis Gießen. „Auch wenn sich eine positive Entwicklung abzuzeichnen beginnt, muss gegen das Bewegungsdefizit der Kinder dringend etwas unternommen werden. Am besten sollte man diese Problematik mit vereinten Kräften von Eltern, Sportvereinen, Erziehern und Schulsportlehrern angehen“, sagte die Leiterin des Bildungswerks, Sabine Roth. Die Folgen von Bewegungsmangel klingen wie eine volksgesundheitliche Katastrophe: Jedes fünfte Kind ist übergewichtig, ein Drittel hat Haltungsschäden und ein weiteres Drittel psychomotorische Störungen. Dazu kommen Kreislaufprobleme, Muskelschwäche, Defizite in der Persönlichkeitsentwicklung, fehlende Sinnesschulung und Unfähigkeit, mit sozialen Konflikten umzugehen.

Auf Gymnastikbällen sitzend, sprachen Sabine Roth sowie Bildungswerk-Referent Frank Obst-Kitzmüller, Sportkreis-Vorsitzender Heinz Zielinski, Sportpsychologe Jörn Munzert (Universität Gießen) und Bürgermeisterkandidat Klaus Peter Kreuder (zugleich Leiter der Basketballabteilung beim TSV-Grünberg) über die vielfältigen Probleme und deren mögliche Lösungen. Es sei sehr schade, dass man sich mit diesen Fragen beschäftigen müsse, da es doch eine Selbstverständlichkeit sein sollte, dass die Kinder sich bewegen, austoben und miteinander spielen, stellten die Diskussionspartner fest. Übereinstimmend wurde dann die Lösung für die Verbesserung der Situation gefunden: Frühe und qualifizierte Bewegungsförderung noch im Vorschulalter solle den Kindern zu den „motorischen Basiskompetenzen“ verhelfen.

Obst-Kitzmüller erklärte, „die motorische Entwicklung eines Kindes beginnt direkt nach der Geburt und nicht irgendwann im Sportunterricht der Grundschule“. Schon im zehnjährigen Alter sei es sehr schwierig,die Bewegungskompetenz nachzuholen, die in der frühen Kindheit nicht ausreichend gefördert wurde. Einig waren sich die Diskussionsteilnehmer auch darüber, dass die Kinder eine andere Sicht auf sportliche Betätigung haben als die Erwachsenen. „Einem sechsjährigen Kind könne man nicht erzählen, es solle Sport treiben, um gesund zu bleiben“, sagte Munzert. „Kinder wollen schlicht Spaß an ihrer Bewegung haben.“ Zum Abschluss des Gesprächs, dem fast ausschließlich weibliche Zuschauer die Aufmerksamkeit schenkten, bilanzierte Zielinski: „Bewegung ist das Tor für die allgemeine Entwicklung der Kinder, alles andere kommt von selbst.“ Sport und Bewegung seien deshalb „viel wichtiger als Englisch oder Mathe“. Zum Glück bessere sich die Situation zunehmend, „solche Aktionstage tragen unumstritten dazu bei“, so Zielinski...
 

"Mehr Bewegung in die Schule"
Auswirkungen von Sport und Bewegung aufs Gehirn

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Gießener Anzeiger 14.7. 2003

Bewegungsmangel ist auch schuld an Unfällen
Erfahrener Motopädagoge Jonny Kiphard zu Gast in Grünberg

GRÜNBERG (jr). Es gibt Kinder, die können keinen Purzelbaum schlagen. Andere wissen nicht, wie sie sich auf eine Schaukel zu setzen haben oder wie sie ihren Körper auf einen Schlitten oder Rollwagen legen sollen. „Ganz selbstverständliche Bewegungsabläufe können manche Kinder heute nicht mehr ausführen“, bedauerte Ernst Jonny Kiphard. Der 80-jährige emeritierte Professor des Instituts für Sportwissenschaft der Universität Frankfurt war am Wochenende „Stargast“ des 4. Aktionstages „Mehr Bewegung für Kinder“ in Grünberg.

Kiphard, früher auch Akrobat, Artist und Zauberer, referierte vor rund 50 Erziehern, Pädagogen und Sportübungsleitern in der Halle der Theo-Koch-Schule und ließ zur Begrüßung der Zuhörer ein Papiertaschentuch in seiner Hand verschwinden, um es aus dem Mund wieder hervorzuholen.

Danach benutzte er allerdings seinen Mund zum Reden – langsam und bedächtig, mit seinem weißen Haar beinahe an den Zauberer Gandalf aus dem „Herrn der Ringe“ erinnernd. Kiphard, Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande, wurde nicht müde, Freude und Humor als die beiden wichtigsten Voraussetzungen für erfolgreiches (Bewegungs-) Lernen in den Vordergrund zu stellen. „Wer fröhlich ist, lernt besser.“ Und: „Wer sich nicht mehr für etwas begeistern kann, dessen Seele bekommt Runzeln“, zitierte er Albert Schweitzer. Kiphard bemängelte, dass Bewegung bei vielen jungen Menschen zu sehr vernachlässigt wird: „Dies ist ein Jammer, denn sie ist der Motor für die Gesamtentwicklung.“ Für einige Menschen im Büro sei schon das Herumrollen auf ihren Schreibtischstühlen die einzige Bewegung. So verwundere es nicht, dass viele Unfälle – auch schon im Kindergarten- auf einen Mangel an Bewegungserfahrung zurückzuführen seien.

In der anschließenden Diskussion betonte die Vorsitzende des Landeselternbeirats Hessen, Sibylle Goldacker, die wichtige Bedeutung des Schulsports für das Lernen: „Bewegung und Sport machen den Kopf frei, und nur in einen freien Kopf bekommt man etwas hinein.“ Lehrer Karl-Heinz Schneider, an dessen Friedrich-Ebert-Schule seit zwölf Jahren schon das Projekt „Täglicher Sportunterricht für alle Schüler“ läuft, berichtete, dass seine Schüler alle gerne in die Schule gehen und sie trotz des im Stundenplan von Fächern wie Deutsch oder Sachkunde „abgezwackten“ Sportunterrichts nicht leistungsschwächer seien als Schüler anderer Schulen. Sabine Roth versicherte als Geschäftsführerin des Bildungswerkes des Landessportbundes Hessen, dass ihre Institution in Sachen Schulung und Weiterbildung alles tun werde, um Pädagogen, Übungsleitern und Erziehern gute Instrumente an die Hand zu geben, von denen Kinder beim Sport- und Bewegungsunterricht profitieren könnten.
 

"Mehr Bewegung in die Schule"
Auswirkungen von Sport und Bewegung aufs Gehirn


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Gießener Anzeiger 12.7. 2003

Aktionswoche Schulsport in Grünberg gestartet
Gute Laune

GRÜNBERG Ein herrliches Bild bot sich bei strahlend blauem Wetter auf dem Schulhof der Theo-Koch-Schule in Grünberg: Pünktlich um 10 Uhr stiegen 16 Brieftauben sowie über 100 bunte Luftballons in den Himmel und bildeten farbig-bewegte Tupfer vor dem leuchtenden Horizont.

Es war der offizielle Startschuss zur „Aktionswoche Schulsport in Hessen“, die nun für die nächsten sieben Tage die Schülerinnen und Schüler der Gallusstadt in Atem halten wird. Die Kinder waren naturgemäß schon seit dem frühen Morgen bester Laune, denn für sie fällt nun der normale „Büffelstress“ bis zu den Sommerferien flach. Stattdessen stehen Sport und Bewegung im Mittelpunkt. „Das ist viel besser als Unterricht und macht viel Spaß“, freute sich der 16-jährige Jonas. Die 15-jährige Nina pflichtet ihm bei: „Die Sportwoche ist eine coole Aktion, die könnte von mir aus öfters im Jahr stattfinden.“ Viele Workshopangebote,von Akrobatik, Reiten, Golf, Tanz, Streetball, Tennis, Inlinern und Turm- und Wasserspringen sorgen in den kommenden Tagen für Spaß und Kurzweil. Auch Spiel, Musik und Tanz wird geboten, da auch musische und künstlerische Begabung bei den Schülern gefördert werden soll.

Den Bogen zurück zum Unterricht spann dann Landrat Willi Marx in seiner Begrüßungsansprache: „Wenn Sport in der Schule richtig Spaß macht, macht gelegentlich sogar Mathe Spaß“, erklärte er den Schülern. Neben Marx wohnten auch Grünbergs Bürgermeister Siegbert Damaschke, die erste Vorsitzende des TSV Grünberg, Ursel Repp, Schulleiter Herbert Stündl und der Abteilungsleiter im Kultusministerium, Jürgen Will, der Eröffnungszeremonie bei.

„Die Aktionswoche soll die Schüler zum Sport motivieren und Schwung auch auf andere Landkreise übertragen“, formulierte Will die Ziele der Aktion, für die Kultusministerin Karin Wolff und Landessportbund-Präsident Rolf Müller die Schirmherrschaft übernommen haben. In den letzten beiden Jahren wurde die Aktionswoche Schulsport bereits mit gutem Erfolg in Rheinland-Pfalz und in Brandenburg durchgeführt.
 
 

Der Sporttag als Bewegungsevent
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Erlanger Nachrichten 12.7. 2003

Schulsportfeste sollen moderner und attraktiver werden

Freude am Schulsport
„Fitteste Schulklasse“ — Konzept zweier Erlanger Sportlehrer

Allen Widrigkeiten zum Trotz — wie Kürzung des Unterrichtsumfangs oder der allgemein um sich greifenden Bewegungs-Müdigkeit — versuchen manche Sportlehrer, den Schulsport moderner und attraktiver zu gestalten. Aktuelle Beispiele sind die alljährlichen Sportfeste der Schulen.

An der Werner-von-Siemens-Realschule Erlangen erprobt und nächste Woche auf einem Multiplikatoren-Lehrgang vorgestellt wird das Konzept der „fittesten Schulklasse“, wobei das Schulsportfest unter dem Motto „bewegte, sportliche Schule“ steht. Bei einem Spielefest wird dabei in Form eines Klassenwettbewerbs die sportlichste Schulklasse herausgefunden.

„Es handelt sich um den Versuch“, erläutert Harald David, „Wettkampf, Leistung und spielerische Elemente in der Leichtathletik miteinander zu einem für alle Schülerinnen, Schüler, Eltern und Lehrkräfte attraktiven Bewegungserlebnis zu verbinden.“ Die Sportlehrer Harald David (zuständig für die Realschulen), und Friedhelm Elias (Grund- und Hauptschulen) haben die Idee entwickelt und ausgebaut; sie hoffen, nun auch die Gymnasien begeistern zu können. Grundidee ist, den üblichen Leichtathletik-Dreikampf — in der Praxis ein fünfstündiges Herumstehen für drei Disziplinen — innerhalb der Schulsportfeste zu ersetzen durch eine Sport- und Spielstunde ohne Stillstand. „Es geht um kooperieren, es geht um Mannschaftsgeist“, erklärt David. „Und darum, auch sportlich Schwächere voll einzubinden, ihnen Spaß und Freude an der körperlichen Betätigung zu vermitteln.“

Die gesamte Klasse, unterstützt von Eltern und Lehrern, bildet eine Mannschaft. Jeder kann seine Übungsstationen frei wählen und trägt zum Gesamtklassenergebnis aktiv bei. Denn in der festgelegten Zeit sollen verschiedene Aufgaben an zwanzig Lauf-, Sprung-, Bewegungs- und Geschicklichkeitsstationen bewältigt sowie damit die Belohnung — so viele Chips wie möglich — für die Klasse gesammelt werden.

Für ein abgerundetes Programm beim WvS-Schulfest sorgten die Schulband, ein Streetsoccer-Turnier, einige „Bewegungskünstler“, Verköstigung durch den Elternbeirat und natürlich die Siegerehrung.

„Voll gelungen“ sei der Versuch, bilanziert David. Denn die Teilnahme sei „äußerst rege und engagiert“ gewesen und die Resonanz aller Beteiligten positiv.
 

Leichtathletik in der Schule
Die neuen Bundesjugendspiele auf dem Prüfstand



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Westfalenpost 12.7.2003

Festival des Sports

"Das müsste es häufiger geben"

Sundern. "Ein bisschen wackelig war es schon"" meinte der 13- jährige Christopher, als er von Bord der St. Christina stieg. Zusammen mit drei Klassenkameraden nutzte der Schüler der Klasse 7 a des Städtischen Gymnasiums Sundern die Chance beim gestrigen "Festival des Sports"" um einmal Segeln auszuprobieren.

Auf dem Wasser war er noch nie in seinem Leben, aber zusammen mit Ernst Stiefele vom Kanu- und Segelclub Hemer (KSCH) haben die jungen Leute bleibende Erinnerungen gesammelt. "Wir mussten Segel setzen, und auf dem See durfte ich an die Pinne", so Christopher. Auch, "was vom Wind abfallen" ist, konnte er anschließend gut erläutern.

Ein Ziel, das das Schulsport-Festival sich gesetzt hatte: "Wir wollen Kinder und Jugendliche an den Sport heranbringen, ihnen zeigen, wie schön und spannend Sport sein kann", so Michael Heise, Pressesprecher des Landessportbundes (LSB). Gelegenheit dazu hatten die fast 4500 Schüler aller Sunderner Schulen ausreichend.

Besonderen Spaß machte den meisten Schülern das Acro-Bunjee: Eine neue gemäßigte Form des Bunjee-Jumpens, bei dem sowohl hohe Sprünge als auch Überschläge möglich sind. "Eine super Sache", freut sich der neunjährige Christian von der Grundschule Stockum. "Das müsste es häufiger geben."

Begeistert zeigte sich auch Marika: Die 13-Jährige hatte mit Eispickeln in der Hand und Pickelschuhen den Eisberg erklommen. Auch für die beiden 15-Jährigen Lucas und Mike war das Eisberg-Klettern ein Erlebnis: "Es war unsere erste Aktivität, aber es hat richtig Spaß gemacht. Besonders im steilsten Teil wird es anstrengend", erzählt Lucas nach dem schweißtreibenden Gang auf die fast 10 Meter hohe Wand, die natürlich nicht aus Eis, sondern aus einem hochmodernen Material aus dem Isolationsbau stammt. Die Eispickel bleiben darin feststecken, die Schüler sind noch per Gurt und Seil gesichert.

Anschließend zog es die beiden Freunde zum Abschlag beim Golfsport Sorpesee. Doch der Weg ist weit dorthin, denn auf der gesperrten Straße am Sorpesee vergnügen sich die Schüler bei den unterschiedlichsten Aktivitäten: Vom Seilchenspringen, Einradfahren, Tauziehen, Frisbee über Hullahopp gibt es zig Möglichkeiten, neue Sportarten auszuprobieren.

Der 1. Badminton Club Sorpesee hat die Straße zu einem riesigen Spielfeld umfunktioniert. Daneben spielen spontan gebildete Teams im Street- Soccer-Käfig gegeneinander. Und am Tischtennis-Mobil kann man sich an ungewöhnlichen Geräten erproben: Entweder ist der Tisch ganz klein oder aber der Schläger ist ganz lang. Erfahrene Cracks können sich von der Ball-Kanone im Rückschlag testen lassen.

Am heutigen Samstag wird das Festival des Sports in der Fußgängerzone Sundern fortgesetzt. Dann stellen sich neben den Höhepunkten Bob, Acro-Bungee und Eisklettern mehr als 30 Sportvereine aus dem Sauerland vor. Am morgigen Sonntag findet das Festival in der Willi-Weyer-Sportschule in Hachen seinen Abschluss und Höhepunkt. Beginn ist dann um 10 Uhr mit einem Feldgottesdienst, bevor neue und junge Sportarten wie etwa Speedminton oder Climbing erlebt, erklärt und erprobt werden können. Nähere Informationen unter

www.festival-des-sports.de
Konzept des Festivals als PDF-Datei (2MB) zum Download


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Wiesbadener Kurier 10.7. 2003

Bunte Bändchen für schnelle Läufer
4 000 Schüler beim Sponsorenrennen


Laufen für behinderte Kinder: 4 000 Schülerinnen und Schüler waren beim Sponsorenlauf dabei.
Wiesbaden. Sponsorenlauf: Wer sich bei diesem Begriff vorstellt, dass schon etwas ältere honorige Herrschaften in Schlips und Kragen schwitzend auf dem Sportplatz ihre Runden drehen, der irrt. Der wirkliche Wiesbadener Sponsorenlauf zugunsten behinderter Kinder brachte gestern 4 000 Schülerinnen und Schüler fast aller Altersstufen auf die Beine.

10.30 Uhr, vor den Rhein-Main-Hallen: Der vierte Lauf beginnt. 450 Grundschüler rennen johlend los. 800 Meter hat eine Runde, die Friedrich-Ebert-Allee hinunter in Richtung Bahnhof und auf der anderen Seite wieder zurück. Je mehr Runden die Kinder schaffen, desto tiefer müssen die Sponsoren - Eltern, Freunde und Bekannte - ins Portemonnaie greifen.

Die Jungen und Mädchen hatten sich in den letzten Tagen und Wochen ihre Förderer ausgesucht und mit ihnen einen individuellen "Rundenpreis" ausgemacht - in der Regel zwischen zwei und fünf Euro. Beim ersten Wiesbadener Sponsorenlauf vor zwei Jahren waren sage und schreibe 375 000 Mark "erlaufen" worden, berichtet Jürgen Gräber, Schulsportreferent der Stadt Wiesbaden.

Wieviel Geld in diesem Jahr zusammenkommt, steht erst in zehn Tagen fest. Denn die Kinder müssen jetzt zunächst mal das Geld bei ihren Sponsoren eintreiben. Für Tristan (10) aus der 4 b der Delkenheimer Karl-Gärtner-Schule wird es besonders viel Arbeit geben: er hat 34

Erlös für behinderte Kinder
Profitieren wird davon die Lebenshilfe: Der gesamte Erlös des Sponsorenlaufs, der zum Programm der Fun-Sport-Tage gehört, kommt dieser Organisation zugute, die behinderte Kinder unterstützt.

Die 450 Läuferinnen und Läufer haben inzwischen die erste Runde geschafft, das Feld ist schon ziemlich auseinandergezogen. Einige gehen zwischendurch ein Stück. Dürfen sie, meint Gräber, Hauptsache sie drehen ihre Runde. Streckenposten wachen darüber, dass die Kinder nicht mogeln und keine Abkürzung über den Mittelstreifen der Ebert-Allee nehmen. Nach jeder geschafften Runde gibt es ein buntes Bändchen. Am Ende wird gezählt.

Die 4 b aus Delkenheim ist zufrieden. Einige haben drei Runden geschafft, die meisten aber vier. Kira (10) auch. Spaß hat es gemacht, aber es war "voll anstrengend, voll heiß". Daher sind sie und ihre Freundinnen unterwegs auch mal ein bisschen gegangen - "aber nur ein kleines bisschen", versichert sie.

Der Sponsorenlauf der Schulkinder, betont Organisator Gräber, ist mehr als ein Event, auch mehr als eine Spendensammel-Aktion. Er ist eine Botschaft an die Kinder. Die sollen wissen, dass es Jungen und Mädchen gibt, denen es nicht so gut geht. Und sie sollen wissen, dass sie den behinderten Kindern helfen können. Auch das kann Spaß machen.
 

Leichtathletik in der Schule

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Nürnberger Nachrichten 3.7. 2003

DSB-Präsident beklagt Bewegungsarmut von Kindern

Die zunehmende Bewegungsarmut von Kindern bereitet Fachleuten große Sorge: Der Präsident des Deutschen Sportbunds (DSB), Manfred von Richthofen beobachtet an Schulen „beklagenswerte Zustände“ und fürchtet gar um die Zukunft des Leistungssports. Der DSB wolle mit einer Untersuchung über tatsächlich abgehaltene Sportstunden an den Schulen „Druck machen“, dass Sportstunden wieder planmäßig stattfinden.

Dass der Sportunterricht oftmals zu kurz kommt, ist auch für den Nürnberger Schul-Sportbeauftragten, Thomas Burger, eine Besorgnis erregende Entwicklung. Übergewicht, Koordinationsstörungen und Rückenprobleme bei Kindern seien die Folge. Die Stadt unterstütze deshalb das bayernweite Aktionsbündnis für Schulsport, damit der Stellenwert des Sportunterrichts an den Schulen wieder steige.
 
 

"Vom Lieblingfach zum Stiefkind"
"Fit sein macht Schule" - die aktuelle Fitnessstudie

 



 

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Sindelfinger-Böblinger Zeitung 2.7. 2003

Podiumsdiskussion zur Bedeutung von Bewegung für Kinder
Bewegung ist gut für den Geist

"Wer sich nicht bewegt, bleibt sitzen". Bewusst provokant hatte die Leiterin der Eichholzschule, Barbara Knöbl, den als sicher geltenden Zusammenhang von körperlicher und geistiger Leistung ausgedrückt. Ein direkter wissenschaftlicher Beweis für diese These lässt sich nicht führen. Studien haben allerdings belegt, dass körperliche Bewegung die geistige Entwicklung verbessern kann.

 "Fördert man Bewegung, fördert man Intelligenz." Mit der Bewegungsarmut ist es wie mit dem Rauchen. Die Folgen machen sich erst spät bemerkbar. Dann treten sie als die so genannten Volkskrankheiten auf. Eine Veranstaltung in der Grund- und Hauptschule Eichholz hatte es sich zur Aufgabe gemacht, Eltern und Lehrer zu motivieren, etwas gegen die Bewegungsarmut ihrer Kinder zu tun. Gegenüber früher fallen immer häufiger Kinder auf, die aktiv, ja hyperaktiv wirken, aber zum Beispiel Schwierigkeiten haben, auf einem Bein zu hüpfen, rückwärts zu gehen, freihand ein Quadrat zu zeichnen oder koordiniert im Kreis herum zu laufen.
 

16 Prozent mit Übergewicht
Etwa 16 Prozent aller Kinder im Vorschul-, Grund- und Hauptschulalter leiden unter Übergewicht. Bereits in so frühen Jahren werden die Ursachen für die späteren Krankheiten der Gefäße und der Wirbelsäule gelegt. Bei der Reduzierung des Übergewichts scheint Bewegung eine ebenso große Rolle zu spielen wie die Essgewohnheit. Eine Untersuchung hat herausgefunden, dass Kinder in diesem Alter im Durchschnitt am Tag etwa 23 Stunden liegen, sitzen, stehen, sich aber nur eine Stunde bewegen. Die Folge davon ist ein bemerkenswerter Leistungsabfall, den eine andere Studie auch in Zahlen ausdrückt. Von 1976 bis 1996 hat die körperliche Leistungsfähigkeit der Kinder um etwa 14 Prozent abgenommen. Insgesamt belegen alle Untersuchungen den inneren Zusammenhang von sportlicher Aktivität, geistiger Entwicklung, Gefühlsentwicklung und sozialer Entwicklung.

Der Diplom-Psychologe Julius Kraus vom Landratsamt Böblingen versuchte die Hintergründe für diese Defizite zu erhellen. Die Macht der Medien, die die Kinder passiv an die Bildschirme fesselt, eine kinderfeindliche Umwelt und die Eltern und Erzieher haben Teil an der Verantwortlichkeit für diesen Besorgnis erregenden Zustand. Eigene Erfahrungen der Elterngeneration, wohl hauptsächlich Frustrationen beim damaligen Schulsport, haben bei vielen eine Abneigung gegen Leistungs- und Wettkampf orientierten Sport bewirkt. Diese negative Einstellung beeinflusst auch die Kinder.

Dietrich Duncker, Diplom Sportpädagoge der AOK, zeigte eindrucksvolle Beispiele für die innige Verbindung von Sport und Spiel. Kleine Spiele in einer Gruppe, vorzugsweise in freier Natur und ohne Leistungsdruck, wirken in idealer Weise auf das Verhalten der Kinder. Ein Kind sollte die Erfahrung machen können, dass es unabhängig von seiner Leistung geschätzt und akzeptiert wird. Hier könnten Ausdrucksspiele ansetzen. Mit wenigen Utensilien lassen sich für Kinder Situationen schaffen, die sie zu komplexen Bewegungen anregen. Mit Stäben einen Luftballon dirigieren, ein Bettlaken und mehrere Bälle zu einem Geschicklichkeitsspiel umfunktionieren oder Spiele zur Körperwahrnehmung - Kinder entwickeln hierbei eine eigene Kreativität.

Im Alter von zehn bis zwölf Jahren käme eine Bewegungsförderung schon fast zu spät. Die Schulleiterin, Barbara Knöbl, und AOK-Sportpädagoge, Dietrich Duncker, kamen am Ende der Veranstaltung deshalb überein, an der Eichholzschule für auffällige Kinder einen Förderkurs einzurichten. Erfahrene Kursleiter des VfL-Sindelfingen haben ihre Mitarbeit signalisiert. Voraussichtlich werden die Kurse im Herbst beginnen.

"Fit sein macht Schule"die aktuelle Fitnessstudie
"Mehr Bewegung in die Schule"
Auswirkungen von Sport und Bewegung aufs Gehirn
 



Frankfurter Rundschau 2.7. 2003

Coole Kletterer und lange Schlangen
Beim Abschluss-Fest des Schulsport-Wettbewerbs war sogar das Zuschauen spannend

FRANKFURT A. M. Nein, so hatte sich Alina das Ganze wirklich nicht vorgestellt. Nicht so laut, nicht so bunt, nicht so schrill und vor allem nicht so groß. "Das ist ja ein riesiger Sportplatz. Und so viele Spielstationen", äußerte sich die Neunjährige positiv überrascht. Ins Staunen über die Vielfalt der Möglichkeiten kam am gestrigen Dienstag aber nicht nur Alina, die zum ersten Mal beim großen Abschluss-Spielfest des Schulsport-Wettbewerbs unter der Patenschaft der Frankfurter Sparkasse und der Frankfurter Rundschau dabei sein durfte. Restlos begeistert waren auch die anderen Schüler und Schülerinnen aus insgesamt 54 Frankfurter Schulen, die in den vergangenen Wochen die 100 Felder ihrer Trimmspiralen ausgefüllt hatten. 2500 von ihnen durften auf dem Sportplatz der Philipp-Holzmann-Schule dabei sein, wo das Team vom Abenteuerspielplatz Riederwald wieder ein tolles Programm zusammengestellt hatte, das keine Wünsche offen ließ.

 
An 20 Spielstationen konnten sich die Jungen und Mädchen austoben, und für einige brauchte es schon eine gehörige Portion Courage. Wer etwa den Kletterturm erklimmen wollte, musste nicht nur mutig, sondern auch schwindelfrei sein. Schließlich sind sechs Meter Höhe kein Pappenstiel, und so kam auch Katherina ziemlich ins Schwitzen bei ihrem Ausflug in luftige Höhen. "Ich habe es bis ganz oben geschafft", berichtete die Zehnjährige hinterher stolz. Der Kletterturm, den die Kinder - mittels Gurten selbstverständlich gut abgesichert - zum ersten Mal überhaupt beim Spielfest erklimmen durften, war dann auch eine der beliebtesten Stationen, vor der sich entsprechend schnell eine lange Schlange wagemutiger Mädchen und Jungen bildete.

Doch auch um auf dem elektrischen Bullen reiten zu können, bedurfte es einiger Geduld. Schließlich zählte der schon im vergangenen Jahr zu den Favoriten der Kinder, und auch gestern wollten viele einen Ritt wagen. Wem es allerdings zu langweilig in der Schlange wurde, der machte auch schon mal einen Abstecher zur Schokokussschleuder, der Riesenmurmelbahn oder übte sich im Werkzelt beim Hämmern, Sägen oder Basteln. So wie Jil, die sich vorher schon am Kletterturm versucht hatte und nun mit Nägeln und Garn ihr eigenes kleines Kunstwerk entwerfen wollte. "Eigentlich gefällt mir hier alles ganz gut", sagte die Zehnjährige, "nur das Anstellen in der Reihe ist echt bescheuert."
Das Einreihen in die Warteschlange gehört allerdings seit jeher zum Spielfest dazu, schließlich wollten auch gestern alle Kinder und zwar am liebsten sofort in die Kletterlandschaft eintauchen, sich im Sackhüpfen messen oder auf den riesigen Luftkissen toben. Geduld brauchten sie zwar auch, wenn sie zum Kistenklettern wollten. Hatten sie dann aber endlich ihren eigenen Turm aus Flaschenbehältern gebaut, war die Zeit in der Schlange schnell vergessen.

Ohnehin konnte das Zuschauen auch ganz spannend sein, vor allem dann, wenn jemand wie Janika gerade mal eben ganze 15 Kisten locker aufeinander gestapelt hatte und sich dazu noch ziemlich stabil auf dem wackeligen Turm hielt. "Das ist cool, wie die da oben hängt", fand Michael, der sich auch von Janikas Abgang beeindruckt zeigte, jenem Moment also, in dem der Kistenstapel sich zur Seite neigte und die Neunjährige am Sicherungsseil wieder herunter auf den Boden gelassen wurde. "Ich habe ganz doll gezittert und war sehr aufgeregt", erzählte Janika, als sie wieder festen Boden unter den Füßen hatte, "aber ich wollte unbedingt so hoch wie möglich hinaus."
Wem die Luft dort oben ein wenig zu dünn war, der durfte auch auf der Erde bleiben und sich und andere am Wasserspielmobil so richtig nass machen, auf den Rollenrutschen den Wind um die Nase wehen lassen oder sich im Schminkzelt in Spiderman, eine Eisprinzessin oder einen Tiger verwandeln. Und wer bei all dem Durst bekam, konnte diesen am Rosbacher-Stand löschen.

Umlagert war auch der Stand der Basketballer der Opel Skyliners, an dem Alex King und Roger Sieger fleißig Autogramme schrieben. Auch wenn nicht jedes Kind ganz genau wusste, wessen Unterschrift es sich da gerade hatte geben lassen. "Irgendein Fußballer", wie ein Mädchen ihrer Freundin versuchte zu erklären, war es jedenfalls nicht.

Sehr kurzfristig abgesagt hatte dagegen die Frankfurt Galaxy, weshalb zum ersten Mal seit Jahren kein Lederei beim Spielfest flog. Premiere feierte dafür eine Fortbildungsveranstaltung für Lehrer, die die Frankfurter Sport-Universität am Rande des Spielfestes anbot...
 

Der Sporttag als Bewegungsevent


 

Sportunterricht.de - Materialien für Lehrer und Schüler

Westfalenpost 27.6.2003

Mit Sport fällt das Lernen von Rechnen und Lesen leichter
Mehr als 30 Kinder bei Gemeinschaftsaktion von Skiclub und Grundschule Wunderthausen

 "Besser lernen durch Sport" hieß es jetzt bei einer Gemeinschaftsaktion des Skiclubs und der Grundschule Wunderthausen.

Als mittlerweile wissenschaftlich erwiesen gilt, dass das Erlernen von Lesen und Rechnen sportlich aktiven Kindern wesentlich leichter fällt. Vor allem kann der Sport helfen, motorische Defizite nachhaltig zu beseitigen. Praktisch umgesetzt werden diese Erkenntnisse in der Grundschule mit dem Inkrafttreten des neuen Lehrplanes für den Sport am 1. Februar 2000.

Die Wahrnehmungsfähigkeit ist für die Entwicklung und das Lernen im Kindes- und Jugendalter grundlegend. Bewegungsaufgaben, die z.B. Anforderungen an Gleichgewichts- und Spannungsregulierung, Auge-Hand-Koordination und räumliches Sehen stellen, sind daher unverzichtbare Elemente im Schulsport.

Geschicklichkeit, Ausdauer und Beweglichkeit spielerisch zu trainieren war auch das Ziel des Skiclubs Wunderthausen, der in Zusammenarbeit mit der Grundschule Wunderthausen zu einem Schnuppertag im Rahmen der Talentförderung des Landessportbundes NRW am Fronleichnamstag eingeladen hatte. Mehr als 30 Kinder nutzten das Angebot und versuchten sich unter fachkundiger Anleitung vieler Vereinsmitglieder auf Skirollern, Pedalos und Inlinern.

Tatkräftig unterstützt wurde der Skiclub von Grundschullehrer Rolf Stremmel. Zudem konnten die Sporthalle und der geräumige Schulhof für sportliche Aktivitäten in Anspruch genommen werden.

Stelzenlaufen, Wettrennen und Ballspiele standen ebenfalls auf dem Programm, das von den Kindern ausnahmslos begeistert angenommen wurde. Hier wurde deutlich, dass es für die Kinder in der Regel Ansporn genug ist, aktiv Sport zu treiben, wenn sie mit ihresgleichen zusammen trainieren können und spielerisch dazu ermuntert werden.

Beim gemeinsamen Mittagessen konnten wieder Kräfte gesammelt werden für weitere Spiele. Am Nachmittag erfreuten sich die selbst gebackenen Waffeln großen Absatzes. Krönender Abschluss der Veranstaltung war die Verleihung der Urkunden, die an alle jungen Teilnehmer vergeben wurden. Für viele Kinder stand schon fest, dass sie der Einladung des Skiclubs zum Zeltlager am 2. und 3. August auf jeden Fall folgen werden.

"Mehr Bewegung in die Schule"
Auswirkungen von Sport und Bewegung aufs Gehirn


 

Sportunterricht.de - Materialien für Lehrer und Schüler

Nordkurier 26. Juni 2003

Im Zirkus lernen Kinder den Körper beherrschen

Projekt an der Wallmower Dorfschule läuft bald ein Jahr

Wallmow. Kann jeder ein Clown sein? Was muss ein Clown können? Nur rumblödeln? Und ist das wirklich schon lustig?
Die Mädchen und Jungen aus der Wallmower Dorfschule wissen mittlerweile, dass hinter einem lustigen Clown ganz ernste, harte Arbeit steckt. Schließlich können sie aus nächster Nähe und auf Wunsch auch am eigenen Leibe erfahren, was es bedeutet, so zu stolpern, dass sich das Publikum ausschüttet vor Lachen und man sich selbst nicht dabei verletzt.

Denn seit Oktober vergangenen Jahres ist ein Zirkus-Theater-Projekt in die freie Schule integriert. Die freischaffende Schauspielerin Jana Frey, auch als Puppenspielerin in der Uckermark bekannt, trainiert seither einmal in der Woche für zwei Stunden mit 13 Kindern im Alter von 7 bis 12 Jahren.

"Teilweise nutzen wir auch den Sportunterricht in der Turnhalle in Schmölln, um akrobatische Übungen einzustudieren. Dreimal haben wir schon an den Wochenenden Workshops mit Zirkuspädagogen aus Berlin durchgeführt, damit alle Kinder die gleichen Grundlagen erlernen", berichtet die junge Mutter, deren Sohn ebenfalls an der Wallmower Schule lernt und zum Beispiel gern in die Rolle des Clowns schlüpft.
Trotzdem wird natürlich nicht jedes Kind Clown und nicht jedes einmal auf der Spitze einer Pyramide stehen. "Aber jedes Kind ist wichtig für den Gesamterfolg" wird durch das Zirkustheater den Jüngsten vermittelt, die schon so manches Fest in der Uckermark mit ihrem Programm bereicherten.

Die kleinen Zarten, manchmal Stillen, die sonst schnell übersehen werden, stehen auf der Pyramide mal ganz oben. Die Kräftigen, die sonst wegen ihrer Körperfülle und Unbeweglichkeit abgelehnt oder verspottet werden, sind plötzlich als Untermänner diejenigen, auf die sich alle anderen verlassen.Was ist es für ein schönes Gefühl jemanden tragen, halten zu können? Eine Pyramide funktioniere nur, wenn alle zum gleichen Zeitpunkt diszipliniert zusammenarbeiten. Niemand kann einfach abspringen, nur weil er keine Lust mehr hat, denn sonst bricht alles zusammen. "Und das Schöne ist, der Lehrer muss nicht kritisieren, die Kinder passen selbst aufeinander auf und korrigieren sich", spricht Jana Frey von dem, was Kinder alles im Zirkus für das Leben lernen können.

Weitere Partner gesucht
"Die Kinder machen auf spielerische Art Körpererfahrungen, die manch ein Erwachsener nie erlebt hat und die doch so wichtig wären für das Selbstwertgefühl", schwärmt Jana Frey mit Blick auf die ersten Ergebnisse der Arbeit mit den Kindern.
Bleibe man bei der Pyramide, so erfahren die Mädchen und Jungen schnell, dass sie leichter werden, wenn sie ihren Körper beherrschen und in die richtige Spannung bringen.

"Zieht euch erst mal mit eurer Hand am Schopfe ganz nach oben", erinnert sie die Knirpse. "Und probiert es selbst vor dem Spiegel: Plötzlich steht ein ganz anderer Mensch vor Euch." Aufrecht, in Würde.
Beim Zirkus dürfen sich die Kinder groß machen, wenn sie sich mit Stolz auf die eigene Leistung präsentieren.
Jana Frey würde diese Erfahrung gern noch mehr Kindern vermitteln. In einem langfristig angelegten größeren Zirkusprojekt. Noch ist sie dafür auf der Suche nach geeigneten Partnern und Räumlichkeiten. Vielleicht findet sie sie im evangelischen Jugendhaus, vielleicht gibt es noch andere Interessenten, die den Wert einer solchen Arbeit schätzen und fördern möchten.
 
 

Bewegungsförderung, Bewegungskünste, Zirkus
Zirkus in der Grundschule

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Thüringer Allgemeine 25.6. 2003

Integratives Sportfest

Schulsport: Nichts über uns ohne uns

ERFURT. "Nichts über uns ohne uns", das ist das Motto im Europäischen Jahr der Menschen mit Behinderungen. Der Umsetzung dieses Zieles diente auch das integrative Sportfest des Thüringer Kultusministeriums im Erfurter Steigerwaldstadion. Für das Staatliche Schulamt Artern ging dabei eine Kombination von 60 Schülern aus der Rothenbach-Förderschule und der Fichte-Regelschule Sömmerda an den Start.

Im gemeinsamen sportlichen Wettbewerb galt es, in fairer Weise an verschiedenen Stationen unter dem Motto "Sport verbindet Europa" zu wetteifern, wobei der Spaß und Freude an sportlich-sinnlicher Betätigung im Vordergrund stehen sollte. Voraussetzung dafür boten attraktiv gestaltete Länderstationen, die unter verschiedenerlei Leitideen wie "Wir sind schnell" (Großbritanien), "Gemeinsam sind wir stark" (Griechenland) oder "Verständigung ohne Worte" sowie Muskeln als auch intellektuelle Fähigkeiten verlangten. Ganz besonders aus dem Behindertenbereich abgeleitet waren solche Angebote wie "Ich bewege mich anders" auf einer Rollstuhlhindernisstrecke und "Ich sehe anders" auf einem mit verbundenen Augen zu bewältigenden Hindernisparcour, wo neben vorausgesetzter Geschicklichkeit auch noch die Beschaffenheit von zu überschreibenden Materialien zu erkennen war.

In drei Altersklassen zwischen 9 und 16 Jahren mussten an allen Stationen unterschiedlich schwierige Anforderungen gemeistert werden, darunter auch echte sportliche Highlights. Beim "Wintersport" wartete auf die AK 9 bis 11 eine Biathlonstrecke mit Luftballons als Zielscheiben, die 12- bis 14-Jährigen maßen ihre Kräfte beim Skiroller-Doppelstockschub, wo eine echte Portion Geschick gefragt war. Die Jungen und Mädchen der Altersklasse 15/16 stellten an der von Bob-Olympiasieger André Lange und seiner Mannschaft betreuten Original-Anschubstrecke ihre Kraft und Schnelligkeit unter Beweis.

Dass am Ende auch eine sportliche Reihung vorgenommen wurde, war eigentlich zweitrangig. Neben der bereits angesprochenen Freude an der gemeinsamen Meisterung der Aufgabenstellungen Stationen ging es vor allem darum, sich gegenseitig zu unterstützen und Achtung vor den Leistungen vor allem der behinderten Menschen zu gewinnen. Dieses Ziel dürften am Ende alle Teams verwirklicht haben.

Das Sömmerdaer harmonierte jedenfalls blendend miteinander. Der für den 7. Gesamtrang gewonnene Pokal, der natürlich noch zusätzliche Begeisterung auslöste, soll deshalb nur am Rande erwähnt werden. Trotz wiederholter Regenschauer fuhren die 60 Teilnehmer jedenfalls vollauf zufrieden und um sportliche, ganz besonders aber um menschliche Erfahrungen reicher nach Hause. Daran hatten die sechs sie betreuenden Pädagogen Claudia Loff, Jutta Böhm, Katrin Lilie (Fichte-RS) sowie Frank Kästner, Iris Müller und Uta Siebrand (Rothenbachschule) einen hohen Anteil. Deshalb sei abschließend ihnen, den beiden Schulleitungen für ihre Unterstützung bei der Vorbereitung sowie unserem Schulamtsleiter, Jürgen Reichardt, für seine Anwesenheit vor Ort und dem mehrfachen Weltmeister und Olympiasieger im Rennschlittensport, Jörg Hoffmann, der in Erfurt als sportlicher Pate fungiert, ganz herzlich gedankt. Besonders erfreulich wäre es, wenn ähnliche Veranstaltungen auch über das Jahr der Menschen mit Behinderungen hinaus auf verschiedensten Ebenen verstärkt popularisiert und durchgeführt werden könnten. Erfahrungen existieren im Landkreis vor allem im Bereich Buttstädt/Rastenberg schon seit einiger Zeit.
 
 

"Mehr Bewegung in die Schule"
Auswirkungen von Sport und Bewegung aufs Gehirn

Sportunterricht.de - Materialien für Lehrer und Schüler

Wiesbadener Kurier 25.06.2003

Alternatives Schulsportfest

Leichte Schürfwunden und Heiserkeit

Hofheim. Startschüsse, Jubelschreie und Anfeuerungsrufe waren schon von weitem durch den Wald zu hören. Beim Sportfest der Main-Taunus-Schule auf dem Sportpark Heide wurde wieder gemeinsam um die Ehre der sportlichsten Klasse gekämpft.

Sebastian zog und zerrte mit seinen Klassenkameraden wie der Teufel am Tau, denn galt es doch, den selbstgewählten Namen der "Red Devil" zu repräsentieren. Während beim Tauziehen natürlich gemeinschaftliche Kraftanstrengung und vor allem Ansporn durch Gebrüll bis zur Heiserkeit gefragt war, kam es bei den klassischen Leichtathletikdisziplinen wie Sprinten, Weitsprung, Ballwurf und Kugelstoßen auf die Leistung des Einzelnen an. "Um den kooperativen Faktor mit einzubeziehen, haben wir wieder Klassenspiele mit in den Wettbewerb genommen," so Horst Emrich, Fachschaftsleiter Sport an der MainTaunus-Schule und Koordinator des Sportfestes.

Über 800 Schüler der Unter- und Mittelstufe traten bei diesem Wettbewerb gegeneinander an, betreut von ihren Lehrern und über 100 Helfern aus der Oberstufe. Ob es nun leichte Schürfwunden zu verarzten, das Maßband anzulegen, den Sand wieder gerade zu rechen oder die Ergebnisse in die Laptops einzugeben gab, großes Schülerengagement war gefragt. Dieses zeigte auch der "nette Sauhaufen", wie der betreuende Physiklehrer seine Schüler liebevoll betitulierte. Der Wettbewerb um das schönste Mannschaftsschild war dem Sauhaufen jedenfalls sicher. Auch ihre ungewöhnliche und ausgefallene Sportbekleidung sorgte für Aufsehen. Hatten die "Agros" der Klasse 10 c sich doch vom Physikunterricht, in dem gerade Radioaktivität auf dem Lehrplan stand, so beeinflussen und auch faszinieren lassen, dass ein Großteil der Klasse in weißen Schutzanzügen auf dem Sportplatz antrat.

An fantasievollen Mannschaftsnamen fehlte es nicht beim Sportfest. Ob "Gelbe Blitze", "Tintenkiller", "Grüne Könige", "Weiße Panther", "Schlümpfe", "die Simpsons" oder die bösen "Slytherins", auch "Donnerstürme", die "Gestörten" und sogar "die Knechte des Systems" gaben trotz großer Hitze ihr Bestes. Wie beim Tauziehen kam es auch beim "Rasenski" auf Teamgeist an. Doch vor allem war Koordination gefragt. So manche Vierergruppe auf den Holzbrettern kam aus dem Rhythmus und dann ging nichts mehr. Entweder sie blieben wie festgewachsen auf dem Rasen stecken oder sie fielen einfach um. Dann war das Gelächter groß und es galt von Neuem sich in den "rechts, links, rechts" Rhythmus einzufinden. Wilde Anfeuerungsrufe spornten die Mitschüler an und sorgten für Stimmung.

Das galt auch bei der Disziplin "Biathlon". Hier musste zuerst gerannt, dann mehrere kleine Ringe durch einen großen Ring geworfen werden. Für jeden "Nichttreffer" musste eine Strafrunde gedreht werden, ganz wie beim berühmten Biathlon auf Langlaufskiern. Da das Ganze auf Zeit ging und die Sonne erbarmungslos auf den Kopf brannte, waren diese Runden nicht besonders beliebt. Ein bisschen Kraft musste schließlich noch für die Halbrunden- und Umkehrstaffeln aufgespart werden, die es am Ende des Sportfestes noch zu absolvieren galt.

Als besonderen Anreiz winken den zwei sportlichsten Klassen Wanderpokale, die am letzten Schultag feierlich überreicht werden,und jeweils ein Satz Klassen-T-Shirts, die der Förderverein der Main-Taunus-Schule spendiert hat.
 

Leichtathletik in der Schule
Die neuen Bundesjugendspiele auf dem Prüfstand


 

Sportunterricht.de - Materialien für Lehrer und Schüler
Hamburger Abendblatt 24.6. 2003

Eine Pause als Erlebnis
Schulhof-Aktion: Wie man Kinder mit Spaß zu mehr Bewegung bringt

Hamburg -Morgens halb zehn in Deutschland - nein, es geht nicht um locker-leichte Haselnusswaffeln, es geht um die große Schulpause. Tag für Tag sehnt sich ein jeder Schüler nach dem so erlösenden Klingeln, das ihn zumindest kurzzeitig von Mathe oder Deutsch befreit. Was aber passiert in den 20 unterrichtsfreien Minuten? Auf Hamburgs Schulhöfen ist zwar viel Betrieb, aber außer einer Tischtennisplatte, einem Hüpfseil und, schon seltener anzutreffen, einem Fußball findet sich meist nichts, was den Bewegungsbedarf der Kinder genügend befriedigen könnte.

Dabei ist Bewegung ein "vollwertiges Lebensmittel", weiß Holger Laurisch. Der 63-jährige Pädagoge hat das Konzept der "Aktiven Pause" entwickelt, mit dem er Schülern wichtige motorische Fähigkeiten mit auf den Weg geben möchte. Etwa 300 Schulen hat Laurisch bereits besucht, zuletzt die Förderschule für lernbehinderte Kinder in Kirchdorf. Mit einem Kleinbus voller Unihocschläger, Pedalos, Drei-Rad-Variationen, verschiedensten Gleichgewichtsspielen und noch vielem mehr wird den Schülerinnen und Schülern ein Pausenerlebnis der ganz besonderen Art geboten.

"Das ist einfach viel besser als die normale Pause", freut sich die zehnjährige Sema. Gemeinsam mit dem gleichaltrigen Dennis sitzt sie an einer Kuhattrappe und übt das Melken "schon fast eine Viertelstunde lang". Langweilig wird ihr dabei nicht. Für Kevin ist die künstliche Milch- beziehungsweise Wassergewinnung hingegen nichts Neues. Der Zehnjährige war immerhin schon auf einem Bauernhof, kennt also echte Kühe. Dafür kann er sich für die kleinen Pedal-betriebenen Fahrzeuge begeistern. "Jede Pause sollte so sein", fordert er noch, bevor er auf seinem roten Flitzer davonbraust. Dabei muss Kevin aber auch seine Umgebung im Auge behalten, schließlich ist er nicht der einzige "Motorisierte" auf dem Schulhof.

Gerade diese Wahrnehmungsschulung ist ein entscheidender Faktor im Konzept der "Aktiven Pause". Elementare Fähigkeiten, wie der Blick aus dem Augenwinkel, sollten Kinder sich so früh wie möglich aneignen. Nirgendwo geht das so gut wie bei einem künstlich erschaffenen Chaos. Eben das ist auch ideal für einen weiteren Kernpunkt: die Erforschung des Unbekannten. Neue Spielgeräte ohne Betriebsanleitung oder feste Vorgaben auszuprobieren fordert und fördert Kreativität ebenso wie das Selbstbewusstsein. Die Kinder lernen ihre Umwelt nachhaltiger kennen, und sie tun es eigenständiger.

Die Resonanz auf die "Aktive Pause" ist sehr gut, auch von Seiten der Schulen. Viele Lehranstalten folgen dem Konzept und sorgen somit dafür, dass es nicht bei einer Eintagsfliege bleibt, vielmehr schaffen sie selbst Spielgeräte an, die bei den Kindern zuvor auf besonders große Beliebtheit gestoßen waren.

Wieder rauscht Kevin vorbei, immer neue Routen entdeckt er über den abgegrenzten Fahr-platz. Vorbei an Mitschülern und "geparkten" Dreirädern passiert er auch das Unihoc-Feld, wo Leeroy, Manuel und Christopher aus seiner Klasse gerade ein neues Spiel beginnen. Leeroy hat schon einmal Hockey gespielt, aber noch nie in der Schule. "Das ist die beste Pause die ich jemals hatte", freut er sich. "Am liebsten würde ich das jeden Tag machen!" Schon sind die drei Zehnjährigen in ihrem Element und jagen den kleinen Plastikball über das Spielfeld. Von Langeweile in der großen Pause findet sich hier keine Spur.

Für Holger Laurisch ist dies die schönste Entlohnung für seine Arbeit. Er sieht, dass es den Kindern Spaß macht. Deswegen will er nach seiner anstehenden Pensionierung auch ehrenamtlich weitermachen, 125 Schulen warten schließlich noch auf seinen Besuch. "Die tägliche Freude ist die beste Rendite", erklärt er seine Motivation. Man glaubt es ihm aufs Wort.
 

Bewegte Schule


 

Sportunterricht.de - Materialien für Lehrer und Schüler

Braunschweiger Zeitung 21.6. 2003

Lernen ist an die Bewegung gekoppelt

Im Mittelpunkt unserer Serie heute:
Peter-Räuber-Schule als Einrichtung für geistig behinderte Schüler

"Wir machen alles, was man in anderen Schulen auch macht – nur in veränderter Form", betont Sportlehrerin Andrea Stier. Das bezieht sich auch auf den Sportunterricht der Peter-Räuber-Schule, Sonderschule für geistig Behinderte. Sport spiele eine wichtige Rolle im Leben der Behinderten. "Das Lernen ist an die Bewegung gekoppelt. Kinder, die in ihrer Bewegung eingeschränkt sind, brauchen die Bewegung, um wach zu bleiben", erklärt Krankengymnastin Regine Winkler-Agyei.

Durch den Sport sollen die 130 Schüler im Alter von 6 bis 20 Jahren ihr Selbstbewusstsein stärken und das Miteinander fördern. "Sie werden durch den Sport mutiger und können das in den normalen Alltag übertragen", erklärt Andrea Stier.

Veränderte Lage
Durch Veränderung der Lage ändere sich auch die Wahrnehmung der Schüler, weiß Rektor Klaus Bätcke. "Manche werden durch die Veränderung von der Waagerechten in die Senkrechte ein ganz anderer Mensch", betont der Rektor. So auch Dorothea Milch: Sie sitzt im Rollstuhl. Am Sportunterricht nimmt sie jedoch krabbelnd teil. Werfen ihre Mitschüler in den Basketballkorb, trifft die 12-Jährige die Kiste auf dem Boden.

Der Sportunterricht ist auf jeden individuell zugeschnitten, die Anforderungen richten sich nach dem Können. Lediglich sieben Schüler sind in einer Klasse zusammengefasst. Mindestens zwei Lehrkräfte unterstützen den Sportunterricht und können so auf die unterschiedlichen Probleme der Schüler eingehen.

Eine Doppelstunde Sport steht auf dem Stundenplan. Zusätzlich erhalten einige Krankengymnastik. Allerdings fehlten die Kapazitäten, um alle bedienen zu können.

Eine eigene kleine Sporthalle steht den Schülern zur Verfügung, zudem nutzt die Schule eine Turnhalle und Außenanlage gemeinsam mit der Schule am Teichgarten. Räume für die Krankengymnastik und ein Therapiebad stehen zusätzlich bereit. Schwimmen ist die große Leidenschaft von Dorothea, die neben den Schulschwimmstunden im Lehrschwimmbecken einmal in der Woche mit ihrer Familie ins Wasser steigt. Auch ihr Mitschüler Sebastian Voges ist vom Schwimmunterricht begeistert. "Ich mag tauchen", erzählt der 13-Jährige.

Die Schüler der Peter-Räuber-Schule lernen durch die Wahrnehmung. So werden im Unterricht zum Beispiel Buchstaben abgelaufen. "Wahrnehmung, Handeln und Denken stehen in einem engen Zusammenhang", betont Stier. Die Bewegung nimmt auch im Unterricht einen großen Stellenwert ein. Musik, Aufstehen und Hinsetzen sowie der Wechsel von sozialen Orten bringen Abwechslung in den Unterricht. Möglichst alle Sinne sollen angesprochen werden. Lernen durch Begreifen, nennt Bätcke das Konzept.

"Die Körperwahrnehmung im umfänglichsten Sinne ist ganz wichtig", betont der Rektor. Diese ganzheitlichen Ansätze der Sonderschule werden auch in den Grundschulen schon nachgeahmt. "Die allgemeine Bewegungszeit ist wichtig, sonst ist nichts mehr möglich", erklärt Stier.

Aktive Pausenbetätigung
Auch in den Pausen können sich die Schüler aktiv betätigen: Rutschen, Schaukeln, Wackelbrücke, Bälle und Spielzeug laden zum Spielen ein. Diese Chance lässt sich auch die 12-jährige Annika Fricke nicht entgehen. "Ich schaukel und spiele Fußball", erzählt sie.

Das runde Leder kickt sie in der Fußball-Ag. Weitere Arbeitsgemeinschaften sind Laufen, Akrobatik und eine Sport-Ag für Rollstuhlfahrer. An letzterer nimmt auch Dorothea teil – natürlich mitsamt ihres Rollstuhls. "Wir schaukeln, rollen mit Matten und spielen mit dem Ball", erzählt sie begeistert. Ehrgeiz wird bei der Teilnahme am Fußball-Turnier in Braunschweig und beim Südseelauf geweckt. In der Peter-Räuber-Schule ist eben doch fast alles genauso, wie in anderen Schulen.
 

Bewegte Schule


 

Sportunterricht.de - Materialien für Lehrer und Schüler

Thüringer Allgemeine 19.6. 2003

GutsMuths-Gedenkspiele 2003 - Traditionspflege

SCHNEPFENTHAL (db). Die etwas steifen Bezeichnungen wie "das Klimmen an der Stange" oder "der fortgesetzte Sprung" wurden umgewandelt in "Klettern nach Zeit" und "Schlussviersprung", ansonsten entstammten die Übungen der GutsMuths-Gedenkspiele 2003 der Zeit des bekannten, an der Schnepfenthaler Schule wirkenden Pädagogen GutsMuths

.Bis vor fünf Jahren gehörten die Gedenkspiele zur guten Tradition des ehemaligen Gymnasium Salzmannschule, nun veranstaltete das neu etablierte Spezialgymnasium für Sprachen gestern seine ersten Spiele in diesem historischen Rahmen. Fangball, Schlussviersprung, Klettern, Reifentreiben mit Stöckchen, Stelzenlauf, Crosslauf, Volleyball und Ball über die Schnur waren die zu absolvierenden Disziplinen.

Während vor Jahren noch Gastteams aus München und sogar Schweden starteten, beschränkte man sich bei der Neuauflage auf einen kleineren Einzugsbereich. Die Mannschaften kamen aus den 5. und 6. Klassen von sieben verschiedenen Schulen des Landkreises und gingen gut vorbereitet an den Start.

"Die Grundübungen gehören zum Lehrprogramm im Sportunterricht, ansonsten sind hier Universalsportler gefragt". Regina Schleicher ist Sportlehrerin am Gymnasium in Friedrichroda und berichtet vom großen Andrang bei der Mannschaftsnominierung, "Ein Mädchen der 5. Klasse war als Ersatzstarterin aufgestellt und ist nun ganz traurig, weil sie nicht zum Einsatz kommt".

Auch die Mannschaft des Gymnasiums Gleichense aus Ohrdruf wurde vom Sportlehrer rekrutiert. Dieser schien auf Nummer sicher zu gehen und stellte einige Biathleten der SG Jugendkraft Crawinkel, die ja für ihre Vielseitigkeit bekannt sind, in sein Team. Während Sandra Blaschczok und Jana Gruhner eindeutig das Stelzenlaufen favorisieren - "das haben wir schon im Hort gemacht" - findet Sabine Lesser wohl als Einzige das Klettern toll. In der Wettkampfpause greifen die Mädchen aber dann doch zu ihrem Game Boy - soviel zu den Grenzen der Traditionsverbundenheit.

Die Mannschaft des Sprachengymnasiums Schnepfenthal genießt Heimrecht und rückt mit einer entsprechend großen Abordnung an. "Wir sind die Sprachis, uns schockt gar nichts. Wir sind die GutsMuths Mannschaft, die, die alles schafft", intonieren sie im Sprechgesang und feuern ihre Wettkämpfer an. Weil pro Strophe aber nur ein Sportler besungen wird, stocken sie kurzerhand das Team um weitere Mitschüler auf - aber nur im nun fast endlosen Lied.

Gewertet wurden die Leistungen der Sportler nur im Mannschaftswettberb - dem Gemeinschaftgedanken von GutsMuths entsprechend.

REIFEN-TREIBER:
Viel Geschicklichkeit war beim "Reifentreiben mit Stöckchen" gefragt.
Sandra Blaschczok vom Gymnasium Gleichense aus Ohrdruf meisterte aber auch diese Station der GutsMuths-Gedenkspiele. 
Die Bedeutung der Reformpädagogik für den Sportunterricht
Gutsmuths Spielebuch von 1796


 

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Hamburger Abendblatt 19.6. 2003

860 Kinder entdecken Tennis
Schulsport: Der 2. Volksbank Tennis-Talente-Tag auf dem Buttermarkt mobilisiert am Freitag 38 Elmshorner Klassen.

Elmshorn -Was im vergangenen Jahr auf den Parkplätzen vor dem Krückaustadion mit rund 630 enthusiastischen Kindern begonnen hatte, aber wegen Sturm und Regen schon nach knapp zwei Stunden abgebrochen wurde, findet am Freitag (9 bis 14 Uhr) seine Neuauflage - mit 860 Schülern.

"Das Interesse überstieg unsere Erwartungen", sagte Tennis-Senior Günther Staubes (LTC Elmshorn), der den "Tennis-Talente-Tag" erdachte und mit der Volksbank Elmshorn einen engagierten Partner fand. Das Informationsgespräch mit den Schulen im Februar habe gefruchtet.

Es gehe darum, so Staubes, Jugendliche zu motivieren, es mit Tennis zu probieren. Der Titel sei insofern missverständlich: "Auf dem Butterberg mitmachen kann jeder, wenn seine Klasse unter den 38 gemeldeten ist."

Obwohl der Spaß auf den 40 Kleinfeldern (11 x 6 Meter) im Vordergrund steht, wird auch ernsthaft um Punkte gespielt (Spielzeit: fünf Minuten, K.o.-System, Aufschlag von unten), um die besten Spieler aus den Klassen 3 bis 6 zu ermitteln.

"Wir wollen die Durchlässigkeit zwischen Schule und Verein und den Zusammenhalt in den Klassen fördern", nannte Marketingleiter Volker Großmann die Motive der Volksbank, diesen außergewöhnlichen Schultag mitzugestalten. Dessen Institut sponserte zehn Netze und einige der 50 Preise. Weitere stellten Elmshorner Sportgeschäfte und die Stadt zur Verfügung.

Das weitere sportliche Equipment stellen die Tennislandesverbände Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein zur Verfügung. Jugendschläger und Softbälle kommen aus den Vereinen.nde erhalten jedoch alle.

"Ich hoffe, dass die Jugendlichen, die Gelegenheit zum Tennisspielen und -lernen reichlich nutzen", sagte Günther Staubes. "Da es immer freie Plätze geben wird, besteht laufend die Möglichkeit zum freien Spiel."

Die Leitung der Matches und die Betreuung der Spieler auf den Feldern des 8000 Quadratmeter großen Buttermarktes obliegt den acht Elmshorner Tennisclubs. "Wir haben alles doppelt besetzt, um jederzeit technische Hilfen geben und Fragen beantworten zu können", sagte Mitorganisator Ferdinand Schratzberger (Holsatia Elmshorn).

"Dieser Tag ist eine Gemeinschaftsleistung der Elmshorner Tennisvereine, der Stadt und den Schulen", hob Volker Großmann hervor. Wie groß die Identifikation mit dem "Tennistag" ist, beweist auch die neue Schule in Horst. Obwohl kein Schüler teilnimmt, werden Helfer geschickt.

"Es ist zwar keine Sichtung", sagte Günther Staubes, "aber wir als Vereine hoffen natürlich, dass viele Jugendliche später auch in unseren Clubs auftauchen. Zudem könnten die Schulen ihre Projektwochen öfter für Tenniskurse nutzen." Das LTC-Projekt mit der Realschule Nord (18 Kinder) sei nachahmenswert.

Damit sich das Kommen zum Buttermarkt auch für "Nichtspieler" lohnt, wurden die Plätze so angelegt, dass am Rand Platz für anfeuernde Fans ist. Außerdem gibts den "Yonex"-Parcours zum testen der Geschicklichkeit, und in den Pausen wird der TennisZirkus des VfL Pinneberg Showeinlagen bieten. Langeweile wirds nicht geben, was man nicht von jedem Schultag sagen kann.

Tennis in der Schule


 

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Westfalenpost 18.6. 2003

Grundschul-Olympiade

Auf die Plätze, fertig, los: Grundschüler im Startblock

Werl. Ein Spektakel der besonderen Art: Beliebt, etabliert, preisgekrönt und mit Liebe organisiert. Rund 300 Kinder beteiligen sich heute ab 10 Uhr im Werler Buchgeisterstadion an der 7. Grundschul-Olympiade der DJK Grün-Weiß Werl.
 
 Olympikus
..
Ein Hauch Olympia zieht tatsächlich durch das Buchgeisterstadion, wenn die Kinder der 3. und 4. Schuljahre aller Werler Grundschulen - und diesmal erstmalig auch mit einer Klasse aus Wickede - auflaufen. Das Stadion füllt sich, die Athleten, zuschauenden Klassenkameraden und Lehrer rücken ein und sammeln sich im Stadion. Musik, Moderation und viel Stimmengewirr.
Dann die erste Frage durchs Mikro: "Norbertschüler, seid ihr hier?", fragt der Mann am Mikro. Und antworten werden sie mit einem lauten und langgezogenen "Jaaa!". Alle werden antworten, alle werden da sein.

Im siebten Jahr der Grundschul-Olympiade liegt die Teilnahme der Werler Grundschulen wieder nahezu bei 100 Prozent - nur eine Klasse fehlt wegen einer Klassenfahrt. Mit dabei sind auch die Schüler der sonderpädagogischen Einrichtungen Fröbel- und Peter-Härtling-Schule. Hinzu kommt erstmals auch eine Klasse der Wickeder Engelhardschule. Die ausrichtende Leichtathletikabteilung der DJK Werl, die heute wieder fast 40 Helfer für die Vormittagsveranstaltung mobilisiert, erfreut sich ungebrochener Resonanz.

Die Veranstaltung hat sich etabliert. Die Grundschul-Olympiade hat einen festen Platz im Terminkalender der Schulen. Schon Wochen vorher wird die Leichtathletik in den Schulsport eingebracht, damit die Kinder für die Olympiadisziplinen 50m-Lauf, Scherhochsprung, Pfeiffballwurf und 4-Minuten-Lauf üben können. Pro Disziplin dürfen je ein Junge und ein Mädchen für die Klasse an den Start gehen. Die anderen Kinder sind Zuschauer - ihnen wird jedoch im Rahmenprogramm an Spielstationen ebenfalls etwas geboten. Zudem besteht die Möglichkeit zusätzliche Kinder bei der abschließenden Schul-Pendelstaffel einzusetzen.

Die Grundschul-Olympiade ist als Mannschaftsspiel angedacht. Jeder Athlet startet und punktet für seine Klasse - individuelle Siegerehrungen gibt es deshalb nicht. Am Ende gekürt werden die Grundschul-Olympiasieger der 3. und 4. Klasse - es siegt das Team. Medaillen bekommen alle Teilnehmer. Für Getränke wird gesorgt - ihre mitzubringenden Trinkflaschen können die Kinder im Stadion auffüllen lassen.

Alle Teilnehmer starten wie in jedem Jahr in Olympia-T-Shirts - geziert vom Logo "Olympikus" aus der Feder des WP-Karikaturisten Jürgen Tomicek. Jede Schule wird durch eine eigene Farbe symbolisiert. Auch das trägt zum farbenprächtigen Bild der Grundschul-Olympiade bei.

Das Konzept der DJK Werl ist preisgekrönt: Die perfekte Vorbereitung, die wenig Arbeit auf die Schultern der Schulen lastet, sondern so ziemlich alles vorbereitet, bringt und abholt, kommt ebenso an wie die begleitende Fortbildungsreihe für Grundschulsportlehrer. Vom Vereine Freunde der Leichtathletik - ein Zusammenschluss ehemaliger deutscher Spitzenleichtathleten - wurde die Grundschul-Olympiade im Vorjahr als ein besonders förderungswürdiges Projekt unter vielen nationalen Mitbewerbern eingestuft.

Solche Lorbeeren und Beweihräucherungen aus der Erwachsenenwelt interessieren die Kinder heute nicht. Sie wollen einfach nur ihren Spaß bei der Werler Grundschul-Olympiade.
 
 

Leichtathletik in der Schule


 


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