Sportunterricht.de - Materialien für Lehrer und SchülerSportunterricht.de - Materialien für Lehrer und Schüler

Aktuelle Meldungen rund um den Schulsport
Sportpädagogik-Online und Sportunterricht.de
.
.. Hier erscheinen - ständig aktualisierte -  Meldungen rund um den Schulsport.
Im Mittelpunkt stehen Beiträge, welche die Bedeutung des Sports
in der Schule bearbeiten und Hinweise auf innovative Projekte geben.
 


Aktuelle Meldungen
Archiv 2002


15.05.2002 - Ärztezeitung

EU will mehr Bewegung in den Schulsport bringen

Initiative des Europäischen Parlamentes: 2004 wird zum "Europäischen Jahr der Erziehung durch Sport"

Europa reagiert auf den Erfurter Amoklauf: Mehr Bewegung im Schulsport soll Aggressionen abbauen und die Gesundheit verbessern. Dies will das Europäische Parlament mit dem "Europäischen Jahr der Erziehung durch Sport" 2004 erreichen.

Einen entsprechenden Beschluss verabschiedete gestern das Europäische Parlament in Straßburg. Die soziale Funktion und die erzieherischen Werte des Sports sollen künftig stärker in den Vordergrund gerückt werden. "Sport wurde bisher als ein zweitrangiges Fach betrachtet, während er in Wirklichkeit in seiner Bedeutung allen übrigen Fächern gleichgestellt werden muss," sagt die CDU-Europaabgeordnete Doris Pack.

Anlass für das Schul-Projekt sind die Olympischen Spiele 2004 in Athen. Sie haben eine hohe Symbolkraft und Medienwirkung, die genutzt werden müsse, heißt es in dem Parlaments-Bericht.

Sport soll in Europa Toleranz und Rücksichtnahme, Freundschaft, Solidarität und Integration fördern - Pack unterstreicht, dass regelmäßige Bewegung in jedem Lebensalter der psychischen und körperlichen Gesundheit diene. Der Rückgriff auf die im Sport geltenden Werte ermögliche es den Jugendlichen, körperliche und soziale Kompetenzen wie Teamarbeit, Solidarität, Toleranz und Fairness zu entwickeln.

Im Europäischen Jahr des Sport sollen außerdem auch Schüleraustausch und Auslandsstudien in den Fächern Sport intensiviert werden. Ebenso sollen sportliche Aktivitäten in den Lehrplänen aufgewertet und Möglichkeiten der Unterstützung des Unterrichts in anderen Fächern durch den Sport intensiviert werden. Hier, so Pack, stehe die Verbesserung der körperlichen Verfassung der Schüler im Vordergrund.

Der Ministerrat will bei der kommenden Ratstagung Ende Juni grünes Licht für das Sportjahr zur Erziehung geben.



15.5 Westfalenpost

Rope Skipping bringt Bewegung in die Pause

Aus dem altbekannten Seilchenspringen hat sich unter dem modernen Begriff "Rope Skipping" eine gemeinsame Schulhofaktivität der Schüler/innen der Johann-Gutenberg-Schule entwickelt. Unter Leitung der Referendarin Monique Lauströer übte die Klasse 4 b im Sportunterricht diese Trendsportart ein; die ausgebildeten "Experten" geben nun das Erlernte unter dem Motto "Spring dich fit" in der täglichen großen Pause an ihre Mitschüler weiter.

"Bei Rope Skipping kommt es darauf an, alleine, mit einem Partner oder in der Gruppe möglichst schnell und dynamisch zu springen", erklärt Monique Lauströer. Aus ihrer Sicht ermöglicht dieser Sport den Schülern, vielfältige Bewegungserfahrungen zu sammeln und soziale Verhaltensweisen zu erlernen und weiter zu entwickeln. Zudem wird den Kindern so die Möglichkeit gegeben, nach dem langen Stillsitzen im Unterricht ihrem Bewegungsdrang auch auf kleinem Raum freien Lauf zu lassen.

Schulleiter Hans-Jürgen Hense freute sich, dass der Förderverein der Gutenberg-Schule die Erstausstattung - 50 kleine und einige große Seile - finanzierte. Dabei handelt es sich um neonfarbene Kunststoffseile, die sich in den Handgriffen mitdrehen - "das sorgt für mehr Dynamik", so die Referendarin, die den Pausensport mit Musik unterlegt.

Monique Lauströer will aber nicht nur Mädchen und Jungen flott machen. Im Herbst gibt es eine aktive Lehrer-Fortbildung zum Rope Skipping.



Kölner Stadtanzeiger 8.5.

Deutsche Grundschüler sind immer weniger fit

Karlsruhe - Fitness und Motorik bei deutschen Grundschülern werden immer schlechter. Dies geht aus einer am Dienstag in Karlsruhe veröffentlichten bundesweiten Studie hervor. Untersucht wurden fast 1500 Kinder im Alter zwischen sechs und elf Jahren an 33 Schulen, teilte die Universität Karlsruhe mit. Das dortige Institut für Sport und Sportwissenschaft hatte die Studie zusammen mit dem Oberschulamt und mehreren Versicherungen erarbeitet.

Nach Expertenangaben treten in der Altersgruppe vermehrt Unfälle, aber auch langfristige "Zivilisationskrankheiten" wie Rücken- und Kopfschmerzen, Schlafstörungen oder krankhaftes Übergewicht auf. Die Fitness - den Schülern wurden verschiedene Aufgaben aus den Bereichen Motorik, Ausdauer, Kraft und Beweglichkeit gestellt - habe sich im Vergleich zu Tests aus dem Jahr 1980 um bis zu 13 Prozent verschlechtert, berichteten die Projektleiter Klaus Bös, Elke Opper und Alexander Woll. Fast ein Drittel der Kinder spiele nur einmal in der Woche oder noch seltener im Freien.

Zwar sei gut die Hälfte der Schüler in einem Sportverein, doch halte sich auch hier die Eigenaktivität in Grenzen, hieß es. "Die Kinder gehen meistens nur einmal die Woche in den Sportclub und dann werden sie von ihren Eltern mit dem Auto hingefahren", sagte Woll.

Der Bewegungsmangel hat nach Angaben der Experten deutliche Auswirkungen. So seien inzwischen fast 16 Prozent der Schüler übergewichtig, davon sechs Prozent krankhaft. Insgesamt bringen die Kinder durchschnittlich etwa zwei Kilo mehr auf die Waage als ihre Altersgenossen vor 20 Jahren.

Durch den Bewegungsmangel verschlechtert sich nach Feststellung der Mediziner und Sportwissenschaftler auch die Konzentrationsfähigkeit. Über 40 Prozent der Kinder hätten gelegentliche Schwierigkeiten, aufmerksam zu sein, 12 Prozent litten unter ständigen Konzentrationsproblemen. Dies beeinträchtigt nach Angaben der Fachleute nicht nur die schulischen Leistungen der Kinder, sondern erhöht auch das Unfallrisiko.

Unterschiede stellt die Untersuchung zwischen Land- und Stadtkindern fest. Dabei schneiden die Kinder vom Land besser als ihre Altersgenossen in der Stadt ab. Schüler in Ostdeutschland seien in der Regel konditionell fitter als die die Sechs- bis Zehnjährigen in den alten Bundesländern. Allerdings habe sich die Situation überall verschlechtert, hieß es.

Die Karlsruher Projektleiter fordern Konsequenzen. Wer schon mit 6 bis 10 allmählich übergewichtig werde und die Lust am Sport verliere, werde mit 30 kein Marathonläufer mehr. Wer seine motorischen Fähigkeiten nicht im Kindesalter trainiere, für den sei es irgendwann zu spät. Die drei Projektleiter wollen deshalb "Bewegung in die Schule bringen". Sie plädieren für mehr Schulsport und verstärkte Aus- und Weiterbildung der Lehrer. Das Geld, das in Fitness und Gesundheit der Kinder investiert werde, zahle sich später aus.




Kölner Stadtanzeiger 3.5.

Mehr Sport und Spiel in Schulen
Ein Aktionsprogramm soll NRW auch im Wettrennen um die Ausrichtung der Olympischen Spiele 2012 weiter profilieren.

Düsseldorf - Der Landessportbund und die kommunalen Spitzenverbände haben gestern ein „Aktionsprogramm zur Förderung der Zusammenarbeit von Schulen und Sportvereinen in NRW“ gegründet. Demnach sollen alle Schüler in Nordrhein-Westfalen künftig zusätzlich zum regulären Sportunterricht täglich ein Sport- und Spielangebot erhalten. Das ist das Ziel einer Vereinbarung zwischen Land, Städtetag und Landessportbund, mit der sich NRW im Wettrennen um die Olympischen Spiele im Jahr 2012 weiter profilieren will. Das Land will die 1,9 Millionen Euro, die es jährlich für freiwillige Schulsportgemeinschaften ausgibt, künftig auf diese Aufgabe konzentrieren.

Zusätzlich wollen der Sportbund und das Land pro Jahr jeweils weitere 50 000 Euro bereitstellen. Das Aktionsprogramm sei ein weiterer Baustein für die Olympiabewerbung der Rhein-Ruhr-Region, sagte Sportminister Michael Vesper (Grüne) am Donnerstag in Düsseldorf. Vesper kündigte zudem Anstrengungen des Landes an, damit die in den Stundentafeln vorgesehen drei Sportstunden pro Woche auch tatsächlich erteilt werden können. Wenn an den Schulen Unterricht ausfalle, dann diene der Sportunterricht oftmals als „Knautschzone“, sagte Vesper. Um dies zu ändern, habe das Landeskabinett bereits über ein Initiativprogramm „Stärkung des Schulsports“ beraten. Wenn an den Schulen die Ganztagsbetreuung ausgeweitet werde, müssten die Vereine einen Teil ihrer Jugendarbeit an die Schulen verlegen, sagte der Vizepräsident des Landessportbunds, Johannes Eulering.

Der Vorsitzende des Städtetags Nordrhein-Westfalen, Ernst-Otto Stüber, sicherte für die Arbeitsgemneinschaft der kommunalen Spitzenverbände die Unterstützung des Aktionsprogramms zu. „Bei diesem Programm haben die Kommunen eine wichtige Mittlerrolle zwischen Schule und Sportvereinen.“ Das Aktionsprogramm diene außerdem der Fortentwicklung des bürgerschaftlichen Engagements.



19.4. Märkische Allgemeine

Mehr Sportunterricht in Brandenburg

Kinder immer langsamer und schwächer

Rein in die bequemen Klamotten und ab auf den Platz oder in die Halle. "Meistens spielen wir Jungen Fußball, die Mädchen machen Jazztanz", sagt der 15-jährige Potsdamer Tobias über den Schulsportunterricht. Mitschüler, die keine Lust auf körperliche Betätigung hätten, "weil sie dick sind oder keinen Bock haben", ließen einfach ihr Sportzeug zu Hause. Zwei Stunden in der Woche kann Tobias sich während des Unterrichts an der Potsdamer Voltaire Gesamtschule austoben.

Das ist jedoch eine Ausnahme, denn seit diesem Schuljahr müssen sich alle brandenburgischen Schüler drei Stunden in der Woche bewegen. "Eine tolle Sache, mit der wir eines der wenigen Bundesländer sind, in denen drei Stunden Schulsport Pflicht sind", sagt die Sportwissenschaftlerin Christa Helmke. Sie ist Vorsitzende des Aktionsbündnisses für den Schulsport im Land Brandenburg. Das möchte mit der Aktionswoche "Gemeinsam etwas bewegen" vom 2. bis 8. Mai in Fürstenwalde (Oder Spree) auf die Probleme des Faches Sport aufmerksam machen.

Einen großen Nachholbedarf habe Brandenburg, weil es nicht genug Turnhallen gibt. In einigen Landkreisen stünden zu wenig oder gar keine Schwimmhallen zur Verfügung. Deshalb seien 14 Prozent aller Grundschüler auch Nichtschwimmer. Und von 3000 Sportlehrern in Brandenburg hätten 500 nur eine 40-stündige Sportfortbildung absolviert, 500 würden gänzlich fachfremd eingesetzt. Durchschnittlich sind die Sportlehrer 45 Jahre alt.

Das Aktionsbündnis fordert, dass vor allem in der Grundschule pädagogisch und fachlich gut ausgebildete Lehrkräfte eingesetzt werden. Wenig oder schlechter Sportunterricht führe verstärkt zu Gesundheitsschäden. Helmke betont: "Da nur die Schule alle Kinder erreicht, muss sie die Grundlage für deren Entwicklung und das lebenslange Sporttreiben bilden."

Fehlentwicklungen nicht nur im Osten

Frank Bittmann, stellvertretender Leiter des Institutes für Sportmedizin und Prävention der Universität Potsdam stellt fest, dass die Förderung der kindlichen Entwicklung in der entscheidenden Phase zwischen dem dritten und elften Lebensjahr nicht mehr den gegenwärtigen Anforderungen genügt. "Vor allem nicht angesichts der sich rasant verändernden Lebensbedingungen wie Computerisierung, Veränderungen der Ernährungsgewohnheiten und der psychosozialen Belastung im Umfeld."

Märkische Sportlehrer würden in den vergangenen Jahren immer häufiger von Bewegungsauffälligkeiten der Schüler berichtet: Die Kinder sind schwächer, laufen langsamer und weniger ausdauernd und haben weniger Kraft. Während 1982 bei etwa 17Prozent der Drittklässler die Wirbelsäule seitlich abwich, konnte dies 1997 schon bei rund 68 Prozent festgestellt werden. Aktuelle Fachliteratur beschreibt, dass "13-Jährige heute den Ball acht Meter kürzer werfen als es Gleichaltrige 1982 taten."

Die Fehlentwicklungen haben besonders seit Anfang der 90er Jahre an Dynamik gewonnen. Zu den Ursachen müssten deshalb Veränderungen zählen, die in den vergangenen 12 Jahren stattfanden. "Da die beobachteten Phänomene eher ein gesamtdeutsches Problem darstellen, scheiden vereinigungsbedingte Aspekte als Hauptfaktoren aus", erklärt Sportmediziner Frank Bittmann.

Infolge der Kommunikationstechnologie mit Computern und Spielkonsolen hätten sich jedoch Lebensumwelt und -gewohnheiten der Kinder intensiv verändert. Laut Landesgesundheitsamt sind Kinder aus Familien mit höherem Lebensstandard - und somit besserer elektronischer Ausstattung - für Bewegungsauffälligkeiten stärker gefährdet. Dafür sind Kinder aus Familien mit niedrigem Sozialstatus häufiger dick. So leiden etwa 15 Prozent der männlichen und 14 Prozent der weiblichen Jugendlichen an Übergewicht. Seit Mitte der 90er ist der Anteil von jungen Märkern mit starkem Übergewicht, auf etwa 5 Prozent gestiegen - Tendenz steigend. "Vor allem in Brandenburg müssen wir die Kinder zur sinnvollen Freizeitgestaltung nach der Schule in Sportvereinen aktivieren", so Helmke.

Sport-Förderunterricht ist noch unzureichend

Einige der Kritikpunkte des Aktionsbündnisses hat das Bildungsministerium in dem ab kommendem Schuljahr gültigen Rahmenplan für den Sportunterricht der Klassen sieben bis zehn bereits berücksichtigt. So sollen alle Brandenburger nach Abschluss der zehnten Klasse in mindestens zwei Disziplinen sicher und ausdauernd schwimmen können. Auch Trendsportarten und Fairness sollen künftig vermittelt werden. Zudem findet Sport fachübergreifend statt. "Im Wassersport können die Schüler auch gleichzeitig etwas in Geografie oder Biologie lern en", erklärt Helmke.

Unzureichend sei jedoch bisher laut Aktionsbündnis der Sport-Förderunterricht realisiert worden. Damit soll Kindern, die sich dem Sport aus Angst, geringem Bewegungsdrang oder Konditionsschwächen verweigern, ein persönliches Erfolgserlebnis verschafft und Anleitung zur Bewegung gegeben werden. Christa Helmke sagt: "Da mangelt es noch an Finanzen".
 
 



12.04. DSB-News

DSB-Präsidium will die Schulsport-Untersuchung forcieren

Das Präsidium des Deutschen Sportbundes (DSB) hält es für dringend notwendig, die langdiskutierte "Untersuchung der aktuellen Situation des Schulsports in Deutschland" zu initiieren und gemeinsam mit der Kultusministerkonferenz und den Kultusministern der Länder als Kooperationspartnern in Auftrag zu geben.
Der Deutsche Sportbund ist bereit, sich an den Kosten zu beteiligen. In einem nächsten Schritt soll die Vorsitzende der Kultusministerkonferenz, die thüringische Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur, Prof. Dr. Dagmar Schipanski, um ein Gespräch gebeten werden, um den Untersuchungsauftrag auf den Weg zu bringen und die Finanzierungsmöglichkeiten zu erörtern.


12.04. DSB-News

Sport muss fester Bestandteil des Berufsschulunterrichts sein

Stellungnahme des Deutschen Sportbundes zur aktuellen Situation

Die prekäre Situation des Schulsports in den Berufsschulen ist seit Jahren ein Dauerbrenner im Bereich des organisierten Sports und in den bildungspolitischen Gremien. In Zusammenarbeit mit dem Bundesverband der Lehrer an Wirtschaftsschulen will der Deutsche Sportbund (DSB) diese Problematik erneut thematisieren. Dazu hat die Präsidialkommission Schulsport eine Stellungnahme erarbeitet, mit der sich das DSB-Präsidium in seiner letzten Sitzung beschäftigte. Das Präsidium stimmte der Stellungnahme, die wir nachfolgend im Wortlaut veröffentlichen, einstimmig zu:

Die Situation des Sportunterrichts an Berufsschulen stellt sich nach vielen Jahren der Problemdarstellung leider immer noch sehr problematisch und
unverbessert dar. Die seitens des DSB erstellten Forderungen für einen qualitativen Schulsport, die im Zweiten Aktionsprogramm für den Schulsport (1985) und der aus einer Anhörung zum Schulsport stammenden Resolution (1997) sowie einem Orientierungsrahmen (2000) verankert sind, sind bis heute noch
immer gültig. Sie sind grundsätzlich auf alle Schulformen zu beziehen, also auch auf den Sportunterricht in den beruflichen Schulen.

Allerdings ist der besondere Aspekt der Berufsschule in ihrer Eigenart und Einzigartigkeit als Teilzeitschule in einem dualen System, in dem die
Ausbildung in Betrieb und Schule parallel verläuft, eingehender zu betrachten. Trotz aller bestehenden Probleme muss der Sport auch an beruflichen Schulen
einen unbestrittenen und unaustauschbaren Platz als verbindlicher Teil des ganzheitlichen Bildungsangebots einnehmen.

Vorrangiges Ziel des Sportunterrichts an beruflichen Schulen sollte es sein, zumal diese Phase der schulischen Ausbildung die letzte Möglichkeit darstellt,
das Interesse der jungen Erwachsenen am Sport über die Schulzeit hinaus lebendig zu erhalten und Sport als Lebensinhalt näher zu bringen, die Bewegungs-, Gesundheits- und Sozialkompetenz zu vertiefen. Da diese die Grundlagen für berufliche Tätigkeiten bilden und darüber hinaus die
erforderliche Arbeits- und Lernkompetenz entwickeln. Den Anforderungen der Arbeitgeber entsprechend kann der Schulsport in der Berufsschule einen Beitrag zur Entwicklung von sozialem Verhalten leisten, weil er in vielen Situationen zugleich Lerngelegenheiten zum Umgang mit Regeln, zum organisierten und mit anderen abgestimmten Handeln, zu Kooperationen, zu Achtung von Mit- und Gegenspielern, zu fairem Verhalten sowie solidarischem Handeln bietet. Wobei soziales Lernen vor allem in einer "individualisierenden" und sich weiter differenzierenden Gesellschaft an besonderer Bedeutung gewinnt. Kompetenzen wie Teamgeist, Spontanität, Leistungsbereitschaft und Konzentrationsfähigkeit, die im Schulsport gesammelt und ausgebaut werden können, spielen in der beruflichen Ausbildung und der späteren Arbeitswelt eine entscheidende Rolle. Diese Werte werden durch den Schulsport ausgebildet und
gefördert. Deshalb erscheint es relevant, auch den Ausbildungsbetrieben den Wert des Sports für die Schülerinnen und Schüler an den Berufsschulen zu
verdeutlichen.

Darüber hinaus sollte der Schulsport an berufsbildenden Schulen aber auch auf berufseinsteigende und berufsbezogene Anforderungen und Belastungen
kompensatorisch und präventiv wirken. Von daher darf sich Sport an beruflichen Schulen nicht im planmäßigen Unterricht erschöpfen. Sportliche Aktivitäten
haben nur einen Sinn, wenn sie kontinuierlich betrieben werden. Deshalb muss - vor allem bei Blockunterricht – außerunterrichtlicher Schulsport (z.B.
Pausensport, Arbeitsgemeinschaften, Förderkurse, Wettbewerbe) angeboten werden.

Ergänzend zu dem Sportangebot der Berufsschule sollte den Jugendlichen auch die Gelegenheit zur Sportausübung im Betrieb ("aktive Pause") eingeräumt werden. Eine Verlagerung oder Delegierung des Sportunterrichts von der Berufsschule in die Vereine oder außerschulische Einrichtungen, wie dies in Hamburg erprobt wurde, ist aus Sicht des DSB abzulehnen. Da gerade diejenigen Schülerinnen und Schüler, die unzureichende Bewegungserfahrungen oder motorische Leistungsschwächen besitzen und deren Freizeitinteressen häufig nicht auf dem Gebiet des Sports liegen, auf dem Weg von der Schule in den Verein verloren gehen werden.

Nach dem Auslaufen des umstrittenen und letztlich als erfolglos zu bezeichnenden Gutscheinvertrages des "Bündnisses für Ausbildung", mit dem beabsichtigt wurde, den Sportunterricht in der Berufsschule "stufenweise durch Angebote des Vereinssports" zu ersetzen, kann glücklicherweise vom 1. August 2002 an im dualen Ausbildungssystem der Berufsschulen in Hamburg wieder Sportunterricht angeboten werden. Hierzu müssten allerdings didaktische Konzepte mit neuen Formen und neuer Kreativität entwickelt werden. Darüber hinaus müssten evtl. auch letzte Hindernisse bei Handwerks- und Handelskammer ausgeräumt werden. Und nicht zuletzt sollten im außerschulischen Bereich bereits bestehende Kooperationsprogramme (‚Schule und Verein’) auch den Bereich der Berufschulen erfassen und sich dort etablieren.

Um jedoch zukünftig eine Verbesserung der Voraussetzungen des Berufsschulsports - vor allem im Teilzeitbereich - bewirken zu können, sollten alle für die
Erziehung der Heranwachsenden verantwortlichen Institutionen und Partner, wie Lehrer, Eltern, Parlamente, Schulverwaltung, Schulträger, politische Parteien,
Gewerkschaften, Arbeitgeber-organisationen, Ausbildungsbetriebe, Ärzte, Hochschulen und Kirchen ihren bestmöglichen Beitrag leisten, um die Jugend über
die Schulzeit hinaus für den Sport zu gewinnen sowie im Sport und über den Sport zu erziehen.

Von daher ist es für die zukünftige Qualitätssicherung des Schulsports im dualen System der Berufsausbildung wesentlich,


Schulsport bzw. Sportunterricht als fester Bestandteil der Bildung muss künftig auch an beruflichen Schulen sichergestellt und noch besser ausgestaltet werden. Ein regelmäßiger Sportunterricht ist aus den genannten Gründen auch für die berufsbildenden Schulen unverzichtbar.




Hamburger Morgenpost 11.4.

Rau gibt Startschuss für Kampagne «Sport tut Deutschland gut»
 

Berlin (dpa) - Bundespräsident Johannes Rau hat in Berlin den Startschuss zur Kampagne «Sport tut Deutschland gut» gegeben. «Der Deutsche Sportbund will unser Bewusstsein dafür schärfen, dass der Sport nicht Sportlern gut tut, sondern dem ganzen Land», erklärte der Schirmherr der Kampagne im Schloss Bellevue.

Als Botschafter des Sports wurden Rodel-Idol Georg Hackl und die Eisschnellläuferin Monique Garbrecht-Enfeldt gewonnen. Die Kampagne, die an die «Trimm-Dich»-Bewegung anknüpft und über vier Jahre laufen wird, soll vor allem die sozialpolitische Rolle des Sports in der Gesellschaft bei der Gesunderhaltung sowie der Integration von Ausländern und Behinderten weiter ausbauen.

«Es muss uns gelingen mit dieser breiten Kampagne auch auf Defizite der Gesellschaft hinzuweisen, die wir zum Beispiel im Schulsport oder im Sportstättenbau in Ost und West beklagen», unterstrich DSB-Präsident Manfred von Richthofen bei der feierlichen Eröffnung. «Der Sport versteht sich nicht als Reparaturwerkstatt für alle Übel dieser Zeit. Aber er versteht sich als ein dynamischer Ort des gesellschaftlichen Geschehens, an dem sich menschliche Fähigkeiten etwa im Spiel entfalten, verbinden und verstärken können», fügte er hinzu.

Die historische Bedeutung ergebe sich vor allem aus der Sorge um den Bewegungsmangel bei Kindern und Jugendlichen sowie über ein aus den Fugen geratenes Gesundheitssystem, erklärte der DSB-Chef. Zudem müsse berücksichtigt werden, wie sehr sich die Zusammensetzung der Gesellschaft in den vergangenen Jahren verändert habe. Es sei eine Aufgabe des Sports, die in Deutschland lebenden über sieben Millionen Menschen aus 100 Ländern zu verbinden.

Der Deutsche Sportbund setzt bei der groß angelegten Kampagne vor allem auf die Wirksamkeit seiner 88 000 Vereine. Für die kommenden Monate sind tausende Aktionen geplant.


LSB Brandenburg 11.4.

Aktionswoche Schulsport

Eine Aktionswoche Schulsport organisieren das Aktionsbündnis für den Schulsport im Land Brandenburg und der Landessportbund Brandenburg vom 6. bis 8. Mai 2002 in Fürstenw alde/Spree. Das Programm der Aktionswoche, die im Rahmen der Fürstenwalder Frühlingswochen stattfindet und einen Vorgriff auf das landesweite Jahr des Schulsports 2003 darstellt, wurde beim Bürgermeister-Pressegespräch am 5. März im Fürstenwalder Rathaus präsentiert.Sportbegeisterte Schülerinnen und Schüler können sich auf vielseitige Mitmach-Angebote freuen, zu denen unter anderem ein „Lauf für Solidarität und Toleranz“ und sogar ein Mini-Triathlon gehören. Lustige Wettspiele bei ”Mach mit – mach’s nach – mach’s besser” und der Wettbewerb ”Sportliche Familie” sollen auch die nicht ganz so flinken und beweglichen Kinder und ihre Eltern ansprechen. Einen Programm-Höhepunkt für alle verspricht die Sparkasse Oder-Spree mit der „Schulsportgala“.

Wie Peter Haase, Referatsleiter Sport im Landessportbund und Geschäftsführer des Aktionsbündnisses Schulsport im Land Brandenburg sowie Günter  Lehmann, Referent Breitensport im Landessportbund, erläuterten, gehören zur Aktionswoche neben praktischem Sporttreiben auch Informations- und Diskussionsrunden zur Situation des Schulsports im Land Brandenburg. Bei einem Podiumsgespräch zur Eröffnung der Schulsport-Woche werden Probleme des Schulsports und Forderungen an die Verantwortlichen zur Sprache kommen, und in einem Elternseminar unter Leitung von Prof. Frank Bittmann geht es um Folgen von Bewegungsarmut im Kindesalter und den Beitrag des Schulsports für die Gesundheit unserer Kinder.
 

Kontakt: Günter Lehmann, Landessportbund Brandenburg, Tel. (03 31) 9 71


Oberbayrisches Volksblatt 10.4.

Kletterwand in der Schule

Teamarbeit zwischen Lehrern und Schülern machts möglich

Teamarbeit zwischen Schülern und Lehrern und Sponsoren haben am Gymnasium Gars dafür gesorgt, dass nun eine eigene Kletterwand zur Verfügung steht. Initiiert wurde das Projekt vom Sportfachbetreuer Erwin Sternischa, der nicht nur tatkräftig selbst mitarbeitete, sondern auch noch viele Mitstreiter gewann. Im Rahmen einer kleinen Feierstunde wurde die Wand, die in einem Treppenhaus bei der neuen Sporthalle angebracht ist, zur Nutzung frei gegeben.

Die Schüler Pascal Moos, Michael Schillmaier und Korbinian Auer arbeiteten zusammen mit Sternischa und den Lehrern Karl Janßen und Michael Kürschner rund 60 Stunden beim Bau der Kletterwand. Unterstützung fand Sternischa auch bei den Fratres Gerhard, Hubert und Vitus vom Redemptoristen-Kloster und bei Hausmeister Albert Fischer. Obwohl so weit wie möglich Kosten eingespart wurden - unter anderem gewährten die Firmen Sonderkonditionen beim Material - brauchte die Schule für die Umsetzung auch Sponsoren: Die Garser Unternehmen Schwarzenbeck, Kreissparkasse und Raiffeisenbank spendeten spontan, den noch fehlende Restbetrag finanzierte der Elternbeirat.

Für Sternischa verbessern sich mit dieser Kletterwand die Rahmenbedingungen für den Sportunterricht an der Schule: Im regulären Sportunterricht können Teilgruppen aus Sportklassen zwischendurch an der Wand klettern, nicht zuletzt, um etwas zu tun gegen immer mehr festzustellende Muskelschwächen. «Außerdem bereichert die Wand auch unsere Aktiv-Pause», so Sternischa. Schulleiter Rupert Baab dankte «Projektleiter» Erwin Sternischa für die «tatkräftige Unterstützung dieser genialen Idee.»
 


9.4. Pyrmonter Nachrichten

Sportunterricht – mal ganz anders

Aus der Frage eines Zehntklässlers: „Können wir im Sportunterricht nicht mal was anderes machen als immer nur Leichtathletik, Turnen
oder Ballspiele?“ entwickelte sich jetzt an der Realschule Lügde ein Unterrichtsprojekt der besonderen Art.

Sportlehrer Uwe Tillmanns vereinbarte mit dem Inhaber des Lügder Fitnessclubs „fit & fun“, Stefan Gansle, ein sechswöchiges Schnuppertraining für die Jungen der Klassen 10 a und 10 b. Gansler stellte den 24 Jungen seinen Club vor den normalen Öffnungszeiten zur Verfügung. Jeweils freitags um 8 Uhr morgens hieß es für die Realschüler: „Ran an die Geräte.“ Nach sorgfältiger Einweisung in die Handhabung der Fitnessgeräte absolvierten die Jungen unter Anleitung und nach ausgearbeiteten Trainingsplänen verschiedene Übungen für Bauch und Rücken, Schultern und Brust, Arme und Beine. Und das Training kam bei den Schülern prima an. „Das können wir ruhig bis zu den Sommerferien verlängern“, fanden Magnus und Rouven.

Auch Lehrer Tillmanns war sehr zufrieden: „Bezüglich ihrer Motivation sind einige Schüler im Fitnessclub nicht wiederzuerkennen.“ Besonders gefreut hat Tillmanns, dass fast alle den Drei-Kilometer-Lauf, der jeweils zum Abschluss des Trainings von der Siemensstraße bis zum Lügder Schulzentrum unternommen wurde, ohne zu murren durchgestanden haben.



6.4. Göttinger Tagblatt

DSB-Präsident warnt: Schulsport nicht zur Disposition stellen!

Ungeachtet dessen gibt es bundesweit Initiativen, die versuchen, den Schulsport zu beleben, ihn als ein Fach zu präsentieren, das in der ganzheitlichen Ausbildung ein wesentliche Rolle zu spielen vermag. Vermehrt schalten sich Ärzte in die Diskussion ein, wie der Ausschuss für Präventions- und Rehabilitationsmedizin der Bezirksstelle Südniedersachsen der Kassenärztlichen Vereinigung. Unter Vorsitz von Dr. Thomas Suermann hat der Ausschuss eine Veranstaltung konzipiert: Das 1. Schulsportforum Göttinger Ärzte „Ein Fach im Abseits”. Es findet am 22. April (Montag) von 19.30 bis 21.20 Uhr in der Aula des Theodor-Heuss-Gymnasiums (Grotefendstraße) statt. Drei Referate sowie eine Podiumsdiskussion – unter anderem mit Minister Thomas Oppermann – stehen auf dem Programm. Doch ehe wir uns in weiteren Berichten den lokalen Gegebenheiten zuwenden, wollen wir einen Blick in die Republik werfen. Beginnend mit dem Saarland. Dort hat Annegret Kamp-Karrenbauer, Ministerin des Innern und des Sports, im vergangenen September eine auf drei Jahre ausgelegte wissenschaftliche Untersuchung in Auftrag gegeben. Der Titel der Aktion am St. Ingberter Albertus-Magnus-Gymnasium: „Interdisziplinäre Evaluierung der Fitness bei Kindern in saarländischen Schulen.” Idefiks lautet der etwas einprägsamere Kurzname. Drei Bereiche stehen im Mittelpunkt der Untersuchung durch die Wissenschaftler: Gesundheits- und Fitnessbeurteilung, Bewegungsaktivitäten und motorischer Leistungsstand. Rund 700 Schüler der Klasse sechs und neun nehmen an diesem Projekt teil.

In Schleswig-Holstein hat die Landesregierung 2002 zum ,Jahr des Schulsports‘ deklariert. Die Initiative muss nach Ansicht des Präsidenten des Landesportverbandes, Ekkehard Wienholtz, dazu genutzt werden, um den Schulsport „in seiner einzigartigen fächerübergreifen Bedeutung künftig als unaustauschbares Kernfach im Schulalltag anzusehen und entsprechend zu verankern”. Kein leichtes Unterfangen in einer Zeit, in der die berühmte PISA-Studie die Nation gerade drastisch darauf hingewiesen hat, wo die ,wahren’ Defizite liegen. Doch das ist in den Augen des Präsidenten des Deutschen Sportbundes, Manfred von Richthofen, kein Grund, den Schulsport weiter in seinem Mauerblümchendasein zu belassen. In einem Beitrag für den Pressedienst des DSB warnte der Berliner davor, das Schulfach Sport endgültig zur Disposition zu stellen. „Diesen Bürokraten schicken wir die Untersuchungen zu, die erschreckende Zahlen über den mangelhaften Gesundheitszustand und fehlende körperliche Fitness von Kinder und Jugendlichen aufweisen.” Nach neueren Studien haben 56 Prozent der 12- 18-Jährigen Haltungsschäden, 40 Prozent Übergewicht, 17 Prozent der Grundschulkinder Fettstoffwechselstörungen, lebt jeder Vierte mit Kreislaufproblemen.

Alarmierende Zahlen und vorläufiger negativer Höhepunkt einer Entwicklung, die nicht erst seit gestern eingesetzt hat. Sie veranlasste die LSB-Vizepräsidentin Hessens, Svea Rojahn zu der Forderung: „Wir brauchen ein breites Verständnis für Bewegung und Sport und in der Elternschaft.” Schließlich würden Basisfähigkeiten wie Konzentration, Lernfähigkeit und Merkfähigkeit durch Sport verbessert. Und Sabine Sabinarz-Otte (Mainz) vom Bundeselternrat schließlich sagte: „Es gibt kein Fach, dass so viel für andere Fächer macht wie der Sport.”



Kölner-Stadt-Anzeiger 22.3.

Lehrer fordern mehr Bewegung
Es bestehen Befürchtungen, dass bald weiterer Sportunterricht ausfällt

Für viele Schüler sind die im Lehrplan vorgeschriebenen drei Wochenstunden Sport Illusion. Das kritisierten Veranstalter wie Teilnehmer des „Tages des Schulsports“ in der Deutschen Sporthochschule. Zu der Fortbildung mit dem Motto „Mehr Bewegung in die Schule“ kamen 600 Sportlehrer.

Die Situation sei teilweise „haarsträubend“, so Sporthochschul-Direktor Walter Tokarski. „Die meisten Schüler haben zwei Sportstunden oder weniger.“ Der Professor warnt davor, sich „nach Pisa“ nur auf „Rechnen, Schreiben, Lesen“ zu stürzen. „Das kann zu einem Bumerang werden.“ Sport fördere auch die kognitiven Leistungen. Regierungspräsident Jürgen Roters findet das Trainieren von Fairness und Regeltreue wichtig und fordert: „Der Sport muss in den politischen Diskussionsforen vertreten sein, sonst wird er übergangen.“ Dafür will er sich bei der Landesregierung einsetzen.

Bernd Feldhaus, Sportdezernent der Bezirksregierung, rät Eltern, auf die dritte Sportstunde zu bestehen. „Wir haben nicht zu wenig Sportlehrer. Wir haben nur zu wenige, die auch als solche eingesetzt werden.“ Tokarski berichtete gar von einer Schule, in denen Schülern nahe gelegt wird, Sport nicht als Leistungskurs zu wählen. Neue Richtlinien für den Sportunterricht führen „weg vom engen, traditionellen sportiven Weltbild der 70er Jahre“ hin zu einem „offenen Bewegungskonzept“, das auch Trendsport einbezieht, wo es Sinn macht. Feldhaus: „Sportunterricht ist ja kein Animationsbetrieb.“ Da mit einem unerwarteten Geldsegen nicht zu rechnen ist, will Roters die Kooperation mit Vereinen, etwa zur Rekrutierung ehrenamtlicher Übungsleiter, ausbauen.



Weser-Kurier 21.3.

Unterricht soll attraktiver werden

Osnabrück (dpa). Mit neuen Sportarten wie Inline-Skating oder Hip-Hop-Tanzkursen in Schulen will die Bezirksregierung Weser-Ems den Schulsport attraktiver machen. Die eigens gegründete und in Niedersachsen einmalige „Initiative Pro Schulsport“ solle das ins Abseits gedrängte Schulfach wieder ins rechte Licht rücken, sagte Sportdezernent Matthias Möllering von der Bezirksregierung Weser-Ems zum gestrigen Auftakt in Osnabrück.

Mehr als 400 Grundschullehrer aus Weser-Ems nahmen an Work-Shops zu den modernen Sportarten der Universität Osnabrück teil. Unterstützt wurde die Initiative außerdem vom niedersächsischen Turnerbund und von Krankenkassen.

Damit Lehrer mehr begehrte Sportarten anbieten können, müssten sie verstärkt weiter gebildet werden. „Allein in den Grundschulen hat jeder dritte Lehrer, der Sport unterrichtet, keine spezifische Ausbildung“, sagte Möllering. Der Anteil fachfremder Lehrer im Sportunterricht solle auf maximal zehn Prozent gesenkt werden.

Die Initiative soll zudem mehr Kinder animieren, sich zu bewegen. Die Zahl von Mädchen und Jungen mit Bewegungsdefiziten oder Übergewicht habe stark zugenommen, sagte Möllering. „Es gibt Kinder, die kriegen nicht genug von Sport, aber viel zu viele machen nichts.“


Torgauer Zeitung 20.3.

Sportförderunterricht statt Attest

Landkreis (TZ/pm). Gezielter Sportförderunterricht an den Schulen des Landkreises rückt in greifbare Nähe. Dahinter steckt der Gedanke, Kindern und Jugendlichen mit gesundheitlicher Beeinträchtigung nicht schlechthin nur eine Sportbefreiung oder Teilbefreiung zu erteilen, sondern sie so zu fördern, dass es ihrer Gesundheit zugute kommt.

Konferenz als Anstoß
Geboren wurde die Idee während der 1. Gesundheitskonferenz des Landkreises, die das Gesundheitsamt im Jahr 2000 organisiert hatte. Daraus resultierte zunächst die Gründung einer Arbeitsgemeinschaft, die sich mit Haltungsschwächen und Haltungsschäden von Schülern befasste. Sachsenweit ist ein Trend zum Anstieg dieser Schäden bei Kindern und Jugendlichen im Schulalter zu beobachten, und auch der heimische Landkreis zeigt diese Tendenz auf...

"Drei Gruppen von gesundheitlich beeinträchtigten Schülern soll mit dem Sportförderunterricht geholfen werden", erklärt Amtsärztin Dr. Helke Zirm die Herangehensweise: "Jenen mit Haltungsschwächen und -schäden durch gezielten Muskelaufbau im Rumpfbereich, den Asthmatikern durch gezielte Übungen für mehr Kondition vor allem im Ausdauerbereich, und zum dritten den Übergewichtigen, bei denen psychische Probleme im Sportunterricht schnell zu Koordinierungsstörungen führen."

"Auffrischung" fürs Wissen
Das Gesundheitamt hat inzwischen entsprechende Kontakte mit dem Regionalschulamt aufgenommen, das mittlerweile auch mit "im Boot" sitzt. Im Bereich Torgau konnte dank dieser Zusammenarbeit ein 15stündiger Lehrgang für Sportlehrer aus 13 Schulen veranstaltet werden, in dem sie ihr Wissen in puncto gezielter Förderung auffrischen konnten und der vom Regionalschulamt zertifiziert wurde. Ein gleicher wird in der kommenden Woche im Bereich Oschatz stattfinden...

Ziel: Nächstes Schuljahr
Inzwischen sondieren die Sportlehrer die betroffenen Schüler. Über jene mit einer Sportbefreiung hinaus sollen dabei auch Kinder mit sichtbaren, aber noch korrigierbaren, Haltungsschwächen erfasst werden. Diesem Zahlenüberblick wird dann im April ein weiterer Gedankenaustausch beim Gesundheitsamt folgen, in dem es um die konkrete Umsetzung gehen soll. Gespräche mit den Schülern, deren Eltern und den Lehrern sind der nächste Schritt. Ziel ist es, bereits im kommenden Schuljahr den Sportförderunterricht im Landkreis anzubieten.

Zahlen und Fakten:
An Haltungsschwächen bei Schülern wurden im Jahr 2000 festgestellt - bei 7,7 Prozent der Eingeschulten
- bei 8,5 Prozent in den 2. Klassen
- bei 9,0 Prozent in den 9. Klassen
Haltungsschäden wiesen im Jahr 1995 in den 9. Klassen 6,5 Prozent der Schüler auf, im Jahr 2000 waren es bereits 10,5 Prozent



 

Saarbrücker Zeitung 20.3.

Schulstunden, ganz frei von Monotonie

Das Pilotprojekt "Dezentrale Fortbildung von Sportlehrern" zog nach einem Jahr eine positive Bilanz
 

Merzig-Wadern. Rund 20 Schüler der St. Josef-Grundschule in Merzig toben mit Michael Berndt durch ihre Turnhalle. Von Monotonie und Langweile ist in dieser Sportstunde keine Spur zu sehen. Keine gelangweilten Schüler, die in der Ecke stehen und keiner, der nicht mitmachen will. Um die Wette laufen steht auf dem Programm, Berndt teilt die Schüler in zwei Gruppen ein. Aber dies hier ist alles andere als ein gewöhnlicher Lauf. Erst einmal werden Hindernisse in Form von bunten Schaumstoff-Türmchen aufgebaut, unter denen die Sprinter dann später hindurchmüssen. Das aktive Mithelfen beim Aufbauen und das Hindurchkrabbeln macht den Grundschülern offensichtlich einen Riesenspaß.

Die ersten Schüler fangen an zu kichern, denn ein Turm ist eingestürzt. Da war wohl einer zu übereifrig und hat nicht richtig aufgepasst. Auch Michael Berndt lacht mit. Er richtet das Hindernis wieder auf. Der 29-jährige Sportlehrer arbeitet seit 15. Februar 2001 als Projektleiter der dezentralen Fort- und Weiterbildung für Grundschullehrer im Fach Sport im Landkreis Merzig-Wadern.

Unterrichtstunden wie diese gehören mit zu seinem Aufgabengebiet. Sein erklärtes Ziel ist es, Pädagogen die Freude am Spiel zu vermitteln und fachfremd unterrichtenden Lehrern neue Anregungen für einen abwechslungsreichen Sportunterricht aufzuzeigen.

Entstanden ist das Projekt, finanziert mit Geld der Saarländischen Sporttoto-Gesellschaft, durch eine Initiative des Landkreises, des Ministeriums für Bildung sowie dem Landessportverbandes.

Bisher ist die Aktion gut angelaufen, lautet die erste Bilanz der Initiatoren. Über 120 Grundschullehrer besuchten im verganenen Jahr die Großfortbildungsveranstaltungen, die von Michael Berndt und Realschullehrer Karl-Heinrz Scherer betreut wurden. Ergänzt wurde das Angebot durch die praktischen Demonstrationen im Unterricht und die Einbindung der Schulen beim Festival des Sports im vergangenen Jahr und den aktuellen Schullaufmeisterschaften.

Mit Unterstützung der Sparkasse Merzig-Wadern hat sich 2001 das Projekt auch bei der Sparkassen-Sportabzeichenaktion beteiligt und hier eine Teilnehmersteigerung von 60 Prozent erreichen können. Das Projekt ist zunächst auf zwei Jahre befristet, aufgrund der positiven Halbzeitbilanz hofft der Landkreis, dass es im nächsten Jahr weitergeht. "Abgesehen von der Resonanz, ein abwechslungsreicher Sportunterricht ist auch wichtig, damit Haltungsschäden und Übergewicht vorgebeugt werden können", gibt Landrat Michael Kreiselmeyer zu bedenken...


Kölner Anzeiger 20.3.

„Muskeltraining gehört zum gesunden Leben“

Die Jugendlichen wollen den Sportunterricht am Gutenberg-Gymnasium in Bergheim durch gezieltes Training ergänzen und etwas für die Gesundheit tun.

Bergheim - Wer Sportarten wie Joggen, Walking, Inline-Skating (zu deutsch: Dauerlauf, Gehen, Rollschuhfahren) betreibt, der ist sicher: „Damit tue ich etwas für meine Gesundheit.“ Dauerbewegung - wie etwa auch bei Ballsportarten - fördert den Kreislauf, stärkt das Herz und beugt Stoffwechselerkrankungen vor, die im Laufe der Zeit zu Herzinfarkt, Schlaganfällen und Zuckerkrankheit führen können. Diese Einschätzung stimme, und doch sei damit nicht die ganze Wahrheit einer sportlich-gesunden Lebensführung beschrieben. Das sagt Diplom-Sportlehrer und Seniorensportler Ulrich Pawlowski aus Bergheim. „Für mich gehört auch Muskeltraining zu einem gesunden Leben dazu.“ Und das komme an den Schulen heute meist deutlich zu kurz, klagt der inzwischen pensionierte Studiendirektor.

Am Gutenberg-Gymnasium hat Pawlowski vor 20 Jahren eine Fitness-Arbeitsgemeinschaft gegründet und lange Jahre betreut. Inzwischen hat Gutenberg-Absolvent Thomas Schneider die Leitung der AG übernommen. Für die rund 30 Teilnehmer bietet er drei Trainingseinheiten pro Woche an. Jeder bekommt seinen individuell zugeschnittenen Trainingsplan. Gemeinsam renovierten die Schüler mit Schneider den Übungsraum im Keller der Schule und rüsteten ihn mit gebrauchten Geräten modern aus - Eigeninitiative, die auch bei Schulleiter Volker Piesche ankam.

„Ein Schlauer trimmt die Ausdauer“ - mit solchen Slogans wurde in den 80er Jahren beispielsweise für regelmäßiges Joggen geworben. Das war zu jener Zeit durchaus berechtigt, glaubt auch Pawlowski: „Der Sportunterricht krankte früher daran, dass er mit Übungen des Geräteturnens überfrachtet war. Heute hat die Spielerziehung, oft in Mannschaftsspielen, den größten Anteil an den Sportstunden. Kraft- und Haltungsschulung bleiben dabei meist auf der Strecke.“ Umso wichtiger findet es Pawlowski, das schulische Sportangebot in der AG zu korrigieren, zumal sitzende Tätigkeiten schon bei den Jüngsten den Alltag bestimmten.

Die meisten Teilnehmer an den Trainingseinheiten der AG sehen weniger aus wie muskelbepackte Bodybuilder. Selbstredend sind Dopingmittel tabu. Viele der Schüler sehen in der AG eine optimale Ergänzung für andere Sportarten wie etwa den in Bergheim populären Basketballsport.„Das Krafttraining hält mich fit und macht mich schneller beim Korbleger“, hat der 18-jährige Aufbauspieler Olivier Wawrzuta erfahren.

Körper nicht überfordern

Ähnlich sieht es auch Alex Weitzel. Der 14-Jährige wird von Schneider noch sehr behutsam an die Hantelbänke und Kraftmaschinen herangeführt. „Eigentlich ist es aufgrund des Wachstums besser, erst mit 15 oder 16 anzufangen“, betont Schneider. Alex, der die 8. Klasse besucht, beherzigt den Rat, macht mit weniger Gewichten lieber mehr Wiederholungen, um seinen Körper nicht zu überfordern. Er schätzt das Hantel- und Boxtraining nicht nur als Grundlage für Basketball, sondern auch für sein zweites Hobby: das Turmspringen.

Said Gholami (16) und Paul Duda (17) helfen sich gegenseitig beim Bankdrücken. „Stets zu zweit“, das ist eine der Regeln in der AG. Außerdem wird auf „antagonistisches Training“ geachtet, bei dem die einzelnen Muskelpartien ausgewogen gefordert werden. Wenn etwa Übungen für den Bizeps gemacht werden, dann folgen auch Belastungen für den Trizeps, damit sich die Muskulatur nicht einseitig, und damit schädlich, für den Bewegungs- und Haltungsapparat ausbildet. Der Muskulatur kommt neben ihrer Halte-, Stütz- und Bewegungsfunktion besondere Bedeutung für den Stoffwechsel zu. Wissenschaftler fordern inzwischen, dass ein Gesundheitstraining - etwa bei Schülern - zu mindestens gleichen Teilen aus Ausdauer- und Kraftelementen bestehen soll. Der Unterricht in der AG stützt sich etwa auf Erkenntnisse von Professor Klaus Zimmermann, Privatdozent an der Uni Chemnitz. Der ausgewiesene Fachmann für Gesundheitssport hält eine Unterordnung des Krafttrainings unter das Ausdauertraining für nicht gerechtfertigt.

Muskelaufbau ohne Dopingmittel - das erfordert auch Durchhaltevermögen, wie Pawlowski aus langjähriger Erfahrung weiß: „Anfangs gibt es meist eine rapide Leistungssteigerung, dann aber kommen auch lange Phasen, in denen es kaum Verbesserungen gibt. Wer dann durchhält, bis er sich wieder deutlich verbessern kann, verändert auch sein Bewusstsein. Ziel ist, den Spaß an einer gesunden Form des Sports ein Leben lang zu behalten.“
 


Kölnische Rundschau 19.3

Berufskolleg Perlengraben: Neuer Sportunterricht - Multimediawettbewerb

Statt Basketball und Fußball stehen Ausdauer und Erleben im Stundenplan

In der Turnhalle ist es ruhig. Gerade noch haben die zwölf Schüler des Berufskollegs am Perlengraben gekichert und herumgealbert. Jetzt halten alle den Atem an. "Ich spanne jetzt meinen Körper ganz fest und lasse mich fallen! Ihr müsst etwas in die Knie gehen, die Arme nach vorne strecken und mich auffangen!"

Die junge Lehrerin scheint sich ihrer Sache sicher zu sein. Von einem großen Turnkasten will sich Annette Halek (33) in die Arme ihrer Schüler fallen lassen. Die schauen unsicher drein, gespannt sieht einer zum anderen. Doch auf das Kommando der Lehrerin richtet sich die Aufmerksamkeit auf sie. Alle spannen die Arme an. Annette Halek kippt, dann hört man ein klatschendes Geräusch. Die Schüler haben ihre Lehrerin sicher aufgefangen. "Jetzt seid ihr dran! Wer traut sich?", fragt sie grinsend.

Auch wenn es so aussieht, hier findet kein psychologisches Training für Lehrkräfte statt. Sondern mit diesem ungewöhnlichen Sportkurs tritt das Berufskolleg am Perlengraben beim Rundschau-Webbewerb an.Der steht in diesem Jahr ganz im Zeichen des Sports. Er wird von der Kreissparkasse, der Stadtsparkasse und von Netcologne gesponsert und vom Deutschen Sport- und Olympiamuseum unterstützt.

"Im Sportunterricht sollen wir erleben, dass wir einander vertrauen müssen, und uns gegenseitig helfen. Das was wir hier machen, stellen wir anschließend mit unserer Deutschlehrerin Heike Fischer auf die Internetseite", erklärt Nadine Greve (18) aus Porz.Wie die anderen im Sportkurs macht sie gerade ein Berufsgrundschuljahr für Gesundheit und Soziales. Die Schüler erlangen so eine fachgerichtete mittlere Reife und werden auf einen Beruf als Krankenschwester oder Altenpfleger vorbereitet. Sportlehrerin Annette Halek berichtet: "Zurzeit versuchen wir einen neuen Sportunterricht zu entwickeln. Statt der herkömmlichen Sportarten wie Basketball und Fußball stehen Themenfelder wie ,Ausdauer' oder ,Erleben' auf dem Plan.

Der Webbewerb, der Sport mit Multimedia verbindet, passt da gut ins Konzept." Die Sportstunden werden mit dem Fotoapparat und der Videokamera dokumentiert. Neben der Rundschau-Jury wird die Sportpädagogin, die seit zweieinhalb Jahren am Berufskolleg unterrichtet, das Projekt im Frühjahr auch ihren Chefs im Kultusministerium präsentieren.

Obwohl die Schüler in der Stunde viel lachen, scheinen nicht alle von dem ungewöhnlichen Sportunterricht begeistert zu sein. "Wann machen wir denn richtig Sport?", fragt Antonio Lannazzo. Der 16-Jährige spielt lieber Baskettball oder "etwas, bei dem man sich mehr bewegt". Doch auch er engagiert sich beim Webbewerb: "Klar haben wir auch Chancen zu gewinnen. Sonst bräuchten wir ja gar nicht erst mitzumachen."

Mehr zum Wettbewerb
www.rundschau-webbewerb.de


Schwäbische Zeitung 16.3.

Neuer Trend: Taekwon-Do im Schulunterricht

ULM - Nicht nur Fußballspielen, Leichtathletik oder Gymnastik sind bei der Eduard Mörike-Schule fest im Sportunterricht verankert. Taekwon-Do ist jetzt angesagt. So lernen interessierte Schüler der Klassen fünf bis acht, die koreanische Kampfsportart einmal wöchentlich näher kennen.

Was an der Friedrich-von-Bodelschwingh- und der Gustav-Werner-Schule schon seit zwei Jahren im Rahmen einer AG unterrichtet wird, lässt seit Schuljahresbeginn nun auch die Herzen von 120 "Kids" der Mörike-Hauptschule höher schlagen. Taekwon-Do ist der neue Trend im Sportunterricht.

Werner Meule, Leiter einer Ulmer Taekwon-Do-Schule, freut sich über die positive Resonanz der Schüler. "Mehr als 50 Prozent nehmen an dem freiwilligen Unterricht teil." Dabei fiel auf, dass besonders die jungen Schüler an der alten Kampfkunst interessiert sind. "Je älter die Schüler, desto weniger Interesse zeigen sie", berichtet Meule.

Hans Robold, Direktor der Mörike-Hauptschule, ist mit dem Projekt voll und ganz zufrieden. "Seit wir Taekwon-Do in den Sportunterrricht integriert haben, sind die körperlichen Konflilkte in den Pausen zurückgegangen."

Dabei lernen die Schüler in der einstündigen, gemischten "Taekwon-Do-Sportstunde" nicht nur Konflikte zu vermeiden, "sie lernen Tugenden wie Hilfsbereitschaft, Rücksicht und Toleranz", erzählt Meule. Dem pflichtet auch Iris Burkert, Vorsitzende des Elternbeirats bei: "Die Kinder sind selbstsicherer. Sie gehen jetzt besser mit Konfliktsituationen um." Nach den Osterferien ist aber vorerst Schluß mit der Kampfkunst, "denn dann fängt die Leichathletiksaison an", meint Robold. Bis zum Sommer wird Taekwon-Do-Lehrer Meule aber noch den "Weg des Fußes und der Hand" (übersetzt für Taekwon-Do) den "Kids" in einer AG vermitteln. "Und nächstes Jahr ist es zu 90 Prozent wieder fest im Unterricht eingeplant", sagt Robold.

Doch nicht nur das - der Schulleiter versucht auch noch andere, neue Sportarten, in den Sportunterricht zu integrieren. Dafür steht er im ständigen Kontakt mit dem VFL Ulm. "Aerobic wäre nicht schlecht. Vielleicht klappt es ja schon im nächsten Schuljahr", sagt Robold.


15.3. NRZ-Online

"Sport macht Spaß und ist wichtig" - Umfrage

Stadt und Landessportbund starteten bei Schulleitungen, Eltern und Schülern eine große Umfrage. Ergebnisse sollen ausgewertet werden. Neues Stadtforum ist geplant.
KAMP-LINTFORT. Es war keine wissenschaftliche Arbeit, dafür aber eine sehr aufschlussreiche Aktion, die von der Stadt und dem Landessportbund NRW (LSB) als Modellprojekt gestartet worden war: die "Untersuchung zum Schulsport in Kamp-Lintfort." Mit der Befragung der Schulleiter, Lehrer, Schüler, Eltern sollte, so 1. Beigeordneter Dr. Müllmann, eine weitere Hilfe gewonnen werden, um zu klären, wie Schüler besser an Sport herangeführt werden können. Zunächst ging es darum, den "Ist-Zustand" darzulegen. Damit soll erforscht werden, wie man was im Sportunterricht verbessern kann.
LSB-Referent Norbert Käfer: "Der Rücklauf unseres Fragebogens war recht hoch. Insofern ist das aus den Daten gewonnene Ergebnis repräsentativ für den Schulsport in Kamp-Lintfort. Insgesamt wurden 6143 Bögen erfasst und ausgewertet, das waren immerhin 126 316 erfasste Werte". Abgefragt wurde der Grad der Zustimmung auf einer Skala von 1 (= "ich stimme voll zu") bis 4 (="ich stimme gar nicht zu") - zu Aussagen über den Schulsport.
Reinhard Gelzenleuchter (Sportamt): "Bereits ohne eine detaillierte Auswertung wird offensichtlich, dass den Schülern der Sportunterricht Spaß macht und sie ihn gut finden". Außerdem: Fakt ist, dass Eltern, Lehrer, Schulleiter den Sportunterricht als sehr wichtiges Unterrichtsfach ansehen und für alle am Sportunterricht Interessierten viel getan werden kann, um die Situation zu verbessern.
Die Beauftragte für den Schulsport im Kreis Wesel, Helga Pekel, hält viel von der Kooperation Stadt/Landessportbund: "Dies ist der erste Teil der Untersuchung. Jetzt müssen sich noch Schulleitungen, Eltern und Schüler mit dem Ergebnis beschäftigen und die eigene Wertung, speziell für ihre Schule, für ihren Unterricht vornehmen."
So will auch die Stadtverwaltung verfahren: Zunächst einmal sollen die Ergebnisse der Befragung ohne eigene Bewertung an die beteiligten Gruppen und alle weiteren Interessenten weitergegeben werden. Auch auf den Internetseiten der Stadt (www.kamp-lintfort.de) werden die Daten einsehbar sein. Dann kann über über Verbesserungsmöglichkeiten nachgedacht werden. Diese werden von der Verwaltung gesammelt und veröffentlicht. Sie sollen in einem Stadtforum des Sports am 30. Juni erörtert werden.
Hier einige Fragen und Ergebnisse mit den jeweiligen Mittelwerten der Noten 1 bis 4, wobei alles, was über "2" liegt, als verbesserungswürdig angesehen wird. "Schulsport an unserer Schule ist toll": 1,36. "Der Lehrer/die Lehrerin lässt uns im Sportuntericht immer spielen": 2,21. "Für den Sportunterricht haben wir in der Schule genügend Zeit": 2,01. "Der Sportunterricht könnte auch Nachmittag noch sein": 2,69. "Sanitär-Anlagen und Umkleidemöglichkeiten sind sauber und in gutem Zustand":


Kieler Nachrichten 28.2. 2002

Perfekt: Schulsport ist kein "Auslaufmodell"

Kultusminsterin Ute Erdsiek-Rave eröffnete gestern das "Jahr des Schulsports"

Hintergrund dieser Kampagne ist es, in den verbleibenden zehn Monaten zahlreiche sportliche Aktivitäten an Schleswig-Holsteins Schulen auf die Beine zu stellen. "Nahezu an jedem Tag wird es Sportveranstaltungen, unter anderem der bekannte Wettbewerb {sbquo}Jugend trainiert für Olympia', geben – aber auch neue, wie etwa Fußballturniere, Beachvolleyball, Inline-Skating oder Klettern", erläuterte Erdsiek-Rave. In vielen Schulen werden zudem verschiedene Projekttage stattfinden, um Bewegung, Spiel und Sport mehr ins Bewusstsein zu rücken.

Darüber hinaus sollen Sportlehrer mit den Methoden des modernen Sportunterrichts vertraut gemacht werden. Auch das Thema Sport und Gesundheit wird in Zusammenarbeit mit Kinder- und Sportärzten eine Rolle spielen. Workshops zum Thema Ernährung und Sport sollen ebenso ins Leben gerufen werden, wie Vortragsreihen neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse des Schulsports.

Auch wenn dieses Projekt nur bis zum Jahresende befristet ist, verspricht sich Robin Kähler, Direktor des Kieler Uni-Sportzentrums, einen Impuls für weitere Initiativen: "Ich hoffe, dass durch diese Kampagne eine Begeisterungswelle bei Schülern und Sportlehrern ausgelöst wird." Der Präsident des Landessportverbandes Schleswig-Holstein, Ekkehard Wienholtz, ging sogar noch einen Schritt weiter. Schulsport müsse "in seiner einzigartigen fächerübergreifenden Bedeutung künftig als unaustauschbares Kernfach im Unterricht angesehen und entsprechend verankert werden". Zuvor allerdings müsste der Wunsch der zehnjährigen Julia Grams (Grundschule Raisdorf) in Erfüllung gehen: "Es muss künftig mehr Lehrer geben, damit nicht mehr so viele Stunden ausfallen wie bisher."
 
 


zurück

Sportunterricht.de | Sportpädagogik-online