Archiv 2001
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Aktuelle Meldungen rund um den Schulsport
Sportpädagogik-Online und Sportunterricht.de
.. Hier erscheinen - ständig aktualisierte - Meldungen rund um den Schulsport. Im Mittelpunkt stehen Beiträge, welche die Bedeutung des Sports in der Schule bearbeiten und Hinweise auf innovative Projekte geben. 22.9. 2001 Lippische Zeitung
Heftige Proteste gegen Abwertung von Sportstunden
Überlegung im NRW-SchulministeriumGütersloh (wot). Die Überlegung im NRW-Schulministerium, Unterrichtsstunden im Fach Sport geringer auf die Pflichtstundenzahl von Lehrern anzurechnen als andere Fächer, stieß bei einer Podiumsdiskussion zum Thema Schulsport in Gütersloh auf heftige Proteste. Sportlehrerin Elke Schluckebier (Gesamtschule Brackwede) sprach von einem "Affront sondergleichen". Der Bielefelder Sportpädagoge Professor Eckart Balz (Uni Wuppertal) ermunterte ausdrücklich "Widerstand dagegen zu leisten." Selbst Reinhard Schmitz, Sportdezernent der Bezirksregierung Detmold, warnte: "Ich rate meiner Regierung, es so zu belassen wie es jetzt ist und auch zu bedenken, wie denn wohl zukünftige Sportstudenten reagieren."
Rheinpfalz 19.9
Hauptschule Nord bricht aus gewohntem Sport-Trott ausZWEIBRÜCKEN. "Viele Kinder kennen Sport doch nur noch aus dem Fernsehen." Die Beobachtung von Eberhard Brauch, Sportlehrer an der Zweibrücker Hauptschule Nord, fasst den Grundgedanken eines Sportfestes der besonderen Art, das die Schule am Freitag zum zweiten Mal nach 1999 veranstaltete.
"Die Kinder sollen Sport erleben und Freude an der Bewegung erfahren", benannte Brauch das Programm des Tages. Die 300 Schüler konnten unter 17 Sportarten aussuchen, wie sie sonst größtenteils nicht im Lehrplan stehen. Wer würde an solch einem Tag seinen Turnbeutel vergessen? Die Angebote waren verlockend: Reiten im Gestüt, Trampolinspringen bei der VTZ und Tanzen in den beiden Zweibrücker Tanzschulen. Weiter gab es Krafttraining im "Trimini", Tennis, Tischtennis, Fuß-, Hand- Volley- und Basketball, Karate, Turnen, Inlineskaten und Jazz-Tanz. "Im Freibad sollte auch noch Lebensrettung demonstriert und ausprobiert werden. Aber das ist bei 15 Grad Wassertemperatur natürlich nicht durchzuführen", musste Lehrer Brauch wetterbedingt eine Disziplin ins Wasser fallen lassen.
Das nasse Element spielte bei der spektakulärsten Aktion des Tages nicht nur in Form möglicher Regenschauer eine Rolle. In der Zweibrücker Allee wurde der Schwarzbach überquert - und das in schwindelnder Höhe. Flussüberquerung nannte sich die Disziplin, die das Technische Hilfswerk der Rosenstadt für die Schüler vorbereitet hatte. Auf einem über den Bach gespannten Drahtseil galt es, das andere Ufer zu erreichen. Dazu wurden den Schülern Sicherheitsgeschirre angelegt, die mittels Karabinerhaken an einem zweiten Seil in Kopfhöhe der wagemutigen Überquerer befestigt wurden. "Passieren kann auf die Art absolut nichts", versicherte THW-Mann Klaus Hudlet. Für viele stelle das natürlich eine echte Mutprobe dar: "Auch wenn sie vorher den Schnabel bis zum Anschlag aufgerissen haben."
Die 13-jährige Sabrina Prudöhl hatte sich nur einer Freundin wegen auf den Drahtseil-Akt eingelassen. "Die Freundin konnte wegen Krankheit aber aber gar nicht teilnehmen." Kneifen kam für Sabrina dann aber nicht in Frage. "Angst habe ich keine", erklärte sie kurz bevor man ihr das Sicherheitsgeschirr anlegte.
Bestens gesichert waren auch die Schüler, die in der Sporthalle der Niederauerbach-Kaserne Kletterwände erklimmen wollten. Das Sicherungsseil befand sich in den bewährten Händen der Zweibrücker Jugendamts-Fachkraft für Suchtprävention, Karin Bieg-Hemmer. Die klettert in ihrer Freizeit selbst und konnte den Schülern so manchen Tipp geben, wie etwa ein Überhang am besten zu bewältigen ist. "Das Klettern soll das Selbstbewusstsein der Kinder stärken", erklärte Bieg-Hemmer.
Eine zweite Kletterwand in der Halle hatte einen wesentlich geringeren Schwierigkeitsgrad. Sie führte ohne Überhang schnurstracks nach oben und konnte entsprechend ohne Sicherheitsgeschirr bewältigt werden. Wer dennoch abstürzte, plumpste auf eine enorm dicke Matte. Diese Matte gab auch den Ausschlag, weshalb manche der Jungs sich für die Klettertour entschieden hatten. "Ich und meine Kumpels sind Wrestling-Fans. Das kann man auf der Matte prima üben", erklärte Michael Sieg, 15 Jahre alt, und Schüler der 9. Klasse. Vielleicht steht das Catchen beim nächsten Sportfest der besonderen Art ja auch auf dem Programm. Damit Michael Sieg und seine Kumpane auch offiziell ihrem größten Wrestling-Idol nacheifern können: dem amerikanischen Star-Catcher "The Rock".
Aktion zur Förderung der olympischen Werte in Schulen
Brüssel/Berlin, 17.09.Viviane Reding, Mitglied der Europäischen Kommission und zuständig für Bildung, Kultur und Sport, und Jacques Rogge, Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOK) haben eine Kooperationsvereinbarung zum Thema "Sport, Schulen und die olympischen Werte in Europa" unterzeichnet. Mit dieser Aktion sollen die ethischen Werte des Sports den Schülern in Europa näher gebracht und ein Gegengewicht zu den zahlreichen negativen Auswüchsen im Sport geschaffen werden, die zurzeit allenthalben zu beobachten sind.
Zunächst sollen Pilotaktionen des französischen, des niederländischen und des italienischen olympischen Komitees durchgeführt werden. Die Kommissarin und der IOK-Präsident haben heute einen beratenden Ausschuss eingesetzt, der die Pilotprojekte begleiten und die Ausweitung der Aktion auf alle 15 EU-Mitgliedstaaten für 2003-2004 vorbereiten soll.
Die Aktion richtet sich an Schüler zwischen 10 und 14 Jahren. Mit Hilfe der Lehrkräfte sollen sie an konkreten erzieherischen Projekten zu Begriffen wie "fair play", Gefahren durch Doping oder Dialog zwischen den Kulturen durch den Sport teilnehmen. Mögliche Maßnahmen könnten die Verbreitung von Lehrmaterial über die Geschichte und die Werte der olympischen Bewegung sein, das in verschiedenen Kursen verwendet werden könnte, oder die Schaffung einer Website, die insbesondere einen Dialog mit den Athleten ermöglicht, oder auch die Organisation "olympischer Tage" und "olympischer Wochen" im Zusammenhang mit unterschiedlichen schulischen und außerschulischen Aktivitäten.
17.9. Westfälische Rundschau
Kletterwand für 28 000 DM: Schüler stoßen an Grenzen
Lennestadt. Das Städtische Gymnasium hat am Ende ihrer Jubiläumsprojektwoche die neue Kletterwand eingeweiht. Nachdem Schuldirektor Peter Hattig Schüler, Lehrer und Eltern in der Sporthalle begrüßt hatte, wies er darauf hin, dass auch die Schüler Einiges für die Kletterwand geleistet hätten.
An den Projekttagen hätten sie sich richtig ins Zeug gelegt: durch Laufen und Schwimmen hätten sie für die entsprechende finanzielle Unterstützung gesorgt. Die Kosten für das Projekt, die vom Förderverein der Schule getragen wurden, belaufen sich auf insgesamt 28 000 Mark. "Die Kletterwand wird die Reichhaltigkeit des sportlichen Programms der Schule optimieren", sagte Peter Hattig. Außerdem erwähnte er den pädagogischen Aspekt: "Der Sportunterricht kann nun genutzt werden, um ein Wagnis zu erproben, um an seine Grenzen zu stoßen. Ferner lernen die Schüler von Anderen abhängig zu sein, denn es geht nichts ohne die Sicherung."
Anschließend durften die Schüler die neue Kletterwand ausprobieren. Beim Klettern wurden sie von den Lehrern Hurcks, Becker und Friedrich gesichert. Der vorhandene "Überhang" wurden aber noch nicht erprobt.
Ihre Kletterkünste konnten einige Schüler sofort ausprobieren. (WR-Bild: brit)
16.9. OVB-Online
Aus Plastikflaschen werden HantelnKolbermoor (mkr) - «Kinder bewegen sich immer weniger, sitzen nur noch vor dem Fernseher oder ihrem Computer» - solche Schlagzeilen hört und liest man immer wieder. Und wer im Sommer ein Freibad oder einen See besucht, kann sich oft auch davon überzeugen, dass nicht nur Erwachsene, sondern auch viele Kinder an Übergewicht leiden. Im Gespräch mit Kolbermoors Schulen wird Übergewicht bei Kindern aber nicht als generelles Problem gesehen.
«Zwar gibt es immer mal wieder zwei oder drei dicke Kinder in den Klassen, doch ich sehe diese Entwicklung als solche nicht», erklärt Sportlehrerin Panja Fichtler von der Hauptschule. Sie erzählt jedoch weiter: «Die Beteiligung am Sportunterricht nimmt, je älter die Buben und Mädchen sind, allerdings ab.» Viele Schüler seien kaum motiviert, haben teilweise keine Sportsachen dabei. Außerdem sei es schwer, für diejenigen, die gerne turnen würden, einen guten Sportunterricht zu machen, da man sich ständig um die Unmotivierten kümmern müsse.
In den beiden Grundschulen versucht man dieser Entwicklung bereits entgegen zu wirken. So werden in den ersten und zweiten Klassen regelmäßig so genannte Bewegungspausen eingelegt: Im Abstand von 20 bis 45 Minuten, je nach Alter der Schüler, wird der Unterricht unterbrochen, um mit den Kindern ein paar Sportübungen zu machen. Es werden unter anderem Lockerungs- und Kraftübungen durchgeführt.
Zum Beispiel werden auch gefüllte Plastikflaschen als Hanteln benützt, um die Armmuskulatur zu stärken. «Wir möchten mit den Übungen Haltungsschäden vorbeugen. Außerdem wird damit die Konzentration der Kinder geschult», erklärt Lehrerin Doris Döring von der Grund- und Teilhauptschule. Den Kindern scheint das Training Spaß zu machen.
Die zweite Konrektorin Birgit Splett erklärt zu dieser Thematik: «An unserer Schule legen wir sehr viel Wert darauf, die Kinder zum Sport zu motivieren.» Dazu werde neben dem regulären Sportunterricht für die Mädchen eine Jazztanzgruppe angeboten. Außerdem gibt es eine große Auswahl an differenziertem Sport. Dies würde sich auch sehr anbieten, da man ja gleich den Schulsportplatz benützen könne. Des Weiteren werde das benachbarte Freibad im Sommer gerne von den Klassen in Anspruch genommen.
Auch die Nähe zu den Bergen wird im Winter gerne genutzt. Die Schule veranstaltet jedes Jahr Wintersporttage, an denen gewandert und gerodelt werden kann. Ski- und Schlittschuhfahren stehen natürlich auch auf dem Programm.
Auch in der Grundschule an der Rainerstraße wird großer Wert auf Sport gelegt. Die Sportlehrer versuchen, die Schüler dazu zu motivieren, auch außerhalb der Schule in Vereinen aktiv zu werden. «Wir versuchen die Schüler spielerisch an den Sport heranzuführen, Leistungen stehen dabei nicht im Vordergrund», erklärt die Lehrerin Irmgard Lüers. Auch an dieser Schule werden zusätzliche Kurse, wie zum Beispiel Tanzen, angeboten. Im Winter gibt es einen Wintersporttag, wird Schlitten gefahren und Schlittschuh gelaufen.
Außerhalb der Schulen bietet natürlich der SV-DJK Kolbermoor ein sehr breitgefächertes Angebot für Kinder an. Auf Jugendarbeit wird in den Abteilungen sehr großer Wert gelegt.
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Rheinpfalz 15.9.
Kaum einer kommt die Kletterstange hochEin Vergleich des Fitnessstandes der Schüler im Jahre 1976 und im Jahre 1996 zeigt auf: Viertklässer haben sich um acht Prozent verschlechtert, Neuntklässer sogar um 25 Prozent. Das gilt für Mädchen und Jungen. "Fehlende Spielmöglichkeiten in der Freizeit, Computerspiele statt Bewegungsspiele, sinkende körperliche Anstrengungsbereitschaft unserer Kinder mögen als Ursache in Frage kommen," referierte Kruber.
Gemessen wurde beispielsweise die Kletterfähigkeit. Erkenntnis: Vor allem Mädchen können schlecht klettern. Von den Jungen kommt bis zur sechsten Klasse nur jeder vierte die Kletterstange hoch. Mit Hilfe des Cooper-Tests (der Amerikaner Kenneth H. Cooper geht davon aus, dass es einen Zusammenhang zwischen Laufleistung und Sauerstoffaufnahme gibt) prüften Sportwissenschaftler die Leistungsfähigkeit des Herz-Kreislauf-Systems. Die Noten der Kinder in Rheinhessen und Pfalz liegen danach heute im Viererbereich. Durchschnittsnoten von 2,0 bis 2,4 bekommen sie für die Rolle vorwärts, wobei ältere Schüler schlechter abschneiden und, wie Kruber bemerkte, Mädchen auch hier schlechter abschneiden als Jungs.
Kruber ging auf mögliche Ursachen ein. Schüler antworteten, dass in der letzten Woche im Schnitt vier (in Grundschulen), acht (Hauptschulen) und sogar 15 Sportstunden (Gymnasien) ausgefallen sind. Nicht einmal jede fünfte Grundschule hat Spielgeräte wie Balancierbalken, Recks und Rutschbahnen im Pausenhof. Höchstens ein Viertel der Sportstunde wird tatsächlich für Bewegung genutzt. Die restliche Zeit: An- und Abmarsch, umziehen, warten. Bei all dem sprach Kruber die Lehrer an, Sport nicht als "Irrläufer des Freizeitverhaltens" darzustellen, den Arbeitsaspekt nicht zu vernachlässigen.
An Kandeler Schulen gibt es übrigens eine Besonderheit: Bei Mädchen steht Kunstunterricht in der Gunst vor dem Sportunterricht.....
Spielend an die Hausaufgaben
Kinder brauchen Bewegung", sagt Bernd Wilhelm, Diplom-Sportlehrer bei der AOK in Landau. Sie sollten nicht zu viel sitzen, sondern Hausaufgaben im Liegen auf dem Boden erledigen und zwischendurch spielen. Wenn sie Sport trieben, hätten sie meist keine Probleme mit Übergewicht und weiteren Beeinträchtigungen, was gut für ihre Gesundheit sei.
Sportlehrer, Eltern und Trainer sollten junge Leute für Sport begeistern, appelliert Wilhelm. Die Schule könne das mit nicht alltäglichen Sportarten wie Klettern erreichen, Väter und Mütter schon mit Federball-Spielen und Vereine mit einem breitensportlichen Angebot. Sie sollten einen Überblick über Sportarten gewähren. Kinder entschieden sich für ihre Favoriten und blieben mit Freude dabei.
Gerade in der Wachstumsphase sei es für die Kleinen wichtig, nicht zu Stubenhockern zu mutieren. Die Muskulatur müsse sich mit dem Körper entwickeln und dürfe nicht auf der Strecke bleibe. Sobald der Bewegungsapparat nicht mehr richtig funktioniere, führe das zu Gelenk- und Rückenproblemen. Seil springen fördere etwa die nötigen motorischen Fähigkeiten.
Schreibtische und Stühle sollten zudem auf die Größe der Kinder abgestimmt sein. Sie sollten keine zu schweren Ranzen und sie richtig tragen. Die Oberfläche der Schultaschen solle in Höhe der Schultern sein.Lehrplan lässt Freiraum für Ideen der Schüler
Neue Konzepte machen sich offenbar im Sportunterricht an rheinland-pfälzischen Schulen bemerkbar - oder sollten es zumindest. Laut Heinz Strobel, Regierungsschuldirektor der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion Neustadt, skaten Schüler jetzt mit Lehrern. Herbert Tokarski, Vorsitzender der Lehrplankommission Sekundarstufe I und Fachleiter, zufolge haben weitere - in Mode gekommene - Sportarten Einzug in Sporthallen gehalten: Neben "Dauerbrennern" wie Fußball und Volleyball stehen Badminton und Hockey auf dem Stundenplan....
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13.9. Oberhessische Presse
Wasserski gehört zum Stundenplan in NiederwalgernSchulsport einmal anders: Gemeinde Weimar finanziert Schülern Wassersport
Niederweimar. Schüler der Gesamtschule Niederwalgern können im Sportunterricht Wasserski lernen.
Fast winterliche Wassertemperaturen schrecken die Jugendlichen der Gesamtschule Niederwalgern nicht davor ab, im Niederweimarer See Wasserski zu fahren.
„Wir haben doch Neopren-Anzüge an“, erklärt ein Schüler. Und schließlich mache Wasserski „super Spaß“, meint der 14-jährige André Müller aus Weipoltshausen. Da lohne es sich, das Wetter zu ignorieren. André ist erst zweimal Wasserski gefahren und ist sich sicher, dass er nach der Winterpause das Angebot der Schule weiter nutzen möchte.
Die Gesamtschule Niederwalgern bietet den Schülern der Jahrgangsstufen 9 und 10 im Sportwahlfach „Fitness“ sowie im freiwilligen Wahlkurs „Fit for Fun“ Wasserski an. Die Ausrüstung und den Eintritt für die Wasserskianlage am Baggersee finanziert die Gemeinde Weimar. Der Schulbus bringt die Jugendlichen zum See und holt sie wieder ab. „Wir haben eine Abmachung mit dem Seebetreiber, dass wir jährlich ein Kontingent an Freikarten erhalten, dass wir nach Ermessen an Vereine oder Schule verteilen“, erklärt Bürgermeister Karl Krantz.
Die Idee zu diesem etwas anderen Schulsport hatte die Sportlehrerin Brigitte Müller, die Wasserskilehrgänge gibt. „Das Gute am Wasserski ist, dass schnell ein Erfolg da ist“, erklärt die Pädagogin. Beim Wasserski hält man sich am Seil fest, das bei circa 28 – es geht allerdings auch bis maximal 60 – Stundenkilometern den „Fahrer“ übers Wasser zieht. Wenn das Körpergleichgewicht nicht gehalten wird, dann landet man auch schon mal ins Wasser. Die erfahrenen Schüler variieren das Tempo, fahren über eine Rampe oder probieren Slalomfahren aus. Ansonsten werden einfach ein paar Runden über den See gedreht.
Übers Wasserski sind einige Schüler auch zur etwas schwierigeren Sportart, dem Wakeboarden, gekommen. Statt zwei „Skischuhen“ gibt es ein Brett auf dem man mit beiden Füßen steht – so wie auf dem Snowbord. Die Schülerin Pauline Dyrschka der Gesamtschule Niederwalgern hat als Wakeboard-Weltmeisterin (die OP berichtete) zudem einige Mitschüler mit der Faszination für den Wassersport angesteckt.
Kieler Nachrichten 11.9.
Ministerin will den Schulsport auf Trab bringen
Kiel (std) Die Klagen von Kinderärzten und Sportverbänden sind seit Jahren bekannt: Der Nachwuchs verbringt zu viel Zeit vor dem Fernseher oder dem Computer und bewegt sich zu wenig. "Kinder sollen laufen, turnen, hüpfen und springen", fordert Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave. Unter dem Motto "Sport dich fit" hat sie daher 2002 zum "Jahr des Schulsports" erklärt.Über 600 Veranstaltungen hat ihr Ministerium aufgelistet. Der offizielle Startschuss soll am 27. Februar im Sportforum der Kieler Uni fallen. Weitere Großveranstaltungen sind in Lübeck und Flensburg geplant. Gleichzeitig soll der Laufabzeichenwettbewerb weiter ausgebaut werden. An rund 300 Orten werden im September Kinder und Jugendliche ihre Ausdauer unter Beweis stellen. Weiterer Höhepunkt ist ein Marathonlauf auf Helgoland.
Ziel der Kraftanstrengung: "Wir wollen den Stellenwert des Schulsports stärken und die positive Einstellung zu Sport, Spiel und Bewegung fördern", erklärte Erdsiek-Rave. Dazu gehören auch zusätzliche Angebote für die Grundschullehrer. Erdsiek-Rave: "Neben den 4300 ausgebildeten Sportlehrern gibt es vor allem an den Grund- und Hauptschulen viele Pädagogen, die Sport als Neigungsfach unterrichten, obwohl sie es nicht studiert haben." Große Hoffnungen setzt die Ministerin auch auf die junge Sportlehrer-Generation. "Das wird für alle einen Motivationsschub geben."
Kritisch äußerte sich dagegen die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft. "PR-Aktionen ersetzen keinen Sportunterricht", erklärte Landesgeschäftsführer Bernd Schauer. "Wenn die Ministerin schon das Jahr des Schulsports ausruft, sollte sie wenigstens dafür sorgen, dass endlich alle Klassen drei Stunden Sport pro Woche erhalten." Sport falle neben Musik und Kunst "immer noch als erstes aus".
Informationen über das Jahr des Schulsports gibt es auch im Internet. Veranstaltungskalender, Fortbildungsangebote und Projekte werden unter " http://schulsport.lernnetz.de " fortlaufend aktualisiert.
HAZ Hildesheim 8.9.
Nickel: 50 Prozent aller Kinder zeigen LeistungseinbußenProfessor Dr. Ulrich Nickel, Leiter des Sportinstituts der Universität, bricht eine Lanze für den Schulsport.
Hildesheim (sis). Die Körpererziehung der Kinder und Jugendlichen an den Schulen nimmt immer mehr ab. Drei Stunden in der Woche stehen an Grundschulen, zwei an weiterführenden Schulen in Niedersachsen auf dem Lehrplan. Oft werden allerdings weniger erteilt. Über Auswirkungen sportlicher Betätigung im Kindes- und Jugendalter sprach die HAZ mit Professor Dr. Ulrich Nickel, dem Leiter des Instituts für Sportwissenschaften an der Universität Hildesheim.
HAZ : Die Sportwissenschaft spricht vom "goldenen Lernalter", in dem die Motorik am besten ausgebildet wird. In welcher Altersstufe lernen Kinder denn nun am schnellsten?
Nickel: Das "goldene" oder beste Lernalter für motorische Fähigkeiten liegt bei Jungen und Mädchen zwischen acht und zwölf Jahren. Dann werden besonders koordinative Merkmale wie Gewandtheit, Geschicklichkeit und Gleichgewichtsfähigkeit ausgebildet. Kraft und Ausdauer sind Eigenschaften, die erst später voll entwickelt werden.
HAZ: Berücksichtigt der Schulsport diese Erkenntnisse und reichen dafür drei Stunden in der Woche aus?
Nickel: Im Schulsportunterricht bemüht man sich, durch vielfältige Bewegungsangebote dem besten Lernalter gerecht zu werden. Allerdings gelingt das nur in Ansätzen, da im Schnitt durch Stundenausfall, Krankheit und Feiertage nur 25 Sportstunden im Schuljahr pro Kind zustande kommen. Der Schulsport bietet viele Anregungen, die in der Freizeit weiter wirken und von Eltern aufgegriffen werden sollten.
HAZ: Wie wichtig ist der Schulsport für die körperliche und geistige Entwicklung des Kindes?
Nickel: Sport und insbesondere Schulsport, von ausgebildeten Lehrkräften unterrichtet, bietet den Kindern für die Entwicklung ihrer Persönlichkeit wichtige Impulse: Man spricht dabei von den drei Hauptkompetenzen: Sport in Formen und Regeln verstehen lernen, den Sport selbstständig auszuwählen und betreiben zu können sowie im Sport andere Menschen kennenzulernen und mit ihnen zusammen Sport zu treiben. Dazu gehört auch die Erfahrung, wie gut es tut, sich im Sport auszutoben. Das ist wichtig, um später als Ausgleich zum Berufsstress regelmäßig Sport zu treiben.
HAZ: Inwieweit bereitet der Schulsport auf die Gesellschaft vor?
Nickel: Sport kann wesentlich dazu beitragen, sich im späteren Leben besser zurechtzufinden. Man lernt verschiedenste Menschentypen kennen, lernt es, mit ihnen gemeinsam zu spielen, zu turnen oder Fitnessangebote wahrzunehmen. Der Sport hilft, sich kooperativ zu verhalten, fördert den Teamgeist und erleichtert die Integration unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen.
HAZ: Wie haben sich die motorischen Fähigkeiten der Schüler in den vergangenen Jahren verändert?
Wie zahlreiche wissenschaftliche Befunde und Routineuntersuchungen der Gesundheitsämter belegen, haben sich in den vergangenen Jahren die motorischen Fähigkeiten der Schüler weiter verschlechtert. Etwa 40 bis 50 Prozent aller Kinder zeigen Auffälligkeiten, körperliche Mängel und Einbußen ihrer Leistungsfähigkeit. Besonders drastisch hat sich das Übergewicht verstärkt.
HAZ: Wie sind Ihre Erfahrungen im Bezug auf die Entwicklung von Kindern, die zusätzlich zum Schulsport Sportangebote der Universität nutzen?
Nickel: Die Sportangebote des Instituts für Sportwissenschaft der Uni Hildesheim richten sich an Kinder zwischen zwei und 13 Jahren. Mit selbstentwickelten Sportgeräten und Materialien geht es vor allem darum, kindgerecht und stark motivierend die Kinder regelmäßig an vielfältigen Sport heranzuführen. Das hierfür seit 1985 eingerichtete "Kindersportforum" mit seinen etwa 300 Kindern, von bereits erfahrenen, aber auch von angehenden Sportpädagogen betreut, zeugt von der Richtigkeit der Ziele und Methoden, um lebenslanges Sporttreiben vorzubereiten.
DNN-Online 6.9.
Mehr Sportunterricht in Sachsen gefordertDresden. Der Schulsport in Sachsen muss verbessert werden. Dafür sprachen sich sächsische Sportler gestern bei einem "runden Tisch des Schulsports" in Dresden aus. Eingeladen hatte der Sächsische Sportlehrerverband (DSLV). Ähnliche Veranstaltungen gab es bereits in Leipzig und Chemnitz, Kamenz soll demnächst folgen. Noch in diesem Jahr wollen DSLV-Präsident Detlef Stötzner und der Präsident des Landessportbundes, Hermann Winkler, einen Forderungskatalog vorlegen und diesen dem sächsichen Kultusminister Matthias Rößler (CDU) übergeben.
Nach Aussage von Stötzner leiden 40 Prozent der sächsischen Schüler unter Haltungsschäden, gut ein Viertel der Kinder sei zu dick. Deshalb fordert er, landesweit in allen Schuljahrgängen- und Typen drei Wochenstunden Sport abzusichern. Außer in Klasse acht bis zwölf am Gymnasium sind die bereits vorgeschrieben, in der Praxis würden an einigen Schulen allerdings nur zwei angeboten, so Stötzner. Zusätzlich solle der Anteil der ausgebildeten Sportlehrer, der gegenwärtig an den Grundschulen bei 35 Prozent liegt, erhöht werden. Weiterhin fordert der DSLV einen obligatorischen Schwimmunterricht, weil der besonders im ländlichen Raum häufig unter den Tisch falle. Stötzner: "Die Kommunen müssen gesetzlich verpflichtet werden, Schwimmhallen für den Sportunterricht anzumieten und Fahrtkosten zu zahlen, auch wenn sie dafür angeblich kein Geld haben."
Joachim Golde, Referent für Schulsport am Kultusministerium, bezeichnete die Zielsetzungen des DSLV grundsätzlich als richtig. Die Forderung, Sport als viertes Prüfungsfach am Gymnasium einzuführen sei allerdings "völlig daneben", da eine dafür nötige dritte wöchentliche Sportstunde in den ohnehin vollen Lehrplan nicht integriert werden könne. "Ein anderes Fach können wir dafür auch nicht kürzen", so Golde. Allerdings habe die Forderung nach einer Sportprüfung an der Mittelschule Aussichten auf Erfolg...
Rheinpfalz 5.9.
ROPE-SKIPPING: Damit alle Kinder wieder seilhüpfenWALDFISCHBACH-BURGALBEN. In Sportvereinen und im Schulsport ist Rope-Skipping, das Seilspringen mit Kunststoffseilen, momentan sehr beliebt. Das zeigte sich auch beim Work-Shop des Pfälzer Turnerbunds (PTB) in Waldfischbach-Burgalben, bei dem am vergangenen Wochenende 90 Teilnehmer aus 55 Sportvereinen beziehungsweise Schulen vertreten waren.
"Rope-Skipping ist eine Trendsportart, vor allem an Schulen. Wir wollen damit erreichen, dass die Kinder sich wieder bewegen lernen", erklärte Inge Hollerith, beim PTB für Fortbildungen der Übungsleiter zuständig, warum der Turnerbund auf Rope-Skipping setzt. "Früher konnten alle Kinder einfach seilhüpfen, heute gibt es wirklich Kinder, die das erst wieder lernen müssen", stellte die Rodalberin fest. Wie sie das lernen können und dabei Spaß an der Bewegung finden, das sollte den Übungsleitern vermittelt werden, damit diese das in den Vereinen beziehungsweise im Sportunterricht weitergeben.
Die "Rusty Jumpers", die Vorzeige-Rope-Skipping-Gruppe in der Pfalz, die europaweit zu den Besten zählt, zeigte in Waldfischbach, was sich mit den leuchtend bunten Kunststoffseilen so alles machen lässt. "Die waren nach drei Stunden ziemlich geschwitzt und haben festgestellt, wie anstrengend das ist", stellte Hollerith fest, dass die Veranstaltung von den Teilnehmern einiges verlangte. Da sich die Kunststoffseile viel schneller drehen lassen als die früher üblichen Seile, gebe es natürlich viel mehr Möglichkeiten beispielsweise bei einem Sprung, das Seil mindestens zwei- oder dreimal zu drehen. Freuen konnten sich jene zehn Teilnehmer, die zu den glücklichen Gewinnern einer Rope-Skipping-Grundausstattung im Wert von 300 Mark gehörten. Die verloste der PTB in Zusammenarbeit mit der IKK, die den Kurs unterstützt hatte.
Auf den Erfolg der Veranstaltung möchte der PTB aufbauen. So sei geplant, sagte Hollerith, eine Fortbildung für Fortgeschrittene anzubieten. Im nächsten Jahr soll dann - voraussichtlich in Rodalben - für Kinder, die Spaß am Rope-Skipping haben, ein dreitägiges Camp stattfinden.
PNN-Online 5.9.Zahl der Unfälle stark gestiegen
Jedes zwölfte Kind verunglückt / Zunehmender Bewegungsmangel ist eine der Hauptursachen
Die Zahl der Unfälle in den Berliner Kindertagesstätten ist gestiegen. Im vergangenen Jahr erlitten rund 11 500 Kinder während des Aufenthalts in der Kita einen Unfall. Das ist fast jedes zwölfte Kind, wie Wolfgang Atzler, Geschäftsführer der Unfallkasse Berlin, am Dienstag mitteilte. Das bedeutet, dass von 1000 Mädchen und Jungen im vergangenen Jahr 84 verunglückten. Im Vorjahr waren es noch 78.Als Hauptursache für die steigende Zahl der Unfälle bezeichnete Atzler den zunehmenden Bewegungsmangel der Kinder. "Auch Kleinkinder sitzen teilweise stundenlang vorm Fernseher oder Computer", beklagte Atzler. Diese Kinder seien oft nicht in der Lage, ihre Bewegungen ausreichend zu koordinieren. So entstehe die Mehrzahl der Unfälle durch Hinfallen oder Stoßen. Jedes zweite Kind ziehe sich dabei eine Kopfverletzung zu. Auch die Tatsache, dass Kinder heute zunehmend als behütete Einzelkinder aufwachsen, die soziales Verhalten erst in der Kita lernen, macht Atzler für die steigende Zahl der Unfälle verantwortlich.
Er sieht auch einen Zusammenhang zwischen der Größe der Einrichtungen und der Zahl der Unfälle. Wo besonders viele Kinder zusammenkämen, geschehe auch die Mehrzahl der Unfälle. So führten die typischen Neubaugebiete Hohenschönhausen und Hellersdorf die Unfallstatistik an. Von tausend Kindern verunglückten in Hohenschönhausen 159 und in Hellersdorf 120 bei Unfällen. An dritter Stelle folgt Charlottenburg mit 106 Unfällen pro tausend Kinder. Besonders sicher scheinen die Kitas dagegen in den Bezirken Prenzlauer Berg, Tiergarten und Kreuzberg zu sein. Von tausend Kindern verunglückten hier im Durchschnitt 66. Außerdem ereignen sich laut Atzler in den Kitas freier Träger weniger Unfälle als in städtischen Einrichtungen. Dies liege zum einen daran, dass städtische Kitas meist größer seien als freie, auch scheine die Motivation der Erzieher in den freien Kitas höher zu sein.
In den Berliner Schulen nahm die Zahl der Unfälle dagegen ab. Im Vergleich zu 1999 sank sie von 66 000 auf rund 60 000. An jedem Schultag ereigneten sich an den Schulen durchschnittlich 312 Unfälle. Das seien 28 weniger pro Tag als im Vorjahr, beträfe aber dennoch jeden sechsten Schüler, sagte Atzler weiter. Bei der Mehrzahl der Unfälle handele es sich jedoch nur um leichte Verletzungen wie Prellungen oder Verstauchungen. Nur jede zehnte Verletzung sei ein Knochenbruch. 50 Prozent der Unfälle passierten im Sportunterricht, vorwiegend bei Ballspielen. Auch hier sieht Atzler mangelnde Bewegung als Hauptursache.
"Während früher in der Freizeit Fußball gespielt oder auf Bäume geklettert wurde, sitzen die Kinder heute vorm Fernseher oder spielen mit dem Gameboy", so Atzler. Die Kinder seien entsprechend ungeübt. Überdurchschnittlich viele Unfälle geschehen an den Grundschulen im Ostteil der Stadt. Dafür seien die teilweise maroden Gebäude und Turnhallen, aber auch die im Vergleich zum Westteil weniger strengen Sicherheitsstandards ursächlich. Außerdem sei die Ganztagsbetreuung der Grundschüler im Osten noch wesentlich verbreiteter als im Westen.
Je länger die Kinder in der Schule seien, desto mehr Unfälle passierten dort eben auch. Die Unfallstatistik nach Schultypen führen weiterhin die Hauptschulen an. Hier verunglückten im vergangenen Jahr durchschnittlich 188 Kinder von tausend. An den Gymnasien zogen sich mit 128 Unfällen pro tausend Schüler im Vergleich besonders wenige Jugendliche Verletzungen zu.
Westfälische Rundschau 1.9.
Auch für Jungs: Tanzen als Unterrichtsfach"Tanzen? Nee, das ist doch was für Mädchen", mag der ein oder andere Junge aus den sechsten Klassen des Burggymnasiums vor der Projektwoche gedacht haben. Während der vergangenen Woche und spätestens gestern nach der ersten Aufführung der einzelnen Tanzstücke ist sicher niemand mehr dieser Meinung.
"Es hat mir einen Riesenspaß gemacht. Ich fand es super", meinte so auch ein Sechstklässler vor dem Auftritt zur Begrüßung der Gäste. Eine Wahl hatten der Junge und seine Klassenkollegen übrigens nicht. Sie mussten an dem Tanzprojekt teilnehmen. So hatte es das Kollegium für die sechsten Klassen bestimmt.
Begegnungen mit dem Ball: Auch die Bewegungen eines Fußballspiels kann man tänzerisch umsetzen.
Das zeigten die Jungen und Mädchen aus den 6. Klassen des Burggymnasiums eindrucksvoll gestern in der Uraufführung.Tanz fordert jeden Muskel und ist auch was für Jungs.
Dass das Üben aber alles andere als blöd war, dass es Spaß gemacht hat, sah man den Aufführungen an. Bewegungstheater löste sich mit Hip-Hop und Disco-Tänzen ab; gespielte Begegnungen mit Ball und außerirdischen Wesen, mit der ersten Tanzstunde und mit der Kunst - dies alles hatten die Jungen und Mädchen in den letzten Tagen in Bewegung umgesetzt. Und - sie haben das gut gemacht, alle.
Ihre Lehrerinnen für die letzten fünf Tage waren Stefanie Rahn, Cordula Nolte und Anne Thaeter, Tänzerinnen mit pädagogischen Qualitäten. Nicht nur die Lehrerinnen waren neu, auch innerhalb der jeweiligen Klassen blieb man nicht zusammen. In jeder Tanzgruppe waren Kinder aus jeder der drei Klassen. So lernten die Jungen und Mädchen auch ihre Altersgenossen aus den Parallelklassen besser kennen und fanden neue Freunde und neue Freundinnen. "Das ist mal eine sehr gute Idee", wie ein Vater im Publikum gestern Morgen zu seinem Banknachbarn sagte.
Das Tanztheater stand zum zweiten Mal im Programm der Projektwoche des Burggymnasiums. Wenn es nach Marie Luise Scholl ginge, ehemals Lehrerin am Burggymnasium und heute vor allem für die Landesarbeitsgemeinschaft Tanz unterwegs, würde Tanz ein gleichwertiges Unterrichtsfach neben Englisch, Biologie und Sport.
Denn wer sich im Sportunterricht unwohl fühle, bekäme oft über das Tanzen ein anderes Gefühl für seinen Körper und für die Bewegung. Das Selbstbewusstsein wachse und auch der Spaß an dem klassischen Sportunterricht könne wieder kommen. "In Holland ist es schon soweit. Dort ist Tanz ein Schulfach", warb Marie Luise Scholl für ihre Idee. Und bekam dafür auch eine Menge Applaus.
Westfälische Rundschau 1.9.
Volltreffer!
Baseball und andere Action brachte 1000 Schülern Spaß am SportDer Ball ist genau im Visier. Die Baseball-Keule liegt fest in den Händen. Körper schlagbereit. Jetzt kann der kleine, weiße Ball kommen. Und schon saust er durch die Luft. Ein kurzer, kräftiger Schlag - Treffer!
Beim Sportfest "Schul´Aktiv" schwangen die Reinoldus- und Schiller- Gymnasiasten gestern unermüdlich den Baseball-Schläger. Aber nicht jeder Schlag saß. So manch ein Ball segelte einfach am Holz vorbei und plumpste auf den Boden.
Trotz des ein oder anderen Fehlschlages beim Baseball: Dieses Schulsportfest des Gymnasiums war ein absoluter Volltreffer. Und es war wirklich ein Fest, eine Mega-Sportparty, die Schüler, Eltern und Lehrer da feierten. So etwas, da waren sich alle einig, hatte das Reinoldus-Schiller noch nicht erlebt. Die gesamte Penne war in Bewegung. "An keiner Schule in Dortmund hat es bisher so ein großes Sportfest gegeben", betonte Lehrerin und Koordinatorin Michaela Neuhaus.
17 Attraktionen bescherten den knapp 1000 Gymnasiasten ein Sportfest der außergewöhnlichen Art. Unterstützung erhielt das Gymnasium dabei vom Landessportbund.
Die sonst üblichen Bundesjugendspiele waren "out". "Schul´Aktiv" war "in". Die Klassen stellten sich nämlich nicht in Reih´ und Glied zu Weitwurf, Weitsprung und Wettlauf auf. Nein, es ging bunt und ungezwungen durcheinander. Trendsport war angesagt. Dazu ein bisschen Chartmusik und der sportliche Trubel war perfekt.
Die Schüler tummelten sich an den verschiedenen Stationen im und am Gymnasium. Die Jüngeren traten in Pedalos oder wagten große Sprünge auf dem Riesen-Trampolin. Andere wiederum huschten mit Inline-Skates flink über den Schulhof.
"Keinen Bock" hatte keiner. "Die Schüler können selbst entscheiden, was sie machen wollen", erklärte Neuhaus. Von Leistungsdruck keine Spur. Und auch Stoppuhr, Maßband und Startpistole blieben im Schrank. Das wirkte: Kaum einer drückte sich um den sonst so unliebsamen Schulsport.
Die Schüler probierten alles aus. Sie kraxelten am mobilen Kletterturm empor, jonglierten, griffen zum Fechtdegen oder warfen ein paar Körbe. Manche stiegen auch auf den Schwebebalken und traten dort zu einem Spaßkampf gegeneinander an. Wer auf dem Schwebebalken ins Straucheln geriet, hatte schnell wieder festen Boden unter den Füßen. "Die Veranstaltung ist ein Anreiz zur Aktivität und dient der Bewegungsförderung", fasste Neuhaus die flotte Absicht - verbal etwas steif - zusammen.
Höchster Kreisblatt 31.8.
Schulprojekt: Wer klettert, kann auch Rechenaufgaben lösen
Hattersheim. Handlungskompetenz, Selbstvertrauen und Verantwortung. Dass bei Kinder und Jugendliche diese drei Fähigkeiten schon früh gefördert werden, dafür sollen die Schulen sorgen. Immerhin halten sich junge Menschen auch in der meisten Zeit ihrer Jugend in den Lehranstalten auf. Die Heinrich-Böll-Schule greift nun zu ungewöhnlichen Mitteln, um die Persönlichkeit der Schüler zu formen: Mit Zuschüssen des Nassauischen Zentralstudienfonds wurde in der Pausenhalle eine Kletterwand installiert. Das neue Gerät soll im Sportunterricht, in Freizeitkursen der Schulsozialarbeit und bei der Förderung einzelner Schüler eingesetzt werden. In der großen Pause ist die Kletterwand für die Schüler tabu.„Es geht ja doch, wenn ich es versuche und mich einer schwierigen Situation stelle“, sind Gedanken, die den Schülern nach Wunsch der Lehrer durch den Kopf schießen sollen, wenn sie sich die paar Meter senkrecht nach oben gezogen haben. „Die Chance zum unmittelbaren Erleben von Verantwortung und Vertrauen und die Auseinandersetzung mit eigenen Grenzen“, sind weitere Motive, die in einer Presseerklärung der Böll-Schule geschildert werden. Eine Verbesserung des Einfallsreichtums, Flexibilität und produktives Denken sollen von der Kletterwand möglichst auf die Leistungen in Unterricht „abfärben“. Die Leitung der Böll-Schule ist sich sicher, dass das „selbständige, problemorientierte Lernen“ an der Kletterwand nicht von kognitiven Fähigkeiten abhängig ist und von allen Schülern genutzt werden kann. Positive Eindrücke bekam das Kollegium von Jugendeinrichtungen, die bereits Kletterprojekte durchgeführt haben.
Südwest-Presse 21.8Lehrerverband: Mehr Bewegung
Stuttgart· Schulsport soll nach Ansicht des Verbands Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg sinnvolle Bewegung und Körperschulung bei allen Kindern fördern. Weil immer mehr Kinder mit Übergewicht und Bewegungsstörungen zu kämpfen hätten, komme dem Schulsport große Bedeutung zu nicht nur zum Stressabbau, zur Vorbeugung gegen Krankheiten oder zur Verringerung von Aggressionen. Der VEB forderte die Kommunen auf, die Schulhöfe kindgerechter zu gestalten. Er mahnte zudem, Kinder auch in ihrer Freizeit zu mehr Bewegung anzuhalten. Die Erfahrung zeige, dass es manchem Grundschüler schwer falle, auf einem Bein zu hüpfen oder zu balancieren. Das Kultusministerium hatte, wie berichtet, am Freitag Eckpunkte für eine Schulsportoffensive der Landesregierung vorgelegt.l
Stuttgarter Zeitung 17.8.Kultusministerium will Schulkindern Beine machen
In den ersten vier Klassen pro Woche 200 Minuten Bewegung - Eliteeinrichtungen für Spitzenathleten werden ausgebaut
STUTTGART. Das Land will mehr Bewegung in die Schulen bringen. An den Grundschulen sollen vermehrt Lehrer für den Sportunterricht qualifiziert werden. In Stuttgart, Freiburg und der Region Rhein-Neckar sind Eliteschulen für Leistungssportler geplant.
Die Symptome sind bekannt: Immer mehr Kinder sitzen immer länger vor dem Computer oder dem Fernseher. In den Städten mangelt es an Spielflächen für die Kleinen. Die Folgen sind Defizite im Sozialverhalten und die zunehmende Bereitschaft, auf Konflikte mit Gewalt zu reagieren.
Die Pädagogen und das Kultusministerium hoffen jetzt auf den Sport. Staatssekretär Helmut Rau (CDU) geht davon aus, dass sportliche Betätigung in der Schule bei den Schülern den Wettbewerbs- und den Leistungsgedanken ebenso stärkt wie den Teamgeist. Spielerisch sollen die Kinder lernen, Regeln zu akzeptieren. Dazu komme natürlich der gesundheitsfördernde Aspekt.
Den Startschuss zur Schulsportoffensive hat das Ministerium zusammen mit dem Landessportverband und 16 weiteren Organisationen im vergangenen Jahr gegeben. Den Start wertet Rau als vielversprechend. In den kommenden Jahren soll darauf aufgebaut werden. Ein Ziel ist, an jeder der 2500 Grundschulen mindestens einen ausgebildeten Sportlehrer zu haben. Wie Rau darstellte, fehle es nicht an Sportlehrern, die Verteilung sei das Problem. In Grund- und Hauptschulen waren im vergangenen Schuljahr 8558 Sportlehrer tätig. Reine Sportlehrer sind an Grundschulen dennoch selten. Eine Fortbildungsoffensive soll Grundschullehrerinnen, die nicht Sport studiert haben, zum Sportunterricht qualifizieren. Der Andrang bei den Fortbildungen sei so groß, dass viele Interessenten auf die Wartelisten gesetzt werden müssten, berichtete Rau. Seit vermehrt junge Lehrer an Grundschulen eingestellt worden seien, sei die Bereitschaft zur Fortbildung im Fach Sport gestiegen.
In der Grundschule kommt nicht nur dem Sport, sondern der Bewegung allgemein besondere Bedeutung zu. In einem Pilotversuch haben fünf Grundschulen in Steinheim/Murr, Bad Schönborn, Karlsruhe und Heilbronn mindestens 200 Minuten Bewegung pro Woche eingeführt. Die Bewegungszeit wird über den Schultag verteilt und nicht in klassischen Sportstunden zusammengefasst. Zum Teil wird mit Vereinen zusammengearbeitet. Der erste Zwischenbericht belege, dass die Schüler nach den so genannten Bewegungspausen wesentlich lernbereiter gewesen seien, sagte Rau. Nach Beobachtungen der Lehrer gab es auch weniger Konfliktsituationen, die Aggressionsbereitschaft der Schüler ging zurück. Das Ministerium hat vor, das Projekt im übernächsten Schuljahr auf mindestens 100 Grundschulen auszudehnen.
Sport in der Schule heißt längst nicht mehr nur Reckturnen und über den Schwebebalken balancieren. Das Ministerium hat Konzepte für Klettern und Inline-Skating in der Schule entwickelt. Klettern gilt wegen des sozialen Aspekts und der Stärkung der Konzentrationsfähigkeit als pädagogisch besonders wertvoll, beim Skatertraining in der Schule soll ähnlich wie beim Radfahren die Verkehrssicherheit im Vordergrund stehen.
Künftige Sportasse will das Kultusministerium ebenfalls fördern. An den 59 schulartübergreifenden Partnerschulen der Olympiastützpunkte waren im vergangenen Schuljahr 657 Kaderathleten aus 20 olympischen Disziplinen angemeldet. Dazu kommen zwei Eliteschulen des Sports, die Internate in Tauberbischofsheim (für Fechter) und das Skiinternat in Furtwangen, das die deutschen Skispringer besucht haben. Diese Eliteschulen sind ein Baustein der Nachwuchsförderung im Leistungssport, bundesweit gibt es 34 Eliteschulen. Sie helfen wie die Partnerschulen des Sports durch spezielle Nachhilfe den Sportlern beim Lehrplan auf die Sprünge.
Das Kultusministerium will in Freiburg, im Rhein-Neckar-Raum sowie in Stuttgart im übernächsten Schuljahr drei weitere Eliteschulen einrichten. Besonders eilig hat man es mit Stuttgart. Das Ministerium erwartet, dass der Deutsche Sportbund und der Initiativkreis Wirtschaft und Sport im September die Anerkennungsurkunde für Stuttgart schicken werden. Das Vorhaben hat überregionale Bedeutung. Die Förderung von Nachwuchssportlern ist ein Kriterium des Nationalen Olympischen Komitees bei der Auswahl von Olympiabewerbern. Dabei will das Land Stuttgart bekanntlich nicht bremsen.
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Nw Bielefeld 17.8.
Wie fit sind die I-Männchen?
Schwächen in der Grobmotorik / Zu wenig BewegungVON ELMAR KRAMER
Bielefeld. Auf einem Bein stehen: Bis zu zwölf Prozent der Bielefelder I-Männchen können das nicht. Sie haben Schwächen in der Grobmotorik. Das ist eines der Ergebnisse der Schuleingangs-Untersuchung. "Diese Kinder haben Probleme, auf einem Bein zu hüpfen und zu balancieren", sagt Dr. Werner Vollmer vom Gesundheitsamt auf Anfrage der NW.
Untersucht wurden 3.100 Jungen und Mädchen. Folgendes stellte das Gesundheitsamt fest:
Vollmer bewertet diese Resultate eher zurückhaltend. Im Vergleich zu den Vorjahren gebe es kaum Veränderungen. Dennoch beobachtet er mit Sorge, dass Kinder oftmals mangelnde Spielmöglichkeiten haben. "Mehr freies Spielen würden vielen sicher helfen", sagt Vollmer. Er fordert mehr Sportangebote in Grundschulen. Oft machten es sich Schulen zu leicht, wenn sie den Sportunterricht einfach ausfallen ließen. Der Arzt wünscht sich mehr Sportförderunterricht wie in Sport-AGs: "Wir brauchen einfach mehr Freude am Bewegen."
- Dicke Kinder: Rund fünf Prozent der Untersuchten haben Übergewicht, vor allem Ausländer sind betroffen.
- Wahrnehmung: Acht bis zehn Prozent haben Schwächen im Bereich Grapho- und Visomotorik, können nur mit Mühe einen Kreis malen, Punkte miteinander verbinden oder einen Drachen nachmalen.
- Feinmotorik: Bis zu zwei Prozent können ihre Finger nicht zum Daumen bewegen.
- "Durchgefallen": Bei elf Prozent der Kinder wurde schließlich eine Zurückstellung empfohlen, drei Prozent der Besuch einer Sonderschule.
Das sieht Dr. Uwe Büsching, Vorstandsmitglied des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte aus Bielefeld, ähnlich. "Bei der Einschulung sind die meisten Kinder noch fit. Problematisch wird es im Grundschulalter mit Fernsehen, Computer und wenig Bewegung", sagt der Arzt. Er rät, Schulleistungs-Störungen bei den Kindern ernst zu nehmen und zum Kinder- und Jugendarzt zu gehen.
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Aktuelle Pressemeldung (Ministerium für Städtebau, Wohnen, Kultur und Sport NRW)
August 2001Minister Vesper für modernen Schulsport:
"Kampfsport und Inline-Skating sind Teil der neuen NRW-Lehrpläne."Der Schulsport in Nordrhein-Westfalen wird der veränderten Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen im Sport und in der Schule besser als bisher Rechnung tragen. Im neuen Schuljahr gelten neue Lehrpläne für das Fach Sport in Hauptschule, Realschule, Sekundarstufe I des Gymnasiums und Gesamtschule und für das Fach "Sport/Gesundheitsförderung" an der Berufsschule. Neben den traditionellen Schulsportarten sollen auch neue Inhalte in den Unterricht einfließen. Dazu zählen Trendsportarten wie Inline-Skating, Street-Basketball oder Beach-Volleyball, weniger verbreitete Sportarten wie Aikido oder Baseball und Bewegungskünste wie Jonglieren und Akrobatik. Der Minister betonte, dass die Einführung neuer Lehrpläne ein wesentlicher Schritt auf dem Weg zur zeitgemäßen Weiterentwicklung des Schulsports sei: "Aikido, Baseball oder Inline-Skating motivieren viele Jugendliche heute mehr als Geräteturnen und Langlauf. Die Schule muss sich stärker für den Alltagssport öffnen." Dazu gehöre auch, Bewegung, Spiel und Sport mehr als bisher in die Nachmittagsbetreuung an Schulen einzubinden.
Mit den neuen Lehrplänen sollen die Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen im Schulsport künftig gezielter berücksichtigt werden. Minister Vesper: "Im Schulsport wollen wir uns stärker um die weniger motivierten, gehemmten oder ängstlichen Schülerinnen und Schüler bemühen und gezielter auf die individuellen Fähigkeiten der Kinder und Jugendlichen eingehen. Besonders wichtig ist es, ihnen Freude an der Bewegung zu vermitteln". Dabei müsse der Schulsport die unterschiedlichen Erwartungen von Mädchen und Jungen, ethnischen Besonderheiten, die individuelle körperliche Leistungsvoraussetzung oder Beeinträchtigungen berücksichtigen.
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Karlsruher Nachrichtenmagazin 13.8.
Mit einer Keule die Welt erobert
Karlsruhe gilt als "europäische Hauptstadt des Jonglierens"Karlsruhe - Alles ist präzise festgehalten: Jens Pohl, hat am 30. Juli 1995 sein Diabolo in der Freestyle-Disziplin 29,55 Meter hoch in den Himmel geschleudert und wieder aufgefangen. Weltrekord! Hoch offiziell ist die Bestmarke im "Guinness Buch der Rekorde" verzeichnet. Was die meisten nicht wissen: Nicht nur der sympathische junge Mann mit den blonden Haaren kommt aus Karlsruhe, sondern auch seine Ausrüstung - und die hat es zu Weltruhm gebracht. Die Firma "Henrys" in Neureut ist Weltmarktführer für Jonglierbedarf, besonders für Keulen und eben Diabolos.
Die badische Metropole, von der böse Zungen gerne behaupten sie sei ein wenig "bieder", hat sich in den letzten 20 Jahren nicht weniger, als zur "europäischen Hauptstadt des Jonglierens" gemausert. Ein verdienter Titel - allen bösen Zungen zum Trotz. Warum schätzen die Jongleure gerade Karlsruhe derart? Henry Pekarsky sieht dafür vor allem zwei Gründe: Es gibt eine engagierte Szene und regelmäßige Treffs. Jahr für Jahr findet in der Fächerstadt ein pyramidales Jongliertreffen statt und vergangenes Jahr war sogar die 23. Europäische Jonglier-Convention zu Gast, die 30.000 begeisterte Zuschauer anlockte.Von Anfang an innovative Ideen
Vor 16 Jahren begann Pekarsky seine ersten Keulen zu bauen. Damals noch, als Hobby, neben dem Werkmechanik-Studium, musste die Wohngemeinschaft als "Werkstatt" herhalten. Mit der "Sparkler" einer leuchtenden Keule, in deren Bauch sich eine Wunderkerze verbirgt, war der erste innovative Bestseller geboren. Seitdem ist das Sortiment stetig gewachsen und umfasst heute fünf verschiedene Keulenarten. Da gibt es die "Pirouette" mit langem Hals und kurzem Korpus für die schnelle Einzeljonglage oder die etwas langsamer drehende "Classic Long" mit einem längeren Korpus und etwas kürzerem Griff für das Passing zwischen zwei oder mehreren Akrobaten. Fünf verschiedene Keulenarten, plus verschiedene Designs, Dekors und Farben macht zusammen über 200 verschiedene Keulenmodelle.
Der gebbürtige Tscheche lässt keinen Zweifel aufkommen, der Keulenbau ist allerhöchste Präzisionsarbeit. "Ein Jongleur spürt ein Gewichtsunterschied von nur zwei oder drei Gramm" erklärt er. Eine simple Idee vor 16 Jahren behob diesen Missstand und kam einer kleinen Revolution gleich: Pekarsky legte ein Einheitsgewicht für Keulen fest - nämlich 220 Gramm - und Gewichtsunterschiede gehörten ein für allemal der Vergangenheit an. Ein neuer Standard war geboren, den Künstler und die anderen Hersteller bereitwillig annahmen.Am Puls der Zeit
Nur bei Keulen sollte es nicht bleiben: Die Entwicklung wurde auf Fackeln, Jonglierbälle (sogenannte "Beanbags") und die bei Jongleuren allerseits beliebten Diabolos ausgedehnt. Diese nahezu unverwüstlichen Geschosse aus einem Spezialkunststoff mit dem Kürzel TPE (ThermoPlastischer Elastomer), die aussehen, wie zwei hohle Kugelhälften, die verkehrt herum zusammengebaut wurden, sind absolute Hightechprodukte. Das Material muss bei bis zu 8.000 Umdrehungen pro Minute stabil und flexibel zugleich sein. Qualität ist das oberste Gebot bei "Henrys": "Man wird bekannt über gute Artikel und nicht über Werbung", erklärt der Chef sein Erfolgsgeheimnis.
Die kreative Energie des Henry Pekarsky ist noch lange nicht erschöpft. Gerade werden auf der Jonglier-Convention in Rotterdam zwei Neuigkeiten vorgestellt: ein Mini-Diabolo, das speziell für Kids entwickelt wurde und ein Diabolo mit Kugellager. Eine Weltneuheit! Da prüft der Chef mit seinem kritischen Fachblick doch lieber höchstpersönlich, ob die dreifache Zentrierung exakt ist, der Rundlauf einwandfrei und ob die bunten Schalen nicht etwa "flattern". Schließlich muss bei der Präsentation alles stimmen. Dennoch steht in Rotterdam nicht nur Spaß auf dem Plan, die Kunden wollen betreut und Kontakte zu Geschäftsleuten müssen geknüpft werden.Jonglieren fördert das Denkvermögen
Neuerdings empfiehlt sogar das Ministerium für Kultus und Sport Jonglieren für den schulischen Sportunterricht. Selbst bis zu den Beamten in Stuttgart ist es jetzt vorgedrungen, dass Jonglieren fit hält - und das gleich zweifach. Nicht nur die Reflexe und Armmuskeln werden trainiert, sondern auch das Abstraktionsvermögen und die Auge-Hand-Koordination. Das geniale ist: Jonglieren kann jeder lernen. Nach ein bis drei Tagen kann man bereits mit drei Bällen jonglieren, nach zwei Monaten sind auch vier Bälle nicht mehr unmöglich und nach einem Jahr, wenn man dann mit fünf Bällen jonglieren kann, kann man von sich behaupten "gut" zu sein.
Am Anfang ist es manchmal schwierig dran zu blieben, aber "nach zwei Stunden harter Arbeit ist man über einen bestimmten Punkt gekommen", sagt Henry, der heute selbst nur noch im Urlaub jongliert. Die Kinder hätten irgendwann ein Aha-Erlebnis und es sei faszinierend mitanzusehen, wie völlig chaotische Kinder auf einmal systematisch vorgingen. Bei Grossevents in Karlsruhe sind Henry Pekarsky, der am Zirkel auch einen "Aktivladen" betreibt und sein Team oft und gerne mit einem Workshop dabei. An die Adresse des Oberbürgermeisters richtet Pekarsky die Hoffnung, dass Zirkel und Schlossplatz mit Festen noch mehr belebt werden. Dann ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis der nächste Karlsruher einen Weltrekord aufstellt - natürlich mit Equipment von "Henrys".
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