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Aktuelle Meldungen rund um den Schulsport
Sportpädagogik-Online und Sportunterricht.de
.. Hier erscheinen - ständig aktualisierte - Meldungen rund um den Schulsport. Im Mittelpunkt stehen Beiträge, welche die Bedeutung des Sports in der Schule bearbeiten und Hinweise auf innovative Projekte geben.
Archiv 2001
28.3. 2001 Trierer VolksfreundStempel statt Stoppuhr
Grundschule St. Paulin startet am Freitag im Moselstadion zum LebenslaufTRIER. Fitness, Spaß und Fairplay stehen im Trierer Moselstadion beim "Lebenslauf" im Mittelpunkt des Interesses. Die Veranstaltung wirft zudem Geld für die Welthungerhilfe ab.
Stoppuhr ade. Wenn am Freitag die Schüler der Grundschule St. Paulin im Trierer Moselstadion ihre Runden drehen, geht es nicht um schnelle Zeiten und schon gar nicht um Schulnoten. Pure Ausdauer wird den Dreikäsehochs abverlangt. Je weiter die Knirpse laufen und je mehr Schweiß sie vergießen, desto mehr Geld kommt der Deutschen Welthungerhilfe zu Gute.
1996 starteten die Deutsche Welthungerhilfe und der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) die Aktion "Lebensläufe". Kinder und Jugendliche laufen, radeln oder skaten bei Veranstaltungen im Rahmen der Aktion so weit sie können und möchten.
Die von den Kindern im Vorfeld gesuchten Sponsoren spenden anschließend einen festgelegten Betrag, der von der zurückgelegten Wegstrecke abhängt. "Während einer Dienstbesprechung der Sportlehrer wurde das Thema angesprochen", erzählt Helmut Sauer von der Grundschule St. Paulin, wie die Trierer Schule auf die Idee kam einen "Lebenslauf" zu organisieren.
Norbert Ruschel, früher einer der besten Trierer Mittelstreckler und unter anderen Deutscher Jugend-Vizemeister, lobte vor den Sportlehrern die "Aktion Lebensläufe". Ruschel hat selber Erfahrungen mit der Organisation von Sportveranstaltungen für Kinder gesammelt.
In Kassel motivierte er über 1000 Kinder am Nachwuchslauf im Rahmen des renommierten Askina-Sportfestes teilzunehmen und beim Trierer Silvesterlauf rührte er ebenfalls mit großem Erfolg die Werbetrommel.
Bei Helmut Sauer fielen Ruschels Worte auf fruchtbaren Boden. "Für uns als bischöfliche Schule ist es eine besondere Gelegenheit in der Fastenzeit einen Lauf gegen den Hunger in der Welt durchzuführen", zeigte sich der Lehrer von der Idee begeistert.
Rund 200 Kinder werden am kommenden Freitag ab 10 Uhr einen 750 Meter langen Parcours auf dem Gelände des Trierer Moselstadions unter die kleinen Füße nehmen. Um die Laufstrecke abwechslungsreicher zu gestalten, werden keine Runden im Stadionoval, sondern unter Bäumen hindurch und kleine Hügel rauf und runter gelaufen.
Alle 250 Meter werden Tische aufgebaut. Dort wird der Laufpass, den jedes Kind vor dem Start erhält, abgestempelt. So kann am Ende kontrolliert werden, wie weit die Schüler gelaufen sind und - was noch wichtiger ist - wie viel Geld für den Kampf gegen den Hunger erlaufen wurde.
"Die Sponsoren haben sich bereit erklärt pro 250-Meter-Abschnitt zu spenden", freut sich Sauer über die Spendenfreudigkeit von Eltern, Verwandten und anderen Gönnern. Nachdem klar war, dass die St.-Paulin-Grundschule einen Lebenslauf durchführen wird, fahndeten die Kinder in der Verwandtschaft nach Geldgebern für den guten Zweck. Zwischen einer und fünf Mark pro gelaufenen 250 Metern rücken die Spender raus.
"Es kommt natürlich auch auf das Alter des jeweiligen Kindes an", erklärt Sauer. Bei den Erstklässlern wird eine geringere Laufleistung zu erwarten sein, als bei den älteren Kindern. Die gesammelten Spendengeldern sollen in diesem Jahr einem Projekt auf den Philippinen zu Gute kommen.
Aber auch die Akteure profitieren von der Lebenslauf-Aktion. Nirgends sonst wie bei Lebensläufen sind Kinder und Jugendliche mit so viel Elan bei der Sache. Wird sich sonst im Sportunterricht vor dem Ausdauerlaufen gedrückt, so hat das Traben nun einen Sinn.
Außerdem fördert das gemeinsame Eintreten für eine gute Sache das Gemeinschaftsgefühl und den Solidaritätsgedanken und macht nicht zuletzt einfach Spaß.
Main Echo 27.3.
Die pure Entspannung: »Ich fühle mich ruhig und leicht«
Yoga im Sportunterricht – Hilfe gegen Abi-StressWertheim. Außergewöhnliche Sportstunden erlebten die Schülerinnen der 13. Klasse des Wirtschaftsgymnasium am Beruflichen Schulzentrum, denn die Yoga-Trainerin Ursula Günther-Berhard besuchte die Mädchen.
Nicht Schnelligkeit, Kraft und körperliche Leistungsfähigkeit standen an den beiden letzten Donnerstagnachmittagen im Mittelpunkt, sondern Entspannung und Atemübungen. Keine lauten Schreie, keine Anfeuerungsrufe, vielmehr Ruhe und Entspannung waren angezeigt.
Stille herrscht im Raum, nur leise, meditative Musik spielt im Hintergrund. Die wohlklingende Stimme der Trainerin leitet die Mädchen. Konzentriert, aber ruhig führen die Teilnehmerinnen die einzelnen Übungen aus. Eine meditative Reise entführt sie in die Entspannung.
Ständige Klausuren, Abiturvorbereitung, Angst vor dem Abitur belasten die Abiturientinnen. Sich nicht diesem Stress zu überlassen, sondern etwas dagegen zu tun, war Ziel dieser Unterrichtsstunden. Joga soll den Schülerinnen helfen, konzentrierter, ruhiger und gelassener zu werden, außerdem soll es die Angst vor Tests und Prüfungen mindern und helfen, bei schwierigen Situationen »cool« zu bleiben. »Im entspannten Zustand sind die Schülerinnen in der Lage, neues Wissen besser aufnehmen zu können. Die erweiterte Phantasie fördert die schöpferische Kraft«, erklärt Ursula Günther-Berhard. Und der Erfolg gibt ihr Recht: »Ich fühle mich ruhig und leicht, die Realität ist ein Stück weggerückt«, beschreibt zum Beispiel die 19-jährige Schülerin Carmen ihre Eindrücke.
Die Popularität von Yoga sei in den letzten Jahren enorm gestiegen, so die Yoga-Lehrerin. Die Einstellung gegenüber der Gesundheit und dem Lebensstil hätten sich dramatisch verändert. Heutzutage suchten viele Jugendliche Lösungen für ihre Probleme. Auf der Suche ein Stück weiterzukommen, war Ziel dieser Unterrichtsstunden, wie Initiatorin Hannelore Rodenbach mitteilte.
DSJ 25.3.
Menschen-Pyramide, Schattenrollen und fließendes Minitrampolinspringen
statt Schlagballweitwurf, Weitsprung und Sprint?Bundesjugendspiele prüfen nicht länger ausschließlich sportliche Leistung
Ab dem nächsten Schuljahr können sich Schülerinnen und Schüler zwischen der klassischen Variante der Bundesjugendspiele in den Sportarten Leichtathletik, Turnen und Schwimmen, einem Vielseitigkeitswettbewerb in diesen Sportarten, der völlig neue Übungen einschließt, und einem sportartübergreifenden Mehrkampf entscheiden - vorausgesetzt natürlich, dass es die Schulen anbieten. Damit die Lehrerinnen und Lehrer sich ausführlich informieren können, bietet das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) jetzt ein Handbuch mit den entsprechenden Wettkampfbestimmungen an, das darüber hinaus auch auf CD-ROM vorliegt.
Das Handbuch wurde gemeinsam von den im Kuratorium und im Ausschuss für die Bundesjugendspiele vertretenen Institutionen, also dem BMFSFJ, der Kultusministerkonferenz, der Deutschen Sportjugend (die hier den DSB vertritt), dem Deutschen Leichtathletikverband, dem Deutschen Turnerbund und dem Deutschen Schwimmverband, entwickelt.
Den unterschiedlichen Fähigkeiten der einzelnen trägt dieses neue und seit zwei Jahre erprobte Programm Rechnung. Es verfolgt das Ziel, die jüngeren Jahrgänge an die Grundsportarten heranzuführen, wobei auf eine Frühspezialisierung und Einengung in starres Regelwerk verzichtet wird, und ältere wieder zu begeistern. Auch wenn weiterhin die Einzelleistung zählt, sind auch Gruppenübungen nur ein Schritt, um aus den Bundesjugendspielen für Einzelkämpfer wieder ein "Sportfest" für alle zu machen.
In den letzten Jahren hat sich das Erscheinungsbild des Schulsports deutlich verändert. Daher werden derzeit in nahezu allen Bundesländern neue Richtlinien und Lehrpläne diskutiert. Die pädagogischen Grundüberlegungen gehen in den aktuellen Vorschlägen zunehmend von den "Sinnperspektiven" des Sportunterrichts aus. Ziele wie Wahrnehmungsfähigkeit verbessern, Bewegungserfahrung erweitern, Bewegung gestalten, Leistung erfahren und reflektieren, gemeinsam handeln, Wettkämpfen und sich verständigen sowie Fitness verbessern und Gesundheitsbewusstsein entwickeln, werden auch mit dem neuen Programm der Bundesjugendspiele angestrebt. Die vielfältigen neu hinzugekommenen Übungen und Wettkampfformen bieten dazu sehr gute Möglichkeiten. Die neuen Medien erleichtern Sportlehrerinnen und -lehrern den Einstieg in das Thema Bundesjugendspiele.
Aber nicht nur im Inhalt, auch äußerlich wird sich einiges ändern. Die Bundesjugendspiele werden zu ihrem 50-jährigen Jubiläum in diesem Jahr ein eigenes Logo erhalten, das in Zukunft alle Veröffentlichungen, die im Zusammenhang mit den Bundesjugenspielen stehen, begleiten wird. Natürlich erscheint dieses Logo dann auch auf den ab dem Schuljahr 2001/2002 ebenfalls neu gestalteten Urkunden.
Das Handbuch und die CD-ROM werden einmalig im Juni 2001 allen Schulen in der Bundesrepublik zugestellt. Ab Juli 2001 wird dann auch unter www.bmfsfj.de und www.dsj.de das Handbuch ergänzt durch entsprechende Suchfunktionen im Internet herunter geladen werden können.
24.3. Hamburger Abendblatt
Schulsport im Abseits ?
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"Hamburgs Schulsport im Abseits" - das war am Donnerstagabend das Thema des 11. Sportforums des Hamburger Journals, der NDR-Hamburg-Welle 90,3 und des Hamburger Abendblattes. 120 Zuhörer verfolgten die zweistündige Diskussion in der Aula der Gesamtschule Horn. 90,3 übertrug das Forum live.
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Unter der Moderation von Heiner Siegmund (90,3) und Abendblatt-Sportchef Jan Haarmeyer diskutierten folgende acht Experten über das Thema "Schulsport im Abseits": Maria Hildebrandt, Vertreterin der SchülerInnenkammer Hamburg; Roswitha Loeding, Direktorin der Gesamtschule Alter Teichweg; Christiane Petersen, Leiterin des Kinder-Gesundheitsprojekts Moby Dick; Norbert Baumann, Sportreferent der Hamburger Behörde für Schule, Jugend und Berufsausbildung; Michael Braumann, Leiter des Fachbereichs Sportwissenschaften an der Uni Hamburg; Rainer Kuhfeld, Sportausschuss-Vorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft; Karl Robert Schirmer, Facharzt für Kinderheilkunde; Jochen Kossel, Sportlehrer an der Gesamtschule Horn. Auf sieben Teilgebieten wurde das komplexe Thema diskutiert, abschließend erläuterten die Teilnehmer ihre Visionen.
"Bestandsaufnahme: Schulsport im Abseits?"
HILDEBRANDT: Der Schulsport war lange Zeit sehr langweilig. Die Lehrer waren nicht innovativ. Wir haben nichts gelernt, keine neuen Sportarten ausprobiert. Ich bin lange in Wernigerode (Sachsen-Anhalt) zur Schule gegangen, habe daher Vergleichsmöglichkeiten. Dort wird Schulsport offener gestaltet, Schüler können mitbestimmen. In Hamburg bessert sich das nur langsam. An meiner Schule, dem Imanuel-Kant-Gymnasium Harburg, gibt es jetzt einen Ruderkurs. Das ist ein Schritt in die richtige Richtung.
BAUMANN: Bis zur siebten Klasse ist Sport für viele Schüler das Lieblingsfach, danach geht das Desinteresse los. Die Meinungen der Schüler geben uns sehr zu denken. Man sollte aber nicht alles, was im Sport schief läuft, nur auf die Schulen schieben. Die Bemühungen, innovativer zu werden, sind da.
KUHFELD: Schulsport muss Spaß machen, das ist ganz wichtig. Das ist aber nur der Fall, wenn er abwechslungsreich gestaltet wird. In Hamburg ist das Problem, dass zu wenig junge Lehrer eingestellt werden, die Innovationen bringen könnten.
SCHIRMER: Der Schulsport leistet nicht genug. Wenn ich in meiner Praxis sehe, wie viele Kinder mit Koordinationsmängeln kommen, dann frage ich mich, woran das liegt. Da werden Defizite des Schulsports sichtbar.
"Was muss der Schulsport leisten?"
BAUMANN: Den Schulen ist ein offener Rahmen vorgegeben. Sie müssen zwei, können aber auch drei Sportstunden pro Woche erteilen. 75 Prozent der Schulen wollen bei drei Stunden bleiben. Wir differenzieren zwischen Sportunterricht und Schulsport. Ich denke, dass Schulen neben dem Unterricht mehr Zusatzangebote bieten müssen.
SCHIRMER: Wir müssen ein Umdenken erreichen. Sport und Bewegung sind für die Zukunft eminent wichtig. Körperliche Schäden, die durch Bewegungsmangel entstehen, sind ein horrender Kostenfaktor, der die gesamte Gesellschaft trifft. Wenn Behörde und Senat Schulsport streichen, fördern sie den Bewegungsmangel.
BRAUMANN: Der Schulsport darf dem Trend zur Computer-Gesellschaft nicht nachgeben. Vielmehr müssen Schulen die Bedeutung von Bewegung deutlich machen. Wer Schulsport kürzt, der stiehlt sich aus seiner gesellschaftlichen Verantwortung.
"Bewegungsmangel - Mythos oder Wahrheit?"
KOSSEL: Die Belastungsfähigkeit der Kinder ist deutlich geringer geworden. Bei Wanderungen müssen viele Schüler schon nach zwei Kilometern Pause machen. Koordinative Fähigkeiten wie Balancieren gehen immer mehr verloren.
PETERSEN: 1975 hatten wir vier Prozent übergewichtige Schulkinder, heute sind es schon fast 25 Prozent.
SCHIRMER: Wir sehen ganz deutlich eine Zunahme an bewegungsunfähigen Kindern. Manche schaffen es noch nicht einmal, auf die Behandlungsliege in meiner Praxis zu steigen.
BAUMANN: Wir wollen die Probleme nicht leugnen, aber differenzieren. Die Fähigkeiten der Schüler ändern sich. Früher musste man Klimmzüge können. Wer das heute nicht mehr kann, gilt als unsportlich. Doch die Jugendlichen von heute können Inlineskaten, Surfen oder Breakdance. Wir sollten keine Panikmache betreiben.
"Falsche Ernährung und ihre Folgen."
PETERSEN: Bei "Moby Dick" versuchen wir, übergewichtige Kinder an Sport und richtige Ernährung zu gewöhnen. Wir sind gegen Diäten, wollen Abnehmen mit Spaß verbinden. Wichtig ist, falscher Ernährung vorzubeugen. Da sind Eltern und Schule gleichermaßen gefordert.
SCHIRMER: Es ist erschütternd, was für Folgen falscher Ernährung ich feststelle. Schüler leiden unter Alters-Diabetes und Bluthochdruck.
ZUSCHAUERIN JOHANNA FISCHER: Eltern müssen sich um die Ernährung ihrer Kinder kümmern, da kann die Schule nicht auch noch drauf aufpassen. Wichtig ist, Probleme präventiv zu behandeln und nicht erst, wenn es zu spät ist.
"Sportbetonte Klassen - ein Weg für die Zukunft?"
LOEDING: Bei uns in der Gesamtschule Alter Teichweg gibt es in Zusammenarbeit mit dem Olympiastützpunkt sportbetonte Klassen, in denen Leistungssport zusätzlich zum normalen Schulsport an drei Tagen in der Woche auf dem Stundenplan steht. So können Sport und Schule vereinbart werden, ohne dass eins von beiden aus Zeitgründen auf der Strecke bleibt. Bei der Finanzierung dieses Projekts sieht die Schulbehörde nur zu.
BAUMANN: Wir sehen es nicht als unsere Aufgabe an, Leistungssport zu fördern. Das ist Aufgabe von Sportvereinen. Gleichwohl sehen wir solche Projekte mit Wohlwollen. Wir sind dafür, die Zusammenarbeit von Schulen und Vereinen ständig auszubauen.
"Ist die Ausbildung von Sportlehrern ausreichend?"
HILDEBRANDT: Oftmals scheint das nicht der Fall zu sein. Viele Lehrer sind zu alt, können Übungen nicht vormachen. Von Trendsportarten wollen sie nichts wissen.
BRAUMANN: Die Ausbildung in Hamburg ist gut. Das Problem ist vielmehr, dass die jungen Lehrer gar nicht eingestellt werden. Dramatisch ist, dass manche Lehrer wegen des Personalmangels an ihren Schulen durch Crash-Kurse für den Sportunterricht fitgemacht werden. Dass die dann wenig können, ist klar.
BAUMANN: Ich bin der Meinung, dass nicht jeder Sportlehrer alles können muss. Die, die heute ausgebildet werden, sind wahrscheinlich für den Trendsport in zehn Jahren nicht vorbereitet. Wichtig ist nur, dass die Bereitschaft, sich Neues anzueignen, da ist. Aber einen in allen Sportarten ausgebildeten Lehrer wird es nicht geben.
"Berufsschule und Sport - wie geht es weiter?"
KUHFELD: Seit 1997 gibt es an Berufsschulen ein Bonussystem. Die Schülerinnen und Schüler erhalten Gutscheine im Wert von 200 Mark, dürfen dafür in Sportvereinen oder Fitness-Studios Sport treiben. Schulsport wurde im Gegenzug gestrichen. Heute nutzen nur rund fünfzehn Prozent der Berufsschüler diese Gutscheine. Das bedeutet: Die Behörde zahlt dem Hamburger Sport-Bund zehn Millionen Mark, von denen ein Großteil verschenkt ist. Hier werden Gelder verprasst, und die Behörde zieht sich aus der Verantwortung, Sport an Berufsschulen zu erteilen.
BAUMANN: Das Bonussystem wird derzeit geprüft. Der Vertrag läuft noch bis 2002, wir gehen davon aus, dass er erfüllt werden wird. Was danach passiert, kann ich beim besten Willen nicht sagen.
KUHFELD: Wir fordern, den Vertrag zum Sommer aufzulösen und einzugestehen, dass das System gescheitert ist. Sport muss dort erteilt werden, wo die Schüler zusammenkommen, und nicht in die Eigenverantwortung der Schüler übergeben werden. Die gestrichenen Sportlehrerstellen müssen den Berufsschulen ersetzt werden. Es kann nicht sein, dass diese leiden müssen, nur weil sich die Behörde nicht traut, das gescheiterte System zurückzunehmen.
"Meine Visionen für den Schulsport in Hamburg"
SCHIRMER: Alle Kinder und Jugendlichen müssen Entwicklungschancen geboten bekommen. Wir müssen verstärkt auf Prävention setzen, um Bewegungsmangel an der Wurzel zu bekämpfen. Dazu ist es ganz wichtig, dass Schulsport nie ausfällt.
HILDEBRANDT: Ich wünsche mir, dass Schulsport interessanter wird und die Lehrer innovativer werden.
BAUMANN: Von Seiten der Behörde wünschen wir uns eine ständige Qualitätsverbesserung des Schulsports. Die Schulen müssen sich weiter öffnen, mehr eigeninitiierte Sportangebote machen. Dazu hoffe ich, dass wir immer genügend nachrückende Sportlehrer haben werden.
KUHFELD: Wir von der GEW würden es begrüßen, wenn an Haupt- und Realschulen Sport wieder Wahlpflichtfach werden könnte. Alle Lehrer müssen für mehr Bewegung an den Schulen eintreten. Für die Berufsschulen wünsche ich mir eine sofortige Neulösung des Problems und kein taktisches Abwarten.
BRAUMANN: Ich hoffe, dass Bewegungsmangel in seiner gesamtgesellschaftlichen Bedeutung wahrgenommen wird. Schulsport muss als Chefsache von höchster Stelle behandelt werden. Auch Schulen und Lehrer müssen im Rahmen ihrer Mittel innovativer werden.
PETERSEN: Im Namen der Kinder von "Moby Dick" wünsche ich mir, dass dicke Kinder im Sportunterricht mehr Rechte bekommen. Sie wollen nicht mehr gehänselt werden, möchten öfter mal Mannschaften wählen, anstatt immer als Letzte übrig zu bleiben. Sportlehrer sollten versuchen, auch den Dicken Erfolgserlebnisse zu ermöglichen.
LOEDING: Ich wünsche mir für meine Schule eine neue Sportlehrerin, damit wir Sport nicht fachfremd unterrichten müssen.
KOSSEL: Als Sportlehrer plädiere ich für die Einführung einer täglichen Sportstunde. Der Gesellschaft muss endlich klar werden, wie wichtig Sport ist.
22.3. 20 Minuten Köln
Unihockey
Rasant, abwechslungsreich, die Regeln so simpel wie effektiv – das ist Unihockey.
Eine Sportart, die bundesweit auf dem Vormarsch ist.Köln. Besonders im Sportunterricht erfreut sich Unihockey, eine Mischung zwischen Feld- und Eishockey, wachsender Beliebtheit. Die Gründe für diesen enormen Zulauf liegen auf der Hand: Mädchen und Jungen können beim Unihockey in gemischten Teams antreten, die Ausrüstung ist preiswert, der Sport für Anfänger schnell und leicht zu erlernen. Zudem birgt er nicht zuletzt dank des einfachen, aber sinnvollen Regelwerks kaum Verletzungsrisiken: So darf der Schläger nur bis Hüfthohe ausgeschwungen werden, die Ausholbewegung ist ebenfalls auf Hüfthöhe beschränkt. Stock oder Körper des Gegners dürfen mit dem eigenen Schläger nicht berührt werden. Der Ball kann – anders als beim Hockey – mit beiden Seiten der Stockfläche gespielt werden. Ähnlich wie beim Eishockey wird hinter dem Tor weiter gespielt. Es gibt kein »Aus«, es sei denn, der Ball fliegt über eine der 50 Zentimeter hohen Banden. In den neuen Bundesländern ist Unihockey bereits weitreichend fester Bestandteil des Lehrplans und gilt sogar als Prüfungsfach im Abitur. Die Lehrpläne Sport fast aller weiteren Bundesländer – so auch in Nordrhein-Westfalen – ermöglichen Unihockey in der Primar- und Sekundarstufe I unter der Kategorie »Sportspiele«. Kaum einer, der nicht während seiner Schulzeit mit dem Plastikschläger und dem Ball, der 26 Löcher besitzt und dadurch bis zu 180 Stundenkilometer schnell fliegen kann, in Berührung gekommen wäre. Und das Interesse der Jugendlichen wächst: »Wir bekommen wöchentlich Anfragen aus allen Landesteilen, aus Aachen, Bonn und auch Köln. Besonders Referendare, die den Sport aus ihrer eigenen Schul- oder Universitätszeit kennen, fragen nach Info-Material«, sagt Miriam Rüger vom Deutschen Unihockey Bund zufrieden.
21.3.Hamburger Abendblatt
Wie schlapp sind die Schüler?
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Studie der Universität Hamburg: Rückgang der motorischen Leistungsfähigkeit nicht so dramatisch
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Hamburg - Sind deutsche Schulkinder immer schlapper? Mit dieser These mahnt Manfred von Richthofen, der Präsident des Deutschen Sportbundes (DSB) seit Monaten eine Kehrtwende in Sachen Schulsport an. Doch eine Studie der Universität Hamburg widerspricht dem obersten deutschen Sportfunktionär. Am morgigen Donnerstag (19 bis 21 Uhr, Gesamtschule Horn, Snitgerreihe 2) werden Experten beim Sportforum des Hamburger Abendblattes, der NDR Hamburg Welle 90,3 und dem Hamburger Journal auch die Ergebnisse dieser Untersuchung kritisch diskutieren.Der Rückgang der motorischen Leistungsfähigkeit der Schüler sei im Vergleich zu Daten von vor 15 und 20 Jahren weit weniger dramatisch als bisher angenommen, heißt es in der Studie, die unter Leitung des Sportdidaktik-Professors Jürgen Kretschmer (57) erstellt worden ist (im Internet unter http://www.erzwiss.uni-hamburg.de/Projekte/Kknrl/index.htm nachzulesen).
Das Forschungsteam hatte in jeweils 38 zweiten und 4. Klassen in ganz Hamburg 1672 Kinder auf ihre Bewegungsfähigkeiten getestet. 868 Jungen und 804 Mädchen nahmen teil. Zu den 76 ausgewählten Grundschulen gehörten sowohl staatliche wie auch sechs konfessionelle und eine Waldorfschule. Neben konditionellen Fähigkeiten wurden auch Schnelligkeit, Kraft und Ausdauer sowie koordinative Fähigkeiten der im Schnitt acht- bis zehnjährigen Schüler überprüft. Außerdem wurde mit einem Fragebogen nach Medienkonsum und Wohnsituation der Schüler gefragt.
Zwar stellen die Forscher im Vergleich zu 20 Jahre alten Tests verringerte Leistungen der Schüler fest. Doch von einem Leistungseinbruch sei nicht zu sprechen, so das Hauptfazit. Und nimmt man Studien aus dem Jahr 1992 seien überhaupt keine Verschlechterungen mehr auszumachen.
So weit Verschlechterungen feststellbar waren, ist das Hamburger Forscher-Team auch der Frage nach den Ursachen nachgegangen. Insbesondere die Wohnverhältnisse spielten hier eine wichtige Rolle. Kinder, die nicht in Mietwohnungen lebten, gehörten verstärkt zur Gruppe derjenigen, die zum oberen Leistungsbereich gehörten. Wer ein eigenes Zimmer und gar einen Garten nutzen kann, ist bevorteilt.
Überraschend: Weniger entscheidend für die Bewegungsfähigkeit der Kinder war hingegen der Medienkonsum, wie Fernsehen oder PC-Spiele. Dabei waren 97,2 Prozent der befragten Lehrer der Ansicht, dass dies der entscheidende Faktor für die angenommene Leistungsverschlechterung sei.
"Vergleicht man die Nutzungsdauer und die motorische Leistungsfähigkeit, dann ist kein Zusammenhang nachweisbar", heißt es dagegen in der Studie. Nur bei den Extrem-Ergebnissen, also den besonders guten und besonders schlechten Schülern, seien relevante Unterschiede vorhanden. Allerdings seien Langseher deutlich häufiger in der unteren Schicht zu finden, Kurzseher in der oberen.
Die Autoren geben auch Auskunft über mögliche Folgerungen. Ein kompensatorisches oder gar therapeutisches Schulsportkonzept sei aus den gewonnenen Daten kaum stimmig zu begründen. Allerdings fordert Jürgen Kretschmer eine Öffnung der Schulen. Die Lehranstalten müssten zum "bewegungskulturellen Zentrum einer Gemeinde oder eines Stadtteils werden". Damit dürften Kooperationen zwischen Schule und Vereinen gemeint sein, wie auch die Öffnung der Schulhöfe am Nachmittag.
16.3. (DPA)
Bundespräsident für Ausbau der sportbetonten Schulen
Der Bundespräsident macht sich für den Schulsport stark. Johannes Rau setzt sich für den Ausbau sportbetonter Schulen ein.
BERLIN. Für Bundespräsident Johannes Rau nimmt der Ausbau der sportbetonten Schulen in den alten Bundesländern einen großen Stellenwert bei der Nachwuchsförderung ein. Dies betonte Rau beim ersten offiziellen Gespräch mit der Spitze des Deutschen Sportbundes (DSB) am Donnerstag in Berlin.
Richthofen lobt Rau
Die Delegation wurde von DSB-Präsident Manfred von Richthofen angeführt. «Es ist eindrucksvoll, wie sich der Bundespräsident bei diesem Thema eingebracht hat», sagte DSB-Vizepräsident Ulrich Feldhoff, «ich hätte nie vermutet, dass er so sachkundig ist.»Richthofen dankte Rau für seinen Einsatz beim Erhalt der dritten Schulsportstunde. Rau hatte sich dafür beim vergangenen DSB-Bundestag in Hannover ausgesprochen. «Er hat uns damit sensationell geholfen. Wir haben seitdem eine unüblich große Nachfrage nach dieser Rede», sagte Richthofen.
Weiteres Engagement angedacht
Weitere Themen des Gespräches waren neben dem Goldenen Plan Ost auch die Rolle des Sports in der Gesellschaft. Rau sagte dabei zu, die Schirmherrschaft einer geplanten Aktion mit dem Titel «Aktiv für die Gesellschaft» zu übernehmen. Bei der Initiative, die im Herbst starten soll, geht es unter anderem um die Förderung des Ehrenamtes, die Abwehr von Rassismus sowie um die Einbeziehung von Familien, Senioren und Benachteiligten in den Sport. «Die Integrationskraft eines Bundespräsidenten für die Sportpolitik ist weiter unentbehrlich», betonte von Richthofen. (dpa)
15.3. Wiesbadener Kurier
Erschreckende Fakten und Zahlen
Sportkreis-Vortrag „Die tägliche Sportstunde“/Probleme stecken schon in der SchultüteSchulkinder sind bewegungsarm, inaktiv, neigen zu Gewalt und sind nur vor dem Computer konditionsstark – das hat ja irgendwie jeder schon mal gehört. Das Thema Schulsport in Verbindung mit Sparpolitik und Kürzungen von Sportstunden zugunsten der so genannten „kognitiven Fächer“ ist aktuell, schon länger sind Lehrer und Eltern für diese Probleme sensibilisiert.
Und dennoch erschrecken Fakten und Zahlen, wenn sie in ungeschminkter und alarmierender Weise von einem Fachmann vorgetragen werden. Professor Dr. Klaus Bös ist Leiter des Instituts für Sport und Sportwissenschaft der Universität Karlsruhe, bis vor wenigen Jahren war er Hochschullehrer an der Uni Frankfurt. Zur 41. Informationsveranstaltung des Sportkreises Wiesbaden war Sportkreis-Arzt Dr. Michael Seil besonders stolz, den renommierten Wissenschaftler, der 1982 mit dem „Carl-DiemWissenschaftspreis“ des Deutschen Sport-Bundes (DSB) ausgezeichnet wurde, für den Vortrag im Wiesbadener Rathaus zum Thema „Die tägliche Sportstunde“ zu gewinnen.
Und es ging schon öfter mal ein Raunen durch das Publikum, als Bös seine langjährigen Forschungsergebnisse präsentierte, die den vorwiegend heimischen Lehrern dank des computerunterstützten Vortragsprogramms „Power Point“ geradezu ins Gesicht sprangen: Ein Grundschulkind bewegt sich im Durchschnitt eine Stunde pro Tag – höchstens 15 bis 30 Minuten können davon als „intensive Bewegung“ im sportlichen Sinne verstanden werden. Einen Sechs-Minuten-Dauerlauf hält kaum ein Grundschüler durch, manchen geht schon nach zwei Minuten die Puste aus.
Dazu kommt die falsche Ernährung: Viele Kinder bringen ihre Probleme schon in der Schultüte mit – 30 Prozent der Erstklässler sind übergewichtig. Dr. Klaus Bös warnt vor einer tickenden Zeitbombe: „Wenn man sich überlegt, dass Zivilisationskrankheiten bei Erwachsenen, die als Kinder fit waren, heute schon so stark zugenommen haben, wie soll dann erst die Zukunft eines unfiten Kindes aussehen?“
Doch dass der Sportwissenschaftler nicht nur Negativbeispiele parat hatte, zeigte er anhand einer ebenso faszinierenden wie utopischen Projektstudie: Über einen Zeitraum von vier Jahren wurden die Auswirkungen einer „täglichen Sportstunde“ auf das Verhalten von Kindern einer Grundschule in Bad Homburg im Vergleich zu einer normalen Kontrollschule untersucht. Besonders interessant war hierbei, dass sich nicht nur die Motorik, sondern auch das Sozial- und Lernverhalten der Kinder deutlich verbessert hat. Während die Schüler der Kontrollschule im Durchschnitt doppelt so aggressiv in den Pausen waren wie die Kids der Projektschule, wurden diese im Gegenzug kooperativer und aufmerksamer.
Mit einem weiteren Vortrag über die vielfältigen Chancen des Sports für die Persönlichkeitsentwicklung von Kindern, richtete Bös zum Abschluss noch einen Appell an die anwesende Lehrerschaft, den Mut – trotz zahlreicher Steine auf dem Weg – nicht zu verlieren. Und auch in der anschließenden Diskussion stellte sich heraus, dass es in Wiesbaden gar nicht so schwarz aussieht: Im „Jahr des Schulsports“ laufen bereits mehrere Kooperationsmodelle zwischen Schulen und Vereinen und an der Hahner Gesamtschule Obere Aar steckt ein ähnliches Projekt in den Anfängen - im Kampf um die „tägliche Sportstunde“.
12.3. Stuttgarter Zeitung
Mit Schulsport die Gewalt bekämpfen
Hauptschulen bilden Schüler zu Sportassistenten aus - Benachteiligte Jugendliche im Visier
HEILBRONN. Spaß an der Bewegung soll bei Baden-Württembergs Schülern die Gewaltbereitschaft mindern und die Leistungsfreude stärken. Das sind die Ziele zweier landesweiter Schulsportinitiativen, die in Heilbronn gestartet wurden.
"Ich erwarte, dass das Thema Sport und Bewegung an jeder Schule des Landes zentrales Thema ist'', sagte Kultusstaatssekretär Rudolf Köberle in Heilbronn. Er gab den Startschuss für zwei schulische Maßnahmen, mit denen die Landesregierung ein "bundesweites Signal'' setzen will. Die Aktion "Sport macht Freunde'' soll mit Hilfe von Spitzenathleten Gewalt und politischen Extremismus an Grund- und Hauptschulen bekämpfen. Eine neuartige Ausbildung zu so genannten Sportassistenten soll Jugendliche im Berufsvorbereitungsjahr motivieren.
Etwa 40 Spitzensportler wie der Turnweltmeister und Olympiasieger Valerie Belenki und der Fußballweltmeister Guido Buchwald wollen sich nach Angaben des Kultusministeriums an der Initiative "Sport macht Freunde'' beteiligen, die an der Heilbronner Wartbergschule gestartet wurde. Dabei sollen nach dem Willen des Landeselternbeirats auch bunte Sportprogramme und Spielaktivitäten "die sozialerzieherischen Möglichkeiten des Sports nutzbar machen''.
Die Wartbergschule ist eine von inzwischen 14 Schulen im Land, die den Titel Hauptschule mit Profil Sport trägt: Das Prädikat wurde vor zwei Jahren für Schulen eingeführt, die freiwillig mehr Sportunterricht geben, als im Lehrplan vorgesehen ist. Die etwa 11000 Jugendlichen, die in Baden-Württemberg am so genannten Berufsvorbereitungsjahr teilnehmen, sollen mit dem Titel BVJ-Sportassistent zur Leistung angespornt werden. An der Heilbronner Wilhelm-Maybach-Berufsschule werden jetzt die ersten Kurse dieser Art eingeführt. In insgesamt 80 Stunden Unterricht an der jeweils eigenen Anstalt sowie an der Sportschule des Württembergischen Landessportbunds in Tailfingen sollen die häufig sozial benachteiligten Jugendlichen zu Übungshelfern auch für Vereine ausgebildet werden.
Die beteiligten Heilbronner Schulen haben die neuen Initiativen ausdrücklich begrüßt, obwohl sie mit Überstunden für die Lehrer verbunden sind. "Die Verhaltensdefizite der Schüler werden immer größer, die Fähigkeit, etwas durchzuhalten, wird immer geringer'', sagte beispielsweise der Berufsschullehrer Friedbert Kuhn. "Da hilft jeder Anschub von außen.''
7.3. Tagesspiegel
Generation Couch
Ballspiel in der Bildschirmpause
Kinder brauchen Bewegung - aber bekommen sie die auch?"Noch heute tun mir die Arme weh, wenn ich nur an den Stützbarren denke." Solche Sätze hört Gudrun Doll-Tepper bisweilen, wenn sie mit älteren Politikern über den Schulsport spricht.
Doch trotz gewisser Image-Probleme ist Sport für die Leiterin des Instituts für Sportwissenschaft der Freien Universität Berlin (FU) und Präsidentin des Weltrats der Sportwissenschaftler ein einzigartiges Schulfach. Sport sei unaustauschbar und unverzichtbar. Nicht nur, wenn es um Fitness und Gesundheit geht, sondern auch wenn es sich um die Erziehung zu Fairness und Toleranz handelt.
Deshalb sollten sich Eltern, so meint Doll-Tepper, über ausfallende Sportstunden genauso beschweren wie über Unterrichtsausfall in Mathematik und Englisch. Zumal die Kinder - anders als die Erinnerungen der Älteren suggerieren - den Unterricht in der Halle und auf dem Sportplatz offensichtlich ganz gerne mögen.
Mit der Chipstüte vorm Fernseher
Und sie brauchen ihn. Das wurde auch auf einem Symposium deutlich, das das Krankenhaus Neukölln in Berlin erst kürzlich zu Ehren des langjährigen Oberarztes der Kinderklinik, Jörg Woweries, veranstaltete.
Eine Fragestellung auf der Tagung war, ob die Kinder auch bekommen, was sie brauchen. Verkümmert eine ganze Generation von Kindern und Jugendlichen mit der Chipstüte vor dem Bildschirm, sei es des Fernsehers oder des Computers? Wissenschaftliche Befunde deuten in diese Richtung: "Verhäuslichung", Bewegungsmangel und "erlebnisarme Umwelt" macht eine Studie des Wissenschaftlichen Instituts der Ärzte Deutschlands für Übergewicht, Koordinationsschwäche, Haltungsschäden und veränderte psychische Befindlichkeit von Schülern verantwortlich.
Der Orthopäde Holger Mellerowicz vom Oskar-Helene-Heim, Präsident des Sportärztebunds Berlin, berichtete, es sei auf Koordinationsmängel und ungenügendes Training zurückzuführen, wenn es inzwischen bei Ballspielen im Sportunterricht immer mehr Verletzungen und Unfälle gebe. Untersuchungen zeigen auch, dass in den letzten Jahren immer weniger Kinder bei den Bundesjugendspielen mit einer Siegerurkunde belohnt werden konnten.
"Mindestens eine halbe bis eine Stunde Sport und Bewegung braucht ein Kind pro Tag", sagt Mellerowicz. Statt dessen erreicht ein Schüler im Schnitt 153 Minuten Fernsehzeit. Ein Dorn im Auge sind dem engagierten Orthopäden, der in einer Interventionsstudie nun den Erfolg von zusätzlichem Sportförderunterricht in der Schule prüfen will, die allzu freizügig erteilten Freistellungen vom Schulsport: "Wir Ärzte müssen das sorgfältiger handhaben und die Kinder eher zum Sport hinführen, als sie davon wegzubringen."
Die Malaise des Schulsports ist offensichtlich ein internationales Problem: 30 Prozent der in den Lehrplänen vorgesehenen Sportstunden werden einer Untersuchung aus Manchester zufolge weltweit nicht erteilt. Der "Weltgipfel zum Schulsport" mahnte vor zwei Jahren in Berlin den Sportunterricht dabei sogar als "Menschenrecht für alle Kinder" an.
Im Alltag der Heranwachsenden, zumindest derer aus den Industrienationen, spielt die Bewegung nämlich eine immer geringere Rolle. Um ein Viertel sind allein die zu Fuß zurückgelegten Strecken der 15- bis 19jährigen Teenager zwischen 1985 und 1995 zurückgegangen. Dabei ist körperliche Aktivität nicht nur der größte Wachstumsreiz, sondern neueren Erkenntnissen zufolge auch für das Gehirn nicht ganz ohne: "Der Bewegungsdrang des Kindes", sagte Wildor Hollmann von der Sporthochschule Köln, "dient zur Erhaltung der bei der Geburt angelegten Nervenzellen durch Bildung von neuen Verbindungen."
Sport schärft die Sinne
Dass Sport auch die Sinne schärft, versuchte Dietrich Kurz von der Fakultät für Psychologie und Sportwissenschaft der Universität Bielefeld zu belegen. Für das Training von Auge und Ohr der Kinder ist heute multimedial bestens gesorgt, so sollte man meinen. Doch wer Bäume nicht vom Klettern kennt, nimmt auch am Bildschirm-Baum weniger wahr: "Die Reichhaltigkeit unserer Welt wird größer oder kleiner nach dem Maß unserer Bewegungserfahrung."
Auch wenn Kinder "Bewegungserfahrung" eigentlich vorwiegend beim Spielen und in ihrer Freizeit machen sollten: Schulsport ist wichtig, denn "die Schule ist der einzige Ort, an dem sie alle erreicht werden", wie Gudrun Doll-Tepper sagte.
Die Politik ist für diese Argumente offenbar nicht ganz taub: Immerhin hat das Berliner Abgeordnetenhaus vor wenigen Tagen beschlossen, sich des Schulsports in Zukunft intensiver anzunehmen. Und auch der amtierende Bundespräsident scheint nicht von allzu schlechten Erinnerungen an Stufenbarren und Aschenbahnen gequält zu werden, forderte er doch erst kürzlich: "Wer sagt: Schulen ans Netz, der muss auch sagen: Schüler auf den Sportplatz oder in die Halle oder ins Schwimmbad!"
3.3. Tagbaltt St. Gallen (CH)
Geht Wiler Spiel-Idee um die Welt?
Sonnenhof-Lehrer Daniel Mata entwickelte Ballspiel, das keinen Schüler benachteiligen sollEs soll Spass machen, auch sportlich schwächere Schüler miteinbeziehen und dennoch ein packendes Ballspiel sein: Der Wiler Lehrer Daniel Mata will sein «Matagamé» mit der Hilfe von Sponsoren weit verbreiten.
Die Erkenntnis kam vor etwa drei Jahren. Daniel Mata, Lehrer an der Oberstufe Sonnenhof, war nicht ganz zufrieden mit den üblichen Ballspielen im Sportunterricht. «Ob Fussball, Basketball oder Handball: Immer gab es Schüler, die am Rand standen und sich nicht richtig beteiligten.» Einer der Gründe war die Angst vor dem harten Ball. Andere Schüler waren stark mit dem Fuss, aber schlecht beim Werfen - und blieben bei den entsprechenden Spielen inaktiv. Damals beschloss Mata, ein Spiel zu entwickeln, dass alle Fähigkeiten miteinbezieht - und bei dem alle mitmachen können.
Was aus dieser Idee entstand, nannten Schülerinnen und Schüler kurzerhand «Matagamé», das danach zum etwas exotischer klingenden «Matagamé» mit Schlussbetonung mutierte - auch wenn der Lehrer mit dieser Personifizierung des Spiels nicht sehr glücklich ist. «Ich suche derzeit nach einem passenderenNamen, den ich dann auch schützen lassen will.»Mischung aus Sportarten
Patentieren lassen möchte Mata auch das spezielle Torgehäuse, das er im Moment eigens für sein Spiel entwickelt. Die Spielregeln an sich lassen sich allerdings nicht als geistiges Eigentum schützen. Das «Matagamé» ist eine Mischung aus Fussball, Basketball, Handball und Unihockey. Gespielt wird es im Bereich des Basketballfeldes. Ein spezieller Softball in der Grösse eines Volleyballs - der auch bei einem vollenTreffer nicht schmerzhaft ist - wird per Hand oder Fuss ins bewusste Tor oder in den Basketballkorb befördert. Dass sein Spiel tatsächlich spielbar ist, funktioniert und den Schülern Spass macht, hat Daniel Mata mit einem Turnier erprobt. ZehnMannschaften kämpften um Punkte, die Begeisterung für dieses Spiel, dass es ausserhalb Wil noch gar nicht gibt, war gross. Allerdings:Geht es nach Daniel Mata, dann wird das «Matagamé» schon bald auch ausserhalb der Äbtestadt gespielt. Zusammen mit seinem Lehrerkollegen Lorenz Hanselmann geht er noch im März auf die Suche nach Sponsoren. «Die Entwicklung des Torgehäuses und eine geplante Werbetour für unser Spiel durch Schweizer Schulen: Das alles kostet natürlich Geld», so Mata. Er sei bereit, einen Teil des Risikos selbst zu tragen, will aber versuchen, jugendfreundliche Firmen für eine Unterstützung zu gewinnen.
Interesse von ausserhalb
Bereits hat eineSchule inAppenzell Interesse für eine Übernahme des «Matagamé» in denSportunterricht gezeigt. Sollte ein Brief an Bundesrat Samuel Schmid, der als Vorsteher des VBSauch fürSport zuständig ist, fruchten, könnte die Wiler Idee schon bald schweizweit bekannt sein. «Wer weiss», lacht Mata, «vielleicht ist unser Ballspiel ja im Jahre 2020 gar eine olympische Disziplin?» Auf jeden Fall wollen Mata und Hanselmann die Idee schützen lassen - damit nicht plötzlich ein anderer sich mit fremden Federn schmücken kann.
3.3. Berliner MorgenpostBerlins unbewegliche Kinder
Schüler in der Hauptstadt werden immer unsportlicher
Am Computer sind sie fit, aber ihren Körper beherrschen sie nicht mehr: Berlins Schüler werden immer unbeweglicher. Schon Erstklässler haben Mühe, Arm- und Beinbewegungen zu koordinieren. «Den Hopserlauf bekommen die meisten gerade noch hin, aber wenn sie dabei ihre Arme kreisen lassen sollen, wird es schon schwierig - und das Ganze im Rückwärtslaufen klappt fast nie.»Diese Erfahrung, die Sportlehrerin Elke Wittkowski beschreibt, machen sie und ihre Kollegen täglich. «Manche Kinder haben schon Schwierigkeiten, wenn sie am Boden auf einem Seil balancieren sollen», bestätigt Hartmuth Becker, Fachberater für Sport an den Zehlendorfer Grundschulen. Der Abbau ist messbar. Zusammen mit der Uni Potsdam hat die Berliner Sportlehrerin Kerstin Ketelhut die Bundesjugendspiel-Bilanzen von 20 Berliner Grund- und Oberschulen verglichen: An nahezu allen Schulen ist die Urkunden-Ausbeute in den vergangenen Jahren deutlich schlechter geworden. Während die elfjährigen Mädchen 1995 im Durchschnitt noch 3,10 Meter weit sprangen, landeten sie 1999 im Mittel gerade mal an der Marke 2,78 Meter. Bei den Jungen sieht es nicht viel besser aus.
Für Kerstin Ketelhut sind die sportlichen Defizite nicht verwunderlich: «Gerade in der Großstadt gibt es für Kinder kaum noch Möglichkeiten, ihrem Bewegungsdrang nachzukommen.» Viel befahrene Straßen und enge Hinterhöfe lassen keinen Platz zum Herumtoben, zur Schule fahren die meisten mit dem Bus. «Und in ihrer Freizeit sitzt das Gros vor dem Computer oder dem Fernsehgerät.»
Zur fehlenden Bewegung kommt eine falsche Ernährung. Mehr als sechs Prozent der Schulanfänger in Berlin sind bereits übergewichtig, in der zehnten Klasse bringen laut Berliner Jahresgesundheitsbericht 27 Prozent zu viel auf die Waage. Noch alarmierender: Etwa zehn Prozent der Schüler hatten schon erhöhten Blutdruck, 20 Prozent erhöhte Cholesterinwerte. «Das heißt: Viele Kinder haben bereits ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen», warnt Reinhard Ketelhut, Sportmediziner und Vorsitzender der Berliner Gesellschaft für Prävention und Rehabilitation. Dazu kämen Haltungsschäden. «Wir brauchen deshalb mehr Gesundheitserziehung und Sport in den Schulen, und zwar Sport, der Spaß macht.»
Traditionelles Reckturnen und Bockspringen lockt kaum noch einen Schüler. Gefragt sind Sportarten, die im Trend liegen. Wie Inline-Skaten, Beach-Volleyball oder Aerobic. Gerade in diesen Bereichen werde an den Berliner Schulen noch zu wenig angeboten, meint Thomas Poller vom Landesschulamt (LSA) - vielleicht auch, weil viele Sportlehrer zur älteren Generation gehörten. «Wir müssen mehr Lehrer in die Fortbildung bekommen.» Die Schulen brauchten aber auch Ausrüstung.
Viele Schüler kommen noch nicht einmal in den vollen Genuss der drei Stunden Sport, die der Lehrplan im Schnitt bis zur zehnten Klasse vorsieht. Wenn Lehrer fehlen, würden oft zuerst die Sportstunden gestrichen, klagt die Landesvorsitzende des Deutschen Sportlehrerverbandes, Elke Wittkowski: «Das Fach hat auch bei Eltern keinen großen Stellenwert.» Mehr als die Hälfte der Pädagogen, die an den Grundschulen Sport erteilten, seien zudem keine ausgebildeten Sportlehrer. Der Verband fordert deshalb Fachkräfte. Doch damit sieht es düster aus für die Zukunft. Das Institut für Sportwissenschaft an der Freien Universität Berlin wird zum ersten April geschlossen und an der Humboldt-Universität wurden dieses Jahr gerade mal 25 Studenten zugelassen.
Für Kerstin Ketelhut muss Bewegungserziehung schon in den Kindergärten beginnen. Nach den Sommerferien soll dazu ein zweijähriges Forschungsprojekt an zehn Berliner Kindertagesstätten starten. Dass der Schulsport verbessert werden muss, darüber sind sich auch CDU und SPD einig. In einem gemeinsamen Antrag forderten sie erst einmal eine Bestandsaufnahme. Denn Sport nütze nicht nur der Gesundheit, meint Stefan Schlede von der CDU: «Nirgends sonst lernen Kinder so direkt Fairplay und Toleranz.»
19.2. Saarbrücker Zeitung
Kinder für den Sport begeistern
Pilotprojekt im Landkreis Merzig-Wadern: Der Sportunterricht an den Grundschulen soll qualitativ verbessert werden
Übergewicht, Haltungsprobleme, Störungen im Bewegungsapparat: Kinder von heute sind nicht zu beneiden. Das soll sich ändern: Mit einem Pilotprojekt soll der Sport an Grundschulen attraktiver werden.
"Es ist sehr bedauerlich, dass Kinder an Bewegungsarmut leiden und immer schlaffer werden", sagte Jürgen Schreier, saarländischer Minister für Bildung, Kultur und Wissenschaften, als das Pilotprojekt "Dezentrale Weiterbildung für das Fach Sport an Grundschulen" im Landratsamt vorgestellt wurde. Schreier weiter: "Die mangelnde körperliche Ertüchtigung führt zu erhöhtem Körpergewicht und großer Trägheit." Dem müssten Politik, Lehrer, Eltern und Vereine gemeinsam entgegen wirken. Deshalb solle der Sportunterricht an Grundschulen qualitativ verbessert werden - der Landessportverband für das Saarland und das Ministerium für Bildung, Kultur und Wissenschaft investieren modellhaft im Landkreis Merzig-Wadern in die Weiterbildung der Lehrer. Die Kosten in Höhe von 100 000 Mark trägt die Saarländische Toto-Lotto GmbH.
"Lehrer beklagen sich nicht, dass die Kinder nichts können", erklärt der Minister. Vielmehr sei die Konzentrationsschwäche der Kleinen das Problem. Und es sei bewiesen, dass diese innere Unruhe durch Bewegung zurück ginge. Auch sei der Sport eine Prävention gegen Gewalt. Seine Vision: ein Netzwerk Sport aufbauen. Denn: "Die Schule kann nicht alles alleine machen." Vielmehr sollten auch die Eltern darauf achten, dass ihre Kinder "nicht immer vorm Fernseher oder dem Computer hängen".
In die gleiche Kerbe schlägt auch MdL Helma Kuhn-Theis, die als Mitglied im Präsidium des Landessportbundes anwesend war: "Es geht darum, die Schüler so zu motivieren, dass sie nach der Schule nicht nur vor dem Computer sitzen." Dafür müsse das Pilotprojekt die Rahmenbedingungen schaffen - "eine große Herausforderung". Die Kinder und Jugendlichen sollten animiert werden, sich die Vereine in der Nähe anzusehen. Mache den Jungen und Mädchen der Sportunterricht in der Schule Spaß, dann profitieren davon auch die Vereine, ist ihre Devise. Auf diese Weise werde nicht nur der Breitensport gefördert, auch besondere Talente könnten frühzeitig erkannt werden.
"Wir wollen die Vorzüge vom Sport und von den Vereinen heraus stellen", meint auch Landrat Michael Kreiselmeyer. Das Ergebnis einer Studie, wonach deutsche Jugendliche im Schnitt nur eine Stunde Bewegung am Tag haben, hält er für eine "gesellschaftliche Zeitbombe". Jedes dritte Kind weise Haltungsfehler auf, jedes fünfte leide unter Übergewicht. "Der Sport-Unterricht scheint der Sitzenbleiber der Nation zu sein", hält auch er eine Steigerung der Attraktivität für sehr wichtig.
Wie das funktionieren soll, das erklärt Projektbetreuer Karl-Heinz Scherer, der sich gemeinsam mit Projektleiter und ehemaligem Saarlandmeister im Zehnkampf Michael Berndt Gedanken darüber gemacht hat. "Die Grundschule ist die Kinderstube des Sports", hebt Scherer zunächst die allgemeine Bedeutung des Unterrichtes hervor. Vier Punkte sollen dafür sorgen, dass den Schülern der Sportunterricht mehr Spaß macht. Punkt eins umfasst die Fort- und Weiterbildung der Lehrer: Drei bis fünf Veranstaltungen pro Jahr mit "sehr guten Referenten" sind geplant. Dabei soll die Praxis im Vordergrund stehen. Die Erstellung von Anleitungshilfen für die Gestaltung des Unterrichtes ist Punkt zwei. Scherer und Berndt erstellen jeweils ein DIN-A-4-Blatt für zwölf Unterrichts-Einheiten. Vor Ort werden sie dann eine Übungsstunde halten. "Der Lehrer muss befähigt sein, mit diesem Blatt vorbereitet in die nächste Unterrichtsstunde zu gehen." Der dritte Punkt befasst sich mit der Verbindung zwischen Schule und Verein. Es wird gesichtet, welche Vereine sind in der Nähe der Schule, welcher Trainer oder Übungsleiter ist geeignet, seinen Sport vorzustellen und eventuell Kinder für den Verein zu gewinnen. Das Deutsche Schülersportabzeichen versteckt sich hinter Punkt vier. "Dort sehen die Kinder ein messbares Ergebnis des Sports", denkt Scherer.
In den nächsten Wochen werden die beiden Kontakt mit den Grundschulen des Kreises aufnehmen. Sie halten es für wichtig, dass die Lehrer und Schulleiter sich an dem auf zwei Jahre befristeten Projekt beteiligen, denn "die Ergebnisse könnte man vielleicht auch auf andere Landkreise übertragen"
Westfälische Nachrichten 14.2.Mit dem Bio-Buch in den Sport-Unterricht
Ibbenbüren: Modellprojekt »Bewegungswerkstatt«
Das »Klappmesser« ist absolutes Gift für den Körper. Und es gibt noch viele weitere Turnübungen, die der Wirbelsäule schaden oder Bänder überlasten. Wer im Biologieunterricht aufpasst, weiß, was er seinem Körper beim Sport zumuten kann und was ihm gut bekommt. Was liegt da näher, als fächerübergreifend die Gesundheit und Sicherheit im Sportunterricht zu fördern ? Am Goethe-Gymnasium gibt es seit Dienstag ein Modellprojekt für die Lehrerfortbildung. Die Pädagogen sollen dort in Werkstattgesprächen lernen, wie sie ihren Schülern ein gesundheitsorientiertes und eigenverantwortliches Handeln vermitteln.Das Modellprojekt der Bezirksregierung ist in seiner Art einzigartig in der Bundesrepublik. Es basiert auf dem Wissen, das im Biologieunterricht im Bereich der Menschenkunde vermittelt wird. Die Kenntnisse von der Wirbelsäule beispielsweise können Schülern und Lehrern vor Augen führen, wie sich bestimmte Bewegungsabläufe auf den Körper auswirken.
»Die Belastbarkeitsgrenzen werden oft falsch eingeschätzt«, weiß Ansgar Spiegelburg. Der Sport- und Biologielehrer wird gemeinsam mit seinem Kollegen Holger Walke die Werkstattgespräche leiten. Spiegelburg sei ein Experte im Bereich Sport und Gesundheit, lobte der stellvertretende Schulleiter Rolf Hakmann. Gemeinsam mit dem Leitenden Regierungsschuldirektor Günther Dvorak unterschrieb er am Dienstag die offizielle Vereinbarung zu dem Modellprojekt. Finanziell unterstützt wird es von Gemeindeunfallversicherungsverband (GUVV).
Die Kinder sollen ihren Körper wahrnehmen und gesund und ungesund unterscheiden können, schildert Holger Walke. Sie sollen selbst erkennen, wann eine Trainingspause nötig ist. Die Gesundheit, die Körperwahrnemung und die Eigenverantwortlichkeit sind die wesentlichen Ziele. »Wir wollen den Schulsport nicht auf den Kopf stellen, sondern verantwortbarer machen, fügt Spiegelburg hinzu. Diese Entwicklung soll von den Lehrern gesteuert werden.
Das Modell entspreche dem heutigen Zeitgeist, erläutert Spiegelburg. Das vernetzende Denken verschiedener Bereiche, das Ineinandergreifen komplexer Systeme gehöre dazu.
Damit die Pädagogen dazu in der Lage sind, werden ihnen die Werkstattgespräche angeboten. Begonnen wird das Modellprojekt mit den Lehrern des Goethe-Gymnasiums, in der zweiten Runde werden dann Werkstattgespräche für Lehrer aus dem gesamten Kreis Steinfurt angeboten. Ist die auf zwei Jahre begrenzte Erprobungsphase erfolgreich, wird geprüft, ob das Goethe-Gymnasium offiziell zum Fortbildungsstandort für den gesamten Regierungsbezirk Münster ernannt werden kann.
14.2. Main Echo
Bewegungsfach Sport hat eine besondere Aufgabe
Sport-Eltern-Abend am Friedrich-List-GymnasiumGut angenommen wurde der von der Fachschaft Sport auf Anregung des Schulvereins ausgerichtete Sport-Eltern-Abend der fünften Klassen am Gemündener Friedrich-List-Gymnasium.
Oberstudiendirektor Winfried Renner, Schulleiter und stellvertretender Vorsitzender des Schulvereins, begrüßte dazu rund 65 Mütter, Väter und Schüler. Er hob die Bedeutung des Faches Sport hervor. Gegenüber den »Sitzfächern« komme dem einzigen Bewegungsfach eine besondere Aufgabe zu. Da sich das Freizeitverhalten der Schüler stark gewandelt habe, müsse der Schulsport vermehrt Defizite ausgleichen. Renner sprach sich für den differenzierten Sportunterricht aus, der in den nächsten Jahren wieder verstärkt angeboten werden soll.
Den Eltern wurden verschiedene Aspekte des modernen Sportunterrichts nähergebracht. Wichtig ist dabei auch die Unfallverhütung durch Sportbrillen und die richtige Kleidung. Eine Plakatserie informierte über sportgerechte Ernährung und Freizeitsportarten. Im Mittelpunkt stand das Thema »Musik und Bewegung im modernen Schulsport«. Dominik Ruh stimmte mit Hiphop ein, um den Kreislauf in Schwung zu bringen. In der dreigeteilten Sporthalle hatten die Lehrkräfte Stationen mit verschiedenen Übungen aufgebaut.
Thomas Bendikowski und Vilma Bindrum stellten Koordination und Geschicklichkeit in den Mittelpunkt. Hier waren anspruchsvolle Schritt- und Sprungkombinationen zu absolvieren. Im Zentrum eines gesundheitsorientierten Sportunterrichts steht die Ausdauerbelastung. Dominik Ruh zeigte mit Step-Aerobic, dass es auch ohne Dauerlauf geht. Hierbei werden das Herz-Kreislauf-System und die großen Muskelgruppen des Körpers systematisch belastet.
Fairness und Kooperation sind weitere zentrale Anliegen des Faches Sport. Aufgezeigt wurde dies am Beispiel Hockey durch den Fachbetreuer Walter Fronczek.
Alle Teilnehmer haben ordentlich geschwitzt, so dass der Wasserverlust ausgeglichen werden musste. Auch dafür sorgte die Fachschaft Sport. Dank einer Spende der Staatlichen Mineralbrunnen AG Bad Brückenau standen sportgerechte Getränke zur Verfügung.
11.2. Fuldaer Zeitung
„Sport nicht verkopfen“Ob und wie Sport die Persönlichkeitsentwicklung von Kindern beeinflussen kann war Thema einer Podiumsdiskussion, zu der das Hessische Landesinstitut für Pädagogik (HeLP)Fulda geladen hatte. Vier Experten aus Wissenschaft, Schule und Medizin erörterten untereinander sowie mit etwa 100 Gästen, darunter zahlreichen Schülern und Lehrern, verschiedene Konzepte.Dass Sport die Persönlichkeit stärkt, darin waren sich die Podiumsteilnehmer schnell einig. Auf die Frage von Moderator Joachim Schulz vom HeLP, inwieweit Doping oder Drogenfälle im Spitzensport dieses Bild zerstörten und Kindern als negatives Vorbild dienten, entgegneten sie, dies seien Einzelfälle.
Angebote verbessern
Schwierig beurteilten die vier jedoch die praktische Umsetzung dieses Anspruchs. „Sport erfüllt nicht um seiner selbst willen diese Bedingung, sondern die Sportangebote müssen auch entsprechend gestaltet werden“, sagte Wolfgang Schülting-Enkler, Vizepräsident im Deutschen Sportlehrerverband. Erlebnispädagogik und der Trend zur Bewegungserziehung zeigten bereits Erfolge.
Krankengymnast Lutz Meissner aus Fulda wies hingegen auf die Bewegungsarmut der heutigen Jugend und die daraus resultierenden Körperschäden hin. Laut Studien seien 20 bis 40 Prozent der Kinder übergewichtig. „Vor 15 Jahren lief ein Kind pro Tag noch 3000 Meter, heute nur noch 500 Meter“, kritisierte er.
Eine klare Trennung der Anforderungen zwischen Leistungs- und Schulsport forderte Professor Andreas Hohmann von der Universität Potsdam. Gehe man von der zunehmenden Vereinzelung der Menschen aus, dann habe Sport einen positiven Einfluss, etwa in der Stärkung des Zusammenhalts, der Selbstorganisation oder des Selbstwertgefühls. Dafür sei jedoch regelmäßiges Training erforderlich, das im Schulsport nicht unbedingt gegeben sei.
Einigkeit herrschte darüber, dass zwei Stunden Sportunterricht pro Woche zu wenig seien. Während jedoch Meissner die tägliche Sportstunde als Minimum einforderte, um überhaupt trainingswirksame Impulse des Körpers zu schaffen, entgegnete Hohmann, dass auch zwei Sportstunden beim Kind bereits körperliche Reize auslösten.
Stärker noch als die Frage nach Möglichkeiten der körperlichen Fitness war jedoch im Publikum der Wunsch nach Konzepten im Schulsport,Kinder trotz der notwendigen Leistungsbewertung durch Noten und der knappen Zeit körperlich wie psychisch zu stärken. „Wie schaffe ich es, dass auch erfolglose Kinder sich und ihren Körper annehmen?“, formulierte eine Lehrerin die Frage vieler ihrer anwesenden Kollegen.
Schülting-Enkler wies als Leiter der Lehrplankommission für Sport auf den neuen „mehrperspektivischen Ansatz“ des Landes hin: „Wir wollen keine Sportarten abschaffen, aber Zusatzangebote anbieten.“ Ziel sei, neben der Leistungsförderung etwa auch Körperbewusstsein oder Wahrnehmungsförderung zu erhöhen. Schülting unterstrich aber auch, dass die sozialen Ansprüche an den Schulsport nicht überfrachtet werden dürften. Die Schlüchterner Sportlehrerin und Olympiateilnehmerin von 1972, Renate Gärtner-Schaefer, ergänzte: „Wir dürfen den Sport nicht verkopfen“.Eigeninitiative gefragt
Die Bewegung müsse im Vordergrund stehen. Entsprechende Angebote machten den Kindern auch Spaß. „Es gibt kein Allheilmittel. Es liegt an jedem einzelnen Lehrer, Schwerpunkte zu setzten,“ betonte Gärtner-Schaefer. Sie beziehe etwa auch Inline-Skaten mit ein. Nicht alleine Schulleitung oder Politik könnten für Probleme im Sportunterricht verantwortlich gemacht werden.
Dies unterstrichen auch zahlreiche Lehrer. Er habe sehr gute Erfahrungen mit einer „Willmal“-Stunde, in der die Kinder die Sportarten ausübten, die ihnen Spaß machten, erklärte ein Lehrer.„Sie sollten mal sehen, wie die herumtoben“ sagte er. Damit seien körperliche Fitness und Zusammenhalt gestärkt. Eine Lehrerin berichtete, sie gebe nicht nur Noten auf Leistungen, sondern auch auf Leistungsbereitschaft. Ein Lehrer wies auf die Zusammenarbeit von AGs und Vereinen hin.
Kommentar
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Keine Frage, es ist ein Dilemma: Lehrer sollen Kindern in nur zwei Stunden Sportunterricht nicht nur Sportarten vermitteln und sie zur Bewegung anregen, sondern auch noch Starke wie Schwache gleichermaßen fördern und bewerten. Vor diesem Hintergrund erweist es sich leicht als kontraproduktiv, einem Schüler keine gute Note geben zu können, nur weil er von seinen Anlagen her nicht entsprechend ausgestattet ist.
Keine einfache Aufgabe. Und keine, für die es Pauschalkonzepte gibt. Doch es gibt gute Vorschläge, die Ansprüche zu vereinen. Ein wichtiger etwa ist es, nur zum Teil die eigentliche Leistung der Kinder zu bewerten, zum anderen jedoch die Motivationsbereitschaft, das Engagement und Verhalten in einer Gruppe mit in die Bewertung einfließen zu lassen. Dazu gehört auch, Sportarten anzu-bieten, die den Kindern Spaß machen und für die die unterschiedlichsten Fähigkeiten gebraucht werden. Jugendcamps in Amerika zeigen, dass es funktioniert. Das gibt auch unsportlichen Kinder Anreiz, „Sportsgeist“ zu entwickeln.Michaela Schmehl
Saarbrücker Zeitung 8.2.Zirkus-Künstler haben tierischen Spaß
Ein ganzes Wochenende übten zwei Schüler-Artistengruppen für den großen Auftritt
Lebach (gan). Obwohl hier kein Löwe durch brennende Reifen sprang und kein Seelöwe in die Flossen klatschte, hatten bei diesem Zirkus in der Keplerhalle alle Beteiligten tierischen Spaß. Zu einem schönen Zirkus-Wochenende trafen die "Kepleranis", die Zirkus-AG des Johannes-Kepler-Gymnasiums, mit den befreundeten "GARaffen" vom Saarbrücker Gymnasium am Rotenbühl in der Keplerhalle zusammen. Am Ende des Workshops zeigten die insgesamt rund 80 Schüler und Schülerinnen ihren Eltern und Bekannten in einer beeindruckenden Aufführung einen breiten Querschnitt ihres Könnens.
Der gemeinsame Workshop der Kepleranis mit den GARaffen hatte im vergangenen Jahr zum ersten Mal stattgefunden, nachdem sich beiden Gruppen auf dem Saarländischen Jongliertreffen in Saarlouis kennengelernt hatten. "Solche Treffen sind sehr gut geeignet, um voneinander zu lernen", erklärt dazu Sportlehrer Rolf Lieser, der vor vier Jahren mit seinem Kollegen Burkhard Claes die Zirkus-AG am Kepler-Gymnasium gegründet hat.Nach Einbruch der Dunkelheit kamen die Jonglierkünste der Schüler besonders gut zu Geltung. Keulen, Bellen und Ringe, die mit speziellen Reflektoren versehen sind, leuchteten unter dem Schwarzlicht in der Halle. Und draußen im Schnee wirbelten Schüler in dicken Jacken brennende Feuerkeulen durch die Luft. Damit auf den Luftmatratzen für die nötige Bettschwere gesorgt war, standen am Abend auch eine Reihe anstrengender Wettkämpfe auf dem Programm - ob Basketballspiel auf Einrädern, Staffellauf oder Volleyball mit Balljonglage, der Kombinationsmöglichkeiten waren kaum Grenzen gesetzt.
Von dem Zusammenspiel der verschiedenen Disziplinen lebte denn auch die Aufführung am Sonntagmorgen. Besonders beeindruckend waren die akrobatischen Einlagen, bei denen die jungen Künstler sich zu Figuren formierten und gleichzeitig jonglierten.
Die Zirkus-AG am Kepler-Gymnasium, an der inzwischen 50 Schüler der Klassenstufen 5 bis 9 teilnehmen, findet einmal in der Woche statt. Aber die Schüler trainieren täglich. "Nachdem im Wohnzimmer schon die Lampen von der Decke heruntergekommen sind, haben einige zu Hause Jonglierverbot", lacht Lieser. Neidlos blicken die Pädagogen auf ihre Schützlinge, von denen einige inzwischen besser sind als sie selbst: "Von uns haben sie die Grundkenntnisse. Viele sind dann so begeistert, dass sie sich Videos und Fachbücher anschaffen und sich noch schwierigere Tricks selbst beibringen." Da dürfen die Sportlehrer natürlich nicht nachstehen. Rolf Lieser trainiert einmal in der Woche in einer studentischen Jongliergruppe an der Universität Saarbrücken, um später das Gelernte an die Schüler weiterzugeben.
Obwohl besonders die Aktionen auf dem Hochrad gefährlich aussehen, sei die Verletzungsrate bei der Zirkus-AG noch geringer als beim normalen Sportunterricht. Wer sich auf dem Hochrad nicht mehr halten könne, springe nach vorne ab. "Beim Jonglieren bekommt man schon mal eine Keule an den Kopf, aber das ist weniger schlimm", lacht Lieser. Er selbst tritt bei den jährlich etwa 15 Vorführungen der Zirkus-AG schon mal als Feuerschlucker und Feuerspucker auf, lässt das seine Schüler aber nicht nachmachen. Das sei ihm - im wahrsten Sinne des Wortes - einfach zu heiß. Dafür wollen die Kepleranis mittelfristig eine kleine Zaubershow in ihr Programm einbauen.
Wer die "Kepleranis" buchen möchte, kann sich unter (0 68 81) 5 30 51 beim Kepler-Gymnasium informieren.
31.1. PNP
"Sport nach 1" hat voll eingeschlagen
Neues Angebot an Hans-Kammerer-Schule
Burghausen (fb). Den Spaß an Bewegung, Spiel und Sport wecken, Gesundheit und Gemeinschaftssinn fördern - diese Ziele verfolgt ein neues Angebot der Hans- Kammerer-Grundschule."Sport nach 1" heißt das Programm von Kultusministerium und Landessportverband, dem sich die Schule angeschlossen hat. Sigrid Hetzer, Diplom- Sportlehrerin und lizenzierte Übungsleiterin des SV Wacker, trainiert mit den Erst- und Zweitklässlern am Dienstagnachmittag auf spielerische Weise jeweils eine Stunde.
Wie richtig die Entscheidung für die zusätzlichen Sportstunden war, macht Rektor Norbert Englisch deutlich: "Aus beiden Jahrgängen haben sich jeweils 25 Kinder - fast 50 Prozent der gesamten Klassen - angemeldet." Die kleinen Sportler können die Turnstunden kostenlos besuchen. Angeboten wird das Training in Zusammenarbeit mit dem SV Wacker und dem Förderkreis der Schule.
"Das Ganze soll jetzt erst einmal getestet werden. Dann kann man auch über eine Ausweitung auf die 3. und 4. Klassen diskutieren, Anfragen von Eltern sind jedenfalls schon da", sagt Förderkreis-Vorsitzende Viktoria Schwenk. Der Förderkreis unterstützt das Programm finanziell. 36 Mark bringt er pro Woche für das Training auf, der Rest finanziere sich aus staatlichen Zuschüssen, erklärt Werner Jedlitschka vom SV Wacker.
Dieses Finanzierungsmodell macht es Englisch zufolge möglich, den Sportunterricht zu Konditionen anzubieten, die für beide Seiten akzeptabel seien - für die Schule und für die Übungsleiterin. Das Problem bei derartigen Zusatzveranstaltungen bestehe darin, für die gewünschten Zeiten qualifizierte Übungsleiter zu finden.
27.1. Deutsche Sportjugend
Neuer Schub für die Bundesjugendspiele
Inhalt und Form verändern sich
Die Bundesjugendspiele erhalten ab dem Schuljahr 2001/2002 ein neues Profil. Neben inhaltlichen Veränderungen geht es auch um ein eigenes Design. Dies hat der Ausschuss für die Bundesjugendspiele in seiner Sitzung am 12./13.12.2000 in Frankfurt am Main beschlossen. Dieses Gremium, in dem neben Vertretern der Kultusministerkonferenz , die drei an den Bundesjugendspielen beteiligten Spitzenverbände, das Bundesjugendministerium und die Deutsche Sportjugend mitarbeiten, hat die Grundsatzentscheidung über die Verwendung eines Logos gefällt, über das die Bundesjugendspiele ab dem Schuljahr 2001/2002 kommuniziert werden sollen.
Dieser Neuanfang – bisher gab es kein Logo für diese Wettkampfform – passt nicht nur gut zum 50-jährigen Bestehen, sondern auch zu den neuen inhaltlichen Angeboten, die ab 2001/2002 zum Regelangebot der Bundesjugendspiele werden sollen. Neben dem bisherigen traditionellen Teil werden dann zwei neue Teile – Wettbewerb und Mehrkampf – angeboten werden, die die Bundesjugendspiele für einen noch breiteren Kreis von Schülern interessant machen sollen. Zu dem neuen Angebot passt natürlich auch, dass es 2001 noch einmal ein Handbuch geben wird, das die bisherige Ausschreibung ersetzen soll. Die Inhalte des Handbuchs werden schon 2001 parallel, aber ab 2002 ausschließlich über eine CD-ROM und ein Internetangebot transportiert werden. Mit der neuen Form, den neuen Inhalten und den neuen Informationsmedien erhofft sich der Ausschuss einen neuen Schub für die Bundesjugendspiele, durch den vielleicht über die Schule hinaus auch Sportvereine erfasst werden, die diese Wettkampfform zukünftig mehr in ihr Angebot integrieren.
26.1. Fürther Nachrichten
Markstein auf dem Weg zu mehr Integration
Das Miteinander von Behinderten und nicht Behinderten soll durch Sport weiter gefördert werden – Weg von der „einsamen Insel“FÜRTH – Die Lebenshilfe beschreitet bei der Integration geistig behinderter Kinder und Jugendlicher neue Wege: Die von der Organisation getragene Förderschule in Dambach forciert den gemeinsamen Sportunterricht mit Fürther Regelschulen, außerdem wurde jüngst eine Partnerschaft mit dem Behinderten- und Versehrtensportverein besiegelt.
Nachdem man bereits bei der Kooperation mit der Fürther Sing- und Musikschule positive Erfahrungen gemacht hat, ist dies für den Lebenshilfe-Vorsitzenden Thomas Jung ein weiterer wichtiger Markstein. Am Ende der Bemühungen muss seiner Ansicht nach aber ein „umfassender Schulunterricht“ stehen – mit dem Ziel, Grenzen zu überwinden und möglichst viel Normalität im Verhältnis Behinderter und nicht Behinderter zu fördern. „Wenn das mit Musik und Sport klappt, geht's auch in anderen Fächern“, ist Jung überzeugt.
Vorbild ist für ihn der Kindergartenbereich, wo die Integration „vorbildlich“ klappe. Einen wahren Run auf die Plätze in ihren Einrichtungen verzeichne die Lebenshilfe. Umso krasser sei die „strikte Separierung“ im Schulalter.
Feste Vereinbarung
Schon seit dem vergangenen Jahr hat die Förderschule an der Aldringerstraße Kontakte mit der Kiderlinschule, der Pestalozzischule und der staatlichen Realschule, jetzt wurden feste Kooperationsvereinbarungen getroffen. Freiwillig, denn die Lehrpläne eröffnen zwar die Möglichkeit zu integrativen Schulstunden, eine Verpflichtung gibt es bisher nicht.
Dass der gemeinsame Unterricht an zwei Stunden der Woche Früchte trägt, bestätigen die beteiligten Lehrer beider Seiten. Zwar seien nicht alle seiner Schüler begeistert, räumt Rudolf Pfann von der „Pesta“ ein, „aber ein Großteil macht es unheimlich gern“. Oft sei für die „normalen“ Kinder gar nicht ersichtlich, dass ihre Mitschüler auf Zeit gehandicapt sind. Pfann beschränkt sich pädagogisch freilich nicht nur auf den Sport. Auch in anderen Fächern spricht er das Thema Behinderte an und weckt so Verständnis.
Horst Weyerich, früherer Fußball-Profi und heute in Diensten der Förderschule, hat mit einer gemischten Fußballgruppe an der Kiderlinschule ebenfalls gute Erfahrungen gemacht. Die „soziale Akzeptanz“ seiner behinderten Schützlinge steige, über die Vermittlung von Spaß falle es leichter, ein Gefühl für die Situation des anderen zu entwickeln.
Kinder der Kiderlinschule sind sogar freiwillig zum letzten Schulfest an die Aldringerstraße in Dambach gekommen, Freundschaften entstehen. So gut klappt das Modell, dass Pfann und sein Lebenshilfe-Kollege Karl-Heinz Händl für den nächsten Winter sogar ein gemeinsames Skilager planen.
Lebenshilfe-Schulleiterin Brigitte Daubner-Marcordes ist von den bisherigen Erfolgen angetan. „Wir haben schon immer den Anspruch gehabt, nicht auf einer einsamen Insel zu sitzen“, sagt sie. Ein zusätzlicher Schritt aus der Isolation ist der neue Draht zum Behinderten- und Versehrtensportverein in Poppenreuth, bei dem die Lebenshilfe-Schüler Inline-Skaten, Tischtennis und Kegeln lernen. Die Fürther Förderschule wurde als erste in Bayern sogar von der mittelfränkischen Regierung als Partner eines Sportvereins anerkannt. Das zahlt sich in barer Münze aus, gewährt der Staat doch Zuschüsse zu den Fahrtkosten und für die Übungsleiter.
Lehrer Karl-Heinz Händl misst diesem Kontakt große Bedeutung bei: Je früher die Behinderten mit dem organisierten Sport in Berührung kommen, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie auch über ihre Schulzeit hinaus dabei bleiben. Ein wesentlicher Faktor, um trotz Handicap das nötige Selbstbewusstsein im Leben zu entwickeln.
23.1.Neue Ruhr Zeitung
Kletterwand ist für die Kinder der Pausenhit
Riesenandrang an der neuen Kletterwand, die erst kürzlich mit geringem Aufwand außen am Schulgebäude installiert wurde, Hochbetrieb am bunten Bauwagen mit Sport- und Spielgeräten auf dem Schulhof: In der Erich-Kästner-Schule an der Nordstraße ist große Pause, und 300 Kinder sind in Bewegung.Haltungsschäden, Kreislaufprobleme, Übergewicht, motorische Störungen - schon bei Kindern im Grundschulalter werden heute immer häufiger erste Symptome der Managerkrankheit festgestellt. Ärzte und Krankenkassen schlagen Alarm. Die Jugend des neunen Jahrtausends leidet im Elektronik-Zeitalter an einem eklatanten Bewegungsdefizit.
Deshalb versucht der Rektor der Erich-Kästner-Schule, Alois Mayer, mit viel Fantasie und originellen Ideen seine Schule in Bewegung zu bringen. Eine in die Tat umgesetzte Idee steht auf dem Schulhof: Es ist der bunt angestrichene Bauwagen, der die Mädchen und Jungen in Scharen anlockt. Die Eltern der Erich-Kästner-Schulkinder haben den von einer Firma gestifteten Bauwagen gestaltet und als Bewegungswerkstatt umgerüstet. Federball- und Tischtennisschläger, Stelzen, Springseile und Diabolos sind in dem Bauwagen verstaut und können in den Pausen von den Kindern ausgeliehen werden. Die Viertklässler organisieren die Ausgabe und das Wiedereinsammeln der Spiel- und Sportgeräte. Janine, Lisa und Allessa macht dieser Pausendienst im Bauwagen ebenso großen Spaß wie ihren Mitschülern die Gehversuche auf Stelzen oder das Jonglieren mit den Diabolos Der Aufwand für das vielseitige Spiel-, Sport- und Bewegungsangebot ist gering, die Wirkung aber riesengroß. Das gilt auch für die noch ganz neue Kletterwand, auf Anhieb der Pausen-Top-Hit für die Kinder in der Erich-Kästner-Schule, die Schlange stehen, um sich mit Hilfe der bunten Klettergriffe an der Wand entlang zu hangeln. Wer abstürzt, landet in weichem Kies. Nur 500 Mark hat die Kletterwand am Schulgebäude gekostet. Fast in jeder Schule könnte ein Platz dafür gefunden werden, denn eine im unteren Bereich fensterlose Außenwand mit einer Wiese darunter genügt.
In Bewegung sind die Erich-Kästner-Schulkinder aber auch im Klassenzimmer beim "Lauf-Diktat" und natürlich im Gymnstikraum, wo eine Bewegungslandschaft aufgebaut ist. Da wird die Sportstunde zu einem abenteuerlichen Ausflug. Klettern, Balancieren und mit einem kühnen Sprung die nächste Station erreichen - diese Sport-Safari schult nicht nur die Motorik, sie macht den Abenteurern auch sichtlich Spaß. Und richtig spannend wird es, wenn sich die Kinder mit verbundenen Augen auf den Sinnes-Parcours wagen und - geführt von ihren Klassenkameraden - Hindernisse überwinden.
Bei einer Projektwoche im zurückliegenden Jahr wurden die Mädchen und Jungen zu Zirkusartisten. Eine Zirkusfamilie schlug auf dem dem Schulgelände ihr Zelte auf und studierte mit den Kindern ein Programm ein. Für dieses Projekt zeichnete die AOK Rheinland die Erich-Kästner-Schule im Rahmen der Aktion "Schulsport Plus" mit dem ersten Preis aus.
Alois Mayer (48), der die Grundschule in Dümpten seit fünf Jahren leitet, und Stephan Damberger, neuer sportbegeisterter Lehrer an der Erich-Kästner-Schule, entwickeln immer wieder andere Ideen, um ihre Schule in Bewegung zu bringen. Als Schulsportbeauftragter des Regierungsbezirks ist Alois Mayer natürlich daran interessiert, dass seine Sport-, Spiel- und Bewegungsaktionen Schule machen. Daher gilt für alle Projekte: Abgucken und Nachahmen erlaubt.
22.1. Der Neue Tag, Amberg
Mütter und Väter durften Kind sein
Sport-Elternabend am Gregor-Mendel-Gymnasium eine in Amberg bisher einmalige Aktion
Amberg. (kan) Üblicherweise finden Elternabende im Klassenzimmer oder in der Aula statt. Am GMG nicht unbedingt, wie eine in Amberg bisher einmalige Aktion unter Beweis stellte. Die nannte sich Sport-Elternabend.
Die Eltern der 5. Jahrgangsstufe waren eingeladen worden, einmal selbst in Erfahrung zu bringen, wie moderner Sportunterricht aussieht. Es fand sich eine ansehnliche Zahl von Müttern und Vätern in der Dreifach-Turnhalle des Gregor-Mendel-Gymnasiums ein, die gespannt darauf warteten, was der Abend wohl bringen würde.
Schnell wurde klar: Sportunterricht zielt heute auf die Vermittlung von Freude an der Bewegung ab. Und so waren auch die Eltern beim gemeinsamen Aufwärmen mit Feuereifer dabei und die danach in den Arbeitskreisen angebotenen Inhalte wie Rope Skipping, Jonglieren, Bewegungskünste und Badminton sowie ein Vielseitigkeits-Wetttbewerb machten ihnen sichtlich Spaß. Immer wieder wurde die Bankwippe ausprobiert, beim Hüpfen im langen Seil kamen verborgene Talente zum Vorschein und mancher Vater entwickelte beim Jonglieren mit den Keulen höhere Ambitionen: "Was glauben Sie, wie meine Frau schauen wird, wenn ich ihr das zu Hause mit den Küchenmessern demonstriere!"
Natürlich ging es an diesem Abend auch um "traditionellere" Themen, wie z. B. das Üben des richtigen Laufens. Auch einen Teil der bei der "GMG-Olympiade" angebotenen Stationen konnten die Eltern selbst kennen lernen und selbst absolvieren. Während der Pause bestand Gelegenheit, sich auszutauschen und die Info-Tafeln über richtige Ernährung oder Rückenschule zu studieren.
Am Ende waren sich Mütter, Väter und Sportlehrer einig: Kindern wird lebenslanges Sporttreiben nur schmackhaft gemacht, wenn Schule und Elternhaus zusammenarbeiten.
18.1. 2001 Main Post
Taktvoller Schulsport
War es früher mal der Lehrer mit dem Becken, der den Schülern den Takt im Sportunterricht vorgab, ist es heute der CD-Spieler mit fetziger und auch entspannender Musik. So jedenfalls war es bei einem Sport-Elternabend des Franz-Miltenberger-Gymnasiums.Hierzu hatte Studienrätin Margarita Huppmann-Fronczek, Fachleiterin Sport, am Dienstagabend die Eltern der Fünftklässler in das Schul- und Sportzentrum nach Römershag eingeladen. 25 Mütter und Väter folgten dem Angebot. Gemeinsam mit ihren Kindern konnten sie in drei verschiedenen Abteilungen ihre Fitness unter Beweis stellen.
Bewusste Körpererfahrung war ein Teil des Programmes, bei dem die Eltern durch Anspannung und Entspannung die verschiedenen Muskelpartien ihres Körpers erkennen konnten. Minitramp nannte sich die Sprungschulung mittels eines Trampolins und Landung in den großen, weichen Sportmatten. Besonders die Väter bewiesen eine hohe Flugfähigkeit. Warm up, Cooling down, Fatburner - die dritte Station bot den mutigen Eltern Stepp-Aerobic unter Dauerbelastung.
Der kleine Einblick in die Palette der Bewegungen kam bei den teilnehmenden Vätern und Müttern gut an. Ob es im Sportunterricht auch so schön ist? "Naja, da machen wir gerade Geräteturnen, und das liegt mir nicht so", meint Marina. "Am Besten war das Trampolinspringen, das macht Spaß." Und dem pflichteten ihre anwesenden Schulkollegen gleich bei.
Hintergrund des Abends ist eine Maßgabe des Lehrplans, nach dem auch im Sportunterricht die Gesundheitserziehung mehr als bisher gefördert werden soll. Eltern können ihren Teil dazu beitragen, indem sie Anteil am Schulsport nehmen, ihre Kinder dazu befragen und sich auch etwas vorturnen lassen.
Vor allem in der schulfreien Zeit sollten die Eltern die sportlichen Aktivitäten ihrer Kinder fördern und - der Körper wird es danken - ein Vorbild in Sachen Bewegung und Gesundheit sein.
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