AOL "fit for future" by Boris Becker Becker

Es ist die bisher größte Initiative für mehr Sport in Deutschlands Schulen. Zusammen mit seinem Partner AOL hat Becker, dreimaliger Wimbledonsieger und ehemaliger Tennis-Weltranglisten-Erster, die Kampagne am Dienstag dieser Woche in Hamburg vorgestellt.

fit for future  AOL

Schüler sportlich und fitmachen für
die Zukunft - so das Ziel der Initiative

Insgesamt 500 Schulen mit rund 250.000 Schülern werden in diesem Schuljahr von der Initiative profitieren. Das Gesamt-Budget beträgt rund drei Millionen Mark. Sport ist nach Ansicht Boris Beckers wichtig: "Zum einen dient der Sport dazu, uns alle, aber vor allem unsere Kinder, fit und gesund zu halten. Der Sport ist außerdem die beste Möglichkeit, den Kids Dinge wie Fairplay, Teamspirit und Spielregeln für das Leben und die Gesellschaft näher zu bringen". Eine Ansicht, die Uwe Heddendorp, Vorsitzender der Geschäftsführung von AOL Deutschland, unterstützt: "Auch aus unserer Sicht spielt Sport eine zentrale Rolle für die Entwicklung von jungen Menschen. Vor allem der Gemeinschaftsgedanke, im Mannschaftssport von fundamentaler Bedeutung, zeichnet auch Online-Communities wie AOL aus", so Heddendorp."Wir freuen uns daher, Boris mit seiner Initiative zu unterstützen." Das Team von Boris Becker wird in Zusammenarbeit mit den Kultusministerien im Dezember und Januar 500 Schulen aussuchen, die die Themen "Bewegte Schule" oder "Bewegte Pause" umsetzen. Die Schulen erhalten von den Kultusministerien schriftliche Einladungen zur Teilnahme, auf die sie sich innerhalb von vier Wochen zurückmelden müssen. Die Gewinner werden dann im Januar 2001 ausgelost.
Ab Februar werden an den ausgelosten Schulen Tonnen mit Spiel- und Sport-Geräten im Wert von je 3.000 Mark ausgeliefert, mit denen die Schüler ihre Pausen und Freistunden aktiv nutzen können. Die Tonnen enthalten viele Spiel- und Sportmaterialien wie z. B. Hockey-Schläger, Badminton-Sets, Volley- sowie Beachbälle und vieles andere mehr. Den Tonnen beigelegt: Instruktionen für die Sportlehrer. Sie enthalten Programme bzw. Übungsanleitungen, die auf verschiedene Jahrgangsstufen abgestimmt sind. Aber die Aktion geht noch weiter: Ab Mai kommt dann ein Spezialisten-Team mit dem so genannten Abenteuer Park in die Städte. Die Schüler werden hier eingeladen, Team- und Strategiefähigkeit in einem Hochseilgarten und Geschicklichkeits-Parcours zu entwickeln. Im Rahmen dieses fünftägigen Events wird auch ein Fitness-Test mit rund 25.000 Schülern durchgeführt. "Wenn uns die Schulbehörden und Ministerien weiterhin so gut unterstützen und das Pilotprojekt den erhofften Erfolg bringt, werden wir die Aktion ausbauen", kündigte Becker an. Die gesamte Initiative ist vorerst auf drei Jahre angelegt. Unterstützt wird sie außerdem von den Zeitschriften Tomorrow, fit for fun und BUNTE.

fit for futureBewegung fördert das Gehirn
 

Experten schlagen schon lange Alarm: Mehr als die Hälfte aller Kinder in Deutschland hat Haltungsschäden, 40 Prozent können sich nicht richtig konzentrieren und 20 Prozent sind zu dick. Funktionsstörungen aller Art haben bei Kindern in den vergangenen Jahren dramatisch zugenommen. Eine wichtige Gegenmaßnahme: Mehr Bewegung. Denn die ist nicht nur für den Körper wichtig, Bewegung hat auch Auswirkungen aufs Gehirn und fördert die Intelligenz. Prof. Wildor Hollmann, emeritierter Professor der Sporthoch- schule Köln und Ehrenpräsident des Weltverbandes für Sportmedizin, vertritt diese These seit langem.
Dass Bewegung wichtig ist, gilt für alle Altersstufen. Sport kann in jedem Lebensalter die psychische und physische Leistungsfähigkeit erhöhen. Aber insbesondere Kinder brauchen besonders viel Bewegung. Und die Möglichkeit, sich zu bewegen, nimmt immer weiter ab. In der Freizeit etwa durch Fernsehen, Computer und zunehmenden Verkehr. Und auch in der Schule müssen Kinder stundenlang still sitzen, mit Folgen. Dazu Waltraud Knipping, Landesvorsitzende der bayerischen Kinder- und Jugendärzte: "Viele können nicht ordentlich schreiben, sind nicht in der Lage, der Lehrerin zuzuhören, mit einer Schere umzugehen oder auf einem Balken zu balancieren." Und auch daran sollte gedacht werden: Frühschäden am Bewegungsapparat führen auf Dauer zu enormen Folgekosten für das Gesundheitssystem.
Kindern muss also möglichst früh die Freude an Sport und Fitness vermittelt werden. Und hier ist vor allem die Schule gefragt, die diesen Raum an Bewegung schaffen müsste, vor allem durch mehr Sportunterricht. Sabine Kubesch, Mitarbeiterin an der Psychiatrischen Uni-Klinik Ulm und beschäftigt mit den Auswirkungen von Sport aufs Gehirn, gegenüber AOL: "Schulsport sollte jeden Tag auf dem Programm stehen." Aber auch in anderen Fächern könnte man sich mehr der Bewegung öffnen. Beispiel: Im Deutsch- oder auch Philosophieunterricht könnte man Texte dramatisch darstellen und so ihr Verständnis erleichtern und den Unterricht in Bewegung bringen.
Dass Schulsport wichtig ist, diese Erkenntnis greift langsam um sich. Anfang Oktober diesen Jahres haben Vertreter von Kinderärzten, Krankenkassen und Sportvereinen ihre Forderung nach mehr Schulsport auf einer Pressekonferenz der Landtags-SPD in München bekräftigt. Hier ging es darum, dass der Freistaat die dritte und vierte Sportstunde wieder verbindlich in allen Klassen einführen müsse. Denn Bayern gehört mit seinen durchschnittlich 2,2 Stunden Sport pro Woche im Ländervergleich zu den Schlusslichtern. Oder Nordrhein-Westfalen: Hier war das Schuljahr 1999/2000 zum "Jahr des Schulsports" erklärt worden, mit Veranstaltungen und vielen Aktionen. Aber dies sind alles nur Anfänge auf dem Weg zu mehr Bewegung in der Schule.
 
 



 
Fitness aus der Mülltonne
 
Boris Becker macht müde Schulkinder mobil

Becker

Hamburg (dpa). Mit "Fitness aus der Mülltonne" will Boris Becker müde Schulkinder mobil machen. Drei Millionen Mark lässt sich der Internet-Anbieter AOL, den Becker mit dem kultigen Werbe-Slogan "Ich bin drin" bekannt machte, die bundesweite Aktion an 500 deutschen Schulen kosten. Jede dieser Bildungseinrichtung erhält im neuen Jahr eine praktische Plastikmülltonne ("Spielkiste") mit Sport- und Spielgeräten im Wert von jeweils 3 000 Mark, um die Jugendlichen zu mehr Bewegung anzuregen.
Seit sein sechsjähriger Sohn Noah Gabriel in die Schule geht, hat der frühere Hochleistungssportler Becker die Negativbeispiele täglich vor Augen: "Viele Schulfreunde von Noah haben fünf bis sechs Kilogramm Übergewicht." Und so handelte der ehemalige Tennisstar - heraus kam die Aktion "AOL fit for future by Boris Becker".

"Er ist auf uns zugekommen, es war seine Initiative. Wir leisten einen Großteil der Anschubfinanzierung", sagte AOL-Deutschland-Chef Uwe Heddendorp. Am Dienstag stellte Becker in Hamburg das Pilotprojekt vor. Abends wurde der fünfte AOL-"Geburtstag" in der Hansestadt mit dem Zugpferd Becker gefeiert.

Pilotprojekt zunächst in zehn Städten

Selbst Hamburgs Schulsenatorin Ute Pape (SPD) war begeistert: "Die Aktion von Boris Becker und AOL trifft genau ins Schwarze." Im Sauseschritt eilte die Hobby-Tennisspielerin mitten in der Pressekonferenz auf das Podium und verteilte Komplimente: "Sie sind der Botschafter für Bewegung. Sie haben die Menschen in Deutschland bewegt, sich zu bewegen."

Die bunten Mülltonnen standen auf der Bühne im Hamburger Milchstraßenverlag. Schüler einer nahen Grundschule warteten gespannt auf den Tennisstar, der auch als Fitness-Botschafter im feinen Zwirn und goldbraunen Seidenhemd eine gute Figur abgab. "Früher im Schulsport war ich relativ gut", erzählte der 33-Jährige, der sich nach der Profikarriere regelmäßig mit Basketball, Fußball und Golf ("Handicap 12") fit hält. "Tennis", meinte der dreimalige Wimbledon- Gewinner jedoch, "spiele ich aber nicht mehr so oft."

In zehn großen deutschen Städten wird das Pilotprojekt im Februar 2001 in Absprache mit den Kultusministerien der Länder gestartet werden. Danach soll die Aktion ausgeweitet werden. Als Gabe verteilen AOL und Becker die Mülltonnen als praktische Spielkisten. Schulkinder von sechs bis zwölf bzw. zehn bis 16 Jahren finden darin ein buntes Sortiment für Aktivitäten aller Art: Ein Family-Tennis-Set, Soft- Volleybälle, Sprungseile, ein Boccia-Set, Jonglier-Ringe, Federfußbälle oder das Wipp- und Balancierbrett Rola-Bola. Als "Übungsleiter" sollen zunächst die Lehrer die bisher größte private Schulsportinitiative Deutschlands unterstützen.


Bocholter Volkszeitung 29.11.2000
Becker geht mit Mülltonnen ran an den Kinder-Speck

AOL startet "Die größte Schulsport-Initiative Deutschlands"

Von Carsten Harms

Hamburg - Er ist einfach ein Multitalent. Boris Becker war einst der Weltbeste im Tennis, lässt erfolgreich Karossen mit dem berühmten Stern verkaufen, vermarktet den ukrainischen Fußballer Andrej Schwetschenko in italienischen Diensten beim AC Milan, ist Internet-Experte - und jetzt auch noch Fachmann für Sport in der Schule. "Die Klassenkameraden von meinem Sohn Noah haben Übergewicht, teilweise schon vier oder fünf Kilo", berichtete Becker gestern. Gegen diese Volkskrankheit muss doch etwas zu machen sein, dachte er, und erinnerte sich seiner "strategischen Partnerschaft" zum Internet-Anbieter AOL.

"Herr Becker ist in diesem Fall auf uns zugekommen", erzählte gestern Uwe Heddendorp, der Vorsitzende der Geschäftsführung von AOL Deutschland. Und schon war das geboren, was gestern unter dem Titel "AOL fit for future by Boris Becker" in großem Rahmen in Hamburg präsentiert wurde. Weil sich ein Boris Becker bekanntlich eben nicht mit Kleinigkeiten abgibt, muss auch gleich ein Superlativ her. "Die größte Schulsport-Initiative Deutschlands" nennt sich das Projekt sehr selbstbewusst.

Dafür gibt Becker seinen Namen und AOL zunächst rund drei Millionen Mark. 500 Schulen in zehn deutschen Metropolen werden ab Februar mit Spieltonnen ausgestattet. In jedem dieser Behälter sind Spiel- und Sportgeräte im Wert von je 3000 Mark enthalten, da gibt es Jongliertücher und Federfußbälle, "Goba-Sets" und "Unihoc"-Plastikschläger, Catchbälle und Balanciekreise. Und natürlich dürfen auch zwei "Family-Tennis"-Sets nicht fehlen.

"Die Schüler sollen animiert werden, in den Pausen und Freistunden die Bewegung für sich zu entdecken. Und zwar möglichst unter Anleitung von Lehrern oder älteren Schülern", sagt Robert Lübenoff von der begleitenden und Becker eng verbundenen Münchner Marketing-Agentur. Welche zehn Städte nun bald mit den blau und rot eingefärbten Mülltonnnen (Lübenoff: "Dazu stehen wir, die sind am besten zu handhaben") beschenkt werden, steht noch nicht fest. Gute Hoffnungen aber können sich die Schüler in Berlin, Hamburg, Dresden, Düsseldorf, Bremen und Hannover machen. Der Erfindung des Rades kommt die Aktion allerdings nicht gleich, Spieltonnen dieser Art gibt es schon in zahlreichen Schulen. "Die Realität zeigt, dass das Verbrauchsgestände sind", weiß Hamburgs Schulsenatorin Ute Pape von einer hohen Schwundquote zu berichten.

Als Beruhigung seines möglicherweise schlechten Gewissens will AOL-Chef Uwe Heddendorp das Engagement keineswegs verstanden wissen. Denn die Einschätzung, das Surfen im Internet würde den Bewegungsmangel der Kinder und Jugendlichen noch massiv unterstützen, sei völlig verkehrt. "Wir haben eine Untersuchung vorliegen, nach der Kinder, die den Computer nutzen auch sonst in ihrem Leben aktiver als andere sind", sagt Heddendorp. Boris Becker konnte ihm dabei - an Sohnemann Noah Gabriel (6) denkend - nur zustimmen. Der kleine Becker beherrscht offenbar die Bewegung von Maus und Cursor ebenso wie die von Armen und Beinen. Eben auch ein Multitalent - ganz der Vater.


Die Welt

Becker initiert Fitness-Kampagne, weil Noahs Freunde zu dick sind

Boris - Hamburg-Trip für Sportkids

Lässig und gutgelaunt präsentierte Boris Becker (schwarzer Anzug, schwarze Designerschuhe, bronzefarbenes Hemd) gestern in Hamburg die größte Schulsport-Initiative Deutschlands. 500 Schulen mit rund 250000 Schülern in zehn Städten profitieren von der Kampagne "AOL fit for future by Boris Becker", die drei Millionen Mark kostet.

Der zweifache Familienvater selbst hatte die Idee: "Viele Kumpels von meinem Sohn Noah haben schon jetzt im Alter von sechs oder sieben Jahren vier, fünf Kilo Übergewicht." Noah selbst sei in seinem sportlichen Drang zwar kaum zu bremsen und absolut fit. Dennoch, bundesweite Studien belegen: Immer häufiger sind Kinder und Jugendliche zu dick. Deshalb kämpft der dreimalige Wimbledonsieger für die Kids: "Wir müssen sie wieder mehr für den Sport begeistern und ihnen Bewegungs-Möglichkeiten geben."

Ab Februar werden vom Internet-Giganten AOL an 500 Schulen Tonnen mit je über 100 Spiel- und Sportgeräten aufgestellt. Auch in der Hansestadt. Hamburgs Schulsenatorin Ute Pape bedankte sich beim Tennis-Hero: "Sie haben die Menschen in Deutschland mit ihrem Sport bewegt, und halten sie an, sich selbst zu bewegen."

Und wie hält sich der 33-Jährige selbst noch fit? Boris lacht und streicht sich über den Bauch. "Na, ist da schon ein kleiner Ansatz zu sehen? Ich spiele Basketball, Fußball und Golf. Tennis allerdings weniger. Ich kann ja nicht in irgendeine Trainingshalle gehen und mir einen Partner suchen. Denn dann würden die Bälle ja nicht zurück kommen..."


Hamburger Morgenpost 29.11.2000