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27.12.2008 Süddeutsche Zeitung 

Kopftücher willkommen 
Für muslimische Mädchen ist Sport auch in Deutschland keine Selbstverständlichkeit - die Begeisterung wächst trotzdem spürbar 

Seit zwanzig Jahren ist Gabriele Kremkow Sportlehrerin, sie hat ein Gespür für Talente, doch manchmal hilft ihr das wenig. Vor kurzem wollte sie ein Mädchen mit türkischer Herkunft für einen Leichtathletikverein empfehlen. Das Mädchen war selbstbewusst, pfiffig, es hatte gute Ausdauer und lief schneller als alle anderen. Gabriele Kremkow glaubte fest daran, dass das Mädchen viele Medaillen gewinnen könnte, bei einem Verein landete es nicht. Die Eltern hatten etwas dagegen, sie wollten nicht mit sich reden lassen - und wieder blieb ein Talent unentdeckt.

Kreuzberg, nahe Südstern. Die Carl-von-Ossietzky-Oberschule ist eine der größten Schulen Berlins, 120 Lehrer, 1300 Schüler, neunzig Prozent von ihnen stammen aus Einwandererfamilien. Die Schule liegt in einer Umgebung, die allgemein als sozialer Brennpunkt umschrieben wird. Gabriele Kremkow, die pädagogische Koordinatorin, könnte lange über ihre Sorgen reden; über Kinder, die allein aufstehen, ohne Frühstück, weil ihre Eltern morgens nicht aus dem Bett kommen, oder über den dramatischen Bildungsabsturz. Aber sie nähert sich den Problemen von der anderen Seite, spricht lieber über Lösungen. "Der Sport ist für unsere Arbeit von großer Bedeutung", sagt sie. Wenn sie bei den Berliner Politikern einen Wunsch frei hätte, würde sie die Zahl der wöchentlichen Sportstunden von drei auf fünf erhöhen. Für die tägliche Auslastung.

Es geht Gabriele Kremkow nicht nur um Konzepte gegen den Bewegungsmangel, es geht ihr vor allem um Integration. Studien haben nachgewiesen, dass körperliche Betätigung in Gruppen die Kommunikation und den Gemeinschaftssinn fördert - unabhängig von der Herkunft. Das Selbstbewusstsein, das Schüler im Turnen oder im Basketball gewinnen, übertragen sie auf den Mathe- oder Erdkundeunterricht. Hört sich gut an? Ist aber nicht leicht umzusetzen. Trainingsübungen anzubieten oder beim Weitsprung Hilfestellung zu geben, ist nicht genug. Gabriele Kremkow muss sich mit Religion auseinandersetzen, mit Glaubensfragen - und mit der Bedeutung des Kopftuches.
Mit dem Ende der Grundschule und dem Beginn der Pubertät werden Mädchen und Jungen im Sport wie fast überall getrennt unterrichtet. Im Schnitt sind es fünf muslimische Mädchen pro Klasse, die mit dreizehn oder vierzehn ein Kopftuch anlegen, auch im Sport. Die Gründe dafür liegen in der traditionellen und religiösen Erziehung. Sobald Jungen durch die Fenster in die Halle schauen, setzt Gekreische ein, und die Mädchen laufen in eine sichtgeschützte Ecke. "Wir können eine Meinung haben, aber es steht uns nicht zu, über Religion zu urteilen", sagt Kremkow. Sie achtet genau auf die Kopfbedeckungen, wegen der Verletzungsgefahr. Die Tücher müssen speziell gewickelt und im Nacken gebunden sein, der Hals muss frei bleiben. Deshalb springen und sprinten die Mädchen im Sommer mit Rollkragenpullover, um den Körper ganz zu bedecken.

Die Ehre der Eltern
Rund 400 000 muslimische Mädchen leben in Deutschland, die meisten stammen aus der Türkei. Gabriele Kremkow führt viele Gespräche mit den Eltern, um für den Sportunterricht zu werben, unterstützt von den Sozialpädagogen der Schule. Bei einer Sportart hat sie größere Probleme: Immer wieder kommt es vor, dass Muslime ihren Töchtern das Schwimmen verbieten. Sie fürchten, dass Bewegungen und Kleidung der Mädchen aufreizend sein könnten und ihre Jungfräulichkeit untergraben werde. 1993 entschied des Bundesverwaltungsgericht, dass dieser Boykott zulässig ist, sofern er stichhaltig begründet wird. Die Mädchen stürzt dies oft in einen Gewissenskonflikt. Zum einen respektieren sie die Ehre der Eltern, zum anderen wollen sie von Mitschülern nicht ausgeschlossen werden. Notfalls schwimmen sie in Radlerhosen und Hemden.

Kremkow sieht sich als Vermittlerin. In Kreuzberg hat nur jedes vierte Kind zu Hause schwimmen gelernt, im Berliner Schnitt jedes zweite. An den Schulen in Kreuzberg lernen es aber bei weitem nicht alle. Mehr als ein Viertel bleibt hier Nichtschwimmer, im bürgerlichen Zehlendorf sind es nur fünf Prozent. Ein Beweis für Verweigerung? "Sport muss Spaß machen", sagt Gabriele Kremkow, ihr geht es um die Wirkung. "Wir dürfen niemanden mit Leistungsdruck abschrecken." An vielen Schulen schicken Lehrer muslimische Schülerinnen zum Frauenschwimmen, das inzwischen in zahlreichen Badeanstalten angeboten wird.

Nicht alle Lehrer siedeln das Thema Integration so hoch an, viele sind davon überfordert. Ihre Stundenzahlen wachsen, Vertretungen werden selten eingestellt, manchmal muss der Unterricht ganz ausfallen. In der Carl-von-Ossietzky-Oberschule wurden dennoch Arbeitsgemeinschaften im Basketball, Badminton, Volleyball gegründet, besonders beliebt ist Mädchenfußball. Die Schülerinnen reißen sich um einen Platz beim jährlichen Antigewaltturnier - der Erfolg wird hier nicht nur in Toren gemessen.

Osnabrück, Universität. Der Sportdidaktiker Ulf Gebken kennt dieses Prinzip. Mit Hilfe des DFB fördert er in Niedersachsen Projekte für Fußballerinnen mit Migrationshintergrund, die Kooperationen zwischen Schulen und Vereinen sind in ganz Deutschland anerkannt, "Wir fördern das Selbsthilfepotenzial", sagt Gebken. "Mädchen können Übungsleiterinnen oder Schiedsrichterinnen werden und damit Verantwortung in unserer Gesellschaft übernehmen."

Schulen haben es nicht immer leicht, Musliminnen für Sport zu begeistern - Vereine haben es richtig schwer. Laut einer Studie der Universität Frankfurt am Main von 2002 sind weniger als fünf Prozent der erwachsenen Einwanderer in Sportklubs aktiv, bei ihren Töchtern ist die Zahl noch niedriger. "Wir müssen die Mädchen sorgsam an unsere Strukturen gewöhnen", erzählt Gebken. In einigen islamischen Ländern sind Vereine Männerdomäne. In Deutschland schrecken Sprachbarrieren und Anmeldebürokratie ab, vielen Familien fehlt das Geld. So kommen die Kinder in der Grundschule erstmals zum Sport.

Ulf Gebken ist in Hannover-Vahrenheide, dem Ausgangspunkt seiner Projekte, auf viele Hindernisse gestoßen, die auch Kollegen in anderen Städten kennen. "Wenn wir muslimische Mädchen für den Sport gewinnen möchten, müssen wir die ganze Familie ansprechen", sagt er. Vereinsvertreter führen besorgte Väter durch Duschkabinen oder Umkleidetrakte, sie verweisen auf den freundlichen Hausmeister und die gute Straßenbeleuchtung des Heimweges, oder sie fahren die Mädchen selbst nach Hause. Vor Auswärtsreisen oder Trainingslagern werden Bedingungen wieder und wieder besprochen: Alkoholverbot, getrennte Schlafräume, vegetarisches Essen.

"Leider wird dieses Thema nicht überall ernst genommen", kritisiert Gebken. Vor einem Jahr schickte ein Schiedsrichter in Bremen eine muslimische Nachwuchsspielerin des KSV Vatan Spor vom Platz. Wegen ihres Kopftuches. Der Schiedsrichter berief sich auf die Regeln des Weltfußballverbandes Fifa, der religiöse Botschaften verbietet. Hatte der Unparteiische Recht? War er unwissend? Oder doch intolerant? Die Empörung war groß. Theo Zwanziger, der Präsident des DFB, ein Förderer des Frauenfußballs, stellt klar: "Kein Mädchen soll dem Fußball verloren gehen, weil es ein Kopftuch trägt." Legt man den demografischen Wandel zu Grunde, dürften Sportverbände wie der DFB bald auch im Leistungssport auf Migrantinnen angewiesen sein. Sportartikelhersteller haben reagiert und moderne, sichere Kopftücher, so genannte Tschadors, in ihr Sortiment aufgenommen.

Frankfurt am Main, Westend. Hanane ist eine bescheidene Frau, ihren Nachnamen möchte sie nicht in der Zeitung lesen. Dass sie ein gelungenes Beispiel für Integration durch Sport sein soll, ist ihr fast unangenehm. Hanane, 23, wurde in Marokko geboren. Vor sechs Jahren kam sie mit ihrem Ehemann nach Deutschland. Das Kopftuch gehört zu ihrer Religion wie Fasten und Beten. "Ich trage es für mich, nicht für meine Eltern, niemand zwingt mich dazu." Wenn in Deutschland über innerfamiliäre Gewalt diskutiert wird, haben viele das Kopftuch vor Augen. "Das ist oberflächlich", sagt Hanane. Sie möchte keine Exotin sein: "Ich bin keine Fremde mehr."

Sie bestimmt, wen sie heiratet
Hanane gehört zu einer neuen, selbstbewussten Generation von Musliminnen, die sich für ihr Kopftuch entscheiden, es ist ein Symbol ihrer Identität und kein Zeichen von Unterdrückung. Sie bestimmt, wen sie heiratet, wo sie lebt und für wen sie arbeitet. In Frankfurt hat sie den Realschulabschluss nachgeholt und wurde Arzthelferin. In dieser Zeit hat sie sich einem Projekt des Landessportbundes Hessen angeschlossen. In einer Gymnastikgruppe lernte sie andere Frauen kennen und verbesserte ihr Deutsch.
Vor einem Jahr ließ sie sich zur Übungsleiterin ausbilden. Seit kurzem leitet sie eine Sportgruppe für Mütter und Kinder. Es sind Frauen, die unter sich sein wollen und einen Verein meiden, weil sie glauben, dort mehr leisten zu müssen als ihre deutschen Kolleginnen. Noch sind Frauen wie Hanane selten, die Scheu vor einem Ehrenamt ist groß. Es gibt wenige nichtdeutsche Schiedsrichterinnen, Funktionärinnen oder Trainerinnen.
"Eine Fußballtrainerin mit Kopftuch?" - Hanane sinniert etwas, aber der Gedanke gefällt ihr: "Das wäre wirklich ein Farbtupfer!" 


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24.12.2008 - Neue Osnabrücker Zeitung 

Sera träumt von der großen Karriere 

Fußball ist kein Ballett, auch Mädchenfußball nicht. Das wissen nun auch die 22 Grundschülerinnen der Fußball-AG an der Heiligenwegschule. Sie heißen Tugce, Fatima, Berfin, Lume oder Ayssel. Bei Wind und Wetter treffen sie sich jeden Dienstagmittag auf dem harten Bolzplatz der Schin keler Grundschule – für viele von ihnen der Höhepunkt der Woche.

Ihre ausländischen Namen sind kein Zufall. Die meisten Mädchen der Arbeitsgemeinschaft haben einen Migrationshintergrund. Kein Wunder bei einem Migrantenanteil von 94 Prozent an der Schule. Ihre Eltern oder deren Vorfahren sind vielfach ehemalige Gastarbeiter aus der Türkei, für die „der Schinkel“ zur Heimat geworden ist. Auch Sera Avincsal wohnt hier. Die neunjährige Kurdin nimmt ebenfalls an der Fußball-AG teil. Ihr Talent ist dabei nicht zu übersehen. Hat Sera den Ball am Fuß, dribbelt sie sich leichtfüßig durch ihre Mitschülerinnen, für die Fußball oft noch Neuland ist. Dadurch hat sich Sera Anerkennung verschafft, die sie sonst vielleicht nicht erfahren hätte. Aber auch die anderen Mädchen sind ehrgeizig und lernen schnell dazu, Zickereien inklusive.

Seit den Sommerferien findet an der Heiligenwegschule, der Stüveschule und der Rosenplatzschule die Fußball-AG statt, die ohne die Unterstützung der Universität Osnabrück und des Niedersächsischen Innenministeriums nicht möglich wäre. Begonnen hatte alles mit dem in Oldenburg entstandenen Projekt „Soziale Integration von Mädchen durch Fußball“, das 2006 vom Deutschen Fußball-Bund aufgegriffen – DFB-Präsident Dr. Zwanziger erklärte es gar zur „Chefsache“ – und bundesweit an zehn nach sozialen Kriterien ausgewählten Standorten gefördert wurde. Aufgrund der großen Erfolge des Bundesprojekts wurde nun in Niedersachsen ein inhaltsgleiches Landesprojekt an insgesamt acht Standorten ins Leben gerufen. Auch Osnabrück ist dabei – und das sogar dreifach.

Aber woher kommt das plötzliche Bemühen, Mädchen mit Migrationshintergrund durch Fußball fördern zu wollen? Es ist die Erkenntnis, dass diese Gruppe bisher kaum an organisierten Sportangeboten teilnimmt, obwohl es im Sport in hohem Maße zu sozialen und interkulturellen Kontakten kommt – also zu Integration. „Dabei fällt auf, dass es Fußball schafft, Kinder aus unterschiedlichen Schichten und Milieus an die Vereine zu binden“, sagt die Sportwissenschaftlerin Julika Vosgerau von der Universität Osnabrück, die zusammen mit Dr. Ulf Gebken und Prof. Dr. Christian Wopp das Projekt initiiert hat. So sei es schon an vielen Standorten gelungen, Mädchen über die Zusammenarbeit von Schule und Verein für das Kicken zu begeistern. „Mädchenfußball-AG’s, Schulturniere und die Ausbildung jugendlicher Mädchen zu Trainerassistentinnen haben sich zu attraktiven niedrigschwelligen Angeboten entwickelt“, freut sich Vosgerau über den integrativen Charakter von Fußball. 

In Osnabrück sind bislang Blau-Weiß Schinkel und Eintracht Osnabrück an der Kooperation beteiligt. Der Eintritt in einen Fußballverein sei aber für die Migrantinnen aufgrund spezifischer Erziehungsideale kein Automatismus, „sondern gelingt am ehesten, wenn unterstützende Faktoren wie eine Zusammenarbeit der Schule mit dem Elternhaus vorliegen“, ergänzt Gebken. Zudem könne von einer gelingenden Integration erst ausgegangen werden, wenn Migranten das Vereinsleben als Helfer, Übungsleiter oder Schiedsrichter aktiv mitgestalten.

Sera hat diesen Weg schon eingeschlagen. Seit zwei Jahren spielt sie für die TSG Burg Gretesch und träumt von einer Karriere, wie sie die im Kosovo geborene Fatmire Bajramaj gemacht hat. Bajramaj wuchs unter ähnlichen Bedingungen in Deutschland auf und wurde 2007 Fußball-Weltmeisterin... 
 



18.12. 2008 - Main-Post

Sportunterricht einmal anders - Fitness macht Schule
 
Einen anderen Sportunterricht als sonst erlebten Schüler des Lohrer Franz-Ludwig-von-Erthal-Gymnasiums am Montag: Sie durften ein außergewöhnliches Training absolvieren. In den ersten beiden Schulstunden machte die achte Jahrgangsstufe als Ersatz für den am 22. November angesetzten Gesundheitstag den „Münchner Fitnesstest“.

Unter dem Motto „Fitness macht Schule“ konnten die Schülerinnen und Schüler an fünf Stationen ihre Sportlichkeit unter Beweis stellen. Die Disziplinen lauteten: Ballprellen, Zielwerfen, Hüftbeugen, Standhochspringen und Halten im Hang – eine Übung an der Sprossenwand, bei der die Teilnehmer bei gebeugten Armen möglichst lange an der oberen Sprosse hängen müssen. Mit einer Stoppuhr wurden so die sportmotorischen Fähigkeiten (Kondition, Ausdauer, Kraft, Gelenkigkeit) der Schüler geprüft.

Das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen. Nicht nur, dass die Schüler, was Kondition und Koordination betrifft, keinen Anlass zur Sorge bieten; auch der Spaß kam nicht zu kurz. „Hoffentlich machen wir das noch öfter“, meinte eine Schülerin der achten Klasse. Bei diesem guten Resümee sollte das doch der Fall sein . . .

Das zweite außergewöhnliche Ereignis fand in der dritten und vierten Stunde für die Jungs der zehnten Jahrgangsstufe statt. Sie durften im Lohrer Fitnessstudio „Vitalis“ in einen Tae-Bo-Kurs hineinschnuppern. Fitnesstrainerin Andi Mill zeigte den Jungs ein paar Grundtechniken dieser asiatischen Sportart. Tae Bo verbindet Elemente aus asiatischen Kampfsportarten wie Karate, Taekwondo oder Kickboxen mit Aerobic. Es ist jedoch selbst kein Kampfsport und keine Selbstverteidigungstechnik, sondern reine Fitnessgymnastik. „Die Jungs haben wirklich super mitgemacht“, lobte Andi Mill die Schüler nach der 45-minütigen Trainingseinheit. Auch die Schüler waren sehr zufrieden mit ihren Leistungen.
 


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17.12. 2008 - Stuttgarter Nachrichten

Schulsport führt ein Schattendasein

Stuttgart - Zu wenig Lehrer, marode Turnhallen und Schüler, die sich um Schwebebalken und Volleyball drücken - trotz des anhaltenden Fitnesstrends wird der Sportunterricht an vielen Schulen stiefkindlich behandelt. Dabei sind sich Eltern, Lehrer und Land einig: Bewegung ist wichtig.

Die Vorgabe ist eindeutig: "Der Sportunterricht macht den Schülerinnen und Schülern Bewegung als Lebensprinzip bewusst und motiviert sie damit zum lebenslangen Sporttreiben", heißt es im Bildungsplan des Kultusministeriums für die Realschule. Die Realität sieht anders aus.
Fragt man Lehrer und Schüler, ist es um den Sportunterricht an etlichen Schulen im Land nicht gut bestellt: Sportstunden fallen aus, werden zugunsten der sogenannten Kernfächer geopfert oder von fachfremden Lehrern abgehalten. 

Der Vorsitzende des Landesschülerbeirats (LSBR), Felix Kiesele, hat das am eigenen Leib erfahren, als an seiner Berufsschule ein Jahr lang der Schulsport komplett gestrichen wurde. Sogar das Kultusministerium muss zugeben: "Örtlich können Engpässe auftreten."
Die Gründe dafür, dass der Sportunterricht an vielen Schulen ein Schattendasein führt, sind vielfältig. Oft würden Sportstunden - vor allem vor Prüfungen - für die Fächer Deutsch oder Mathematik geopfert, sagt Michael Gomolzig, Sprecher des Landesverbands Bildung und Erziehung (VBE) in Baden-Württemberg. 

Häufig seien vor allem die Eltern allzu rasch bei der Forderung, zugunsten der Kernfächer am Sportunterricht zu kürzen - "das ist bedauerlich", meint Gomolzig. Die stellvertretende Vorsitzende des Landeselternbeirats (LEB), Sylvia Wiegert, verteidigt die Erziehungsberechtigten. Da im Land akuter Mangel an Lehrkräften für Naturwissenschaften herrsche, würden in manchen Schulen etliche Sportlehrer verstärkt in ihrem zweiten, naturwissenschaftlichen Fach eingesetzt. 

"Wenn man zwischen zwei Übeln wählen muss - nämlich dass entweder der Pflichtunterricht Mathe oder Sport ausfällt -, macht es dann auch Sinn, zugunsten der Kernfächer zu entscheiden", sagt Wiegert. Sport könne schließlich auch in der Freizeit im Verein oder der Familie stattfinden.

Auch viele Schüler selbst halten Sportunterricht für "eher nebensächlich", gibt Felix Kiesele zu. Aus seiner Erfahrung seien im Sportunterricht die meisten Fehlzeiten zu verzeichnen. Dies spiegele auch den Stellenwert wider, den der Sport in der Gesellschaft überhaupt habe, meint VBE-Sprecher Gomolzig: "Sport ist für viele nur interessant, wenn es um Medaillen geht."
Zu mangeln scheint es dem Fach aber nicht nur an Wertschätzung, sondern auch an geeigneten Lehrern. Im Schuljahr 2005/06 waren laut Kultusministerium an den öffentlichen Grund- und Hauptschulen 9.228 und an den öffentlichen Realschulen 3.465 ausgebildete Sportlehrer beschäftigt. 

Das sei nicht zu wenig, aber schlecht verteilt, meint Wolfgang Sigloch, der Vorsitzende des baden-württembergischen Landesverbands der Deutschen Sportlehrer (DSLV). "Mit zunehmendem Alter gibt es unter Sportlehrern eine hohe Rückzugsrate, weil Sportunterricht sehr belastend und anstrengend ist", schildert Sigloch die Situation an den Schulen. 

Weil in den letzten 15 bis 20 Jahren zu wenig Sportlehrer eingestellt worden seien, klaffe dann eine Lücke, die mit fachfremden Lehrkräften nur unzureichend gefüllt werden könne. Guten Sportunterricht böten nur Lehrer, die qualifiziert seien und mit ihrem Unterricht die Lust auf Sport weckten.

Spaß am Sport haben aber bei weitem nicht alle Schüler. Die Stellvertretende LEB-Vorsitzende Wiegert kritisiert, dass Kinder und Jugendliche im Schulsport häufig einem erheblichen Notendruck ausgesetzt seien. "Der Spaß an der Bewegung sollte im Vordergrund stehen. Wenn es nach mir ginge, könnte man die Noten im Fach Sport auch ganz abschaffen."

Schüler und Lehrer können aber noch so motiviert sein, häufig fehlt es einfach an der Ausstattung. Von "nicht vorhandenen Sportgeräten und Hallen" berichtet LSBR-Vorsitzender Felix Kiesele. Das bestätigt auch der Sprecher des baden-württembergischen Städtetags, Manfred Stehle: "Nach unseren Informationen besteht teilweise erheblicher Sanierungsbedarf bei den Sportstätten." 
Mit dem Infrastrukturprogramm, das jetzt vom Land beschlossen wurde, bestehe aber die Chance, dringend notwendige Investitionen vorzuziehen. Eine Chance auch für das Sorgenkind Schwimmunterricht. VBE-Sprecher Gomolzig ist Schulleiter in Remshalden. Er kann seine Schüler nur im Sommer zum Schwimmen ins örtliche Freibad schicken - das nächste Hallenbad liegt zu weit entfernt. 
In Zeiten, in denen immer mehr Kinder übergewichtig sind und bereits einfache Aufgaben wie rückwärts laufen oder auf einem Bein stehen vielen Kindern große Probleme bereiten, kommt Sport in der Schule eine immer größere Bedeutung zu, weiß auch das Kultusministerium. Es setzt auf begleitende Angebote. 

Hier kommen die Vereine ins Spiel. Seit vielen Jahren gibt es erfolgreiche Kooperationen zwischen Schulen und Sportvereinen, sagt Wolfgang Eitel vom Württembergischen Landessportbund. Doch auch er warnt davor, den Sportunterricht zu marginalisieren: "Die Defizite werden die Vereine nicht auffangen können." Und VBE-Sprecher Gomolzig betont: "Übungsleiter können Sportlehrer niemals ersetzen. Diese Angebote können allenfalls ein zusätzliches Bonbon sein."



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17.12.2008 - DOSB

Fitteste Schulklasse Deutschlands
 
Die Schülerinnen und Schüler der Klasse 4a der Theodor-Storm-Grundschule aus Berlin-Neukölln erlebten eine ganz besondere Sportstunde: Fußballnationalspieler Torsten Frings trainierte gemeinsam mit Ihnen.
Die Sieger des Lidl-Fitnesscups erlebten eine gemeinsame Sportstunde mit Torsten Frings.
„Ich möchte Kinder motivieren, regelmäßig Sport zu treiben und fit zu bleiben. Deshalb unterstütze ich den Lidl-Schüler-Fitnesscup“, so Frings. 

Thomas Sponfeldner, Geschäftsführer Lidl Großbeeren, gratulierte den stolzen Schülerinnen und Schülern, die die Tipps von Torsten Frings begeistert umsetzten. Die Sportstunde mit dem Fußballprofi hatte die Klasse beim bundesweiten Lidl-Schüler-Fitnesscup gewonnen, bei dem sie den ersten Platz belegte. Außerdem freuten sich die Schülerinnen und Schüler über ein Preisgeld von 15.000 Euro, das unter anderem für die Anschaffung einer Kletterwand verwendet wurde. „Der heutige Tag ist für uns etwas ganz Besonderes“, erklärt Barbara Müksch, die stellvertretende Schulleiterin. „Während des Lidl-Schüler-Fitnesscups haben die Kinder großartige Erfahrungen gesammelt, Engagement und Kreativität bewiesen. Die Sportstunde mit Torsten Frings ist für sie ein unvergessliches Erlebnis.“ 

Über 1.100 Klassen beteiligten sich am Wettbewerb 

Im Juni vergangenen Jahres hatten der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) und das Handelsunternehmen Lidl alle rund 17.000 Grundschulen in Deutschland zur Teilnahme am Lidl-Schüler-Fitnesscup aufgerufen. Insgesamt meldeten sich über 3.300 Grundschulklassen mit rund 80.000 Schülerinnen und Schülern an. Mehr als 1.100 Schulklassen beteiligten sich mit einem kreativen Wettbewerbsbeitrag in Form von Collagen, Filmen, Skulpturen, Plakaten und Fotodokumentationen und bewarben sich damit um den Titel der fittesten Klasse Deutschlands. 

Gekürt wurden 16 Landessieger und unter ihnen die drei Bundessieger. Den zweiten Platz belegte die Klasse 4b der Grundschule Mücheln, die sich über einen Fitnesskochkurs mit TV-Starkoch Mario Kotaska sowie ein Preisgeld von 10.000 Euro freute. Der dritte Platz wurde an die Klasse 3a der Grundschule am Amtshof aus Winsen an der Aller (Niedersachsen) vergeben. Die Klasse erhielt für die Umgestaltung ihres Schulhofes ein Preisgeld in Höhe von 7.000 Euro. Die 13 weiteren Landessieger wurden mit je 2.000 Euro prämiert. 

Engagement für Gesundheit und Nachhaltigkeit 

Mit dem Lidl-Schüler-Fitnesscup engagiert sich Lidl aktiv und nachhaltig für die sportliche und gesundheitliche Entwicklung von Kindern. Gemeinsam mit dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) möchte das Handelsunternehmen Schülerinnen und Schüler für eine gesunde Lebensweise begeistern – fachlich unterstützt durch den aid infodienst Verbraucherschutz, Ernährung, Landwirtschaft e. V.. Grundschulpädagogen, Ernährungs- und Bewegungsexperten entwickelten für den Lidl-Schüler-Fitnesscup umfangreiche Lehrmaterialien, die den teilnehmenden Schulklassen kostenlos zur Verfügung gestellt wurden. Die Materialien gaben Lehrerinnen und Lehrern Anregungen für die Gestaltungeiner Projektwoche. Dabei erlebten die Kinder auf spielerische Weise das richtige Maß an Bewegung und gesunder Ernährung. 

Die hohe Zahl teilnehmender Schulklassen machte den bundesweiten Schülerwettbewerb zu einem großen Erfolg. Dies zeigt, dass die gesundheitliche Aufklärung an Grundschulen angesichts der wachsenden Zahl übergewichtiger Kinder an Bedeutung gewinnt.
 
 



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11.12.2008 - DOSB

Nationaler Aktionsplan „IN FORM“
Kampf gegen Übergewicht und Fehlernährung
 
„Wir wollen Deutschland in Form bringen“ - Mit diesem erklärten Ziel gab Gesundheitsministerin Ulla Schmidt den Startschuss zur Umsetzung des Nationalen Aktionsplan „IN FORM“.

Zur Auftaktveranstaltung in Berlin trafen sich Akteure aller Bereiche, um gemeinsam und langfristig Projekte zur Prävention von Fehlernährung und Bewegungsmangel zu vernetzen und zu fördern. „Wir treffen heute die Entscheidung, wie wir in 20 Jahren leben werden“, betonte Ministerin Ulla Schmidt. „Mit dem Nationalen Aktionsplan wollen wir dem bestehenden Engagement ein Dach bieten und Transparenz, Kooperation und Vernetzung unterstützen.“ 

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) ist seit langer Zeit Partner bei der Bewegungskampagne des Bundesgesundheitsministeriums und war auch in die Entwicklung des Nationalen Aktionsplans mit involviert. Vor allem seine Angebote SPORT PRO GESUNDHEIT und sein Wissen im Bereich gesundheitsbezogener Sport sind gefragt und sollen die Entwicklung der angedachten Bewegungskompetenzzentren einfließen. In Berlin wurde der DOSB durch Ingo Weiss, Vorsitzender der Deutschen Sportjugend im DOSB, vertreten. Es wurde von allen Beteiligten in besonderem Maße die Bedeutung der Körpererziehung im Kindes- und Jugendalter herausgestellt. Ingo Weiss meinte, dass „im Schulsport die Wurzeln eines jeden Sportreibenden gelegt werden. Wenn die Kinder da Spaß haben, sich zu bewegen, dann geht alles andere fast schon von selbst. Das müssen wir stärken, und ich hoffe, dass wir das durch solche Aktionen wie den Nationalen Aktionsplan vollbringen können“. 

Das Projekt IN FORM, initiiert vom Bundesministerium für Gesundheit und dem Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, soll einen Ausgangspunkt für eine nachhaltige Gesundheitsentwicklung bilden. In ihrem Beitrag wies Ulla Schmidt aber nochmals auf die Wichtigkeit der Verabschiedung eines Präventionsgesetzes hin und warb für Unterstützung. „Es ist unverantwortlich, die Verabschiedung des Präventionsgesetzes weiter aufzuschieben. Wir brauchen die gesetzliche Grundlage nicht nur, um das Gesundheitssystem bezahlbar zu halten. Wir müssen auf Dauer auch unsere Wettbewerbsfähigkeit der Volkswirtschaft erhalten, und dazu brauchen wir die Kraft jedes Einzelnen.“ 

Während die Infrastruktur für den Erhalt von kalorienreichen Nahrungsmitteln besser kaum sein kann, verlangen viele Berufe und das Alltagsleben den Menschen immer weniger Bewegung ab. Als Folge stehen alarmierende Zahlen: In Deutschland sind derzeit 51 Prozent der Frauen und 66 Prozent der Männer über 18 Jahren übergewichtig. Die daraus resultierenden Kosten für das Gesundheitssystem liegen heute bereits bei rund 70 Milliarden Euro im Jahr. „Wir setzen auf Information, Aufklärung und Motivation. Mit diesen Mitteln wollen wir das Bewusstsein jedes Einzelnen hin zu mehr Bewegung und gesunder Ernährung schärfen“, so Verbraucherschutz-Ministerin Ilse Aigner, die betonte, dass es bei IN FORM nicht um Reglementierungen oder Verbote gehe. 

Zur Umsetzung des Nationalen Aktionsplanes stehen den Ministerien in den nächsten drei Jahren 30 Millionen Euro zur Verfügung. „Das Geld reicht leider nicht aus, um flächendeckend agieren zu können. Deshalb werden wir eine sorgfältige Auswahl der Projekte treffen, die finanziell gefördert werden“, so Ulla Schmidt, die hinzufügte, dass auch dem demografischen Wandel Rechnung getragen werde. „Die Patienten werden immer jünger. Deshalb werden wir ein besonderes Augenmerk auf Projekte haben, die schon in den Kindergärten ansetzen, die gesunde Ernährung und viel Bewegung als etwas Selbstverständliches stärken und die Förderung eines gesunden Lebensstils auch von sozial benachteiligten Schichten beachten.“ 

Damit alle Menschen von einer hohen Lebensqualität profitieren können, sind Präventionsan-gebote auch für ältere Menschen enorm wichtig. In seinem Referat stellte Prof. Dr. Wolf-Dietrich Brettschneider von der Universität Paderborn Ergebnisse einer repräsentativen Studie mit über 90-Jährigen vor, die klar belegte, wie die Ausdauer, Kraft- und Koordinationsfähigkeit auch im hohen Alter durch Sport verbessert werden kann. 

Professorin Barbara Methfessel, Universität Heidelberg, warnte bei der anschließenden Diskussionsrunde jedoch ausdrücklich davor, dass die Initiative ein weiterer Fall von „Projektismus“ wird. „Ich habe Angst, dass die Hälfte des Geldes in Aktionen fließen wird, die nicht nachhaltig sind. In wenigen Jahren werden wir Rechenschaft ablegen müssen, und diese wird gemessen an realen Erfolgen und geschaffenen Strukturen“, sagte die Expertin für zukunftsgerechte Ernährungs- und Bewegungsbildung und fand damit im Auditorium breite Zustimmung. Auch Professor Klaus Hurrelmann von der Universität Bielefeld wies auf die Gefahr von blindem Aktionismus hin und hofft, dass die Projekte nah am Alltag der Menschen ansetzen. „Wir werden zu denjenigen gehen, die uns am meisten brauchen“, versprach Ministerin Schmidt. „Die kommunale Ebene ist das zentrale Feld, wo die Arbeit stattfinden wird.“ 

Die Initiative „IN FORM“ will Modellprojekte im Laufe der Jahre testen und in reale Strukturen umwandeln. Aus der Sicht vieler Organisationen mit dem DOSB an der Spitze sollen aber die längst vorhandenen Strukturen genutzt und in die flächendeckenden und nachhaltig wirkenden Projekte eingebunden werden, um nicht wieder von vorne anfangen zu müssen und unnötig Geld auszugeben. Mit „INFORM“ soll gerade in den Kommunen für einen Schub gesorgt werden, um für eine langfristige Bekämpfung von Fehlernährung und Übergewicht zu sorgen. 
 


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5.12.2008 - Deutsche Vereinigung für Sportwissenschaft

Abschaffung des Sportunterrichts in der Grundschule?
 
Die Kultusministerkonferenz hat am 16. Oktober 2008 die sog. "Ländergemeinsamen inhaltlichen Anforderungen für die Fachwissenschaften und Fachdidaktiken in der Lehrerinnen- und Lehrerbildung" beschlossen. Das in diesem Zusammenhang für das Fach Sport erstellte Fachprofil für den Bereich der Primarstufe ist aus Sicht der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft (dvs) fachwissenschaftlich und fachdidaktisch inakzeptabel. Bewegung, Spiel und Sport würden demnach in der Grundschule künftig nur noch eine unbedeutende Nebenrolle einnehmen.
Die dvs appelliert an die zuständigen Ministerien der Länder, diese Vorgaben der KMK nicht umzusetzen, und fordert die KMK auf, den Beschluss zu revidieren. Die Kultusministerkonferenz (KMK) hat am 16. Oktober 2008 die sog. "Ländergemeinsamen inhaltlichen Anforderungen für die Fachwissenschaften und Fachdidaktiken in der Lehrerinnen- und Lehrerbildung" beschlossen. In diesen Richtlinien für die Ausbildung von Lehrerinnen und Lehrern an den Hochschulen und Universitäten in Deutschland werden für alle Unterrichtsfächer und -bereiche sog. "Fachprofile" entwickelt, die Ausbildungsinhalte in den Lehramtsstudiengängen vorgeben sollen und damit letztlich auch die Ausgestaltung des Fachunterrichts an den Schulen bestimmen. 

Das in diesem Zusammenhang für das Fach Sport erstellte Fachprofil für den Bereich der Primarstufe ist aus Sicht der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft fachwissenschaftlich und fachdidaktisch inakzeptabel. In der vorgesehenen Verbindung der Fächer Kunst, Musik und Sport zu einem Bereich "Ästhetische Bildung" in der Grundschule nehmen Bewegung, Spiel und Sport nur noch eine unbedeutende Nebenrolle ein. Dies spiegelt in keiner Weise die tatsächliche Bedeutung von Bewegung, Spiel und Sport für die Entfaltung und Entwicklung von Kindern und Jugendlichen wider. Die dvs appelliert daher an die zuständigen Ministerien der Länder, diese Vorgaben der KMK nicht umzusetzen, und fordert die Präsidentin der KMK, die saarländische Bildungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer, auf, den Beschluss der KMK zu revidieren. 

"Der Beschluss der KMK wird den Kindern in ihrer Entwicklung nicht helfen, sondern er wird ihnen schaden", so der Präsident der dvs, Prof. Dr. Bernd Strauß von der Universität Münster. "Insbesondere die im Rahmen des Profils 'Grundschulbildung' entwickelten Anforderungen für den Studienbereich 'Ästhetische Bildung: Kunst, Musik, Bewegung' stoßen unter unseren Kolleginnen und Kollegen auf breite Ablehnung. Im Vergleich zu den anderen Studienbereichen für die Primarstufe nimmt im vorliegenden Papier das Fach Sport nur noch eine unbedeutende Nebenrolle ein - der Sportunterricht wird damit faktisch abgeschafft. Dies entspricht in keiner Weise den an anderer Stelle von der KMK und den einzelnen Länderministerien getroffenen Aussagen über die Bedeutung von Sport und Bewegung für Kinder im Grundschulbereich." 

"Die in vielen Bundesländern geförderten Konzepte der Bewegten Schule oder der täglichen Sportstunde werden durch die jetzt vorgesehene Einbindung des Faches Sport in den Studienbereich 'Ästhetische Bildung' im Grundschulbereich geradezu konterkariert", erläutert der Sprecher der dvs-Sektion Sportpädagogik, Prof. Dr. Nils Neuber (Münster). 

Die Erkenntnisse des "Zweiten Deutschen Kinder- und Jugendsportberichts", der die herausgehobene Bedeutung von Bewegung, Spiel und Sport für die Entwicklung von Kindern auf der Grundlage zahlreicher empirischer Studien belegt, werden vollständig ignoriert. "Nicht die Reduzierung, sondern die Aufstockung von Ausbildungsinhalten im Bereich Sport und Bewegung sind aus unserer Sicht die logische Konsequenz aus diesen Befunden", so Neuber weiter. Die Einführung eines verpflichtenden Moduls "Bewegung, Spiel und Sport" für Primarstufenstudierende aller Studienrichtungen ist aus Sicht der dvs zwingend notwendig, um die Entwicklung von Grundschülern heute adäquat zu fördern. 

Dvs-Präsident Bernd Strauß: "Die Sportwissenschaftlerinnen und Sportwissenschaftler Deutschlands appellieren mit großem Nachdruck an die KMK, eine umgehende Revision des Fachprofils Sport, insbesondere im Bereich der Grundschulbildung, vorzunehmen. Die Deutsche Vereinigung für Sportwissenschaft ist gerne bereit, hierbei konstruktiv mitzuwirken, um die von der KMK angestrebte, bislang jedoch nicht zufriedenstellend umgesetzte Einbindung fachwissenschaftlicher und fachdidaktischer Kompetenz bei der Ausgestaltung dieser inhaltlichen Anforderungen sicherzustellen."

Kontakt
Prof. Dr. Bernd Strauß, Präsident der dvs, Universität Münster, Institut für Sportwissenschaft, Horstmarer Landweg 62b, 48149 Münster, Tel. (0251) 833-2316, eMail: bstrauss@uni-muenster.de 
Prof. Dr. Nils Neuber, Sprecher der dvs-Sektion Sportpädagogik, Universität Münster, Institut für Sportwissen­schaft, Horstmarer Landweg 62b, 48149 Münster, Tel. (0251) 833-2361, eMail: nils.neuber@uni-muenster.de 
dvs-Geschäftsstelle, Bei der Neuen Münze 4a, 22145 Hamburg, Tel.: (040) 67941212, info@sportwissenschaft.de 
Weitere Informationen:  - Deutsche Vereinigung für Sportwissenschaft (dvs)


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1.12. 2008  - Frankfurter Rundschau

Spaß im Übermaß

Elke Tschirschnitz vom Verein "Förderung in Psychomotorik Kindersport Wiesbaden" erhält für ihr Projekt den Schlappekicker-Preis der FR
 
Das Problem ist klar:
Der Bewegungsdrang von Kindern nimmt heutzutage immer mehr ab, gleichzeitig sind die verlockenden Angebote der Lebensmittelindustrie so reichhaltig, dass kaum ein Kind von Süßigkeiten und Fast Food lassen kann.
Was folgt, ist eine Art Teufelskreis: Bewegungsarmut und falsche Ernährung führen zu Übergewicht; das Übergewicht wiederum führt dazu, dass solche Kinder in der Schule keine Freude am Sportunterricht entwickeln, während sie von Sportvereinen oftmals gar nicht erst aufgenommen werden. Wo aber soll die Begeisterung für Bewegung herkommen, wenn Kinder die Chance dazu gar nicht erst erhalten?

Motivation ist entscheidend 
Das war auch die Frage, die sich Elke Tschirschnitz vom Verein "Förderung in Psychomotorik Kindersport Wiesbaden" (FIPS) stellte, nachdem sie Mitte Januar 2005 im Rahmen des Patientenforums einen Vortrag im Wiesbadener Rathaus besucht hatte. Darin ging es um ein Programm, das Ärzte für extrem übergewichtige Kinder entwickelt hatten. Viele Eltern im Publikum wollten damals wissen, ob es denn auch ein Projekt für ihre weit weniger übergewichtigen Kinder gebe? Das war nicht der Fall. Nach Gesprächen mit Helga Frey, der Schulärztin des Wiesbadener Gesundheitsamts, entwickelte Elke Tschirschnitz anschließend in Eigeninitiative das speziell auf Kinder im Alter von fünf bis zwölf Jahren zugeschnittene Programm "Spaß im Übermaß", das Kinder und Eltern dabei unterstützt, ein neues Ess- und Bewegungsverhalten zu erlernen.

Beide Bausteine, Bewegung und Ernährung, sind dabei gleichermaßen wichtig und sollen Schritt für Schritt in den Schul- und Familienalltag integriert werden. Entscheidend ist auch, dass die Kinder durch ihre Eltern, Geschwister oder Freunde entsprechend motiviert werden.Der innovative Charakter dieses Angebots ist jetzt auch von der Schlappekicker-Aktion der Frankfurter Rundschau anerkannt worden. Zwar fiel es der Jury äußerst schwer, aus den fünf Vereinen, die sich für den Schlappekicker-Preis des Jahres 2008 beworben hatten, einen Gewinner zu ermitteln - am Ende entschied sich die Jury allerdings für Elke Tschirschnitz. Der mit 5000 Euro dotierte Preis, der seit 1998 Vereine oder Einzelpersonen für vorbildliches soziales Engagement im Sport belohnt, wird heute Abend im Frankfurter Römer verliehen.

Vor zwei Jahren schien es noch so, als sollte das Projekt, das FIPS seit April 2006 anbietet, zum Scheitern verurteilt sein. Die fehlende Kostendeckung und vor allem auch das mangelnde Problembewusstsein der Eltern betroffener Kinder machten Tschrischnitz ihre Arbeit nicht immer ganz einfach. Übergewicht bei Kindern, sagt die 34-Jährige, sei eben noch immer ein äußerst sensibles Thema. "Wenn ein Kind motorisch beeinträchtigt ist, ist das für Eltern oft einfacher. Übergewicht ist aber immer auch mit einer Umstellung innerhalb der Familie verbunden. Das ist viel schwieriger zu vermitteln." Auch heute noch muss FIPS damit leben, dass nicht alle Eltern auf das Angebot eingehen. Zwar wird der Kurs "Spaß im Übermaß" von Kinderärzten und Ärzten des schulärztlichen Dienstes am Gesundheitsamt empfohlen, doch der Unterschied zwischen der Zahl der angemeldeten Kinder und der Zahl derjenigen, die tatsächlich am Kurs teilnehmen, ist laut Tschirschnitz "leider zu groß".

Doch im Gegensatz zu anderen Anbietern von Abnehm- und Fitnessprogrammen für übergewichtige Kinder ließ sich die Heilpädagogin und Kinderkrankenschwester, die seit 1999 als Übungsleiterin für FIPS arbeitet, von diesen Problemen nicht unterkriegen. Im Gegenteil: Seit August 2007 arbeitet der Verein zusätzlich mit der Albert-Schweitzer-Schule zusammen, einer Förderschule für Kinder, die eine Regelschule nicht besuchen können. Dort bietet FIPS ein spezielles Programm für übergewichtige Jugendliche im Alter von 13 bis 15 Jahren an, die aus sozial schwachen Familien stammen und aus eigener Initiative dieses Angebot kaum nutzen könnten. Die Kursgebühr wird dabei teilweise vom Förderverein der Schule übernommen.

Wichtig ist Tschirschnitz bei ihrem Programm vor allem ein Aspekt: "Die Kinder kommen oft mit vielen Ängsten in die Kurse. Bei uns sollen sie aber einfach nur miteinander Spaß haben. Dann sind sie auch motiviert weiterzumachen." Denn eins ist ja klar: Die Verbesserung des motorischen Leistungsvermögens bringt natürlich auch andere positive Aspekte mit sich. So wird das Selbstbewusstsein genauso gefestigt wie die Sach- und Sozialkompetenz.

Preisgeld für neues Material
Um die Kurse, die aus 15 wöchentlichen Einheiten bestehen, weiter kostengünstig für 150 Euro anbieten zu können, will Tschirschnitz das Preisgeld des Schlappekicker-Preises vor allem für neues Material verwenden, das einen Großteil der Kosten verursacht. "Wir haben zum Beispiel sehr gute Erfahrung mit Inlinern gemacht", so Tschirschnitz, "viele Kinder haben aber keine. Da müssen wir nachhelfen."
 



 

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28.11.2008 - DOSB

Sportminister der Länder fordern dritte Schulsportstunde
 
Auf der Tagesordnung bei der 32. Sportministerkonferenz in Rostock standen die Themen DOSB-Olympiabilanz, der 2. Kinder- und Jugendsportbericht, Doping-Prävention und die Integration durch Sport.

DOSB-Generaldirektor Michael Vesper zeigte sich erfreut, dass die Sportminister  in Rostock-Warnemünde erneut darauf drängten, die Erkenntnisse aus dem 2. Kinder- und Jugendbericht umzusetzen, der die Bedeutung von Bewegungsangebote in den Schulen deutlich macht: „PISA darf nicht dazu führen, die Schüler zur Bewegungslosigkeit zu verdammen. Wir brauchen die dritte Schulsportstunde in allen Bundesländern, die Kinder müssen ihren natürlichen Bewegungsdrang ausleben können, dann sind sie im Unterricht konzentrierter und bringen auch bessere geistige Leistungen.“ 

Die Olympia-Bilanz des DOSB ist bei den Sportministern auf ein durchweg positives Echo gestoßen. In einer 45-minütigen Präsentation analysierte Michael Vesper die Ergebnisse von Peking. „Wir haben mit den Zielvereinbarungen mit den Spitzenverbänden bereits vor Peking die Weichen für die Zukunft gestellt, aber die Erkenntnisse von den Spielen fließen natürlich in die London-Vorbereitungen mit ein. Wir wollen 2012 wieder unter die ersten Fünf“, sagte Vesper. Die Sportminister der 16 Bundesländer signalisierten ihre Unterstützung für die klare Zielstellung des DOSB und machten deutlich, dass sie auch in Zukunft Partner des Spitzensports bleiben: „Wir begrüßen sehr, dass es einigen Sportministern gelungen ist, bei ihrer Landespolizei Sportförderprojekte einzurichten“, lobte Vesper.


Sportunterricht.de

20.11.2008 DOSB

Forscher fordern Präventionskampagne für "bewegteren" Lebensstil
 
Eine Querschnittsstudie an der Deutschen Sporthochschule mit mehr als 12.500 Teilnehmern belegt, dass die Hälfte der 25-jährigen Männer in Deutschland zu dick ist.

60 Prozent der Weltbevölkerung bewegen sich weniger als 30 Minuten am Tag, Bewegung und körperliche Arbeit werden immer weniger, die Kalorienzufuhr steigt. In Deutschland bedeutet dies inzwischen: zwei von drei Männern sind übergewichtig, genauso jede zweite Frau. Hinzu kommen die chronischen Begleiterkrankungen des Herz-Kreislaufsystems und des Bewegungsapparats mit der Folge gleichzeitig steigender Kosten des Gesundheitssystems. Eine weitere Verschlechterung der Situation in den nächsten Jahren ist zu erwarten: Dringend erforderlich sind Präventionskampagnen, die eine Lebensstiländerung hin zu einer gesünderen und „bewegteren“ Lebensweise fördern. 

Während sich bisherige Studien in erster Linie auf Kinder und Jugendliche konzentriert haben, zielt die „Fit-fürs-Leben“-Studie unter Leitung von Professor Dieter Leyk auf die Altersgruppe der 16- bis 25-Jährigen – 12.835 Personen wurden bereits untersucht. Die Untersuchung bestand aus einer anonymisierten schriftlichen Befragung, der Bestimmung von Körpermaßen sowie aus physischen Leistungstests in den Bereichen Kraft, Schnelligkeit, Ausdauer und Koordination. 

Die Ergebnisse belegen eindeutig, dass sich insbesondere bei 20- bis 25-Jährigen gesundheitlich ungünstige Merkmale deutlich verstärken. Bei den 25-jährigen Männern ist die Hälfte übergewichtig, 60 Prozent rauchen und rund ein Drittel ist sportabstinent. Zwar ist nur ein Viertel der 16- bis 25-jährigen Frauen übergewichtig, jedoch sind die weiblichen Studienteilnehmer wesentlich seltener sportlich aktiv. Lediglich ein Viertel aller Studienteilnehmer weist keinen der untersuchten kardiovaskulären Risikofaktoren auf. Großen Einfluss hat auch das Bildungsniveau. Die Gefahr, wenigstens einen kardiovaskulären Risikofaktor im jungen Erwachsenenalter zu erwerben, ist mit abnehmenden Bildungsniveau deutlich größer: Im Vergleich zu Abiturienten/ Gymnasiasten ist das Risiko der Realschüler um den Faktor 3,2 erhöht, bei den Hauptschülern mehr als fünf Mal so hoch. 

Die Auswirkungen dieses überwiegend passiven und ungesunden Lebensstils können nur durch gezielte, möglichst früh einsetzende, institutionsübergreifende Präventionskampagnen aufgefangen werden, bei denen Schulen, Vereine, Gesundheitskassen, Betriebe und die Politik zusammenarbeiten. 

Der Deutsche Olympische Sportbund bündelt seine Aktivitäten im Präventionsbereich über die Angebote im Rahmen des Qualitätssiegels SPORT PRO GESUNDHEIT. Die SPORT PRO GESUNDHEIT- Angebote werden seit fast zehn Jahren bundesweit umgesetzt. Gemeinsam mit der Bundesärztekammer wurden hierfür Qualitätsstandards entwickelt. Die präventiven Sportangebote beinhalten unter anderem Bewegungsprogramme zur Förderung der Herz-Kreislauf-Funktion, zur Verbesserung des Muskel-Skelett-Systems und zur Vermeidung spezifischer Risiken und stressabhängiger Krankheiten. 

Die kompletten Studienergebnisse sind im Deutschen Ärzteblatt nachzulesen
(Dtsch Arztebl 2008; 105(46): 793–800). 
 



 

Sportunterricht.de

12.11. 2008 RP-online 

„Deutscher Kinder- und Jugendsportbericht“

Schulsport: mangelhaft

Bis zu 80 Prozent der Sportstunden in den Grundschulen werden von Lehrern ohne entsprechende Qualifikation gegeben, heißt es im Deutschen Kinder- und Jugendsportbericht.
Michael Vesper fürchtet um die Qualität des Sportunterrichts an den Grundschulen. Die Kultusministerkonferenz hatte vor drei Wochen beschlossen, die Lehrerausbildung in den Fächern Kunst, Musik und Sport bundeseinheitlich als „Ästhetische Erziehung“ zusammenzufassen. „Das ist eine Fehlentscheidung“, sagte der Generaldirektor des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB) bei der Vorstellung des „Deutschen Kinder- und Jugendsportberichts“ in der Essener Villa Hügel.
Vesper fürchtet, dass der Sport in den Schuljahren eins bis vier weiter an Bedeutung verliert, wenn er nur noch im Zusammenspiel mit den musischen Fächern auf dem Lehrplan steht. Als Katastrophe bezeichnete Prof. Nils Neuber, Sportwissenschaftler der Universität Münster, den Beschluss: „Da wird wieder an Stellschrauben gedreht.“

Schon jetzt liegt gerade in den Grundschulen vieles im Argen. „Bis zu 80 Prozent des Sportunterrichts in den Grundschulen werden von fachfremden Lehrerinnen und Lehrern erteilt“, sagte Prof. Werner Schmidt (Universität Duisburg-Essen), einer der drei Herausgeber der Studie, „es ist nicht verwunderlich, dass die Bewegungsförderung der Kinder auf niedrigem Niveau stagniert.“ Lehrer ohne Ausbildung im Sport agierten in großen Hallen oftmals gehemmt, sie trauten sich auch nicht, neue Übungen auszuprobieren, und böten deshalb nur ein Schmalspurprogramm. „Aber vier Jahre lang nur ,Häschen hüpf!’ sind zu wenig“, sagte Prof. Schmidt. Er kritisiert auch die Betreuung in Kindergärten und -tagesstätten: „In der Ausbildung der Erzieherinnen fehlt die Bewegungsausbildung ganz.“

Die Autoren der Studie mahnen mehr Bewegungsmöglichkeiten in den Grundschulen an – nicht allein im Sportunterricht. Ihre Studien belegen, dass die Aufnahmefähigkeit der Kinder drastisch abnimmt, wenn sie den ganzen Vormittag sitzend verbringen. Bewegen sie sich aber während der Unterrichtsstunden – etwa wenn im Rechenunterricht Zahlen abgeschritten werden –, steigt sogar die Konzentration bis zur fünften Schulstunde an. Die Forscher verlangen deshalb nach entsprechenden Fortbildungsmöglichkeiten für die Lehrer. Auch Entspannungsübungen während der Unterrichtsstunden zögen größere Lernerfolge nach sich.

„Es ist dringend notwendig, das öffentliche Bewusstsein dafür zu schärfen, welche Potenziale im Sport liegen“, sagte Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble, als er die von der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung finanzierte Studie entgegen nahm. Mit ein bisschen Wehmut erinnerte er sich an seine im Wortsinn bewegte Jugend in Baden. „Wir waren immer auf der Straße oder im Wald. Nur nie da, wo unsere Mutter uns gerade vermutete.“



12.11.2008 Frankfurter Rundschau

Studie
Mängel beim Sport in Schule und Kindergarten

Essen. Der Sport in Deutschlands Schulen und Kindergärten hinkt im europäischen Vergleich erheblich hinterher. "Im Kindergarten fehlt es an der richtig Qualifikation und ausreichend Personal, in der Schule wird zu wenig Sportunterricht erteilt. Das geht in anderen Ländern besser."

Das sagte Prof. Werner Schmidt am Dienstag in Essen bei der Übergabe des "Zweiten Deutschen Kinder- und Jugendsportberichts" an Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU). "Wir können von anderen Ländern lernen. Wir haben große Defizite", räumte Schäuble ein.

Dabei ist Sport als Freizeitbeschäftigung die Nummer eins beim Nachwuchs. Weit mehr als die Hälfte der Kinder ist im Verein engagiert, bei den Siebenjährigen sind es sogar bis zu 75 Prozent. Aber das reiche nicht aus, heißt es in der von der Essener Krupp-Stiftung in Auftrag gegebenen Studie.

Für fehlende Bewegung im Kindergarten bringen die Sportwissenschaftler ebenso wenig Verständnis auf wie für die Praxis des Grundschulsports. Sie fordern die Einführung der "Bewegten Grundschule". Die Schüler sollen sich nicht nur in den wenigen Sportstunden bewegen, die auch noch zu 80 Prozent von fachfremden Lehrern erteilt würden. Auch im allgemeinen Unterricht sollten sie nicht dauernd zum Stillsitzen gezwungen sein, forderten die Experten. Bewegung erhöhe die Aufmerksamkeit deutlich.

Stehen die Deutschen bei der Betreuungsrelation und den Ausgaben in der Grundschule auf Platz 14 von 18 Ländern, tragen sie im Kindergartenbereich die rote Laterne. Dort müssten das Betreuungsverhältnis von 1:24 verbessert und die Erzieher auch in Bewegung und Sport ausgebildet werden, verlangt der Bericht.

Was Eltern, Kindergärten und Schule versäumen, federn auch die Vereine nicht ab. Auch da sehen die Forscher Verbesserungsbedarf. "Die Kinder treten immer früher in den Verein ein, wechseln früher die Sportart und hören schon mit der Pubertät in leistungsorientierten Sportarten wieder auf", betonte Schmidt. "Im Vereinssport muss es zu einer Abkehr verfrühter Wettkampforientierung kommen." Gefragt seien in jungen Jahren breitgefächerte sportartenübergreifende Angebote. Dafür sollen Basis-Lehrpläne für alle Sportfachverbände erstellt werden. 



 

Sportunterricht.de

12.11. 2008 WAZ

Kein gutes Zeugnis
Zu wenig Schulsport in Europa
 
Kinder in Europa sind nicht mehr so fit wie vor 20 Jahren; Schuld daran sind auch die Schulen, die immer weniger Sportunterricht anbieten. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die das Europäische Parlament in Auftrag gegeben hat.

Besonders deutschen Schulen stellt die Untersuchung kein gutes Zeugnis aus: Hatten deutsche Grundschüler 1999 noch bis zu 180 Minuten Sportunterricht, waren es im letzten Jahre nur noch 60 bis 150 Minuten. Die Franzosen kommen immerhin noch auf  240 Minuten, gefolgt von den Ungarn mit bis zu 225 Minuten. 

In einigen deutschen Bundesländern fällt jede fünfte Sportstunde aus, an Hauptschulen ist es sogar jede dritte. In Nordrhein-Westfalen seien Sportstätten und Geräte meist in einem schlechten Zustand, heißt es. „Sportstunden werden gestrichen, es gibt nicht genügend Hallen, die Klassen sind viel zu voll.“ In Niedersachsen sieht es laut Studie ähnlich traurig aus: „Es wird mehr in die Anschaffung von Computern als in den Sportunterricht investiert.“ Auch die Lehrer sind in Deutschland schlecht ausgebildet: An den Grundschulen sei fast die Hälfte nicht für den Sportunterricht qualifiziert. 

Anfang nächster Woche wird sich das Europäische Parlament mit dem Thema beschäftigen. „Der Trend zu immer weniger Sportunttericht muss dringend umgekehrt werden“, fordert der ungarische Abgeordnete Pál Schmitt. Laut EU-Kommission hat jedes vierte Kind mittlerweile Übergewicht  -  weil es sich schlecht ernährt und zu wenig bewegt. Die Studie kommt daher zu einem klaren Ergebnis: Um Bewegungsmangel und Krankheiten vorzubeugen, muss der Sportunterricht durchgängig Pflicht sein und mindestens drei Schulstunden pro Woche vorsehen. 


Sportunterricht.de

4.11. 2008 - Pressemitteilung

Ulla Schmidt: Bewegung ist der Schlüssel für weniger Haltungsschäden und zur Vermeidung von Kinderunfällen
 
Bewegungsmangel ist häufig Ursache von Haltungsschäden bei Kindern und tatsächlich auch von Kinderunfällen. Die Bundesregierung hat die Weichen gestellt, damit Kinder und Jugendliche künftig noch bessere Chancen haben, gesund aufzuwachsen. 

Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt: „Der einfache Schlüssel zu weniger Haltungsschäden und zu weniger Kinderunfällen ist und bleibt Bewegung. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: 12 Prozent der unter 14jährigen Patientinnen und Patienten haben Haltungsschäden, drei Viertel davon sind auf mangelnde Bewegung zurückzuführen. Nach Schätzungen von Experten sind mindestens 60 Prozent der Kinderunfälle durch vorbeugende Maßnahmen vermeidbar. Hier ist der Einsatz aller in unserem Gemeinwesen notwendig. Schulen müssen für regelmäßigen Sportunterricht sorgen. Die Verantwortung hierfür liegt bei den Kultusministerinnen und Kultusministern der Länder. Auch die Ärzteschaft kann einen wichtigen Beitrag leisten, damit Bewegung und eine gesunde Ernährung in den Alltag Einzug halten. Denn die Ärztinnen und Ärzte können im persönlichen Gespräch aufklären und zu einem gesunden Lebensstil motivieren.“

In diesem Zusammenhang begrüßte die Bundesgesundheitsministerin, dass die Deutsche Gesellschaft der Orthopäden und orthopädischen Chirurgen auf das Thema „Bewegungsförderung in Schulen“ einen Schwerpunkt ihrer Arbeit gelegt und das Projekt „Rückenschule in der Schule“ entwickelt hat.

Für Prävention sind Daten über die Zahl und die Ursachen von Unfällen notwendig. Der Kinder- und Jugendsurvey (KIGGS) hat erste Erkenntnisse über die Kindergesundheit geliefert. Das Bundesgesundheitsministerium wird die Datenlage zu Kinderunfällen weiter verbessern: Beim künftigen Gesundheitsmonitoring des Robert Koch-Instituts wird das Thema „Kinderunfälle“ berücksichtigt. 

Die Bundesministerien für Gesundheit und für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz werden den von der Bundesregierung beschlossenen Nationalen Aktionsplan „IN FORM - Deutschlands Initiative für gesunde Ernährung und mehr Bewegung“ in den nächsten Monaten gemeinsam mit den Akteuren vor Ort – Kommunen, Sportvereinen etc. – umsetzen. Mit diesem Aktionsplan wollen wir die Menschen motivieren und unterstützen, dass sie eine ausgewogene Ernährung und viel Bewegung als Bereicherung ihres Alltags erleben.

Nach Expertenschätzungen verunglücken jedes Jahr ca. 1,7 Mio. Kinder und Jugendliche. Wenig be­kannt ist, dass es sich dabei nicht in erster Linie um Verkehrsunfälle handelt. Viele Unfälle passieren in der Schule, im Kindergarten oder zu Hause. Deshalb muss intensiver über Unfallgefahren im Kindesalter und deren Vermeidung aufgeklärt werden. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung stellt zur Verhütung von Kinderunfällen einen Elternratgeber zur Verfügung. Dieser gibt konkrete Tipps zur Vorbeugung. Die Online-Datenbank „Prävention von Kinderunfällen“ informiert zudem über die Aktivitäten in diesem Bereich.

Die Verhütung von Unfällen ist auch Teil der „Strategie der Bundesregierung zur Förderung der Kindergesundheit“. Sie zielt darauf ab, die gesundheitliche Chancengleichheit der Kinder und Jugendlichen zu verbessern, die Voraussetzungen für einen gesunden Lebensstil zu schaffen und ihn in den Alltag der Kinder zu integrieren.
 


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28.10. TeachersNews

'Good-practice' im Sportunterricht - Wissenschaftler der Goethe-Universität nutzen neuen Medien in der Sportpädagogik
 
FRANKFURT. Mit dem verstärkten Einsatz von E-Learning wollen die Frankfurter Sportpädagogen um Prof. Robert Prohl die Ausbildung zukünftiger Lehrkräfte im Schulsport verbessern. Jüngster Baustein ihrer Strategie ist das E-Learning-Seminar 'Good-practice im Sportunterricht' im laufenden Wintersemester. Vor dem Hintergrund des Bildungsanspruchs eines 'erziehenden Sportunterrichts' wird dort gezeigt, wie guter Unterricht funktioniert, geplant und ausgewertet wird.

Dabei kommen hybride Lehr-Lern-Szenarien, in denen unterschiedliche Möglichkeiten des mediengestützten Lernens kombiniert werden, und eigens produzierte multimediale Lehrmittel zum Einsatz. Die technischen und inhaltlichen Grundlagen hybrider Lehr-Lern-Szenarien werden im Rahmen des Verbundes hessischer Universitäten im HeLPS-Projekt (Hessische eLearning Projekte in der Sportwissenschaft) entwickelt, der vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst seit 2007 finanziell gefördert wird. Dieses Projekt, an dem alle universitären Ausbildungszentren für Sportlehrkräfte in Hessen beteiligt sind, verfolgt die Ziele, sportwissenschaftliches Fachwissen multimedial aufzubereiten, es Studierenden in einem webbasierten Lernsystem anzubieten und Lehrenden Materialien für den Unterricht online zur Verfügung zu stellen.

In Ergänzung zu den vielfältigen Darstellungen von Unterrichtskonzeptionen, wie sie beispielsweise in Form von Lehrbüchern vorliegen, werden in dem Teilprojekt der Universität Frankfurt (in Kooperation mit der Universität Kassel) Beispiele für 'good-practice' im Schulsport erstellt, die didaktische Kommentare als E-Learning-Content für das Selbststudium sowie in Verbindung mit der Präsenzlehre bereitstellen. Methodisch sind die Kurse nach einem Blended-Learning-Ansatz konzipiert - auch ?integriertes Lernen? genannt, handelt es sich hierbei um eine Lernform, bei der die Vorteile von Präsenzveranstaltungen und E-Learning miteinander kombiniert werden. Die Pilotseminare am Institut für Sportwissenschaften, die im laufenden Semester mit 120 Lehramtsstudierenden des Faches Sport durchgeführt werden, stellen dabei folgende Aspekte in den Mittelpunkt:

Anhand von Praxisbeispielen (in Form von Video-Clips aus Schulalltag) wird veranschaulicht, wie man die theoretischen Grundlagen 'guten' Sportunterrichts erarbeitet. 
Multimedial aufbereitete Inhalte zum Thema der 'good-practice' werden im Sinne des Lehrplans systematisch in die universitäre Lehre eingebunden. 
Die für die Lehrerbildung konzipierten E-Lehrgänge kombinieren Fachtexte mit Videosequenzen aus 'real-Life'-Situationen des kooperativen Lernens im Sportunterricht. So sollen lehrmethodische Probleme und Perspektiven guten Sportunterrichts aufgezeigt werden. 

Präsenzphasen in der Universität wechseln mit Online-Phasen ab. So werden die Flexibilität und die Selbststeuerungskompetenzen der Studierenden trainiert. Dabei werden auch unterschiedliche Lernphasen-Kombinationen erprobt.

Im Sinne der Professionalisierung erweitern und vertiefen die Lehramtsstudierenden auch ihre Medienkompetenz im Umgang mit dem didaktischen Werkzeug E-Learning. Abschließend soll eine umfangreiche Evaluation der weiteren Optimierung des neuen Seminarkonzepts dienen.

Interessierten Journalisten, die mehr über das neue Projekt erfahren möchten, bietet das Team um Robert Prohl ein Informationsgespräch an, am: Donnerstag, dem 30. Oktober 2008, um 9.30 Uhr 
Ort: Konferenzraum, Institut für Sportwissenschaften, Ginnheimer Landstr. 39, 60487 Frankfurt.

Als Gesprächspartner werden dann Dr. Werner Nickel (Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst), Prof. Robert Prohl und Dr. Bernd Gröben (Goethe-Universität) zugegen sein. Um Anmeldung an prohl@sport.uni-frankfurt.de  wird gebeten.

Informationen: Prof. Robert Prohl, Institut für Sportwissenschaften, Sport-Campus Ginnheim, Tel: (069) 798-24580, prohl@sport.uni-frankfurt.de 

Weitere Informationen:
http://www.sport.uni-frankfurt.de
http://www.helps-hessen.de
 



 
 

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22.10.2008 Rhein-Mainer

In der Pause geht´s auf die Kletterwand 
Sportlehrer installieren Halterungen an SMG-Turnhalle / In Unterricht integrieren 
 
INGELHEIM Dass Lehrer auch in den Ferien arbeiten, konnten die Mädchen und Jungen des Sebastian-Münster-Gymnasium zum Schulbeginn mit Freude feststellen: Die Fachschaft Sport hat in den Herbstferien eine Boulderwand an der Außenfassade der alten Turnhalle angebracht. 

Mit Werkzeug bewaffnet machten sich die Lehrkräfte Tobias Becker, Stephan Groll, Markus Schröder, Christian Enders und Bettina Raschig am letzten Ferientag ans Werk, um eine sieben Meter lange und drei Meter hohe künstliche Kletterwand, eine so genannte Boulderwand, zu errichten und sie mit Kunstharzgriffen auszustatten. "Wir haben fast acht Stunden gearbeitet, bis die Einzelteile mit Hilfe einer Schablone fertig an der Wand hingen", erzählt Bettina Raschig. Unterstützt wurden die fleißigen Lehrer dabei drei Stunden lang von einem Fachmann der Herstellerfirma.

Nach getaner Arbeit belohnten sich die Lehrer selbst: Sie stiegen zum ersten Mal in die Wand. "Es hat Spaß gemacht. Die Schüler werden begeistert sein", sind sich die Lehrer einig. So schnell wie möglich wollen sie das neue Sportgerät in den Unterricht mit integrieren. Ob eine eigene Sportgruppe gegründet wird, steht noch nicht fest, dazu ist die Jahreszeit wohl auch nicht die Richtige.

Aber nicht nur im Sportunterricht, sondern vor allem auch für die Freizeitgestaltung der Ganztagsschule ist die Kletterwand gedacht. Die Schüler dürfen sich natürlich auch in der Pause im Klettern versuchen. Die Wand steht direkt im Pausenhofbereich.

Unfallgefahr besteht eigentlich keine. Bereits vor den Ferien hatten die Schülerassistenten eine 30 Zentimeter tiefe Grube ausgehoben, die mit Holzschnitzeln versehen wurde und jetzt als Fallschutz dient. 

Die meisten Schüler des Sebastian-Münster-Gymnasiums - vor allem die Jüngeren - sind begeistert über das neue, attraktive Sportgerät, das jederzeit genutzt werden kann. "Eine Bereicherung ist das auf jeden Fall", freuen sie sich. 

Geklettert werden kann auf insgesamt vier verschiedenen Routen mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad. Für diejenigen, die es richtig machen wollen, erklärt Bettina Raschig: "Mit den Füßen dürfen alle Halterungen betreten werden, die Hände dürfen dagegen nur immer jeweils eine Grifffarbe pro Klettergang benutzten." Das Gute an der Boulderwand ist, dass die Routen jederzeit neu verlegt werden können. "Das ist zwar mit einem erheblichen zeitlichen Aufwand verbunden, aber es hat den Vorteil, dass wir den Schwierigkeitsgrad je nach Bedarf anpassen können." 

Dass die Wand von den Schülern gut angenommen wird, davon sind die Mitglieder der Fachschaft Sport, allen voran Organisator Tobias Becker, überzeugt. Ob es demnächst auch eine spezielle Klettergruppe gibt, wird sich zeigen. Die Lehrer sind auf jeden Fall hoch motiviert.
 
 



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20.10. 2008 HNA online

Schulsport ist gut für die Seele
Thomas-Mann-Schule gehört mit Gesundheitsprojekt zum Comenius-Programm
 
 
Northeim. Die Thomas-Mann-Ganztagsschule in Northeim ist in das Comenius-Programm aufgenommen worden und darf sich nun Europäische Partnerschule nennen. Die beiden Pädagogen Alain Malaisé und Lissa Bäse hatten im vorigen Jahr das Projekt "Gesund Leben - Ernährung und Bewegung" bei der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder eingereicht - jetzt gab es grünes Licht. 
"Für uns hat sich die Mühe gelohnt", sagten die beiden Lehrer nach der positiven Nachricht. 
 

Zwei Partnerschulen 
Das Ziel des Projekts ist, den Schülern bessere Informationen zum Thema Ernährung zu geben und ihnen bewusst zu machen, dass eine ausgewogene Ernährung in Verbindung mit Sport das körperliche und seelische Wohlbefinden steigert, heißt es in einer Pressemitteilung der Schule. 

Und so geht es weiter: Gemeinsam mit Kollegen und Schülern aus L'Ametlla de Mar (Spanien) und Bornem (Belgien) wird in den nächsten zwei Jahren bei gegenseitigen Arbeitsbesuchen an diesem Thema gearbeitet. Das erste Treffen findet im März 2009 in der Thomas-Mann-Schule statt. 

Schon jetzt beschäftigt sich dort eine Arbeitsgemeinschaft mit dem Thema: Jeden Donnerstagnachmittag wird Info-Material zusammengetragen und bearbeitet. Auch ein "Gesundheitslied" wird derzeit in englischer Sprache getextet und vertont. Geplant sind zudem gemeinsame Kochaktionen und sportliche Aktivitäten, die zum Teil mit den Partnerschulen in Spanien und Belgien veranstaltet werden. 

Hans-Joachim Schmidt, Leiter der Thomas-Mann-Schule zeigte sich jetzt stolz, dass über dem Eingangsbereich seiner Schule ein Schild hängt, das die Thomas-Mann-Schule als Europäische Partnerschule ausweist.


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13.10.2008  DOSB

Lernbereit noch mal auf die Schulbank

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) lud zur Bundeskonferenz Sportentwicklung unter dem Motto „Sport bildet - Bildung bewegt“ nach Berlin
 
Bildung, nicht nur die körperliche, ist seit Jahrzehnten eine Aufgabe, der sich der Sport angenommen hat. Die Vermittlung sozialer Kompetenz durch Sport ist ebenso unumstritten wie der integrative Faktor. Doch der Sport schult auch in anderen Bereichen, etwa den sensiblen Blick auf die Umwelt und sein unmittelbares Umfeld. 

Politik und Gesellschaft erwarten oft geradezu, dass der Sport und seine Organisationen die Heilmittel für alle Problemfelder bereit halten - und überfordern sie damit. Was also tun? DOSB-Präsident Thomas Bach formulierte die Aufgabenstellung für die Kongress-Teilnehmer in zwei Fragen: „Wie lernen wir als Sport? - Was kann der Sport beitragen?“ 

Also drückten die Kongress-Teilnehmer quasi selbst noch mal die Schulbank und zeigten sich lernwillig. So holten sich die Veranstalter Professor Dr. Helmut Willke von der Universität Bielefeld, der über „Sportorganisationen als lernende Organisationen“ referierte. Die Veränderung der Industrie- zur Wissensgesellschaft hat für alle gravierende Folgen, denen man sich stellen müsse. Neues Wissen, Erfahrungen von innen und außen müsse eingearbeitet werden. Und man müsse sich Schwerpunkte und Ziele setzen. Manch einer der Zuhörer mag ein leichtes Schockerlebnis bei dem Vortrag gehabt und sich die Frage gestellt haben: „Ein Ehrenamtlicher als Manager und eine gemeinnützige Organisation als Unternehmen - wie soll das gehen?“ Und auch die Kernthesen des Professors mögen einige aufgeschreckt haben:„ Erst das Zusammenspiel von Lernen der Personen und Lernen der Organisation ermöglicht nachhaltige Transformationen.“ Und: „Hierarchische Steuerung hochkomplexer Organisationen ist nicht möglich.“ Was heißt: Man kann nicht einfach etwas überstülpen, sondern man muss die Mitarbeiter mitnehmen und die geeigneten Strukturen haben, um erfolgreich zu sein. Die Balance zwischen „Bewahren“ und „Verändern“  müsse gefunden werden, um ein agierender Dienstleister zu werden. 

Mit diesen Hinweisen gewappnet gingen die Teilnehmer in Arbeitskreise, die sich mit interkulturellem Lernen im Sport, Herausforderungen des Schulsports, dem Lernen von Sportorganisationen, der Umweltbildung im Sport und der Breitensportinitiative 2020 des LSB Nordrhein-Westfalen beschäftigten. Analysen, Veränderungen und die Folgen - am Beispiel Schule und Sport. Die vielen internationalen Studien, bei denen die Deutschen ihrem Ruf als Land der Dichter und Denker kaum gerecht wurden, lösten eine Reformflut aus - mit schwerwiegenden Folgen: Das Einschulungsalter ist herabgesetzt worden, die Schulzeit verkürzt, aber die Rahmenlehrpläne belassen (G8), und somit hat sich der Schullalltag für Kinder verlängert und den gesamten Alltag verändert. Seit Jahrzehnten versuchten DSB und heute DOSB, dem Schulsport ein Standing in den Köpfen der politisch Verantwortlichen, der Schulbehörden und Schulleiter zu verschaffen. Doch auch die neusten Handlungsempfehlungen zur Kooperation zwischen Schule und Sport, die im letzten Jahr von DOSB und der Sportkommission der Kultusministerkonferenz vorgestellt wurden, sind für viele der Handelnden vor Ort nur eine Goodwill-Aktion, auch wenn der Vorsitzende der KMK-Kommission „Sport“, Burkhard Jungkamp, betont, dass „in den letzten Jahren in diesem Bereich viel passiert“ sei. Am Grünen Tisch sicher, das ist unbestritten. In der Realität? Ein Teilnehmer brachte es auf einen Nenner: „Keine Dienstanweisung, keine Umsetzung.“ 

Deshalb sollen, so eine Forderung aus dem Arbeitskreis, bei den Schulleistungsvergleichen, Bewegung und Sport stärker berücksichtigt werden. Und auch bei den Standards für Schulqualität sind Sport und Bewegung zu integrieren. Argumentationshilfen an dieser Stelle wären beispielsweise die vielen Studien, die belegen, dass regelmäßiger Sport Einfluss nicht nur auf die Gesundheit, sondern auch auf Koordination und Konzentrationsfähigkeit und somit besseres  Lernen hat. 

Der lange Schultag hat für viele Kinder zur Folge, dass sie kaum oder gar keinen Sport im Verein mehr machen können. Da sind auch die Fachverbände gefragt - wie es etwa der Deutsche Turner-Bund und nun auch der Deutsche Fußball-Bund getan haben - aktiv zu werden: In die Schulen zu gehen, sich als Kooperationspartner anzubieten. „Da müssen Verbände progressiver werden“, meinte Doll-Tepper auf die Frage, dass zum Beispiel die Spitzenverbände nicht mit einbezogen sind. Auch Schüler und Eltern sollten an Schulsportkonzepten mitwirken, war eine weitere Forderung.  Beispiele aus Rheinland-Pfalz (vorgestellt von Dieter Krieger, DOSB-Präsidialausschussmitglied Breitensport/Sportentwicklung) und Berlin (Dr. Heiner Brandi, Sportjugend Berlin) zeigten, dass es bereits Konzepte gibt, die auch versuchen, die Qualität  des Angebotes zu verbessern sowie die Problematik der Sportstättennutzung und vieles andere zu lösen. Ganzheitlich ist die Betrachtungsweise - deshalb sollten auch Beratungsnetze für alle Beteiligten und Betroffenen ausgebaut werden. 

„Sportunterricht“, sagt Krieger, „ist immer noch bei vielen ein unwichtiges Fach.“ Kernfächer sind wichtig - Musik, Kunst und Sport können vernachlässigt werden - das ist ein Standpunkt, den viele Eltern gerade jetzt wieder einnehmen, wo Bildungshysterie Ängste auslösen. Die alte Bildungsweisheit „mens sana in corpore sano“ sollte deshalb nicht nur Credo für Ärzte und Pädagogen wegweisend sein, sondern auch für die Politik. Doch der Sport, so bedauerte  Gudrun Doll-Tepper, ist  zum Bildungsgipfel in Dresden nicht eingeladen.
 
 

13.10.2008 DOSB

Gelungenes Experiment der Zusammenführung von Breitensport und Bildung
 
DOSB-Vizepräsidentin Gudrun Doll-Tepper und DOSB-Vizepräsident Walter Schneeloch äußern sich im Interview zur Premiere bei Bundeskonferenz Sportentwicklung.

DOSB PRESSE: Ist das Experiment gelungen, mit der Bundeskonferenz Sportentwicklung die einzelnen Themen der Sportentwicklung mit Bildungsprozessen zu verbinden und dadurch auch die bisherigen unterschiedlichen Bundeskonferenzen für Breitensport und für Bildung zusammenzuführen? 

DOLL-TEPPER: Aus bildungspolitischer Sicht konnten wir in der Bundeskonferenz wichtige Fragen diskutieren, die unmittelbar das Bildungsverständnis des organisierten Sport berühren und die zugleich ganz konkrete Handlungsfelder des organisierten Sports zum Inhalt hatten. Natürlich gehörte hierzu die Diskussion über Herausforderungen des organisierten Sports vor dem Hintergrund von Schulentwicklung. Aber darüber hinaus wurde auch aufgearbeitet, dass das Zivilengagement und seine Anpassung an die veränderten Lebensbedingungen neue Bildungspotentiale im Sport schafft, die es zukünftig verstärkt zu nutzen gilt. Die zentrale Frage, welche Bildungspotentiale der organisierte Sport bietet, zog sich durch fast alle Arbeitskreise: Unter dem Blickwinkel der Aus- und Fortbildung von Trainer/innen im Leistungssport, der Engagementformen für Ältere oder auch der Umweltbildung im und durch den Sport wurden Anregungen für die Teilnehmer/innen der Bundeskonferenz und zugleich wichtige Impulse für die zukünftige Arbeit des Breitensports und der Bildung im DOSB gegeben. Dies alles wurde möglich, weil sich nicht nur die Teilnehmer/innen, sondern in besonderer Weise auch die Referent/innen auf komplexe Fragestellungen eingelassen haben. Daher gilt unser Dank allen Referent/innen, die sich dieser Aufgabe gestellt haben! 

SCHNEELOCH: Es war ja die erste Bundeskonferenz, die sich zum Ziel gesetzt hatte, Themen der Sportentwicklung ganzheitlich anzugehen und sich zugleich konzentriert mit aktuellen und differenzierten Fragestellungen zu befassen. Uns war dabei von Anfang an klar, dass die Aufgabe, Sportentwicklung aus den spezifischen Fragen von Bildung und Breitensport zu thematisieren, ein ambitioniertes Unterfangen war. Mit der Fokussierung auf die beiden zentralen Bildungsaspekte „Lernende Menschen“ und „Lernende Organisationen“ wurden in den beiden durchaus anspruchsvollen Hauptvorträgen Fragen angesprochen, die in den nachfolgenden Workshops inhaltlich vertieft und ausführlich diskutiert werden konnten. Die Inhalte der Workshops orientierten sich im Wesentlichen an aktuellen, gesellschaftlich relevanten Aufgaben des organisierten Sports. Dass wir mit dem Experiment nicht falsch lagen, war spätestens klar, nachdem feststand, dass sich über 250 Personen an der Bundeskonferenz beteiligen werden. Damit war das Limit, das wir uns im Vorfeld der Veranstaltung gesetzt hatten, zwar überschritten, aber das gewählte Veranstaltungsformat und das Konferenzhotel sicherten die notwendige Flexibilität, dass alle, die sich angemeldet hatten, sich auch aktiv in die Bundeskonferenz einbringen konnten. 

DOSB PRESSE: Wie bewerten Sie Ablauf und Inhalte der zweitägigen Bundeskonferenz in Berlin? 

SCHNEELOCH: Neben den Hauptvorträgen und der Arbeit in den Workshops war ein Highlight die Begrüßung durch die Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt: Sie hat ein klares Bekenntnis dafür abgegeben, dass der Sport mit seinen organisatorischen Rahmenbedingungen und seiner flächendeckenden Struktur unverzichtbare Leistungen gerade für die Prävention erbringt. Dabei bezeichnete sie den Sport als einen der wichtigsten Partner für ihr Ministerium und verwies auf den Aufbau gemeinsamer Projekte, wie z.B. die Frauensportaktionswochen, die sie auch in 2009 unterstützen wird, und das gerade angelaufene Netzwerkprojekt „Bewegung und Gesundheit: Mehr Migrantinnen in den Sport“, das sich über drei Jahre erstreckt. Die Ministerin unterstrich zudem, dass sie das geplante Präventionsgesetz weiterhin für erforderlich hält und dass in dem derzeitigen Entwurf die Sportvereine als gesunde Lebensorte ausdrücklich genannt sind. Zur Bundeskonferenz konnten wir auch den Präsidenten des DOSB, Dr. Thomas Bach, begrüßen, der sich in seiner Ansprache beeindruckt zeigte von den angebotenen Konferenz-themen und dem großen Interesse der Mitgliedsorganisationen hierfür, was sich in der hohen Teilnahmezahl widerspiegelt. 

DOLL-TEPPER: Natürlich spielt bei einer solchen Veranstaltung immer auch das „informelle Lernen“ eine wichtige Rolle. So bot eine Posterausstellung mit den Ergebnissen des Innovationsfonds 2007 vielfältige Möglichkeiten, sich über die Veranstaltungsthemen hinaus zu informieren und mit anderen ins Gespräch zu kommen. Zudem hatte es der Landessportbund Berlin übernommen, eine Schifffahrt auf der Spree vom Hotel zum Roten Rathaus zu organisieren. Dort schloss sich ein Empfang durch den Regierenden Bürgermeister an, der in einem wunderbaren Büffet ausklang. Auch dies sind bleibende Bilder, die wir mit nach Hause genommen haben: Die Fahrt durch das Regierungsviertel, vorbei an der beeindruckenden Museumsinsel und an den wenigen, noch sichtbaren Ruinen des ehemaligen Palastes der Republik und dann das Buffet unter den Augen von Otto von Bismarck und Wilhelm I. wird uns allen in bester Erinnerung bleiben. Dafür gelten dem Senat von Berlin und dem Landessportbund unser besonderer Dank. Sie haben die Latte für nachfolgende Veranstaltungen hoch gelegt! 

DOSB PRESSE: Welche Erkenntnisse konnten für die künftige Entwicklung des Sports gewonnen werden, sind sogar schon praktische Umsetzungen aus dem Konferenz-Ergebnis abzuleiten? 

DOLL-TEPPER: Sportentwicklungsprozesse sind immer auch verbunden mit Bildungsprozessen. Dies ist in der Bundeskonferenz klar und deutlich geworden. So werden wir die Aufgabe anpacken, eine Bildungsberichterstattung aufzubauen, die sich an den speziellen Bedürfnissen von Ehrenamt und Zivilengagement ausrichtet, wie wir sie auf allen Ebenen des Sports finden. Darüber hinaus habe ich eine ganze Reihe von Anregungen für meine Arbeit erhalten, wie z.B. mit der Kultusministerkonferenz in die Diskussion darüber einzusteigen, für den Schulsport verstärkt auch sportartspezifische Entwicklungen zu thematisieren und darüber hinaus auch Bildungsaufgaben bei der Trainerausbildung verstärkt in den Blick zu nehmen. Darüber hinaus hatten alle Konferenzteilnehmer/innen die Möglichkeit, die Veranstaltung differenziert zu bewerten und Hinweise für ihre Weiterentwicklung zu geben. Die Auswertung hiervon wird in die Planung der nächsten Bundeskonferenz einfließen, deren Termin Sie sich bereits jetzt notieren können: Sie wird am 8. und 9. Oktober 2010 stattfinden. Leitmotiv und Ort werden wir nun sehr rasch festlegen. 

SCHNEELOCH: Der Präsidialausschuss Breitensport/Sportentwicklung, der sich intensiv mit der Planung der Bundeskonferenz befasst hat, wird die Inhalte der Hauptvorträge und die Workshop-Ergebnisse aufbereiten und unmittelbar in seine Arbeit einfließen lassen. Da geplant ist, die Dokumentation der Veranstaltung noch in diesem Jahr zu veröffentlichen, können die Arbeitsergebnisse sehr rasch zur Verfügung stehen. Neben allen inhaltlichen Erkenntnissen und zentralen Anregungen für unsere weitere Arbeit war die Veranstaltung für den Präsidialausschuss ein wichtiger Meilenstein in der Vernetzung nicht nur der Breitensportentwicklung mit Bildungsthemen. Vielmehr lag der Mehrwert vor allem auch darin, dass die Bundeskonferenz im eigentlichen Sinne des Wortes ein Forum für den Gedankenaustausch zwischen den engagierten Ehrenamtlichen und hauptberuflichen Menschen geboten hat, die die Sportentwicklung in ihren jeweiligen Organisationen nachhaltig prägen und gestalten. Dies gilt auch für das Team des Geschäftsbe-reiches Sportentwicklung im DOSB, für deren Arbeit ich mich auch im Namen von Gudrun Doll-Tepper sehr herzlich bedanken will.
 
 


Sportunterricht.de

11.10. Schwäbische Zeitung

DFB-Präsident Theo Zwanziger macht sich für den Schulsport stark
 
BIBERACH - Der Chef des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), Dr. Theo Zwanziger, hat am Donnerstagabend beim ersten Biberacher Sportforum in der Stadthalle ein Plädoyer für mehr Schulsport gehalten. Ferner erinnerte an die Aufgabe des Sports, gesellschaftliche Werte zu vermitteln.

Etwas enttäuschend war die Resonanz auf die Premiere dieses Sportforums, zu dem der Bundestagsabgeordnete Martin Gerster zusammen mit dem Sportkreis Biberach geladen hatten. Nur etwa 100 Interessierte - überwiegend Funktionäre aus Sport und Politik - waren der Einladung in die Stadthalle gefolgt. Sie wurden in ihren Erwartungen an einen als bürgernah und guten Redner geltenden DFB-Präsidenten nicht enttäuscht.

In seinem einleitenden Kurzreferat betonte Dr. Theo Zwanziger die Aufgabe des Sports, soziale und gesellschaftliche Werte zu vermitteln. Deshalb verurteilte er jeden Versuch, zu manipulieren: "Sonst ist es Zirkus, also Illusion, und keine Realität. Wer dopt, hat keinen Respekt vor seinem Gegner." In Bezug auf die wieder zunehmende Diskrimierung von Menschen in der Öffentlichkeit mahnte der DFB-Chef: "Der Sport darf nicht mehr in die Situation des Wegkuckens kommen." Bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 habe Deutschland als Gastgeber ein Beispiel für Fremdenfreundlichkeit gegeben. "Die WM hat den Deutschen ein Image in der Welt verschafft, wie wir es schon lange nicht mehr hatten."

Bei der anschließenden, von Martin Gerster moderierten Diskussionsrunde mit Dr. Theo Zwanziger, Biberachs Oberbürgermeister Thomas Fettback, dem WFV-Vizepräsidenten und Rektor der Biberacher Mali-Hauptschule, Karl Schley, sowie der Sportkreis-Präsidentin Elisabeth Strobel hoben alle Teilnehmer die Bedeutung des Schulsports hervor. "Bewegung regt das Gehirn an und steigert den Lernerfolg. Am besten lernt man im Sozialverband, also in einer Mannschaft", sagte Fettback, und Dr. Zwanziger belegte dies anhand einer Studie: "Dabei war eine Klasse, die jeden Tag Sportunterricht hatte, in allen Fächern besser als eine Klasse, die nicht jeden Tag Sport getrieben hatte."
 

"Müssen in die Schulen gehen"

Vor acht Jahren sei der Schulsport noch kein großes Thema innerhalb des DFB gewesen, inzwischen sei das Eis gebrochen und man habe - etwa mit der Minispielfeld-Aktion, von der auch die Biberacher Mali-Hauptschule profitierte (die SZ berichtete) - die Maßnahmen in diesem Bereich verstärkt. Dr. Zwanziger: "Wenn der DFB mitkämpft, hat der Kampf für mehr Sport in den Schulen einen höheren Stellenwert." Thomas Fettback sieht diese Bemühungen auch als Aufgabe der Kommunen an: "Wir müssen, über die Sportvereine als betreuende Kompetenzzentren, in die Schulen gehen und entsprechende Mittel zur Verfügung stellen." Einig waren sich die Diskussionsteilnehmer, dass bereits in den Kindergärten mehr Bewegung angeboten werden müsse und die Erzieherinnen und Erzieher in diesem Bereich besser qualifiziert werden müssten."

Dr. Theo Zwanziger nahm auch zu einer ganzen Reihe von Fragen aus dem Publikum Stellung. So zur Sorge der Amateurvereine über die steigende Anzahl an Bundesligaspielen am Sonntagnachmittag ("Den Fans, die ins Stadion gehen, ist diese Uhrzeit wiederum lieber"), der Vorbildfunktion der etwa vor laufenden Kameras spuckenden Spieler ("Es sind ganz normale Jungs, keine Heiligen - und sie haben es nicht leicht, wenn jeder Schritt von Kameras beobachtet wird") oder das Problem des Schiedsrichtermangels: "Ich wundere mich, woher junge Männer und auch immer mehr Frauen die Kraft nehmen, das zu machen."
 


Sportunterricht.de

9.10. 2008 Südthüringer Zeitung

Projekt: Täglich eine Schulstunde Sport
Erstklässler in Steinbach-Hallenberg wollen „Gipfelstürmer“ sein / Lehrerin sieht bereits Erfolge
 
Eigentlich ist schon längst Unterrichtsschluss. Dennoch treiben die Schüler der Klasse 1b noch voller Eifer Sport. Der Grund: Sie nehmen mit Klassenlehrerin Undine Eschrich am Schulprojekt „Täglich eine Stunde Sport – damit die Kleinen groß herauskommen“ teil. 

Gerade die Erstklässler brauchen diese zusätzliche Bewegungsmöglichkeiten, ist sich ihre Klassenlehrerin sicher. Deshalb engagiert sie sich für das Projekt an der Haseltal-Grundschule. Die tägliche Unterrichtsstunde Sport findet an manchen Tagen gleich zu Beginn des Unterrichts statt; am Dienstag eben am Ende.

Kurz vor der zusätzlichen Sportstunde toben die Kinder noch auf dem Schulhof. Anschließend stellen sie sich am Weg zur Haseltal-Halle auf. In der Runde wird gedrängelt und geschubst, Klamauk gemacht und die Worte fliegen nur so hin und her. Darin unterscheiden sich die Kinder der 1b in nichts von allen anderen Schülern dieser Welt. Als dann ihre Klassenlehrerin erscheint, um mit ihnen in den Sportkomplex zu gehen, herrscht schnell Ordnung. Auch das Umziehen dauert nicht lange und wenige Minuten später stehen die Mädchen und Jungen in Sportkleidung in der Haseltal-Halle.

„Gipfelstürmer“ steht auf ihren einheitlich blauen, gesponserten Trikots geschrieben. Es ist ein Hinweis auf das Programm, das sich Kinder, Eltern und Lehrerin gemeinsam für die nächsten vier Jahre vorstellen. Das Projekt soll die Schüler in ihrer gesamten Grundschulzeit begleiten. So wollen die Mädchen und Jungen außerhalb ihrer Extra-Sportstunden in den nächsten Jahren den Rennsteig komplett erwandern. Bei Klassenfahrten und an Wandertagen werden sie den Höhenweg in Etappen erkunden. Weitere Aktivitäten sind geplant – was jedoch nur mit Einverständnis und Unterstützung der Eltern geht, wie Undine Eschrich erklärt. Deshalb hatte sie das Projekt bereits beim ersten Elternabend auf die Tagesordnung gesetzt und alle Eltern waren mit der Teilnahme an dem sportlichen Vorhaben einverstanden.

Das Projekt wird wissenschaftlich begleitet und ausgewertet. Zum Vergleich dienen die Schüler der Klasse 1a, die normalen Sportunterricht haben. Für Undine Eschrich hat sich schon nach wenigen Schulwochen gezeigt: Ihre Schüler haben ein Stück mehr gelernt. Nicht, weil sie klüger oder sportlicher sind, sondern weil sie mehr Gelegenheit zur Bewegung und zum Üben haben. Auch der Ordnungssinn ihrer Erstklässler sei durch das Projekt schon fortgeschritten. Außerdem böten sich den Schülern viele Gelegenheiten, spielerisch Bewegungsabläufe zu trainieren, wodurch Feinmotorik, Wahrnehmung und andere Leistungsaspekte verbessert werden.

Bei allem geht es nicht um Leistungssport. Sie habe nur unter der Bedingung teilgenommen, dass das Projekt allgemeine sportliche Fähigkeiten fördert, erklärt Undine Eschrich. Sie wollte etwas gegen die normale Behäbigkeit tun. Im Lehrplan für Schüler der ersten Klassen stehen lediglich zwei Stunden Sport. Gemessen am Bewegungsdrang der Kinder viel zu wenig. „Die brennen richtig auf diesen zusätzlichen Bewegungsunterricht“, sagt Undine Eschrich.

Inhaltlich sieht der Zusatzsport lehrplangerechte Übungen und Spiele vor. Der Vorteil für den Lehrer wird schnell deutlich. Fachbegriffe können ausführlicher erklärt werden, es bleibt Zeit für Übungen, die sonst wegfallen würden und die Kinder können durch die Vielfalt besser motiviert werden. Meist findet die Zusatz-Stunde Sport in der Halle statt, bei schönem Wetter auch im Freien.

Am Dienstag stehen für die Schüler der Klasse 1b verschiedene Übungen mit Ball auf dem Programm, es gibt Gymnastikübungen und ein Indiaca-Spiel. Koordination und Beweglichkeit werden dabei fast beiläufig trainiert. Die Sportstunde vergeht wie im Flug und es ist kein einziger Erstklässler dabei, der auch nur ansatzweise ein wenig maulen würde. 
 


Sportunterricht.de

02.10.2008 DOSB

Netzwerk des Sports, der Sportwissenschaft und des Schulsports weiter ausbauen"
 
 
Die Präsidentin des Weltrates für Sportwissenschaft und Leibes-/Körpererziehung, Gudrun Doll-Tepper, beantwortet im Interview Fragen zur deutschen Sportwissenschaft im internationalen Vergleich und zum Ende ihrer Amtszeit.

Nach zwölf Jahren gibt die Berliner Sportwissenschaftlerin und DOSB-Vizepräsidentin für Bildung und Olympische Erziehung, Prof. Dr. Dr. h. c. Gudrun Doll-Tepper, Ende 2008 das Amt als Präsidentin des Weltrates für Sportwissenschaft und Leibes-/Körpererziehung (International Council of Sport Science and Physical Education, ICSSPE) an die Ende Juli bei der Generalversammlung in Guangzhou (China) gewählte Britin Prof. Dr. Margaret Talbot ab. Vor den fetzten knapp hundert Amtstagen beantwortet Gudrun Doll-Tepper acht Fragen für die DOSB PRESSE. 

DOSB PRESSE: Welche „Baustellen" als drängende Aufgaben verbleiben noch für die Zeit bis Ende Dezember? 

DOLL-TEPPER: Auf der Generalversammlung sind vor allem strategisch bedeutende Beschlüsse gefasst worden. Diese gilt es so schnell wie möglich umzusetzen, dazu gehört u. a., den Sitz des Weltrates in Berlin zu sichern. Außerdem müssen dringend neue Vereinbarungen zwischen ICSSPE, IOC, IPC und FIMS getroffen werden, damit die Vorbereitungen für den zweiten gemeinsamen Kongress („International Convention on Science, Education and Medicine in Sport“) im Jahre 2012 in Großbritannien beginnen können. Dieser erstmals unmittelbar vor den Olympischen Spielen 2008 durchgeführte gemeinsame internationale Kongress hat deutlich gemacht, wie hilfreich und wichtig diese Zusammenarbeit für alle Beteiligten sein kann. 

DOSB PRESSE: Welches Resümee Ihrer Arbeit ziehen Sie insgesamt nach der zwölfjährigen Amtszeit? Was hat sich bewegt? Was liegt noch brach? 

DOLL-TEPPER: Der enorme Einsatz, das internationale Netzwerk des Sports, der Sportwissen-schaft und des Schulsports weiter auszubauen, das alles hat sich sehr gelohnt. Die Partner-schaften mit den Vereinten Nationen (UN) einschließlich der UNESCO und dem Genfer UN Büro für Sport für Entwicklung und Frieden unter Leitung von Wilfried Lemke sowie mit dem IOC stehen auf sicheren Füßen. Wir werden als verlässlicher, aber auch als kritischer Partner geschätzt. Diese Verbindungen erfordern kontinuierliches Engagement und innovative Ideen - das zu realisieren ist keineswegs leicht, basiert doch die Arbeit der meisten Mitgliedsorganisationen von ICSSPE auf ehrenamtlichem Engagement. 

DOSB PRESSE: Auf welchem Niveau befindet sich derzeit die Sportwissenschaft in Deutschland im internationalen Vergleich? 

DOLL-TEPPER: In den einzelnen sportwissenschaftlichen Teildisziplinen werden die deutschen Kollegen und Kolleginnen im internationalen Kontext sehr geschätzt. Nehmen wir nur den Fall Pistorius, mit dessen Bearbeitung der Internationale Leichtathletikverband (IAAF) den Kollegen Prof. Dr. Brüggemann und dessen Team an der Deutschen Sporthochschule in Köln beauftragt hat. Unabhängig davon würde ich mir ein noch stärkeres Engagement deutscher Vertreter und Vertreterinnen in Führungsgremien des internationalen Sports und der Sportwissenschaft wünschen. 

DOSB PRESSE: Der Weltrat (ICSSPE) hat unter Ihrer Federführung 1999 in Berlin den 1. Weltgipfel des Schulsports abgehalten? Was hat sich seitdem verändert - national und international? 

DOLL-TEPPER: Der 1. Weltgipfel zum Schulsport 1999 in Berlin und der 2. Weltgipfel 2005 in Magglingen gehören zu den wichtigsten Ereignissen meiner Amtszeit. Unsere Analysen und Empfehlungen haben große Bedeutung für die Entwicklung des Schulsports auf nationaler und internationaler Ebene. Zwischenzeitlich hat es regionale Veranstaltungen hierzu in Lateinamerika gegeben, auch Australien plant eine regionale Konferenz. In einigen Ländern, so auch in Deutschland, hat es nationale Bestandsaufnahmen gegeben, die klare Signale für eine Verbesserung des Schulsports gegeben haben. Hier muss mit Nachdruck die Umsetzung der Handlungsempfehlungen verfolgt werden. Deutlich ist, dass dem Schulsport von vielen Verantwortlichen, so zum Beispiel von Gesundheitsexperten, ein großes Potenzial zur Bekämpfung von Zivilisationskrankheiten zugesprochen wird. Das war in der Vergangenheit nicht so. 

DOSB PRESSE: ICSSPE wurde in diesem Jahr 50 Jahre alt - wird der runde Geburtstag noch gefeiert? 

DOLL-TEPPER: Wir haben dieses Jahr unter das Motto „50 Years of Science, Service and Advocacy" gestellt. Für diese Konzepte steht die Organisation seit ihrer Gründung - für ein wissenschaftlich fundierte Aktivitäten, für die Beratung von Partnern inner- und außerhalb der Welt des Sport, für unseren Einsatz für die positiven Werte des Sports sowie dafür, dass jeder Mensch dessen Vorteile erfahren kann. Darüber hinaus haben wir anlässlich unserer Sitzungen und der Generalversammlung in Guangzhou einen Empfang durchgeführt, an dem neben vielen Mitgliedern auch Vertreter unserer Partnerorganisationen teilgenommen haben. Dort wurde auch die 5. Ausgabe unseres „Directory of Sport Science" vorgestellt, das einen ausgezeichneten Überblick über die zahlreichen Teildisziplinen der Sportwissenschaft mit vielen Kontaktdaten weltweit gibt. Anlässlich unseres Jubiläums ist diesem Handbuch ein historischer Abriss über die Aktivitäten von ICSSPE in den fünf Jahrzehnten vorangestellt. Ganz besonders gefreut habe ich mich darüber, dass diese Publikation mir gewidmet wurde. 

DOSB PRESSE: Welche Wünsche geben Sie Ihrer Nachfolgerin mit auf den Weg? 

DOLL-TEPPER: Ich freue mich sehr, dass mit Frau Professor Dr. Margaret Talbot eine international renommierte und mit dem Weltrat sehr vertraute Kollegin als neue ICSSPE-Präsidentin gewählt wurde. Als unsere bisherige Vizepräsidentin hat sie über viele Jahre bereits eng mit mir zusammengearbeitet, und ich wünsche ihr, dass sie unsere bisherige Arbeit mit großem Elan und Erfolg fortsetzen kann. Sie wird sicherlich auch neue Akzente setzen - ich denke hier an Themen des Leistungssports sowie weiterhin an die Förderung des Schulsports. 

DOSB PRESSE: Muss man sich nun mit Ihrem Ausscheiden Sorgen machen um die weitere Repräsentanz deutscher Funktionsträger in internationalen Gremien? 

DOLL-TEPPER: Von deutscher Seite sollten wir alle Anstrengungen unternehmen, in internationalen Gremien des Sports, der Sportwissenschaft und des Schulsports Führungspositionen zu übernehmen. Neben Detlef Dumon, der als Geschäftsführender Direktor von ICSSPE seine Tätigkeit auch über meine Amtszeit hinaus fortsetzt, wurde als weiterer Deutscher der TAFISA -Generalsekretär Wolfgang Baumann in den Vorstand gewählt. Das ist sehr erfreulich! In der kommenden Zeit sollten wir uns verstärkt bemühen, unsere Repräsentanz im internationalen Sport und in der Sportwissenschaft zu erhöhen. Daran werde ich mich mit aller Kraft beteiligen. 

DOSB PRESSE: Eine letzte (persönliche) Frage: Zwölf Jahre Weltratspräsidentin - und was kommt danach? 

DOLL-TEPPER: Als DOSB-Vizepräsidentin für Bildung und Olympische Erziehung sowie als Vorstandsvorsitzende der DOA habe ich zwei wichtige ehrenamtliche Funktionen auf nationaler Ebene inne, denen ich mich nun stärker widmen kann. Ich werde mich jedoch auch weiterhin in internationalen Gremien engagieren, so z.B. in Kommissionen des IOC, sicherlich auch im Weltrat
 


Sportunterricht.de

24.09.2008 DOSB

Die gymnasiale Schulzeitverkürzung ist ein wichtiges Thema
 
Die Arbeitsgruppe „Sportverein und Schule“ unter der Leitung von Dr. Klaus Balster behandelte bei seiner Tagung den Status und die Perspektiven der aktuellen Themenschwerpunkte und Maßnahmen im Themenfeld Sportverein und Schule.

Schwerpunkte der aktuellen Arbeit der dsj-AG Sportverein und Schule sind die Beteiligung an „Kommunalen Bildungslandschaften“, die „Gymnasiale Schulzeitverkürzung (G8)“, „die Zugangsermöglichung zu Sportvereinen für Kinder und Jugendliche aus einkommensschwachen Familien“ und die „Weiterentwicklung der gemeinsamen Handlungsempfehlungen der Kultusministerkonferenz (KMK) und des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) zum Thema Schulsport“. Darüber hinaus wurde die „Weiterentwicklung der Internetseite im Arbeitsbereich Kooperation Sportverein und Schule“ im Rahmen des Relaunch der dsj-Hompage der 5. Sitzung thematisiert. Außerdem wurden zwei Grundsatzpapiere zum Themenfeld Schulsport diskutiert. Zum einen der Entwurf des Papiers „Memorandum Schulsport“ des Deutschen Sportlehrerverbandes, der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft, des Deutschen Olympischen Sportbundes und des Fakultätentages Sportwissenschaften sowie der Entwurf der „Handlungsempfehlungen für Sport mit Kindern und Jugendlichen mit Behinderung“. Letzterer wurde gemeinsam von DOSB, KMK und dem Deutschen Behindertensportverband erarbeitet. 

Das Thema „Kommunale Bildungslandschaften“ wird seitens der AG vor dem Hintergrund der öffentlichen Diskussion um das Thema Bildung allgemein als ein wichtiges Zukunftsthema gesehen. „Im Zuge der bundesweiten Ausdehnung von ganztägig arbeitenden Schulen werden kommunale Netzwerke immer wichtiger. Der organisierte Kinder- und Jugendsport muss sich auf diese Situation einstellen und intensiv Netzwerkarbeit betreiben und Kooperationen gestalten. Unsere Aufgabe als Dachverband ist es, unsere Mitgliedsorganisationen zu stärken, damit diese als selbstbewusste und kompetente Partner im Kooperationskontext auftreten können“, so Ingo Weiss, Vorsitzender der Deutschen Sportjugend. Dass auf den organisierten Sport in Bezug auf das Themenfeld Kommunale Bildungslandschaften noch viel Arbeit zukommt, zeigte der 5. Ganztagesschulkongress, der ebenfalls in Berlin stattfand. Wie in den Arbeitskreisen und Foren festzustellen war, spielte der Sport in den dort präsentierten Best-Practice-Beispielen eher eine Nebenrolle. Gleichwohl präsentierten sich die Deutsche Sportjugend zusammen mit den Kolleginnen und Kollegen aus Berlin, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz zum Thema „Ganztagsförderung und Kooperation“ mit einem guten Einblick in die Arbeit der dsj und der verschiedenen Landessportjugenden. Es wurde die Notwendigkeit deutlich, weiterhin die Lobbyarbeit für den organisierten Sport voranzutreiben, damit dieser noch stärker als in der Vergangenheit als kompetenter Partner im Kontext Schule - Sportverein und Ganztagsförderung wahrgenommen wird. 

Ein weiteres Thema, das der Deutschen Sportjugend im Kontext „Sportverein und Schule“ unter den Nägeln brennt, ist die „gymnasiale Schulzeitverkürzung“, auch G8 genannt. Dazu wird ein Forum auf der Vollversammlung der Deutschen Sportjugend am 24. Oktober 2008 in Freiburg stattfinden. „Die längere Verweildauer der Kinder und Jugendlichen in der Schule macht das bisher traditionelle Vereinsleben schwierig. Daher gilt es auch hier, Vereine zu sensibilisieren und für Kooperationen zu stärken. Der Sport als starker Bildungspartner bietet vielfältige Möglichkeiten und darf daher als wichtiger Kooperationspartner in der neuen Bildungs-, Betreuungs- und Erziehungssituation nicht fehlen“, sagt Ingo Weiss.
 


 


 
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