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Aktuelle Meldungen rund um den Schulsport
Aktuelle Beiträge zur Bedeutung des Sports in der Schule
Hinweise auf innovative Projekte
Weiterführende Links zum Thema am Ende des Artikels
30.4. 2008 Aller-Zeitung
Museum mit Turnparcours: Sport im Wandel der Zeit
Ausstellung „Halsbrecherische Künste!?“ in Steinhorst eröffnet
„„Überall gibt es Diskussionen, dass die Kinder heutzutage zu wenig Bewegung bekommen. Deswegen ist eine Ausstellung über die Geschichte des Schulsports gerade in der heutigen Zeit ein sehr interessantes Thema“, erklärt Sabine Ahrens, Autorin und Historikerin. Sie eröffnete die Ausstellung „Halsbrechende Künste!?“ im Schulmuseum. 100 geladene Gäste aus Politik und Wirtschaft, sowie Mitglieder der Erich-Weniger-Stiftung und Freunde des Schulmuseums erfuhren Wissenswertes über die 250 Jahre andauernde Geschichte des Schulsports. Ahrens umriss kurz das Thema Schulsport, untermalt durch zeitgemäße Lieder über politische und geschichtliche Wendungen, die den Werdegang des Sports in Schulen beeinflussten, vorgetragen durch den Gifhorner Männerchor unter der Leitung von Erhardt Macke.
Die Besucher erfahren bei der Ausstellung vieles über die Anfänge des Schulsports, die Entwicklung der Bekleidung oder des Sports während der beiden Weltkriege, außerdem können sich die Besucher Sportgeräte wie den Lüneburger Stegel und einen Bock anschauen. „Wir wollten versuchen, hier eine dreidimensionale Ausstellung auszurichten“, sagte Ahrens. Dazu gehört auch ein kleiner Turnparcours im Museumsgarten. „Die Geräte werden voraussichtlich nach dieser Ausstellung bestehen werden. Falls die Besucher sich also sportlich betätigen wollen, sind sie herzlich willkommen, sie zu benutzen.“ Die Ausstellung kann noch bis zum 31. August besucht werden.
19.4. 2008 Landeszeitung Lüneburg
Streetsurfing
Neuer Trend begeistert Jugendliche
Spinning, Inline-Skaten, Paintball - viele Sportarten, die zuerst in den USA angesagt waren, sind irgendwann über den großen Teich nach Europa herübergeschwappt. Nun erreicht der nächste Trend aus den Staaten die norddeutsche Tiefebene: Streetsurfing - eine Mischung aus skateboarden, snowboarden und surfen. Geht es nach den Schülern der Lüneburger Rudolf-Steiner-Schule, könnte sich der Trend durchsetzen, das Streetsurfing eine ähnliche Erfolgsgeschichte werden, wie sie zuletzt Inline-Skates schrieben.
Die Schüler probieren den neuen Trend dieser Tage aus - im Sportunterricht. "Wir haben uns 18 sogenannte Waveboards ausgeliehen, alle Schüler ab der fünften Klasse können mal damit fahren", erzählt Lehrer Alfred Schachl. Anders als das be-kannte Skateboard ist das Waveboard kein starres Brett auf Rollen, sondern setzt sich aus zwei kleineren Brettern zusammen, die eine drehbare Achse miteinander verbindet. Durch geschicktes Kreisen mit der Hüfte lässt sich das Gerät auch bergauf steuern, ohne dass man sich mit einem Bein auf dem Boden abstoßen muss.
Lisa, Henrike und die anderen Zehntklässler der Steiner-Schule haben den Dreh schnell raus, flott sausen sie durch die Schulflure. Durch permanente Wellenbewegungen, die an Tanzen erinnern, halten sie Tempo auf flacheren Teilstücken, meistern sogar einen Slalomparcours. Damit dennoch nichts passiert, tragen die Schüler Helme, mindern Schaumstoffmatten an den Wänden die Kraft eines möglichen Aufpralls.
"Cool", findet Lisa die Waveboards. "Das ist mal was ganz anderes." Christoph bestätigt: "Das macht eine Menge Spaß." Mit "super" fällt auch Esthers Urteil positiv aus: "Man muss sich aber auch ganz schön viel bewegen." Davon zeugt der hochrote Kopf von Mitschülerin Henrike, die beim Fahren ganz schön ins Schwitzen gerät.
Schachl schätzt die Sportgeräte. "Sie fördern Koordination und Geschicklichkeit. Und die Schüler können schnell große Fortschritte machen, sie sind noch motivierter als sonst." Das Experiment darf als gelungen bezeichnet werden, die Schule hat bereits zwei Boards angeschafft. Übrigens nicht nur für die Schüler: Die Lehrer sind am vorigen Wochenende extra in die Schule gekommen, um den neuen Trend auszuprobieren.
18.04.2008 - idw
Studie der Uni Ulm bestätigt: "Laufen macht schlau"
Die Pilotstudie vor drei Jahren trug noch ein Fragezeichen: "Macht Laufen schlau?" fragten sich damals Wissenschaftler der Universität Ulm. Jetzt, nach den am Donnerstag veröffentlichten Ergebnissen der Hauptstudie, ist das Fragezeichen endgültig verschwunden. "Sport macht das Gehirn effektiver", bestätigt Professor Manfred Spitzer, Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie III der Universität Ulm und Leiter des Transferzentrums für Neurowissenschaften und Lernen (ZNL). Sanna Stroth, inzwischen in Düsseldorf tätige frühere Wissenschaftlerin am ZNL, und Dr. Ralf Reinhardt, Dozent an der Akademie für Gesundheitsberufe des Uni-Klinikums Ulm, hatten die Studie geleitet. Daran beteiligt waren in der Anfangsphase mehr als 100 Probanden. 77 hatten bis zum Ende durchgehalten.
"Wir konnten jetzt zum ersten Mal zeigen, dass ganz bestimmte geistige Leistungen direkt vom Sport profitieren", sagt Spitzer. Belegt worden sei vor allem, dass damit manche Reize schneller und effektiver verarbeitet werden. Stroth und Reinhardt zufolge bewirken schon sechs Wochen intensives Lauftraining deutliche Verbesserungen vor allem in den Bereichen "visuell-räumliches Gedächtnis", "Konzentrationsfähigkeit" und "positive Stimmung", erwiesen bereits im Rahmen der Pilotstudie.
Deutlich aussagefähiger sind naturgemäß jetzt die Ergebnisse der um zusätzliche psychologische Tests, Messungen der elektrischen Aktivitäten des Gehirns sowie genetische und molekularbiologische Aspekte erweiterten Hauptstudie. Einem auf 17 Wochen mit jeweils drei Einheiten ausgedehnten Trainingsprogramm dazu, konzipiert übrigens im Rahmen einer Bachelor-Arbeit am Institut für Sport und Sportwissenschaft der Universität Karlsruhe (TH).Demnach erzielte die sportliche aktive Probandengruppe damit eine deutliche Verbesserung des räumlichen Vorstellungsvermögens. Noch bemerkenswerter freilich, so die Autoren der Studie: Genetisch bedingte Nachteile beim Abbau des für die Leistungsfähigkeit des Gehirns wichtigen Dopamin-Spiegels infolge geistiger Anstrengungen können durch sportliche Aktivitäten ausgeglichen werden. Auch die EEG-Untersuchungen belegten "einen eindeutigen Zusammenhang zwischen körperlicher Fitness und hirnelektrischen Prozessen". Konkret: "Fittere Probanden zeigen eine schnellere und effizientere Reizverarbeitung", berichten Dr. Ralf Reinhardt und Sanna Stroth.
Letztere machte indes bei der Vorstellung der Studie ebenfalls deutlich: "Das Potential des Gehirns lässt sich durch Ausdauertraining steigern, aber nur Laufen reicht auch nicht." Am Lernen führe jedenfalls kein Weg vorbei. Wobei ohnehin das räumliche Vorstellungsvermögen mehr von den körperlichen Aktivitäten profitiere als die verbale Merkfähigkeit etwa. Vokabeln lernen gelinge mithin selbst durch Laufen nicht unbedingt besser. Offen sei dagegen nach wie vor, welche Bewegungsformen die geistige Leistungsfähigkeit besonders verbessern, ebenso die optimale Dauer der Aktivitäten. Konsequenzen aus ihren Erkenntnissen für die Schulpolitik und Unterrichtsgestaltung sind aus Sicht der Wissenschaftler gleichwohl angebracht. Reduzierte oder gar ausfallende Sportstunden jedenfalls seien hier der falsche Ansatz.
13.4. 2008 - Pressemitteilung
Themenräume, Rahmenprogramm und Kreativwettbewerb für Jugendliche
Große Olympia-Ausstellung im Deutschen Sport&Olympia Museum
Wenn am 8. August 2008 im neuen Nationalstadion von Peking die Olympischen Spiele eröffnet werden, blickt die Welt über zwei Wochen lang auf China. Weit mehr als 10.000 Sportler aus über 200 Nationentreffen sich, um in 28 Sportarten Olympiasieger zu ermitteln. Doch die Olympischen Spiele sind mehr 28 Weltmeisterschaften zu gleicher Zeit am gleichen Ort. Vor dem Hintergrund des diesjährigen Austragungsorts stehen, wie bereits mehrfach in der Geschichte der Olympischen Spiele, zahlreiche Aspekte der Olympischen Idee im Blickpunkt, die über das Sportliche hinausgehen. Zum Beispiel die Verquickung von Sport, Politik und Wirtschaft. Doch was genau ist die Olympische Idee? Welche Werte werden in der Olympischen Charta betont? Woher kommen die Olympischen Symbole und wie entstand das olympische Zeremoniell? Antworten auf diese Fragen und weitere umfassende Hintergrundinformationen zu den Olympischen Spielen in Peking gibt die Ausstellung „Olympia Werte - Wettkampf -Weltereignis“ im Deutschen Sport & Olympia Museum in Köln vom 26. April bis zum 10. August 2008.
Die in ihrer Vielseitigkeit einmalige Ausstellung, die das Deutsche Sport & Olympia Museum in Kooperation mit 15 Wissenschaftlern konzipiert und erstellt hat, widmet sich auf über 1.000 Quadratmetern in 15 Themenräumen dem Thema Olympia. Vom antiken Olympia über den langen Weg zu den Spielen der Neuzeit, von Doping, Kuriositäten, Mythen und Skandalen, den Paralympics, von Ökologie und Ökonomie, von technischer Entwicklung und Grenzen der Technik, vom Wandel des Sportbildes, von Sportlerinnen und Sportlern, von Triumphen und Dramen. „Olympia Werte Wettkampf Weltereignis“ wendet sich an Olympia-Fans, Sportler, Familien und Kulturinteressierte sowie begleitet von umfangreichem didaktischen Lehrmaterial für die verschiedenen Altersstufen an Schulklassen, Kinder- und Jugendgruppen.
Ferner können spannende Führungs- und Mitmach-Programme gebucht werden. Darüber hinaus bietet das Deutsche Sport & Olympia Museum den landesweiten Kreativwettbewerb „Gestalte dein Olympia“ für Jugendliche und eine einzigartige Kulturreise nach Griechenland zu den Wurzeln der Athletik an. Im
Rahmenprogramm diskutieren an vier Abenden Sportler und Experten über Olympia. Das Internetportal zur Ausstellung hält ergänzende Informationen, Bildmaterial, Statements der Wissenschaftler und
Zusammenfassungen der 15 Hauptthemen bereit.Das Außergewöhnliche der Olympischen Spiele als international bewegendes Ereignis ist die Olympische Idee. Ihr Anspruch: Sport mit Erziehung und Kultur zu verbinden. Bei Olympia soll „die Freude am körperlichen Einsatz mit dem erzieherischen Wert des guten Beispiels und der Achtung fundamentaler und universell gültiger ethischer Prinzipien vermittelt werden“. So steht es in der olympischen Charta!
Sind Völkerverständigung, FairPlay, Toleranz oder das „Dabei sein ist alles“ auch 2008 noch das Markenzeichen der Olympischen Spiele? Oder nur noch plakative, leere Formeln? Die Ausstellung und das Rahmenprogramm behandeln diesen Themenkomplex eingehend.
Weitere Informationen und Bildmaterial: www.olympia-ausstellung.de, www.sportmuseum.info
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12.4. 2008 Sportunterricht.de / DFB
Schule und Fußball - Erstklassige Trainingshilfen
Fußball begeistert, Fußball macht Spaß, Fußball fördert die Integration, Fußball fördert das Gemeinschaftsdenken - es gibt viele erstklassige Argumente für den Fußball - auch für den Schulfußball. Doch welche Übungen kann ich mit den Schülerinnen und Schülern angehen?
Wie sieht ein altersgerechtes, aber auch unterhaltsames Training aus?Bereits seit 2001 bietet der DFB kostenlose Trainingstipps für die Juniorentrainer an der Basis - und die zweiwöchentlich aktualisiert! "Training online" heißt das Zauberwort, das es möglich macht, dass die DFB-Trainer ihren Kollegen an der Basis via Internet kontinuierlich Trainingstipps für den Juniorenbereich an die Hand geben. "Training online" ist natürlich auch für die Lehrerinnen und Lehrer eine erstklassige Hilfestellung und eine gute Anregung für den Unterricht.
Tipps und Tricks
Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) führt seit drei Jahren an seinen Talentförderstützpunkten Info-Abende für Vereinstrainer durch. Pro Jahr finden zwei Info-Abende mit jeweils einem speziellen sportpraktischen Schwerpunkt statt. Ziel ist es, gerade die Nachwuchstrainer der Stützpunktspieler im Rahmen des DFB-Talentförderprogramms besser zu schulen und ihnen im Sinne ihrer Schützlinge hilfreiche Tipps und Tricks an die Hand zu geben. So sind bislang sieben Broschüren entstanden, die bei den Info-Abenden verteilt wurden. Diese Boschüren stellen wir an dieser Stelle auch gerne Lehrerinnen und Lehrern zum kostenlosen Download zur Verfügung.Die Info-Broschüren finden Sie hier - Broschüre - Schule und Fußball
Focus-online 31.3. 2008
Täglich Schulsport
Kleine Maßnahme, große Wirkung: Ein verstärktes Sportangebot an Schulen kann aus dicken Kindern normalgewichtige machen. Schon eine Stunde täglich bringt viel.
Ärzte, Politiker und Eltern betrachten die Entwicklung mit Sorge: Immer mehr Kinder und Jugendliche leiden an Übergewicht oder sogar krankhafter Fettleibigkeit (Adipositas).Der „Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland“ des Robert-Koch-Instituts zufolge sind 15 Prozent der Kinder und Jugendlichen zwischen drei und 17 Jahren übergewichtig, 6,3 Prozent adipös. Das entspricht einer Verdoppelung gegenüber den 1980er- und 90er-Jahren.
Fünf Stunden Sport statt zwei
Durch ein deutlich größeres Sportangebot im Unterricht ließe sich die Zahl übergewichtiger Schüler senken, berichteten Mediziner auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) in Mannheim. Ein Forscherteam um Dr. Claudia Walther von der Universität Leipzig untersuchte, wie sich eine Erweiterung des Sportunterrichts auf eine Stunde täglich auswirkt – im Vergleich zu den herkömmlichen zwei Stunden Sport pro Woche. Fazit: Der Anteil der übergewichtigen Kinder ging von zwölf auf neun Prozent zurück, die körperliche Leistungsfähigkeit verbesserte sich.
19.03.2008 - idw
Wie gut ist der Sportunterricht in Sachsen?
Sportwissenschaftler der TU Chemnitz legen Ergebnisse des ersten Teilmoduls der Studie "SportQ" zum Thema "Qualität des Sportunterrichts und Fitness sächsischer Schüler" vor
Die vom Sächsischen Staatsministerium für Kultus 2006 in Auftrag gegebene Studie "SportQ" umfasst drei Teilmodule, die auf eine Untersuchung der Fitness sächsischer Schüler, der Qualität und Wirksamkeit des Sportunterrichts in Sachsen und der Umsetzung der aktuellen Sportlehrpläne abzielt. Die Ergebnisse der ersten Teilstudie, einer Befragung von Schülern und Lehrern zum Sportunterricht, liegen nun vor. Für die Schülerbefragung wählten die Chemnitzer Sportwissenschaftler je zehn Gymnasien und Mittelschulen aus dem Regierungsbezirk Chemnitz aus; 1.102 Schüler der Klassenstufen fünf, sieben und neun haben sich beteiligt. Die Lehrerbefragung wurde als Vollerhebung aller Sportlehrer in Sachsen angelegt. "Der Rücklauf der Lehrerbefragung liegt bei 58 Prozent, wodurch die Studie repräsentative Ergebnisse für den gesamten Freistaat liefert", berichtet Prof. Dr. Albrecht Hummel, Inhaber der Professur Sportpädagogik/-didaktik des Instituts für Sportwissenschaft der TU Chemnitz.
Hohe Zufriedenheit trotz Diskrepanz zwischen Wünschen und Angebot
Wie bereits die sächsische Schulsportuntersuchung 2002/03 ergab, sind mehr als 70 Prozent der Schüler mit ihrem Sportunterricht zufrieden. Ein Viertel der Schüler gaben dem Sportunterricht im laufenden Schuljahr sogar die Note "sehr gut". Dabei bewerteten Jungen ihren Sportunterricht positiver als Mädchen. Der Unterricht wird insgesamt als bewegungsreich und relativ anstrengend eingeschätzt."Die Ergebnisse unserer Studie weisen auf eine Diskrepanz zwischen Schülerwünschen und dem Sportartenangebot im Unterricht hin. So werden aus Schüler- und Lehrersicht vor allem traditionelle Sportarten wie Gerätturnen, Volleyball, Leichtathletik und Fußball am häufigsten unterrichtet. Die heutige Generation Schüler wünscht sich jedoch auch Trendsportarten wie Inline-Skating und Klettern im Schulsport", so Prof. Hummel. Aus Lehrersicht ist diese Diskrepanz erklärbar: Da der Sportunterricht überwiegend in der Turnhalle und auf dem Sportplatz stattfindet, sind die Möglichkeiten zur Umsetzung von alternativen Sportarten begrenzt. Die Lehrer weisen darauf hin, dass Schwimmhallen, Freibäder, freie Gelände oder Wintersportgebiete nur im Rahmen von Exkursionen, Sporttagen oder Projekten genutzt werden können.
Trotzdem sind mehr als 80 Prozent der Schüler mit den materiellen und räumlichen Bedingungen des Sportunterrichts zufrieden. Kritik wurde lediglich, wie bereits 2003, an ungenügend ausgestatteten, baufälligen und maroden Sportanlagen, zu kleinen und zu alten Turnhallen und Umkleideräumen sowie unzureichenden sanitären Anlagen geäußert.
Nutzung außerunterrichtlicher Sportangebote unbefriedigend
75 Prozent sächsischer Schüler haben pro Woche mindestens drei Schulstunden Sport. Was den außerunterrichtlichen Schulsport betrifft, so bieten 40 Prozent der befragten Schulen sportbezogene Arbeitsgemeinschaften an, die von cirka zehn Prozent der Schüler wahrgenommen werden. Joachim Golde, Referent des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus, erachtet daher "die Einhaltung der vorgegebenen Sportstundenzahlen an sächsischen Mittelschulen und Gymnasien sowie die Ausrichtung der außerunterrichtlichen Sportangebote auf die Wünsche der Schüler für wesentlich, will man dem zunehmenden Bewegungsmangel im Alltag und den damit verbundenen gesundheitlichen Folgen entgegenwirken".Einen Sportförderunterricht gibt es, nach Angaben der Lehrer, an 42 Prozent der Mittelschulen und Gymnasien. "In Anbetracht sinkender motorischer Leistungen von Schülern, findet der Sportförderunterricht noch immer an zu wenigen Schulen statt, obwohl sich das Angebot im Vergleich zur Untersuchung von 2003 mehr als verdoppelt hat", sagt Thomas Borchert, Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Professur Sportpädagogik/-didaktik und Projektkoordinator. Im Mittel sind Jungen in ihrer Freizeit zwei bis vier Stunden pro Woche sportlich aktiv, Mädchen bewegen sich dagegen nur ein bis zwei Stunden. 15 Prozent der Schüler treiben nur selten Sport. Auch bei der Mitgliedschaft im Sportverein zeigen sich Unterschiede, und zwar hinsichtlich des Bildungsniveaus: "Ungefähr 60 Prozent der Gymnasiasten betreiben eine oder mehrere Sportarten in einem Sportverein, bei den Mittelschülern sind es nur etwa 45 Prozent. Die beliebteste Sportart bei den Jungen ist nach wie vor Fußball, Mädchen bevorzugen Leichtathletik und Volleyball", berichtet Michael Rieß, Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Professur.
Im Schuljahr 2004/05 wurde in Sachsen eine neue Generation von Lehrplänen für den Sportunterricht an sächsischen Mittelschulen und Gymnasien verbindlich. Mit diesem zeigen sich sächsische Sportlehrer mehrheitlich "sehr zufrieden". Lediglich 2,5 Prozent verwenden den aktuellen Sportlehrplan nach eigenen Angaben noch nicht. "Die Ursachen dafür liegen zum einen in Unterrichtsroutinen, persönlichen Interessen und Erfahrungen der Sportlehrer, die sich im Verlauf der Berufskarriere manifestiert haben. Zum anderen zeigt sich hier ein wesentliches Problem der Lehrplanarbeit, das darin besteht, dass die Lehrplantexte nicht gradlinig zur praktischen Realisierung führen", so Prof. Hummel.
Weitere Untersuchungen
Im Dezember 2007 startete das zweite Teilmodul der Studie "SportQ". Ziel dessen ist es, den "Zusammenhang zwischen motorischer Leistungsfähigkeit und dem sozioökonomischen Status sächsischer Schüler" zu analysieren. Das dritte Teilmodul, das im zweiten Quartal 2008 beginnen wird, untersucht die Wirksamkeit von Schulsport auf das individuelle gesundheitsbezogene Bewegungs- und Ernährungsverhalten von Schülern. Die Ergebnisse der gesamten Studie wird das Sächsische Staatsministerium für Kultus Ende 2009 präsentieren.Weitere Informationen erteilt Thomas Borchert, Professur Sportpädagogik/-didaktik, Telefon 0371 531-36817, E-Mail thomas.borchert@phil.tu-chemnitz.de.
Magdeburger Sportwissenschaftler gehen mit neuartigem Bewegungsprogramm gegen Übergewicht bei Kindern vor
Computer spielen kann schlank machen. Den Beweis tritt zurzeit das Institut für Sportwissenschaft der Universität Magdeburg mit einem Bewegungsprogramm für Kinder an. Unter dem Motto " mit Spaß Pfunde verlieren " trainieren vier Studenten zweimal wöchentlich mit 14 übergewichtigen Kindern zwischen 8 und 14 Jahren. Dabei kommt auch ein Computerspiel zum Einsatz, das in Japan entwickelt und in den USA erstmals zur Gewichtsreduzierung bei Kindern eingesetzt wurde. " Die Idee ist, dass sich Kinder bei zwei ihrer Lieblingsbeschäftigungen bewegen : Computer spielen und Musik hören ", erklärt Professorin Anita Hökelmann. Sie hat den sogenannten Dance Revolu tion Trainer von einem Sportkongress in den USA mitgebracht. So funktioniert das Gerät : Der Nutzer steht auf einer Tanzmatte, hört Musik und blickt auf eine Leinwand. Dort erscheinen nach oben wandernde Pfeile, die im richtigen Moment in Zielfelder gesteuert werden müssen. Je nachdem, wo der Pfeil auftaucht, muss der Nutzer auf der Tanzmatte seine Füße nach oben, unten, links oder rechts bewegen. Seinen Erfolg kann er auf der Leinwand anhand einer Trefferquote ablesen.
Zu den Trainingseinheiten gehören auch Übungen wie Slalomlauf, Seilspringen und Balancieren. " Es soll Spaß machen, aber auch anstrengend sein ", sagt Sportstudentin Susanne Held. Das Anfang des Jahres gestartete Bewegungsprogramm zielt darauf, die koordinativen und konditionellen Fähigkeiten übergewichtiger Kinder zu verbessern. Dazu zählen Reaktionsvermögen, Gleichgewichtssinn und Arm-Bein-Koordination ebenso wie Kraft, Ausdauer und Schnelligkeit.
Die Kinder sind mit großem Eifer bei der Sache. " Das Tanzen finde ich am besten, obwohl es am anstrengendsten ist ", sagt der elfjährige Marian aus Gerwisch ( Jerichower Land ). Sein zehnjähriger Freund Michael ergänzt : " Es muss auch anstrengend sein, sonst kommt ja nichts weg. Schließlich wollen wir abnehmen. " Der achtjährigen Constanze aus Magdeburg macht das Bewegungsprogramm im Gegensatz zum Schulsport großen Spaß. " Weil man hier mehr Spiele machen kann ", sagt sie.
Darauf zielen die Magdeburger Sportwissenschaftler ganz bewusst ab. " Nur wenn man körperlich gut ausgebildet ist und sich bewegen kann, macht einem Sport Spaß ", sagt Professorin Hökelmann. " Übergewichtige Kinder sind aber im Sportunterricht oft gehemmt. Hier sind sie unter sich und werden individuell betreut. "
Nach Studien ist jedes fünfte Kind in Deutschland zu dick. Ursachen sind vor allem Bewegungsmangel und ungesunde Ernährung. Übergewicht im Kindesalter kann Grundlage für spätere Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen sowie Bluthochdruck sein.
Das Bewegungsprogramm des Instituts für Sportwissenschaft läuft bis Ende März. Die vier Studenten, die regelmäßig die Entwicklung der Kinder messen, wollen die Daten als Grundlage für wissenschaftliche Arbeiten nehmen. Susanne Held und Fritzi Steglich schreiben ihre Examens-, Stefanie Bartelt ihre Magisterarbeit darüber. Hendrik Wenig nutzt die Auswertung für eine zweisemestrige Studienarbeit.
11.3. 2008 Heilbronner Stimme
Sport, ein vernachlässigtes Fach?
Dem Sportunterricht kommt eine hohe Wichtigkeit zu. Dennoch: Die Rumpfbeuge, bei der man mit der Fingerspitze den Boden berühren muss, schaffen 43 Prozent der Kinder nicht. Und ein Viertel treibt überhaupt keinen Sport mehr. Das sind ernüchternde Ergebnisse einer Untersuchung des Robert-Koch-Instituts. Rund jedes sechste Kind im Land ist zu dick. Die Bewegungserziehung spielt also eine gravierende Rolle in unserer Gesellschaft. Vor allem muss sie früh ansetzen. „Für die unter Zehnjährigen muss sie vielfältig und intensiv sein, damit die Kinder Spaß an der Bewegung entwickeln. Später schafft man das nicht mehr so leicht“, meint der Karlsruher Sportwissenschaftler Klaus Bös. So sind durchweg für alle Klassenstufen drei Turnstunden in der Woche vorgesehen.
Doch wie so oft klaffen Lehrplan und Wirklichkeit auseinander. Oftmals zieht der Sport im Vergleich zu anderen Fächern den Kürzeren. Von den ohnehin nur wenigen Stunden fallen auch noch einige aus. Im bundesdeutschen Schnitt findet jede vierte Stunde erst gar nicht statt. Von den drei Wochenstunden werden in der Regel nur 2,2 abgehalten, ist das Ergebnis der Sportstudie „Sprint“.
„In Baden-Württemberg werden die Vorgaben des Bildungsplanes grundsätzlich erfüllt“, sagt Susanne Neib. Die Sprecherin des Kultusministeriums rechnet vor, dass in der Grundschule sogar mehr Sportunterricht gegeben werde als vorgeschrieben. In der Hauptschule falle jede 27. Stunde aus. In der Realschule werde der Sollwert von 2,5 Stunden erreicht. Im Gymnasium falle jede 18. Stunde aus. Ob diese Zahl durch das sogenannte G8 anders ausfällt, kann die Sprecherin nicht sagen, da es noch keine Statistik dazu gebe. Grundsätzlich ist im Land jedenfalls eine Ausweitung des Sportunterrichts nicht geplant.
Teils liegt der Stundenausfall an fehlenden Fachlehrern. Bundesweit unterrichten an Grundschulen 50 Prozent Lehrer ohne Sportausbildung. Im Südwesten liegt die Zahl bei zwei Drittel. Grundsätzlich fehle es laut Neib im Südwesten nicht an ausgebildeten Sportlehrkräften. Oft gebe es aber auch keine geeigneten Turnhallen.
Wolf-Dieter Brettschneider, der 2004 die „Sprint“-Studie zum Sportunterricht in Deutschland mitverantwortete, wird konkret: „Sport ist ein vernachlässigtes Fach.“ Deutlich wird das an Teilzeit-Berufsschulen in Baden-Württemberg. Dort besteht zwar die Möglichkeit, Sport als Wahlpflichtfach anzubieten, wie Susanne Neib erklärt. „Allerdings orientieren sich die Schulen beim Wahlpflichtangebot in der Regel an den Wünschen der Ausbildungsbetriebe. Diese messen anderen Wahlpflichtangeboten, insbesondere dem berufsbezogenen Fremdsprachenunterricht und der Computertechnik, einen deutlich höheren Stellenwert zu, so dass Sport an der Teilzeit-Berufsschule eher selten angeboten wird“, so die Ministeriumssprecherin.
Und das, obwohl laut „Sprint“-Studie fast zwei Drittel der deutschen Schüler den Schulsport selbst für wichtig erachten und auch drei Viertel gerne diesen Unterricht besuchen. Viele der Kinder wünschen sich allerdings einen moderneren Unterricht mit Trendsportarten. In Baden-Württemberg, wo es Gestaltungsfreiheit im Bildungsplan gibt und nicht explizit Stundeninhalte vorgeschrieben werden, hat man reagiert. So wurden zum Beispiel Inline-Skating und Klettern aufgenommen.
10.03.2008 Abacho
Das Hannoveraner Integrationsprojekt Mädchen-Fußball läuft gut
Hannover-Vahrenheide ist ein trostlos-betonierter Stadtteil mit hoher Arbeitslosigkeit und hohem Ausländeranteil. Burcu Özdemir und Melis Kaya trotzen der Stimmung und haben Spaß: «Das ist unsere Lieblingssportgruppe», erzählt Burcu japsend und mit hochrotem Kopf. Beim wöchentlichen Training ihrer Mädchenfußballgruppe an der Fridtjof-Nansen-Schule zeigt sie Einsatz und Durchsetzungswillen - und genau das ist von den Organisatoren gewollt. Für ausländische Mädchen habe es einen besonderen Reiz, sich in männlich dominierten Sportarten zu beweisen, sagt der Osnabrücker Sportwissenschaftler Ulf Gebken. Denn dort könnten sie Anerkennung und Selbstbewusstsein erlangen, was ihnen in schwierigen sozialen und familiären Verhältnissen oft verwehrt bleibe. Die Fußballgruppe für Mädchen in Vahrenheide geht auf eine Initiative Gebkens zurück. Vor einigen Jahren hatte er für seine Töchter eine Fußballmannschaft auf die Beine gestellt und war über den enormen Zuspruch von Mädchen aus Einwandererfamilien überrascht.
Die Gründung von Mädchen-Fußball-AGs in Grundschulen und eine später folgende Mitgliedschaft in schulnahen Sportvereinen seien die Bausteine des Programms, sagt Gebken. Weil viele ausländische Eltern das deutsche Vereinswesen nicht kennen, gehe man zuerst den Weg über die Fußball-AGs in den Schulen. «Danach liegt es am Engagement der Vereine vor Ort, ob daraus etwas entsteht», betont er.
Dieter Schwulera, der Vorsitzende des Sportvereins Borussia Hannover, zeigt solches Engagement. Er ist begeistert, wenn er vom Training mit Burcu, Melis, Ayse oder Lorena erzählt: «Wir haben die Zeichen der Zeit erkannt», erläutert Schwulera. Die integrative Wirkung, die ein «normaler Sportverein» in sozial benachteiligten Stadtteilen haben könne, sei geradezu enorm.
In Schwuleras Verein sind inzwischen drei Mädchen-Teams der Fridtjof-Nansen-Schule im Alter von 8 bis 14 Jahren im Spielbetrieb angemeldet. Als er damals vom Schulleiter gefragt wurde, ob Borussia Hannover zum Kooperationsverein für die kickenden Mädchen werden wolle, sagte Schwulera spontan zu. «Anfangs wunderten sich die Traditionalisten der Borussia noch, als plötzlich kopftuchtragende Mütter am Spielfeldrand standen und ihren Töchtern beim Fußball zuschauten.»
Inzwischen seien die Mädchen so etwas wie Botschafter des guten Miteinanders geworden, sagt Schwulera. Die Skepsis einiger Eltern muslimischen Glaubens, ob die Mädchen unbehelligt vom oftmals recht rauen Umgangston gleichaltriger Jungs auf dem Vereinsgelände kicken könnten, sei inzwischen verflogen, sagt der Borussia-Chef.
Die Mütter Pervin Özdemir und Zekine Kayan sind Fans ihrer Fußball spielenden Töchter geworden - und beobachten aufmerksam das Training von Burcu und Melis. «Auch mein Mann findet es gut, wenn Melis hier Spaß am Fußball hat», erzählt Pervin Özdemir. Außerdem tue sie etwas Sinnvolles und man wisse, «dass sie in einer guten Umgebung ist». Nur Pervin Özdemirs achtjähriger Sohn nörgelt ein bisschen - er kann und will nicht verstehen, warum er als Junge bei der vergnügten Mannschaft seiner Schwester nicht mitspielen darf.
Das Projekt hat auch den Deutschen Fußball-Bund (DFB) überzeugt. Der DFB ist zusammen mit Sportvereinen in mehreren deutschen Städten in die Förderung von Mädchen mit sogenanntem Migrationshintergrund eingestiegen. Ab April soll das Programm zudem mit finanzieller Unterstützung des Niedersächsischen Innenministeriums auf die acht Städte Osnabrück, Delmenhorst, Stade, Lüneburg, Hildesheim, Wolfsburg, Nienburg und Salzgitter ausgeweitet werden. Eine entsprechende wissenschaftliche Begleitung des dreijährigen Projekts durch die Universität Osnabrück sei bereits unterschriftsreif, sagt Sportwissenschaftler Gebken.
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18.2. 2008 Ruhr Nachrichten
Bewegungsmangel - Experten schlagen Alarm
Zurück zur Kissenschlacht
Fast jedes fünfte Kind zeigt Schwächen in der körperlichen Leistungsfähigkeit und in der Bewegungskoordination. Tendenz: steigend.
Experten schlagen Alarm: Immer mehr Kindern und Jugendlichen gelingt es nicht, 30 Sekunden auf einem Bein stehend das Gleichgewicht zu halten. Einen Ball zu fangen, bereitet ihnen große Probleme: Den Körper auf das Ziel ausrichten, Arme und Hände entgegenstrecken und den Ball schließlich mit den Fingern umfassen – auch das gelingt vielen nicht. Experten machen Defizite im Sport- und Bewegungsangebot von Kindergärten und Schulen als Ursachen aus. Zugleich nehmen sie die Eltern in die Pflicht. „Es gibt einen Trend, Erziehung abzugeben“, sagt Klaus Völker. Der Direktor des Instituts für Sportmedizin an der Uni Münster wirft den Eltern vor, sich aus der Verantwortung zu stehlen: „Wer fährt denn noch mit seinen Kindern Fahrrad, läuft mit ihnen quer durch den Wald – über Äste und durch Gräben?“, fragt er. Völker appelliert an Mütter und Väter, wieder mit dem Nachwuchs herumzutollen, Feder- oder Fußball zu spielen – „schon eine Kissenschlacht ist ein enormer Reiz“. Der genauso viel bewirke wie Kurse zur psycho-motorischen Früherziehung.
Verstädterung wirkt sich negativ aus
Auch die zunehmende Verstädterung wirkt sich negativ auf die „Sportlichkeit“ aus. Werner Schmidt vom Institut für Sport- und Bewegungswissenschaften an der Uni Duisburg-Essen erinnert sich: „Früher haben wir am Straßenrand Fußball gespielt, das wäre heute viel zu gefährlich.“ In den Städten gebe es eben keine natürlichen Betätigungsräume mehr.Gravierend abgenommen hat die Alltagsbewegung: Immer mehr Eltern fahren ihre Kinder zu Schule, Sportverein oder anderen Terminen. „Schauen Sie sich das doch mal morgens an einer Grundschule an“, meint Völker. „Das ist das reinste Verkehrschaos.“ Früher seien die Kinder zu Fuß und mit dem Rad unterwegs gewesen.
Nur noch Sport in Kindergärten, Schulen und Vereinen
Nach Schmidts Erkenntnissen wird Kindern ab drei Jahren nur noch Sport in Kindergärten, Schulen und Vereinen geboten.
Dabei seien Erzieher in den Kindergärten nur bedingt für Bewegungs- und Sportangebote qualifiziert. „Sie haben keine Pflichtausbildung im Fach Sport“, sagt der Essener Wissenschaftler. Auch in den Schulen fehlten qualifizierte Sportlehrer.
Unterstützt wird Schmidt von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft. Die Sportkommission macht Unterrichtskürzungen und -ausfall, fehlende Sportstätten und -lehrer sowie nicht ausreichend qualifizierte Sportlehrkräfte für „eklatante Probleme und Defizite im Schulsport“ verantwortlich.Sportlehrerverband schlägt Alarm
Auch der Sportlehrerverband NRW in Krefeld schlägt Alarm: Gut die Hälfte des Sportunterrichts an Grundschulen geben Lehrer, die nicht dazu ausgebildet sind, weiß Helmut Zimmermann. Seit 1985 habe sich diese Situation nicht verändert. „Es ist schrecklich“, sagt der Verbandspräsident. Drei Stunden Sport pro Woche seien im Lehrplan vorgesehen. „Es wäre schön, wenn sie auch gegeben würden.“Sportmediziner fordert Bewegung als Leitbild
Klaus Völker geht sogar noch weiter, wünscht sich mindestens eine Schulsport-Stunde pro Tag. „Das wäre ein Riesenschritt nach vorn.“ Der Sportmediziner fordert „Bewegung als Leitbild“. Und Eltern, die Vorbild sind. Erwachsene müssten sich mindestens zwei Stunden pro Woche sportlich betätigen. Die Realität enttäuscht: „Keine zehn Prozent aller 50-Jährigen erreichen diesen Wert.“
11.2. 2008 Echo online
Eine Schulklasse bewegt sich
Humboldtschule: Lehrerin entwickelt für neues Schuljahr Konzept mit Schwerpunkten Sport, Gesundheit und Ernährung
Voraussetzung für die Einschulung in die Sportklasse ist die Teilnahme am Ganztagsprogramm, denn die Einheiten werden auch am Nachmittag abgehalten. „Mit Fächer übergreifendem Unterricht und Projektarbeit möchten wir bei dieser Klasse den Fokus auf gesunde Ernährung, Entspannung, Gesundheit und eben viel Bewegung legen“, erläutert Peggy Lebel ihr Konzept, das für die Rüsselsheimer Schullandschaft bislang einmalig ist, beim Tag der offenen Tür am Samstag. Es richte sich ausdrücklich an alle Schüler und nicht nur an besonders begabte Sportler – obwohl man letztere gegebenenfalls an Vereine weitervermitteln wolle.
„An der Alexander-von-Humboldtschule (Darmstadt) sind viele sportliche Kinder, die auf Grund ihres familiären Umfeldes nicht angebracht gefördert werden können“, stellt Peggy Lebel fest. Um dieses Defizit aufzufangen, hat die angehende Lehrerin für Sport und Englisch ein Konzept für eine Sportklasse entwickelt: Eine der nächsten fünften Klassen wird mit erweitertem Sportunterricht und Einheiten zu Ernährung und Gesundheit gefördert. In Zusammenarbeit mit den ortsansässigen Vereinen sollen die Kinder die Möglichkeit haben, Sportarten auszuprobieren, die im normalen Unterricht nicht berücksichtigt werden können, und das Sportabzeichen sowie andere Prüfungen abzulegen. „Wir möchten Sport in allen Facetten vorstellen und gleichzeitig die Verantwortung für sich und andere und damit das soziale Miteinander über den Sport fördern“, erläutert die Lehrerin. Die Humboldtschule eigne sich ob ihrer räumlichen Lage und der Nähe zu diversen Sportstätten für das Projekt besonders gut, findet sie.
Als Konzept der Zukunft sei ihr vor allem die Einbindung der Vereine wichtig, die ihrerseits wegen der Ganztagsangebote der Schulen oft Sorgen um ihren Nachwuchs hätten. Das Projekt soll eine Klasse das ganze Schulleben über begleiten – von der Fünften bis zum Abschluss.
„Bei uns bleiben die Klassen über die gesamte Schulzeit zusammen“, erläutert Schulleiterin Renate Pilgenröther die Konzeption. Sie nutzte den Tag der offenen Tür, um Werbung für ihre Schule zu machen. „Wir fördern nicht nur schwache Kinder, sondern auch die mit besonderem Potenzial“, erläuterte die Schulleiterin. So konnten die Eltern angehender Fünftklässler beim Schauunterricht die Leseförderung der Schule kennen lernen oder das Frühfranzösisch für die Kinder mit Gymnasialniveau.
Man wolle Talente auf allen Ebenen mobilisieren und biete dazu neben diversen außerschulischen Angeboten auch verpflichtende Einheiten in selbsttätigem Lernen und in Lerntechniken an. Die Förderung von Integration und sozialen Kompetenzen soll auch durch das neue Sportprojekt verwirklicht werden.
Peggy Lebel hat viele Ideen: Klassenfahrten mit Sportschwerpunkt, wie etwa die schon jetzt stattfindende Skifreizeit, stehen auf der Wunschliste der jungen Lehrerin, aber auch ambitionierte, Fächer übergreifende Unterrichtsideen. So habe sie beispielsweise schon Sport bilingual angeboten – ganz normaler Sportunterricht, nur eben auf Englisch.
9.2. 2008 Bildungsklick.de
"Als ob man körperliche Analphabeten entlassen würde"
Interview mit der Sport- und Erziehungswissenschaftlerin Prof. Dr. Renate ZimmerKinder brauchen Bewegung, denn Bewegung ist wichtig für ihre gesamte Entwicklung. Schließlich ist "begreifen" ein Synonym für "lernen". Kinder eignen sich die Welt durch Greifen, Tasten aber auch durch Krabbeln, Gehen, Rennen oder Klettern an. Aber Kinder haben immer weniger Bewegungsräume. Der Straßenverkehr macht das Spielen außerhalb geschützter Räume beinahe unmöglich und die reichhaltigen Medienangebote machen Kinder zu Stubenhockern. Durchschnittlich neun Stunden verbringen Grundschüler täglich sitzend – davon einen nicht unerheblichen Teil in der Schule.
Dabei könnten gerade Bildungsinstitutionen wie Kindergarten und Schule den Bewegungsdrang der Kinder fördern und fürs Lernen nutzen, meint die Osnabrücker Sport- und Erziehungswissenschaftlerin Prof. Dr. Renate Zimmer, die erst kürzlich für ihr Engagement zur Förderung von Bildung und Gesundheit durch Bewegung in Kindergärten und Schulen mit dem Bundesverdienstorden geehrt wurde. Frau Professor Zimmer, Sie haben immer wieder auf die Bedeutung der Bewegung für das Lernen hingewiesen. "Toben macht schlau" heißt eines ihrer Bücher. Alle Bundesländer haben in den letzten Jahren Bildungs- bzw. Orientierungspläne für den Kindergarten verabschiedet. An vielen haben Sie mitgearbeitet. Welchen Stellenwert haben da Sport und Bewegung?
Renate Zimmer: In allen Bildungsplänen ist der Bereich Bewegung verankert. Und der Stellenwert ist – gemessen an den anderen Bildungsbereichen – zum Teil sehr hoch. In NRW etwa gibt es vier Bildungsbereiche, davon ist einer Bewegung - das zeugt schon von einem sehr hohen Stellenwert. Allerdings muss ich dazu sagen, dass der Querschnittcharakter nicht deutlich genug herausgestellt wird. Die Tatsache nämlich, dass der Körper und die Bewegung Basis des Lernens sind. Im naturwissenschaftlichen Bereich etwa steht die sinnliche Erfahrung im Vordergrund oder bei der Entwicklung der Sprache gehen von Bewegung viele Sprachanlässe aus, die die Sprachentwicklung unterstützen. Hier gibt es ebenso wie auch bei der praktischen Umsetzung der Bildungspläne noch Nachholbedarf.
Die Kindergärten scheinen also auf dem richtigen Weg zu sein. Wie sieht es mit der nächsten Institution aus, mit der Schule?
Renate Zimmer: Auch in der Schule hat sich etwas getan, leider nur punktuell. Nach wie vor wird Schule von Stühlen und Tischen geprägt, ist Frontalunterricht eher angesagt als Gruppenunterricht. Die Schule fühlt sich mehr dem Geist verpflichtet und weniger dem Körper. Der Körper wird quasi als Gegenspieler des Lernens aufgefasst. Man muss ihm wohl seine Rechte geben, weil er sich sonst störend meldet, aber er wird nicht als Mittler des Lernens begriffen. Schulanfänger bringen ja eine ungeheure Neugierde und Lernbereitschaft mit. Sie sind sehr positiv der Schule gegenüber eingestellt. Gleichzeitig haben sie auch ein hohes Bewegungsbedürfnis. Es ist falsch, das gegeneinander auszuspielen. Man muss den Körper zum Verbündeten machen und die Bereitschaft des Kindes nutzen, mit dem Körper zu lernen. Ich sehe allerdings momentan eher gegenläufige Tendenzen. Schüler müssen sich schneller mehr Stoff aneignen, da sind körperliche Bedürfnisse eher störend. Das Lernen würde aber tatsächlich besser funktionieren, wenn die Körperlichkeit der Schülerinnen und Schüler mehr berücksichtigt würde. Alle Sinne einzusetzen heißt, dass der Stoff nicht nur besser verstanden wird, sondern, dass er auch besser im Gedächtnis verankert wird.
Aber kann man nicht auch die Lehrer verstehen, die sich nach mehr Ruhe sehnen? Für sie sind 25 oder mehr Kinder in einer Klasse, die auf ihren Stühlen kippeln oder beim Einmaleins lernen herumlaufen, sicher keine Idealvorstellung.
Renate Zimmer: Es geht nicht darum, jeden Unterricht bewegt zu gestalten, sondern das richtige Maß zu wählen. Kinder sollten sich im Klassenraum bewegen dürfen, sie müssen aber auch lernen, dass es Phasen der Ruhe und der Konzentration geben muss – für beides sollte der Unterricht Gelegenheiten bieten. Lehrerinnen und Lehrer können Bewegungspausen in den Unterricht einbauen, die vielleicht drei oder vier Minuten dauern. Sie können aber auch bewegtes Lernen praktizieren, indem Kinder etwas tun, was im Sinne des Lernstoffes ist. Ein Beispiel: Wenn im Unterricht die Präpositionen behandelt werden, kann man das durchaus in ein Bewegungsspiel mit Stühlen einbinden: also "auf dem Stuhl", "hinter dem Stuhl", "zwischen zwei Stühlen" – man kann eine Geschichte erzählen oder ein kleines Reaktionsspiel durchführen. So wird zum einen der Sinn der Präpositionen gelernt, gleichzeitig prägt sich der Lernstoff durch das wiederholte Üben besser ein und schließlich macht den Kindern solches Lernen Spaß. Bewegtes Lernen funktioniert übrigens auch zu Hause. Man kann etwa Vokabeln, Geschichtszahlen oder ein Gedicht beim Seilspringen üben.
Bewegung gehört ja zur Schule – zumindest im Sportunterricht. Doch der bekommt nicht unbedingt die besten Noten. Und schließlich klagen Eltern selten, wenn Sportstunden ausfallen, wohl aber über fehlenden Mathematikunterricht.
Renate Zimmerr: Das stimmt. Außerdem wird in keinem Fach so häufig fachfremder Unterricht erteilt. Viele denken: "Ein bisschen Völkerballspielen, das kriegt man ja wohl noch hin". Aber gerade im Sportunterricht besteht die Gefahr, dass Schüler unter- oder überfordert werden. Es gibt viele Kinder, die schwache Leistungen zeigen, aber es gibt auch Kinder mit starken Leistungen. Sportunterricht muss höchst differenziert ausgeführt werden und das kann nur, wer das Fach auch studiert und die entsprechenden Kompetenzen erworben hat.
Haben wir denn zu wenige ausgebildete Sportlehrer?
Renate Zimmer: Nein, daran liegt es überhaupt nicht, sondern es wird bei der Stellenbesetzung eher auf die Hauptfächer geachtet. Und gerade in der Grundschule, wo der Sportunterricht eine ganz entscheidende Rolle spielen müsste, wird einfach gesagt: "Na, dann übernimmt diese Kollegin das Fach Sport auch". Es gibt Schulen ohne einen einzigen ausgebildeten Sportlehrer.
Für etliche Fächer hat die Kultusministerkonferenz in den vergangenen Jahren Bildungsstandards entwickelt. Könnten Bildungsstandards möglicherweise das Fach Sport stärken?
Renate Zimmer: Bildungsstandards für das Fach Sport sind schwierig, weil die Voraussetzungen bei den Kindern so unterschiedlich sind. Dennoch finde ich es sinnvoll, Bildungsstandards aufzustellen, damit man einmal sieht, wie einfach die Forderungen sind: Jedes Kind sollte spätestens in der vierten Klasse schwimmen, sein Alter in Minuten laufen und mit einem Ball auf vielfältige Weise umgehen können. Wenn man dagegen sieht, wie viele Kinder nicht schwimmen können, wie viele nicht einen Ball aus einer bestimmten Entfernung auffangen können, dann ist das so, als ob man körperliche Analphabeten entlassen würde.
Hintergrund: Sport und Bewegung in Kita und Schule
Sie heißen "Bewegungskindergarten" oder "bewegter Kindergarten" - in den einzelnen Bundesländern gibt es bereits etliche Initiativen und Projekte, die bewegungspädagogische Konzepte in den Kindergärten umsetzen wollen. Vor gut vier Jahren hat außerdem die Deutsche Olympische Gesellschaft das Projekt "Kinder bewegen" gestartet, an dem derzeit bundesweit 26 Modellkindergärten teilnehmen. Schirmherrin ist Olympiasiegerin Rosi Mittermaier-Neureuther.Die SPRINT Studie (Sportunterricht in Deutschland) des Deutschen Sportbundes zum Schulsport hatte vor zwei Jahren aufgedeckt, dass jede vierte Sportstunde in den weiterführenden Schulen ausfällt und in den Grundschulen die Hälfte der Lehrer keine Sportausbildung hat. Und schließlich, so der Leiter der Studie, Prof. Dr. Wolf-Dieter Brettschneider von der Universität Paderborn, könne man vor allem dem Schwimmunterricht in Deutschland kaum noch die Note ausreichend erteilen. Das sei besonders besorgniserregend, weil im vergangenen Jahr so viele Kinder und Jugendliche ertrunken seien wie noch nie seit 1945.
In den gemeinsam erarbeiteten Handlungsempfehlungen zur Weiterentwicklung des Schulsports haben dann der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) und die Kultusministerkonferenz (KMK) im November 2007 unter anderem empfohlen, die Idee der "bewegungsfreudigen Schule" weiter zu verbreiten und Bewegungs-, Spiel- und Sportangebote als zentrale Bestandteile der Gesundheitsförderung zu entwickeln. Sportunterricht sei ein unverzichtbarer Bestandteil schulischer Bildung und Erziehung. Für die Primarstufe sei die tägliche Sportstunde wünschenswert und in den Sekundarstufen allgemein bildender Schulformen sollten drei Unterrichtswochenstunden die Regel sein.
8.2. 2008 Ärtzteblatt.de
Zwei von drei Kindern leiden unter Rückenschmerzen
Hannover – Kinderärzte diagnostizieren bei rund 68 Prozent aller 10- bis 16-Jährigen, Rückenschmerzen – das sind zwei von drei Kindern. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Marktforschungsinstitut TNS Healthcare im Auftrag der Kaufmännischen Krankenkasse (KKH). Befragt wurden Fachärzte für Kinder- und Jugendmedizin. Eine der Ursachen ist nach Ansicht von Ingo Kailuweit, Vorstandsvorsitzender der (KKH), der unzureichende Sportunterricht: „An deutschen Schulen werden wöchentlich nur circa zwei Stunden Sport erteilt. Das ist viel zu wenig, um Kinder auf ein gesundes Leben mit ausreichend Bewegung vorzubereiten.“ Daher sei es erforderlich, dem Schulsport mehr Bedeutung beizumessen.
Damit die Kinder mehr Freude an Sport und Bewegung entwickeln, fordert Kailuweit einen Schulsport ohne Leistungsdruck und plädiert für Sportunterricht ohne Zensuren und mehr interessenbezogene Schwerpunkte. „94 Prozent aller Kinderärzte halten Bewegung als wichtigste Therapie für die Behandlung von Haltungsschäden und Rückenschmerzen ansehen“, stützte der Vorstandsvorsitzende seine Forderungen.
Des Weiteren ergab die Umfrage, dass auch Haltungsschäden Kindern und Jugendlichen schwer zu schaffen machen: Bei 73 Prozent der Patienten zwischen 10 und 16 Jahren stellten Kinderärzte im vergangenen Jahr erworbene Haltungsschäden fest. Mehr als die Hälfte der befragten Kinderärzte gab zudem an, dass Muskel- und Skeletterkrankungen in den vergangenen fünf Jahren zugenommen haben. Fast zwei Drittel geht davon aus, dass diese Beschwerden bei Kindern in Zukunft auch noch weiter ansteigen werden.
Neben dem persönlichen Leid der Betroffenen ließe sich auch für das Sozialversicherungssystem und die Krankenkassen mit mehr Bewegung viel Geld sparen. „Bewegung muss daher so früh wie möglich in den Kinderalltag integriert werden“, betont Kailuweit.
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7.2. 2008 Sportunterricht.de
Einsatz von digitalen Medien im Schulsport
Am 26. September 2008 findet im Rahmen des JAHR DES SCHULSPORTS 2008 unter der Leitung des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus eine "Tagung zum Einsatz von digitalen Medien im Schulsport" in den Räumen der Sächsischen Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek statt.
Moderner Unterricht fordert die verstärkte Nutzung digitaler Medien. Zahlreiche Sportlehrbücher haben bereits CD-Beilagen, die interaktiv nutzbar sind. Digitale Animationen für sportliche Bewegungsabläufe können bei entsprechenden technischen Voraussetzungen auch in der Turnhalle eingesetzt werden, Wettkampfführung und -auswertung sind digital und online möglich. Der Einsatz digitaler Medien für und im Sport an sächsischen Schulen steht noch am Anfang und muss in einem modernen und effektiven Unterricht stärker als bisher genutzt werden.
Der geplante Sportlehrerkongress zum Thema „Mit digitalen Medien zeitgemäß und effektiv unterrichten“ soll interessierten KollegInnen aus Sachsen und anderen Bundesländern beispielhaft aufzeigen, welche vielfältigen Möglichkeiten aber auch Grenzen uns die moderne Technik für und im Sport bietet. Gleichzeitig möchten wir allen KollegInnen, die bereits digitale Medien in ihrem Unterricht einsetzen, ein Forum für den Erfahrungsaustausch bieten.
6.2. 2008 Pressetext.de
Kinder werden zu Sportmuffeln
forsa-Studie: Jedes dritte Kind in Deutschland macht keinen SportKinder verbringen immer mehr Zeit am Computer oder vor dem Fernseher - dies geht auf Kosten von Sport und Bewegung. Immerhin jedes dritte Kind in Deutschland verzichtet komplett auf Sport als Freizeitaktivität. Dies ist das Ergebnis einer forsa-Studie im Auftrag der Kinderschuhmarke Elefanten aus dem Januar 2008. Die Befragung bei fast 800 Eltern mit mindestens einem Kind unter 18 Jahren bestätigt, wovor Wissenschaftler schon lange warnen: Deutsche Kinder entwickeln sich immer mehr zu Sportmuffeln. Auch Kindergärten und Schulen tragen offenbar immer weniger zum Ausgleich dieses Defizits bei.
"Wenn Kinder immer weniger Sport machen, sehe ich darin eine gefährliche Entwicklung, denn Sport ist ein elementarer Faktor für einen gesunden Körper und Geist", erklärt Professor Dr. Klaus Bös vom Institut für Sport und Sportwissenschaften der Universität Karlsruhe. Auch er hat in einer Studie herausgefunden: Die Beweglichkeit unserer Kinder hat im Laufe der letzten 30 Jahre deutlich nachgelassen. "Jungen springen zum Beispiel aus dem Stand gut 12, Mädchen sogar 17 Zentimeter weniger weit als vor 30 Jahren", sagt Bös. Generell sind Sport und Bewegung bei Kindern rückläufig. Die forsa-Studie zeigt, dass sich fast 60 Prozent aller Kinder gar nicht oder weniger als eine Stunde pro Tag sportlich betätigen. Und auch das Toben an der frischen Luft ist heute bei den Kleinen nicht mehr angesagt. 36 Prozent der Kinder spielen im Durchschnitt weniger als eine Stunde draußen. Und 12 Prozent verzichten sogar vollständig darauf.
Beliebter in der Freizeit der Kinder sind heute Fernsehen und Computer. Fast 40 Prozent verbringen mindestens eine Stunde oder mehr an den elektronischen Geräten. Dabei ist bekannt: "Zu großer Fernsehkonsum fördert insbesondere Übergewicht", erklärt Professor Dr. Bös. Immerhin ist schon heute jedes dritte Kind unter zwölf Jahren zu dick.
Ballsportarten bei Kindern Nummer Eins
Bei den Kindern, die Sport treiben, sind die Ballsportarten nach wie vor ganz hoch im Kurs. Die Elefanten-Studie zeigt, dass sich jedes zweite sportbegeisterte Kind Fußball, Handball, Volleyball oder anderen Ballsportarten verschrieben hat. In der Beliebtheitsskala folgen Schwimmen (28 Prozent) und Turnen (26 Prozent).Positiv wirkt es sich aus, wenn die Eltern mit ihren Kindern Sport machen. Besonders beliebt sind Outdoor-Aktivitäten wie Wandern, Spazierengehen oder Radfahren. 74 Prozent der Eltern, die mit ihren Kindern zusammen Sport machen, entscheiden sich für diese Hobbys. Aber auch Ballspiele wie Fußball und Tennis (46 Prozent) und Beschäftigungen rund um den Spielplatz (41 Prozent) liegen hoch im Kurs.
Eltern wollen abwechslungsreichen Sportunterricht
Ein Problem für viele Eltern ist, dass sie immer weniger Zeit haben, sich um Sport und Bewegung ihrer Kinder zu kümmern. Denn die meisten Frauen sind heute nicht mehr ausschließlich für die Familie zuständig, sondern haben auch noch einen Beruf, dem sie zumindest in Teilzeit nachgehen. Durch die Doppelbelastung der Mütter in Beruf und Haushalt wird zwangsläufig die gemeinsame Zeit für Toben, Unternehmungen und Sport reduziert. Daher legen Eltern Wert darauf, dass Sport im Kindergarten oder in der Schule angeboten wird.So wünschen sich 57 Prozent der Befragten einen abwechslungsreichen Sportunterricht. 53 Prozent wollen für ihre Kinder attraktive Spielflächen an der Kindertagesstätte oder auf dem Schulhof. Die Praxis sieht jedoch anders aus: Es gibt immer weniger Sportangebote an den Schulen. Und auch die Kreativität des Sportunterrichts lässt zu wünschen übrig. "In Schulen wurde in den letzten Jahren in Technik wie Computer und Internet investiert. Turnhallen und Sportgeräte wurden aber vernachlässigt", sagt Andreas Ernst, der Staatsrat der Behörde für Bildung & Sport in Hamburg...
29.1. 2008 Kultusmisterium Thüringen
2009 wird "Jahr des Schulsports" in Thüringen
Kultusministerium und Landessportbund planen zahlreiche Aktivitäten
Das Jahr 2009 wird in Thüringen "Jahr des Schulsports". Nach 1999 und 2004 soll der Schulsport zum dritten Mal thematischer Schwerpunkt eines ganzen Jahres werden. Das vereinbarten der Landessportbund und das Kultusministerium gestern bei einem Spitzengespräch. Das Jahr des Schulsports soll in enger Verflechtung mit den Feierlichkeiten zum 250. Geburtstag von Johann Christoph Friedrich GutsMuths durchgeführt werden. Johann Christoph Friedrich GutsMuths hat in besonderer Weise Meilensteine für die Entwicklung des Schulsports und des Ehrenamtes in Thüringen und Deutschland gesetzt. Er wirkte jahrzehntelang in Schnepfenthal. GuthsMuths ist als Begründer der Turnbewegung weltweit bekannt geworden.
"Das Jahr des Schulsports soll jede Schülerin und jeden Schüler im Freistaat erreichen, ihnen Varianten von interessanten sportlichen Betätigungsfeldern anbieten und Grundlagen für langfristige sinnvolle sportliche Freizeitaktivitäten wecken. Dazu werden zahlreiche Aktivitäten Maßnahmen in partnerschaftlicher Zusammenarbeit von Landessportbund Thüringen und Kultusministerium geplant und durchgeführt" so Thüringens Kultusminister Prof. Dr. Jens Goebel (CDU) nach dem Gespräch.
Der Präsident des Landessportbundes Peter Gösel ergänzt: "Sport in den Vereinen aber auch in den Schulen sind wichtige Säulen des organisierten Sporttreibens für Kinder und Jugendliche. Er leistet damit auch einen spezifischen und unverzichtbaren Beitrag zur individuellen und sozialen Entwicklung von Kindern und Jugendlichen."
Ein positives Resümee zogen Gösel und Goebel bezüglich der Umsetzung der Kooperationsvereinbarung über die Zusammenarbeit zwischen Kindertageseinrichtungen, Schulen, Hochschulen und Sportvereinen. "Die seit 1996 bestehende und im Sommer 2006 von Landessportbund und Kultusministerium neu unterzeichnete Vereinbarung hat sich als Basis für eine im beiderseitigen Interesse bestehende partnerschaftliche Zusammenarbeit bewährt", so Goebel. Insgesamt konnten im Jahr 2007 für Kooperationsmaßnahmen finanzielle Mittel in Höhe von 170.000 Euro zu Verfügung gestellt werden. Davon hat das Kultusministerium 73.000 Euro zur Verfügung gestellt. Im Jahr 2007 konnten so 1.485 Kooperationsmaßnahmen gefördert werden, an denen 18.597 Kinder und Schüler beteiligt waren. Dabei wurden vorrangig Kooperationsmaßnahmen zwischen Kindertageseinrichtungen, Grundschulen und Sportvereinen gefördert. "Mit zunehmendem Alter der Schülerinnen und Schüler erhöht sich die Verantwortung der Sportvereine in diesem Entwicklungsprozess sowie die eigene Verantwortlichkeit für die Gesundheit und körperliche Leistungsfähigkeit. Dabei müssen wir die Vereine unterstützen", so Gösel abschließend.
24.1. 2008 "Die Zeit"
Nicht hängen lassen!
Sportunterricht kommt an deutschen Schulen zu kurz
In der Turnhalle der Reinhardswaldschule in Berlin-Kreuzberg ist es kalt. Ein Kippfenster lässt sich nicht mehr schließen. Sybille Röser bringt an diesem Dezembermorgen die Schüler der 1 und 2a dennoch ins Schwitzen. An einer der Übungsstationen rutschen die Jungen und Mädchen auf Teppichfliesen eine schräg gestellte Bank hinunter, an einer anderen sitzen sich zwei Schüler auf den Fliesen gegenüber und ziehen sich an einem Seil entlang aufeinander zu. Als Klassenlehrerin unterrichtet Sybille Röser ihre Schüler auch in Sport – obwohl sie darin nicht ausgebildet ist. »Ich habe mir Tipps von Kollegen geholt, Fachliteratur gelesen und Fortbildungen gemacht«, sagt die 43-Jährige. Ans Geräteturnen traut sie sich dennoch nur ungern heran, vor allem bei älteren Schülern. »Das ist mir zu riskant, weil ich nicht die richtige Hilfestellung geben kann...«
In Berlin werden 33 Prozent des Sportunterrichts an Grundschulen von Lehrern ohne Sportausbildung unterrichtet, bundesweit sind es gar 50 Prozent, wie die Schulsportstudie Sprint herausfand. Dabei ist nach Ansicht von Experten gerade in der Primarstufe qualifizierter Sportunterricht wichtig. »Die Bewegungserziehung für die unter Zehnjährigen muss vielfältig und intensiv sein, damit die Kinder Spaß an der Bewegung und ein gutes Körpergefühl entwickeln. Später schafft man das nicht mehr so leicht«, sagt der Karlsruher Sportwissenschaftler Klaus Bös.
Der Grund für den Sportlehrermangel ist das sogenannte Klassenlehrerprinzip, wonach die Klassenlehrer die Grundschüler in den ersten Klassen in sämtlichen Fächern unterrichten sollen. Daran will der Leiter der Sprint-Studie, Wolf-Dietrich Brettschneider, auch nicht rütteln. Er fordert aber: »Sport muss Bestandteil der Grundschullehrerausbildung werden, oder die Lehrer müssen sich fortbilden.«
Im deutschen Schulsport fehlt es nicht nur an Fachlehrern. Jede vierte Sportstunde findet erst gar nicht statt; von den drei Wochenstunden, die in der Regel in der Sekundarstufe auf dem Stundenplan stehen, werden im Schnitt nur 2,2 gehalten. Häufig fällt der Sport aus, weil Turnhallen und Leichtathletikanlagen sanierungsbedürftig sind. »Sport ist ein vernachlässigtes Fach«, so Brettschneiders Fazit. Seine stiefmütterliche Behandlung steht in krassem Gegensatz zur gestiegenen Bedeutung, die Ärzte und Wissenschaftler dem Schulsport zuschreiben. Auf Wiesen und Spielplätzen oder in Hinterhöfen toben und klettern, den Schulweg zu Fuß oder mit dem Rad zurücklegen, das machen immer weniger.
In den vergangenen 25 Jahren sei die Beweglichkeit der Kinder, ihre Kraft, Schnelligkeit und Ausdauer um 10 bis 15 Prozent zurückgegangen, so Sportwissenschaftler Brettschneider. Die Rumpfbeuge, bei der man mit den Fingerspitzen den Fußboden erreichen muss, schaffen 43 Prozent nicht mehr; ein Viertel der Kinder treibt überhaupt keinen Sport, wie eine Untersuchung des Robert-Koch-Instituts belegt.
Als Bewegungsmuffel haben sich in Studien vor allem Schüler aus sozial schwachen Familien und Kinder mit Migrationshintergrund erwiesen. Doch ausgerechnet an den Hauptschulen wird ein Drittel der Sportstunden fachfremd unterrichtet, und auch die Ausfallquote ist höher als etwa an Gymnasien.
»Ich merke ganz deutlich, dass viele Kinder vor dem Fernseher geparkt werden. Manche werden nie eine Rolle rückwärts hinkriegen«, sagt Ute Windelband. Ihre Schüler seien ängstlicher und weinerlicher als früher. Der Sportunterricht habe sich dem Leistungsabfall angepasst: »Kopfstand beispielsweise war früher Pflicht, das haben wir jetzt wegen des Verletzungsrisikos rausgenommen.« Auch den Hüftaufschwung am Reck übt sie mit den Kindern kaum noch, und beim Hochsprung gibt’s heute schon bei einer Höhe von einem Meter eine Eins, früher mussten die Schüler zehn Zentimeter mehr schaffen.
Damit die Kinder und Jugendlichen auf die von Medizinern für notwendig erachteten 60 Minuten sportliche Bewegung pro Tag kommen, fordern Experten die tägliche Sportstunde, wenigstens für die Grundschüler. Doch in den »Handlungsempfehlungen zur Weiterentwicklung des Schulsports«, welche die Kultusministerkonferenz (KMK) und der Deutsche Olympische Sportbund jüngst beschlossen haben, wird sie lediglich als »wünschenswert« erachtet. »Wir können das nicht vorschreiben, das muss sich jedes Bundesland selbst vornehmen«, sagt Burkhard Jungkamp, Vorsitzender der Kommission Sport der KMK. Das Papier enthält viele gute Wünsche. So sollen ausschließlich qualifizierte Lehrer Sportunterricht geben und sich möglichst viele Schulen »bewegungsfreudig« zeigen – mit Sportfesten beispielsweise oder Bewegungspausen im Unterricht. »Wann und wie das umgesetzt wird, bleibt völlig offen«, kritisiert Siegfried Eith, Sprecher der Sportkommission der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft.
Die Aussichten für eine Stärkung des Schulsports sind eher trüb. Denn die erfordert nicht nur mehr Personal, intakte Sportstätten und damit Geld, sondern auch Zeit. Doch schon jetzt zieht Sport, nicht zuletzt in Folge der Pisa-Tests, im Konkurrenzkampf mit den »harten« Fächern häufig den Kürzeren. So lassen viele Schulleiter Sport eher mal ausfallen als Mathe oder Deutsch.
Lehrer beobachten zudem, dass die Ganztagsschule die sportliche Aktivität der Schüler bislang eher bremst, anstatt sie anzukurbeln. Der Ganztagsbetrieb kollidiert mit den Sport-AGs, die viele Schulen häufig am Nachmittag anbieten. Konkrete Konzepte, wie sich Sport und Bewegung sinnvoll in den ganztägigen Schulbetrieb eingliedern lassen, beispielsweise durch Kooperationen mit Vereinen, vermisst GEW-Sportkommissions-Sprecher Eith. Auch der erhöhte Stundenumfang im auf acht Jahre verkürzten Gymnasium zwingt viele Jungen und Mädchen dazu, sich bei den Sportvereinen abzumelden.
Laut Sportwissenschaftler Bös muss die tägliche Sportstunde kein Wunschtraum bleiben. Er verweist auf eines der Modellprojekte, die er wissenschaftlich begleitet hat. So darf in der Grundschule des Städtchens Daun in der Vulkaneifel seit vier Jahren ein Teil der Schüler täglich für eine Stunde in die Sporthalle.
»Die Kinder der Sportklassen haben mehr Ausdauer, sind beweglicher und zeigen weniger Aggressionen«, berichtet Sportlehrerin Kerstin Scheid. Und die Sportschüler sind auch aufmerksamer, wie Tests mit einer Kontrollklasse ergeben haben. »Nach einer Sportstunde können sie auch in der letzten Stunde wesentlich konzentrierter arbeiten«, so Lehrerin Scheid. Viele Eltern würden ihren Nachwuchs jetzt am liebsten in die Sportklassen schicken. Das rheinland-pfälzische Bildungsministerium genehmigte die Zusatzstunden, doch in zwei Jahren ist damit Schluss. An der Schule denkt man jetzt schon darüber nach, wie sich die tägliche Sportstunde retten lässt.
Der ganze "Zeit"-Artikel
21.1. 2008 DOSB
DOSB, DFB, DTB und Land Sachsen gemeinsam für mehr Bewegung von Kindern
“Entdecke Deine Stärken” – unter diesem Motto setzt sich ab heute ein gemeinsames Projekt von DOSB, DFB, Deutschem Turnerbund und dem sächsischen Kultusministerium für mehr Bewegung von Kindern ein. Gemeinsam mit dem sächsischen Kultusminister Steffen Flath, DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach und DFB-Sportdirektor Matthias Sammer gab DOSB-Generaldirektor Michael Vesper heute in Dresden den Startschuss für das Projekt.
Vesper zu den Zielen der Kampagne: “Kinder sind die Zukunft unserer Gesellschaft. Kinder wollen sich bewegen, aber es wird ihnen leider abgewöhnt. Das hat langfristig negative Folgen für uns alle. Darum muss es das gemeinsame Ziel von Sport und Politik sein, alle Kinder eines Jahrgangs beweglich und gesund zu machen.” Neben einer umfassenden Aufklärungskampagne für Eltern und Pädagogen beinhaltet “Entdecke Deine Stärken” mit der Einführung von „Bewegungstrainern“ einen neuen Praxisansatz für den Alltag in Grundschulen und Kindertagesstätten. Die speziell geschulten Fachkräfte – ausgebildet und finanziert vom Kultusministerium – werden in Ergänzung zum bestehenden Sportunterricht eingesetzt.
Hauptziel ist es, mit spielerischen Übungen bei Kindern die vielfach unterentwickelten motorischen Grundfähigkeiten und den Spaß an Bewegung wieder zu stärken. Die ersten Trainer sollen ab September 2008 zum Einsatz kommen.
8.1. 2008 GesundheitPro
Schlank bleiben:Training im Team hilft
Sportunterricht spielt eine Schlüsselrolle dabei, das Gewicht niedrig zu halten
Schüler, die regelmäßig am Sportunterricht teilnehmen, behalten eher ihr normales Gewicht, als solche, die die davon befreit sind, berichten amerikanische Forscher von der Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health im Magazin Archives of Pediatrics and Adolescent Medicine. Jeder Tag mit Sportunterricht an einer Schule reduziere demnach die Chance, übergewichtig zu werden, um fünf Prozent. Bei fünf Tagen Sport pro Woche reduziert sich das Risiko so um 28 Prozent.
"Diese Ergebnisse unterstreichen die wichtige Rolle schulbasierten Sports, um das Risiko übergewichtiger Erwachsener zu senken", sagt Studienleiter Robert Blum. "Während Sportunterricht kein guter Abnehmhelfer ist, scheint es sich positiv auf das Halten eines gesunden Gewichts auszuwirken. Untersucht wurden mehr als 3300 Jugendliche der achten bis zwölften Klassen in US-Schulen. Ihre Werte wurden über fünf Jahre nach dem Verlassen der Schule noch einmal überprüft, um die Langzeitentwicklung einschätzen zu können.
Je mehr Sport die Schüler in der Schule betrieben, desto stärker waren die Auswirkungen auf das Gewicht im Erwachsenenalter. Schüler, die z. B. Rollerbladen, Radfahren oder Skateboarden als außerschulischen Sport zusätzlich betrieben, hatten das beste Ergebnis in der Langzeituntersuchung. Bei weniger als drei Mal Sport pro Woche war praktisch keine Auswirkung auf das Körpergewicht mehr festzustellen.
2.1. 2008 web.de
5 Stunden Sportunterricht
Großbritannien weitet Werbeverbot für ungesundes Essen aus
Mit dem Beginn des neuen Jahres ist in Großbritannien Werbung verboten worden, die Jugendlichen unter 16 Jahren Pommes Frites, Süßigkeiten oder andere Dickmacher schmackhaft machen will.
Seit Dienstag dürfen damit in den britischen Fernsehprogrammen mit dieser Zielgruppe keine Nahrungsmittel und Getränke mit hohem Fett-, Salz- oder Zuckergehalt mehr beworben werden.Mit der im vergangenen Jahr beschlossenen Maßnahme wurde ein Werbeverbot verschärft, das bisher Kinder im Alter von bis zu zehn Jahren besonders schützte.
Wegen schlechter Ernährung könnten offiziellen Angaben zufolge mehr als die Hälfte aller Briten in 25 Jahren fettleibig sein. Der britische Premierminister Gordon Brown hatte im Oktober ein umgerechnet 145 Millionen Euro teures Programm ins Leben gerufen, mit dem der Sportunterricht von wöchentlich zwei auf fünf Stunden erhöht werden sollte.
1.1. 2008 ARD
Doping-Prävention
Interview mit Prof. Udo Hanke"Es entsteht Trauer bei dem Zuschauer"
sport.ARD.de sprach mit DSLV-Präsident Udo Hanke.
Die Aufklärung von Jugendlichen über Doping steckte bislang in den Kinderschuhen. Im vergangenen Jahr ist etwas Bewegung in die Doping-Prävention gekommen: An der Pädagogischen Hochschule Heidelberg ist unter der Federführung von Prof. Gerhard Treutlein für zwei Jahre ein Zentrum für Dopingprävention eröffnet worden. Die NADA hat eine Präventionskampagne an den Eliteschulen des Sports gestartet. Auch der Deutsche Sportlehrerverband (DSLV) will bei einem Kongress im Mai über Dopingprävention reden. Prof. Udo Hanke - Präsident des deutschen Sportlehrerverbandessport.ARD.de: Sie haben gefordert, dass Doping auch an Schulen thematisiert werden muss. Wird das bislang nicht oder nicht ausreichend getan?
Prof. Hanke: Auf keinen Fall, das liegt aber an der strukturellen Problematik der Aufteilung in verschiedene Schulfächer in Deutschland in allen Bundesländern. Wir haben auf der einen Seite das Fach Religionslehre und Ethik, auf der anderen Seite Gemeinschaftskunde. Dann das dritte Fach ist die Biologie und das vierte Fach ist der Sportunterricht. In anderen Ländern gibt es so etwas wie das Fach Gesundheitserziehung, in angelsächsischen Ländern mit dem Begriff "Health Education", bezeichnet, in die auch die allgemeine Drogenprophylaxe, Sexualkunde, Ernährungslehre mit einfließen. Das haben wir nicht, so dass wir also kein institutionell verankertes Schulfach haben, in dem die Dopingprophylaxe mit eigenen Lehrplänen verortet ist. Es geht nur, wenn die Schulen Teams von Lehrern errichten, die wirklich zusammenarbeiten. Und zwar nicht nur punktuell oft passiert es im Kontext von Projektagen, und den Rest des Jahres ist es wieder null Thema.
In Deutschland gibt es 38 Eliteschulen des Sports. Dort müsste ja besonders über Doping gesprochen werden. Ist dort die Aufklärung über Doping im Lehrplan verankert?
Prof. Hanke: Hier an der Schule in Heidelberg ist das so, weil es dort einen hohen Anteil von Nachwuchssportlern gibt. Aufgrund meiner Einschätzung ist das Problem erkannt worden.
Kommt das Thema Doping in der Sportlehrer-Ausbildung angemessen vor?
Prof. Hanke: Ich kenne kein Sportinstitut, wo das nicht thematisiert wird. Es gibt drei Bereiche: Soziologie, Didaktik und Trainingslehre/Sportmedizin. Das ist diese Faktenwissen-Vermittlung - also: wie wirkt Doping, welche Substanzgruppen und Nebenwirkungen gibt es? Das ist Bestandteil der Ausbildung. Aber wir haben auch eine Generation von 40 aufwärts, die das vielleicht in diesem Umfang nicht mitbekommen hat. Und da geht es nur über die Weiterbildung.
Haben Sie selbst früher mal Leistungsport gemacht?
Prof. Hanke: Ich habe bis ich 20 war, selbst Leistungssport gemacht. Ich war Leichtathlet. Hoch- und Weitspringer - so bis zu den ersten sechs in der deutschen Jugendbestenliste im Hochsprung. Danach aber nicht mehr. Ich komme ursprünglich vom Turnen und dann bin ich zu groß und zu schlank geworden.
Sind sie als Jugendlicher mit der Dopingproblematik in Kontakt gekommen?
Prof. Hanke: Gar nicht. Null. Persönlich überhaupt nicht. Die einzige Problematik, die ich mal hatte, - es gab ja damals noch den Amateurstatus -, war, dass mir meine Eltern mal eine Tasche geschenkt hatten mit einem Adidas-Schriftzug drauf. Damit bin ich dann in den Innenraum gegangen und wurde dann des Platzes verwiesen, weil ich sonst gesperrt worden wäre wegen Werbung. Ich musste dann die Tasche rausstellen.
Glauben Sie denn, dass Doping den Sport kaputt macht?
Prof. Hanke: Sicher. Aber es wird es nicht schaffen. Ich glaube, niemand will wirklich den Gladiatorenkampf. Die Leute brauchen die klassische Illusion oder das Grundverständnis von Chancengleichheit, von Nicht-Betrug, von Nicht-Manipuilation ...
... brauchen die Illusion?
Prof. Hanke: Ich sage einfach, die Leute wollen es ja gar nicht wissen. Wenn sie es wissen wollen oder würden, würde ja das System zusammenbrechen. Menschen wollen nicht die Illusion, sie wollen einen sauberen Sport, sie wollen sich als Zuschauer eine Sportveranstaltung anschauen in dem Bewusssein: Es geht mit den Gesetzen des Sports richtig zu.
Sonst wäre es kein Sport, sonst wäre es Zirkus.
Prof. Hanke: Richtig, sonst wäre es Zirkus oder Gladiatorensport. Es entsteht ja Trauer bei dem Zuschauer, wenn er erfährt: Dieses Spiel war manipuliert, weil der Schiedsrichter bestochen war. Dieses Pferderennen war manipuliert, weil das Pferd gedopt war. Die Leistung, die ich bejuble, weil ich in Alpe d'Huez stehe und mir den Pantani ansehe, weil ich fasziniert bin, wie schnell der hochfährt, doppelt so schnell wie ich. Und dann gehe ich nach Hause und trauere, weil ich betrogen worden bin. Das heißt, das System will das eigentlich nicht. Also, engagierte und vom Sport, vom fairen und sauberen Sport überzeugte Menschen, wollen es nicht. Die wollen diese Grundprinzipien der Chancengleichheit.
Doping - Materialien und Aufgaben
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Bedeutung des Schulsports für lebenslanges Sporttreiben
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"Fit sein macht Schule" (Studie 2003)
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