Sportunterricht.de - Materialien für Lehrer und Schüler
Aktuelle Meldungen rund um den Schulsport
Sportunterricht.de - Übersicht
Aktuelle Beiträge zur Bedeutung des Sports in der Schule
Hinweise auf innovative Projekte
Weiterführende Links zum Thema am Ende des Artikels


Sportunterricht.de

19.12.2007 - DOSB

Schulsport tut Schule gut!

Zum fünften Mal schreiben DOSB und Deutsche Sportjugend den bundesweiten Förderpreis für Schulen 2008 als Beitrag zu einer Qualitätsinitiative für den Schulsport im Schuljahr 2007/2008 aus.
 
Gegenwärtig leben rund 6,75 Millionen ausländische Mitbürgerinnen und Mitbürger in Deutschland. Das bedeutet für unsere Gesellschaft eine neue, große Herausforderung und erfordert ein solides Integrationskonzept, das auf allen gesellschaftlichen Ebenen greift. 

Für eine langfristige Integration bietet der Sport mit seinen weitreichenden individuellen Chancen und sozialen Möglichkeiten ein wichtiges Handlungsfeld. 
Die Aufmerksamkeit richtet sichin Sport und Bewegung auf das Erleben, Erfahren und Verstehen
des Selbst und des Anderen. 

Sport leistet als einziges Bewegungsfach innerhalb der Schule einen spezifischen Beitrag für eine ganzheitliche Persönlichkeitserziehung. Es ist wichtig, dass auch in diesem Fach eine Sensibilisierung für das Thema Integration erfolgt. Deshalb sollen bei der diesjährigen Ausschreibung des Deutschen Schulsportpreises vor allem Schulsportprofile, Maßnahmen und Projekte in den Blick genommen werden, in denen die Integration von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund innerhalb der Schule durch Sport beschrieben wird. Andere Schulen, die sich auch in diese Richtung bewegen wollen, können damit wertvolle Empfehlungen zur Nachahmung
und Umsetzung mit auf den Weg gegeben werden. 

Ziel des Wettbewerbs
ist es, gute und damit beispielhafte Konzepte des Schulsports auszuzeichnen, die sich bereits über einen längeren Zeitraum in der Praxis bewährt haben. 

Teilnahmeberechtigt
sind Schulen aller Schulformen und -stufen der Bundesrepublik Deutschland sowie alle deutschen Schulen im Ausland. 
 




 

Sportunterricht.de

11.12.2007 - idw

Olympia in die Lehrpläne! KMK/DOSB-Empfehlungen umsetzen! Qualitätsansprüche im Schulsport realisieren!

Resolution des Bayerischen Aktionsbündnisses für den Schulsport
 
Als erstes universitäres Sportinstitut in Bayern stellt sich das Institut für Sportwissenschaft der Universität Augsburg ausdrücklich hinter eine sportpolitische Resolution, die das Bayerische Aktionsbündnis für den Schulsport e. V. am 3. Dezember 2007 veröffentlicht hat. 
Zum einen wird im Interesse einer gesamtgesellschaftlichen und nicht auf die Interessen des Hochleistungssports und der Wirtschaft beschränkten Unterstützung der Olympiabewerbung Münchens eine Verankerung der olympischen Erziehung in den Sportlehrplänen verlangt.

Weiterhin wird die Politik aufgefordert, Verantwortung für die schnellstmögliche Umsetzung der gemeinsamen Empfehlungen der Kultusministerkonferenz und des Deutschen Olympischen Sportbundes zur Weiterentwicklung des Schulsports in der bayerischen Schulpraxis zu übernehmen. 

Drittens schließlich erwartet die Resolution von der Bayerischen Staatsregierung eine rasche politische Entscheidung zu den vom Aktionsbündnis formulierten "Qualitätsansprüchen" für den Schulsport. Als Ansprechpartner steht am Institut für Sportwissenschaft der Universität Augsburg Prof. Dr. Helmut Altenberger (Telefon 0821/598-2800, helmut.altenberger@sport.uni-augsburg.de) zur Verfügung, der zugleich Vorsitzender des Bayerischen Aktionsbündnisses für den Schulsport e. V. ist. 
 
 


Sportunterricht.de

7.12.2007 - DOSB

„Kinder l(i)eben Sport“
Sport muss im Lebensalltag der Kinder selbstverständlich sein
 
„Die Kinder sind die Zukunft unseres Landes, und sie sind die Zukunft des Sports“, sagten die Innen- und Sportminister Dr. Ingo Wolf und Volker Bouffier bei dem Kongress „Kinder l(i)eben Sport“.

Ziel dieser gemeinsamen Veranstaltung der Länder Nordrhein-Westfalen und Hessen in Essen ist es, noch mehr Kinder für den Sport zu begeistern. Sport müsse zu einer Selbstverständlichkeit im Lebensalltag aller Kinder werden, so die Minister einhellig. Neben wissenschaftlichen Vorträgen zu ausgewählten Themen bot der Kongress viel Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch zwischen Praxis und Wissenschaft. 

„Je früher Kinder den Sport für sich entdecken, desto sicherer ist es, dass sie auch als Erwachsene Spaß an Sport und Bewegung behalten“, sagte der hessische Innenminister Bouffier. Dr. Wolf ergänzte: „Viele Kinder bewegen sich zu wenig, essen zu viel und zu fett und riskieren dabei ihre Gesundheit mit den uns allen bekannten Folgen. Wir wollen den Ursachen dafür nachgehen, Erfahrungen austauschen und Grundlagen auch für neue Initiativen legen“. 

Die Innen- und Sportminister konnten auf viele Projekte hinweisen, die sie gemeinsam mit den jeweiligen Landessportbünden erfolgreich durchführen. Die Minister betonten aber auch die integrative Kraft des Sports. „Wer gemeinsam für den Sieg trainiert und kämpft, überwindet sehr schnell kulturelle und ethnische Barrieren“, sagte Bouffier. „Wir müssen Vereine unterstützen, damit sie sich für Kinder mit Zuwanderungsgeschichte öffnen“, ergänzte Wolf. Beide Minister forderten aber auch mehr Engagement und eine stärkere Einbindung der Eltern - durch mehr Eigeninitiativen bei Bewegungsangeboten in unseren Bewegungskindergärten und bei vielen Vereinsangeboten. 

Kooperationspartner der Veranstaltung waren das Institut für Sportwissenschaft der Universität Duisburg-Essen, die Deutsche Sportjugend, die Sportjugend Nordrhein-Westfalen sowie die Hessische Sportjugend. Der Kongress wurde von der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung finanziell gefördert. Die Stiftung ist eine der wenigen großen Stiftungen in Deutschland, zu deren satzungsgemäßem Auftrag die Förderung des Sports gehört. Zahlreiche Förderprojekte haben sich dem Thema „Kinder und Sport“ in seinen vielfältigen Facetten gewidmet. Die Stiftung hat in den rund 40 Jahren ihrer Tätigkeit Forschungsarbeiten in den Bereichen Sportwissenschaft und Sportmedizin ebenso unterstützt wie Stadtteilprojekte zur Betreuung und Integration benachteiligter Kinder und Jugendlicher.
 



Sportunterricht.de

7.12.2007 Alzeyer Anzeiger

Alte Sportart voll im Trend 
Seilspringen soll Gesundheit der Wöllsteiner Grundschüler fördern 
 
Spring dich fit. So könnte das Motto eines Projekts lauten, das nun an der Wöllsteiner Grundschule vorgestellt wurde. Die Deutsche Herzstiftung und das Bildungsministerium des Landes hatten die Idee zu "skipping hearts", was so viel heißt wie "hüpfende Herzen."

Eva ist nass geschwitzt und hat ganz rote Backen. Seit eineinhalb Stunden ist sie schon mit ihren Klassenkameraden von der 4c in der Turnhalle der Grundschule und hüpft Seil. Alle Kinder tragen ein weißes T-Shirt, auf dem drei Seil springende Herzen abgebildet sind. Die Shirts sind den meisten viel zu lang, doch das stört sie überhaupt nicht. Nicht nur Eva hüpft und hüpft und hüpft. Mit Vanessa schafft sie das sogar schon synchron: Die Neunjährigen üben Drehungen und kreuzen die Arme vor dem Körper, bevor sie übers Seil springen.

Vanessa muss verschnaufen, aber nur kurz. Sie will gleich weitermachen, denn: "Das macht einen Riesenspaß", lacht sie. Zu Hause hat sie nicht nur ein Seil, sondern "eine Menge", sie ist keine Anfängerin mehr. Doch auch wer noch nie ein Seil in der Hand hatte, macht bei der kleinen Vorführung mit, um zu zeigen, wieviel Spaß Seilspringen machen kann. Am Projekt waren die Klassen 3b und 4c beteiligt, ihre Schulfreunde beobachteten sie neugierig und auch ein bisschen neidisch vom Schulhof aus. Anika Herbrik leitete den Workshop und machte den Kindern vor, was man mit einem Seil und zwei Beinen so alles anstellen kann. Birgit Pfirrmann, der Erfinderin des Projekts, war es wichtig, "dass Schüler dazu motiviert werden, langanhaltend Sport zu treiben." Auch Professor Dr. Hellmut Oelert von der Deutschen Herzstiftung war froh, dass eine "alte Sportart" wieder auflebe und die Kinder hier spielerisch etwas für ihre Gesundheit tun könnten.

Bisher haben sich rund 200 Grundschulen in Rheinland-Pfalz für den Basiskurs, wie er in Wöllstein durchgeführt wurde, angemeldet. Schüler der vierten Klassen und der Orientierungsstufe können dann auch die zweite Stufe erklimmen und zum "Skipping Hearts Champion" werden.

In der Ganztagsgrundschule Wöllstein wird ab sofort das Seilhüpfen in den regulären Sportunterricht integriert werden. Schulleiterin Elfi Pfeiffer hat schon einen Klassensatz Seile bestellt, damit sich die Kinder auch in der Mittagspause hüpfend vergnügen können. 

Und als die 45 Hüpfer der 3b und 4c zeigen, wie man einbeinig springt, zu zweit oder über Kreuz, da klatschen auch einige Mütter, bei denen Kindheitserinnerungen wach wurden und die zuschauenden Schüler, die ein bisschen traurig sind, dass sie nicht beim Projekt dabei sein konnten. Zum Schluss dürfen dann aber auch sie zum Seil greifen - und lassen sich nicht zweimal bitten. Das Hüpffieber ist ansteckend. Und wofür das gut ist, das weiß Elena (10): "Dass ich fit und gesund bleibe." Auch wenn ihr nach knapp zwei Stunden mit dem Seil die Puste ausgeht. Dagegen hilft: "viel trinken 
 
 



Sportunterricht.de

29.11. 2007 - DOSB Presse

Netzwerk für kindgerechtes Spielen und Lernen
Heidelberger Ballschule stellt das Nachwuchstraining auf den Kopf
 
Die Heidelberger Ballschule lehrt Kindern zwischen fünf und acht Jahren das ABC des Spielens. Die Botschaft heißt spielen, statt üben: Professor Klaus Roth (Universität Heidelberg) plädiert für spielerische, kindgemäße Vielseitigkeit im Training: „Wir wollen ein vielseitiges, kindgerechtes Bewegungsangebot bereitstellen.

Die Idee der Ballschule möchte die Verwandtschaftsmerkmale der Sportspiele identifizieren.“ Sportwissenschaftler Roth ist mit Dr. Daniel Memmert Erfinder der Heidelberger Ballschule. Das Talentförderprojekt hat sich inzwischen zum Kindersportangebot entfaltet. 1998 gegründet und getragen von einem Förderverein, erreicht es heute über 100 Sportvereine, 75 Grundschulen und gut 6.000 Ballschulkinder und stellt Nachwuchsarbeit und Leistungsförderung auf den Kopf. Breitgefächert, sportartübergreifend, spielorientiert, setzt das offene Bewegungsangebot auf kindgemäße Vielseitigkeit: Dabei sein und Spaß haben. Roth: „Unsere Ballschule soll nicht nur Ersatz für die verloren gegangene Straßen-Spielkultur sein, sondern auch dem Bewegungsmangel der Kinder entgegenwirken.“

Die Praxis spricht häufig eine andere Sprache: „Viele Kinder werden trainiert, bevor sie überhaupt spielen gelernt haben.“ Roth sieht für Kinder im Einstiegsalter von fünf bis sieben Jahren keinen Grund, sich früh zu spezialisieren. Wer stur Sportart, Technik und Taktik predigt, riskiert den Ausstieg schon im Jugendalter. Die Ballschule möchte dagegen den Kindersport in den Bereichen Talententwicklung, Breiten- und Schulsport und Sporttherapie gezielt fördern. Roth: „Bei uns lernen die Kinder erst spielen, bevor sie in Vereinen spezialisiert werden. Kinder sind keine Spezialisten, sondern Allrounder. Einseitige Ausbildungen können dazu führen, dass die Kinder frühzeitig die Lust an ihrem Sport verlieren und dann langfristig nicht den gewünschten Erfolg haben.“ Das Fundament der ganzheitlich und ganzkörperbetonten Heidelberger Ballschule bildet das sportartübergreifende Angebot. Erst danach entlässt sie die Kinder in die Sportarten. "Im Idealfall haben die Kinder mindestens vier Jahre erst einmal Spielen gelernt." Kindgemäß meint Grundkompetenzen von Taktik, dazu motorische Basisfähigkeiten und -Fertigkeiten (Bewegungslernen). Spielen ist der Zugang in den Ballsportarten. Koordination geht vor Kondition.

Videos und Analysen des Instituts für Sportwissenschaft der Universität Heidelberg unterstreichen: Taktik wie Technik lassen sich mit spielerischen Übungen wirksam vermitteln: Anbieten, Ball sichern, Lücken erkennen, Überzahl ausnutzen (Taktik). Ballgefühl, Zeitdruck, Präzisionssicherheit, Belastungsdruck (Bewegung). Flugbahn des Balles, Mitspieler, Gegenspieler erkennen, Laufwege bestimmen, Ball sichern, Ball abgeben (Technik). Über drei Mal sieben Verwandschaftsmerkmale möchte die Ballschule in den ersten beiden Jahren Basiskompetenzen vermitteln. In Stufe zwei geht es in die Spezialisierung. Die spielerische Linie bleibt erhalten. Inzwischen existieren drei Lehrpläne: Ballschule, Ballschule für Rückschlagspiele und für Wurfspiele. Roth: „Jedes Spiel, jede Übung steht für sich.“ ...

Eine von den Heidelberger Sportwissenschaftlern angestellte „Pisastudie für Motorik“ sieht deutsche Kinder auf hinteren Rängen. Obwohl er Beweismangel für Bewegungsmangel sieht, betont Roth: „Wir können es uns eigentlich nicht leisten, Defizite erst nachzuweisen, bevor wir dagegensteuern.“ 20 Prozent übergewichtige Kinder, 35 bis 65 Prozent mit Haltungsschäden sind Reizschwellen in der Mangeldiskussion beim Thema Kinder und Bewegung, das Hochkonjunktur hat. „Eine Stunde Bewegung pro Tag liegt bereits unter der kritischen Mangelgrenze der Weltgesundheitsorganisation (WHO).“ Dazu hat die Wissenschaft herausgefunden: Bewegungsmangel geht einher mit der kognitiven Lernleistung. Roth: „Bewegungsaktivitäten steigern kurzfristig Lernbereitschaft und -Leistung und langfristig Gesundheitseffekte.“

Mehr als zehn Prozent der Schulkinder sind übergewichtig. Bei den veränderten Freizeitbedingungen haben es die Kinder nicht leicht, selbst Bewegungsräume zu finden. In den üblichen Angeboten verlieren Übergewichtige schnell den Spaß am Sporttreiben. Deshalb hat das Institut für Sport und Sportwissenschaft der Universität Heidelberg, dessen Direktor Roth ist, ein spezielles Bewegungsprogramm konzipiert. Im Vordergrund steht zunächst Spaß an körperlicher Aktivität zu finden. Gemeinsam werden Kompetenzen für das Ballspielen erworben. Das spielende Fitnesstraining wird oft gar nicht als solches empfunden. Roth: „Wer erst einmal mit dem Ball umgehen kann, hat es später leichter, im Verein oder in der Schule ein passendes Angebot für sich zu finden.“ Zusätzlich hilft Ernährungsberatung, Ess- und Trinkgewohnheiten dauerhaft zu verändern. 



Sportunterricht.de

28.11. 2007 - Oberhessische Presse

Schule bewegt Schüler: Runter vom Sofa und raus in den Wald

Stadtallendorf. Hessens Kultusministerin Karin Wolff hat gestern einen Aktionstag zum Thema „Sitzen und Bewegung im Unterricht“ an der Stadtallendorfer Südschule besucht. 
Das Thema Bewegung ist an der Stadtallendorfer Grundschule nicht neu. Dort wird sich bereits seit einigen Jahren mit dem Thema Gesundheitsförderung beschäftigt. Dabei steht den Schülern ein breites Angebot aus den Bereichen Sport. Bewegung und gesunde Ernährung zur Verfügung.
Karin Wolff lobte diese Entwicklung: „Bewegung in der Schule ist mehr als nur der Sportunterricht“, sagte die Ministerin. Vielmehr könne durch die Einbindung gesundheits- und lernwirksamer körperlicher Aktivitäten eine Rhythmisierung des Schulalltags erreicht werden. Außerdem könnten mit Hilfe der schulischen Gesundheitsförderung die persönlichen und sozialen Lernkompetenzen von Schülern nachweislich gefördert werden.

Wolff verwies dabei auf das Programm ihres Ministeriums mit dem Titel „Schule und Gesundheit“. In diesem Programm wird die Gesundheitsförderung als Bestandteil mit in das schulische Lernen einbezogen. Den Schülern wird dabei vermittelt, was sie zur Förderung der eigenen Gesundheit brauchen. Der Hintergrund: eine wachsende gesundheitliche Belastung von Kindern und Jugendlichen durch Bewegungsarmut, Haltungsschäden, motorische Störungen und Übergewicht.

Die Beratung der Schulen erfolgt dabei durch die Staatlichen Schulämter oder durch Kooperationspartner des hessische Kultusministeriums.

Wolff sagte, es gebe 1.000 gewichtige Gründe, um das Thema Bewegung in der Schule aufzugreifen. Man dürfe nicht warten, bis sich die Erwachsenen in Bewegung setzen und die Kinder mitnehmen. Vielmehr hoffe man, dass die Kinder Bewegungsimpulse mit nach Hause nehmen. Das Motto: Runter vom Sofa, weg vom Fernseher und raus in den Wald.

Kinder im Grundschulalter hungern förmlich nach Bewegung, die nach Ansicht von Dr. Dieter Breithecker ein Grundbedürfnis sei. Breithecker ist der Leiter der Bundesarbeitsgemeinschaft „Haltungs- und Bewegungsförderung“, die der Kooperationspartner des Kultusministeriums ist. Er bezeichnete die Arbeit, die in Hessen zum Thema Schule und Bewegung geleistet werde, als einzigartig. Und das breit gefächerte Angebot an der Stadtallendorfer Grundschule sei ein Vorbild für andere Schulen.

Schulleiterin Elfriede Wollmer berichtete, dass die Arbeit bereits Früchte trage. Sie beobachte bei den Schülern eine positive Entwicklung in vielen Bereichen, im Verhalten, bei motorischen Fähigkeiten und beim Lernen. Auch „XXL-Kinder“ würden bei Bewegungs- und Sportangeboten begeistert mitmachen.

Breithecker ergänzte, dass durch gezielte Bewegungsangebote ein Teufelskreis durchbrochen werden könne. Denn übergewichtige Kinder isolierten sich oft und würden depressiv. Aus Frust würden sie dann noch mehr essen – das Problem mit dem Übergewicht würde verstärkt. Durch frühzeitige Förderung in der Grundschule könne man solche Probleme noch lösen. „Durch ihre Leistungen werden die Kinder dabei motiviert“, stellte Breithecker fest.

Die Schulleiterin sagte, dass ein Ganztagsangebot die logische Fortsetzung des Projektes sei, um das Gesundheits-Angebot der Schule zu erweitern und auch auch enger mit dem Schulalltag zu verknüpfen.

Gerhard Müller vom Staatlichen Schulamt sagte, dass die Stadtallendorfer Grundschule auch wegen ihres Gesundheitsprogramms auf der Prioritätenliste für Ganztagsschulen im Kreis ganz oben stünde. 
 



Sportunterricht.de
 

26.11.2007 -  DOSB

Jetzt bewerben für den Deutschen Schulsportpreis 2007/2008

Der Deutsche Schulsportpreis zeichnet gute und damit beispielhafte Konzepte des Schulsports aus, die sich bereits über einen längeren Zeitraum in der Praxis bewährt haben.
 
In der diesjährigen Ausschreibung sollen vor allem Schulsportprofile, Maßnahmen und Projekte in den Blick genommen werden, in denen die Integration von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund innerhalb der Schule durch Sport beschrieben wird. 
Sport leistet als einziges Bewegungsfach einen spezifischen Beitrag für eine ganzheitliche Persönlichkeitserziehung. Es ist wichtig, dass auch in diesem Fach eine Sensibilisierung für das Thema Integration erfolgt. 

Teilnahmeberechtigt sind Schulen aller Schulformen und -stufen der Bundesrepublik Deutschland sowie alle deutschen Schulen im Ausland. Kooperative Bewerbungen von zwei oder mehreren Schulen sind möglich. Bewerbungsschluss ist der 15. März 2008. Der Deutsche Schulsportpreis ist mit insgesamt 10.000 Euro dotiert, der Erstplazierte erhält 5.000 Euro, für die Plätze zwei und drei gibt es 3.000 bzw. 2.000 Euro. 

Die Verleihung der Preise findet im Juni 2008 im Rahmen einer Festveranstaltung im Bundeskanzleramt in Berlin statt. Schirmherrin ist diesmal Prof. Dr. Maria Böhmer, die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration. 

Die Bewerbungn sind in digitaler Form mit Anschreiben der Schulleitung, Beschreibung des Schulsportkonzeptes  sowie ggf. mit Anhang (Fotos, Presseberichte, mediale Präsentationen) zu richten an: Deutsche Sportjugend im Deutschen Olympischen Sportbund e.V., Peter Lautenbach, Otto-Fleck-Schneise 12, 605528 Frankfurt am Main. 

Für Rückfragen steht Ihnen Peter Lautenbach unter 069 6700 336 oder E-Mail: lautenbach(at)dsj.de gerne zur Verfügung.
 
 



Sportunterricht.de

21.11.2007 -  DOSB

Schwimmuntericht muss wieder größeres Gewicht erhalten
Bäderschließungen sowie der Rückgang des Schulschwimmens führen zu dramatisch abnehmender Schwimmfähigkeit der Kinder.
 
Die Erfolge einer systematischen Schwimmausbildung der letzten Jahrzehnte und die ereichten Sicherheitsstandards sind gefährdet, heißt es in der Abschlusserklärung des 2. Symposiums Schwimmen, das die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft  (DLRG) vom 15.-17. November in Bad Nenndorf veranstaltet hat. 

Schwimmsportqualifikation für Grundschullehrer 
Nach Meinung von über 300 Wissenschaftlern und Experten muss der Schwimmunterricht wieder größeres Gewicht erhalten. Für Stadt- wie Landschulen  muss der regelmäßige Zugang zu Schwimmbädern organisatorisch wie finanziell wieder sichergestellt werden. Prof. Dr. Wolf-Dieter Brettschneider hat in der von ihm koordinierten SPRINT-Studie ermittelt, dass 20% der Schulen kein Schwimmbad mehr zur Verfügung steht. Vor dem Hintergrund, dass etwa 50% der Grundschullehrer fachfremd unterrichten, forderten die Kongressteilnehmer, die Schwimmsportqualifikationen vor allem der Grundschullehrer zwingend zu fördern und deutlich zu verbessern. Zur Aufwertung sollten die schwimmerischen Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler in der Sportnote berücksichtigt werden oder in einem zusätzlichen Zeugnisvermerk über die Schwimmfähigkeit dokumentiert werden, wie es auch Liesel Westermann-Krieg, Ministerialrätin im niedersächsischen Kultusministerium, vorgeschlagen hatte. 

Bäder und Ausbildung notwendig
In seiner Zusammenfassung sagte der Sportwissenschaftler Prof. Kurt Wilke, dass Investitionen in Bäder nicht nur aus betriebswirtschaftlicher Sicht gesehen werden dürften, sondern auch als verpflichtende Aufgabe einer aktiven Sicherheits- und Gesundheitsvorsorge. An die Badbetreiber gewandt sagte Wilke: „Nur wer heute für den Anfängerschwimmunterricht geeignete, preisgünstige Wasserflächen anbietet, erhält sich die Kunden von morgen.“ Dr. Thomas Poller, Beauftragter der Kommission „Sport“ bei der Kultusministerkonferenz (KMK), sagte, dass Schwimmen eine herausgehobene Position im Schulsport habe und sich die KMK mit der Situation des Schwimmens befassen werde. 

Für den Symposiumsveranstalter DLRG zog ihr Präsident Dr. Klaus Wilkens folgendes Fazit: „Schwimmen ist eine gesunde Sportart, die lebenslang betrieben werden kann. Um dies den Kindern zu vermitteln, brauchen wir Bäder und Ausbildung. Hier ist die Politik gefordert, ihre Bäderpolitik wieder so auszurichten, wie sie in den 60er und 70er Jahren mit dem Goldenen Plan erfolgreich war und zu eine signifikante Reduktion der Ertrinkungszahlen  geführt.“ Die DLRG bietet an, Schwimmausbildung im vorschulischen und schulischen Bereich zu qualifizieren. Diese Kooperation könnte die Schwimmfähigkeit wieder auf ein Niveau von über 90% und das Ertrinken „aus der Mode“ bringen...
 
 


Sportunterricht.de

21. 11. 2007 - SWR

Sportprojekt an Ganztagsschulen

Ein vom Landessportbund (LSB) Rheinland-Pfalz angeregte bundesweite Pilotprojekt "Regio BIG" (Regionale Beratung für Sport im Ganztag) ist in Mainz vorgestellt worden. Die Initiative zur Erweiterung des Sportangebots an Ganztagsschulen wird vom Bildungsministerium des Landes mitfinanziert. 

Dabei sollen Schulen und Sportvereine miteinander vernetzt werden, um ein breiteres Freizeitangebot in Ergänzung zum Schulsport zu schaffen. Die Bedürfnisse der Schüler nach Bewegung würden durch den regulären Sportunterricht allein nicht abgedeckt, sagte Bildungsstaatssekretärin Vera Reiß (SPD). 

Die Zahl der Ganztagsschulen nehme schnell zu, sagte Reiß. Das erschwere eine sinnvolle Freizeitplanung. Mit dem zunächst auf drei Jahre begrenzten Pilotprojekt könne dem zunehmenden Bewegungsmangel von Jugendlichen entgegengewirkt werden. In enger Zusammenarbeit mit den Schulen sollen die Vereine den Schülern eine größere Auswahl an sportlichen Aktivitäten bieten, die sich an deren Wünschen orientieren.

Moderne Sportarten sind gefragt 
LSB-Vizeepräsident Günter Berg betonte, Jugendliche seien leichter mit moderneren Sportarten wie Kanufahren, Inline-Skating oder Bogenschießen zu begeistern. Im Zuge des Projekts hat das Land außerdem eine Stellenbörse im Internet eingerichtet, in der Vereine, Trainer und Schulen Stellenangebote im Bereich Ganztagsschule einsehen, aber auch selbst veröffentlichen können. 
 


Sportunterricht.de
 

20.11.2007 - DOSB

Handlungsempfehlungen für den Schulsport
 
  DOSB und Kultusministerkonferenz (KMK) beschließen die gemeinsam erarbeiteten Handlungsempfehlungen zur Weiterentwicklung des Schulsports in Berlin. Damit bekräftigen sie ihren Willen zur Fortsetzung der partnerschaftlichen Zusammenarbeit.

“Unser gemeinsames Ziel ist die qualitative und quantitative Verbesserung des Schulsports in unserem Land. Der DOSB steht bereit, seine Fähigkeiten, etwa in der Verknüpfung von schulischen und außerschulischen Sportaktivitäten, noch stärker einzubringen”, erklärte Doll-Tepper. Jungkamp ergänzte, dass die aktuelle Entwicklung im Bildungsbereich große Chancen bietet: “In Zeiten von Pisa und der bundesweiten Entwicklung in Richtung offene Ganztagsschulen gehört der Sport zur Ausbildung von Kindern und Jugendlichen elementar dazu. Die hier vorgelegten Handlungsempfehlungen werden wir im Kreis der KMK auch konkret auf ihre Umsetzung in den Ländern abfragen.”
Gemeinsames Ziel ist es, die Qualität des Schulsports nachhaltig und systematisch weiterzuentwickeln sowie die Angebote der Sportvereine qualitativ und quantitativ auszugestalten.
Das siebenseitige Papier greift die vier Themenbereiche auf, die in der anlässlich der 2. Gemeinsamen Fachtagung „Perspektiven des Schulsports“ am 12. Dezember 2005 in Karlsruhe gemeinsam vom damaligen Präsidenten des Deutschen Sportbundes (DSB) und der Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK) unterzeichneten Erklärung genannt werden:

Schule als Bewegungs-, Spiel- und Sportwelt
Hier wird insbesondere empfohlen, die Idee der „bewegungsfreudigen Schule“ weiter zu verbreiten und Bewegungs-, Spiel- und Sportangebote als zentrale Bestandteile der Gesundheitsförderung so zu entwickeln, dass sich Sportunterricht und Bewegungszeiten sinnvoll ergänzen.

Sportunterricht
Sportunterricht ist ein unverzichtbarer Bestandteil schulischer Bildung und Erziehung. Die Empfehlungen richten sich insbesondere darauf, die Schülerinnen und Schüler individuell gleichermaßen zu fordern und zu fördern. Der Sportunterricht kann auch einen wichtigen Beitrag zur Schulentwicklung leisten, wenn die Schulen noch stärker als bisher die Möglichkeiten fachübergreifenden und fächerverbindenden Unterrichts nutzen.

Außerunterrichtlicher Schulsport
Als natürlichem Partner der Schule wird dem organisierten Sport empfohlen, ein zeitgemäßes Bewegungs-, Spiel- und Sportangebot einzubringen und so die gegenseitige Anschlussfähigkeit von Schul- und Vereinssport zu sichern. Hierfür sind Angebote im Ganztagsbereich auszubauen und weiterzuentwickeln. Alle Angebote im außerunterrichtlichen Sport sollen von fachlich und pädagogisch kompetenten Personen geleitet werden, die insbesondere den altergemäßen Umgang mit den Schülerinnen und Schülern gewährleisten.

Qualifizierung von Lehrkräften und weiteren im Schulsport eingesetzte Personen
Die Empfehlung, dass Sportunterricht an allen Schulformen durch qualifizierte Lehrkräfte, die sich regelmäßig fort- und weiterbilden, erteilt werden soll, steht an erster Stelle. Die Fortbildungssysteme von Schulen und außerschulischen Partnern sollen sinnvoll miteinander vernetzt werden. Qualifizierungsangebote, wie z.B. die Schülermentorinnen- bzw. –mentorenausbildungen, sollen in gemeinsamer Verantwortung von Schule und organisiertem Sport ausgebaut werden.

Die Handlungsempfehlungen richten sich sowohl an die Schulträger, die für die Schulsportstätten vor Ort zuständig sind, als auch an die Kultusbehörden der Länder, die für die inhaltlichen, personellen und finanziellen Rahmenbedingungen einschließlich der Bereitstellung qualitativer Informations- und Beratungsstrukturen Verantwortung tragen. Sie richten sich ebenso an alle gesellschaftlich relevanten Gruppen, die für die Weiterentwicklung des Schulsports mitverantwortlich sind. Dies sind die Schulleitungen, Eltern und Erziehungsberechtigten, die Lehrerinnen und Lehrer, die Schülerinnen und Schüler, der organisierte Sport, die freien Träger der Kinder- und Jugendhilfe und die Wissenschaft.

Die Vereinbarungspartner sind sich dabei bewusst, dass die Länder und insbesondere die Schulen, denen zunehmend mehr Verantwortung übertragen wird, ebenso wie die Landessportbünde bzw. Sportfachverbände, in der Umsetzung der Handlungsempfehlungen frei entscheiden und eigenständig handeln.
 


Sportunterricht.de
Sportunterricht.de

20.11. 2007 -  FAZ-Kommentar
 

Zum Davonlaufen
Von Jörg Hahn

Viele Sätze sind ja so richtig - und auch so allgemein. Die „Gemeinsamen Handlungsempfehlungen zur Weiterentwicklung des Schulsports“, die der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) und die Kultusministerkonferenz (KMK) verabschiedet haben, sind zunächst nichts als sieben Seiten Papier. Was aus der schönen Idee von der „Schule als Bewegungs-, Spiel- und Sportwelt“ werden wird, entscheidet sich nicht am Konferenztisch, sondern an jeder einzelnen Schule.

Dort braucht es Lehrer, die sportaffin, engagiert und ideenreich sind, die Schul- und Vereinssport verzahnen und die Eltern davon überzeugen, dass körperliche Beweglichkeit genauso wichtig ist für die kindliche Entwicklung wie mentale Fitness. In den jetzt veröffentlichten „Handlungsempfehlungen“ heißt es beispielsweise: „Für den außerunterrichtlichen Schulsport sollen Qualitätskriterien entwickelt werden. Diese sollen bei Evaluationen in den Blick genommen werden.“ Eine großartig nichtssagende Formulierung - zum Davonlaufen.

Sport darf nicht zum Außenseiter werden
In Zeiten von Pisa und angesichts der bundesweiten Entwicklung hin zu offenen Ganztagsschulen herrscht bei nicht wenigen im Sport die Sorge, ihr Thema könnte hinten runterfallen. Diese Befürchtung ist in dem neuen Papier nicht nur zwischen den Zeilen zu lesen: „Sportunterricht ist ein unverzichtbarer Bestandteil von schulischer Bildung und Erziehung. Seine Eigenständigkeit im Fächerkanon darf nicht in Frage gestellt werden“, wird klar festgestellt.

Viele der selbstverständlich klingenden Empfehlungen von DOSB und KMK machen bewusst, wo im Sportunterricht überall Fehler gemacht werden können (und Lehrern sicher täglich tausendfach unterlaufen); fehlende individuelle und altersgerechte Förderung kann die Motivation der Schüler dauerhaft beschädigen; behinderte Kinder oder Jugendliche mit Migrationshintergrund können sich leicht ausgeschlossen fühlen; Mädchen mögen sich überfordert oder übergangen fühlen, wenn Jungen Themen und Tempo des Unterrichts vorgeben. Und so weiter. Dabei ist die Schule ein idealer Ort, Nachwuchs für den (organisierten) Sport zu finden. Denn in der Schule erreicht man alle gesellschaftlichen Gruppen und Schichten, nicht nur Teile davon.

Haltungs- und Gesundheitsschäden, Konzentrations- und Lernschwächen
Außer qualifizierten Lehrern braucht es Zeit - für die tägliche Sportstunde oder zumindest für drei Stunden pro Woche - und auch entsprechende Geräte sowie Sportstätten. Dass heutzutage an vielen Orten kaum noch sinnvoller Schwimmunterricht stattfinden kann, weil die Bäder fehlen oder marode sind, ist nur eine Facette des Dilemmas.

Ob aus dem „Grundkonsens“, wie DOSB und KMK ihre Vorlage nennen, ein großer Wurf wird, ob das Versprechen gehalten werden kann, „mehr als ein unverbindliches Papier“ erarbeitet zu haben - darüber entscheiden in erster Linie, aber nicht alleine die Schulträger und die Kultusbehörden der Länder. Wenn Schulleitungen, Lehrer, Eltern und der Vereinssport nicht mitspielen, weil jeder andere Vorstellungen und Ziele hat, wenn also die Kooperation misslingt, dann wird in ein paar Jahren zu bilanzieren sein, was in den Klassenzimmern an zunehmenden Haltungs- und anderen Gesundheitsschäden, an Konzentrations- und Lernschwächen anzutreffen ist. Sport darf in den Lehrplänen nicht zum Außenseiter werden. Sonst verlieren alle.


Sportunterricht.de

19.11. 2007  -  Borkener Zeitung

Olympische Idee in Schulen und Vereine tragen

Velen (pd). Auch "der kleine Dicke" könne ein guter Sportler sein, wenn er an sich glaube. Deshalb könne das Thema "Olympische Erziehung" für jeden eine Herausforderung sein, hieß es bei einer Tagung, zu der sich mehr als 60 Teilnehmer aus sieben Ländern in Velen einfanden. Thema war - ein Dreivierteljahr vor Olympia 2008 in Peking - Perspektiven dieser Erziehung in Schule und Sportverein. Walter Schneeloch, Präsident des Landessportbundes (LSB) Nordrhein-Westfalen und der Europäischen Akademie des Sports (eads) Velen, hieß die internationalen Gäste auf Einladung der eads sowie des Schulministeriums NRW, des LSB, des Willibald-Gebhardt-Instituts sowie des Gemeindeunfallversicherungsverbandes Westfalen-Lippe als Mitveranstalterwillkommen.

Wissenschaftler, Pädagogen sowie Sportverbandsvertreter informierten sich in Velen zwei Tage lang beim Seminar "Olympische Werteerziehung in Schule und Sportverein", welche neuen Entwicklungen, Konzepte und Materialien es zur Olympischen Erziehung gibt.

Dass Werteerziehung und soziale Orientierung mit der olympischen Erziehung ausnehmend gut gelingen kann, zeigte Rolf Geßmann von der Deutschen Sporthochschule Köln auf. Das Wissen um die Olympische Idee helfe laut Geßmann mit, Einstellungen und Werte aufzubauen, ihren Sinn zu diskutieren, für sich selbst Sinn zu finden. Die Olympische Erziehung könne mit einfachen Mitteln für jeden herausfordernd sein. "Mach mehr aus Dir", "Ich helfe Dir", oder "Jeder zeigt, was er kann" zeige auf, dass auch der "kleine Dicke" ein guter Sportler sein könne.

Prof. Dr. Roland Naul von der Universität Duisburg-Essen spannte den Bogen von der Entwicklung der Olympischen Spiele bis hin zur Olympischen Erziehung und stellte hierbei die verschiedenen pädagogischen Konzepte und Akzentuierungen der Olympischen Erziehung im heutigen Schulsport dar.

Höhepunkt der zweitägigen Veranstaltung, die im Rahmen des Interreg-III-Programms der Euregio gefördert wurde, war eine Podiumsdiskussion, die verschiedene Entwicklungen der Olympischen Erziehung in den jeweiligen Ländern thematisierte.

Heinz-Werner Poelchau vom Ministerium für Weiterbildung und Schule verwies auf eine Forsa-Untersuchung, deren Frage war: "Was macht eine gute Schule aus?"Die Befragten stellten die Werteerziehung an die zweite Stelle.

Für Professorin Deanna Binder aus Kanada ist die Olympische Erziehung ein wichtiges Mittel in einer multikulturellen Gesellschaft. Sportliches Können und Leistung sollten als Quelle der sozialen Erfahrungen und der individuellen Identität und Selbstfindung ausprobiert, geübt und reflektiert werden.
 



Sportunterricht.de

10.11. Medical Tribune

Schule
Gesundheitsunterricht macht Kinder fit - aber nicht schlank

KÖLN – Zu viele Pfunde, zu geringe motorische Fähigkeiten - zunehmend mehr Kinder leiden unter diesen Problemen. Auch die Schule ist da gefordert. Doch Gesundheitsunterricht und mehr Bewegung in den Pausen allein reichen nicht, fanden Wissenschaftler der Sporthochschule Köln heraus.

Wie bequem wäre es doch, wenn gegen Übergewicht und Bewegungsmangel ein spezieller Unterricht helfen würde. Doch eine noch unveröffentlichte Studie von Christine Graf und ihren Kollegen von der Sporthochschule Köln ergab, dass Gesundheitsunterricht und ein wenig mehr Bewegung an Schulen zwar bei einigen Kindern die motorischen Fähigkeiten verbessert. Vorbeugend gegen Übergewicht wirkt ein solches Programm aber nicht.

Die Forscher untersuchten bei Grundschul-Kindern zwischen 2001 und 2005, wie sich ein 20- bis 30-minütiger Gesundheitsunterricht pro Woche plus mehr Bewegungsmöglichkeiten in der Pause samt einem optimierten Sportunterricht auf körperliche Fähigkeiten und das Gewicht der Kinder auswirkte. Sie verglichen dazu die Werte der speziell unterrichteten Kinder mit denen einer Vergleichsgruppe, die dem üblichen Lehrplan folgte.

Das Ergebnis: Das besondere Gesundheitstraining verbesserte zwar die motorischen Fähigkeiten, verhinderte aber nicht, dass die Kinder übergewichtig wurden. Zudem konnten nur Kinder mit normalem Gewicht besser balancieren und springen, die übergewichtigen Kinder in der Trainingsgruppe wiesen im Vergleich mit den Dicken aus der Vergleichsgruppe keine besseren motorischen Fähigkeiten auf.

Bringt das Gesundheitstraining an der Schule also fast nichts? Zu diesem Schluss kommt Graf nicht - sie vermutet, dass das Programm intensiviert werden müsste und auch die Eltern als Partner dabei wichtig sind. Nur dann kann man dem Übergewicht der Kleinen zu Leibe rücken. "Diese Ergebnisse bestätigen die Notwendigkeit wissenschaftlich geprüfter Präventionsprogramme", sagte Graf. "Sehr gute Möglichkeiten zur breitflächigen Umsetzung gesundheitsfördernder Maßnahmen an Schulen bietet insbesondere der offene Ganztag", so die Medizinerin weiter.
 


Sportunterricht.de

7. 11. 2007 - Europäisches Parlament

Schulsport: Weichenstellung für ein gesundes Leben?
 
Kinder haben heute eine schlechtere physische Kondition als in den 70er und 80er Jahren. Ein Kind von vieren hat Übergewicht und jedes Jahr kommen 400.000 hinzu. Schuld daran sei weniger die Ernährung als ein Mangel an Bewegung, so ein Bericht des Kulturausschusses über die Rolle des Schulsports, der am Montag (12. November) ins Plenum kommt. 
Der Trend zu immer weniger Sportunterricht müsse daher dringend umgekehrt werden, meint Berichterstatter Pál Schmitt aus Ungarn.

Schmitt, selbst zweifacher Olympia-Sieger sowie Fecht-Weltmeister von 1970 und 1971, hat in seinem „Bericht über die Rolle des Sports in der Erziehung“ das Augenmerk insbesondere auf die gesundheitspolitische Rolle des Sports gerichtet.
Denn gesunder Lebensstil und Sportunterricht in der Schule sind aus Sicht Schmitts eng verbunden. Problematisch sei daher, dass die „Zeit für den Sportunterricht in den Lehrplänen rückläufig ist, während die Zahl der fettsüchtigen Kinder im Schulalter zunimmt“.

Zunehmende Fettsucht bei Kindern durch Mangel an Bewegung
Laut Europäischer Kommission steigt in der EU die Anzahl übergewichtiger und fettleibiger Kinder jährlich um mehr als 400.000 und jedes vierte Kind ist von Übergewicht betroffen.
Schmitts Bericht stellt außerdem fest, dass die Gewichtszunahme weniger auf die Ernährung zurückzuführen sei als vielmehr auf mangelnde Bewegung.

Weichenstellung fürs Leben
Übergewicht im Kindesalter setze sich in vielen Fällen ein Leben lang fort. Eine Reihe von Krankheitsbildern erwachsener Menschen – wie Osteoporose und Herzkranzgefäß-Erkrankungen, Bluthochdruck und Diabetes – hätten ihren Ursprung oft in gesundheitlichen Rahmenbedingungen während der Kindheit.
Auch für die gesellschaftliche Integration, das geistige und psychische Wohlbefinden sowie das Selbstwertgefühl von Kindern und Jugendlichen könne Sport in der Schule eine positive Wirkung haben.

Trend muss umgekehrt werden
Angesichts dieser wichtigen Rolle des Sports kritisiert der Berichterstatter, dass die Anzahl der Sportstunden sinke: Seit 2002 habe sich die in den Lehrplänen für den Sportunterricht vorgesehen Zeit im EU-Durchschnitt von 121 auf 109 Minuten pro Woche an Grundschulen und von 117 auf 101 Minuten an weiterführenden Schulen verringert. Empfehlenswert sei hingegen, dass Kinder und Jugendliche sich jeden Tag rund 60 Minuten körperlich betätigen.

Der Bericht fordert daher, den Sportunterricht durchgängig verpflichtend zu machen und mindestens drei Schulstunden pro Wochen vorzusehen.
Schmitt empfiehlt außerdem, dass Kinder an Tagen ohne Schulsport außerhalb der Schule Sport treiben. Erwachsene sollten sich seiner Meinung nach mindestens dreimal pro Woche sportlich betätigen. „Ich selbst bin regelmäßig im Schwimmbad und trainiere oft im Fitness-Studio“, so der ehemalige Olympiasieger.
 

Artikel: Rezeptur gegen Fettsucht
Bericht: die Rolle des Sports in der Erziehung
Studie: Situation & prospects for physical education in the EU- Zusammenfassung der Studie 
 

 


 
Sportunterricht.de - Materialien für Lehrer und Schüler

 Archiv
   Archiv 2000
Alle Beiträge aus dem Jahr 2000

.. Archiv 2001
Januar-März 2001
April-Juli 2001
Juli-September 2001
September-Dezember 2001

  Archiv 2002
Januar-Februar 2002
Februar-Mai 2002
Mai-Dezember 2002

   Archiv 2003
Januar 2003
Februar - März 2003
März-Juni 2003
Juni - September 2003
September-Dezember 2003
 
 


   Archiv 2004
Januar-Februar 2004
Februar-Juni 2004
Juni-September 2004
Oktober- Dezember 2004

   Archiv 2005
Januar-April 2005
Mai 2005-Okt.2005
Okt. -Dezember 2005

   Archiv 2006
Januar  - April 2006
Mai - Dezember 2006

   Archiv 2007
Januar - Juni
Juli-November
 

Weitere Themen (auf eigenen Seiten)

Schulsportdebatte im Bundestag 17.2. 2006
Materialien  zur Schulsportstudie "SPRINT"
Bedeutung des Schulsports für lebenslanges Sporttreiben
   Erklärung von DSB / KMK / SMK - 12.12. 2005
VDS-Tagung "Vom Lieblingfach zum Stiefkind" (2003)
"Fit sein macht Schule" (Studie 2003)
 


Sportunterricht.de Sportunterricht.de   |   Sportpädagogik-online