Sportunterricht.de - Materialien für Lehrer und Schüler
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Sportunterricht.de - Übersicht
Aktuelle Meldungen rund um den Schulsport
.Beiträge zur Bedeutung des Sports in der Schule  - Hinweise auf innovative Projekte 
.  Weiterführende Links zum Thema am Ende des Artikels
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6.11.2007 -

"jugend creativ" kennt keine Grenzen

"Sport verbindet Menschen
 
Der aktuelle Wettbewerb richtet sich auch an junge Filmemacher. Bis zum 28. Februar können sich Jugendliche ab der fünften Schulklassen mit einem eigenen Kurzfilm zum Thema: "Sport verbindet Menschen beteiligen." Den kreativen Ideen sind dabei natürlich keine Grenzen gesetzt! 
Mit dem diesjährigen Wettbewerbsthema "Sport verbindet – Miteinander ohne Grenzen" bieten Volksbanken und Raiffeisenbanken ein spannendes Wettbewerbsthema, das im Erfahrungshorizont von fast zehn Millionen Kindern und Jugendlichen in rund 90.000 Sportvereinen in Deutschland besonders verankert ist. 

Sport ist eng verbunden mit gesellschaftlichem Engagement und dient der Persönlichkeitsentwicklung. Hieran knüpft der 38. Internationale Jugendwettbewerb an und ruft Kinder und Jugendliche auf, auf kreative Weise ihre Erfahrungen zu den Themen "Wir beim Sport", „"Sport und Freundschaft" und "Sport verbindet" auszudrücken. Kooperationspartner für die aktuelle Auflage des Kreativwettbewerbs sind GEOlino und – passend zum diesjährigen Motto – die Deutsche Sportjugend.
 

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6.11. 2007 Newscklick

Bewegung regt die grauen Zellen an
GEW fordert dritte Sportstunde an Schulen – Rektoren begeistert, aber es fehlen die Lehrerstunden

Bei einer Fachtagung zum Thema "Sport macht schlau, Kunst macht klug...! ?Weiche Fächer‘ im Abseits?" warnte der stellvertretende Vorsitzende der GEW in Niedersachsen, Michael Strohschein, jüngst eindringlich vor der Entkernung von Sport, Musik, Kunst, Hauswirtschaft und Technik als vollschulischem Angebot.

Den vor zwei Jahren vom Niedersächsischen Kultusministerium initiierten Fitnesstest hält er für einen "Riesenflop". So wichtig die ergänzende Zusammenarbeit zwischen Sportverein und Schule auch sei, sie könne niemals den schulischen Sportunterricht ersetzen. Strohschein fordert deshalb die dritte Sportstunde für alle Schulstufen.

Diese Forderung unterstreicht der Wolfsburger GEW-Kreisvorsitzende Gerald Kulms. "Kinder und Jugendliche haben heutzutage viel zu wenig Bewegung", sagt er.

Auch die Stadtelternrats-Vorsitzende Gabriele Gebauer ist dafür, wieder die dritte Sportstunde einzurichten. "Als Krankengymnastin sehe ich die Folgen, wenn Kinder immer weniger Sport treiben." Außerdem merkt sie an, dass Sport die Aufmerksamkeit zum Denken und Lernen fördere. Immerhin: An den zwei Sportstunden, die laut Stundentafel vorgesehen sind, wird ihr zufolge nur selten gespart.

Ina Boßdorf, Rektorin der Friedrich-von-Schiller-Schule, begrüßt mehr Bewegungsangebote in der Schule. "Das muss nicht immer durch Lehrer geschehen", sagt sie. Mit der Arbeitsgemeinschaft Flag Football läuft erfolgreich eine Kooperation mit dem Sportverein TV Jahn. Außerdem trainiere ein Großvater ehrenamtlich eine Fußball-Mannschaft, berichtet Boßdorf.

"Unsere Schüler hätten eine dritte Sportstunde dringend nötig", sagt Elke Hoffrichter, Rektorin der Hoffmann-von-Fallersleben-Realschule. Die Unterrichtsversorgung lasse nicht einmal sportliche Arbeitsgemeinschaften zu. Einzige Alternative sei, Vereine ins Boot zu holen.

"Ich bin dafür, dass Kinder mehr Sport treiben – ob das innerhalb der Schule sein muss, darüber lässt sich trefflich streiten", sagt der Direktor des Vorsfelder Gymnasiums, Hartmut Arnold. Mit 34 Wochenstunden sei der Plan am Gymnasium eh schon sehr voll. In Ganztagsschulen ließe es sich leichter organisieren, aber Sportvereine dürften nicht leiden.
 

GEW-Sportkommission



31.10.2007  DOSB

Doll-Tepper: „Fairplay-Gedanke in die Gesellschaft weitertragen“
Zurücklehnen, sich im Erfolg sonnen – das wird es nicht geben! Die einhellig positive Resonanz des 13. Europäischen Fairplay-Kongresses in Frankfurt/Main soll nicht verpuffen.
 
Darauf wies die DOSB-Vizepräsidentin für Olympische Erziehung und Bildung, die Erziehungswissenschaftlerin Prof. Gudrun Doll-Tepper, in einem ersten „Nachklapp“ in Berlin hin. Sie fordert: Die Ergebnisse der Foren, Präsentationen und Debatten im Hotel Intercontinental sollten hierzulande, aber auch europaweit sozusagen als Fundament genutzt werden, um Sinn und Werte der Sportbewegung nicht nur weiter zu beschwören, sondern auch zu leben. „Auf den verschiedenen Feldern der sozialen und kulturellen Dimension des Sports ist der europäische Kontext deutlich geworden. Das haben Teilnehmer aus allen Ländern mit auf den Weg in die Heimat genommen.
Die Verbindung des Fairplay-Kongresses mit dem parallel durchgeführten Jugendkongress ist vorbildlich gelaufen. Für uns ist es ganz wichtig, dass junge Leute sich weiterhin aktiv bei allen Bestrebungen einbringen, mit dem Sport zu neuen Ufern aufzubrechen.“

Für Prof. Gudrun Doll-Tepper bedeutet die Umsetzung national auf keinen Fall, nunmehr eine Fülle von Thesenpapieren und Konsensforderungen zu drucken: „Nein, wir müssen jetzt den Fairplay-Gedanken konkret weitertragen. Diese Diskussion müssen wir in alle Bereiche der Gesellschaft transportieren. Zum Beispiel: Lehrkräfte, Trainer und Übungsleiter, selbstverständlich weit über den engeren Zirkel des Sports hinaus. Warum sollten wir nicht auch Biologie- und Deutschlehrer ansprechen? Bewegung und Sport – dafür dürfen nun wirklich nicht nur allein die Sportlehrer zuständig sein. Partnerschaften mit anderen Fächern sind nötig. Anderenfalls fiele ja das Bewegungselement unter den Tisch, wenn Klassenreisen anstehen und nur der Deutsch- und Erdkundelehrer mitfahren.“

„Fairplay hat nicht nur Relevanz für den Sport“, unterstrich die Berliner Hochschullehrerin, die auch Präsidentin des Weltverbandes für Sportwissenschaften und Leibeserziehung ist. „Dieses Grundprinzip zeigt die Art und Weise auf, wie wir miteinander umgehen. Regeln müssen ausgehandelt und akzeptiert werden. Das wird exemplarisch im Sport erfahren. Die kulturelle Vielfalt, die der Sport bietet, ist an vielen Orten ein Top-Thema. Ich höre immer wieder von hervorragenden Beispielen.“  Etwa: das Projekt von Sir Simon Rattle, Hauptschüler in aktuelle Inszenierungen einzubeziehen, Sport und Theater, Hiphop und Sport. Diese „best practice“-Elemente gelte es bekannt zu machen, zu vernetzen – ohne großen Bürokratieaufwand.

Pädagogische Werte und Innovationen sollen auch bei der Neuausrichtung der Rahmenrichtlinien für die Übungsleiterausbildung einfließen. Und: Ganz aktuell wird sich der Vorstand der Deutschen Olympischen Akademie Willi Daume Mitte November mit den Ergebnissen des Fairplay-Kongresses beschäftigen. „Es wurde ja nicht nur auf hochklassiger Ebene referiert und diskutiert, nein, der Kongress war eine Plattform zur Verbreitung von Informationen“, erklärte die Berlinerin. Für die 14. Auflage im kommenden Herbst in Zypern sollte man deshalb nicht ein Wiederholungsprogramm abspulen, sondern auf die Kongresstage von Frankfurt/Main aufbauen.
 

Fair Play im Sport- Unterrichtsmaterialien


 

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30.10.2007 DOSB PRESSE

Sport nur zweite Wahl

Wie wichtig ist Schulsport? Was für eine Frage! In der technisierten und motorisierten Welt, in der Couch Potatoes vor dem Fernseher herumlungern, Computer nur noch zur Bewegung mit der Maus animieren und Kinder von Mama oder Papa durch die Gegend gefahren werden, ist für viele Schüler und Schülerinnen das Fach Sport die einzige Bewegungszeit in ihrem Alltag. Doch  nach wie vor ist das Unterrichtsfach Sport zweite Wahl bei vielen Eltern, aber auch in den Schulen und vor allem bei Politikern. Seit Jahrzehnten sind Kopffächer wie Mathematik oder Sprachen die „wichtigen Fächer“. Das unterstrichen die  bayerischen CSU-Landtagsabgeordneten, die einen Antrag der SPD ablehnten, das Fach Sport als versetzungsrelevantes Fach aufzuwerten. Denn Bayern ist eines der wenigen Bundesländer, in denen Sport noch nicht gleichberechtigt neben anderen Unterrichtsfächern steht. Begründet wurde die Ablehnung  damit, dass man mit einem weiteren „Vorrückungsfach“ den Leistungsdruck auf die Kinder erhöhen würde. Wegen Sport sitzen bleiben? Was ist das denn?

Diese Begründung ist interessant, weil man sich nun fragt: Wie stellen sich Politiker eigentlich Schulsport heute vor? Erwarten sie, dass Jungen und Mädchen da zu Hochleistungssportlern mit der Keule getrimmt werden? Erinnern sie sich an eigene leidige Erfahrungen, wo sie am verhassten Barren „uncool“ wie ein nasser Sack hingen? Natürlich gibt es unter Sportlehrerinnen und Sportlehrern noch immer Leistungsfetischisten, die ehrgeizig ihre eigenen Ziele verfolgen und so ihren pädagogischen Auftrag und  ihr Fach gänzlich missverstehen. Und auch in der Sportlehrerausbildung lässt noch immer vieles zu wünschen übrig.

Denn: Nicht jedes Kind ist ein Bewegungstalent, schafft es wegen seiner körperlichen Voraussetzungen nicht, sich eine Kletterstange hoch zu hangeln oder ist nicht so mutig, Salti über den Kasten zu schlagen. Moderner Schulsport sollte heute in erster Linie Bewegungserziehung sein, Körpergefühl vermitteln und auch den weniger sportlichen Jungen und Mädchen ermöglichen, viele Sportarten kennen zu lernen, um vielleicht für sich eine geeignete Betätigung zu finden. Spaß, Motivation und kleine persönliche Erfolge im Schulsport können der Grundstein für lebenslanges Bewegen sein. Unter dem Gesundheitsaspekt ist Schulsport also ein nicht zu verachtender Kostensparfaktor. Über den Sportunterricht werden heute viele erreicht - vor allem Jugendliche –, die sich ansonsten in der Schule verweigern. Die Bereitschaft mitzumachen, die eigene Leistungsfähigkeit zu testen, sich teamfähig zu erweisen und Regeln einzuhal-ten, sind Kriterien, die dort abverlangt werden. Oft ist Sportunterricht nahezu das einzige Fach, wo auf Fair play im Schulleben geachtet und von den Schülern auch akzeptiert und eingehalten wird.

Sind das also keine Gründe für eines der vermeintlich bildungspolitischen Elite-Länder, Sport mit anderen Fächern gleichzustellen? Es gab einmal einen bayerischen Ministerpräsidenten mit humanistischer Bildung, der  in seiner Jugend ein begeisterter Radsportler gewesen sein soll. Der bemühte nicht selten das Zitat: „Mens sana in corpore sano.“ Schade, dass sich die politischen Erben diesmal nicht auf FJS berufen.... Setzen, sechs!

Bianka Schreiber-.Rietig
 


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30.10. Augsburger Allgemeine
 

Konzentration durch bewusste Bewegung
Immer öfter haben schon Berufsanfänger Rückenprobleme, weil sie sich falsch bewegen. Um auf solche Folgen aufmerksam zu machen, wurde an den Beruflichen Schulen Neusäß vor einem Jahr ein Präventionsprojekt zum Thema "Bewusstes Bewegungsverhalten" ins Leben gerufen.

In Zusammenarbeit mit dem Sportinstitut der Universität Augsburg wurden in zwei elften Klassen sechs Stunden rund um das Thema Bewegung veranstaltet. Die Ergebnisse des Projekts sind durchwegs positiv.

"Das Kreuz mit dem Kreuz", wie es Sportlehrer August Aichinger bezeichnet, ist schon bei Schülern Thema. "Eine 16-Jährige, die unsere Schule besucht, ist deswegen seit langem in Behandlung", weiß der Pädagoge. Zusammen mit Dr. Peter Fischer, Dozent für Sport an der Universität Augsburg, hat Aichinger das Projekt vor einem Jahr konzipiert. Mit finanzieller Unterstützung der Krankenkasse BKK AKS konnte der Plan schließlich in die Tat umgesetzt werden.

Zuerst gaben Fragebögen in zwei Floristen- und zwei Einzelhandelsklassen Aufschluss über das Bewegungsverhalten der Schüler im Arbeitsalltag. Schon dabei zeigte sich, dass rund die Hälfte der Schüler sehr interessiert an der eigenen Gesundheit ist. In jeweils einer Klasse wurden dann sechs Unterrichtsstunden zu Themen wie Wahrnehmung des Körpers oder Bewegungskoordination abgehalten: Aichinger vermittelte neben Theorie über den Bau der Wirbelsäule auch Übungen, die den Schülern helfen sollten, Rückenschmerzen vorzubeugen.

Nach dem Projekt wurden die Berufsschüler von den drei Studentinnen Kristina Habigt, Simone Hofer und Katharina Wolbring unter Leitung von Peter Fischer erneut befragt. Das Ergebnis: Zwei Drittel der Schüler wurden durch die Unterrichtsstunden angeregt, sich mehr zu bewegen. Über 60 Prozent der Befragten achten nun mehr auf ihre Körperhaltung in der Arbeit.

Sportlehrer Aichinger, der stellvertretende Schulleiter Dr. Helmut Nebel, Sportwissenschaftler Fischer und der Sportbeauftragte des Landkreises, Herbert Richter, zeigten sich hocherfreut über den Erfolg der Initiative. "Die lockere Atmosphäre ohne Notendruck war wichtig, damit das Projekt gelingen konnte", so Aichinger.

Aktion soll künftig weitergeführt werden

Helmut Nebel möchte das "Bewusste Bewegungsverhalten" in den Beruflichen Schulen weiterführen. Der stellvertretende Schulleiter kann sich eine schulinterne Lehrerfortbildung vorstellen. Denn vor allem die Pädagogen müssten aktiviert werden - da waren sich alle Beteiligten einig. Unabhängig vom Sportunterricht sollten kleine Übungen in die Schulstunden eingebaut werden. "Die Schüler können sich so viel besser konzentrieren", weiß Aichinger, der schon seit längerem auf Koordinationsübungen in seinem Unterricht setzt.

Auch die Ausbildungsbetriebe sollen besser über richtiges Bewegungsverhalten informiert und in das Projekt eingebunden werden. Sportwissenschaftler Fischer sieht das genau so. Seinen Lehramtsstudenten vermittelt er solche Kenntnisse schon seit langem. Er fordert "zu agieren, anstatt zu reagieren". Denn in Deutschland werde meist erst dann gehandelt, wenn es schon zu spät ist. "Deshalb ist Prävention sehr wichtig", so Fischer.
 



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27.10. Augsburger Allgemeine

"Beim Bewegungsmangel ist radikales Umdenken nötig"

Nördlingen Ob Untersuchungen zur Kinder- und Jugendgesundheit (KiGGs) oder die jüngste Studie der Technikerkrankenkasse, alle kommen zum gleichen Ergebnis: Deutsche Kinder bewegen sich zu wenig, sind zu fett und zu faul. "Diese Erkenntnisse sind seit Jahren bekannt, trotzdem ändert sich nichts", ärgert sich der Nördlinger Kinder- und Jugendarzt Dr. Detlef Grunert. Er fordert von den Eltern und den Verantwortlichen des Bildungswesens ein radikales Umdenken.

Wie in Neuseeland oder Finnland müsse die ganzheitliche Gesundheitserziehung auch in Deutschland im Bildungsplan an erster Stelle stehen. "Dreimal pro Woche Sport ist das Minimum, fünfmal sind optimal." Dass diese Länder auch in der PISA-Studie weit vor Deutschland lagen, ist für den Mediziner kein Wunder. Körperliche Fitness - gesunde Ernährung und eine gute Motorik - sei die Grundvoraussetzung für geistige Fitness. "Wie soll die Software gut und schnell verarbeitet werden, wenn die Hardware nicht dafür ausgerüstet ist?" Haltungsschäden, Übergewicht, Gleichgewichtsstörungen, motorische Defizite und ihre Folgekrankheiten: So sieht sein Praxisalltag aus. "Da freut man sich über jedes fitte Kind", erzählt der Kinderarzt. Doch Bewegungsmangel hat nicht nur negative Folgen für den Körper: "Die Fälle von Kindern mit ADHS haben sich in meiner Praxis in den letzten 15 Jahren verzehnfacht."

Schuld an der Misere seien mehrere Faktoren. Die Eltern (laut TK-Studie selbst dicke Bewegungsmuffel), wie könnten die ihren Kindern ein gutes Beispiel geben und Spaß am Sport vermitteln? Ein Problem, das sich in den nächsten Jahren noch potenzieren werde. Der Sportunterricht an den Schulen sei durch die Benotung gerade für die Kinder, die ihn am nötigsten hätten, abschreckend. "Ihnen wird die Freude daran genommen." Falle Sportunterricht aus, so störe das die Eltern am wenigsten.

Die größten Defizite aber macht Dr. Grunert in den Kindergärten aus. Es gäbe zwar gute Einrichtungen, doch oft scheine Sport ein Fremdwort zu sein: "Keine oder eine Stunde Sport in der Woche ist die Regel, dafür wird angemalt und ausgeschnitten, was das Zeug hält." Die Feinmotorik soll gefördert werden, bevor die Grundlagen wie Kraft, Ausdauer und allgemeine Beweglichkeit vorhanden sind. Grunert: "Das Pferd wird quasi von hinten aufgezäumt." Damit werde eine große Chance vertan, denn gerade in diesem Alter gebe es Zeitfenster, in denen die Kinder besonders leicht motorische und koordinative Fähigkeiten entwickelten.

Der Kinderarzt fordert drei effektive, altersgerechte Einheiten an Sport und Bewegung als Minimum. Freies Spielen sei hier nicht gemeint, macht er deutlich. Statt bei Defiziten in der Entwicklung gleich nach dem Ergotherapeuten zu rufen, sollten die Eltern lieber vorbeugend die Angebote der Sportvereine nutzen und gemeinsam mit ihren Kindern Sport treiben. "Sonst laufen wir Gefahr, eine Gesellschaft von Tollpatschen zu werden", malt er ein düsteres Bild.

Seine Erkenntnisse hat Dr. Detlef Grunert unter dem Titel "Das große Ayurveda-Kinder-Gesundheitsbuch" veröffentlicht.
 



 
 

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26.10.2007 DOSB

Rugby eignet sich ideal für den Sportunterricht in Grundschulen

Rugby lehrt Kinder, wie sie kontrolliert mit ihren Aggressionen umgehen können. Zu diesem Ergebnis kam jetzt eine sportwissenschaftliche Studie.

Rugby entspricht dem Spielbedürfnis von Kindern und Jugendlichen und ist im Unterschied zu anderen Teamsportarten gewaltpräventiv, weil Tackling im Regelwerk integriert ist. In den erlaubten Rangeleien lernen sie kämpferische Kultiviertheit, Respekt, Fairness und Empathie. Rugby fördert so auch die Bildung eigenständiger Persönlichkeiten.

In ihrer Studie "Rugby geht zur Schule - eine kritische Auseinandersetzung mit dem Projekt des NRV" betonen die Sportwissenschaftler Prof. Dr. Gunter Pilz und Prof. Dr. Detlev Kuhlmann deshalb die besondere Eignung von Rugby für den - auch koedukativen - Schulsportunterricht in (Grund-)Schulen. Rugby sei gewaltpräventiv und persönlichkeitsbildend. Unter ihrer Leitung hatten 21 Studierende der Leibniz Universität die 6c der IGS Linden acht Wochen in ihrer Rugby-Arbeitsgemeinschaft beobachtet und Fragebogenaktionen bei Lehrkräften und Schülern durchgeführt.

Das Projekt Rugby geht an die Schule hat der Niedersächsische Rugby-Verband 2004 mit Unterstützung des LSB gestartet und dafür zwei Schulkoordinatoren eingestellt. An dem Projekt beteiligen sich sieben Rugby-Vereine aus Hannover, 26 Schulen, rund 4500 Schülerinnen und Schüler sowie 120 Lehrkräfte.

Mehr Informationen gibt es im Internet auf http://schulrugby.sc.funpic.de
 
 


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 16.10.2007 DOSB PRESSE

Zukunftspreis der dsj „Mehr Bewegung für Kinder realisieren“ verliehen

Platz eins für TV Breckenheim und seine Kinderakademie

Mit dem erstmals verliehenen und mit insgesamt 10.000 Euro dotierten Zukunftspreis der Deutschen Sportjugend wurden am Wochenende in Friedrichsdorf im Taunus zehn Sportvereine ausgezeichnet, die sich besonders für die Kinder einsetzen. Mit dem Preis fördert die Deutsche Sportjugend die vorbildliche Arbeit von Sportvereinen, die Kindern zu ih-ren Bewegungsrechten verhelfen. Der Preis soll ermutigen und anspornen, neue Wege zu gehen und Ideen und Konzepte auszuprobieren. Beworben haben sich Vereine, die sich in besonderer Weise für Kinder einsetzen und dafür eintreten, dass Kinder mehr Bewegung erhalten. Diese Vereine bieten Kindern eine soziale Heimat, in der jedes Kind eine Entwicklungsbegleitung erfährt, und die individuellen Talente und Stärken gefördert werden. Sie sind zu einem Ort der Bewegung und damit zu einer wichtigen Einrichtung im gesamten Orts-/Stadtteil geworden sind.  Den Kindern bieten die Vereine eine umfassende Betreuung und viele Gestaltungsmöglichkeiten. Insgesamt haben sich 66 Vereine an dem bundesweiten Wettbewerb beteiligt. Die Größe der Vereine reichte von 70 bis 7.500 Mitgliedern.

Den ersten Preis erhielt der TV Breckenheim bei Wiesbaden. Der Verein zeichnet sich besonders darin aus, Kinder ganzheitlich zu betreuen und zu fördern. Mit der Kinderakademie und der Einrichtung des Kinderbildungszentrums (KiBiZ) erhalten die Kinder ein Angebot, das weit über den Sport hinausgeht. Von der Säuglingsgymnastik bis zum Spiel, Spaß mit Hand-, Fuß- und Basketbällen findet jedes Kind ein ihm adäquates Angebot.

Netzwerkbindung steht bei dem zweiten Preisträger, dem TV Dienheim, ganz vorne an. Hier ist der Ortsname Programm. Der Verein bietet ein Heim für den ganzen Ort. Das soziale Engagement  für die Vereinsmitglieder, z.B. Integration von arbeitslosen Jugendlichen,  ist besonders beeindruckend. Der Verein hat ein „offenes Ohr“ für alle Vereinsmitglieder und Kooperationspartner. Ob die Sonderschule eine Kletterwand benötigt, oder das Gymnasium eine Kanu AG einrichten möchte, der Verein ist die erste Anlaufstelle und hilft...
 


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15. 10. 2007 Ärzteblatt

Adipositas: Britische Regierung will Sport an Schulen ausbauen

London - Großbritanniens Behörden machen sich nicht nur Sorgen über den Klimawandel. Die um sich greifende Fettleibigkeit bei Schulkindern könne zu einer Krise gleichen Ausmaßes werden, warnte Gesundheitsminister Alan Johnson am Montag.

Deshalb wolle die Regierung mit einer Finanzspritze von 100 Millionen Pfund (150 Millionen Euro) die Zahl der wöchentlichen Sportstunden in den Schulen des Königreichs von zwei auf fünf anheben. Die Dringlichkeit des Problems stehe außer Zweifel, betonte Johnson. Wenn die gegenwärtige Entwicklung andauere, werde in 25 Jahren die Hälfte aller Briten zu dick sein.

„Zum ersten Mal sind wir uns über die Ausmaße des Problems völlig im Klaren“, sagte Johnson. „Wir stehen vor einer potenziellen Krise vom Ausmaß des Klimawandels und es ist im Interesse aller, dies abzuwenden.“

In den vergangenen zehn Jahren waren bereits 2,3 Millionen Pfund (rund 3,4 Millionen Euro) in mehr Schulsport investiert worden.
 


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2.10. 2007 HNA-online

Film ab in der Turnhalle
Universität Kassel dreht Lehrfilm für den Sportunterricht an der KGS Moringen

Ein wenig bange ist Benedikt Freche und seinen drei Freunden schon, als sie in der Sporthalle der KGS Moringen auf ihren großen Auftritt warten. In wenigen Minuten müssen sie Bewegungsspiele mit Bällen vorführen, und sie wollen nichts falsch machen. Gefilmt wird die Szene nämlich von einem Kamerateam für das Institut für Sport und Sportwissenschaft der Universität Kassel. Daraus soll später ein Lehrfilm entstehen.
 
Neben den vier Jungen sind es noch 28 andere Schüler der fünften Klasse, die die Uni Kassel in ihren Bewegungen filmt. Das ganze ist Teil der so genannten Sportspielvermittlung: 
Die Schüler müssen dabei Abläufe aus Handball, Fußball und Basketball nachspielen, also Bälle rollen, werfen und treten. Drei Kameras begleiten sie dabei auf Schritt und Tritt und filmen aus unterschiedlichen Perspektiven. 

Anregung für Lehrer
Das Material wird dann zu Clips zusammengeschnitten und im Internet präsentiert. E-Learning nennt sich das Konzept, bei dem Lernmaterial über digitale Medien abrufbar ist. Später sollen die Aufnahmen angehenden Sportlehrern als Anregung für den Sportunterricht dienen und zeigen, was im Unterricht mit einem Ball alles möglich ist.

Angst, etwas falsch zu machen, müssen Benedikt und seine Freunde nicht haben: Selbst wenn ihre Bewegungen nicht perfekt sind, die Filme sind auch dazu da, um zu zeigen, wo Fehler in den Bewegungen liegen und was man im Sportunterricht verbessern kann. "Das ist praxisnäher", sagt Sportwissenschaftlerin Dr. Helga Adolph, die zusammen mit ihrem Kollegen Dr. Volker Scheid das Projekt betreut.

Auf die KGS als Drehort kam Helga Adolph und ihr Team über Michael Hönl. Der Sportlehrer hat als studentische Hilfskraft bei Helga Adolph gelernt und mit ihr das Projekt Sportspielvermittlung entwickelt. Für den Dreh hat sich die Schule die Schwerpunktklasse Sport ausgesucht.

So richtig zufrieden sind Benedikt und seine Freunde am Ende nicht mit ihren Leistungen. Das Filmteam dafür umso mehr: Die Aufnahmen sind im Kasten, die Schüler waren motiviert und brav. "Zumindest solange die Kameras an sind", sagt Hönl mit einem Schmunzeln, als der Lärm anschwillt und sich die nächste Gruppe auf den Dreh vorbereitet.
 
 
 



 

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24. 9. 2007 Presseinformation

GEW fordert dritte Sportstunde

Auf einer gut besuchten Fachtagung „Sport macht schlau, Kunst macht klug…! „Weiche Fächer“ im Abseits?“ in der Akademie des Sports in Hannover warnte der stellvertretende niedersächsische GEW-Vorsitzende Michael Strohschein eindringlich vor einer drohenden Entkernung von Sport, Musik, Kunst, Hauswirtschaft und Technik als vollschulischem Angebot.

In der Diskussion um die eigenverantwortliche Schule und die Organisation des Ganztagesbetriebes sei zunehmend zu beobachten, dass Deutsch, Fremdsprachen und Naturwissenschaften einen neuen Schwerpunkt erhielten. Es bestünde die übergroße Gefahr, dass die „Qualität“ von Schule im Kultusministerium und in der Öffentlichkeit nur als Tabellenplatz in der Rangfolge von internationalen, nationalen und regionalen Untersuchungen und Vergleichen wahrgenommen würde. „Der Mensch ist aber mehr als PISA-Ergebnisse, Abschlussüberprüfungen, Fitnesslandkarte und Vergleichsarbeiten“, so Strohschein.

Er erinnerte daran, dass sich das Kultusministerium mit dem skurrilen „Fitnesstest“ einen Riesenflop eingehandelt hatte. Dieser Fitnesstest sei damals die Vorübung des Rückzugs des Landes aus seiner Verantwortung für den schulischen Sportunterricht gewesen, der zu wesentlichen Teilen in die Verantwortung der Sportvereine gegeben werden sollte. So wichtig die ergänzende Zusammenarbeit zwischen Sportverein und Schule auch sei, sie könne niemals den schulischen Sportunterricht ersetzen. Strohschein forderte deshalb neben der verstärkten Berücksichtigung aller „weichen Fächer“ im Stundenansatz die dritte Sportstunde für alle Schulstufen.

Nachdrücklich unterstützt werden diese Forderungen von neuesten Ergebnissen der Hirnforschung. Prof. Dr. Martin Korte (Braunschweig) wies auf der Tagung darauf hin, dass Bewegung, Denken und Lernen in einem engeren Zusammenhang stünden, als dies bisher bekannt gewesen sei. Vergleichende Studien hätten beispielsweise belegt, dass weniger Unterricht in den „harten“ Fächern mit einem Mehr an Kunst, Sport und Musik zu gleichen Ergebnissen geführt hätten wie „harter“ Fachunterricht im gleichen Zeitrahmen.
 

Materialien zur GEW-Veranstaltung am 20. September 2007 mit Prof. Dr. Martin Korte, Technische Universität Braunschweig sind hier als PDF-Datei verfügbar
 
 

GEW-Sportkommission

 



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20.9. 2007 RP Online

Softball

Vom Brennball zu Baseball
Die Goose Necks touren durch einige Ratinger Schulen und bringen den Kindern ihren Sport näher. So wie in der Wilhelm-Busch-Grundschule in Hösel, wo die Viertklässler viel Spaß mit dem Schläger hatten.
 
Bei seinem ersten Schlag haut Kai noch über den Ball, doch beim zweiten Mal erwischt der Viertklässler die weiche Lederkugel nahezu perfekt. Ein weiter Schlag. Kais Mitschüler stürzen hinter dem Ball her, versuchen ihn mit den ungewohnten großen Lederhandschuhen zu erwischen und haben dabei ein paar Schwierigkeiten, die Kai sofort erkennt und nutzt: Er rennt nicht nur zur ersten Matte, sondern weiter, zur zweiten, dritten und schafft es sogar zur vierten, die in diesem Sportunterricht „Home-Base“ genannt wird. Unter dem Jubel der Mitschüler seines Teams hat Kai den ersten Home-Run seines Lebens absolviert. „Das hat Spaß gemacht“, findet der Blondschopf.

Die Zweitliga-Baseballer der Ratinger Goose Necks touren aktuell durch die Schulen der Dumeklemmerstadt. Sie wollen den Kindern ihren Sport näher bringen und so am besten gleich für neuen Nachwuchs in ihrem Verein sorgen, der in Breitscheid eine weitläufige Anlage, das „New Hermansfield“ besitzt. Der erste Vorsitzende und Pitcher (Werfer) der Goose Necks, Tobias Meyer-Langenfeld, besucht diesmal mit Christiane Jonietz, Spielerin der ersten Damen-Mannschaft, die Wilhelm-Busch-Grundschule in Hösel. Deren Sportlehrer Thorsten Kistenmacher freut sich: „Wir hatten gerade den Schwerpunkt Fangen und Werfen und haben dabei auch Brennball gespielt. Das passt jetzt also von der Thematik her wie die Faust aufs Auge.“ Zumal sich beide Sportarten ähneln, denn das Ziel ist, einen Spieler, der läuft, aus dem Spiel zu werfen, indem man den Ball, der zuvor weg geworfen oder geschlagen wurde, schnellstmöglich ins Ziel bringt.

Um den Ball zu fangen haben die Baseballer natürlich die großen Lederhandschuhe und Meyer-Langenfeld erklärt: „Wer mit rechts wirft oder schreibt, zieht den Handschuh an die linke Hand.“ Sofort hagelt es Proteste: „Ich kann aber doch gar nicht mit links fangen“, begehren die acht- bis zehnjährigen Schüler auf. „Das lernt ihr dann noch“, meint Meyer-Langenfeld.

Tatsächlich zeigen sich bald die ersten Erfolge, beim Fangen läuft es immer besser und mit dem Schläger können die Kinder von mal zu mal besser umgehen. „Das wichtigste ist aber: Den Schläger festhalten wenn ihr schlagt, sonst kriegt den einer an den Kopf“, warnt Meyer-Langenfeld. Es geht aber alles gut und so kommen wie Kai noch mehr Kinder in den Genuss des ersten Homeruns.

Baseball in der Schule


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18.09.2007 DOSB

Jeden Morgen Sport in der Schule?
„Optimal wäre es, wenn Kinder jeden Morgen in der Schule erst einmal Sport hätten“ - Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt mit neuem Anlauf für Präventionsgesetz.
 
Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt nimmt einen neuen Anlauf, nachdem das geplante Präventionsgesetz in der vergangenen Legislaturperiode am Widerstand der Länder gescheitert war. In einem Interview mit der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ) drängt Schmidt darauf, sportliche Bewegung besser im normalen Alltag von Kindern zu verankern: „Wir haben früher alle den Fehler gemacht zu glauben, dass zwei Stunden Sport in der Woche genug seien. 
Optimal wäre es, wenn Kinder jeden Morgen in der Schule erst einmal Sport hätten.“ Das sei nicht nur gesund, sondern helfe auch beim Lernen: „Studien zeigen, dass Kinder an Schulen, die jeden Morgen Sport anbieten, höhere Lernerfolge erzielen.“

Ulla Schmidt will das Präventionsgesetz nutzen, um Vorsorge in alle Lebensbereiche einschließlich der Schule zu tragen: man müsse jedes Kind mitnehmen. Von den Schulen forderte Schmidt mehr „mutige Schritte in Richtung Sport“. Sie kündigte an, dass das Präventionsgesetz einer der nächsten Schritte ihrer Behörde sein werde. „Ich bringe das Präventionsgesetz auf den Weg. Damit hoffe ich, in vielen Fällen Risiken verringern und Fehlentwicklungen verhindern zu können.“

Die Bundesgesundheitsministerin sieht vor allem auch Handlungsbedarf in Richtung sozial benachteiligter Menschen, weil dort ein deutlich erhöhtes Gesundheitsrisiko vor allem für den Nachwuchs besteht. „Das ist Besorgnis erregend, weil diese Kinder und Jugendlichen weit häufiger an Übergewicht leiden, viel öfter Haltungsschäden haben, mehr rauchen und bei ihnen das Risiko für psychische Auffälligkeiten höher ist. Kinder aus sozial schwächeren Familien haben mehr Verkehrsunfälle. Außerdem machen sie viel seltener Sport“, zählt Ulla Schmidt die Gründe für diese Misere auf.

Einen Ausweg sieht sie in einer stärkeren Betreuung dieser Kinder durch Ganztagesschulen. Kindergärten und Ganztagesschulen müssten auffangen, was Eltern zu Hause nicht mehr leisten könnten. Auch der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) sieht dringend Handlungsbedarf bei sozial benachteiligten Menschen, was aus seiner Sicht allerdings nicht nur für Kinder gilt. Um die Entwicklung in diesem Bereich zu forcieren, ist der DOSB dem bundesweiten Kooperationsverbund „Gesundheitsförderung bei sozial Benachteiligten“ beigetreten und wird sich an dessen Kongress 2007 „Armut und Gesundheit“ in Berlin beteiligen.

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DOSB-Presse 18.9. 2007

„Jeden Tag Schulsport“

Alltagstaugliche Aussage der Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt?
Von Dr. Klaus Balster, ehrenamtlicher Ressortleiter „Sportverein-Schule“ der Sportjugend Nordrhein-Westfalen

 Zu Schulbeginn hat Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt in einem Interview mit der WAZ auf die Frage „Reicht das Sportangebot an Schulen aus?“ klipp und klar mit „nein“ geantwortet. „Wir haben früher alle den Fehler gemacht, zu glauben, dass zwei Stunden Sport in der Woche genug seien. Optimal wäre, wenn Kinder jeden Morgen in der Schule erst einmal eine halbe Stunde Sport hätten. Das macht Kopf und Seele frei. Dann können sie sich besser konzentrieren. Studien zeigen, dass Kinder an Schulen, die jeden Morgen Sport anbieten, höhere Lernerfolge erzielen.“ Auch die heutige Bundeskanzlerin Angela Merkel hat 2006 als CDU-Bundesvorsitzende im Jahrbuch 2005/2006 des damaligen DSB ihre Sorgen über die abnehmende körperliche Leistungsfähigkeit geäußert und gefordert: „Der Schulsport ist deshalb mit einem Mindestmaß an Wochenstunden in allen Stufen festzulegen und als gleichwertiges Unterrichts- und Ausbildungsfach in der schulischen Ausbildung anzuerkennen.“ Auch eine Vielzahl anderer bedeutsamer Politiker betont mittlerweile ähnliches.

Die Alltagstauglichkeit solch plakativer Aussagen muss sich aber noch überall zeigen. Eine politische Mehrheit gibt es dafür zurzeit noch nicht. Erst wenn die Aussagen wirklich in der schulischen Praxis angekommen sind und tatsächlich auch Notwendiges nachhaltig sichern, sind sie nützlich. Ich hoffe, dass die Aussagen von Frau Schmidt nicht im politischen Sommerloch verschwinden, sondern eine gesellschaftspolitische Bewegung auslösen, die dem Schulsport wirklich nützlich ist.

Darum wünsche ich mir von der Politik,

  • dass sie sich selbst ernst nimmt. Ich erwarte, dass Interviewaussagen politischer Führungspersonen erst einmal ohne Ressentiments in den politischen Lagern geprüft werden. Diesem Thema haben sich alle ernsthaft zu stellen, damit sich Einsichten als Grundlage des Verstehens überhaupt bilden können. Erst auf dieser Grundlage lassen sich dann zukunftsweisende Entscheidungen treffen. Dieses ist erforderlich, weil zu viele politische Entscheidungsträger noch nicht empfängnisbereit für Wahrheiten sind. Die Interviewaussagen können ihnen hel-fen, wieder mehr Achtsamkeit für den Schulsport zu erhalten, damit sie Notwendiges wie die verschiedenen belegten Wirkqualitäten des Schulsports überhaupt erkennen und verstehen lernen.

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  • dass die Politik umfassenden Mut hat, denn Mut braucht man, um die Wahrheit nicht zu verlieren. Wenn ich etwas erwarte, muss ich zulassen, dass beispielsweise bei Verabredungen zur Weiterentwick-lung des Schulsports Sportexperten aus der Sportverwaltung, Sportwissenschaft oder Partnerwissenschaften, aus dem organisierten Sport und den Berufsverbänden ohne politische Vorgaben und Ein-schränkungen ihre notwendigen, konkreten Umsetzungsmaßnahmen of-fen beschreiben dürfen. Empfehlungen wie beispielsweise „für die Primarstufe ist die tägliche Sportstunde wünschenswert“ sind einfach zu unverbindlich und nicht zielführend beim aktuellen Kenntnisstand über die Wirkungen von Bewegung, Spiel und Sport bei unseren jungen Schulkindern und für eine gesunde Schule. Diese Empfehlung steht beispielsweise im Gegensatz zu dem aktuellen Eckpunktepapier der Bundesregierung zur Vorbereitung eines Nationalen Aktionsplanes „Gesunde Ernährung und Bewegung - Schlüssel für mehr Lebensqualität“. Hier wird ausdrücklich zur notwendigen Realisierung der Teilziele aufgefordert wie z.B. „in Schulen müssen ausreichend attraktive Bewegungsmöglichkeiten vorhanden sein“.

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  • dass die Politik die Kraft hat, die sie eigentlich haben müsste, um eine Politik zum Wohle der Kinder voranzutreiben. D. h. wenn wissenschaftlich belegt ist, dass der Schulsport zum Lieblingsfach der Schülerinnen und Schüler gehört und ebenfalls durch Studien gestützt, Bewegung, Spiel und Sport der Motor einer gesunden Schule mit wesentlichem Wert für alle Fächer ist und dazu noch Schulleben stabilisiert, dann ist es einfach fahrlässig, immer noch nicht die seit Jahrzehnten geforderte, tägliche Sportstunde durch qualifiziertes Personal in angemessenen Räumlichkeiten als Regel installiert zu haben.

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  • dass die Politik wirklich verantwortlich handelt, denn politisch Verantwortliche sind nicht nur verantwortlich für das, was sie tun, son-dern auch für das, was sie nicht tun. Beispielsweise kennt sie doch die alten Schwachstellen und Problemzonen des Schulsports, z. B. die hohe Zahl fachfremder Sport-Lehrkräfte  in den Grund- und För-derschulen oder die nicht ausreichenden Schwimmsportmöglichkeiten, die zu einer stetigen Zunahme von Nicht-Schwimmern führen. Politik hat zu verantworten, dass auch konkrete Handlungsschritte statt Absichtserklärungen auf den Weg gebracht werden. Sie hat es vor allem zu verantworten, wenn der Art. 2.2 unseres Grundgesetzes „Recht auf körperliche Unversehrtheit“ nicht überall erfüllt wird.

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  • dass die Politik auch ihrer Verlässlichkeit gerecht wird, indem sie zeitnah, mit nachhaltigem Engagement ihre Verabredungen einhält, z.B. erlebt die Fortschreibung eines verabredeten Aktionsprogramms in NRW zur „Zusammenarbeit Schule und Sportverein“ zwischen Landesregierung und Landessportbund einen unverständlichen Stillstand.

  • Darüber hinaus sehe ich in dem Interview der Bundesgesundheitsministerin auch für jeden von uns eine Signalwirkung. Wer sich als Lobbyistin und Lobbyist für den Schulsport versteht, wird ermuntert, sich selbst zu fragen, was kann ich dazu beitragen, dass sich etwas verändert. Denn wer anderen immer einen Spiegel vorhält, der muss zuerst selbst hineinsehen. Wer etwas bewegen will, muss bei sich selbst anfangen, z.B. sich zu Wort melden, Vorschläge unterbreiten, Aufgaben der Mitgestaltung übernehmen. Wir sollten auch erkennen, dass bereits kleine Beiträge mithelfen, das Gesicht der Welt zu verändern. Dazu gehört auch die Erkenntnis, dass es das, was wir nicht selber machen, nicht geben wird.

    Wenn die plakativen Aussagen der Bundesministerin zusätzliche Anstrengungen und damit verbunden eine gesellschaftspolitische Bewegung auslösen, soll es uns in den fachpolitischen Ressorts des Landessportbundes und der Sportjugend NRW nur recht sein. Wir standen und stehen jederzeit auch weiter als konstruktive Unterstützer und Partner des Schulsports für einen vertiefenden, fachpolitischen Dialog bereit.
     
     


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    10.9. Kölner Stadtanzeiger
     

    Fit statt fett durch viel Bewegung

    Alle Grundschüler in der Stadt können etwas über gesundes Verhalten lernen.
     
    Puls messen
    Sankt Augustin - Die Jungs der Klassen 4a und 4b der evangelischen Grundschule Hangelar stürmen als erste in die Turnhalle an der Graf-Zeppelin-Straße. Hier steht heute der etwas andere Sportunterricht auf dem Programm. Denn, als die Mädchen schließlich auch eintrudeln, übernimmt kein Sportlehrer, sondern übernehmen zwei Ärztinnen der Asklepios-Kinderklinik das Kommando. 

    Sigrid Fitter und Annette Ebert starteten gestern in Hangelar ihr neues Präventionsprogramm gegen Bewegungsmangel, Fehlernährung und Haltungsschäden „Gib Gas - Bewegung macht Spaß“. „Wir wollen die Kinder möglichst früh ansprechen und sie dazu bewegen, sportlich aktiv zu werden“, sagt Annette Ebert. In den letzten Jahren hat die Zahl übergewichtiger Kinder stark zugenommen. „Viele Kinder sitzen lieber vor dem Computer, als sich draußen zu bewegen“, nennt Ebert einen Grund für die Zunahme von Gewichtsproblemen. „Im Grundschulalter kann man die Kinder noch richtig motivieren. Bei einem 14-jährigen Kind, das nie Sport gemacht hat, wird die Umgewöhnung schon sehr schwer fallen“, ergänzt ihre Kollegin Sigrid Fitter.

    Um die Kinder auf Trab zu bringen, haben die Medizinerinnen Trainer aus lokalen Vereinen zur Verstärkung mitgebracht. „Wir wollen die Kinder in die Vereine bringen“, erklärt Fitter. „Denn das ist immer noch die beste Möglichkeit, Bewegung regelmäßig in den Alltag zu integrieren“.

    Doch bevor es an die vier verschiedenen Disziplinen Leichtathletik, Fußball, Judo und Tischtennis geht, steht ein kleiner Exkurs in Bewegungs- und Ernährungslehre auf dem Programm.

    Annette Ebert verteilt Handzettel an die Schüler der 4a. Abgebildet ist da der Weg der Nahrung durch den menschlichen Körper. Außerdem verteilt sie grüne, rote und gelbe Karten. Darauf sind verschiedene Lebensmittel zu sehen. Karotten und Obst und dunkles Brot sind grün, also gesund. Hamburger und Pommes ungesund und daher rot. Gelb sind Eier und Milch. „Milch ist oft fett und sättigt so sehr, dass man keinen Hunger mehr hat auf andere gesunde Dinge“, erklärt Ebert. „Und im Eigelb ist ein Stoff, der Cholesterin heißt und nicht gut ist für das Blut.“

    In der anderen Ecke der Halle lernen die Kinder der 4b derweil den Zusammenhang zwischen Bewegung und Energiebedarf kennen. Dazu messen die Kinder ihren Puls. Von 60 bis 200 reicht die Bandbreite der Ergebnisse. „Normal ist bei Kindern in eurem Alter ein Ruhepuls von 90“, erklärt Fitter.

    Für eine Beschleunigung des Pulses durch Bewegung sorgen schließlich die vier Vereinsvertreter. Bei Martin Huber vom VfR Hangelar wird Fußball gespielt; Philippe Hintz vom TTG Sankt Augustin hat eine Tischtennisplatte aufgestellt. Bei Lars Burmeister vom ASV können die Grundschüler erste Judogriffe lernen und bei Anne Rabe gibt es eine Einführung in die Leichtathletik.

    „Wir als Klinik können ja immer erst aktiv werden, wenn es eigentlich schon zu spät ist, deshalb haben wir für unser Präventionsprogramm die Vereine mit ins Boot geholt“, sagt Sigrid Fitter. Die Klinik plant zusätzlich den Aufbau einer Adipositas-Sprechstunde für übergewichtige Kinder, bei der ein Netz aus Ärzten, Sportlehrern, Ernährungsberatern und Trainern lokaler Vereine zusammen arbeiten wird, um Kindern den Weg zu einem gesünderen Lebensstil zu erleichtern. Mit ihrem Programm werden die beiden Kinderärztinnen nach und nach alle Grundschulen im Stadtgebiet besuchen.
     
     



     
     

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    Wiesbadener Kurier 7.9. 2007
     

    Mit Hingabe, Hilfestellung und Bonuspunkten

    Sportunterricht mal anders:
    Zweistündiger Tennis-Crashkurs in der Turnhalle für Geisenheimer Hauptschüler

    GEISENHEIM Noch nicht der Weg zur Meisterschaft, aber doch ein Erfolgserlebnis in Sachen Geschicklichkeit und Zusammenspiel: Tennisunterricht von Profitrainern für Geisenheimer Hauptschüler im regulären Sportunterricht als Auftakt für spätere Eigenregie.

    Mehr Bewegung tut Not, schon bei Kindern und Jugendlichen, so dass früh angesetzt wird: in den Schulen. breiten- und freizeitsportliche Angebote sollen dabei forciert werden, und so kam es denn auch, dass das hessische Kultusministerium und der Landessportbund Hessen ein Programm erarbeitet haben, zu dem auch der hessische Tennisverband seinen Beitrag leistet. Wie das abläuft, ließ sich am Praxistag in der Hauptschule Geisenheim beobachten, bei dem sich 14-Jährige nach einem Crash-Kurs in Sachen Ball-Beherrschung mit diversen Geschicklichkeits- und Koordinationsübungen ihr erstes Hallen-Match lieferten.

    Baran Öztürk kann mehr, als ihm Verbandstrainer Michael Kreuzer zutraut, nämlich in jeden dritten von 20 ausgelegten Reifen hineinspringen. Um zehn Liegestütze wettet der Trainer, dass Baran es nicht mehr als zweimal richtig macht. Der schafft es spielend über sämtliche Reifen, so dass der Vorturner zur Gaudi aller seine Strafübung durchzieht: das pädagogische Konzept von Ansporn, Leistung, Niederlage wegstecken und Fair Play ist aufgegangen. Zuschauer sind 13 Lehrer aus fünf Landkreisen und Wiesbaden, die das pädagogische Rüstzeug mitnehmen sollen, an ihren Schulen solche Kurse in Eigenregie anzubieten: mit einfach zu beschaffenden Ausstattungsmaterialien und einer im Frühjahr produktreifen DVD.

    Mit von der Partie ist Schultennisreferent Franz Hillebrand vom Bezirk Wiesbaden, der ankündigt, dass nach dem Mittagessen die Lehrer "dran" sind, zum Abend hin das Lernziel und dessen Erreichung in einer Straußwirtschaft ausgewertet werden. Freude machen und etwas Besonderes ihren Achtklässlern bieten wollte Schulleiterin Hannelore Fischer mit dieser Aktion. "Die haben das verdient", sagt sie. "Initiativ geworden sind Anke Thies-Ruß, unsere stellvertretende Schulleiterin und Tennisreferent Hillebrand." Kurz ist die Vorrede, in der erklärt wird, warum der Tennisball dünner ist als üblich, die Schläger kürzer, von vorn statt von der Seite geschlagen wird, die Netze kleiner sind. 20 Reifen zu durchlaufen ist noch eine der leichten Übungen. Zwischenräume einhalten erfordert Konzentration, mehr davon, den Ball im Laufen aufdotzen zu lassen, Kreise zu umgehen, sich zwischen diesen tänzelnd durchzuschlängeln.

    Das geht besser als gedacht. Mit Hingabe, Hilfestellung und Bonuspunkten ein Beispiel dafür, wie Pädagogik funktioniert, koordinierte Bewegung mit Lust und Laune erlernt und verbessert werden. "Ey, du Schwellkopp", dringt es alterstypisch schon mal durch. Wird aber gleich von Spiegelei und Bratpfanne verdrängt, dem mit dem Griff zum Körper getragenen Schläger und möglichst bewegungslos darauf ruhenden Ball. Dann kommt es, das Zusammenspiel, bei dem Vierecke des Hallenbodens getroffen werden müssen als Vorü-bung zum ersten Abschlag übers Netz, dem zweiten, dem dritten. "Das ist gut, das müssten wir öfters machen", sagen fast identisch die 14-jährige Ermine Tasdemir und der gleichaltrige Kossei Samouri auf die Frage, wie ihnen diese Art von Sportunterricht gefällt. Tennis gespielt haben sie noch nicht, kennen sich aber aus mit Tischtennis, Bastketball und Fußball, haben soeben die geforderten zehn Mal den Ball aufs gleiche Kästchen geschlagen.

    Auf zehn Stunden ist das Lernprogramm Tennis für Schulen ausgelegt und entwickelt worden, sagt Günter Friedl, Chef-Ausbilder des hessischen Tennisverbandes. Fort geführt werden soll es nach den Vorstellungen des Verbandes mit kostenlosen Einladungen örtlicher Tennisvereine, mit Schnupperstunden und vielleicht dem Wunsch, dran zu bleiben.
     



     
     

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    4.9. Augaburger Allgemeine

    Immer weniger Kinder können schwimmen

    Ein Drittel der Grundschüler in Bayern könne nicht mehr richtig schwimmen, so das Ergebnis einer Umfrage im Auftrag der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG). Die Zahl der Badeunfälle steige. Die Mindelheimer Zeitung erkundigte sich beim Staatlichen Schulamt, wie der Schwimmunterricht im Lehrplan verankert ist.

    Passend zum Thema forderte der Bayerische Landessportverband (BLSV) dieser Tage deutliche Verbesserungen im Schulsport. Nach Ansicht des Dachverbandes werde auch der Schwimmunterricht sträflich vernachlässigt. Längst könne nicht mehr jeder bayerische Schüler seine schwimmerischen Fähigkeiten verbessern, weil dazu die Möglichkeiten fehlten. Der Zustand vieler Bäder sei besorgniserregend und in Bayern seien im letzten Jahr über 100 Bäder geschlossen worden, so der BLSV.

    Nach einer weiteren Umfrage der DLRG kann fast jeder vierte Deutsche nicht oder nur schlecht schwimmen. Ganze 22 Prozent der Bevölkerung über 14 Jahre schätzt sich als gute Schwimmer ein. Dagegen halten sich 13,3 Prozent für schlechte Schwimmer und 9,7 Prozent können gar nicht schwimmen....
     
     



     

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    4.9. Augaburger Allgemeine

    Lehrer, Eltern, Funktionäre, Ärzte: Alle wollen fittere Kinder

    Mehr Bewegung für Kinder und Jugendliche - mit dieser Forderung ging der Präsident des Bayerischen Landes-Sportverbandes Günther Lommer an die Öffentlichkeit. Im Blick des Sportfunktionärs, neben einer verbesserten Unterstützung der Vereine, ist vor allem die Schulsportmisere. Zwei Stunden Sportunterricht seien die Regel. Viel zu wenig. Der BLSV fordert bis zur 10. Klasse vier Wochenstunden. Der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) ging gar noch weiter, Präsident Klaus Wenzel verlangt die tägliche Sportstunde.

    Unsere Kinder sollten sich mehr bewegen. Dieser Meinung waren auch alle Gesprächspartner der Rieser Nachrichten. Ob die Forderung nach mehr Sportunterricht gegenwärtig realisierbar ist und ob dies allein der richtige Weg ist, da hatten sowohl Herbert Dettweiler als Vertreter des BLLV für Nordschwaben als auch Dr. Peter Hell vom Staatlichen Schulamt in Donauwörth ihre Zweifel. "Ich würde gerne jeden Tag mit meinen Schülern Sportunterricht machen", so Dettweiler, doch sei dies in der derzeitigen Situation nicht umsetzbar. "Das geht erst mit der Einführung der Ganztagesschule, und die wird kommen, spätestens in zehn Jahren." Dr. Peter Hell erklärte, dass in allen Grund- und Hauptschulen der Schulsport auch im kommenden Schuljahr gemäß der amtlichen Vorgaben stattfinden werde. "Dafür stehen auch genügend Lehrerstunden zur Verfügung", sagte Hell.

    Differenzierte Förderung
    Bewegungsarmut, Übergewicht, dieser Problematik sei man sich bewusst, so der Schulamtsdirektor weiter. Doch sei die Lösung eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und nicht allein mit mehr Sportunterricht zu beheben. Es gebe ja auch genügend Kinder, die in ihrer Freizeit sehr viel Sport trieben, "die brauchen eigentlich kein zusätzliches Bewegungsangebot". Hier könnte sich Hell eine differenzierte Förderung vorstellen und dass eine nachgewiesene Teilnahme am Vereinssport als Vermerk ins Zeugnis eingetragen werden könnte. "Sport nach eins", dies ist auch ein Stichwort von Hans Schneider, dem Kreisvorsitzenden des BLSV aus Megesheim. Ein Projekt bei dem beide Seiten gewinnen: "Die Kinder treiben mehr Sport und die Vereine haben die Möglichkeit Interesse zu wecken und neue Mitglieder zu werben." Schneider sah jedoch vor allem das Problem, am Nachmittag genügend Übungsleiter zu finden, da viele Trainer berufstätig seien.

    Wie nötig viele Kinder mehr Sport hätten, zeigt der Unterrichtsalltag von Herbert Dettweiler. "Früher schafften viele Grundschüler fünf Klimmzüge und mehr. Heute ist null bis drei die Regel", erzählt er. Die Erfahrung, dass die körperliche Leistungsfähigkeit der Schüler allgemein nachgelassen hat, bestätigt der Nördlinger Kinderarzt Dr. Ernst Gley. "Weniger Muskelkraft, eine schlechtere Motorik, nachlassende koordinative Fähigkeiten, eine eingeschränkte Beweglichkeit und mehr Haltungsschwächen als früher", schildert der Mediziner seinen Praxisalltag. Er unterstütze die Forderung nach mehr Schulsport voll und ganz, doch der allein sei nicht ausschlaggebend "einen schönen Gruß an alle Eltern", so der Kinderarzt.
     
     


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    4.09.2007 -DOSB

    KiTa-Projekt der Plattform Ernährung und Bewegung in Bielefeld gestartet

    Das Pilotprojekt "gesunde kitas - starke kinder" der Plattform Ernährung und Bewegung e.V. (peb) startete kürzlich in Bielefeld. 16 Kindertagesstätten der Region nehmen daran teil. Ziel des Projektes ist es, Vorschulkindern bereits frühzeitig einen gesunden Lebensstil zu vermitteln. Schirmherren sind Bundesminister Horst Seehofer und Bundesministerin Ursula von Leyen.

    "Die Stadt Bielefeld beobachtet seit Jahren einen Anstieg der Zahlen übergewichtiger Kinder und Jugendlicher, gleichzeitig nehmen Koordinationsstörungen zu, die ihre Ursache häufig in Bewegungsmangel haben", erklärte der Beigeordnete der Stadt Bielefeld des Dezernates Jugend, Soziales und Wohnen, Tim Kähler auf der Bielefelder Auftaktveranstaltung. "Wir müssen mit vereinten Kräften diesen Trend stoppen und Kindern bereits im Vorschulalter gesunde Lebensgewohnheiten vermitteln - deswegen unterstützen wir das Projekt der Plattform Ernährung und Bewegung", fügte Harry von Bargen vom Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtscahft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen hinzu.

    Zusammen mit den pädagogischen Fachkräften in den Kindertageseinrichtungen, den KiTa-Trägern, Fachleuten und der Stadt werden die Themen ausgewogene Ernährung, vielseitige Bewegung und Entspannung in den Alltag der Kindertagesstätten integriert. Martin Schönwandt, Geschäftsführer der Deutschen Sportjugend im DOSB, erläuterte : "Kinder lernen einen gesunden Lebensstil nur, wenn er täglich praktiziert wird. Familien, KiTas und Vereinen kommt dabei die Schlüsselfunktion zu. Denn je früher der gesunde Lebensstil zum selbstverständlichen Alltag gehört, dsto größer die Chance Übergewicht überhaupt gar nicht entstehen zu lassen."

    Dr. Anna Oldenburg, Geschäftsführerin der Plattfrom Ernährung und Bewegung zeigte die Arbeitsweise des Projektes auf: "Zum Projektstart wird in den KiTas in Workshops gemeinsam ein passgenaues Konzept mit klaren Projektzielen erarbeitet. Während der ca. zwölfmonatigen Einführungsphase wird jede KiTa regelmäßig beraten und durch einen Coach persönlich begleitet. Zudem wurde in Zusammenarbeit mit Experten und Praktikern eine Arbeitshilfe für pädagogische Fachkräfte erarbeitet, die auch in weiteren KiTas eingesetz wird. Der KiTa-Coach vor Ort unterstützt zudem bei der Kontaktaufnahme mit Kooperationspartnern wie Sportvereinen, Schulen und Kinderärzten."

    Ziel des zeitlich befristeten Pilotprojektes ist es, Strukturen zu schaffen die langfristig die Prävention von Übergewicht im KiTa-Alltag etablieren.Außerdem soll das Projekt auf weitere Regionen, Träger und Kindertageseinrichtungen ausstrahlen.

    Zunächst startete das Projekt in 50 Kindertageseinrichtungen in vier regionalen Clustern der peb-Mitgliedsländer Bayern und Nordrhein-Westfalen- Mülheim an der Ruhr, Bielefeld, Augsburg und München.
     
     
     



     

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    27.8. Neumarkt online

    "Täglich bewegen"
    NEUMARKT. In der Grundschule Woffenbach steht verstärkt Bewegung und gesunde Ernährung auf dem Lehrplan.

    Die Grundschule Woffenbach ist neben Nittendorf (Landkreis Regensburg) eine der vom Kultusministerium ausgesuchten Modellschulen, die im Schuljahr 2007/08 die Bewegungs- und Gesundheitsinitiative "Voll in Form: täglich bewegen - gesund essen - leichter lernen" im Rahmen eines Schulversuchs durchführen werden.

    Dabei sollen Bewegung und Ernährung noch stärker als bisher in den Schulalltag einbezogen werden – zum Wohl derSchüler.

    Regierungspräsident Dr. Wolfgang Kunert zeigte sich am Montag sehr erfreut, dass sich in der Oberpfalz im neuen Schuljahr Modell- oder Pilotschulen an Schulversuchen zur Erprobung neuer pädagogischer Inhalte im Unterricht oder im Schulleben beteiligen. Damit erbrächten die Schulen "als Dienstleister für die Gesellschaft" einen Beitrag zu mehr Gesundheit und einem gesteigerten Wohlbefinden.

    Die Kinder sollten sich in Woffenbach an Tagen, an denen kein Sportunterricht stattfindet, täglich mindestens 20 Minuten bewegen und ab und zu ein gemeinsames Schulfrühstück einnehmen. Nach Einschätzung von Experten können die Schüler dann leichter lernen.

    Bereits ab September erproben die Pilotschulen Unterrichtsmodelle, die ab dem Schuljahr 2008/2009 an allen bayerischen Grundschulen umgesetzt werden sollen. Da sich regelmäßige Bewegung und gesunde Ernährung positiv auf Konzentration und geistige Aktivität auswirken, geht es bei der Initiative auch darum, dass Schüler und Eltern langfristig Einstellungen, Werthaltungen und Verhalten verändern und verinnerlichen.

    Am Modellprojekt "MODUS F" (MODUS Führung) mit dem Ziel der Weiterentwicklung und Erprobung zeitgemäßer Führungsmodelle, das die Stiftung Bildungspakt Bayern in Kooperation mit dem Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus durchführt, sind aus dem Landkreis Neumarkt die Volksschulen Deining und Seubersdorf beteiligt.

    Insbesondere zu praktikablen Führungsspannen, zur Teamentwicklung in der Schulleitungsmannschaft, Delegation von Aufgaben, Theorie und Praxis von Zielvereinbarungen und Erkennen und Fördern von Führungsbegabungen im Kollegium sollen hier zeitgemäße Modelle für Führungshandeln von Schulleitungen erprobt werden.
     
     


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    22.08.2007 DOSB

    Fachtagung „Freiwilligendienste im Sport bewegen Schule“
    Freiwilligendienste im Sport erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit

    Derzeit leisten tausend Jugendliche ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) im Sport ab, und mehrere hundert Menschen unterschiedlicher Altersstufen absolvieren einen Generationsübergreifenden Freiwilligendienst (GÜF) in der Kinder- und Jugendarbeit im Sport. Die meisten Freiwilligen sind derzeit in Sportvereinen aktiv, weitere Einsatzstellen kommen aber stetig hinzu. Ein besonderes Wachstumspotential bieten Schulen: Gerade in Verbindung mit dem Ausbau der Ganztagsschule entsteht ein erhöhter Bedarf an zusätzlichen Betreuungsangeboten. Zudem übernehmen die Bundesländer häufig große Anteile der Kosten für einen FSJ-Platz.

    Freiwilligendienste im Sport unterstützen Schulen darin, Kinder und Jugendliche in Bewegung zu bringen. Durch vielfältige Qualifikationen der Freiwilligen können Pausen und freie Zeiten für Schüler sportiv gestaltet und die Abwechslung im Sportunterricht erhöht werden. Gerade junge Menschen, die einen Freiwilligendienst absolvieren, werden von Schülern als Vorbilder wahrgenommen und leben aktives bürgerschaftliches Engagement vor. Dadurch erfährt auch die Schule als Institution eine Aufwertung im lokalen Umfeld. Die Freiwilligen stellen zudem einen engeren Bezug zwischen Schulen und dem organisierten Kinder- und Jugendsport her und stärken damit die lokale Zusammenarbeit.

    Um weitere Anregungen für die Zusammenarbeit von Akteuren der Freiwilligendienste im Sport und Schulen zu geben, veranstaltet die Deutsche Sportjugend (dsj) am Donnerstag, 20. September 2007, in Frankfurt am Main die Fachtagung „Freiwilligendienste im Sport bewegen Schule“, die Chancen und  Risiken der Einbindung von Freiwilligen aus dem organisierten Sport in die (Ganztags-)Schule beleuchtet. Die Tagung möchte sowohl neue Aufgaben- und Einsatzfelder für Freiwilligendienste und die damit verbundenen positiven Effekte aufzeigen, als auch Freiwilligendienste als mögliche Impulsgeber für Schulen sowie insbesondere für den Schulsport beispielsweise durch die Etablierung neuer Sportarten vorstellen.

    Neben Grundsatzreferaten von Prof. Dr. Albrecht Hummel (TU Chemnitz) und Philipp Stemmer (Zentrum für zivilgesellschaftliche Entwicklung Freiburg) werden erfolgreiche Projekte einzelner Landessportjugenden vorgestellt. Eingeladen sind Hauptberufliche und Ehrenamtliche aus den Mitgliedsorganisationen der dsj und des DOSB, die für die Themen Sport in der Schule und Freiwilligendienst  zuständig sind. Nähere Informationen und Anmeldeformulare erhalten Sie von Dr. Jaana Eichhorn und Heike Hülse unter fsj(at)dsj.de.
     
     


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    18.8.2007 AOK-Presse
     

    AOK-Kindertheater geht auf Deutschlandtournee

    2007 Manege frei für "Möhren, Kinder, Sensationen". Gesundheit soll Spaß machen. Mit dem Kindertheater im Zirkuszelt "Möhren, Kinder, Sensationen" will die AOK deshalb bis Ende Oktober in bundesweit 16 Städten Kinder und Eltern für gesundes Essen und mehr Bewegung begeistern.

    "Gesund Essen und sich viel bewegen - das lernen Kinder nur, wenn sie dabei auch Spaß haben", sagte der Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes, Dr. Hans Jürgen Ahrens, zum Auftakt der Aktion am 15. August in Köln. Schirmherr der Tournee ist der Mediziner Prof. Dietrich Grönemeyer.

    Mit ihrer Initiative "Gesunde Kinder - gesunde Zukunft" reagiert die AOK auf Besorgnis erregende Studienergebnisse. So ist die Fitness der Kinder im Kindergarten- und Schulalter nach einer Studie von AOK und Wissenschaftlichem Institut der Ärzte Deutschlands seit dem Jahr 2001 deutlich messbar zurück gegangen. "Die Kluft zwischen Sportlichen und Unsportlichen wächst", erläuterte AOK-Chef Ahrens in Köln. Auch das Robert-Koch-Institut habe festgestellt: ein Drittel aller Kinder zwischen sechs und 18 Jahren kann nicht schwimmen, in den Schulen fällt fast 25 Prozent des ohnehin knapp bemessenen Sportunterrichts aus, 15 Prozent aller jungen Leute sind übergewichtig.

    Ahrens: "Wir haben zum Beispiel gemessen, wie hoch Kinder aus dem Stand springen können - bei vielen passt dann grade noch ein Blatt Papier zwischen Füße und Boden, aber kein Springseil." Damit die Kinder wieder größere Sprünge machen, setze die AOK auf spürbares Vergnügen anstelle von trockenen Belehrungen. Ahrens weiter: "Ein Clown bringt hier mehr als der erhobene Zeigefinger - das hat die AOK verstanden."

    "Unsere Kinder müssen in Bewegung bleiben, vom Krabbelalter bis zum Schulabschluss", betonte der Essener Mediziner Prof. Dietrich Grönemeyer. Deshalb forderte er die Einführung von Gesundheitsunterricht als Pflichtfach an Schulen sowie täglich einer Stunde Schulsport. "Wir schauen seit Jahren zu, wie sich die Fitness und Gesundheit der Kinder stetig verschlechtert. Wir kennen die Ursachen - jetzt ist es an der Zeit, etwas dagegen zu tun."

    Die Umsetzung des Gesundheitsunterrichts in Schulen muss nach Grönemeyers Auffassung "spannend sein und den Kindern Spaß machen. Sie müssen lernen, dass Fischstäbchen nicht im Meer schwimmen und Milch nicht aus der Tüte kommt." Die AOK-Initiative "Gesunde Kinder - gesunde Zukunft" mit der Zirkustournee "Möhren, Kinder, Sensationen" bezeichnete Grönemeyer als gelungenes und vorbildliches Projekt, mit dem man Kinder auch tatsächlich erreichen könne. Deshalb habe er die Schirmherrschaft übernommen.

    Die AOK hat sich für das Zirkuskonzept mit dem lustigen Theaterstück "Henrietta in Fructonia" und tollen Liedern entschieden, "weil wir damit Kinder begeistern können für gutes Essen und viel Bewegung", ergänzte Ahrens. Dass dieses Konzept nachhaltig wirkt, hat die AOK bereits nachgewiesen. "Rund 60.000 Kinder haben das Theaterstück bei Schulvorstellungen in Brandenburg gesehen und konnten sich noch Wochen später genau an die Inhalte erinnern." Für Lehrer hat die AOK für die bundesweite Zirkustournee zusätzlich eine Handreichung mit praktischen Tipps für die Umsetzung im Unterricht entwickelt. Die gibt es zum Download im Internet unter www.aok.de/kids Dort können sich Eltern auch zu Fragen der gesundheitlichen Entwicklung von Kindern informieren.

    Für Hans Jürgen Ahrens bündelt die nachhaltig angelegte AOK-Initiative "Gesunde Kinder - gesunde Zukunft" eine ganze Reihe von seit Jahren erfolgreichen regionalen und überregionalen Projekten der Gesundheitskasse nach dem Motto "nicht nur den Kopf ansprechen, sondern auch das Gefühl." Weitere Informationen über die Initiative und die Gastspieldaten auf www.aok-presse.de
     



     

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    16.8. 2007 Westfälische Nachrichten

    Schule bewegt sich

    Burgsteinfurt. Schönes Wetter lässt sich noch immer nicht einplanen, alles andere aber hat die Schülervertretung (SV) des Arnoldinums wieder punktgenau auf die Reihe gekriegt und gestern das mittlerweile dritte Sportfest gefeiert. Mehr als 30 (!) Sportarten standen dabei zur Auswahl, darunter Klassiker wie Fußball, Schwimmen und Volleyball, aber auch sehr exotische Bewegungsarten wie Tae-Bo, Cheerleading oder Bauchtanz waren im Angebot.

    Und weil die Schüler auch schwimmen oder golfen durften, fanden einige Veranstaltungen auch außerhalb der Schule statt. Was auf die Frage der Organisation dieser Großveranstaltung verweist: Seit dem Winter schon saßen etwa 15 SV-Schüler über die Plänen, schließlich wollten an die 1100 Schüler sportlich auf Trab gebracht werden.

    Wie Sport ja überhaupt einen hohen Stellenwert am Arnoldinum hat, an dem der Sportunterricht voll erteilt wird, wie Schulleiterin Dr. Agnes Linß nicht ohne Stolz bemerkt. Außerdem taucht der Name Arnoldinum immer wieder auf den Listen verschiedener Sportwettkämpfe auf.

    Die gestrige Veranstaltung, die alle zwei Jahre auf dem Stundenplan steht, sehen die Schüler auch als Gegenpol zu den oft als piefig verschrieenen Bundesjugendspiele. Und weil die dritte Runde – trotz aprilligen Augustwetters – wieder viel bewegt hat, wird in zwei Jahren wohl die vierte eingeläutet.
     
     
     



     

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    6.8. 2007

    WAZ: Gesundheitsministerin Ulla Schmidt: Mehr Sportunterricht an Schulen

    Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) setzt sich für mehr Sportunterricht an Schulen ein. "Optimal wäre, wenn Kinder jeden Morgen in der Schule erst einmal eine halbe Stunde Sport hätten", sagte die Ministerin in einem Gespräch mit der in Essen erscheinenden Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ, Montagsausgabe). Studien hätten gezeigt, dass Kinder an Schulen, die morgens Sport anbieten, auch höhere Lernerfolge erzielten, sagte Schmidt.

    Mehr Sport und Ganztagseinrichtungen seien insbesondere für sozial benachteiligte Kinder wichtig, sagte Schmidt mit dem Blick die Kinder- und Jugend-Gesundheitsstudie (Kiggs) des Robert Koch-Instituts. Diese hat ergeben, dass Kinder aus sozial schwachen Elternhäusern und aus Migrantenfamilien ein weit höheres Gesundheitsrisiko haben als andere Kinder. Sie rauchen mehr und leiden häufiger unter Übergewicht und Haltungsschäden. Zunehmend verschieben sich Kiggs zufolge körperliche Erkrankungen in psychische Störungen. "Wir müssen die Kinder stark machen, ihr Selbstbewusstsein aufbauen", sagte Schmidt. "Kinder sind das Kostbarste, was wir haben."
     
     
     


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    19. 7. 2007  DOSB

    Symposium Bewegungs(t)räume in Hannover

    Die mangelnde Bewegung im Alltag ist eine der wesentlichen Ursachen für das ansteigende Übergewichtsproblem bei Kindern und Jugendlichen. Wie die Alltagsbewegung im kommunalen Umfeld gefördert werden kann ist Thema des Symposiums Bewegungs(t)räume.
    Das Symposium der Plattform Ernährung und Bewegung e.V. zur Bewegungsförderung im kommunalen Umfeld findet am 26./27. November 2007 in Hannover statt.

    Die Veranstaltung richtet sich an die kommunalen Akteure z.B. aus den Bereichen Kindertagesstätte und Schule, Jugendfreizeit und Sport sowie Stadt- und Landschaftsplaner.

    Im Blickfeld stehen sowohl öffentliche als auch private Räume. Das Symposium wird wissenschaftliche Hintergründe und viele interessante Beispiele guter Praxis aus Sport, Stadt- und Sozialplanung zur Diskussion stellen.

    Informationen und Anmeldung
     



     
     
     

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    5.7. 2007 Freie Presse

    Hüpfend zu mehr Ausdauer und Beweglichkeit
    Rope Skipping: Seilspringer zeigen ihr Können bei Showauftritten und Wettkämpfen – Zwei Vereine in der Region – Sport begeistert Nachwuchs

    Brand-Erbisdorf. Auf manchen Schulhöfen, in einigen Straßen sind sie noch zu entdecken: hüpfende Kinder, die sich mit bunten Seilen die Zeit vertreiben. Ein Klassiker unter den Kinderspielen. Athleten in aller Welt betreiben das Seilspringen aber auch als Wettkampfsportart – dafür hat sich der englische Ausdruck Rope Skipping durchgesetzt. Wörtlich übersetzt bedeutet das nichts anderes als Seilspringen.

    Diese Sportart ist weit davon entfernt, ein Kinderspiel zu sein: Die Sprünge sind schneller und variantenreicher. Bei manchen Tricks wünscht sich der ungeübte Zuschauer eine Wiederholung in Zeitlupe, um alles genau nachvollziehen zu können. „Rope Skipping holt das Muffige aus den Turnhallen“, ist sich Jens Matthes sicher. Der Sportlehrer trainiert seit neun Jahren eine Arbeitsgemeinschaft am Brand-Erbisdorfer Cottagymnasium. Seit 2003 haben die Aktiven eine Abteilung im SSV 91 Brand-Erbisdorf.

    Der Vorteil des Sports: „Man braucht nicht viel: Nur ein Paar Turnschuhe und ein Seil“, erklärt Brigitte Stiehl, Leiterin des Sportensembles im TSV Chemnitz. Der Verein hat seit 1992 eine Rope-Skipping-Abteilung mit 45 Aktiven. In Brand-Erbisdorf gibt es 30 Seilspringer, in der Schul-AG kommen noch einmal 15 Sportler hinzu, die nicht Mitglied des SSV sind. Die beiden Vereine sind die einzigen in Sachsen, die Rope Skipping anbieten.

    Die Brand-Erbisdorfer Mädchen haben anfangs bei Showauftritten in glitzernden Kostümen ihre Seil-Tricks dem ahnungslosen Publikum, etwa beim Tag der Sachsen in Döbeln, Weißwasser und Marienberg, gezeigt. „Die meisten kennen die Sportart nicht. Das ist schon toll, wenn sie dann mit offenem Mund dastehen“, erzählt Nicole Cieslak mit einem Schmunzeln. Die 15-Jährige holte bei den letzen drei Sachsenmeisterschaften dreimal den Titel und gilt als Aushängeschild der Brand-Erbisdorfer Seilspringer.

    Aber Rope Skipping ist nicht nur auf Bühnen und Festumzügen präsent, der Sport hat mit nationalen und internationalen Meisterschaften längst die Wettkampfebene erreicht – und das nicht nur im Nachwuchsbereich. Sachsenmeisterin Nicole Cieslak bevorzugt die Freestyle-Disziplin, vergleichbar mit der Kür beim Eiskunstlaufen: „Da kann man was zeigen und springt nicht nur am Fleck.“ Die 15-Jährige ist durch eine Freundin in der Grundschule auf den Sport aufmerksam geworden und ihm bis heute treu geblieben. „Es ist toll, dass man mit so etwas einfachem wie einem Seil Sport machen kann“, schwärmt die Schülerin des Cottagymnasiums.

    So unbeschwert die Mädchen hüpfen, ist Rope Skipping doch ein hartes Ausdauertraining. „Als ich im Schulsport Runden laufen musste, war ich auf einmal die Erste“, berichtet die Gymnasiastin stolz. Zehn Minuten Seilspringen erzielten den gleichen Trainingseffekt wie eine halbe Stunde Joggen, heißt es im Deutschen Turner Bund (DTB), zu dem der Sport organisatorisch gehört. Außerdem verbessert er Beweglichkeit und Koordination.

    Erfreulich: Über Nachwuchssorgen kann Trainer Matthes nicht klagen: „Nebenan ist die Grundschule, da kann ich mir schon die Kleinen ranholen.“ Auch beim TSV Chemnitz gibt es laut Brigitte Stiehl keinen Mangel an Seilspringern. Einzig die Jungen sind in beiden Vereinen spärlich vertreten – zu stark ist das Bild von einem Mädchensport, obwohl das „Quatsch“ sei, betont Stiehl. „Die Jungen halten meistens nicht lange bei der Stange“, schildert Sportlehrer Matthes seine Erfahrungen. Brigitte Stiehl vermutet daher: „Den Mädchen fällt die Koordination leichter.“
     



     
     

    Sportunterricht.de - Materialien für Lehrer und Schüler

    4.7. 2007 Bildungsklick

    Kultusminister und LandesSportBund-Präsident stellen Aktionsplan vor
    Unterstützung durch Hannover 96-Trainer – Busemann: "Sprengsatz für alle unsere sozialen Systeme"

    Hannover "Die Niedersächsische Landesregierung stellt zusätzlich 500.000 Euro für Bewegungs- und Gesundheitserziehung im Schulwesen bereit. Für alle unsere Sozialsysteme ist es ein Sprengsatz, wenn immer mehr Kinder und Jugendliche unter Adipositas und den entsprechenden Folgeerkrankungen leiden. Dem wollen wir mit einem ganzen Paket an unterschiedlichen Maßnahmen zur Bewegungs- und Gesundheitserziehung in Schulen und deren Umfeld entgegenwirken", hat der Niedersächsische Kultusminister Bernd Busemann heute (04.07.2007) in Hannover erklärt.

    Gemeinsam mit dem Präsidenten des LandesSportBunds Niedersachsen (LSB) Prof. Dr. Wolf-Rüdiger Umbach stellte er den Aktionsplan "Lernen braucht Bewegung – Niedersachsen setzt Akzente" vor. Eine zentrale Bedeutung komme dem Aktionsprogramm zur Zusammenarbeit von Schulen und Sportvereinen zu. "Zukünftig soll keine Maßnahme wegen fehlender Förderungsmöglichkeit abgelehnt werden müssen. Wir wirken gemeinsam dem Bewegungsmangel im Kindes- und Jugendalter entgegen", sagte Busemann.

    Insgesamt neun Ansatzpunkte seien zwischen LSB und Kul-tusministerium abgestimmt worden. Neben der Sicherung und Ausweitung des bewährten Programms zur Zusammenarbeit von Schulen und Sportvereinen enthalte der Aktionsplan unter anderem die Einrichtung lokaler Qualitätszirkel zur Beförderung von Bewegung, Spiel, und Sport in Schule und Verein, aber auch neue Initiativen wie den Aktionstag: Bewegte Kinder – Schlaue Köpfe, den Pierre-de-Coubertin-Schulpreis, die Broschüre ´Das chronisch kranke Kind im Sport in Schule und Verein´ und die Aktion ´Bewegter Kindergarten.´

    "Der Schulsport erfüllt als unverzichtbarer und nicht austauschbarer Pflichtinhalt der Schule die originären Leistungen einer ganzheitlichen Bildung und Erziehung, die stärker als bisher genutzt werden müssen. Der Schulsport ist aber auch für den Vereinssport eine wichtige Grundlage zur Motivation für ein lebenslanges Sporttreiben der Kinder und Jugendlichen. Der verpflichtende Schulsport erreicht alle Kinder und Jugendlichen während der wichtigen Phase ihrer Persönlichkeitsentwicklung und Interessensfindung. Der LandesSportBund Niedersachsen ist deshalb mit Überzeugung Partner des Kultusministeriums beim Aktionsplan", so LandesSportBund-Präsident Wolf-Rüdiger Umbach.

    Unterstützt wurden der Kultusminister und der LandesSport-Bund-Präsident vom Cheftrainer des Fussballbundesligisten Hannover 96, Dieter Hecking. "Bewegungsarmut und Fehlernährung sind gesellschaftliche Probleme, die breiter Aufmerksamkeit bedürfen. Eine enge Zusammenarbeit von Schulen und organisiertem Sport im und außerhalb des Pflichtunterrichts trägt viel dazu bei, unsere jungen Leute wieder stärker in Bewegung zu bringen", so der Bundesliga-Coach.
     



     
     

    Sportunterricht.de - Materialien für Lehrer und Schüler

    3.7. 2007 Mitteldeutsche Zeitung
     

    Sportunterricht tut Grundschülern gut

    Zwischenbilanz für «Fit und Vital - Kinder der Grundschulen in Bewegung»

    Halle Mehr Sportunterricht tut Grundschülern gut - sie fühlen sich wohler und nehmen auch etwas ab. Diese Zwischenbilanz haben die Initiatoren des Pilotprojektes «Fit und Vital - Kinder der Grundschulen in Bewegung» am Dienstag in Halle gezogen. In fünf Grundschulen der Stadt waren 2006 zu Beginn des Schuljahres 110 Kinder ausgewählt worden. Bei ihnen hatten die Tests Übergewicht und Bewegungsdefizite ergeben. Seitdem erhielten die Mädchen und Jungen nach dem Unterricht zusätzlich eine Stunde Sport pro Woche.

    Der auf zwei Jahre angelegte Versuch wurde von mehreren Krankenkassen, Behörden, Verbänden und Beratungsstellen des Landes ins Leben gerufen. Ziel des Vorhabens ist die bessere Vernetzung des Sportunterrichts mit außerschulischen Turnangeboten, um die Bewegungs- und Ernährungsgewohnheiten der Kinder zu verbessern, wie eine Sprecherin der AOK Sachsen-Anhalt mitteilte.

    Nach einer Studie des Bundesgesundheitsministeriums ist jedes fünfte Kind und jeder dritte Jugendliche in Deutschland übergewichtig. Nach dem Ende des Pilotprojektes im kommenden Jahr ist eine Ausweitung auf ganz Sachsen-Anhalt geplant.
     


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