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Aktuelle Meldungen rund um den Schulsport
. Beiträge zur Bedeutung des Sports in der Schule - Hinweise auf innovative Projekte
. Weiterführende Links zum Thema am Ende des Artikels
. 4.7. 2007 Bildungsklick
Kultusminister und LandesSportBund-Präsident stellen Aktionsplan vor
Unterstützung durch Hannover 96-Trainer – Busemann: "Sprengsatz für alle unsere sozialen Systeme"Hannover "Die Niedersächsische Landesregierung stellt zusätzlich 500.000 Euro für Bewegungs- und Gesundheitserziehung im Schulwesen bereit. Für alle unsere Sozialsysteme ist es ein Sprengsatz, wenn immer mehr Kinder und Jugendliche unter Adipositas und den entsprechenden Folgeerkrankungen leiden. Dem wollen wir mit einem ganzen Paket an unterschiedlichen Maßnahmen zur Bewegungs- und Gesundheitserziehung in Schulen und deren Umfeld entgegenwirken", hat der Niedersächsische Kultusminister Bernd Busemann heute (04.07.2007) in Hannover erklärt.
Gemeinsam mit dem Präsidenten des LandesSportBunds Niedersachsen (LSB) Prof. Dr. Wolf-Rüdiger Umbach stellte er den Aktionsplan "Lernen braucht Bewegung – Niedersachsen setzt Akzente" vor. Eine zentrale Bedeutung komme dem Aktionsprogramm zur Zusammenarbeit von Schulen und Sportvereinen zu. "Zukünftig soll keine Maßnahme wegen fehlender Förderungsmöglichkeit abgelehnt werden müssen. Wir wirken gemeinsam dem Bewegungsmangel im Kindes- und Jugendalter entgegen", sagte Busemann.
Insgesamt neun Ansatzpunkte seien zwischen LSB und Kul-tusministerium abgestimmt worden. Neben der Sicherung und Ausweitung des bewährten Programms zur Zusammenarbeit von Schulen und Sportvereinen enthalte der Aktionsplan unter anderem die Einrichtung lokaler Qualitätszirkel zur Beförderung von Bewegung, Spiel, und Sport in Schule und Verein, aber auch neue Initiativen wie den Aktionstag: Bewegte Kinder – Schlaue Köpfe, den Pierre-de-Coubertin-Schulpreis, die Broschüre ´Das chronisch kranke Kind im Sport in Schule und Verein´ und die Aktion ´Bewegter Kindergarten.´
"Der Schulsport erfüllt als unverzichtbarer und nicht austauschbarer Pflichtinhalt der Schule die originären Leistungen einer ganzheitlichen Bildung und Erziehung, die stärker als bisher genutzt werden müssen. Der Schulsport ist aber auch für den Vereinssport eine wichtige Grundlage zur Motivation für ein lebenslanges Sporttreiben der Kinder und Jugendlichen. Der verpflichtende Schulsport erreicht alle Kinder und Jugendlichen während der wichtigen Phase ihrer Persönlichkeitsentwicklung und Interessensfindung. Der LandesSportBund Niedersachsen ist deshalb mit Überzeugung Partner des Kultusministeriums beim Aktionsplan", so LandesSportBund-Präsident Wolf-Rüdiger Umbach.
Unterstützt wurden der Kultusminister und der LandesSport-Bund-Präsident vom Cheftrainer des Fussballbundesligisten Hannover 96, Dieter Hecking. "Bewegungsarmut und Fehlernährung sind gesellschaftliche Probleme, die breiter Aufmerksamkeit bedürfen. Eine enge Zusammenarbeit von Schulen und organisiertem Sport im und außerhalb des Pflichtunterrichts trägt viel dazu bei, unsere jungen Leute wieder stärker in Bewegung zu bringen", so der Bundesliga-Coach.
3.7. 2007 Mitteldeutsche Zeitung
Sportunterricht tut Grundschülern gut
Zwischenbilanz für «Fit und Vital - Kinder der Grundschulen in Bewegung»
Halle Mehr Sportunterricht tut Grundschülern gut - sie fühlen sich wohler und nehmen auch etwas ab. Diese Zwischenbilanz haben die Initiatoren des Pilotprojektes «Fit und Vital - Kinder der Grundschulen in Bewegung» am Dienstag in Halle gezogen. In fünf Grundschulen der Stadt waren 2006 zu Beginn des Schuljahres 110 Kinder ausgewählt worden. Bei ihnen hatten die Tests Übergewicht und Bewegungsdefizite ergeben. Seitdem erhielten die Mädchen und Jungen nach dem Unterricht zusätzlich eine Stunde Sport pro Woche.
Der auf zwei Jahre angelegte Versuch wurde von mehreren Krankenkassen, Behörden, Verbänden und Beratungsstellen des Landes ins Leben gerufen. Ziel des Vorhabens ist die bessere Vernetzung des Sportunterrichts mit außerschulischen Turnangeboten, um die Bewegungs- und Ernährungsgewohnheiten der Kinder zu verbessern, wie eine Sprecherin der AOK Sachsen-Anhalt mitteilte.
Nach einer Studie des Bundesgesundheitsministeriums ist jedes fünfte Kind und jeder dritte Jugendliche in Deutschland übergewichtig. Nach dem Ende des Pilotprojektes im kommenden Jahr ist eine Ausweitung auf ganz Sachsen-Anhalt geplant.
25.06.2007 DOSB
Stichwort Gesundheit:
Interview mit Bundesernährungsminister Horst SeehoferDie Bundesregierung plant 2008 eine große gesellschaftliche Kampagne für gesunde Ernährung und Bewegung. Im Interview mit der DOSB PRESSE sprach Minister Seehofer über die Eckpunkte des Plans.
DOSB PRESSE: Herr Minister Seehofer, Sie haben kürzlich zusammen mit Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt einen nationalen Aktionsplan gegen Bewegungsmangel und Übergewicht angekündigt. Wann ist mit der Präsentation des Plans zu rechnen?
SEEHOFER: Nach gemeinsamer Vorstellung des Eckpunktepapiers „Gesunde Ernährung und Bewegung“ mit meiner Kollegin Ulla Schmidt Anfang Mai arbeiten unsere Häuser jetzt intensiv an der Ausarbeitung des „Nationalen Aktionsplan zur Prävention von Fehlernährung, Bewegungsmangel, Übergewicht und damit zusammenhängenden Krankheiten“. Mein Maßstab hierfür ist, dass etwas Wirksames und Nachhaltiges dabei herauskommt. Ich erwarte, dass wir im Frühjahr 2008 den Akti-onsplan mit konkreten Handlungsfeldern präsentieren können.
DOSB PRESSE: Haben für Sie die Ausmaße von Übergewicht und Bewegungsmangel in der deutschen Bevölkerung eine erschreckende Dimension angenommen?
SEEHOFER: In Deutschland sind bereits 53% der Frauen und 67% der Männer übergewichtig, ein erheblicher Teil von ihnen sogar fettleibig. Auch bei vielen jungen Menschen ist das bereits ein ernstzunehmendes Problem. Es geht uns aber nicht darum, Menschen, die an Übergewicht leiden, zu diskreditieren. Sondern wir wollen die Menschen in Deutschland in ihrem Bemühen um einen gesunden Lebensstil mit ausgewogener Ernährung und ausreichender Bewegung unterstützen.
DOSB PRESSE: Ihr Ministerium steht für Ernährung. Wird dort der Schwerpunkt liegen oder gehören die beiden Faktoren Ernährung und Bewegung/Sport untrennbar zusammen?
SEEHOFER: Die Ernährung spielt sicher eine ganz entscheidende Rolle. Denn essen müssen wir alle jeden Tag. Die EU-Kommission hat das im Titel ihres Weißbuchs „Ernährung, Übergewicht, Adipositas - eine Strategie für Europa“ deutlich gemacht. Aber klar ist auch: Bei der Prävention von Übergewicht gehören ausgewogene Ernährung und ausreichend Bewegung zusammen und sind wichtige Bestandteile eines gesunden Lebensstils. Hier geht es vor allem um das richtige Verhältnis von Energieaufnahme und Energieverbrauch. Deswegen wird in unserem Aktionsplan beiden Faktoren gleichermaßen Bedeutung beigemessen.
DOSB PRESSE: Inwieweit werden externe Partner von außerhalb der Politik noch stärker als bisher in die Bemühungen der Bundesregierung eingebunden werden?
SEEHOFER: Wir haben immer gesagt, dass es eine große gesellschaftliche Kampagne für gesunde Ernährung und viel Bewegung geben muss. Die Politik alleine kann hier wenig verändern. Wir brauchen so viele Partner wie es geht, um alle zum Mitmachen zu motivieren.
DOSB PRESSE: Die Erziehung legt die Basis für ein gesundes Denken. Der DOSB fordert schon seit Jahren einen Ausbau des Schulsports. Stattdessen wird dieser immer mehr zurück gefahren. Muss hier nicht eine Umkehr des Denkens stattfinden?
SEEHOFER: Auch wir sehen mit Sorge, dass Sportstunden in großem Umfang ausfallen. Wir setzen uns dafür ein, dass der Schulsport und die Ernährungsbildung einen angemessenen Stellenwert im Wochenstundenplan erhalten. Denn gerade für Schulkinder sind ausreichende Bewegung und ausgewogene Ernährung so wichtig. Hier sind aber in erster Linie die Schulbehörden der Länder gefragt.
Wir sollten aber daran gehen, die Rolle des Schulsports insgesamt zu überdenken. Schulsport darf gerade vor dem Hintergrund, dass sich viele Kinder und Jugendliche zu wenig bewegen, nicht nur Talent- und Leistungssportförderung sein, sondern sollte möglichst viele Schüler und Schülerinnen zur Bewegung motivieren. Anschluss statt Ausschluss sollte hier die Devise sein. Wir müssen den Schulsport stärker als bisher auch als Gesundheitsförderung verstehen, der gemeinsam mit Sportvereinen Schülerinnen und Schüler auch zu sportlichen Aktivitäten in der Freizeit motiviert.
25.6. RP-online
Ultimate Frisbee
Tricks aus dem HandgelenkUltimate Frisbee ist eine der wenigen Sportarten, bei denen es keine Schiedsrichter gibt. Doch die Mitglieder der Frisbee-Family-Pempelfort kennen noch andere Vorzüge der jungen Trend-Sportart
Glaubt man der Legende, hat alles mit ein paar Amerikanern angefangen, die gerne Kuchen in einer Konditorei namens „Frisbee“ aßen. Eines Tages soll einer von ihnen auf die Idee gekommen sein, sich die leeren, runden Kuchenformen zuzuwerfen. So oder so ähnlich muss die Geburtsstunde der Sportart Ultimate Frisbee ausgesehen haben. „Mit dem herkömmlichen lockeren Zuwerfen im Schwimmbad oder am Strand hat das aber nichts zu tun“, erklären Matthias, Mo und Joel von der Düsseldorfer Frisbee-Gemeinsschaft „Frisbee-Family Pempelfort“.
Bei Ultimate Frisbee stehen sich zwei Mannschaften mit je drei bis sieben Leuten auf einem einhundert-Meter-langen Spielfeld gegenüber. Die Mannschaft, die die Scheibe am häufigsten in der gegenüberliegenden Endzone auffängt, hat gewonnen. Das Frisbee darf dabei nicht getragen, sondern nur den Mitspielern zugeworfen werden.
Doch so einfach wie es klingt, ist das nicht: Neben den regulären Vorhand und Rückhand-Würfen beherrschen Ultimate Frisbee-Spieler wie Frisbee-Trainer Matthias Brucklacher, sein Sohn Mo oder dessen Freund Joel eine Vielzahl verschiedener Tricks: Sie werfen die Frisbee-Scheibe nach Belieben über dem Kopf, falschherum, langsam, blitzschnell, kerzengrade oder auch im Bogen. „Diese Tricks braucht man alle, um an den Gegnern vorbei zu spielen“, erklärt der Frisbee-Trainer.
Darüber hinaus sollte man auch körperlich fit sein: „Man muss ständig Haken schlagen, springen und sehr schnell laufen können“, erklärt der zwölfjährige Mo, jüngster Spieler der deutschen Frisbee-Nationalmannschaft - und schon an diesem Wochenende wird er sein Können wieder bei der Deutschen Junioren-Meisterschaft unter Beweis stellen können.
Doch trotz nationaler und internationaler Wettkämpfe gibt es bei Ultimate Frisbee-Spielen keine Schiedsrichter. „Das liegt am Spirit of the Game - es gibt einfach keinen Spieler, der absichtlich eine Regelwidrigkeit begehen würde“, erklärt Brucklacher. „Das ist ein Ehrenkodex, der allen Spieler extrem wichtig ist.“ Wenn es zu strittigen Situationen komme, einigten sich die Spieler einfach untereinander. „Das funktioniert wunderbar und Ultimate Frisbee ist daher meiner Meinung nach auch sehr gut für den Schulsport geeignet“, so Brucklacher.
Seitdem ihn ein Freund vor rund 20 Jahren zum Ultimate Frisbee-Spielen gebracht hat, hat Matthias Brucklacher Feuer gefangen, spielt seit diesem Tag regelmäßig und wurde bereits Vize-Europameister. Bei den Mitgliedern der Frisbee-Family-Pempelfort hat er jetzt Gleichgesinnte gefunden. „Wir sind einfach eine lose Gemeinschaft von zwei bis 36 unsportlichen Leuten, die versuchen, sich eine bunte Plastikscheibe zuzuwerfen und hinterherzurennen - und natürlich ständig auf der Suche nach dem Spirit of the Game“, erklärt der Frisbee-Lehrer lächelnd...
20.6. 2007 Westfälische Nachrichten
Vielseitiges Spielfest
Was ist eigentlich Tschouk-Ball?Nottuln. „Der Ball ist rund.“ Diese uralte Weisheit des unvergessenen Sepp Herberger machte das Gymnasium Nottuln zum Motto seines Sportfestes zum Schuljahresabschluss. Nach Herzenslust konnten die Schülerinnen und Schüler am Dienstag Ballspiele ausprobieren, die im alltäglichen Sportunterricht eher selten zu finden sind.
Alten deutschen Turnspielen wie Prellball, Faustball oder Korbball standen Trendsportarten wie Flagfootball (eine Lightversion des American Football), Baseball, Streetball oder sogar Golf gegenüber. Tischtennis, Tennis, Beachvolleyball, Wasserball: bekannte Spiele, dennoch heiß begehrt.
Einer der Renner aber war Tschouk-Ball, ein aus dem Handballtraining kommendes Tempospiel, bei dem es darum geht, einen Ball so gegen eine Art Mini-Trampolin zu werfen, dass er vom Gegner nicht gefangen werden kann.Wer es ruhiger angehen lassen wollte, wählte Boule, Krocket, Bowling oder übte sich im Jonglieren. Heiße Turniere sah man am Tisch-Kicker oder am großen Menschen-Kicker.
Abschluss und Höhepunkt bildete ein MenschenMatch zwischen einer Schüler- und einer Lehrermannschaft. Da halfen auch die Anfeuerungsrufe der Schüler nichts: Die „Pauker“ hatten am Ende – nicht unverdient – mit 3:0 die Nase vorn.
Schließlich aber waren sich alle einig: Die Fachschaft Sport unter der Leitung von Herbert Stothe hatte ein so breites Angebot gemacht, dass jeder auf seine Kosten kommen konnte. Spaß war also garantiert und das Sportfest ein Riesenerfolg, zumal sich auch das Wetter von seiner besten Seite zeigte.Und wer weiß, vielleicht hat ja die eine oder andere bisher unbekannte Sportart neue Freunde gewonnen?
19.06.2007 DOSB
Deutscher Schulsportpreis 2006/2007 verliehen
Als ob die Veranstalter eine Vorahnung gehabt hätten: Der Gewinner des diesjährigen Deutschen Schulsportpreises kommt aus Hamburg, der Stadt, in der die Verleihung vorgenommen wurde.
Schulleiter Helmut Strankmeyer, der Kunstlehrer Olaf Bublay und der Sportlehrer Eric Herbarth (v.li.) von der H20 freuen sich über den 1. Preis, Foto: Lars Lehnebach
Es ist die Staatliche Handelsschule mit Wirtschaftsgymnasium Gropiusring (kurz H 20). Die Laudatio hielt die Senatorin für Bildung und Sport der Freien und Hansestadt Hamburg, Alexandra Dinges-Dierig. Sie hob hervor, dass diese Schule in nahezu vorbildlicher Weise die Kriterien erfüllte, die mit der Ausschreibung des Deutschen Schulsportpreises 2006/2007 verbunden waren. Diese zum vierten Male vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) und der Deutschen Sportjugend (dsj) durchgeführte Auslobung hatte sich in diesem Schuljahr an berufliche Schulen gewandt. Prämiert wurden berufliche Schulen, die die spezifischen Voraussetzungen bieten, sowohl Schülerinnen und Schüler an den Sport heranzuführen, als auch die sich durch das Medium Sport ergebenden Potenziale zu entfalten und besondere Lösungen zu einer gesunden bewegungs- und sportfreundlichen Schule gefunden haben.Ingo Weiss, der Vorsitzende der Deutschen Sportjugend dankte allen Beteiligten, speziell den Schülerinnen und Schülern und Lehrerinnen und Lehrern der Preisträgerschule, die mit Präsentationen und sportlichen Darbietungen einen tollen Rahmen für die Preisverleihung geschaffen haben. Weiss hatte in seiner Laudatio für die zweitplatzierte Schule, das Oberstufenzentrum Industrie und Datenverarbeitung (OSZ) in Berlin, herausgestellt, dass Schülerinnen und Schüler aktiv in die Gestaltung der Sportangebote sowohl in einigen Modulen zur Gesundheitsförderung als auch bei spezifischen Elementen im Sportunterricht mit einbezogen werden. Diese Herangehensweise verspreche eine gute Prognose für das von uns so gewünschte „lebenslange Sporttreiben“, sagte Weiss.
Die Laudatio auf die drittplazierte Schule, Eugen-Reintjes-Schule in Hameln, hielt der Vorsitzende der SJ Hamburg, Stefan Karrasch, der besonders den Handlungsbereich „Sport bei Gegenwind“ im Schulprogramm dieser Schule hervorhob, der verdeutlicht, dass Sport auch mit Widerständen umgehen muss.
Für Prof. Dr. Gudrun Doll Tepper, DOSB-Vizepräsidentin für Bildung und Olympische Erziehung, war es eine besondere Freude, den Preis der Jury an das Berufsbildungswerk im Oberlinhaus / Berufliche Schule “Theodor Hoppe”, Potsdam, zu überreichen. Diese Schule wird von 650 körper- und lernbehinderten Schülerinnen und Schülern besucht und hat ein besonderes Sportprofil entwickelt. Die Jury unter Vorsitz von Hans-Jürgen Kütbach war zu dem Vorschlag gekommen, diesen Preis der Jury zusätzlich auszuloben, da die Aktivitäten dieses Preisträgers zwar nur schwer übertragbar seinen, aber ein sehr breites und kontinuierliches Sportangebot sowohl innerhalb als auch außerhalb des Sportunterrichts bereit gestellt werde.
11.6. 2007 Bildungsklick
BLLV fordert tägliche Sportstunde für alle Schüler
BLLV-Präsident Klaus Wenzel begrüßt Handreichung zur besseren Ernährung / "Sport und Bewegung dürfen jedoch nicht zu kurz kommen"München, 11.06.2007 Der Präsident des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands (BLLV), Klaus Wenzel, hat die Vorschläge des Kultus- und Gesundheitsministeriums begrüßt, mit denen die Ernährungsgewohnheiten von Schülern verbessert werden sollen. An der heute vorgestellten Handreichung hat u. a. auch die Fachgruppe Ernährung und Gestaltung im BLLV mitgearbeitet und zahlreiche Impulse eingebracht. "Gleichzeitig muss aber auch etwas für die Bewegung der Kinder und Jugendlichen getan werden", forderte Wenzel. "An allen Schularten sollte die tägliche Sportstunde für alle Kinder und Jugendlichen zur Selbstverständlichkeit werden."
Auf Unverständnis stößt beim BLLV, dass die dritte und vierte Sportstunde nur zu geringen Teilen angeboten werden kann, weil die Staatsregierung die dazu erforderlichen Mittel nicht bereitstellt. So wurde erst im Dezember 2006 ein Antrag der Opposition zur Erhöhung der Finanzmittel für den Schulsport um fünf Millionen Euro abgelehnt. Wenzel regte an, darüber nachzudenken, den derzeit nur an Hauptschulen angebotenen "Hauswirtschaftlich-sozialen Bereich" an allen anderen Schulen verbindlich einzuführen.
"Mit einem flächendeckenden und bedarfsorientierten Angebot rhythmisierter Ganztagsschulen könnte den Problemen am sinnvollsten begegnet werden", erklärte der BLLV-Präsident. "Wenn Kinder und Jugendliche zu viel sitzen und sich zu wenig bewegen, schaffen gerade Ganztagsschulen einen Ausgleich. Eines ihrer Markenzeichen liegt im Wechsel von Anspannung und Entspannung, wobei der Sport eine große Rolle spielt. "Derzeit sieht es leider so aus, dass zu viel Sportunterricht ausfällt - sehr zum Ärger der Lehrerinnen und Lehrer, denn sie wissen, wie wichtig es ist, dass sich Kinder und Jugendliche ausreichend bewegen." Sie wissen auch, dass immer mehr Schulkinder bereits bei der Einschulung zu dick sind und unter motorischen Störungen wie Haltungs- und Bewegungsschäden oder mangelnder motorischer Koordinationsfähigkeit leiden.
"Vor allem die Grundschule darf nicht zur ´Stillsitzschule´ verkommen, weil dies den natürlichen Bedürfnissen der Kinder in keiner Weise gerecht werden würde. Bewegungsübungen in jeder Form tragen dazu bei, Stress und Aggressionen abzubauen und die Konzentration in den ruhigen Phasen zu erhöhen." Ausgewogene Ernährung und Spaß an der Bewegung - beides ist nach Ansicht des BLLV unerlässlich für eine gesunde Entwicklung von Kindern und Jugendlichen und sollte daher an allen Schulen selbstverständlich werden.
Die heute vorgestellte Handreichung basiert auf Empfehlungen - "sie sind für die Schulen nicht zwingend verbindlich", stellte Wenzel klar. Der BLLV hätte sich mehr verbindliche Standards gewünscht. Nach Ansicht des BLLV kann die Handreichung nur ein erster Schritt sein, denn zur dringend notwendigen Gesundheitserziehung an Schulen gehören auch das Freizeitverhalten, die Bewegungsund Konsumerziehung sowie die Mediennutzung. Wenzel: "Eine Ursache für die zunehmende Bewegungsunfähigkeit und -unwilligkeit von Kindern und Jugendlichen liegt auch im steigenden Medienkonsum. Viele Kinder verbringen den Tag auch in der Freizeit mit stundenlangem Sitzen."
9.6.2007 Wiesbadener Tagblatt
Lob für tanzende Schulen
Verband vergibt Titel für ungewöhnlichen StundenplanWenn Tanzsport kontinuierlich auf dem Stundenplan steht, würdigt der Deutsche Tanzsportverband dies mit dem Prädikat "Tanzsportbetonte Schule". Drei Wiesbadener Grundschulen sind jetzt mit diesem Titel ausgezeichnet worden.
Die Hebbelschule in der Raabestraße sowie die beiden Bierstadter Grundschulen können sich ab sofort mit einer besonderen Urkunde schmücken: Sie haben aus der Hand von Hans-Jürgen Burger vom Deutschen Tanzsportverband die Auszeichnung "Tanzsportbetonte Schule" erhalten. Möglich wurde dies durch die Zusammenarbeit mit dem Rock´n´Roll-Zentrum Wiesbaden, das im Gegenzug dafür ebenfalls als "Schulsportorientierter Verein" gewürdigt wurde. Auch dies ist mit einer Urkunde verbunden.
Um die Auszeichnung müssen sich Schulen und Vereine alle zwei Jahre neu bewerben. Der Tanzsportverband möchte mit dieser Kampagne das Engagement würdigen, das für die Bewegungsförderung der Schüler auf die Beine gestellt wird. "Es muss aber mehr als nur eine einzelne Projektwoche sein; wir möchten kontinuierliche Arbeit auszeichnen", sagte Burger.
Das ist bei den Wiesbadener Rock´n´Rollern der Fall: "Wir trainieren in der Hebbelschule und ich wohne in Bierstadt, so kam der Kontakt zu den Schulleitungen zustande", sagte Vereinsvorsitzender Daniel Quack.In Bierstadt gibt es seit 2003 eine gut funktionierende Kooperation zwischen Verein und Schule, die Hebbelschule hat bereits 2005 eine Projektwoche durchgeführt und auch zehn begeisterte Lehrerinnen fortgebildet, die nun
Rock´n´Roll-Elemente in den Sportunterricht einfließen lassen können, so berichtet Rektorin Marianne Sengebusch. Sie strebt mit ihrer Schule den Ausbau zu einer Grundschule mit musikalischem Schwerpunkt an."Um so schöner, dass wir uns nun bereits als tanzsportbetonte Schule bezeichnen können", freut sich die Schulleiterin und zitiert den ehemaligen Innenminister Otto Schily: "Wer den Musikunterricht kürzt, gefährdet die innere Sicherheit." Musik und Bewegung dienten schließlich dazu, Stress, Frust und Aggression auf positive Weise abzubauen.
"Und es geht ja auch nicht nur der Kopf in die Schule", sagte Marianne Sengebusch, der es wichtig ist, dass es in der Schule - auch und gerade angesichts der PISA-Bildungsdiskussion - immer noch um mehr als die reine Wissensvermittlung geht.Und außerdem mache das Tanzen natürlich einen Riesenspaß, wie man den Mädchen und Jungen einer ersten Klasse deutlich ansehen konnte, die mit Daniel Quack ein paar erste Übungen vorführten. "Auch die Jungen machen gerne mit, die Mädchen holen sie sich einfach", lacht Quack, dem das Engagement im Schulsport sehr wichtig ist.
Gerne würde er noch weitere Schulen ansprechen, auch weiterführende. "Bis jetzt war da leider noch nicht so viel Resonanz" bedauert er. Doch dafür sind die Hebbelschüler und die beiden Bierstadter Grundschulen, wie auch deren Rektor Christoph Steuer betonte, besonders treue "Kunden" der Rock ´n´Roller.
7.6. 2007 Pressemitteilung
Bundesjugendspiele: „Einfach-Organisieren“ leicht gemacht
FileMaker und SPORTCOLLEGE bieten Webseminar für LehrerWie in jedem Jahr messen sich tausende Schülerinnen und Schüler rund um die Sommerferien anlässlich der Bundesjugendspiele in einem sportlichen Wettstreit. Die Vor- und Nachbereitung dieser traditionsreichen Sportveranstaltung verlangen den Lehrkräften nach der Neustrukturierung im Jahr 2001 und der damit einhergehenden erhöhten Komplexität der Spiele dagegen organisatorische Höchstleistungen ab.
Pünktlich zu Beginn der Sommerspiele mit dem Schwerpunkt Leichtathletik bietet FileMaker den mit der Organisation und Durchführung betrauten Lehrern deshalb eine kostenlose Software zur Arbeitserleichterung. Ein Webseminar führt interessierte Lehrerinnen und Lehrer in die Anwendung des Programms FileMaker Bundesjugendspiele 07 ein. Die ersten 30 Teilnehmer erhalten nach Beendigung des Seminars eine kostenlose Version der FileMaker Bundesjugendspiele 07 – Die Einfach-Organisieren-Software. Mit dieser können sie sofort starten, ihre diesjährigen Bundesjugendspiele einfach durchzuführen.
In den vergangenen Wochen nutzten bereits zahlreiche Lehrerinnen und Lehrer die von FileMaker in Zusammenarbeit mit SPORTCOLLEGE angebotenen Einführungskurse in die „Einfach-Organisieren-Software“ für Bundesjugendspiele. Aufgrund des großen Interesses an den Kursen laden FileMaker und SPORTCOLLEGE interessierte Lehrkräfte nun zu einem Online-Workshop ein. Gemeinsam mit den Teilnehmenden wird ein Termin nach den Sommerferien vereinbart. Zahlreiche Lehrkräfte hatten in den vergangenen Wochen angesichts des Vor-Ferien-Stresses keine Möglichkeit gefunden, an den Präsenzlehrgängen teilzunehmen. Das Webseminar gestaltet die Teilnahme jetzt denkbar einfach.
Die Software unterstützt die Sportlehrerinnen und Sportlehrer bei der Vor- und Nachbereitung der Bundesjugendspiele. Das Programm, das unter Mitwirkung von Lehrern erstellt wurde, gibt den betreuenden Lehrern einen Überblick über sämtliche relevanten Daten, wie Wettkampfarten, Klassen, Jahrgänge, Punkte in den einzelnen Disziplinen, Gesamtpunkte, Urkunden und so weiter. Alle Wettkampfauswertungen sind ohne Zeitverzögerung verfügbar. Berichte können mit nur einem Mausklick erstellt werden. Eine Auflistung der einzelnen Punktevergaben und deren aufwändige Berechnung sind somit nicht mehr notwendig – Klassen- und Schulbeste können sofort benannt werden und auch Sieger- und Ehrenurkundenauswertungen stehen sofort zur Verfügung. Im weiteren Verlauf des Modellprojektes 2007 werden drei Schulen bei der Organisation und Durchführung der Bundesjugendspiele begleitet. Diese Informationen fließen in die Weiterentwicklung der „Einfach-Organisieren-Software“ ein.
Interessierte Lehrerinnen und Lehrer können sich bei Herrn Tim Dahms unter dahms@sportcollege.de für das Webseminar anmelden. Weitere Infos über FileMaker Bundesjugendspiele 07 gibt es unter
www.sportcollege.de.
SPORTCOLLEGE Bildungsinnovationen GmbH, Konrad-Zuse-Straße 10, 44801 Bochum, T: 0234 | 7090-838, F: 0234 | 7090-839
4.6. 2007 Mitteldeutsche Zeitung
Bewegungsmelder soll dicke Kinder auf Trab bringen
Knapp 20 Schüler toben durch die Turnhalle der Albert-Einstein-Gesamtschule in Laatzen bei Hannover. Doch das ist kein normaler Sportunterricht: Die Schüler sind Teilnehmer eines Modellversuchs gegen Übergewicht bei Kindern. Unter wissenschaftlicher Aufsicht sollen sie lernen, Freude am Abspecken zu entwickeln. Dazu haben Forscher ihnen Sensoren um den Arm geschnallt, die jede Bewegung registrieren und jede Faulheit bemerken.
Das Thema Übergewicht bewegt die Politik, seitdem vor kurzem eine Studie zu dem Schluss kam, dass die Deutschen angeblich die schwergewichtigsten Europäer sind. Die Bundesregierung präsentierte umgehend einen Aktionsplan. Das, was die Politiker dort theoretisch planen, hat die Technische Universität (TU) Braunschweig bereits in die Praxis umgesetzt. Forscher der Universität und des Sportmedizinischen Zentrums der Medizinischen Hochschule Hannover testen an der Gesamtschule eine Strategie, die Übergewicht bereits in jungen Jahren verhindern soll. Denn eine Einsicht braucht keine großen Studien: Aus dicken Kindern werden meist dicke Erwachsene.Annikki ist eines der Kinder, das den Wissenschaftlern Erkenntnisse im Kampf gegen die Pummeligkeit bringen soll. Der Zwölfährigen und 21 weiteren Schülern aus dem sechsten Jahrgang haben die Forscher den Sensor am Arm verordnet. «Manchmal nervt und kratzt das Ding. Aber eigentlich stört es uns nicht groß», sagt Annikki über das zitronengroße elektronische Tagebuch an ihrem linken Oberarm.
Was ein wenig an das Überwachungsszenario aus George Orwells «Big Brother» erinnert, soll den Schülern zu besserem Körperbewusstsein und gesünderem Lebensstil verhelfen, erklärt Maik Plischke, Medizininformatiker von der TU, das Pilotprojekt mit dem Namen Cybermarathon. «Mit dem Gerät haben die Kinder eine Transparenz über den eigenen Körper.» Alle zwei Wochen wird der 900 Euro teure Sensor, der nur beim Duschen oder Baden abgelegt werden darf, am Computer ausgelesen. Parallel führen die Schüler ein Protokoll, in dem sie ihre Aktivitäten vermerken vom Frühstücken bis zum Schlafengehen.
Plischke erklärt den Schülern alle 14 Tage die ausgelesenen Werte. Die Schüler erkennen anhand von einfachen Diagrammen, wann und wie effektiv sie aufgenommene Energie verbrennen. «Vielen fehlt das Verständnis für diesen Zusammenhang», betont Plischke. Die Schule kostet der Modellversuch keinen zusätzlichen Unterricht. Die Schüler besuchen nachmittags eine freiwillige Arbeitsgemeinschaft, in der örtliche Sportvereine Aktivitäten wie Inliner fahren, Rugby oder Tanzen anbieten ohne Noten, ohne Leistungsdruck. Der Landessportbund bezahlt die Übungsleiter.
Die Idee sei ein voller Erfolg, meint Plischke. Selten fehlten Schüler, jeder Vierte wolle sich bald einem Sportverein anschließen. Das seien vor allem die Kinder, die nicht ohnehin schon sportlich lebten. Auch Lehrerin Maja Reichardt, die das Projekt von Seiten der Schule betreut, äußerst sich positiv. «Die Kinder sind wirklich extrem fasziniert von der Auswertung ihrer Ergebnisse. Das hat einen hohen Motivationscharakter, ganz anders als Schulnoten.»
Das Pilotprojekt läuft noch bis zu den Sommerferien. Ein erneuter ärztlicher Fitness-Check und einmal mehr die Waage lassen dann eine abschließende Bilanz zu. «Das macht voll Spaß. Wir vergleichen unsere Ergebnisse, das ist ein bisschen wie ein Wettkampf», sagt der elfjährige Kevin. Seine Mitschüler nicken. Es werde schon einmal auf den Schulbus verzichtet und das Fahrrad genommen, um das Gerät mit besseren Werten zu füttern.
Mit der erlernten Lust an mehr Bewegung sollen die Schüler später auch ohne Gerät ihren gesunden Lebenswandel beibehalten, sagt Plischke. Für künftige Projekte könne auf die teuren Geräte verzichtet werden, die die jetzt wünschenswerten, detaillierten Daten liefern. Günstige Pulsmesser und Schrittzähler reichten dann aus. Das Projekt soll bundesweit Schule machen. Plischke und seine Kollegen suchen nach Partnern. «In den 60er Jahren bewegten sich Kinder vier Mal so viel wie heute», meint er. «Da müssen wir wieder hin.»
26.5. 2007 Wiesbadener Kurier
„Fit und Gesund-Klasse" als Attraktion
Die Theodor-Fliedner-Gesamtschule hat ein Bewegungs-Konzept entwickelt, das bei Eltern und Schülern gut ankommtWIESBADEN Helmut Koch unterrichtet an der Theodor-Fliedner-Gesamtschule in Bierstadt Sport. 48 Jahre ist er alt und erinnert sich noch an seine Kindheit und seine „Straßen-Sozialisation", wie er sagt. Nachmittags nach der Schule spielte er zum Ausgleich auf der Straße. Kinder heute können das nicht mehr: Das Sicherheitsbedürfnis vieler Eltern sei dafür zu groß. Sie haben Angst vor Autoverkehr und Kriminalität.
Den Verlust an Bewegung, der damit einher geht, will Sportlehrer Koch ausgleichen. Erst hat er seine Kollegen an der kooperativen Gesamtschule angetrieben und sie davon überzeugt, zu Beginn dieses Schuljahres eine erste „Fit und Gesund-Klasse" einzurichten. Seither treibt er gemeinsam mit den Kollegen die Schüler dieser 5. Gymnasialklasse an: Zum Softball-Spielen, Seil-Springen oder einfach dazu, drei Mal um das Schulgebäude zu laufen. Das nicht nur im Sportunterricht, sondern fächerübergreifend bei jedem Kollegen, der merkt, dass es den Kindern gut tut, wenn sie mal fünf Minuten vom Mathematik- oder Deutschunterricht abschalten und statt dessen ein paar gymnastische Übungen machen.
Kochs Kollegen hatten zunächst Befürchtungen, durch die Bewegungsübungen gehe zu viel Zeit für den Unterricht verloren. „Der Zeitverlust wird aber ausgeglichen, weil danach die Konzentrationsfähigkeit größer ist", sagt der Sport-Pädagoge.
Die findigen Fliedner-Lehrer haben mittlerweile ein umfassendes Konzept erarbeitet, dank dessen der Schulalltag in der „Fit und Gesund-Klasse" immer wieder aufgelockert wird durch Sport und sportliche Übungen: Kinder, die mit den gestellten Aufgaben im Unterricht vorzeitig fertig sind, dürfen aus einem Karton ein Bewegungs-Kärtchen greifen. „Renne auf den Schulhof und werfe einen Ball drei Mal in den Basketball-Korb", steht auf einer. Solche Auflockerung habe Zuspruch gefunden. An der Fliedner-Schule haben in diesem Jahr viele Eltern ihre Kinder ausdrücklich mit dem Wunsch angemeldet, der Nachwuchs möge doch bitte an einer „Fit und Gesund-Klasse" unterrichtet werden. Die Gesamtschule weitet deshalb ihr Angebot auch auf die neue Realschulklasse aus.
Auch am Hauptschulzweig wird es eine „Fit und Gesund-Klasse" geben. In diesem Fall nicht, weil sich die Eltern interessiert hätten. „Wir machen das, weil dort die Kinder sind, die es am nötigsten haben", sagt Koch. Viele blieben zu Hause sich selbst überlassen. So hat Sportlehrer Koch im Unterricht eine Hauptschulklasse danach gefragt, ob sie schon gefrühstückt hat. Die Hälfte antwortete mit Nein. Nun will er im Hauptschulzweig in der Schule ein Frühstück anbieten. Eine Kleinigkeit nur. Aber gesund muss sie sein.
24.5. FTD
Aktionsplan gegen Übergewicht lässt Schulen kalt
Verbraucherschutzminister Horst Seehofer (CSU) und Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) wollen die Deutschen zu einem gesünderen Lebensstil bewegen. Eine Forderung: mehr Schulsport. Daraus wird aber nichts.
Zwei bis dreimal 45 Minuten Sport in der Woche ist die Regel an allgemeinbildenden Schulen in Deutschland - wenn kein Unterricht ausfällt. "Real kommen wir im Schnitt auf 1,5 bis 2,5 Unterrichtsstunden", sagt Siegfried Eith, Sprecher der Sportkommission bei der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Zusatzprojekte oder Arbeitsgemeinschaften ergänzen das Angebot der deutschen Schulen, heißt es in den Kultusministerien mehrerer Bundesländer. Mehr Schulsport werde es künftig nicht geben.
Von dem Aktionsplan aus der fernen Hauptstadt Berlin lassen sich die Kultusminister der Länder im föderalen Deutschland nach eigenen Angaben wenig beeindrucken. Das ist ihr gutes Recht - denn sie allein sind zuständig für ihre Schulpolitik.
Auch die Opposition fand die Idee mit dem Sport gut
Damit dürfte eine der am meisten beklatschten Ideen der zwei Bundesminister im nationalen Kampf gegen das Übergewicht im Sande verlaufen. Seehofer und Schmidt hatten vor 14 Tagen unter großem Medienandrang ihre Pläne grob umrissen. Die Grundidee: Möglichst viele Teile der Gesellschaft sollen gemeinsam daran arbeiten, das Gesundheitsbewusstsein der Deutschen zu ändern. Zwar hagelte es Kritik, da vielen Beobachtern der "nationale Aktionsplan" zu wenig konkret war. Die Forderung nach mehr Schulsport stieß jedoch auf einhellige Zustimmung. Auch die Opposition nickte.Nun ist es nicht so, dass die Länder den Schulsport als "Gedöns" abtun. Mit der Aktion würden Seehofer und Schmidt durch "offene Türen" gehen, sagt ein Sprecher des Bildungsministeriums in Stuttgart. Schließlich habe man in Baden-Württemberg bereits viel früher den Stellenwert des Sports in der Schule erkannt. Durchschnittlich knapp drei Unterrichtsstunden Sport gebe es wöchentlich für die Kinder im Südwesten. Die Initiative der Minister Schmidt und Seehofer habe mit dem Angebot aber nichts zu tun - und werde es auch nicht steigern helfen.
Theoretisch eine gute Idee: Ulla Schmidt und Horst Seehofer"Es wird künftig eher weniger Sport an den Schulen geben", sagt Josef Kraus, Präsident des Deutschen Lehrerverbandes. In diesem Punkt werde der nationale Aktionsplan "völlig an den Ländern abprallen." Zwar wäre es wünschenswert, täglich eine Unterrichtsstunde anzubieten. Doch der Stundenplan der Kinder und Jugendlichen sei jetzt schon sehr dicht gedrängt, etwa weil die Schulzeit vor dem Abitur in einigen Bundesländern auf zwölf Jahre verkürzt wurde, der Stoff aber derselbe sei. Zudem hätten die Schulen gar nicht genügend Turnhallen oder Lehrer.
"Es ist nicht möglich, die Stundentafel nach allen Seiten auszuweiten", sagt auch eine Sprecherin des Kultusministeriums in Sachsen-Anhalt. Dass der Berliner Aktionsplan, der auch unter dem wenig charmanten Slogan "Fit statt fett" bekannt wurde, die Länder dazu animiert, mehr Sportunterricht anzubieten, sei kaum vorstellbar.
"Eine zusätzliche dritte Sportstunde ist weder finanziell realisierbar noch wären dafür überall Hallenkapazitäten vorhanden", heißt es auch aus dem Saarland. In Hessen läuft bereits seit 2003 die Aktion "Schule und Gesundheit", an dem Schulen mit eigenen Projekten teilnehmen können. "1000 hessische Schulen sind bereits dabei", sagt eine Sprecherin des Kultusministeriums in Wiesbaden. Aber dies laufe unabhängig von dem nationalen Aktionsplan. "Wir haben das schon viel länger."
Eltern finden Mathe und Deutsch wichtiger
Niedersachsen will nach eigenen Angaben bei seinen zwei Sportstunden und Zusatz-AGs bleiben. In Sachsen gibt es drei Sportstunden pro Woche sowie Lehrmethoden, bei denen die Kinder auch während des normalen Unterrichts Bewegung bekommen - um sich danach besser zu konzentrieren. "Aber wir planen keine neuen Initiativen aufgrund des Aktionsplanes", sagt eine Sprecherin in Dresden.Der Schulsport bleibt also, wie er ist. Ein Aufschrei wird deshalb wohl nicht durch die Republik gehen. Auch viele Eltern scheinen den Sportunterricht weitaus weniger wichtig zu nehmen als beispielsweise Mathe oder Deutsch, sagt GEW-Sportkommissionssprecher Eith. "Die Eltern beklagen zuerst, wenn die anderen Fächer ausfallen."
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22.5. 2007 Osnabrücker Zeitung
Prävention und Gesundheitsförderung
Psychomotorik im SportunterrichtDer Wissenschaftspreis des Bundesverbands selbstständiger Physiotherapeuten für das Jahr 2007 geht an eine Absolventin der Fachhochschule Osnabrück. Die Gewinnerin Johanna Strauch gehört zu den erfolgreichen Absolventinnen des Bachelor-Studiengangs Physio-/Ergotherapie.
Die Preisverleihung fand im Rahmen des Tages der Wissenschaft beim IFK in Bochum statt. Der Titel der Arbeit von Johanna Strauch: "Psychomotorik im Sportunterricht - ein physiotherapeutischer Ansatz zur Gesundheitsförderung und Prävention".
Die motorischen Fähigkeiten von Kindern können im Sportunterricht durch psychomotorisches Übungsprogramm verbessert werden. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie, die an einer Münsteraner Schule durchgeführt wurde. Die Studie zeigt nicht nur die Aktualität des Themas Prävention, sondern konnte auch die Fachjury für sich einnehmen.Die Jury setzte sich aus sieben Experten zusammen, unter anderen waren Prof. Dr. Christoff Zalpour von der Fachhochschule Osnabrück, Prof. Dr. Beate Klemme von der Fachhochschule Bielefeld und Prof. Dr. Christian Grüneberg von der Europa Fachhochschule Fresenius vertreten.
"Prävention und Gesundheitsförderung gehören neben der eigentlichen Therapie zu den wichtigen Handlungsfeldern physiotherapeutischer Intervention. Dass Physiotherapeuten hier besonders kompetent sind und wichtige Beiträge zu dringenden gesellschaftlichen Problemen leisten können, wird auch in der (Fach-) Öffentlichkeit noch nicht ausreichend wahrgenommen", so Professor Christoff Zalpour zu dem positiven Urteil der Fachjury...
22.5. 2007 Adhoc-news
Täglich Sport und Bewegung - Pilotprojekt an zehn Grundschulen in NRW
Ein Pilotprojekt in Nordrhein-Westfalen bringt mehr Bewegung in die Schule. An zehn Grundschulen im Land haben die Schüler seit einigen Monaten täglich Sportunterricht, machen Pausensport und bewegen sich auch in den übrigen Fächern mehr, wie der Verein Klasse in Sport am Dienstag in einer teilnehmenden Schule in Köln vorstellte. Der im vergangenen Juni gegründete Verein setzt sich für mehr Bewegung und täglichen Schulsport ein.
Ein Pilotprojekt in Nordrhein-Westfalen bringt mehr Bewegung in die Schule. An zehn Grundschulen im Land haben die Schüler seit einigen Monaten täglich Sportunterricht, machen Pausensport und bewegen sich auch in den übrigen Fächern mehr, wie der Verein Klasse in Sport am Dienstag in einer teilnehmenden Schule in Köln vorstellte. Der im vergangenen Juni gegründete Verein setzt sich für mehr Bewegung und täglichen Schulsport ein. Im Lehrplan in NRW seien grundsätzlich drei Stunden Sportunterricht pro Woche vorgesehen, sagte Projektsprecher Mathias Bellinghausen. Ein Problem sei, dass viele Stunden ausfielen und - gerade an Grundschulen - von fachfremden Lehrern unterrichtet würden. Bei dem Projekt gebe es täglich eine Stunde Sport zusätzlich. Außerdem seien die Lehrer vorab geschult worden.
Ziel sei es, die gesamte Schule bewegungsfreudiger zu machen, sagte Bellinghausen. Das gelte auch für die Fächer wie Englisch oder Mathematik. «Der Versuch ist immer, die Kinder vom Stuhl hoch zu bekommen», sagte Bellinghausen. Aufstehen, sich im Kreis drehen, etwas pantomimisch darstellen - etwas Bewegung helfe den Kindern in allen Fächern, aufnahmefähig zu bleiben. Dazu gehöre auch die Bewegung in den Pausen, die das Projekt unter anderem mit Spielmaterial fördert. An den zehn Schulen, die überwiegend offene Ganztagsschulen sind, hätten bislang 1200 Kinder an dem Projekt teilgenommen, sagte Bellinghausen. Im kommenden Schuljahr solle das Projekt auf weitere Schulen in NRW ausgeweitet werden. Es sei wichtig, den Kindern im Schulsport so viel anzubieten, dass sie die passende Sportart für sich entdecken könnten, sagte Handballnationaltrainer Heiner Brand, der Pate des Projektes ist.
21.05.2007 - DOSB
Sportpädagogen tagen in Augsburg
Die Jahrestagung der Sektion Sportpädagogik der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft (dvs) findet vom 7. bis 9. Juni 2007 in Augsburg statt.Die Sportpädagogen tagen in der Stadt von Hans Jakob Fugger, dem bekanntesten Sohn der Stadt Augsburg.
Sie steht unter dem Thema „Sportpädagogik im Spannungsfeld gesellschaftlicher Erwartungen, wissenschaftlicher Ansprüche und empirischer Befunde“.Zu den Hauptreferenten gehört der Vorsitzende der Deutschen Sportjugend (dsj), Ingo Weiss. Er spricht über „Qualitätsentwicklung im Kinder- und Jugendsport am Beispiel des Rahmenmodells zur Förderung psychosozialer Ressourcen“. Die weiteren Plenarvorträge halten Prof. Dr. Wolf-Dietrich Brettschneider (Universität Paderborn) und Prof. Dr. C. Roger Rees von der Adelphi University (USA). Zur Veranstaltung gehören ferner insgesamt 15 thematisch akzentuierte Arbeitskreise (u. a. zur Gesundheitsförderung durch Sportunterricht, zur Bewegungserziehung im Kindergarten und zu motorischen Basisqualifikationen von Kindern).
Weitere Informationen und Anmeldungen zur Tagung sind erhältlich über: über Prof. Dr. Helmut Altenberger, Universität Augsburg, Institut für Sportwissenschaft, Tel. 0821-5982805, Fax -28, per Email: dvs(at)sport.uni-augsburg.de.
17.5. Pressemitteilung
Ärztetag mahnt mehr Anstrengungen für bessere Kindergesundheit an
Mindestens vier Wochenstunden Sport gefordertAn seinem vorletzten Veranstaltungstag hat der 110. Deutsche Ärztetag mehr Anstrengungen für eine Verbesserung der Kindergesundheit angemahnt. Derzeit seien rund 15 Prozent der Kinder und Jugendlichen übergewichtig, ein Fünftel leide unter Essstörungen. Außerdem sei eine Zunahme von Erkrankungen wie Heuschnupfen, Asthma und Neurodermitis zu beobachten, teilte die Bundesärztekammer mit. «Kindergesundheit ist eine gesellschaftliche Aufgabe», hieß es.
Vor diesem Hintergrund sprachen sich die Delegierten für mehr Sportunterricht an den Schulen aus, für den mindestens vier Wochenstunden angesetzt werden sollten. Bund und Länder müssten außerdem die Alkoholwerbung ähnlich wie beim Tabak begrenzen. Außerdem forderte der Ärztetag verbindliche Vorsorgeuntersuchungen für Kinder. Dazu soll nach Willen der Delegierten ein gesetzlich verankertes Meldewesen auf den Weg gebracht werden. Damit könnten Eltern, die ihr Kind nicht zu den Früherkennungs-Untersuchungen schickten, zur Teilnahme aufgefordert werden, hieß es weiter. Als besorgniserregend werteten die Teilnehmer des Ärztetages die sich häufenden Fälle von Misshandlung und Vernachlässigung von Kindern. Nach Schätzungen lebten bereits fünf Prozent aller Kinder in Deutschland in Familien, in denen wegen der Lebensumstände das Risiko für eine gravierende Vernachlässigung besonders hoch sei.
17.05.2007 - DOSB
Projekt "Fit & Vital - Kinder der Grundschulen in Bewegung"
Am 9. Mai, am gleichen Tag, an dem die Bundesregierung zum Thema Übergewicht und Bewegungsarmut debattierte, wurde in Halle an der Saale im Rahmen der DOSB-Initiative „europa(S)meister“ ein Projekt präsentiert, dass quasi als Antwort auf zahlreiche in Berlin aufgeworfene Fragen verstanden werden kann.
Im Projekt „Fit & Vital – Kinder der Grundschulen in Bewegung“ werden in Sachsen-Anhalt in Regie des Landesturnverbandes derzeit mehr als 700 Kinder außerschulisch von Sportlehrern und Übungsleitern aus Sportvereinen in Präventionsgruppen betreut. Die Kinder wurden bei Tests unter 6.000 Schülerinnen und Schülern ausgewählt, weil sie durch Übergewicht oder motorische Defizite auffielen. Ziel des seit 2006 laufenden Projektes ist es, die Bewegungszeit dieser Kinder deutlich zu erhöhen und für sie neue Bewegungs- und Erfahrungsräume zu schaffen. Die gezielte motorische Grundlagenausbildung soll den Schülerinnen und Schülern zu mehr Bewegungssicherheit und Selbstbewusstsein verhelfen.
Projekt soll Aufschlüsse über die Bedeutung der Bewegungsförderung im Grundschulalter geben
Ein Vergleich der Entwicklung der Schüler aus den Präventionsgruppen mit denen, die keine zusätzliche Betreuung erhalten, soll zusätzlich neue Aufschlüsse über die Bedeutung der Bewegungsförderung im Grundschulalter geben. Prof. Dr. Oliver Stoll von der Martin-Luther-Universität Halle, der das Projekt wissenschaftlich begleitet, wies in einer Expertenrunde auf die Dimensionen hin: "Etwa 25 Prozent aller Grundschulen aus Sachsen-Anhalt sind in die Tests einbezogen. Von der Auswertung erhoffen wir uns repräsentative Werte zum Bewegungsverhalten und zur Entwicklung des Körpergewichts bei jungen Menschen.“Bei den Kindern aus den Grundschulen kommt das außerschulische Bewegungsangebot offensichtlich gut an. "Momentan gehe ich einmal wöchentlich schwimmen. Das würde ich gern öfter machen, um fitter zu werden", sagte die zehn Jahre alte Sophia Segredo aus Halle. Ihre gleichaltrige Schulkameradin Susan Langheinrich hat ähnliche Ambitionen: "Die Veranstaltung heute hat mir sehr viel Spaß gemacht", meinte sie und ergänzte: "Ich fände es toll, bald in einen Turnverein einzutreten."
Projektpate Andreas Wels: "Es ist erschreckend, was ich derzeit in den Schulen zu sehen bekomme"
Die ca. 100 Kinder aus fünf halleschen Grundschulen, die am 9. Mai in der Sporthalle Schule „Silberwald“ in spielerischer Form Turnübungen erlernten, lauschten den Hinweisen des mehrfachen Europameisters im Wasserspringen, Andreas Wels vom SV Halle, und nahmen dankend seine Hilfestellung an den Geräten an. Der Projektpate für Sachsen-Anhalt erwies sich aber nicht nur als im Umgang mit Kindern geübter Sportpädagoge, sondern auch als kompetenter Gesprächspartner zum Thema. "Es ist erschreckend, was ich derzeit bei meinen Praktika als angehender Sportlehrer in den Schulen zu sehen bekomme. Ein Großteil der Kinder leidet unter Bewegungsmangel", gibt der angehende Lehrer für Deutsch und Sport zu bedenken. Deshalb war er auch gern bereit, für das beispielgebende Projekt zur Bewegungsförderung im Rahmen der DOSB-Initiative "europa(S)meister" bundesweit zu werben.Einrichtung von Kinderturnclubs
"Wir haben seit 2006 viele Grundschullehrer systematisch vorbereitet, damit sie direkt nach dem Unterricht die Gruppen leiten können", wies Astrid Beutner, Projektleiterin beim Landesturnverband, auf die Qualitätsstandards des Projektes hin. „Die Einrichtung so genannter Kinderturnclubs in den Partnersportvereinen der Schulen wird für eine zusätzliche Nachhaltigkeit über den Projektzeitraum hinaus sorgen", ist sich Astrid Beutner sicher. Bisher konnten bereits sieben solcher Kinderturnclubs in Halle, Magdeburg, Dessau und Quedlinburg eröffnet werden.Das Projekt „Fit & Vital - Kinder der Grundschulen in Bewegung“ ist landesweit anerkannt. Vom Ministerium für Gesundheit und Soziales in Sachsen-Anhalt wurde es zum Modellprojekt für die Umsetzung der Gesundheitsziele des Landes berufen, vom Landesverwaltungsamt wird es im Rahmen der Schulsportförderung unterstützt. Und auch regionale Sponsoren¸ die die T-Shirts für die Mitglieder der Kinderturnclubs zur Verfügung stellen, ließen sich bei soviel sozialem Engagement nicht lange bitten.
Die Bundesregierung will dem Bewegungsmangel und dem Übergewicht der Bevölkerung jetzt mit einem Aktionsplan bis zum Jahr 2020 zu Leibe rücken. Gesunde Ernährung und sportliche Betätigung sind aber auch ein europäisches Thema. Insofern ist das in Sachsen-Anhalt vorgestellte Projekt zur Bewegungsförderung ein passender Baustein im Rahmen der DOSB-Initiative "europa(S)meister" zur Unterstützung der deutschen EU-Ratspräsidentschaft.
14.2. Lehrer-online
Integration: "United by Sports - Sport verein(t)"
Mit der Konferenz der Integrationsminister, zu der Bundesinnenminister Dr. Wolfgang Schäuble geladen hat, ist kürzlich der europäische Wettbewerb "United by Sports - Sport verein(t)" gestartet.
Schulen, Sportvereine und Jugendeinrichtungen sind aufgerufen, im Rahmen eines Wettbewerbs ihre Konzepte einzusenden, die durch Sport Integration fördern. Es gilt, bereits existierende Projekte zu dokumentieren und damit die Entwicklung neuer Konzepte anzuregen.
Der Wettbewerb findet zeitgleich in Deutschland, Großbritannien, Österreich, Slowenien und den Niederlanden statt. Einsendeschluss ist der 15. Oktober.
Prämierung
40 Teilnehmende gewinnen eine Reise nach Berlin zur Preisverleihung im Bundesministerium des Innern. Fünf Projekte erhalten eine finanzielle Förderung von 500 Euro.
Die prämierten Projekte werden anschließend auf einer CD-ROM zur Nachahmung aufbereitet.Der Zeitbild Verlag führt die Aktion im Auftrag der Europäischen Kommission, des Bundesministeriums des Innern und des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge durch.
Im Web
www.united-by-sports.eu
Hier finden sich alle Informationen zum Wettbewerb, Best Practice-Beispiele und Tipps, wie Integration beim Sport gefördert werden kann.
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12.5. Anzeiger Sternberg-Brüel-Warin
Schulsport auf Golfplatz verlegt
Projekt „Abschlag Schule“ findet Freunde / Pädagogium macht gute Erfahrungen
Schwerin (Bert Schüttpelz) • Golf als Schulsport – wie soll das gehen? Viel zu teuer, viel zu aufwändig, viel zu geringe Ergebnisse, sagen die Kritiker. Die Schüler des Pädagogiums widerlegen das. Das Projekt „Abschlag Schule“ begeistert sowohl Abiturienten als auch Zehnjährige. Sport steht bei vielen Abiturienten, insbesondere aber Abiturientinnen, nicht gerade hoch im Kurs. Für die Zwölftklässler vom Pädagogium gehört diese Einstellung der Vergangenheit an. Sie lernen im Schulsport Golf – und sind mit Begeisterung bei der Sache. Selbst bei Wind und Wetter sind sie auf dem Golfplatz in Vorbeck mit Eifer bei der Sache.
Auch Sportlehrerin Doris Hildebrandt ist begeistert. „Golf ist eine gute Alternative zum klassischen Schulsport, wenngleich dort zunächst die Grundlagen gelegt werden müssen. Aber Golf fördert in besonderem Maße Konzentration und Motorik, Ausdauer und darüber hinaus noch ganz wichtige Eigenschaften für die Persönlichkeitsentwicklung wie Achtung und Disziplin, Höflichkeit und Kontaktfreudigkeit“, erläutert die erfahrene Sportpädagogin.
Möglich wurde die Verlegung des Unterrichts aus der Turnhalle auf das Grün des Golfplatzes Vorbeck indes erst durch ein bundesweites Pilotprojekt mit dem Titel „Abschlag Schule“. Die Vereinigung clubfreier Golfspieler (VcG) will damit den Golfsport der jungen Generation näher bringen, sagt Imke Ulrich von der VcG. Mit jährlich rund einer Million Euro finanziert die VcG sowohl den Transport zwischen Schule und Golfplatz als auch Unterrichtsmaterialien, Leihschläger, Bälle und den Golfunterricht. Das Spiel rund um den kleinen Ball sei jetzt sogar in das Standardprogramm des weltweit größten Schulsportwettbewerbs „Jugend trainiert für Olympia“ aufgenommen worden. Golf zählt damit offiziell zum Kanon der Schulsportarten.
Die Schüler vom Pädagogium freut dies. „Dies ist ein Sport, der Spaß macht. Golf kann jeder erlernen“, sagt Anne Keding. „Wir durften auch schon auf den großen Platz.“ Richard Höhne ist besonders begeistert vom Golfen – und gut. Er gehört zur ersten Mannschaft, die sich gezielt auf die Teilnahme am Landesfinale „Jugend trainiert für Olympia“ vorbereitet, das am 21. Juni auf dem Golfplatz Vorbeck ausgetragen wird. „Golf ist genau so anstrengend und herausfordernd wie andere Sportarten“, versichert der Gymnasiast, der den direkten Vergleich mit Karate- und Leistungstanztraining hat.
Zum Erfolg des Schulunterrichts auf dem Golfplatz gehört ganz sicher aber auch die gute Unterstützung durch Platzbetreiber Winstongolf. „Unser Trainer Marc Elshout und seine Co-Trainer sind super“, bestätigen Stefanie Meinhardt und Julia Markwardt unisono. Da mache der Sportunterricht wirklich Spaß.
11.5. 2007 VBE-Pressemitteilung
Raus aus dem Teufelskreis zwischen Bildungsarmut und Übergewicht
Berlin - „Die Schule allein reicht nicht aus als Appetitzügler bei süßen Riegeln und fettigen Snacks“, kommentiert Ludwig Eckinger, der Bundesvorsitzende des Verbands Bildung und Erziehung (VBE) den jüngsten Aktionsplan der Bundesregierung. Der Aktionsplan enthalte zu viel Allgemeinplätze und Appelle in alle Richtungen, so Eckinger.
„Die Schule bekennt sich zu ihrer Verantwortung als Ort der Aufklärung über gesundheitsbewusstes Verhalten, nur darf die Schule dabei nicht allein gelassen werden“, unterstreicht der VBE-Bundesvorsitzende. „Der VBE hat bereits auf seinem Deutschen Lehrertag 2006 dazu aufgerufen, den Teufelskreis zwischen Bildungsarmut, Übergewicht und Krankheit zu durchbrechen. Unter Übergewicht und Fettsucht leiden deutlich mehr Kinder und Jugendliche aus sozial benachteiligten Familien und Familien mit geringerer Bildungsbeteiligung“, so Eckinger weiter. „Es ist dieselbe Gruppe, die in Deutschland bildungspolitisch vernachlässigt wird.“ Der VBE sehe daher einen engen Zusammenhang zwischen dem Gesundheitsverhalten und den Bildungschancen jedes Kindes und Jugendlichen. „Das mit der KMK vereinbarte neue Prinzip des individuellen Förderns und Forderns an den Schulen wäre die beste Gewähr, aus dem Teufelskreis nachhaltig auszubrechen“, betont der VBE-Bundesvorsitzende.
Erneut fordert Ludwig Eckinger die Kultusminister auf, den Sportunterricht nach Lehrplan zu garantieren, denn bislang fällt jede vierte Stunde wegen Lehrermangels aus. Außerdem wende sich der VBE gegen Rückzugsversuche des Staates beim Sportunterricht.
„Der VBE fordert die Bildungspolitik auf“, so Eckinger, „Fragen der sinnvollen Ernährung zum Bestandteil der Lehrerbildung zu machen.“
10.5. 2007 Mitteldeutsche Zeitug
Veränderter Sportunterricht kann Fitness verbessern
Düsseldorf (dpa) - Ein veränderter Sportunterricht an Schulen kann nach einer Studie die Fitness von Kindern und Jugendlichen verbessern. Das ist ein Ergebnis einer wissenschaftlich begleiteten Untersuchung der AOK Rheinland/Hamburg, die in Düsseldorf vorgestellt wurde.
"Im Durchschnitt konnten die Schüler im Rheinland sieben Prozent ihrer Altersgenossen im Bund in der körperlichen Fitness hinter sich lassen", sagte der Geschäftsführer des Wissenschaftlichen Instituts der Ärzte Deutschlands (WIAD), Lothar Klaes.
Bei dem zweijährigen Projekt "Schulen in Bewegung" machten rund 14 000 Schüler aus 150 weiterführenden Schulen im Rheinland mit. Die teilnehmenden Schulen gestalteten ihren Sportunterricht um oder weiteten ihn aus. Angebote wie Akrobatik, Boxen, Frisbee, Tanz oder Bewegungstheater sollten den Jugendlichen Spaß an Bewegung vermitteln. Ziel sei es gewesen, vor allem auch unsportliche Schüler zu erreichen und zu motivieren. Als Ergebnis sei auch der Anteil übergewichtiger Kinder zurückgegangen.
Einmal im Jahr nahmen die Schüler an einem Fitness-Test teil, den das WIAD und der Deutsche Sportlehrerverband entwickelt hatten. Die Ergebnisse des Tests wurden in einem Diagramm festgehalten, an dem jeder Schüler seine Fitness im Vergleich zum Durchschnitt seiner Altersgruppe ablesen konnte. Die Sportlehrer erhielten Arbeitsmappen und bekamen bei Fortbildungen Anregungen für den Unterricht.
Die AOK will das Projekt nun auf alle Schulen im Rheinland ausweiten. "Die gesetzlichen Krankenkassen geben jährlich zwischen 20 und 50 Milliarden Euro für die Folgen von Übergewicht aus", sagte AOK-Vorstandsmitglied Cornelia Prüfer-Storcks. Erst am Mittwoch hatte die Bundesregierung einen Aktionsplan im Kampf gegen Übergewicht vorgestellt.
www.schuleninbewegung.de
"FR" 21.04.2007
Miese Noten für den Schulsport
Schüler schaffen immer weniger, Lehrerstellen werden abgebaut, und die dritte Regelstunde Sport ist eine IllusionDie Frankfurter Schulsporthallen sind in einem ähnlichen Zustand wie der Leistungsstand vieler Schüler: schwach befriedigend. Eine Arbeitsgruppe soll nun die Lage analysieren und Verbesserungsvorschläge erarbeiten.
Frankfurt - Beim Cooper-Test kann niemand schummeln, auch kein Schüler. Die Aufgabe lautet: Zehn Minuten laufen, und hinterher wird die zurückgelegte Strecke gemessen. "Vor acht Jahren", sagt die Sportlehrerin Hannelore Mayer, "haben unsere Elftklässler um die 2000 Meter geschafft. Heute sind es zwischen 1400 und 1800 Meter." Die Ausdauerleistung der Schüler lässt nach, so hat es die Fachleiterin Sport der Freiherr-vom-Stein-Schule ermittelt. "Eine halbe Stunde am Stück laufen, wenn auch nur im leichten Trab, das schaffen sie nicht mehr."
Freilich müssen die Schüler des Gymnasiums am Südbahnhof auch unter erbärmlichen Bedingungen ihre Leibesübungen absolvieren. Die kleine Halle stammt aus den 50er Jahren, der Boden ist lose, Betonpfosten nicht abgepolstert. "Turnen können wir nicht, weil wir keine Geräte haben", konstatiert Mayer. Auch Schwimmen fällt flach, seit das benachbarte Textorbad geschlossen ist. Die in den Lehrplänen verankerte dritte Sportstunde kann die Schule nur für die Klassen fünf bis sieben anbieten. "Wir waren mal elf Sportlehrer", so Mayer, "jetzt sind wir noch vier."
Erfahrungen wie diese sind typisch für den Sportunterricht an Frankfurter Schulen. Nun haben Stadt- und staatliches Schulamt mit Sport-Uni und Landessportbund eine Arbeitsgruppe gegründet, die ein "Frankfurter Schulsportkonzept" erarbeiten soll. In einem ersten Arbeitsschritt hat die AG Fragebögen an 36 Schulen geschickt. Und zumindest bezüglich der Qualität der Sporthallen kennt Sportprofessor Robert Prohl auch schon ein Ergebnis: "Der Zustand wird als schwach befriedigend bewertet."
Ähnlich verhält es sich mit dem Leistungsstand der Schüler. Hier hat die Arbeitsgruppe zwar keine neuen Daten abgefragt, es liegen aber bereits Erkenntnisse vor. So klafft bei den motorischen Fertigkeiten ähnlich wie bei den kognitiven Leistungen die Schere je nach sozialer Schicht auseinander. "Bei den Schülern aus bildungsnahen Familien ist die motorische Kompetenz heute sogar höher als früher", sagt der Sportpädagoge Prohl, der am Ginnheimer Institut für Sportwissenschaften der Goethe-Uni lehrt. Entsprechend wenig bringen Schüler aus "bildungsfernen" Familien zu Stande. Das Schulsportkonzept soll auch Hinweise über "Sport und Migration" sowie Handlungsempfehlungen liefern. Professor Prohl hat an der Sport-Uni bereits ein entsprechendes Seminar initiiert.
Die dritte Sportstunde, so eine weitere Erkenntnis, ist an den Frankfurter Schulen praktisch nicht mehr vorhanden. "Damit rechnen wir schon gar nicht mehr", sagt Prohl. Immerhin lägen die Schulen bezüglich der obligatorischen zwei Sportstunden "nicht weit hinterher". Zumindest der katastrophale Zustand der Schulturnhallen soll in den nächsten Jahren etwas verbessert werden. Das Bildungsdezernat hat ein Investitionsprogramm für 27 neue Einfeld-Hallen gestartet. Außerdem darf die Freiherr-vom-Stein-Schule auf Besserung hoffen: Die Schule soll wie drei weitere von einem privaten Investor übernommen und grundsaniert werden.
16.4. 2007 - Sportunterricht.de
Golf jetzt neu bei Jugend trainiert für Olympia
JtfO nun mit 16 Sportarten
Damit wurde Golf als 16. Sportart in das Standardprogramm von JUGEND TRAINIERT FÜR OLYMPIA integriert. Das erste offizielle Bundesfinale Golf wird vom 16.-20. September 2007 in Berlin auf der Anlage des Golf Clubs Gatow gespielt. Die Qualifikationsveranstaltungen in den Ländern beginnen nach den Osterferien."Dank der intensiven Zusammenarbeit mit dem Deutschen Golf Verband und der Vereinigung clubfreier Golfspieler und deren Engagement bei den Golfwettbewerben in den Ländern während den beiden Testphasen ist es gelungen, das Programm von JUGEND TRAINIERT FÜR OLYMPIA um den Golfsport zu erweitern.
Damit wurde der dynamischen Entwicklung des Golfsports im Jugendbereich der Golfvereine und auch im außerunterrichtlichen Schulsport Rechnung getragen. Die Aufnahme der Sportart Golf stellt eine Bereicherung für das JTFO-Angebot dar", begrüßte der Vorsitzende der Kommission JTFO der Deutschen Schulsportstiftung, Dietmar Hiersemann, die Entscheidung.
2.4. 2007 ZDF/ Sportunterricht.de
ZDF sucht sportliche Klassen für Sendung
"Abenteuer Action!", die neue Sport-Show des Zweiten Deutschen Fernsehens, sucht die sportlichste Klasse Deutschlands. Klassen der 6. Jahrgangsstufe können sich beim Kinder- und Jugendprogramm des ZDF bis zum 30. April bewerben.Sportliches Talent, Mut, ein wenig Glück und jede Menge Teamgeist sind gefragt, wenn Schülerinnen und Schüler aus dem gesamten Bundesgebiet in einen sportlichen Wettkampf treten. Insgesamt 16 Klassen stellen je ein Team, das aus zwei Mädchen und zwei Jungen besteht. Jedes Team repräsentiert sein Bundesland.
In actionreichen Spielen haben die Teilnehmenden die Chance, ihr sportliches Talent, ihre Teamfähigkeit und ihre Kombinationsgabe unter Beweis zu stellen. Und am Ende steht sie fest: die sportlichste Schulklasse Deutschlands.
Für sechste Klassen
Der Aufruf zu "Abenteuer Action! Gesucht: Die sportlichste Klasse Deutschlands" richtet sich an alle Klassen der 6. Jahrgangsstufe.
Bewerben können sich die Teams bis zum 30. April, indem sie ihren Klassendurchschnitt nach Punkten bei den letzten Leichtathletik-Bundesjugendspielen einreichen.
Die Bewerberklassen mit den höchsten Punktwerten eines Bundeslandes werden besucht und getestet.Die Ausstrahlung der fünf Folgen von "Abenteuer Action!" im KI.KA ist geplant ab Ende Juli.
www.kika.de
Weitere Informationen zur Show und den Bewerbungsmodalitäten gibt es beim Kinderkanal von ZDF und ARD (KI.KA).
www.tivi.de
Auch auf der Seite der Kindersendung ZDFTivi ist Näheres zu erfahren.
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Schwäbische Zeitung 28.03.2007200 Minuten Sport pro Woche
Sport soll Schule machenLANDKREIS TUTTLINGEN Die Grundschüler sollen mehr Sport treiben und sich mehr bewegen: Dieses Ziel verfolgt das Projekt "Grundschule mit sport- und bewegungserzieherischem Schwerpunkt". Die Grundschulen im Landkreis sollen daran ebenfalls teilnehmen.
200 Minuten Sport pro Woche streben die Initiatoren des Projektes an, dazu sollen auch ansonsten bewegungsarme Fächer wie Englisch oder Mathematik künftig verstärkt mit Bewegungselementen versehen werden. Denn: "Wer sich bewegt, der schafft im übertragenen Sinne die Hardware-Voraussetzungen im Kopf, um besser lernen zu können und leistungsfähiger zu werden", sagt Professor Alexander Woll, Sportwissenschaftler an der Universität Konstanz. Jetzt wurde das Projekt den Leitern der Grund- und Hauptschulen vorgestellt.
"Kinder und Jugendliche wachsen heute unter anderen Bedingungen auf, für die in erster Linie wir Erwachsenen verantwortlich sind. Deshalb stehen wir auch in der Pflicht, Einfluss auf diese Rahmenbedingungen zu nehmen und eine effektive Gesundheitsprävention zu betreiben, die vor allem Bewegung, Spiel und Sport einbezieht. Mit der Konzeption der sport- und bewegungsfreundlichen Grundschule kommen wir diesem Ziel ein Stück näher", hatte Ministerialdirektor Thomas Halder beim Startschuss zur flächendeckenden Einführung an den baden-württembergischen Grundschulen gesagt. Ziel sei es, Bewegung, Spiel und Sport an allen Grundschulen auf Grundlage des Bildungsplans so fest zu verankern, dass alle Schülerinnen und Schüler eine tägliche qualifizierte Bewegungszeit erhielten.
Das Projekt wurde zunächst an fünf Schulen modellhaft entwickelt. Die Pilotschulen integrierten in der Versuchsphase mindestens 200 Minuten Sportunterricht pro Woche sowie vielfältige ergänzende Bewegungsangebote wie Pausensport, bewegter Unterricht und Kooperationsmaßnahmen mit örtlichen Vereinen in ihren Schulalltag. Die Schulen setzten somit eine tägliche qualifizierte Bewegungszeit beziehungsweise eine tägliche Sportstunde um. Diese Angebote werden bis heute im Rahmen eines Schulentwicklungsprozesses ohne zusätzliche Ressourcen den Schülerinnen und Schülern ermöglicht.
Zur Ausweitung des Modellversuchs wurden alle Grundschulen in Baden-Württemberg sowie Sonderschulen mit Bildungsgang Grundschule zu Beginn 2003 mit einem Faltblatt für eine solche Profilierung beworben. Im Schuljahr 2002/2003 nahmen in einem ersten Schritt landesweit rund 290 Schulen am Projekt teil und entwickelten im Rahmen ihrer Schulentwicklung ein sport- und bewegungserzieherisches Profil. Mittlerweile haben insgesamt über 360 Grundschulen die Konzeption aufgegriffen und an ihren Schulen etabliert.
28.03.07 Neues Deutschland
Fitness macht Schule
In Mecklenburg-Vorpommern startet ein Gesundheitsprogramm für KinderEin neues Unterrichtsfach soll in Greifswald und in der Region Vorpommern demnächst Schule machen. Mehr als 1000 Fünftklässler werden innerhalb des Projektes »GeKo-Kids« erfahren, wie man gesund bleibt – und besser lernt.
Gerade für Schulkinder ist Gesundheit eine wesentliche Voraussetzung für erfolgreiches Lernen. Daher brachte Mecklenburg-Vorpommern das Präventionsprogramm »GeKo-Kids – Gesundheitskompetenz bei Kindern in der Schule« auf den Weg, mit dessen Hilfe Schülerinnen und Schüler lernen sollen, mehr für ihre Gesundheit zu tun.
Sozialminister Erwin Sellering (SPD) zufolge wolle man Kindern schon von klein auf zeigen, wie wichtig es ist, auf die Ernährung zu achten und sich genug zu bewegen. Aktuellen Untersuchungen zufolge seien rund 13 Prozent der Schulanfänger übergewichtig. Sie trügen auch ein höheres Risiko, etwa Diabetes oder Herzkreislauferkrankungen zu bekommen. Dem solle entgegengesteuert werden.Das auf zwei Jahre angelegte Programm will späteren Gesundheitsproblemen wie Bewegungsmangel, Übergewicht, Karies und chronischen Schmerzen vorbeugen. Da das Risiko, als Erwachsener zu erkranken, maßgeblich durch eine möglichst frühzeitige Vorbeugung in der Kindheit verringert werden kann, setzt GeKo-Kids in den Klassenstufen fünf und sechs an. Hier soll Wissen über die Gesunderhaltung der Zähne, die Notwendigkeit des Impfens und über die Auswirkungen des Rauchens vermittelt werden. Gelernt wird mit allen Sinnen. Verschiedene Obst- und Gemüsesorten werden durch Schmecken, Riechen und Tasten voneinander unterschieden und es finden »fitte Pausenfrühstücke« statt. Außerdem sind Bewegungsspiele im Sportunterricht und »bewegte Pausen« geplant. Für die Prävention des Rauchens sollen klassenübegreifend schulische Vereinbarungen entwickelt werden. Für Schülerinnen und Schüler, die bereits rauchen, werden Ausstiegshilfen angeboten.
Wichtigste Partner des durch die beiden Landesministerien für Soziales und Gesundheit sowie für Bildung, Wissenschaft und Kultur unterstützten Projektes sind die Lehrer. Sie werden auf den neuesten Stand der Forschung gebracht. Danach setzten die künftigen »Gesundheitslehrer« diese Materialien im Regelunterricht der Fächer Biologie und Sport ein. Gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern erarbeiten sie gesundheitsfördernde Einstellungen und Verhaltensweisen – so lautet jedenfalls die Absicht von GeKo-Kids. Die wissenschaftliche Begleitung und Überprüfung der Wirksamkeit des Programms hat die Universität Greifswald übernommen. Bezahlt wird GeKo-Kids aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF).
27.3. 2007 Westdeutsche Zeitung
Stiefkind Sportunterricht
Viele Kinder haben motorische Störungen. NRW setzt deshalb auf die Handball-Euphorie.Einen Ball fangen? Mit beiden Beinen springen? Für viele Kinder ist das eine fast unlösbare Aufgabe. Sportwissenschaftler und Mediziner schlagen Alarm, denn die Zahl der Mädchen und Jungen mit motorischen Bewegungsstörungen und starkem Übergewicht nimmt seit Jahren kontinuierlich zu.
„Die Entwicklung im Gesundheitswesen ist dramatisch“, betonte Professor Joachim Mester von der Sporthochschule Köln kürzlich bei einer Veranstaltung der Sportstiftung NRW. Schon kleine Kinder zeigten die gleichen Krankheitssymptome wie alte Menschen. Der Grund: fehlende Bewegung. Das Hauptaugenmerk der Wissenschaft liegt deshalb auf dem Schulsport. Dort sollen motorische Fähigkeiten entwickelt, die Freude an der Bewegung vermittelt und Teamfähigkeit erlebt werden – so die Theorie.
Jede vierte Sportstunde in Deutschland fällt aus
Die erste nationale Schulsportuntersuchung „Sprint“ kam bereits 2004 zu dem Schluss, dass fast jede vierte Sportstunde ausfällt. Jede fünfte Lehrkraft ist fachfremd – in NRW-Grundschulen liegt der Anteil sogar bei bis zu 80 Prozent. Zudem ist die Sportlehrerschaft überaltert. Statt den Schülern die Chance zu geben, ihre Fähigkeiten auf vielfältige Weise auszuprobieren, belassen es viele Pädagogen bei den traditionellen Sportarten wie Leichtathletik und Geräteturnen. Experten zufolge ist es aber wichtig, aktuelle Strömungen zu nutzen.So hat der Gewinn der Handball-WM einen Handball-Boom in Deutschland ausgelöst. „Diese Begeisterung wollen wir im Schulsport nutzen“, verkündete gestern NRW-Schulministerin Barbara Sommer (CDU). Nach Ansicht von Bundestrainer Heiner Brand vermittelt Handball motorische Basisfähigkeiten und fördert gleichzeitig das Miteinander.
„Lernen, sich in der Gruppe zu bewegen, durchzusetzen, unterzuordnen – das kommt in unserer Gesellschaft zu kurz“, erklärte Brand. Umso wichtiger findet er die Kooperation „Handballvereine – Partner der Schulen“, die Ministerium, Deutscher Handballbund und Westdeutscher Handballverband eingehen. Der Vertrag sieht vor, dass Lehrkräfte qualifiziert und Materialien erarbeitet werden.
NRW ein Vorreiter in Sachen Schulsport? Der Landessportbund sieht das anders. Er bemängelt zum Beispiel, dass Sport nicht mehr als mündliches Abi-Fach zugelassen ist. Im Rahmen einer Studie ist es im „Sportland NRW“ derzeit nur an 54 Gymnasien und Gesamtschulen möglich, Sport als 4. Prüfungsfach zu wählen.
24.03.2007 Wiesbadener Kurier
Mit dem Assistenten in Schwung bleiben
Initiative des Landessportbundes an SchulenWIESBADEN Der Landessportbund Hessen (lsb) will das Sport treiben an Hessens Schulen fördern. Lsb-Präsident Rolf Müller kündigte die Ausbildung von 50 Sportassistenten an, die in erster Linie nachmittags Bewegungsangebote an Hessens Schulen sicherstellen sollen.
Am Rande der Konferenz der 16 Landessportbünde sagte Müller, es gehe nicht darum, dass die Sportassistenten regulären Sportunterricht anbieten. Dies bleibe eine staatliche Aufgabe, welche sich die Schulen zu stellen haben. Vielmehr möchte der lsb seinen Beitrag dazu leisten, dass Sport-Arbeitsgemeinschaften stattfinden können und somit die Bewegungsfertigkeit der Schüler erhalten bleibt. "Zugleich will der organisierte Sport in den Schulen vertreten sein, um eine Möglichkeit zu besitzen, Nachwuchsförderung wahrnehmen zu können", erklärte Müller. Anlass der Initiative Hessens ist die Ausweitung des Schulunterrichts in die Nachmittagsstunden als Folge der auf acht Jahre verkürzten Schulzeit. Müller sieht das Projekt der Schulassistenten als eine Antwort auf die neuen Rahmenbedingungen im hessischen Schulsystems. Die Sportassistenten sollen von der Sportjugend ausgebildet werden und etwa mit der Güte eines Übungsleiters nach Absprache mit den Kreissportbünden an solchen Schulen eingesetzt werden, wo es Sport-AG´s oder Bewegungsangebote gibt.
Daneben sprach sich die Konferenz dafür aus, Sport als Staatsziel im Grundgesetz zu verankern. "Nur so bildet sich die gesellschaftspolitische Stellung des Sports richtig ab", sagte DOSB-Generaldirektor Michael Vesper
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20.3. 2007 Lehrer-online
Kinder und Jugendliche über Fußball für Bildung begeistern
Über den "Motor" Fußball will das gestern gestartete Projekt "Fußball trifft Kultur" bei Kindern und Jugendlichen aus sozial schwachen Familien das Interesse an Bildung und Kultur wecken. Das Projekt ist eine gemeinsame Aktion der Frankfurter Buchmesse und Eintracht Frankfurt.
Gemeinsam mit dem F.A.N.-Projekt (Fußball. Alphabetisierung. Netzwerk.) des LitCam-Partners Bundesverband Alphabetisierung und Grundbildung e. V. und der Fußballschule der Eintracht Frankfurt hat die Frankfurter Buchmesse im Rahmen der LitCam das Projekt Fußball trifft Kultur für Kinder und Jugendliche ins Leben gerufen. Ermöglicht wurde dieses Projekt durch die finanzielle Unterstützung der Aventis Foundation.
Ernährungstipps und Buchbesprechung
Über den Sport sollen die Kinder und Jugendlichen nicht nur soziales und kommunikatives Verhaltens im Team lernen, sondern auch durch zusätzlichen Unterricht und Aktionen gefördert werden. Neben normalen Unterrichtsergänzungsstunden wird zum Beispiel ein Koch Ernährungstipps geben, ein bekannter Fußballer sein Lieblingsbuch präsentieren und schließlich ist ein Besuch in der Redaktion der Frankfurter Rundschau geplant.Konkret
Zwei Gruppen von je 12 Jugendlichen im Alter von 6 - 10 Jahren sowie 10 - 13 Jahren werden gefördert. Starten wird das Projekt zu Ostern 2007 im Trainingscamp der Fußballschule von Charlie Körbel, Eintracht Frankfurt.Der Leiter der Projekts "Fußball trifft Kultur", Benjamin Richter, wird an diesem Camp teilnehmen und die Kinder und Jugendlichen zusätzlich betreuen. Außerdem ist ein gemeinsames Camp im Sommer sowie als Abschluss nochmals ein Trainingscamp Ostern 2008 geplant.
Die jungen Sportler erhalten ein Jahr lang zweimal wöchentlich je zwei Stunden Ergänzungsunterricht und Fußballtraining. Ausgenommen sind die Schulferien.Partner-Schule..
.. ist die Karmeliterschule, Frankfurt. Unterstützt wird der Projektleiter von einem Team, das aus zwei Fußballtrainern und zwei bis drei Lehrern besteht. Die Sonderveranstaltungen werden von den Kooperations-Partnern unterstützt.
Im Web
www.litcam.de
Weitere Informationen zur internationale Alphabetisierungskampagne, Frankfurt Book Fair Literacy Campaign, LitCam.www.land-der-ideen.de
LitCam hat das Bildungsprojekt "Fußball trifft Kultur" beim Wettbewerb Land-der-Ideen ins Rennen geschickt.
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12.03.2007 DOSB
Deutscher Schulsportpreis des DOSB und der dsj
"Schulsport tut Schule gut" lautet das Motto des Förderpreises für berufliche Schulen im Schuljahr 2006/2007. Bewerbungsunterlagen können noch bis zum 21. Mai 2007 eingereicht werden.
Weil berufliche Schulen spezifische Voraussetzungen bieten, sowohl Schülerinnen und Schüler an den Sport heranzuführen als auch die sich durch Sport ergebenden Möglichkeiten zu entfalten, richtet sich die diesjährige Ausschreibung des Deutschen Schulsportpreises allein an die beruflichen Schulen aller Bundesländer. Kooperative Bewerbungen von zwei oder mehreren Schulen sind möglich.
Bei der Betrachtung der beruflichen Schulen sollen vor allem deren Schulsportprofile in den Blick genommen werden. Besondere Lösungen zu einer gesunden bewegungs- und sportfreudigen beruflichen Schule sollen zur Nachahmung und Umsetzung auch anderen beruflichen Schulen, die Interesse haben, empfohlen werden.
Ziel des Wettbewerbs ist es, gute, beispielhafte und zukunftsweisende Konzepte des Schulsports an beruflichen Schulen auszuzeichnen, die sich bereits über einen längeren Zeitraum in der Praxis bewährt haben.
Der Deutsche Schulsportpreis des Deutschen Olympischen Sportbundes und der Deutschen Sportjugend ist mit insgesamt 10.000 Euro dotiert und verteilt sich auf die ersten drei Preisträger wie folgt:
1. Preis: 5.000 Euro
2. Preis: 3.000 Euro
3. Preis: 2.000 EuroDie Konzepte und/oder Projekte der bestplazierten Schulen werden einer breiten Öffentlichkeit präsentiert. Darüber hinaus erhält die "Siegerschule" eine Auszeichnungstafel als Würdigung.
Die Bewerbungsunterlagen sind bis 21. Mai 2007 an die Deutsche Sportjungend im Deutschen Olympischen Sportbund e.V. , Frau Ute Markl, Otto-Fleck-Schneise 12, 60528 Frankfurt am Main zu senden.
Für Rückfragen steht Ihnen Ute Markl unter Tel.: 069 - 6700322 oder E-Mail: markl(at)dsj.de zur Verfügung. Hier erhalten Sie auch den ausführlichen Flyer zum Deutschen Schulsportpreis mit detaillierten Hinweisen zu Bewerbungsunterlagen und -kriterien.
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2.03.07 Kölner Stadtanzeiger
Neue Studie: Kinder und Jugendliche erheblich zu unbeweglich
Kinder und Jugendliche sind nach einer neuen Studie der Universität Karlsruhe deutlich zu unbeweglich. Nach den Ergebnissen der Untersuchung zum Aktivitätsverhalten der 4- bis 17-Jährigen haben viele Kinder bereits erhebliche Probleme. Wichtig sei nicht nur eine stärkere und besser koordinierte Förderung durch Bund und Land, sagt Klaus Bös vom Institut für Sport und Sportwissenschaften. Eltern müssten zudem stärkere Vorbilder abgeben. Das «Motorik-Modul» (MoMo) ist die erste derartige Studie. Zwischen den Jahren 2003 und 2006 waren bundesweit über 4500 Kinder und Jugendliche getestet worden.
«Viele Kinder sind heute nur in der Feinmotorik der Finger besser als früher», sagte Bös und verwies auf den immer stärker werdenden Trend der Jüngeren zum Computer. Dagegen sinke die motorische Leistungsfähigkeit zunehmend. Mehr als die Hälfte aller Jungen (53 Prozent) und jedes dritte Mädchen (33 Prozent) habe beim Rumpfbeugen nicht den Boden erreichen können. Insgesamt jedem Dritten (35 Prozent) sei es nicht gelungen, zwei oder mehr Schritte auf einem Balken rückwärts zu balancieren, sogar 86 Prozent könnten keine Minute auf einem Bein stehen. Im Standweitsprung habe sich die Weite von 1976 bis zum vergangenen Jahr um etwa 14 Prozent verschlechtert, sagte Bös weiter. Die Entwicklung stagniere insgesamt. «12-jährige Mädchen haben heute die gleichen Daten wie 17-Jährige.»Der Bewegungsmangel sei keineswegs vererbt, meinte Bös. «Das hat mit Sicherheit nichts mit den Anlagen zu tun, sondern alleine mit Umwelteinflüssen.» Eltern müssten stärkere Vorbilder für Kinder sein und bei Jugendlichen auch die Rahmenbedingungen setzen. «Es gibt eine Riesenchance im Kindergartenalter, wenn sich die Risiken manifestieren.» Betroffen seien dabei vor allem Kinder aus niederen sozialen Verhältnissen und aus anderen Kulturkreisen.
Das Motorik-Modul ist ein Teilprojekt des «Kinder- und Jugendgesundheitssurveys», bei dem das Robert-Koch-Institut erstmals bundesweit den Gesundheitszustand von rund 18 000 Kindern und Jugendlichen im Alter von 0 bis 17 Jahren untersucht. Gefördert wird die Untersuchung vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Für das MoMo hatten Sportwissenschaftler einen rund 40-minütigen «Motorik-Kurztest» mit elf Übungen entwickelt und Daten zur Koordination und Reaktionsfähigkeit, zum Gleichgewicht, zur Beweglichkeit, zur Kraft und zur Ausdauer erfasst.
Nach Ansicht des Karlsruher Wissenschaftlers Ulrich Oltersdorf liegt der Grund für die falsche Ernährung und die schlechte Bewegung vor allem im Überflussangebot. «Der Traum des Schlaraffenlandes, ausreichend zu Essen zu haben, macht heute krank», sagte der Experte der Bundesforschungsanstalt für Ernährung und Lebensmittel. «Wir brauchen praktisch nichts mehr selbst zu tun, aber der Mensch ist eben nicht programmiert für den Leerlauf.»
Studie: www.motorik-modul.de
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Stern 2.3. 2007
Motorik-Studie
Zu steif für die RumpfbeugeErstmals wurden deutschlandweit Kraft, Ausdauer und Beweglichkeit deutscher Kinder und Jugendliche untersucht. Die Ergebnisse sind alarmierend. Experten warnen: Bewegungsmangel macht Kinder nicht nur träge und dick, sondern auch dumm.
Drei Jahre lang sind sie durch Deutschland gefahren. Sie ließen Kinder auf einem Bein stehen, aus dem Stand springen, Liegestütze machen, rückwärts balancieren. Sie fragten sie, wie oft sie im Sportverein trainieren und wie lang mit ihren Freunden draußen spielen. 4529 Kinder zwischen vier und siebzehn Jahren haben die Sportwissenschaftler unter Leitung von Klaus Bös von der Uni Karlsruhe untersucht. Das Ergebnis: MoMo, das Motorik-Modul des groß angelegten Kinder- und Jugendgesundheitssurveys "KiGGS" des Robert-Koch-Instituts.
MoMo zeigt erstmals repräsentativ und bundesweit, wie es um die Kraft, Ausdauer und Beweglichkeit der deutschen Kinder bestellt ist. Die Ergebnisse sind alarmierend. "43 Prozent der Kinder zwischen vier und siebzehn Jahren kommen bei der Rumpfbeuge nicht mehr mit den Fingerspitzen auf den Boden", berichtet Bös, als er MoMo auf dem Karlsruher Kongress "Kinder bewegen" vorstellt. "Zwei Schritte rückwärts auf einem Balken balancieren - auch das können viele Kinder nicht mehr."Nur einer von 33 Siebzehnjährigen bewegt sich genug
War also früher alles besser, ist die heutige Jugend träger und unbeweglicher als ihre Eltern und Großeltern in jungen Jahren? Pauschal lasse sich diese Frage nicht beantworten, sagt Klaus Bös, "bisher gab es ja keine solch breit angelegte Studie". Für einzelne MoMo-Testaufgaben gibt es jedoch durchaus Vergleichsdaten. Beispielsweise beim Standweitsprung: Bös selbst hatte bereits 1976 schon einmal untersucht, wie weit Kinder aus dem Stand springen können. Brachte etwa ein 1,50 Meter großer Junge damals aus dem Stand noch einen Satz von 1,74 Metern zustande, sind es heute nur noch 1,56 Meter. 1976 sprang ein gleich großes Mädchen 1,63 Meter weit, heute schafft es nur noch 1,39 Meter. "Ein Leistungsrückgang von 14 Prozent", fasst Bös' Kollege Alexander Woll von der Uni Konstanz zusammen.Die Experten sind sich einig, warum die deutschen Kinder und Jugendlichen so schlecht abschneiden: zu wenig Bewegung. Mindestens 60 Minuten am Tag sollten Kinder ins Schwitzen kommen, diese Empfehlung ist das Resultat unzähliger internationaler Studien. Ein Wert, den in Deutschland gerade einmal der 30 Prozent der vier- bis siebzehnjährigen Jungen und 20 Prozent der Mädchen erreichen - in anderen Industrienationen sieht die Lage übrigens nicht anders aus.
Bemerkenswert ist hier, wie die Aktivität in der Pubertät abnimmt: Mehr als ein Drittel der Vierjährigen verbringt mindestens eine Stunde täglich mit Sport und Spiel, jedoch nur jeder 33. Siebzehnjährige. Besonders gefährdet: Mädchen mit niedrigem sozialen Status und Migrationshintergrund. "Sie sind viermal häufiger inaktiv als der Durchschnitt ", sagt Woll."Treppe nur im Notfall benutzen"
Bei ihrer Untersuchung stießen die Sportwissenschaftler zudem auf ein paradoxes Phänomen: "Noch nie waren so viele Kinder im Sportverein wie heute, und noch nie war der Bewegungsmangel größer", referiert Woll. Spielen, toben, rennen - vor allem im Alltag bewegen sich die Kinder immer weniger.
Kein Wunder, sagen die Experten - bewege sich doch auch die Erwachsenengeneration bei weitem nicht genug. "In meinem Hotel hängt ein Schild, drauf steht: 'Treppe nur im Notfall benutzen' ", erregt sich Renate Zimmer. Die Professorin für Sportpädagogik an der Uni Osnabrück hat das Buch "Toben macht schlau" geschrieben und macht mit ihren Studenten im Seminar schon auch mal Seilspringen.
Zimmer berichtet von einem Intelligenztest mit 300 Kindern, die sie anschließend in zwei Gruppen aufteilte. Die eine Gruppe erhielt Bewegungsangebote, die andere nicht. Beim zweiten Intelligenztest schnitt die "Bewegungsgruppe" signifikant besser ab als die inaktiven Altersgenossen. "Bewegung führt zu wichtigen Vernetzungen im Gehirn", erläutert Zimmer, "doch ausgerechnet in einer Zeit, in der sich viele dieser Synapsen bilden, werden Kinder heute überbehütet." Eltern erwarteten von einem Kindergarten vor allem, dass die Kinder sauber und ohne Pflaster übergeben würden, so Zimmer - Hauptsache, es ist nichts passiert. "Ja, wenn die Kinder mal mit Schrammen zurückkommen, ist etwas passiert - aber etwas Positives! Insofern kann man den Erfolg von Bildung an der Anzahl der Heftpflaster ablesen."
Erfolgreiche Rumpfbeuge noch mit 60
Nicht nur für die Intelligenz sei es extrem wichtig, dass Kinder gerade im Kindergartenalter körperlich gefordert und gefördert werden. Wer als Kind Kraft, Ausdauer und Beweglichkeit lerne, komme sehr wahrscheinlich auch noch mit 60 bei der Rumpfbeuge mit den Fingern auf den Boden, sagt Bös. Andersrum gelte aber auch: "Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nur noch schwer."
Und nicht zuletzt macht ein träges Leben Kinder viel zu oft dick und krank. Dramatisch findet deshalb Hartmut Becker von der Stiftung "Rufzeichen Gesundheit" die MoMo-Ergebnisse. "Rufzeichen Gesundheit" engagiert sich gegen das so genannte Metabolische Syndrom: das gefährliche Zusammentreffen aus Übergewicht, Bluthochdruck sowie Störungen des Fett- und des Zuckerstoffwechsels. "Bei regelmäßiger körperlicher Aktivität verbessern sich schon nach kurzer Zeit Zuckerwerte und Fettwerte", sagt Becker.Feinmotorik am Computer gelernt
Wenigstens einen positiven Befund können die Forscher übrigens berichten: Bei den Tests zur Feinmotorik schnitten die untersuchten Kinder besser ab als bei vergleichbaren früheren Studien. Vermutlich ist das zurückzuführen auf die Zeit, die die Kinder und Jugendlichen am Computer verbringen.
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2.3. 2007 Thüringer Allgemeine
Zu dick und zu langsam
Wenn ein Kind im Osten Deutschlands aufwächst, hat es schlechtere Chancen auf eine gesunde Jugend als im Westen. Das geht aus einer europaweit einmaligen Großstudie hervor, deren Ergebnisse bei dem heute in Weimar beginnenden Kongress für Jugendmedizin vorgestellt werden.
Jugendliche in Ostdeutschland treiben deutlich weniger Sport als im Westen - besagt eine aktuelle "Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland", die von drei Bundesministerien in Auftrag gegeben wurde. Während sich im Westen sieben von zehn Jugendlichen wenigstens einmal pro Woche sportlich betätigen, sind es in den neuen Ländern etwa drei, sagt Thomas Lampert vom Berliner Robert Koch Institut. Er sieht den Grund dafür vor allem darin, dass nach der Wende viele Sport-Strukturen einfach weggebrochen seien.
In der Studie wurden in den vergangenen drei Jahren bundesweit fast 18 000 Kinder und Jugendliche bis zum Alter von 17 Jahren befragt und ärztlich untersucht. Das macht sie zur europaweit ersten repräsentativen Erhebung. Ergebnisse für Thüringen liegen jedoch nicht vor; der Freistaat habe, so das Institut, finanzielle Beteiligung an dem Projekt abgelehnt.
"Diese Studie ist aufrüttelnd", so Marion Caspers-Merk (SPD), Staatssekretärin im Gesundheitsministerium, zu dieser Zeitung. Demnach bringen 15 Prozent der jungen Leute zu viele Pfunde auf die Waage. 6,3 Prozent sind fettleibig. Das Übergewicht nimmt mit dem Alter zu. Beim Thema Sport seien die Zahlen im Osten noch besorgniserregender als im Westen, beklagt Caspers-Merk.
Auch eine Studie des Deutschen Sportbunds hatte beim Schulsport auf eklatante Mängel verwiesen. "Davon sind genau die betroffen, die nicht in einem Verein Sport treiben", so Hans Peter Brandl-Bredenbeck von der Deutschen Sporthochschule in Köln. Zudem sei der Unterricht oft nicht zeitgemäß und werde vor allem an Grundschulen von Lehrern erteilt, die dafür nicht ausgebildet sind.
Bundesweit fällt jede vierte Sportstunde aus. Laut Thüringer Kultusministerium erfolge dies im Freistaat nicht häufiger als in anderen Fächern. "Es gibt jedoch kein Schulfach", kritisiert Hans-Ulrich Kellner vom Thüringer Sportlehrerverband, "in dem vorhandene Möglichkeiten so wenig genutzt werden".
Ein gemeinsamer Antrag von Thüringer CDU und SPD zur Stärkung des Sports in Kindergärten und Schulen soll im Mai im Landtag beschlossen werden.
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27.02.2007 DOSB
700 Sporttalente kämpfen bei "Jugend trainiert für Olympia" um den Bundessieg
Der Deutsche Olympische Sportbund möchte den Sporttalenten die Olympische Idee und die Historie der Olympischen Spiele mit einer Ausstellung im Kurhaus St. Andreasberg und einem Olympia-Quiz näher bringen und wird am 28. Februar mit der "DOSB-Action-Time" ein buntes Abendprogramm gestalten. Die Abschlussfeier mit der offiziellen Siegerehrung, zu der neben dem Bürgermeister der Bergstadt St. Andreasberg und der Samtgemeinde Oberharz auch der Staatssekretär Hartmut Saager als Vertreter des Niedersächsischen Kultusministeriums sein Kommen zugesagt hat, findet am 1. März 2007 um 18.30 Uhr im Kurhaus St. Andreasberg statt.
Beim Winterfinale wird das Unternehmen Henkel zum ersten Mal als neuer Hauptsponsor von "Jugend trainiert für Olympia" präsent sein. Unterstützt wird der weltgrößte Schulsportwettbewerb außerdem von den Sponsoren Kellogg’s, Deutsche Bahn AG, Eurosport, Bionade, Molten und Head sowie durch das Bundesministerium des Innern. Weitere Informationen zum Winterfinale gibt es im Internet unter: www.jtfo.net
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Aller-Zeitung 23.2. 2007
Den ersten Turnern auf der Spur
Der erste Turnunterricht an einer Schule im Landkreis Gifhorn fand vermutlich um 1881 in Groß Schwülper statt. Das hat Historikerin Sabine Ahrens herausgefunden. Sie stellt die Entwicklung der Geschichte des Schulsports in der Stadt Braunschweig und dem Kreis Gifhorn gegenüber.
Die Forschungsstelle für Schulgeschichte an der Technischen Universität (TU) Braunschweig und das Schulmuseum Steinhorst haben sich gemeinsam dem Projekt angenommen, das im Bundesgebiet sicher einzigartig sei, stellt Prof. Dr. Heidemarie Kemnitz vom Institut für Erziehungswissenschaften an der TU fest.
Briefe, Unterlagen in Archiven und Aufzeichnungen in alten Schulchroniken dienen der 48-jährigen Historikerin als Quelle für ihre Forschung, für die der Startschuss im Mai 2006 gefallen ist. „Halsbrechende Künste oder Sport ist Mord – in seiner 250-jährigen Geschichte hatte der Schulsport viele Widerstände zu überwinden, auch im Landkreis Gifhorn“, berichtet die Wissenschaftlerin. Turnvater Jahn habe versucht, durch Turnen eine neue Generation heranzuziehen. Doch seine Grundsätze seien der Obrigkeit suspekt gewesen. Turnen wurde darum in Preußen bis 1842 verboten.In Groß Schwülper war die Ausstattung um 1881 ebenso spärlich wie später in anderen Dorfschulen: Ein Reck, ein Barren und Holzstäbe, mit deren Hilfe militärisches Exzerzieren imitiert wurde, zählten dazu. Mädchen durften jedoch erst im 20. Jahrhundert geschlossen am Schulsport teilnehmen. „Vorher war man der Meinung, dass sie sich bei der Hausarbeit ertüchtigen können.“
Die Nationalsozialisten stellten den Schulsport dann in den Dienst der Propaganda. Frühsport gehörte dazu. Für eine Ausstellung 2008 im Schulmuseum und eine Veröffentlichung sucht Sabine Ahrens, Tel. 0531-3918841, weitere Zeitzeugen und Dokumente.
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19.02.2007 - DOSB
Qualitätssiegel „Bewegungskindergarten Rheinland-Pfalz
In zahlreichen rheinland-pfälzischen Kindertagesstätten ist Bewegung Dank einer Kooperation mit der Sportjugend Rheinland-Pfalz schon zu einem grundlegenden Prinzip der Erziehung geworden.
Bewegungskindergärten unterstützen die körperlich-motorische, geistige, soziale und emotionale Entwicklung von Kindern. Copyright: picture-alliance/dpa
Immer mehr Kindergärten erkennen die Notwendigkeit einer frühen Bewegungserziehung und wünschen sich als ersten Schritt eine Kooperation mit einem Sportverein. Die Sportjugend unterstützt diese Kooperationen auch finanziell.Darüber hinaus können sich Kindergärten auch für das Qualitätssiegel „Bewegungskindergarten RLP“ bewerben, das vom gleichnamigen Aktionsbündnis vergeben wird. Mit der Bewerbung für dieses Qualitätssiegel gehen die Kindergärten noch einen Schritt weiter. Denn ein Bewegungskindergarten stellt eine Profilbildung der Kindertagesstätte dar, in dem der Bewegung und dem kindlichen Spiel eine hohe Bedeutung im Kindergartenalltag beigemessen wird.
Die pädagogische Konzeption eines Bewegungskindergartens muss beinhalten, dass diese Kindertagesstätte besonders durch vielfältige Angebote in Bewegung und Spiel die körperlich-motorische, geistige, soziale und emotionale Entwicklung der Kinder unterstützt.
Die wichtigsten Kriterien für das Qualitätssiegel
Thema Bewegung sollte im Mittelpunkt der Konzeption stehen,
möglichst viel freie Bewegungs- und Spielzeit in einer anregenden Umgebung drinnen und draußen,
täglich auch angeleitete Bewegungsspiele,
mindestens eine Erzieherin pro Gruppe muss über eine 60stündige Fortbildung zur „Entwicklungsförderung durch Bewegung“ nachweisen können. Diese Fortbildung sollte ein psychomotorisches und gesundheitsorientiertes Basiswissen für den Elementarbereich vermitteln.
Vorteile für den KindergartenMit der Positionierung als Bewegungskindergarten zeigt ein Kindergarten, dass er vielfältigen gesundheitlichen Entwicklungsproblemen entgegentritt,
ein Bewegungskindergarten zeichnet sich durch hoch qualifizierte Mitarbeiter auf dem Gebiet der psychomotorischen Entwicklungsförderung aus,
ein Bewegungskindergarten ist Modelleinrichtung für die Region,
ein Bewegungskindergarten bekommt kompetente fachliche Unterstützung und Begleitung durch die Partner im Aktionsbündnis Bewegungskindergarten RLP,
zudem wird es die nächsten Jahre aufgrund der immer stärker zurückgehenden Geburtenzahl zu einem immer stärkeren Wettbewerb unter den Kindertagesstätten kommen. Gerade dann ist es von Vorteil, wenn sich eine Kindertagesstätten durch ein besonderes Profil auszeichnen kann.
Lesen Sie dazu auch: 100. "Anerkannter Bewegungskindergarten" des LSB Nordrhein-Westfalen zertifiziert
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15.2. Mainzer Allgemeine Zeitung
Bewegung für Kinder
Mainzer Professor Höner leitet Arbeitskreis bei Kongress in Karlsruhe"Kinder bewegen - Energien nutzen": so ist ein Kongress überschrieben, der vom 1. bis 3. März tausende von Lehrern, Erziehern, Übungsleiter, Wissenschaftler und Vertreter von Jugend- und Sportorganisationen nach Karlsruhe locken wird. Der Mainzer Professor Dr. Oliver Höner wird einen der mehr als hundert Arbeitskreise leiten.
Schon früher Mangel"Die zentrale Frage lautet: wie schaffen wir es, dass Kinder stärker in Bewegung kommen?", sagt Höner, der mit einer zehnköpfigen Gruppe aus Kollegen und Studierenden nach Karlsruhe reist. Genau darauf will der Kongress Antworten geben, will nach Darstellung von Carsten Becker vom Organisationsteam "die Bedeutung von Bewegung, Spiel und Sport, das bewegte Lernen sowie die Ernährungs- und Bewegungssituation" von Kindern und Jugendlichen in den Mittelpunkt stellen. Denn hinlänglich bekannt ist: Das Ausmaß der Erkrankungen aufgrund von Bewegungsmangel nimmt bereits im Kindergarten mitunter bedrohliche Formen an.
Ein Höhepunkt in Karlsruhe wird die Vorstellung des "Motorik-Moduls MoMo" sein, das an der Universität Karlsruhe entwickelt wurde. Mehr als 4500 Kinder und Jugendliche zwischen vier und 17 Jahren wurden für "MoMo" beobachtet, um beispielsweise herauszufinden, ob sie "Aktivitätsmuffel" sind und ob dabei auch soziale Faktoren eine Rolle spielen. Die Schirmherrschaft des Kongresses hat Familien-Bundesministerin Dr. Ursula von der Leyen übernommen, Patin ist die ehemalige Weltklasse-Hochspringerin Heike Henkel.
Die Bandbreite der Arbeitskreise und Praxis-Workshops wird nach Darstellung der Veranstalter sehr groß sein. Carsten Becker vom Orga-Team: "Neben gängigen Themen wie Bewegung und Ernährung werden auch Gewaltprävention, Integration und Psychomotorik behandelt."
Thema Sport-KindergartenDer Mainzer Professor Höner wird vier so genannte Feldstudien in Karlsruhe vorzustellen. So hat Höner gemeinsam mit einer Kollegin untersucht, in wie weit der Besuch eines "Sport-Kindergartens", für den in Rheinland-Pfalz die Sportjugend Zertifizierungen anbietet, die motorischen Leistungen der Kinder verbessert. In einer zweiten Studie untersuchten die Mainzer in einer Praxis im hessischen Oberursel, wie das für Blinde geeignete Sportspiel "Goalball" bei der Therapie von Legasthenie eingesetzt werden kann. Die dritte Studie widmet sich unter anderem den "Auswirkungen einer Fitness-orientierten Unterrichtsreihe im Schulsport gegenüber dem Lehrplan-mäßigen Sportunterricht" zehnjähriger Schüler. Im Bad-Kreuznacher Viktorstift schließlich versuchten die Mainzer herauszufinden, wie sich stark übergewichtige Kinder im Rahmen einer Adipositas-Therapie zu mehr Sport bewegen lassen.
Von dem Kongress erhofft sich Professor Höner einen regen Erfahrungsaustausch: "Es ist schön für die Diplom-Kandidaten, dass sie ihre Arbeiten einem großen Publikum vorstellen können. Und ich finde es reizvoll, dass in Karlsruhe Wissenschaftler und Praktiker aufeinander treffen."
Der Kongress ist ausgebucht. Informationen gibt es im Internet unter www.kinderkongress-karlsruhe.de.
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13.02.2007 - DOSB
Vereine und Ganztagsschulen - eine Kooperation mit Zukunft
Sportangebote und Betreuung durch Übungsleiter und Trainer der Vereine heißt das Credo im bildungspolitischen Ganztagsschul-Konzept - möglichst zum Nulltarif. Bisher jedoch ist der organisierte Sport selbst, vor allem die Fachverbände, mit dieser Herausforderung in der Praxis überfordert.
Vereine fürchten durch die Ganztagsschulen um ihre Nachwuchsarbeit. Der ds-Vorsitzende Ingo Weiss sieht allerdings mehr Chancen. Copyright: picture-alliance/dpa
Egal ob Chance oder Bedrohung, das Thema ist noch nicht angekommen. Inzwischen fühlen sich Vereine, die sich in der Betreuung engagieren, missbraucht. „Wir sind ganz schön ausgenutzt worden. Es kommt verdammt wenig an die Vereine zurück“, ging der Vorwurf beim letzten Seminar des Freiburger Kreises in Heidelberg an Schulen und Kultusbehörden. Diese verlangen Qualität, Professionalität und Verlässlichkeit in der Zusammenarbeit - ehrenamtlich versteht sich. Für den billigen Jakob sind sich die Großvereine zumindest zu schade.dsj-Vorsitzender Weiss: "Ganztagsschule ist nicht der Feind der Sportvereine"
Andererseits fürchten sie wegen des ausgedehnten Nachmittagsunterrichts bis zum Abend - damit mehr Hallenzeit für die Schulen - um die eigene Jugendarbeit und Trainingsangebote. „An den Schulen findet künftig alles statt, den Vereinen ist keine Rolle mehr zugedacht“, warnen besorgte Stimmen vor dem Zusammenbruch gelebter Vereinsstrukturen. Jugendarbeit ist eine der Säulen. Amerikanische oder französische Verhältnisse - dort findet in den Schulen alles statt, Nachwuchsarbeit außerhalb ist nahezu tot - möchten Vereine und Verbände verhindern. Denn Vielfalt und Qualität der Jugendarbeit zählt zu den Stärken der deutschen Vereinsbewegung. Ingo Weiss, der Vorsitzende der Deutschen Sportjugend (dsj), berichtete in Heidelberg, dass der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) eine Arbeitsgruppe Ganztagsschule eingerichtet hat. Sie soll Gefahren und Erkenntnisse Bildungspolitikern nahe bringen, zugleich auch die bedarfsgerechte Betreuer-Ausbildung sowie die wissenschaftliche Sportlehrer-Aus- und Fortbildung befruchten. Weiss sieht in Ganztagsschulen eher Chancen für den Sport denn Risiken: „Es hat sich gewandelt, die Ganztagsschule ist nicht mehr der Feind der Sportvereine.“Freiburger Turnerschaft eröffnet erste vereinseigene Ganztagsschule
Das DOSB-Präsidiumsmitglied vertraut auf Kommissionsarbeit, um Schulen und Politik für die Qualität und Belange des Sports zu sensibilisieren. Zugleich möchte er im Arbeitskreis Schule und Vereine der dsj Kooperationen und Projekte zur Ganztagsbetreuung stärker einbinden. Die 170 deutschen Großvereine im Freiburger Kreis sollen vor Ort die Lobbyarbeit verstärken, wünscht sich Weiss, zugleich Präsident des Deutschen Basketball-Bundes. Die Kontaktkommission zwischen DOSB und Kultusministerkonferenz bemüht sich, 16 Bildungskonzepte der Länder auf eine Linie zusammenzuführen. Einen bemerkenswerten Weg beschreitet die Freiburger Turnerschaft (FT). Sie eröffnet ab Schuljahr 2007/08 die erste vereinseigene Ganztagsschule in Deutschland. Auf deren Clubgelände werden zunächst zwei Klassen mit je 25 Grundschulkindern eingerichtet, so der Bildungsreferent des Großvereins, Günter Giselbrecht. Eine wird allein mit Abgängern aus dem Sportkindergarten der FT besetzt. Von 300 Kindern im Hort gehen 80 ab. Der Elternbeitrag im Monat beträgt 290 Euro. Freiplätze berücksichtigen finanzschwache Familien.Das Risiko ist groß, der Verein dennoch tatendurstig: Da Privatschulen in den ersten drei Jahren keine Fördermittel erhalten, rechnet Giselbrecht mit 500.000 bis 700.000 Euro Defizit. Dieses muss mit Krediten finanziert werden. „Beim Thema Bildung sind die Banken offen.“ Ab dem vierten Jahr fließen staatliche Zuschüsse (50 Prozent). Drei bis vier Jahre später soll das Modell schon schwarze Zahlen schreiben. Jede Klasse verlangt ein drei- bis fünfköpfiges Lehrer- und Betreuerteam (Hauptamtliche und Teilzeitkräfte). Die pädagogischen Vorleistungen verschlangen 10.000 Euro, plus 3.000 Euro Fortbildungskosten, um jede Lehrkraft mit dem anspruchsvollen Konzept vertraut zu machen. Trotz schlechter Bezahlung bedeutete es kein Problem, Personal zu finden.
Konzepte und Ideen scheitern an Geldmangel
Das pädagogische Konzept der Vereinsschule setzt auf Ganztagsbildung (Unterrichtsblöcke/Doppelstunden), aufgelockert mit aktiven Pausen, Entspannungsangeboten, dazu der bewegte Anfang. Psychomotorische Betreuung, Lernförderung, Klang und Bewegung sowie freie Bewegung gehören dazu. Zunächst wird in Containern unterrichtet. In drei Jahren soll ein Schulgebäude stehen. Berufsoptimist Giselbrecht ärgert, dass der Bund zur Ganztagsbetreuung Milliarden in Hardware (Räume, Gebäude) steckt, aber keinen Cent in Software (Ideen, pädagogische Konzepte). Konzepte und Ideen zur Ganztagsbetreuung sind reichlich auf dem Markt. Die meisten scheitern am Geldmangel, aber auch am Veto und der Praxisferne von Bildungspolitikern und Fachverbänden. Beispiel MTV Stuttgart: Der Großverein bietet das Club-Coach-Modell in zwei Schulkooperationen an. Es arbeitet mit bezahltem Personal. Politik wie Verband setzen jedoch auf ehrenamtliche, weil kostenneutrale Jugendbegleiter. Mitinitiator Karsten Ewald: „Das wird nicht fruchten, das wirft uns um Jahre zurück.“Das Club-Coach-Modell fußt auf professionellen Betreuern. Im Angebot sind in der offenen Ganztagsschule vier Unterrichtseinheiten (zweimal 90 Minuten in der Woche). Das wissenschaftlich begründete, fachübergreifende Sportkonzept ist einfach zu organisieren und in allen Schulen anwendbar (www.club-coach.de). In den ersten beiden Grundschuljahrgängen werden Basis-Angebote, für die dritten/vierten Klassen sportfachliche Inhalte offeriert. Kosten pro Kind im Jahr (20 bis 25 Kinder in der Klasse) 200 Euro. Anteil pro Eltern 90 Euro - im Jahr. Den Rest decken Zuschüsse. 45 Schulen wollte das Projekt in den ersten fünf Jahren erreichen. Bisher arbeiten lediglich die beiden Stuttgarter Gruppen.
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12.02.2007 - DOSB
Sportwissenschaftliche Online-Fachzeitschrift im Internet
Die Deutsche Vereinigung für Sportwissenschaft (dvs) hat mit dem E-Journal „Bewegung und Training“ eine neue Publikationsform gestartet.
Das neue E-Journal Bewegung und Training ist online.
Unter der gemeinsamen Federführung der Sektionen Biomechanik, Sportmotorik und Trainingswissenschaft der dvs wurde erstmals eine Fachzeitschrift initiiert, die ausschließlich via Internet verfügbar ist und die Möglichkeit anbietet, biomechanische Modellierungen, Bewegungsabläufe und Trainingsmethoden auch multimedial in Form von Animationen oder Videos in Beiträge zu integrieren. Der dvs-Präsident Prof. Dr. Bernd Strauß (Westfälische Wilhelms-Universität Münster) zeigte sich über diesen fachlichen und technologischen Meilenstein für die wissenschaftliche Fachgesellschaft sehr erfreut: „Das E-Journal ‚Bewegung und Training’ ist aus verschiedenen Perspektiven ein Meilenstein für die Sportwissenschaft. Die dvs positioniert sich dabei als eine zukunftsorientierte, innovative Fachgesellschaft, die das Internet als Publikationsmöglichkeit für die Wissenschaft ernst nimmt und den Empfehlungen der führenden Wissenschaftsorganisationen in Deutschland folgt, dass Informationen und Wissen frei zugänglich sein soll.“Das neue E-Journal Bewegung und Training ist via Internet „weltweit“ zu erreichen unter: www.ejournal-but.de.
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6.2. 2007 Werder.de
Werder Bremen startet Aktion "100% fitte Schule"
Großer Schulwettbewerb für mehr Fitness bei Kindern und Jugendlichen
Am Montag ertönte der Anpfiff für Werders Aktion "100% fitte Schule". Gemeinsam mit den Kooperationspartnern Kraft Foods, der AOK Bremen/Bremerhaven und der AOK Niedersachsen initiiert der Verein im Rahmen seiner Initiative "100 Schulen – 100 Vereine" einen Schulwettbewerb für mehr Fitness bei Kindern und Jugendlichen. Von März bis Juli 2007 können Schulen mit sportlichen und gesundheitsfördernden Aktionen Punkte sammeln und damit die Werder Auszeichnung "100 % fitte Schule" erzielen.
Zum Auftakt der Aktion informierte Werder Bremen in der Business-Loge des Weser-Stadions Schulleiter und Lehrer über den Wettbewerb. Bei einer Podiumsrunde mit Bremens Bildungs-und Wissenschaftssenator Willi Lemke, dem Niedersächsischen Kultusminister Bernd Busemann, Werder Bremens Chef-Trainer Thomas Schaaf, dem Geschäftsführer der Werder Bremen GmbH & Co. KGaA Klaus-Dieter Fischer als Initiator des Wettbewerbs, der Unternehmenssprecherin von Kraft Foods Deutschland Silke Trösch, sowie dem Vorstandsvorsitzenden der AOK Bremen/Bremerhaven Norbert Kaufhold, wurde der Stellenwert von Bewegung und bewusster Ernährung verdeutlicht.
TV-Koch Carsten Dohrs präsentierte den Lehrern verschiedene Rezepte für ein gesundes Schulfrühstück.Anschließend konnten sich die Lehrer auf einem eigens eingerichteten Parcours näher über den Wettbewerb informieren und Anregungen zur Gestaltung einholen. An der Station "Kochen" gab es beispielsweise Informationen und Kleinigkeiten zum Kosten rund ums gesunde Schulfrühstück. Dazu kamen Trainingstipps und Anregungen für den Sportunterricht an der Station "Werder" sowie hilfreiche Materialien für die Unterrichts- und Projektgestaltung an den Stationen "Ernährung" und "Punkte sammeln – Titel holen".
Der Schulwettbewerb "100% fitte Schule" ist Teil der Werder-Initiative "100 Schulen - 100 Vereine". Unter dem Motto "fitter Körper – fette Punkte" können die 100 ausgewählten Initiativ-Schulen von 19. März bis 19. Juli 2007 Punkte rund um die Themen "Bewegung" und "Ernährung" sammeln. Dazu werden Schule und Schüler aufgefordert, Sportveranstaltungen oder Projektgruppen zur gesunden Ernährung und Bewegung zu organisieren. Das kann zum einen der Erwerb von Sport- oder Schwimmabzeichen sein, zum anderen ein themenbezogener Schulausflug oder ein Ernährungsquiz im Unterricht und vieles mehr. Mit Eigeninitiative und Kreativität können die Schulen Extrapunkte erzielen und je mehr Schüler daran aktiv teilnehmen, desto mehr Punkte gibt es für die Schule.
"Der Wettbewerb soll die Motivation der Schulen fördern, Aktionen zur ausgewogenen Lebensweise in den Schulalltag zu integrieren", kommentiert Initiator Klaus-Dieter Fischer von Werder Bremen die Wettbewerbsidee. "Die Kinder und Jugendlichen sammeln spielerisch Wissen und setzen es gleich mit Spaß in die Tat um. Nur durch eigenes Erleben lassen sich Bewegungs- und Ernährungsgewohnheiten langfristig ändern." Cheftrainer Thomas Schaaf sagte zu der Aktion: "Die Bewegungsvielfalt hat in den vergangenen Jahren immer mehr abgenommen. Daher müssen wir den Kinder und Jugendlichen verdeutlichen, wie wichtig Bewegung ist, nicht nur bei uns im Verein, sondern auch darüber hinaus. Diese Initiative ist eine tolle Sache dafür."
Die Werder-Aktion findet damit auch die uneingeschränkte Zustimmung der Politik: "Gesundheitsförderung durch Bewegung ist unentbehrlich für mehr Schulqualität", bestätigt der Niedersächsische Kultusminister Bernd Busemann. Und auch Bremens Bildungs- und Wissenschaftssenator Willi Lemke ist überzeugt: "Sport und Wettbewerb gehören zusammen. Deswegen ist diese Aktion bestens geeignet, Schülerinnen und Schüler für mehr Bewegung und gesunde Ernährung zu beigeistern."
Nach Ablauf des Wettbewerbs zeichnet Werder Bremen die "fittesten Schulen" aus. Die Gewinnerschule erhält einen Gutschein im Wert von 3.000 Euro für Sportgeräte. Die Plätze 2 bis 10 werden mit Gutscheinen zwischen 500 und 2.000 Euro belohnt. Zusätzlich benennt jede Schule seine drei fittesten Schüler, die zu einem Heimspiel ins Weser-Stadion eingeladen und in der Halbzeit-Pause ausgezeichnet werden. Alle anderen aktiven Schüler werden mit einer Sonderverlosung belohnt, bei der ein Mountainbike und 100 sportliche Werder-Taschen verlost werden.
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5.2. 2007 idw
Sportlehrer in der Schule vermitteln auch Werte und Normen
In der Schule sollen Kinder und Jugendliche an den Sport herangeführt werden. Daneben hat der Schulsport einen Erziehungsauftrag: die Charakter- und Persönlichkeitsbildung durch den Sport. Merken die Schüler das überhaupt? In einem Perspektivenwechsel gegenüber der theoretischen Forschung befragt der Sportwissenschaftler Dr. Andreas Hoffmann die Betroffenen selbst, wie stark die Erziehung von ihnen wahrgenommen wird.
Tübinger Wissenschaftler befragt Schüler zur Wirkung von Erziehung
Im Schulsport sollen Kinder und Jugendliche verschiedene Sportarten mit ihren Bewegungsabläufen und Spielregeln kennen lernen sowie ihre sportlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten verbessern. Es würde leicht vergessen, sagt Dr. Andreas Hoffmann vom Institut für Sportwissenschaft der Universität Tübingen, dass die Schule aber auch im Fach Sport einen Doppelauftrag erfüllen sollte: neben der Qualifikation soll die Erziehung der Schüler, die Charakter- und Persönlichkeitsentwicklung, eine ebenso große Rolle spielen. Fairness und Kooperation zum Beispiel sind im Fach Sport anschaulich zu vermitteln. Der Aspekt Erziehung im Schulsport ist ein Forschungsschwerpunkt von Andreas Hoffmann. Und da seiner Ansicht nach in didaktischen Arbeiten viel zu häufig von theoretischen Modellen ausgegangen wird, geht er in seinen Untersuchungen praktisch vor: Mit einem Wechsel der üblichen Forschungsperspektive befragt er in erster Linie die Schüler, wie stark sie die Erziehungsaspekte im Sportunterricht überhaupt wahrnehmen. Andreas Hoffmann kommt insgesamt zu dem Ergebnis, dass der Schulsport beziehungsweise die Sportlehrer eine viel größere Wirkung auf die Schüler haben, als ihnen bewusst ist.Weil sich heute viele Kinder und Jugendliche nicht ausreichend bewegen, wird dem Schulsport etwa in den Medien eine erhöhte Aufmerksamkeit geschenkt. Doch der Sport- und Erziehungswissenschaftler Andreas Hoffmann stellt klar: "Im Schulsport lassen sich keine körperlichen Effekte erzielen. Das ist eine Standarderkenntnis in der Sportmedizin." Durch die Wege zur Turnhalle, die Auf- und Abbauzeiten sowie längere Erklärungen oder Wartezeiten bewege sich ein Schüler nur in einem Bruchteil der Zeit des Sportunterrichts. Bei der Erziehung zum Sport im Schulunterricht gehe es vielmehr darum, Wissen über Sport zu vermitteln, damit die Schüler in der Gesellschaft mitreden können. Sie sollten zum außerschulischen Sporttreiben angeregt werden und andererseits durch den Sport erzogen werden, zum Beispiel zur Kooperation, zur Leistungsbereitschaft oder zur Abkehr von Gewalt und Drogen.
Um zu erfassen, ob der Schulsport in dieser Weise auch wirkt, sind unterschiedliche Methoden denkbar. "Wenn man zum Beispiel 20 Klassen beim Unterricht beobachten will, ist das allerdings sehr aufwendig", erklärt Hoffmann. "Fragt man die Lehrer, was sie ihren Schülern im Unterricht vermitteln, ist es naheliegend, dass sie die gewünschten Verhaltensweisen nennen." Er hat sich daher zusammen mit seiner Arbeitsgruppe entschieden, die Betroffenen selbst zu befragen - die Schüler. In einer Voruntersuchung haben die Sportwissenschaftler sich überlegt, in welchen Situationen Lehrer pädagogisch handeln, etwa wenn Schüler Aggressivität zeigen oder im Spiel foulen. "Die Schüler sollen dann zum Beispiel in dem von uns entwickelten Fragebogen die Frage beantworten: Wie reagiert der Lehrer, wenn wir uns unfair verhalten?", sagt Hoffmann. Die Schüler würden ihre Antworten weniger verfälschen als die Lehrer. "Die Sympathie zum Lehrer spielt wohl eine Rolle, doch sie ergibt sich hauptsächlich aus seinem Verhalten", sagt der Wissenschaftler. Durch eine statistische Auswertung will er vermeiden, dass Einzelmeinungen unter den Schülern zu großes Gewicht verliehen wird.
In ihrer Hauptstudie setzen die Tübinger Sportwissenschaftler zwei Fragebögen ein. Im ersten Fragebogen wurde die Wahrnehmung fachdidaktischer Aspekte erhoben. "Da geht es zum Beispiel darum, wie Kraft und Beweglichkeit im Schulsport geschult werden, die Anregung zu außerschulischem Sport oder ob und wie der Einzelne Förderung durch den Sportlehrer wahrnimmt", erklärt Hoffmann. Diese Aspekte haben die Forscher bei rund 1100 zehn bis 19 Jahre alten Jugendlichen aus verschiedenen Kontexten erfragt. "Hätten wir eine einzelne Schule mit rund 20 Lehrern dafür ausgesucht, wäre die Aussagekraft gering gewesen. So haben wir Jugendliche von gut 200 Schulen mit entsprechend vielen Lehrern in die Studie einbezogen", beschreibt der Forscher die Vorgehensweise. Der zweite Fragebogen zu erzieherisch relevanten Normen, die von Sportlehrern vermittelt werden, wurde über die Schulen an die Schüler verteilt: An drei Hauptschulen, drei Gymnasien, drei Realschulen sowie drei Sportförderschulen erhielten ihn insgesamt 4700 Schüler der 5. bis 13. Klassen. Diese Studie läuft noch, doch erste Ergebnisse werden deutlich: "Die fachdidaktischen Modelle werden von den Schülern nicht so stark wahrgenommen, dagegen das erzieherische Eingreifen der Lehrer aber durchaus. Die vom Lehrer vermittelten Normen werden im Schulsport recht stark wahrgenommen", sagt Hoffmann. Er setzt jedoch hinzu: "Die Schüler nehmen die Erwartung wahr, wie sie sich verhalten sollen. Ob sie sich daran halten, muss noch in weiteren Auswertungen überprüft werden."
Bei der Auswertung der Frage, wer im Leben der Schüler ihre Sportsozialisation nach eigener Einschätzung am meisten beziehungsweise wenig beeinflusst, schnitten die Schulsportlehrer schlecht ab. Deutlich größeren Einfluss haben danach Freunde, welche die Schüler aus dem Vereinssport kennen, die Trainer oder Übungsleiter und die Eltern. "Dennoch erweist sich der Einfluss des Schulsportlehrers in einer Folgestudie mit knapp 1800 Schülern als vergleichsweise hoch", sagt Hoffmann. Denn die Normen würden im Sport - auch im Fächervergleich mit Mathematik und Deutsch - recht gut wahrgenommen. "Durch den Schulsport lässt sich viel erreichen", fasst Hoffmann zusammen.
Bei parallel laufenden Untersuchungen im Vereinsbereich hat der Forscher festgestellt, dass ein enger Zusammenhang besteht zwischen der Normenvermittlung der Übungsleiter und der Verhaltensabsicht der Jugendlichen. "Der Zusammenhang lag bei 30 Prozent. Das ist sehr hoch, da das Verhalten von sehr vielen Aspekten beeinflusst wird", sagt Hoffmann. Übungsleiter seien vor allem bei den Kindern und jüngeren Jugendlichen große Vorbilder - auch über den Sport hinaus. Der Sportwissenschaftler hält jedoch wenig davon, den Sportunterricht an der Schule in die Hände von Übungsleitern oder Trainern zu geben. "Im Verein treiben die Jugendlichen in relativ kleinen Gruppen freiwillig eine Sportart, die sie gewählt haben. In der Schule sind dagegen in großen Gruppen auch diejenigen dabei, die kein Talent oder keine Lust haben. Es entspräche nicht dem Erziehungsauftrag der Schulen, diese Schüler mit pädagogisch wenig qualifizierten Übungsleitern zu konfrontieren."
Schulsportlehrer, sagt Hoffmann, können neben sportlichen Übungen eine ganze Bandbreite an weiteren Themen vermitteln. "Die Konsequenzen aus diesem Ergebnis haben auch eine politische Dimension", findet er. "Es lässt sich zeigen, dass der Sportunterricht auch sonst für die Erziehung und Wertevermittlung eine Rolle spielt." Wie viel Einfluss der Sportunterricht bei der Normenvermittlung habe, hänge auch an der Zahl der Unterrichtsstunden: In drei Stunden Unterricht pro Woche werden die zu vermittelnden Normen deutlicher wahrgenommen als in zwei Stunden. Die Bildungspolitik lässt sich jedoch nach Hoffmanns Einschätzung kaum von der erziehungswissenschaftlichen Forschung beeinflussen. "Studien werden eher nur dann auf der Ebene der Bildungspolitik angenommen, wenn sie die bisherige Richtung bestätigen", sagt er. Seine Ergebnisse könne er aber auf Kongressen an Sportlehrer weitergeben und sie als Dozent im Sportlehramtsstudium seinen Studenten vermitteln.
Nähere Informationen:
Dr. Andreas Hoffmann
Institut für Sportwissenschaft
Wilhelmstraße 124
72074 Tübingen
Tel. 0 70 71/2 97 20 77
Fax 0 70 71/29 2634
E-Mail andreas.hoffmann@uni-tuebingen.deDer Pressedienst im Internet: http://www.uni-tuebingen.de/uni/qvo/pd/pd.html
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Kieler Nachrichten 31.1. 2007
Turnen als Erlebnis
Fritz-Reuter-Schüler entdecken Bewegungsmöglichkeiten. Viel Trubel herrschte gestern in den Turnhallen der Fritz-Reuter-Schule. Jahrgangsweise hatten die Mädchen und Jungen die Möglichkeit, nach Herzenslust zu klettern, zu balancieren, zu schaukeln und zu rutschen.
Von Sylvia KaufmannTornesch. Das Erlebnisturnen einmal im Jahr für die Kinder im Grundschulbereich hat an der Bildungseinrichtung in der Königsberger Straße schon Tradition und ist bei den Mädchen und Jungen sehr beliebt. Denn nicht sportliche Leistung, sondern der Spaß am Bewegen steht im Mittelpunkt. Und auch diesmal hatten viele Eltern mitgeholfen, Turn- und Bewegungsstationen, die im Sportunterricht aus Zeitmangel nicht aufgebaut werden können, mit den Sportlehrern für die Kinder vorzubereiten und hilfreich zur Seite zu stehen, wenn beim Rutschen, Klettern, Schwingen, Balancieren, Rollen oder Springen kleine Hilfestellungen gebraucht wurden.
Anliegen des Erlebnisturnens ist es, die Kinder mit Bewegungssituationen vertraut zu machen, denen sie sich häufig selber nicht stellen, die aber zur Förderung der Motorik, des Gleichgewichts und des Selbstvertrauens beitragen. „Die Kinder können selber entscheiden, an welchen Stationen sie sich bewegen wollen. Manche sind zaghaft und müssen ihre Grenzen austesten, andere sind selbstbewusst und freuen sich auf neue Herausforderungen“, so Sportlehrer Alois Burchert. Unter seiner Regie lief auch das gestrige Erlebnisturnen, das von der ersten bis sechsten Schulstunde klassenweise für die Grundschüler angeboten wurde, ab. „Einige Kinder werden von Station zu Station mutiger und bewegungssicherer“, stellt der engagierte Sportlehrer fest. Susanne Jacobs, die zu den mithelfenden Eltern gehörte, ist begeistert von dem aus dem Rahmen des Sportunterrichts fallenden Angebot für die Kinder. Denn auch unter den Grundschülern an der Fritz-Reuter-Schule gibt es Kinder, die sich zu wenig bewegen und motorische Defizite aufweisen.
Nane, Annika und Celina, Finn, Kai und Florian jedenfalls sind keine „Bewegungsmuffel“ und treiben zum Teil sogar in Vereinen Sport. Beim Erlebnisturnen hat ihnen besonders das Schaukeln in den großen Matten und das Hangeln an der Kletterwand Spaß bereitet.
Einige Stationen kennen die Kinder bereits aus dem zusätzlichen Turn- und Bewegungsunterricht, der seit diesem Schuljahr als dritte Sportstunde in der Woche für alle Grundschüler in Zusammenarbeit mit Trainerinnen aus dem TuS Esingen angeboten wird.
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22.01.2007 DOSB
Über Gefahren im Schulsport und falsche Beurteilungen
Ein Ziel des Sportunterrichtes ist es, die Kinder zu lebenslangem Sporttreiben zu motivieren. Negativerfahrungen wie beispielsweise im Unterricht erlebte Sportunfälle stellen das Erreichen dieses Ziels in Frage.
Von Dr. med. Jens Klem
Fünf Prozent aller Schüler erleiden jährlich eine Verletzung im Sportunterricht. Eine Analyse von 213 Schulsportunfällen mit 234 Verletzungen zeigte eine Geschlechtsverteilung von 45 Prozent der Mädchen zu 55 Prozent der Jungen und eine Unfallhäufigkeit zwischen 11 und 15 Jahren (Maximum 13 Jahre). 75 Prozent aller Unfälle ereigneten sich in der ersten Sekundarstufe. Bei den Großen Spielen ereigneten sich 63 Prozent aller Unfälle, wobei im Fußball mit 21 Prozent dicht gefolgt von Basketball mit 20 Prozent die meisten Unfälle zu beobachten waren. Im Gerätturnen - mit 16,5 Prozent an dritter Stelle - zählten die Sprunggeräte (Bock, Kasten, Minitrampolin und Pferd) zu den unfallintensivsten Disziplinen. Auffallend häufig (36 Prozent) war bei einer Verletzung beim Fußball ein im Fußballverein spielender Schüler betroffen.
Jungen verletzen sich häufiger durch äußere Gewalteinwirkung
36 Prozent der Unfälle bei den Mädchen wurden durch die Ausübung der motorischen Grundfertigkeiten Laufen, Springen und Fangen verursacht, weitere 33 Prozent ereigneten sich bei bestimmten Ball- und sportartspezifischen Techniken. Auch bei den Schülern sind die motorischen Grundfertigkeiten mit 29 Prozent unfallführend, ebenfalls mit 20 Prozent verletzungsintensiv sind Ball- und sportartspezifische Techniken. Signifikant geschlechtsspezifisch unterschiedlich sind die Unfälle durch äußere Gewalteinwirkungen wie Foulspiel und „angeschossen, angeworfen werden“, wo sich die Jungen mit 19 Prozent der Fälle doppelt so häufig verletzten wie die Mädchen. Gleiches gilt für einfache motorische Fehlleistungen wie zum Beispiel Rutschen, Stolpern oder Stürzen. Auch hier sind die Jungen mit 17 Prozent mehr als doppelt so häufig betroffen. Der Schwerpunkt der Verletzungslokalisation lag geschlechtsunabhängig mit 55 Prozent auf der oberen Extremität, dabei waren Hand und Finger mit 41 Prozent am häufigsten betroffen. An der unteren Extremität (37 Prozent der Fälle) war vor allem das Sprunggelenk mit 20 Prozent durch Verletzungen beim Laufen und Springen am stärksten exponiert. Kopfverletzungen mit vier Prozent und Verletzungen des Rumpfes waren von untergeordneter Bedeutung.Mädchen haben meist Zerrungen und Verstauchungen, Jungen Quetschungen und Prellungen
Ein wiederum signifikanter geschlechtsspezifischer Unterschied zeigte sich bezüglich der Verletzungsarten. Während bei den Mädchen Zerrungen und Verstauchungen (37 Prozent) dominierten, waren bei den Jungen Quetschungen und Prellungen (28 Prozent) vorherrschend. Knochenbrüche (10 Prozent) an dritter Stelle der Verletzungsursachen traten in etwa gleich häufig auf. Knöcherne Kapselausrisse meist an den Finger- gelenken waren bei den Schülerinnen mit 14 Prozent doppelt so häufig wie bei den Schülern. Die überwiegende Zahl der Bänderrisse wurde am Sprunggelenk diagnostiziert. Hier sind die Jungen mit zehn Prozent wesentlich häufiger betroffen.Vier Prozent der Schüler und Schülerinnen wurden anschließend mit einer durchschnittlichen Dauer von zwölf Tagen stationär behandelt. Die Dauer der Sportunfähigkeit lag bei den Jungen im Mittel bei zwanzig Tagen, bei den Mädchen bei 16 Tagen. Auch hier zeigte sich ein geschlechtsspezifischer Unterschied.
Unfälle bei Ballsportarten am häufigsten
Eine geschlechtsspezifische Veranlagung zu Schulsportunfällen besteht nicht. Die Unfallhäufigkeit liegt in der Pubertät. Hier führen hormonelle Änderungen zu psychischen Instabilitäten und ausgeprägten konstitutionellen Proportions-verschiebungen, woraus Störungen von motorischen Handlungsabläufen, Selbstüberschätzung und Konzentrationsmängel resultieren. Der Anteil der Ballsportunfälle am Unfallgeschehen ist beträchtlich, was einerseits darauf zurück zu führen ist, dass von den Individualsportarten große Unterrichtsanteile auf die Mannschaftsspiele verlagert wurden und zudem die Komplexität der Spielabläufe an sich ein erhöhtes Unfall- und Verletzungsrisiko darstellen. Andererseits wurde bis dato das Unfallgeschehen in den klassischen Individualsportarten des Schulsportes (Gerätturnen und Leichtathletik) überschätzt, die Ballsportarten dagegen unterschätzt. Dies sollte ein Umdenken in der sportartspezifischen Thematisierung von Sicherheitsaspekten mit Auswirkungen auf Schulsportrichtlinien und Sportlehreraus- und -fortbildung nach sich ziehen, da in der bisherigen Sportlehrerausbildung Sicherheitsaspekte überwiegend im Zusammenhang mit Individualsportarten behandelt wurden. Der hohe Anteil der „Spezialisten“ am Unfallgeschehen im Fußball zeigt, dass nicht alle verunfallten Schüler als sportschwach einzustufen sind. Unangemessene Reaktionsweisen der Mitschüler (Nichtspezialisten) scheinen neben falscher Selbsteinschätzung und größerer Risikofreudigkeit die erhöhte Unfallrate zu erklären.Unfälle meist bei der Ausübung von motorischen Grundfertigkeiten
Bezüglich der Unfallereignisse und -ursachen zeigte sich, dass sich die Schüler und Schülerinnen insbesondere bei der Ausübung von motorischen Grundfertigkeiten, Ball- und anderen sportartspezifischen Techniken, also gerade den motorischen Handlungen verletzen, die zum einen gelernt und zum anderen beherrscht werden sollten. Bei den Schülerinnen waren neben der Ballannahme (Fangen), spezielle Übungsteile im Gerätturnen wie Stütz- und Rollbewegungen, vor allem aber Balltechniken (Pritschen, Prellen und Schießen) die vorrangig unfallbelasteten Situationen. Dies erklärt sich mit sozialisationsbedingten Defiziten der Mädchen im Umgang mit Bällen und könnte schon im Grundschulbereich durch intensive Schulung koordinativer Fähigkeiten ausgeglichen werden. Bei den Schülern zeigte sich, dass motorische Fehlhandlungen und äußere Gewalteinwirkungen wie mangelnde Übersicht in konkreten sportlichen Handlungsaufgaben Konzentrationsschwächen und dadurch auch unkontrolliertes und mit negativer Motivation belastetes Spiel einschließlich Foulspiel Unfallsituationen provozierten.Regelanpassungen an den Schulsport können prophylaktisch wirken
Da die Mehrzahl der Unfälle sich in komplexen Spielsituationen ereigneten, muss sichergestellt sein, dass die Schüler in der Lage sind, zumindest die Grobform einer sportlichen Handlung durchzuführen, bevor die Anwendung unter variablen Bedingungen wie beispielsweise einem Wettkampfspiel erfolgt. Zudem sollten schulsportadäquate Regelanpassungen sowie methodisch-organisatorische Maßnahmen zur besseren Überschaubarkeit von Spielsituationen und soziales Handeln stärker in der Unterrichtsplanung Berücksichtigung finden. Die überwiegende Zahl der Schulsportunfälle führt zu Bagatellverletzungen. Insbesondere bei den Mädchen sind motorische Grundfertigkeiten und sportartspezifische Techniken intensiver auszubilden, während bei den Jungen soziales Handeln und eine bessere Spielübersicht entwickelt werden sollte. Sportartspezifische Wettkampfformen dürfen erst nach Erreichen eines gruppenhomogenen Fertigkeitsniveaus im Unterricht Anwendung finden, wobei schul-sportartadäquate Regelanpassungen, insbesondere in den Mannschaftssportarten, von unfallprophylaktischer Bedeutung sein könnten.Über den Autor:
Dr. med. Jens Klem ist Diplom-Sportlehrer und Diplom-Fechtmeister sowie Facharzt für Orthopädie und Facharzt für Chirurgie mit den Zusatzbezeichnungen Sportmedizin, Chirotherapie und Physikalische Therapie. Er arbeitet seit 1998 an der Orthopädischen Universitätsklinik Homburg/Saar. Seit 2003 ist er als Oberarzt für die Funktionen Septische Orthopädische Chirurgie, Physikalische Therapie und Sportmedizin zuständig.
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18.01.2007 DOSB
SMK-Vorsitzender Caffier will Stellenwert des Schulsports steigern
Der neue Vorsitzende der Sportministerkonferenz der Länder,
Lorenz Caffier, Innenminister von Mecklenburg-Vorpommern,
will mit einem Vorstoß den Stellenwert des Schulsports steigern.„Sport ist ein entscheidendes Element gesunder Lebensweise“, erklärte Caffier in Schwerin. „Er bietet auch die Möglichkeit einer sinnvollen Freizeitgestaltung und kann helfen, angestaute Aggressionen abzubauen, die sich sonst in Gewalt gegen Gleichaltrige oder gar Lehrer äußern kann.“ Aktuelle Gewaltaktionen an Schulen, die bei den dramatischen Exzessen von Erfurt und Emsdetten ihren Höhepunkt gefunden hätten, seien besorgniserregend. Überhaupt liege bei Jugendlichen die Hemmschwelle für die Anwendung brutaler Gewalt schon sehr niedrig, sagte er: „Sport ist dabei kein Allheilmittel, kann aber durchaus eine wirksame Methode sein, jungen Leuten wichtige Werte wie Fairness und Teamgeist zu vermitteln.“
Arbeitsschwerpunkte der nächsten zwei Jahre
Das „Gesundheitsland“ Mecklenburg-Vorpommern sei hervorragend geeignet, Impulse zu setzen, den Breitensport im Hinblick auf seine herausragende Rolle in der Gesundheitsprävention zu stärken, unterstrich der Minister. „Die staatliche Sportstättenförderung in Zeiten knapper werdender finanzieller Ressourcen auf hohem Niveau zu erhalten, wird ein weiteres Thema sein, das ich mit meinen Kollegen aus Bund und Ländern diskutieren werde. Aber auch eine noch konsequentere Bekämpfung des Dopings vor allem im Spitzensport, den Erhalt des Monopols für Sportwetten und Lotterien sowie der Sport als Medium für den Integrationsprozess werden sportpolitische Arbeitsschwerpunkte der kommenden zwei Jahre werden.“Die Sportministerkonferenz werde sich auch mit den Vorbereitungen für die Olympischen Sommerspiele vom 8. bis 24. August 2008 in Peking und den sich anschließenden Paralympics befassen. Caffier: „Für die Fußball-Europameisterschaft vom 7. bis 29. Juni 2008 in Österreich und der Schweiz hoffe ich auf eine Fortsetzung des „Sommermärchens 2006“. Hat doch der Fußball und mit ihm der gesamte Sport seine begeisternde und Menschen verbindende Seite gezeigt.“
Caffier will bundesweit und international den Sport stärken
Mecklenburg-Vorpommern hat bis Ende 2008 den SMK-Vorsitz. Caffier wies darauf hin, er verbinde mit diesem Amt die Pflicht, gemeinsam mit seinen Länder-Kollegen „bundesweit und international zur Stärkung des Sports beizutragen“. Unter Anspielung auf das Motto der Sportministerkonferenz („Immer in Bewegung“) erklärte der CDU-Politiker: „Das ist im übertragenen Sinne die Aufforderung, die sportpolitische Diskussion aktiv zu führen, Themen anzustoßen und notwendige Entscheidungsprozesse voran zu treiben.“
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Westline 18. 1. 2007
Mit dem "Walking Bus" sicher zur Schule
Borken (mr). 145.000 Mädchen und Jungen verunglücken jährlich in Westfalen-Lippe auf dem Schulweg oder in der Schule. Allein im Regierungsbezirk Münster verzeichnet der Gemeinde-Unfall-Versicherungsverband (GUVV) in jedem Jahr rund 47.000 Unfälle. "80 Prozent sind allerdings Bagatell-Unfälle", relativiert Jürgen Schäper, GUVV-Regionalteamleiter, die alarmierenden Zahlen. "Es handelt sich um Prellungen, Verstauchungen und Hautabschürfungen." Dennoch: Rund 40 Millionen Euro gibt der GUVV Jahr für Jahr für die Heilbehandlung von Schülern aus.
Hauptunfallursache Nummer eins ist der Sportunterricht. Erst an dritter Stelle stehen die Unfälle auf dem Weg zur Schule oder von dort nach Hause - allerdings oftmals mit schwerwiegenden Folgen. "Vielfach handelt es sich um Schädel-Hirn-Verletzungen", berichtet Schäper. Und: Die Unfallfolgen im ländlichen Bereich sind gravierender als im städtischen. "Im Stadtverkehr wird langsamer gefahren", so Schäpers Erklärung. Doch manchmal kann schon ein zu schwerer Schulranzen dazu führen, dass die Kleinen das Gleichgewicht verlieren und stürzen, wie Schäper berichtet.
Gefahr auf dem Schulweg zu verunglücken, laufen insbesondere die i-Dötzchen. Wer deshalb jedoch sein Kind morgens mit dem Pkw zur Schule bringe, weil es ihm sicherer erscheint, der irre. "Das Verkehrsaufkommen vor den Grundschulen ist besonders hoch. Das ist die häufigste Unfallquelle", registriert der GUVV. Seine Fachleute raten daher davon ab. Sie favorisieren derzeit ein kanadisches Modell unter dem Motto "Walking Bus". Bei diesem laufen die Kinder in Gruppen eine "feste Linie" mit imaginären Haltestellen, an denen weitere Kinder dazu kommen. Jeden Tag ist ein Kind "der Fahrer", geht vorne weg und führt die Gruppe zur Schule. Ein weiterer Schüler schlüpft in die Schaffner-Rolle, der das Schlusslicht bildet und "den Bus zusammenhält". Zwei Eltern "fahren" begleitend mit, greifen aber nur ein, wenn's notwendig ist, erklärt Schäper. Der GUVV stattet die Kinder mit leuchtenden Ponchos, Blinkis und dergleichen Utensilien aus. "Die Kinder lernen so ihre Schulweg kennen", betont Schäper. Ein weiterer Vorteil: "Die Schüler bewegen sich."
Schäper und sein Kollege Bernd Bleckmann aus dem Bereich "Prävention" haben noch etliche solcher Tipps auf Lager. Am BZ-Experten-Telefon werden sie am kommenden Mittwoch, 2. August, von 15 bis 17 Uhr Fragen zum Thema "Sicherer Schulweg" beantworten. Auch wer wissen möchte, wann sein Kind versichert ist und was aus versicherungstechnischer Sicht zu beachten ist, kann sich am Mittwoch an die beiden Experten wenden. Jürgen Schäper wird während der BZ-Telefonaktion unter der Rufnummer 02861/944-199 zu erreichen sein, Bernd Bleckmann unter 02861/944-188.
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18.1. 2007 Frankfurt Neue Presse
So macht uns der Unterricht richtig Spaß
Frankfurter Berg. Vertreter aller 85 Frankfurter Grundschulen waren gestern in die Albert-Schweitzer-Schule geladen, um die Möglichkeiten des Bambini-Mobils des Hessischen Fußballverbands (HFV) zu entdecken. Es enthält Sport- und Spielmaterialien, die auf die Bedürfnisse von Kindern im Alter von drei bis zehn Jahren abgestimmt sind.„Dass die Geräte und Bewegungsspiele bei unseren Schülern gut ankommen würden, war uns von vornherein klar“, sagt Schulleiter Detlef Lack. Die Grundschule am Frankfurter Berg setze seit jeher einen Schwerpunkt auf den Sport und bringe auch aus schulübergreifenden Wettkämpfen immer wieder Pokale mit nach Hause in den Stadtteil.
„Aber auch wir erschrecken regelmäßig über mangelnde motorische Fähigkeiten bei unseren Schulanfängern“, sagt der Pädagoge. Allerdings sei das sportliche Netzwerk der Schule inzwischen so engmaschig, dass viele für Sport und auch für Vereine gewonnen werden könnten.So sieht das nicht nur der HFV gerne. Auch Frankfurts Sport- und Sozialdezernent Uwe Becker betont: „Wir haben ein hervorragendes Fußballjahr hinter uns. Daraus sollten wir Kraft für neue Projekte schöpfen und den Schwung nicht abklingen lassen“, fordert der Christdemokrat.
Eine Absicht, die auch dem Bambini-Mobil zugrundeliegt. Zahlreiche Spielgeräte fördern die unterschiedlichen Fähigkeiten zur Körperbeherrschung: von Geschicklichkeits- und Gleichgewichtsübungen bis hin zum Mini-Fußball. Das Konzept des DFB verspricht laut eigenem Verständnis ein Ganzkörpertraining mit hohem Spaßfaktor. Es sollen Mädchen und Jungen gleichermaßen angesprochen werden.
Dabei sind die Inhalte nicht allein für den schulischen Sportunterricht gedacht. Vielmehr geht es bei der Initiative darum, ein Fundament für eine bessere Zusammenarbeit zwischen Schulen und Vereinen zu schaffen. „Deshalb sollten sich Vertreter ortsansässiger Vereine einen Vormittag lang Zeit nehmen, um bei den Einsätzen des Mobils an nahe gelegenen Schulen dabei zu sein“, rät Eugen Ernst vom Kreisausschuss des HFV. Nur so erreiche das Projekt die erhoffte Langzeitwirkung. Jede Frankfurter Grundschule kann das Bambini-Mobil beim HFV anfordern. Da zum Vorstellungstermin nur 32 der 85 eingeladenen Schulvertreter erschienen sind, wird der Verband nun in den nächsten Wochen die restlichen Schulen selber ansteuern. (jcs)
Das Bambini-Mobil kann kostenlos unter Telefon (0 64 01) 80 21 72 angefordert werden.
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Badische Zeitung 17.1. 2007
Altbacken und doch beliebt
Auch wenn Trendsportarten oft zu kurz kommen — viele Schüler schätzen den SportunterrichtDreimal pro Woche wird der deutsche Durchschnittsschüler ermordet — und das von seiner eigenen Schule. Zumindest wenn man der altbekannten Weisheit "Sport ist Mord" glaubt. Denn Schulsport ist Pflicht und Fluchtver suche sind zwecklos. "Leben oder so" hat Turnhallenluft geschnuppert und mit Experten gesprochen, um herauszufinden, warum der Sport ist wie er ist.
WARUM TURNEN UND NICHT SKATEN?
"Eins, zwei, drei. Punkt!" Lautes Freudengequietsche ertönt rechts vom Netz. Links davon gibt es schuldbewusste und auch verärgerte Mienen. Trotz eisiger Kälte in der Sporthalle sind viele Gesichter rot gefärbt. Die Mädchen der Klassen 9a und 9b des Friedrich-Gymnasiums in Freiburg sind mit vollem Eifer und Stimmeinsatz dabei. Volleyball ist mal wieder angesagt — dieses Ballspiel steht im Bildungsplan.Auch andere Traditionssportarten wie Basketball, Leichtathletik oder Turnen müssen unterrichtet werden — das schreibt der Bildungsplan des Kultusministeriums des Landes Baden-Württemberg vor. "Einfach mal Beachvolleyball spielen, das fänd ich gut" , ruft Schülerin Alina beim Volleyball in die Runde. Aber der Traum von jungen, angesagten Sportarten wie Skaten, Beachen oder Walken bleibt oft unerfüllt. Warum im Bildungsplan diese Trendsportarten nicht in gleichem Maße berücksichtigt werden wie zum Beispiel das traditionelle Turnen, erklärt Hansjörg Blessing, Sprecher im Kultusministerium Baden-Württemberg: "Turnen schult die Beweglichkeit, Motorik und Geschicklichkeit — und hat sich zudem bewährt." Man wolle nicht den gesamten Unterricht mit Trendsportarten gestalten, "weil es oft tatsächlich bei einem Trend bleibt und die Sportarten nach ein paar Jahren nur noch in überschaubaren Gruppen Bestand haben."
Allerdings ist nicht alles vorgeschrieben — einen Teil der Unterrichtszeit darf die Schule selbst gestalten. Was mit dieser frei verfügbaren Zeit gemacht wird, bestimmt die Fachkonferenz Sport — das sind Lehrer, Eltern und Schüler, die über alle Angelegenheiten des Faches beraten. Doch auch hier hat Trendiges oft schlechte Karten. Denn allzu häufig fehlt das Geld, um eine Ausstattung anzuschaffen. Inlineskates für 60 Euro pro Schüler sind vielen Schulen zu teuer. Zudem ist der Hallenboden für solche Aktivitäten untauglich. "Über Inlinefahren in unserer Sporthalle wäre ich nicht glücklich. Hallenkapazität und Bodenbelag sind für solche Vorhaben schlicht ungeeignet" , sagt Rolf Merkel, Sportlehrer und Leiter der Sportabteilung des Friedrich-Gymnasiums. Leichter finanzierbare Spiele wie Stockkampf, Moorhuhn oder Kistenrennen lösen bei den Schülern keine Begeisterungsstürme aus. "Kinderspiele" nennen sie diese. Dafür sind freiwillige Ski-Wochenenden und Sport-AGs beliebt.
Im Unterricht bleibt es daher oft beim Altbekannten, und die Mädels baggern und pritschen, was das Zeug hält.
GUTE NOTEN FÜR DEN SCHULSPORT
"Uaaaa, oh nee & sorry" , schallt es vom linken Ende des Spielfeldes. Das war kein optimales Zuspiel. Genau genommen das dritte missglückte in Folge. Am Netz wartet Alina darauf, endlich mal wieder ihre Zielsicherheit beim Pritschen unter Beweis zu stellen. Wenn sie denn einen Ball bekommt. Alina spielt Volleyball im Verein. "Leistungsunterschiede sind eine Herausforderung für den Lehrer. Er muss versuchen, seinen Unterricht so zu gestalten, dass alle ihrer Leistung entsprechend gefördert werden" , sagt die Freiburger Sportpädagogin Professor Petra Giess-Stüber. Doch das funktioniert nicht immer. "Manchmal find’ ich’s schon langweilig" , gibt Hobby-Volleyballerin Alina zu. "Ich hab’ das Gefühl, ich lerne nichts Neues."Auch in Fächern wie Mathe, Kunst oder Deutsch sind die Voraussetzungen der Schüler verschieden. Trotzdem werden in Mathe manchmal reihenweise Fünfer verteilt, im Sportunterricht fast nie. Woran liegt das? " Sport ist anders. Dies gilt auch für die Benotung" , sagt Rolf Merkel. "Die absolute Leistung, also wie schnell man läuft oder wie hoch man springt, macht nur zwei Drittel der Endnote aus. Auch Teamarbeit, Leistungsfortschritt, Wille und soziales Engagement fließen in die Bewertung ein. Wird dieses Verhalten gezeigt, kann immer eine Vier erreicht werden" , erklärt Merkel.
Ihre Teamfähigkeit und ihr soziales Engagement können die Schüler im Unterricht beweisen. Bis zur zehnten Klasse sind drei Trainingseinheiten pro Woche Pflicht. "Und das ist auch gut so" , sagt Rolf Merkel. "Ideal wäre sogar eine Sportstunde pro Tag. Denn Bewegung macht fit, leistungsstark und steigert die Konzentrationsfähigkeit." Das weiß Merkel unter anderem aus den Zeitschriften und Büchern, die sich im Regal des Sportlehrerzimmers stapeln. In diesem Regal liegt auch der Bericht eines Sportreferenten des Regierungspräsidiums, der besagt, dass nach dem Sport seltener der Unterricht gestört wird.
Die meisten Schüler kennen diese Studien zwar nicht, aber ihre Erfahrung ist ähnlich. "Nach dem Sport fühle ich mich irgendwie ausgeglichener und kann wieder besser still sitzen" , sagt die 14-jährige Simone. Auch Klassenkameradin Theresa erzählt: "Nach dem Sport bin ich viel besser drauf. Ich hätte am liebsten jeden Tag eine Stunde." "Blöd nur, dass wir noch nicht mal eine Doppelstunde haben!" , meint Mitschülerin Farah. "Beim Umziehen und Geräteaufbau geht viel zu viel Zeit drauf." Allerdings sind laut Sportmedizin drei Bewegungseinheiten pro Woche besser als zwei. Deshalb wird Farah auch künftig drei Einzelstunden und keine Doppelstunde haben.
Fakt ist, dass bei der halbjährlichen Sportnotenvergabe bisher keines der Mädchen der 9a und 9b eine Fünf kassiert hat. Und da gute Noten nicht nur motivieren, sondern auch positiv stimmen, fällt die Note, welche die Schülerinnen ihrem Sportunterricht geben, gut aus: Eine glatte Zwei! Dieselbe Note würde übrigens auch Merkel dem Sportunterricht an seiner Schule geben. Schön, wenn sich Schüler und Lehrer so einig sind.
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Kölner Stadtanzeiger 17.1. 2007
Cricket im Freiherr-vom-Stein-Schulzentrum
Rösrath - Nach einem hart umkämpften Finale hat die Cricketmannschaft der Union Rösrath den ersten Sieg in der Halle eingefahren. Der Anwärter auf einen Platz im U15-Kader der deutschen Nationalmannschaft, Maximilian Scheuermeyer überzeugte dabei besonders durch seine Wurfeffizienz.
Auffallend war der Enthusiasmus mit dem die rund 60 Jugendliche aus dem Kölner Umkreis zur Sache gingen. Cricket, ein sonst eher sehr gediegener Britensport wurde am Wochenende zum actionreichen Spaß für jung und alt.„HVB, HVB…“ schrien rund 40 Kinder des Hildegard-von-Bingen-Gymnasiums immer wieder mit voller Lungenkapazität. Genützt hat das nur bedingt etwas. Die 4 Mannschaften des Köln-Sülzer Gymnasiums mussten sich sowohl den späteren Rösarther Siegern, als auch der Mannschaft der internationalen Schule St.George’s School Köln geschlagen geben.
Cricket wird in Nordrhein-Westfalen immer beliebter. Hunderte Kinder und Jugendliche spielen den Sport, der nicht mit Croquet verwechselt werden sollte, mittlerweile im regulären Sportunterricht. In Grevenbroich, Köln, Rösrath und in vielen anderen Städten weiter nördlich führt Jugendwart Philipp Bächstädt Schulprogramme durch, die große Früchte tragen. Künftig werden Lehrer einiger ausgewählter Schulen zum Crickettrainer ausgebildet, so dass Cricket auch in den normalen Schulbetrieb aufgenommen werden kann.
Cricket ist eine Mischung aus Individual- und Teamsport. Ein Werfer versucht für sein Team ein Tor abzuwerfen und ein Schlagmann muss für sein Team das Tor verteidigen und so viele Punkte wie nur möglich erzielen. Trainiert werden insbesondere Werfen, Fangen und ausdauernde Konzentration bei längerer, körperlicher Anstrengung. Weitere Informationen finden Sie unter www.cricket.de
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12.1. 2007 Vlothoer Anzeiger
Lernen braucht Bewegung
Schulen und Sportvereine wollen stärker kooperierenHerford "Wir Lehrer tun immer so, als kämen jeden Tag nur Köpfe in die Schule. Aber es kommt jeden Tag das ganze Kind", sagte Schulrätin Ursula Niemeier. Was sich nach ganzheitlichem Lernen anhört, ist eher ein Plädoyer, Bewegung nicht nur als Ausgleich in den Sportstunden zu begreifen.
Während einer Fachtagung am 29. Januar soll das Thema diskutiert werden. Es ist die erste Regionalkonferenz dieser Art, die dann im Kreishaus stattfinden wird.
Eingeladen sind Vertreter aller 52 Grundschulen des Kreises, Kooperationspartner wie die Volkshochschulen sowie Vertreter der 300 Sportvereine. "Eigentlich ist die Sache ganz einfach", erklärt Landrätin Lieselore Curländer. "Jeder weiß, dass Bewegung den Kindern nicht nur körperlich gut tut. Wir wollen Schulen und Vereinen ein Forum bieten, sich kennen zu lernen."Dass ein gesunder Geist in einem gesunden Körper steckt, wissen nicht nur die Lateiner. Doch die Notwendigkeit, Bewegungsmöglichkeiten auch in den Mathematikunterricht zu integrieren, müsse auf eine breitere Basis gestellt werden, sagte Niemeier. "Wenn ein Kind nicht vorwärts und rückwärts springen kann, wird es auch Schwierigkeiten beim Addieren und Subtrahieren haben...."
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Mittelbayrische 10.1. 2007
Kinder leiden unter Mangel an Schulsport
Mangel an Schulsport gefährdet Schüler gesundheitlich: Dies war eine Erkenntnis des „Sportgesprächs“ der Kreis-CSU. Dr. Clemens Prokop, Präsident des Deutschen Leichtathletikverbandes, bezeichnete dabei Doping als Problem (auch) der Basis. Im Beisein von Vertretern regionaler Vereine schlug er ferner einen runden Tisch zur Kooperation von Schule und Sport vor.Zum Einstieg in die Diskussion nahm CSU-Kreisvorsitzender Martin Neumeyer Bezug auf die Fußball-Weltmeisterschaft vorigen Sommer und den „neuen Patriotismus“ in Deutschland, Bayern und dem Landkreis. Sport sei auch eine politische Angelegenheit, sagte Neumeyer und sah speziell beim Thema Schulsport Handlungsbedarf.
Dr. Clemens Prokop, früher selbst acht Jahre Vorsitzender beim SV Saal, beleuchtete das Thema Doping – ein Problem, das auch den Sport im Landkreis gefährde: „Doping ist kein Hochleistungssportler-Problem. Es ist ein Problem der Basis, denn bis zu 80 Prozent der auf Doping getesteten Freizeitsportler waren positiv.“ Sein persönliches Credo sei es, dass der Staat mehr in das sportliche Geschehen eingreifen müsse.Runder Tisch ist notwendig
Der Schulsport kommt nach Prokops Einschätzung viel zu kurz: Vor allem mit Einführung des achtstufigen Gymnasiums werde immer mehr Sportunterricht gestrichen. Auch hätten die Vereine immer größere Probleme, überhaupt junge Talente zu finden. Der DLV-Präsident schlug vor, einen runden Tisch zur Kooperation zwischen Schulen und Vereinen einzuführen und dort zu beraten, wie junge Talente gesucht und gefördert werden könnten. Auch müssten sich die Vereine im Landkreis auf Dauer ein neues Konzept der Trainer und Übungsleitersuche zurechtlegen, da etliche Vereinsstrukturen „zu traditionell und nicht mehr zeitgerecht“ seien, wie er sagte.
In diesem Zusammenhang kritisierte Prokop die so genannten Karteileichen-Mitglieder, die oft über Jahrzehnte inaktiv im Verein seien. Er forderte, die Vereine müssten mehr Angebote für Gesundheitssport für Menschen ab dem Alter von 30 Jahren einführen...
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Medizinauskunft 9.1. 2007
Übergewicht verformt Kinderknochen
Sport: Übergewichtige Kinder zur Bewegung bringen und nicht vom Sportunterricht befreienÜbergewicht ist eine mögliche Ursache für Plattfüße und Verformung von Knochen. Deshalb fordern Wissenschaftler, dass auch zu dicke Kinder Sport treiben, um schlanker zu werden und gegen Erkrankungen vorzubeugen.
Jeder Fuß besteht aus 26 Knochen, 19 Muskeln und einer Vielzahl von Bändern, Sehnen, Adern und Nerven. Übergewicht im Kindesalter kann diese Fußknochen erheblich schädigen und massiv verformen, wodurch es zu Langzeitbeschwerden kommen kann. Dies geht aus einer aktuellen Studie der University of East London hervor.Nach Angaben der Forscher kann kindliches Übergewicht unter anderem zu Plattfüßen und Rückenbeschwerden führen. Untersucht wurden 200 Kinder im Alter von neun bis zwölf Jahren, wovon über 50 mollig, 15 sehr mollig und weitere 30 Kinder eindeutig übergewichtig waren. Dabei wurde festgestellt, dass die Füße übergewichtiger Kinder etwa um 15 Millimeter länger und sieben Millimeter breiter waren, als jene von normalgewichtigen Kindern. Bei den eindeutig übergewichtigen Kindern waren die Füße um 18 Millimeter länger und um 15 Millimeter breiter.
Wie die Forscher erklären, können Plattfüße zu erheblichen weiteren Deformierungen wie X-Beine und Beschwerden im Rücken- und Beckenbereich führen. "Bisher hat Übergewicht Kinder daran gehindert an physischen Aktivitäten teilzunehmen", erklärt Stewart Morrison von der University of East London. Nun könne man aber die Kinder mit wissenschaftlich bestätigten Daten ermuntern Sport zu treiben, meint Morrison, um so das überschüssige Gewicht wieder abzubauen.
Marion Boriß-Riedl vom Allgemeinen Krankenhaus Wien kann eine direkte Verformung der Knochen aufgrund von Übergewicht nicht bestätigen. "Übergewichtige Kinder tendieren eher zu Plattfüßen aber richtige Verformungen der Knochen sind bisher unbekannt", so Boriß-Riedl.
Darüber hinaus führe Übergewicht zu Belastungsschmerzen und in weitere Folge zu Gelenksproblemen. "Was bisher festgestellt wurde ist, dass Menschen die von Kindesalter an übergewichtig sind, Gelenksveränderungen aufweisen", so Boriß-Riedl.
Häufig werden bei übergewichtigen Kindern auch Muskelverkürzungen festgestellt. In Summe sei es deshalb sehr wichtig für betroffene Kinder, dass sie viel Bewegung machen und nicht vom Sportunterricht befreit werden, wie es manchmal der Fall sei, so Boriß-Riedl abschließend.
3.01.2007 IDW
DVS-Arbeitsgruppe "Motorische Tests für Kinder und Jugendliche" eingesetzt
Zahlreiche empirische Studien scheinen ein Absinken der motorischen Leistungsfähigkeit von Kindern und Jugendlichen in den letzten Jahrzehnten zu belegen. Allerdings gibt es auch widersprechende Ergebnisse sowie auch zahlreiche ungeklärte Fragen (wie z.B. die Höhe der Veränderung und welche motorischen Fähigkeiten überhaupt betroffen sind). Daher ist es notwendig und dringlich, standardisierte und normierte Testverfahren kontinuierlich und länderübergreifend einzusetzen, um zu abgesicherten und vergleichbaren Aussagen über die motorische Leistungsfähigkeit von Kindern und Jugendlichen zu gelangen.
Der (scheidende) Vorsitzende der Sportministerkonferenz (SMK), der Bremer Sportsenator Röwekamp, hatte Ende 2006 den Präsidenten der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft, Prof. Dr. Bernd Strauß (Universität Münster), um einen Vorschlag für ein motorisches Testverfahren aus der Sportwissenschaft gebeten, der bis zum November 2007 vorliegen soll.
Die Deutsche Vereinigung für Sportwissenschaft (dvs) hat eine Arbeitsgruppe "Motorische Tests für Kinder und Jugendliche" eingesetzt, die der Sportministerkonferenz ein standardisiertes Testverfahren zur kontinuierlichen Erhebung des Niveaus motorischer Fähigkeiten und Fertigkeiten von Kindern und Jugendlichen vorschlagen soll. Die dvs-Arbeitsgruppe soll diskutieren, sichten und entscheiden, ob bereits vorliegende Testverfahren, Modifikationen oder Neuentwicklungen der SMK vorgeschlagen werden können.
Auf Einladung des dvs-Präsidenten wird die dvs-Arbeitsgruppe sich zu ihrer ersten Sitzung am 26. Januar 2007 an der Justus-Liebig-Universität Gießen treffen, an der zu diesem Zeitpunkt die Jahrestagung der dvs-Sektion Sportmotorik stattfindet.
Mitglieder der Arbeitsgruppe sind Prof. Dr. Klaus Bös (TU Karlsruhe), PD Dr. Dirk Büsch (IAT Leipzig), Prof. Jürgen Kretschmer (Uni Hamburg), Prof. Dr. Martin Lames (Uni Augsburg), PD Dr. Hermann Müller (Uni des Saarlandes), Prof. Dr. Jörn Munzert (Uni Gießen) und Prof. Dr. Klaus Pfeifer (Uni Erlangen-Nürnberg). Als Gäste werden neben dem dvs-Präsidenten und dem dvs-Geschäftsführer Frederik Borkenhagen (Hamburg) PD Dr. Ralf Brand (asp, Uni Stuttgart), Dr. Christoph Igel (dvs-Vizepräsident Medien; Uni des Saarlandes), Dr. Ilka Seidel (FOSS Karlsruhe), Prof. Dr. Ulrike Ungerer-Röhrich (dvs-Vizepräsidentin Bildung, Uni Bayreuth) auch Dr. Marc-Oliver Dillinger vom Ministerium für Inneres und Sport des Saarlandes für die SMK an den Sitzungen teilnehmen.
Dvs-Präsident Bernd Strauß: "Ich freue mich, dass wir für diese Arbeitsgruppe führende Experten aus der Sportwissenschaft im Bereich der motorischen Diagnostik gewinnen konnten. Besonders begrüße ich, dass mit Dr. Dillinger ein Vertreter der SMK als ständiger Gast in der Arbeitsgruppe mitarbeiten wird, so dass während des gesamten Diskussionsprozesses eine Vernetzung zwischen SMK und dvs sichergestellt ist. Ich halte es für ein zukunftsweisendes wissenschaftspolitisches Zeichen, dass die Sportministerkonferenz und die Deutsche Vereinigung für Sportwissenschaft hier den Prozess der institutionalisierten Zusammenarbeit zwischen den beiden Organisationen vorantreiben."
Die Installierung der dvs-Arbeitsgruppe "Motorische Tests für Kinder und Jugendliche" ist darüber hinaus auch als Impuls für eine größere Initiative der dvs zu verstehen, ein Testkuratorium in der dvs einzurichten, dass sich mit relevanten Fragen sportwissenschaftlicher Diagnostik befassen soll. Beispiele für mögliche Arbeitsfelder könnten "Diagnostische Fragen im Elementarbereich", "Psychologische Tests im Leistungssport" oder "Psychosoziale Verfahren im Schulsport" sein.
"Wir wollen dadurch mit unseren Partnern wie der SMK, der KMK oder den Sportorganisationen in eine langfristige institutionelle Zusammenarbeit eintreten und der Sportpolitik und dem Leistungssport fundierte, in der Sportwissenschaft breit abgesicherte Hilfestellungen anbieten", so dvs-Präsident Bernd Strauß, der den Aufbau des Testkuratoriums koordinieren wird.
Weitere Informationen bei:
Prof. Dr. Bernd Strauß, Präsident der dvs, Westfälische Wilhelms-Universität Münster, Institut für Sportwissenschaft, Horstmarer Landweg 62b, 48149 Münster, Tel.: (0251) 833-2316, Fax: (0251) 833-2158, eMail: bstrauss@uni-muenster.de
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