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Aktuelle Meldungen rund um den Schulsport
. Beiträge zur Bedeutung des Sports in der Schule - Hinweise auf innovative Projekte
. Weiterführende Links zum Thema am Ende des Artikels
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DOSB aktuell -18.12.2006
Bundesjugendspiele auch für Schülerinnen und Schüler mit Behinderung
Kinder und Jugendliche mit Behinderung sollen im Programm der Bundesjugendspiele zukünftig besser berücksichtigt werden, um das Prinzip der Integration von Menschen mit und ohne Behinderung voranzutreiben.
Hierzu hat eine Arbeitsgruppe mit Vertreterinnen und Vertretern der Kultusministerien, des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS)/der Deutschen Behinderten-Sportjugend (DBSJ) sowie des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB)/der Deutschen Sportjugend (DSJ) in den letzten Monaten ein Programm entwickelt. Nach einer positiven Bewertung durch den Ausschuss Bundesjugendspiele im Oktober 2006 wurde kürzlich das Programm Vertretern aus den Ländern vorgestellt, die es erproben sollen. Die Erprobungsphase ist für das Schuljahr 2007/2008 angesetzt worden und wird durch den DBS und die DBSJ mit Hilfe von Fragebögen evaluiert. Das abgestimmte und fachlich abgesicherte Programm soll dann, nach endgültiger Befassung im Ausschuss für die Bundesjugend-spiele und Beschlussfassung durch die KMK, im Schuljahr 2008/2009 Berücksichtigung im Regelprogramm der Bundesjugendspiele finden. Damit wird ein weiterer wichtiger Baustein dem Vorhaben hinzugefügt, junge Menschen mit Behinderung noch besser in den Schulalltag zu integrieren.
Das Programm für Bundesjugendspiele für Schülerinnen und Schüler mit Behinderungen rechnet deren sportlichen Ergebnisse auf der Grundlage des Standardprogramms der Bundesjugendspiele in Punkte um. Der Umrechnungsfaktor ist dabei abhängig von der jeweiligen Behinderungsklasse. Das Programm ist so ausgelegt, dass es sämtliche allgemein bildende Schulen und Förderschulen mit den unterschiedlichen Förderschwerpunkten durchführen können. Die Initiative zur Teilnahme von Kindern und Jugendlichen mit Behinderung an Bundesjugendspielen ist ausgegangen vom Ausschuss Breitensport des DBS und vom Vorstand der DBSJ. Das Projekt „ Bundesjugendspiele für Schülerinnen und Schüler mit Behinderung“ wird auch vom Förderkreis Behindertensport e.V. und der Aral AG unterstützt.
DOSB aktuell 14.12.2006
Sport und KMK: Gemeinsam für die Weiterentwicklung des Schulsports
Unter Leitung von DOSB-Vizepräsidentin Prof. Dr. Gudrun Doll-Tepper, und dem 1. Vorsitzenden der dsj, Ingo Weiss, tagte eine ad-hoc-Arbeitsgruppe zur Erarbeitung und Formulierung der DOSB-/dsj-Position zur Weiterentwicklung des Schulsports.
Handlungsempfehlungen zur Weiterentwicklung des Schulsports wurden anhand der SPRINT-Studie erarbeitet.
Im Zuge der Vorstellung der Ergebnisse der SPRINT-Studie zur Situation des Schulsports in Deutschland und einer ersten Bearbeitung dieser Ergebnisse anlässlich der Tagung „Perspektiven des Schulsports“ im Dezember 2005 in Karlsruhe war zwischen der KMK und dem DOSB vereinbart worden, „Gemeinsame Handlungsempfehlungen der Kultusministerkonferenz und des DOSB zu Perspektiven des Schulsports“ zu erarbeiten und zu verabschieden.In dem Gremium arbeiten Prof. Dr. Wolf-Dietrich Brettschneider (Universität Paderborn), Prof. Dr. Detlef Kuhlmann (Leibnizuniversität Hannover) und Dr. Klaus Balster (Sportjugend Nordrhein-Westfalen) mit, die sowohl die Planung und Durchführung der SPRINT-Studie begleitet haben als auch an der Erstellung von früheren Papieren des DSB/ der dsj zum Schulsport wie dem Orientierungsrahmen beteiligt waren. Die Handlungsempfehlungen beziehen sich auf die Felder Schule als Bewegungs- Spiel- und Sportwelt, Sportunterricht im Kontext der Sportentwicklung, außerunterrichtlicher Sport sowie Qualifizierung von Sportlehrkräften. Herausgestellt werden soll die große Bedeutung, die ein kompetent vermittelter Schulsport für die Schulentwicklung leisten kann.
Prof. Dr. Gudrun Doll-Tepper dankte den beteiligten Wissenschaftlern für ihr Engagement in der Arbeitsgruppe und betonte die Notwendigkeit, das komplexe Themenfeld Sport in der Schule aus verschiedenen Perspektiven zu beleuchten. Ingo Weiss machte deutlich, dass die Verabschiedung eines gemeinsames Papiers mit der KMK angestrebt werde, aber die Position des DOSB/der dsj zur Entwicklung des Sports in der Schule klar werden müsse. Geplant ist, die Erklärung anlässlich der nächsten Sitzung der KMK-/DOSB- Kontaktkommission im Juni 2007 verabschieden zu lassen.
Hamburger Abendblatt 9.12. 2006
Aktive Pausen bringen Kindern "Power auf Dauer"
Holger Laurisch ist ein Mann, der den Kampf gegen die Bewegungs- armut junger Menschen zu seinem Lebensinhalt gemacht hat.
Es ist ja beinahe schon eine Binsenwahrheit und wird oft genug beklagt: Wir sitzen zu lange vor dem Fernseher, dem Computer, im Auto, wir gehen zu wenig spazieren, halten unseren Körper nicht fit genug. Dies gilt ganz besonders auch für Kinder und junge Menschen, wobei die Erwachsenen ihnen solche Bewegungsarmut oft genug vorleben. Kein Wunder also, wenn zum Beispiel in den Schulen dem Sportunterricht oft nicht die Bedeutung zukommt, die er verdient.Holger Laurisch war in Hamburg einer der Ersten, der das schon vor Jahrzehnten erkannte. Für den engagierten Pädagogen war das Anlass genug, den Kampf gegen die Bewegungsarmut der Kinder zu seinem Lebensinhalt zu machen. Dabei mangelte es ihm nicht an Ideen. So wurde er zum Initiator der "Aktiven Pause". Die ist heute in den Hamburger Schulen schon Routine geworden, damals war sie etwas völlig Neues.
Es begann damit, dass Holger Laurisch mit einem Auto voller unterschiedlicher Spielgeräte in die Schulen fuhr, um dort die Pausen sinnvoll zu gestalten. Pause nach Vorschrift etwa? Nein, um Gottes willen nicht. Wer die "Aktive Pause" etwa als Ersatz für Sportunterricht versteht, der missbraucht sie. "Aktive Pause" und Unterrichtsstunden müssen völlig getrennt voneinander gesehen werden, in ihnen soll nur der Eigeninitiative und dem natürlichen Drang zur Bewegung der Kinder entsprochen werden.
In einer von Laurisch mitgestalteten Broschüre bezieht der Pädagoge sich auf den Begriff "herumbutschern". In Hamburg umschreibt man so das Verhalten von Kindern: ihre Lust, zu spielen, zu toben - wenn sie "herumbutschern" eben. Und so gestaltete er die "Aktive Pause". Er beschäftigte die Kinder und Jugendlichen mit allen möglichen Spielgeräten, nutzte ihren Tatendrang pädagogisch aus. Und er fand damit von Beginn an begeisterte Zustimmung.
In der "Aktiven Pause" werden den Kindern und Jugendlichen nämlich keine Fertigkeiten vermittelt, es geht vielmehr darum, ihre individuellen Bewegungsfähigkeiten anzuregen, und dies unter Umständen sogar mit dem Lehrer gemeinsam.
Für Holger Laurisch war und ist das alles auch eine Form der Integration. Er erfuhr dies bereits, als er gesunde und behinderte Kinder gemeinsam Sport treiben ließ. Die dabei gemachten Erfahrungen ließen ihn auch bei der Integration ausländischer Kinder und Jugendlicher erfolgreich sein. Er hat praxisnahe Fortbildungsveranstaltungen im Auftrag des Amtes für Schule und des Instituts für Lehrerfortbildung durchgeführt, hat eine telefonische Beratung für die "Aktive Pause" geschaffen, organisiert sogar Kindergeburtstage.
Selbst nach seiner Pensionierung ist sein Lebensmotto geblieben: "Sich von klein auf Gesundheit zu leisten, kostet nicht viel. Täglich mehrmals ,Aktive Pausen' schaffen Power auf Dauer". Ein Mann, der sich stets seiner sozialen Verpflichtung bewusst war.
Laurisch lebt jetzt auf Sylt und tut nicht nur mit Bewegung Gutes: Wenn er von dort aus Veranstaltungen im Sinne der von ihm erfundenen "Aktiven Pause" organisiert, dann spendet er sein Honorar stets dem Abendblatt-Verein "Kinder helfen Kindern". Allein im letzten halben Jahr waren das weit über 3000 Euro.
In diesem Jahr ist Holger Laurisch 40 Jahre lang Übungsleiter in seinem Sportverein. Noch immer ist er ehrenamtlich im Schuldienst und in der Lehrerfortbildung tätig. 1981 hat er die Integrationsgruppe CityNord gegründet, die später in "Sport omnibus City Nord" umbenannt wurde.
Allein in Hamburg hat er in mehr als 350 Schulen die "Aktive Pause" organisiert. "Ich bin so dankbar, dass meine Kräfte noch für weitere sportliche Einsätze reichen", schrieb er vor einiger Zeit der Redaktion Von Mensch zu Mensch. Möge ihm dazu noch viele Jahre die Kraft reichen.
Kölner Stadtanzeiger 5.12. 2006
Ballspiele im Schulsport am gefährlichsten
Ballspiele bergen im Schulsport das größte Verletzungsrisiko.Ballspiele bergen im Schulsport das größte Verletzungsrisiko. Jeweils rund 20 Prozent aller Unfälle passieren beim Fußball und Basketball, heißt es bei der Gesellschaft für Orthopädisch-Traumatologische Sportmedizin (Gots) in Neu-Isenburg.
An dritter Stelle folgt nach einer Auswertung von 213 Schulsportunfällen das Geräteturnen. Hier ereignen sich rund 16 Prozent der Unfälle. Am gefährlichsten erwiesen sich dabei die Sprunggeräte wie Kasten und Minitrampolin.Jedes Jahr erleiden laut der Gots fünf Prozent aller Schüler einen Unfall im Sportunterricht. Am häufigsten betroffen sind Kinder und Jugendliche zwischen 11 und 15 Jahren. Am häufigsten wird sich mit rund 40 Prozent an der Hand verletzt. Typisch sind außerdem Sprunggelenksverletzungen. Kopfverletzungen zählen dagegen zu den Ausnahmen.
28.11.2006 - DOSB
WM-Schulaktionspreis des Deutschen Handball-Bundes
Aus Anlass der Weltmeisterschaft 2007 in Deutschland hat der Deutsche Handball-Bund (DHB) durch seinen Arbeitskreis Kinder- und Schulhandball einen Schulaktionspreis unter dem Motto „Spielen mit Hand & Ball“ ausgeschrieben.
Dieser Kreativ-Wettbewerb richtet sich vor allem an Grundschulen in ganz Deutschland. Jede Schule, die eine spezielle Aktion zum Handball (auch in Kooperation mit Sportvereinen) zeitnah zur Weltmeisterschaft vom 19. Januar bis 4. Februar 2007 durchführt, kann sich an dem Wettbewerb beteiligen.
Beispiele für solche Aktivitäten können sein: Durchführung eines Handball-Spielfestes, die Handball-WM als Thema in anderen Unterrichtsfächern, Erwerb des Handball-Spielabzeichens etc. Den besten Bewerbungen winken attraktive Preise wie z.B. ein Handballtag in der Schule mit Bundestrainer Heiner Brand oder mit Nationalspieler Pascal Hens sowie Handball-Materialsätze mit T-Shirts, Bällen und Medien.
Die Wettbewerbsunterlagen müssen bis zum 15. April 2007 dokumentiert und eingeschickt werden an: Deutscher Handball-Bund, Jugendsekretariat, z. Hd. Diana Zander, Strobelallee 56, 44139 Dortmund. Dort können auch Flyer und Plakate bestellt werden, auf denen Nationalspieler Florian Kehrmann (TBV Lemgo) für den WM-Schulaktionspreis wirbt.
23.11.2006 - idw
Integration durch Sport: Studie Kasseler Sportstudenten wird ausgezeichnet
Die Wahl des richtigen Sportprogramms trägt zur Integration von Schülern mit Migrationshintergrund bei: Zu diesem Ergebnis kamen die Kasseler Sportstudenten Alexander Volk, Manuela Eckhard und Thomas Zulauf. Beim Wettbewerb des Bundesministeriums "Was kann Sport leisten? Sport als Mittel von Verständigung und Integration" erlangten sie mit ihrer Studie Platz zwei und werden jetzt in Berlin ausgezeichnet. Kassel/Berlin. Die Wahl des richtigen Sportprogramms trägt zur Integration von Schülern mit Migrationshintergrund bei. Zu diesem Ergebnis kamen Alexandra Volk (34), Manuela Eckhard (26) und Thomas Zulauf (27), alles Sportstudenten der Universität Kassel. Im Sportunterricht der Georg-August-Zinn-Schule in Kassel-Oberzwehren probierten sie verschiedene Sportprogramme aus und untersuchten deren Wirkung auf das Integrationsverhalten der Schüler. Mit Erfolg.
Ihre Studie "Personale Integration und kooperative Gruppenleistung im Sportunterricht" gewinnt jetzt einen Preis: Mit 1500 Euro wird die Arbeit am 24. November in Berlin unter Mitwirkung von Innenminister Dr. Wolfgang Schäuble honoriert. Beim Wettbewerb des Bundesinnenministeriums "Was kann Sport leisten? Sport als Mittel von Verständigung und Integration" setzten sie sich gegen mehr als 100 Studierende durch und erlangten Platz zwei.
Die Schüler der Georg-August-Zinn-Schule kommen aus über 20 Nationen. Der Anteil der Kinder mit Migrationshintergrund ist auf der Kooperativen Gesamtschule hoch. Bei den in der Studie untersuchten Schülern lag er bei ca. 50 Prozent. Die Sportstudenten ließen Schülergruppen verschiedene Sportprogramme ausüben: die einen spielten Hockey, Tischtennis und Sportspiele, was einem traditionell sportartenspezifisch angelegtem Sportprogramm entspricht. Die anderen machten Übungen, die gegenseitiges Helfen, Sichern sowie Vertrauen erforderten: Sie kletterten und begingen Seilbrücken und -geländer, nahmen also an einem erlebnispädagogisch orientierten Sportprogramm teil.
Das Ergebnis ist deutlich. Schüler mit Migrationshintergrund integrieren sich besser im erlebnispädagogisch orientierten Sportunterricht. Beim traditionell orientierten Sportunterricht verläuft es genau umgekehrt. Hier können sich die einheimischen Schüler besser integrieren. Der erlebnispädagogische Sportunterricht führt außerdem zu einer Verbesserung der kooperativen Gruppenleistung, wohingegen der traditionelle Sportunterricht diese verschlechtert.
Alexandra Volk, Doktorandin am Institut für Sport und Sportwissenschaft, wird weiter an diesem Thema arbeiten und die Ergebnisse der Studie als Grundlage für ihre Dissertation verwenden.
Info alexandra.volk@uni-kassel.de
18.11.2006 DOSB
Fitness fürs Leben - früh erlernt
Der Deutsche Sportlehrerverband (DSLV) hat eine bundesweite Imagekampagne für den Schulsport gestartet.
Mit dem Slogan „Sport in school is cool“ und dem Untertitel „Energie fürs Lernen - Fitness fürs Leben“ soll die Bedeutsamkeit des Schulsports für alle Schularten und Schulstufen und in seinen vielfältigen Ausprägungsformen im Bewusstsein aller Beteiligten neu verankert werden.
Fünf Poster mit unterschiedlichen Bildmotiven und Textaussagen sollen die verschiedenen Altersgruppen ansprechen und Jungen- wie Mädcheninteressen im Sport dabei gleichermaßen berücksichtigen.Die Poster liegen der monatlichen Verbandszeitschrift „sportunterricht“ (Verlag Hofmann, Schorndorf) bei und sollen durch die Abonnenten bzw. die Mitglieder des Verbandes an den Schulen ausgehängt werden. Das Ziel des DSLV ist es, diese Poster bis zum Jahresende in allen Schulen und in möglichst vielen Sportstätten für den Schulsport öffentlichkeitswirksam zu plakatieren und somit ein sichtbares und insofern nachhaltiges Zeichen für einen „coolen Schulsport“ in Deutschland zu setzen.
Mit der Aussage „Energie fürs Lernen - Fitness fürs Leben“ wird die in fast allen reformierten Sportlehrplänen der einzelnen Bundesländer verankerte bildungspolitische Hauptzielsetzung des Schulsports - nämlich „Erziehung durch Sport und Erziehung zum Sport“ - aufgegriffen. Auf eine allzu pädagogisierende Missionierung wurde jedoch bei der Kampagne verzichtet. Das englischsprachige Hauptmotto soll dagegen gerade bei den Schülerinnen und Schülern auf positive Resonanz stoßen.
Der Sportlehrerverband stellt sich mit dieser Aktion seiner nationalen Verantwortung als wichtiger Interessenvertreter für die in den schulischen und außerschulischen Einrichtungen tätigen Sportlehrkräfte und will sich damit auch als Ansprechpartner gegenüber anderen Organisationen, Vereinen und Verbänden sowie Entscheidungsträgern in der Bildungspolitik positionieren, die sich ebenfalls für eine weitere Verbesserung des Schulsports in Deutschland einsetzen.
Die fünfteilige Posterserie kann kostenfrei (auch von Nicht-Mitgliedern) über die Geschäftsstellen der Landesverbände des DSLV erworben sowie per Email info(at)dslv.de angefordert werden. Weitere Informationen zur Initiative „Sport in school is cool“ des DSLV auch im Internet unter www.dslv.de.
17.11.2006 - DOSB
DOSB-Vize Prof. Doll-Tepper für eine Stärkung des Schulsports
Für eine Stärkung des Unterrichtsfachs Sport und mehr Bewegungsanreize in den Schulen hat sich DOSB-Vizepräsidentin Prof. Gudrun Doll-Tepper ausgesprochen. Im Sportausschuss des Deutschen Bundestages erklärte sie, der „erhebliche Unterrichtsausfall“ dürfe nicht mehr länger in Kauf genommen werden. „Fallen andere Fächer aus, klettern die Eltern auf die Barrikaden“, sagte die Berliner Hochschullehrerin und Wissenschaftlerin. „Deshalb haben wir uns bei der Lösung des Dauer-Problems verstärkt mit den Eltern zu beschäftigen und sie in unsere Bemühungen einzubeziehen, eine quantitative und qualitative Verbesserung des Sportunterrichts durchzusetzen.“
Der Schulsport müsste von qualifizierten Sportlehrern unterrichtet werden, unterstrich Prof. Doll-Tepper. Ein wesentliches Augenmerk sei auf die Qualität der Ausbildung an den Hochschulen zu richten. In den Ganztagsschulen müssten Bewegung und Sport eine eminent wichtige Rolle spielen. Ziele seien die Verbesserung der Alltagsmotorik und darüber hinaus gesunde Ernährung und Zeitmanagement.
Auf der Grundlage der so genannten Sprint-Studie liegt nach Worten der DOSB-Vizepräsidentin eine konkretisierte Datenlage vor, die mit einer aktuellen Längsschnittstudie erhoben wurde. Bei einer Nachbefragung in neunten Klassen seien von bereits untersuchten ehemaligen Schülern des siebten Jahrgangs Interesse und Motivation festgestellt worden. „Es geht uns darum, realistische Handlungsgrundlagen zu bekommen, die konkrete, umsetzbare Vorschläge zur Verbesserung des Status quo liefern“, erklärte sie. DOSB-Präsidium und Kultusministerkonferenz werden im Frühjahr 2007 ein gemeinsames Positionspapier verabschieden.
Die Mangelsituation des Schulsports dürfte zudem nicht nur vom Sport thematisiert werden, sondern müsse als Problemfeld auch von anderen Bereichen der Gesellschaft erkannt und benannt werden, forderte Prof. Gudrun Doll-Tepper. Investitionen in die Bewegungserziehung, die schon im Kindergarten-Alter beginnen müssten, würden sich langfristig auszahlen:
Dieser „ökonomische Aspekt“ sollte stärker als bisher die allgemein- und gesundheitspolitische Debatte prägen, forderte die Erziehungswissenschaftlerin.
14.11. 2006 Rhein-Mainer
Seilhüpfen zu aktuellen Hits
Paternusschule fördert Kondition und KoordinationAls eine der ersten Schulen des Landes beteiligte sich die Paternusschule an "Skipping hearts" - dahinter verbirgt sich ein Gesundheitsprogramm in Kooperation mit der Herzstiftung.
Als eine der ersten drei Schulen in Rheinland-Pfalz beteiligte sich die Paternusschule an "Skipping hearts" - dahinter verbirgt sich ein innovatives Gesundheitsprogramm in Kooperation mit der deutschen Herz-stiftung. Das Ziel ist, Grundschüler zu mehr Bewegung zu motivieren und dadurch langfristig Herz-Kreislauferkrankungen vorzubeugen.
Mit großer Freude ging die Klasse 3c zusammen mit Projektleiterin Sabrina Schindler ans Werk. Volle zwei Unterrichtsstunden lang wurden die verschiedenen Grundsprünge beim "Rope skipping" einstudiert. Unter dieser Trendsportart verbirgt sich das traditionelle Seilspringen in einer neuen Verpackung: sehr schnelle Kunststoffseile in Verbindung mit aktuellen Hits. Das Springen schult zudem noch die Koordination und Kondition.Am Ende waren dann alle in der Lage, verschiedene Sprungfolgen in der Sporthalle vorzuführen. Zur Präsentation des Gelernten kamen alle Schüler der dritten und vierten Jahrgangsstufe sowie die Eltern der Klasse 3c. Im Anschluss waren dann alle zum Mitmachen eingeladen. "Besonders toll fand ich das Springen im Sternseil", jubelte die kleine Laura. Aber auch Edward und Dominik waren kaum zu bremsen: "Es hat voll Spaß gemacht, zusammen in einem Seil zu springen." Diese Sportart sei bei Kindern sehr beliebt, denn sie kämen schnell zu individuellen Erfolgserlebnissen. Auch Kreativität und Teamfähigkeit würden gefordert und gefördert, urteilte Susanne Langenbein, die stellvertretende Schulleiterin. "Rope skipping", war man sich an der Schule einig, sei eine Bereicherung für den Sportunterricht.
11.11.2006 - Gießener Allgemeine Zeitung
Wie der Schulhof zum Sportplatz werden kann
Schulleiter Egon Fritz wirbt für täglichen Sportunterricht und mehr Bewegung im Schulalltag
"Bewegte Pause"für alleHeuchelheim (gl). Brauchen Kinder Bewegung? Ja - und zwar deutlich mehr,als sie dies im Moment haben, am besten täglich. Wie man diese Erkenntnisse in die Praxis, speziell in den Schulalltag, umsetzen kann, erläuterte gestern der Leiter der Mittelpunktschule Oberer Hüttenberg in Pohl-Göns, Egon Fritz, vor Publikum in der Heuchelheimer Wilhelm-Leuschner-Schule. Eingeladen zu dieser Veranstaltung hatte der Sportkreis Gießen, für den der Sportkreis-Vorsitzende Prof. Heinz Zielinski einleitend sprach. Neben Vertretern diverser Grundschulen waren auch die Sportfreunde Heuchelheim mit Vorsitzendem Wolfgang Schleer sowie für die Leuschner-Schule Schulleiter Jürgen Rahn anwesend.
Die sportmotorischen Fñhigkeiten der Sechs- bis 18-Jährigen sind in den vergangenen acht Jahren um weitere 20 Prozent gesunken. Mindestens jedes fünfte Kind in Deutschland ist zu dick. Der Mensch hat rund zwei Millionen Jahre gebraucht, um für sich den aufrechten Gang zu entwickeln, binnen der letzten 50 Jahre wird dieser Trend durch Bewegungsmangel und gebückte Haltung vor dem Computer - überspitzt formuliert - quasi umgekehrt. Wo Kinder früher auf der Straße Ball spielen konnten, fahren heute die Autos. Statt zur Schule zu laufen, werden viele Kinder "in übertriebener Fürsorge" mit dem Auto von Tür zu Tür gefahren, vom "Taxi Mama" kutschiert. "Wir brauchen Mut zu mehr Bewegung", formuliert in diesem Zusammenhang Egon Fritz und mahnt: "Was wir versäumen, im Alter von null bis zwölf Jahren in den Kindern anzulegen, können wir später nicht mehr nachholen." Kindlicher Bewegungsmangel, der zu Übergewicht führen kann, setzt sich mit hoher Wahrscheinlichkeit im weiteren Leben fort, erhöht das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Schädigungen am aktiven und passiven Bewegungsapparat. Der Pädagoge gibt an seiner Schule ein Beispiel, wie man verhältnismäßig und unbürokratisch - durch eine Erweiterung der Stundentafel oder Umstrukturierungen - mehr Bewegung in den Schulalltag integrieren kann. Täglicher Sportunterricht wird an der Mittelpunktschule Oberer Hüttenberg nach dem Motto "Wir machen es einfach" praktiziert.
Der Stundenplan wurde dafür - zunñchst ungenehmigt - im ersten und zweiten Schuljahr von 21 auf 23 Stunden erhöht. Im aktuellen Schuljahr wurde das Angebot auf die dritten Klassen ausgedehnt, die vierten folgen. 2004/05 wurde dies vom Schulamt als Schulprojekt genehmigt und seit 2005/06 vom Sportwissenschaftlichen Institut der Universität Gießen wissenschaftlich begleitet. Die konkreten Ergebnisse dieser Untersuchung werden am kommenden Mittwoch in der Schule vorgestellt.
Auch die "bewegte Pause" gehört für die 530 Schülerinnen und Schüler der Mittelpunktschule am Hüttenberg dazu. Mit bei einem Sponsorenlauf gesammelten Geldern wurde auf dem Schulhof eine Steinlandschaft installiert. Es gibt eine Kletterwand, Bolzmöglichkeiten, ein Basketballfeld und Bemalungen auf dem Schulhof. Auch eine Laufbahn soll wieder hergestellt werden. "Tägliche Bewegungszeit" ist ebenfalls vorgesehen und kann mit Rollern, Pedalos, Stelzen ausgefüllt werden.
Jede Klasse verfügt über gut bestückte Spielkisten. Sogar die Bäume hat Schulleiter Fritz - auf eigene Verantwortung - bis zu einer mit rotem Band markierten Höhe zum Klettern freigegeben.Die Unterstützung des natürlichen Bewegungsdrangs der Kinder trägt Früchte - soviel kann schon jetzt vor Veröffentlichung der Untersuchungsergebnisse festgehalten werden. Kaum einer der Grundschüler ist übergewichtig. Und wer sich in der Pause ordentlich ausgetobt hat, ist - so die Beobachtung der Lehrer - im Unterricht anschließend deutlich konzentrierter bei der Sache.
Egon Fritz will Mut machen, ähnliche Wege auch an anderen Schulen zu gehen und stellt sich als helfender Ansprechpartner, auch für entsprechende Anträge auf Schulprojekte, zur Verfügung. Der Sportkreis will darüber hinaus das Thema flächendeckend publik machen und so die Qualität von Schulen in der Region Mittelhessen vertiefen sowie seine Aufgabe zur Weiterentwicklung der Lebensumwelt und von Bildungsprozessen wahrnehmen.
11.11. 2006 Darmstädter Echo
Vom Aufwärmtraining bis zur Planung der Bundesjugendspiele
Pilotprojekt: Mentorenausbildung im Sportunterricht an der Martin-Buber-Schule für Schüler im Alter von mindestens 14 JahrenGROSS-GERAU. Das Abc muss man in der neunten Klasse nicht mehr lernen. Wohl aber beim Abc-Lauf verschiedene spezialisierte Techniken: Sprint, Kniehebelauf, Sidesteps. Dies ist Bestandteil der Ausbildung zu Schülermentoren im Wahlpflichtunterricht Sport der Buber-Schule, in Kooperation mit dem Hessischen Leichtathletikverband erstmals in Südhessen durchgeführt.
„Die sehr anspruchsvolle Ausbildung umfasst vielfältige Lehreinheiten in Theorie und Praxis. Bewegungsfertigkeiten werden intensiv geschult, Spiel- und Übungsformen, Koordination und Methodik gelernt und die Gestaltung eines umfassenden Trainings bis zur Organisation und Leistungskontrolle eines Wettkampfes werden geübt“, heißt es in einem Bericht der Martin-Buber-Schule.
Das erfordert spezifische Kenntnisse. Auch auf eine Frage wie beispielsweise „wie schwer ist ein Diskus“ muss ein ausgebildeter Mentor Auskunft geben können. „Die teilnehmenden Schüler, die bei Beginn mindestens 14 Jahre alt sein müssen, sind mit Eifer bei der Sache,“ bestätigt Sportlehrer Peter Widrinsky, der dieses Pilotprojekt initiiert hat und durchführt.
„Die Schüler profitieren persönlich von der Ausbildung, da sie die erworbenen Kenntnisse direkt in einem Verein als Übungsleiter oder später als Trainer einsetzen können“, so Schulleiter Heiner Friedrich. Nach einem erfolgreichen Verlauf soll die Ausbildung zu Schülermentoren fest an der Schule verankert werden.Die Schüler erhalten nach der Teilnahme ein Zertifikat des Hessischen Leichtathletik-Verbandes. Der Einsatz wird zudem als Teil der Ausbildung „C-Trainer Breitensport“ beziehungsweise „C-Trainer Leistungssport“ mit 15 bis 30 Stunden angerechnet.
Bis dahin müssen sich die zwölf Schüler allerdings noch beweisen und ihre praktischen Fähigkeiten einbringen. Was jetzt mit der eigenständigen Gestaltung des Aufwärmtrainings beginnt, soll in die Übernahme weit verantwortlicherer Aufgaben münden. Neben der professionellen Unterstützung der Sportlehrer im Schulsport geht ihr Engagement bis zur Mitarbeit bei Planung, Durchführung und Auswertung von Bewegungs-, Spiel- und Sportangeboten wie beispielsweise den Bundesjugendspielen. Und da kann es sein, dass sie dort tatsächlich Abc-Schützen betreuen.
10.11. 2006 Generalanzeiger Köln
Wer clever sein will, treibt kräftig Sport
Die Initiative für täglichen Schulsport und die Sporthochschule Köln machen Kinder der Kreuzbergschule fit - Die Forscher prüfen, ob Bewegung zu besseren Noten verhilftLengsdorf. In der Turnhalle der Kreuzbergschule herrschte Hochbetrieb. Die Grundschüler rannten um Absperrhütchen herum und mussten mit Fußbällen ihre Treffsicherheit unter Beweis stellen.
"Mit dem Hindernislauf wollen wir die Koordinationsfähigkeit der Kinder testen", erklärte Jürgen Buschmann von der Sporthochschule Köln. Während in der Turnhalle die Mädchen und Jungen schrieen, war es in den Umkleidekabinen ganz leise. Sieben Kinder lagen auf Sportmatten und ließen sich geduldig Puls und Herzfrequenzvariabilität messen.
"Wenn die Variabilität - also die Unregelmäßigkeit der Herzschläge - in der Ruhephase groß ist, zeigt das beim Erwachsenen eine große Fitness an. Wir wollen nun herausfinden, ob das bei Kindern auch der Fall ist", sagte Buschmann.
Die Kreuzbergschule ist eine von zehn Schulen in NRW, die an dem Pilot-Projekt "Klasse in Sport" teilnehmen. Wissenschaftlich betreut wird die Initiative von der Sporthochschule Köln. Um die Finanzierung kümmert sich der Verein "Klasse in Sport - Initiative für täglichen Schulsport", der sein Geld durch Spenden aus der Wirtschaft erhält. "Die teilnehmenden Unternehmen können mit diesem Projekt werben. In den Schulen gibt es aber natürlich keine Werbung von den Firmen", so Buschmann.
Die Initiative will dem Sportunterricht wieder einen größeren Raum in den Stundenplänen der Kinder schaffen. "Wenn etwas ausfällt, sind es immer die Fächer Sport und Kunst", bemängelte Buschmann. Dass aber nicht nur die Fächer Mathematik und Deutsch zur geistigen Entwicklung der Kinder beitragen, habe kürzlich eine Studie in der Schweiz belegt. "Die Kinder, die viel Sport gemacht haben, schnitten auch bei den Intelligenztests besser ab als die Kinder, die kaum körperliche Bewegung erfahren haben", sagte Buschmann.
Um dieses Phänomen nachzuprüfen, legten die 15 Studenten aus Köln den Grundschülern Fragebögen zu ihren Sport- und Ernährungsgewohnheiten vor und machten einen Intelligenztest. Im nächsten Sommer sollen die Tests wiederholt werden. Außerdem treten die zehn Schulen aus NRW in einem Sportwettkampf gegeneinander an.
Damit die Kinder bis dahin wirklich fitter sind, gibt es an der Kreuzbergschule fünf zusätzliche Sport-Arbeitsgemeinschaften, die von Lehrern geleitet werden. "Unser Ziel ist es, dass die Kinder jeden Tag mindestens eine Stunde Sport machen", sagte Buschmann.
Die Lehrer haben bei der Initiative für täglichen Schulsport Seminare belegt, für die sie nichts zahlen mussten. Die zusätzlichen Unterrichtsstunden werden ebenfalls vom Verein bezahlt. "Wir wollen dadurch eine Nachhaltigkeit des Projekts erreichen", sagte Buschmann.
6.11. 2006 Leipziger Internetzeitung
Der natürliche Bewegungsdrang unserer Kinder wird immer mehr behindert!
„Kinder und Jugendliche brauchen Bewegung, um sich in ihrer Gesamtpersönlichkeit harmonisch entwickeln zu können“, weiß Prof. Dr. Christina Müller von der Universität Leipzig, Fachbereich Schulsport.
Dass Kinder sich nicht mehr ausreichend bewegen, liegt nicht immer daran, dass sich die Einstellungen unserer Jüngsten geändert haben. Nein, vielmehr hat sich die Umgebung der Kleinen gewandelt. Doch wie können wir dieser Tendenz entgegenwirken? Wie können wir überhaupt für mehr Bewegung sorgen?
Beengte Wohnverhältnisse in Städten, Autofahren statt zu Fuß gehen, Fernsehen und am Computer sitzen, führt dazu, dass sich Kinder nicht mehr ausreichend bewegen. Haltungsschäden, Übergewicht, aber auch häufigere Unfälle z. B. durch schlechte Koordination sind die Folge. So nachzulesen in Berichten der Bundesarbeitsgemeinschaft „Mehr Sicherheit für Kinder e.V.“.Kinder haben von Anfang an einen natürlichen Bewegungsdrang, den es nicht zu behindern gilt. Sie lieben es zu klettern, zu rutschen, mit dem Ball zu spielen und auch mal in Pfützen zu springen.
Prof. Dr. Christina Müller schildert unterdes weiter: „Durch Bewegung nehmen die wilden Kleinen ihre Umgebung differenzierter wahr und sammeln vielfältige Erfahrungen. Dabei muss Mobilität nicht immer aktivierender Wirkung sein, sie kann auch beruhigend und Stress abbauend wirken. Dadurch wird die motorische und gesunde körperliche Entwicklung gefördert und persönliches Wohlempfinden geschaffen. Außerdem wird beim Sport das soziale Lernen gefördert.“ Denn durch die gemeinsame Bewegung können zudem der Teamgeist wach gerüttelt und auf gegenseitige Hilfe vertraut werden.
Doch wie wir alle wissen, mangelt es den meisten Heranwachsenden in der Tat an Bewegung. Dies beweisen die ersten Ergebnisse der kürzlich vorgestellten Kinder- und Jugendgesundheitsstudie des Robert-Koch-Instituts.Nun könnte man sich fragen: Wie sollen sich denn Kinder mehr bewegen, wenn sie von einer zunehmend von Einschränkungen charakterisierten Welt umgeben sind? „Verstärkt wird diese Bewegungsunterdrückung durch einen Schulalltag mit längeren typischen Sitzhaltungen, oft viel zu kleinen Pausen etc. Folgen sind Haltungsschäden, Konzentrationsschwächen, also eingeschränkte Leistungsfähigkeit bis hin zu einer erhöhten Aggressivität“, berichtet die Projektleiterin „Bewegte Schulen“ in Sachsen Prof. Dr. Christina Müller.
Dieses Problem hat auch das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz erkannt und mit dem Bundeswettbewerb „Besser essen. Mehr bewegen“ einen Stein ins Rollen gebracht. Das Leipziger Projekt „Ein optimaler Ernährungs- und Bewegungsstart in die Schulkarriere - optiSTART“ gehört zu den 24 Gewinnern. Es beteiligen sich acht Leipziger Grundschulen, eine Förderschule, die angeschlossenen Horte, sowie zwölf Kindertagesstätten. Ziel dieses Projektes soll es sein, mehr Bewegung in fachübergreifenden und Fächer verbindenden Unterricht und in Aktivitäten außerhalb des Unterrichts in den Schulalltag zu bringen.
„Bewegtes Lernen, z.B. durch die Darstellung von Buchstaben mit dem Körper, ein dynamischeres Sitzen, Auflockerungsminuten und Entspannungsphasen, sollen das Unterrichtsgeschehen auflockern. Des Weiteren sind verstärkt Wandertage, Spiel- und Sportfeste, sowie eine „offene „ Turnhalle im Plan mit einbezogen“, erklärt die Projektleiterin. Sie selbst hat bereits einige Bücher zum Thema herausgegeben. So kann man weitere Informationen zu Zielen und Inhalt einzelner Bereiche der bewegten Schule daraus entnehmen.
Auch außerhalb der Schule müssen Kinder weiter mobilisiert werden.
Hier ein paar Tipps für den Alltag:
Vielfältige Bewegungsmöglichkeiten ermöglichen.
Selbst ein Vorbild für Kinder sein und sich ausreichend bewegen. Viele Aktivitäten, wie Fangen, Verstecken spielen, Drachen steigen lassen oder Ballspiele machen mit der Familie besonders viel Spaß. Nach Absprache und Interesse, das Kind in einem geeigneten Sportverein anmelden
Wer sich als Kind nicht bewegt, wird es mit großer Wahrscheinlichkeit sein ganzes Leben nicht tun. Also liegt es in unserer Macht als Erwachsene, Kinder von dem Fernseher oder Computer wegzulocken und lieber in der Natur zu stromern. Frei nach dem Motto: Austoben tut gut.
6.11. 2006 - DOSB
Leitfaden zu Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen
Nach aktuellen Ergebnissen der Kinder- und Jugendgesundheitsstudie des Robert-Koch-Instituts sind 15 Prozent der Kinder zwischen 3 und 17 Jahren übergewichtig, weitere 6 Prozent leiden an Adipositas.
In diesem Fall empfehlen die behandelnden Ärzte, das Gewicht zu normalisieren. Denn schon in jungen Jahren können dadurch ernsthafte gesundheitliche oder psychische Probleme auftreten. So kann Übergewicht die Blutfette und den Blutzuckerspiegel verschlechtern und Diabetes fördern. Gelenkschäden und Haltungsfehler können auftreten. Ständige Hänseleien können dazu beitragen, dass junge Menschen an Angst, Depressionen bis hin zu Ess-Störungen leiden.
Ein Ratgeber für Eltern
Wie aber können Kinder abnehmen, ohne Diät zu halten, Medikamente einzunehmen oder sich chirurgischen Eingriffen zu unterziehen? In Deutschland gibt es eine Vielzahl verschiedener Angebote - vom Internetprogramm über Ernährungsberatung, Intervention in der Arztpraxis oder Sport im Verein bis hin zum mehrwöchigen Klinikaufenthalt. Viele Eltern sind jedoch überfordert, weil sie nicht wissen, welche Maßnahme für ihr Kind richtig ist. Deshalb hat die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) einen Ratgeber entwickelt, der Eltern bei der Beurteilung eines Programms behilflich ist. Auch interessierte Erzieherinnen und Erzieher werden angesprochen, wenn sie Eltern bei der Auswahl einer bestimmten Maßnahme unterstützen möchten.Auf gesunde Weise Gewicht normalisieren
Der Leitfaden „Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen - So finden Sie ein gutes Programm“ bietet umfangreiche Informationen zu den Ursachen sowie gesundheitlichen Problemen von Übergewicht und bietet Hilfe bei der Einschätzung des Körpergewichts des betroffenen Kindes. Praktische Hinweise informieren darüber, wann Hilfe von außen nötig ist und wie Eltern ihre Kinder aktiv unterstützen können. Es werden Kriterien vorgestellt, die ein gutes Programm ausmachen, damit Kinder Schritt für Schritt auf gesunde Weise ihr Gewicht normalisieren können, ohne dabei Erkrankungen oder Ess-Störungen zu riskieren.Auf Qualität des Programms achten
„Eltern, die ein Programm zum Abbau des Übergewichts für ihr Kind suchen, sollten stets auf die Qualität achten. Deshalb spielen die Qualitätsmerkmale eine entscheidende Rolle in dem neuen Leitfaden der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung“, so deren Direktorin Dr. Elisabeth Pott. „Konkrete Kriterien helfen, die Maßnahmen zu bewerten und Eltern in ihrer Entscheidung zu unterstützen. Ich wünsche mir, dass viele Betroffene dieses Angebot nutzen und dadurch ein passendes Programm für ihre Kinder finden können.“„Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen - So finden Sie ein gutes Programm“- Ein Leitfaden für Eltern und Erziehende, ist kostenlos unter folgender Adresse zu bestellen: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, 51101 Köln, Fax: 0221-8992257, E-Mail: order@bzga.de.
28.10.2006 DOSB
Schulsport ist nicht nur gut für das Herz
Bei einer Studiengruppe von Schülern in Bayern wurde der LDL-Cholesterinwert durchschnittlich um 23 Prozent gesenkt. Erreicht wurde dies mit einer zusätzlichen dritten Sportstunde über sechs Monate.Inhalt war Ausdauer-, Kraft- und Beweglichkeitstraining in Kombination mit Sport- und Gesundheitstheorie. "Eine Zuwendung zum intensivierten, gesundheitsorientierten Schulsport-Präventionsprogramm ist also zu empfehlen", folgert Dr. Richard Eyermann, Kinder- und Jugendkardiologe in München. "Möglicherweise initiiert man damit eine lebenslange gesunde Lebensweise oder Lifestyle-Änderung mit einer Reduktion des Herzinfarktrisikos und des globalen Herz-Kreislauf-Risikos."
Außerdem wurden bei den zwei Klassenverbänden mit je 23 Schülern der Oberstufe 11 (Gymnasium) deutlich weniger Beweglichkeitseinschränkungen, Muskelverkürzungen und Muskelabschwächungen sowie eine Steigerung der Ausdauerleistungsfähigkeit festgestellt. Schließlich absolvierten alle 46 Schüler Triathlon, auch die zunächst leistungsschwachen, berichtet Studienleiter Eyermann. Eine wichtige zusätzliche Erkenntniss sei, dass die Integration von praktischen und gesundheitstheoretischen Unterrichtsinhalten eine "Akzeptanzverbesserung von Schulsport" bewirke.
22.10.2006 - DOSB
Bundesweites Pilotprojekt Boxen im Schulsport gestartet
Das Niedersächsische Kultusministerium, der Landessportbund Niedersachsen und der Niedersächsischer Box-Sport-Verband haben das bundesweite Pilotprojekt Boxen im außerunterrichtlichen Schulsport gestartet.„Ein mit der Kultusministerkonferenz abgestimmtes Ausbildungsprogramm ‚Technik/Taktik des Boxens an Schulen und im Verein’ garantiert, dass es in den Neigungsgruppen um die olympische Sportart Boxen geht“, betonte Verbands-Präsident Jürgen Kyas. Zunächst beteiligen sich zehn Schulen in den Kommunen, in denen der Box-Sport-Verband seine Stützpunkte unterhält. Denn der Verband will seine „fachlich ausgebildeten Trainer in das Projekt einbringen“, erklärte Kyas die Auswahl. Das Modellprojekt ist Teil des Aktionsprogrammes Schule und Verein von Landessportbund und Kultusministerium.
„Wir freuen uns, dass das Land nach vielen Initiativen von uns das Aktionsprogramm für diese Sportart geöffnet hat, weil wir die gewaltpräventiven Aspekte etwa für den gesteuerten Aggressionsabbau kennen“, erläuterte LSB-Direktor Reinhard Rawe das Engagement für die Sportart gegenüber dem Land. Auch Liesel Westermann-Krieg aus dem Kultusministerium freute sich, dass „die olympische Sportart Boxen, die ja auch herausragende Vorbilder für junge Menschen wie Max Schmeling hervorgebracht hat“, nun in außerunterrichtlichen Neigungsgruppen angeboten werden kann. Beide erinnerten daran, dass die Arbeit des Weißen Ringes - etwa mit seinem Schulprojekt Kraft gegen Gewalt - entscheidend mitgeholfen habe, die früher ablehnende Haltung des Landes gegenüber Boxen an Schulen zu revidieren. Sie stellte aber auch klar: „Es geht nicht um den Kampf Person gegen Person, sondern um das Erlernen von Technik und Taktik, damit wir junge interessierte Menschen vorbereiten, in einen Boxverein zu gehen und dort auch Wettkampfsport zu betreiben.“ Boxen verursacht nicht mehr Verletzungen als andere Sportarten auch, auf 1.000 Stunden Sportausübung kommen zwei Verletzungen. Das besagt etwa die Gerling-Unfallstatistik aus dem Jahr 2005. Auch die aktuellen medizinischen Forschungsergebnisse belegen keine akute Verletzungshäufigkeit beim Boxen gegenüber anderen Sportarten, berichtete der Leiter des Sportmedizinischen Zentrums am Agnes-Karll-Krankenhaus in Laatzen, Dr. Uwe Tegtbur. „Das schlechte Image der Sportart resultiert aus Einzelfällen vor allem im Profisport.“ Ob allerdings Boxen - wie andere Sportarten auch - langfristige Schäden im zentralen Nervensystem verursache werde, sich erst in Zukunft wissenschaftlich valide feststellen lassen.
19.10.2006 DOSB
DOG-Modellprojekt bewegt Kindergartenkinder
Sport und Spiel erhalten gesund und verbinden Menschen aller Nationalitäten - bereits im Kindergarten.
Das DOG-Modellprojekt fördert Bewegung und Integration in Kindergärten
Die Initiative „Kinder bewegen“ der Deutschen Olympischen Gesellschaft (DOG) und ihrer Partner - Adam Opel AG (Rüsselsheim) und Mobilfunkanbieter O2 - ermutigt seit geraumer Zeit Deutschlands Kindergärten, beides miteinander zu verbinden. Schwungrad der DOG-Initiative sind bundesweit inzwischen 25 geförderte Einrichtungen mit Kindern vieler Nationalitäten.Kinder lernen Toleranz und Fair Play
Wie im Vorjahr veranstalten sie Aktionstag, an denen sie auf die Verantwortung der Gesellschaft und der Eltern sowie das Recht der Kinder auf gesunde Entwicklung mit viel kindgerechter Bewegung aufmerksam machen. Mit Bewegungsspielen aus den Heimatländern der Mädchen und Jungen, spielerischen Reisen in fremde Länder und eigenen Bewegungs-Ideen schlagen die Horte die Brücke zur integrativen Kraft von Sport und Spiel - zugleich auch zu Toleranz und Fair Play, die zum Gedankengut der DOG zählen.Die Deutsche Olympische Gesellschaft pocht auf die Bedeutung von Bewegung für die kindliche Entwicklung. „Frühzeitige, regelmäßige Bewegung im Kindergarten, aber auch zu Hause fördert nicht nur Gesundheit, Körperbewusstsein und soziale Kompetenz der Kinder. Sie ist auch zugleich ein wirkungsvolles Instrument zur Integration“, unterstreicht DOG-Präsident Dr. Hans-Joachim Klein. Der frühere Olympiaschwimmer sagt: „Über Sport und Spiel finden Gleichaltrige verschiedener Nationalitäten im Kindergarten schnell zusammen.“
Erfolge bei Integration und Völkerverständigung
In den bislang 25 Modellkindergärten der Initiative „Kinder bewegen“ sind zugleich beim gesellschaftlichen Reizthema Integration und Völkerverständigung Erfolge zu verzeichnen. Aus der Modelleinrichtung im Berliner Stadtteil Moabit mit Kindern aus 23 Nationen berichtet Leiterin Helga Tschitschke-Neufindt, „dass Sport die sprachlichen Hürden überwindet“.Der Kindergarten am See in Kranichstein war einer der ersten Pilot-Projekte. Die DOG-Kreisgruppe Darmstadt betreut ihn. Pate dort ist beispielsweise der frühere Fußball-Profi Bruno Labbadia. 2003 wurde in Gau-Bischofsheim (bei Mainz) auch eine Initiative gestartet, die Impulse dort setzt, wo Bewegungserziehung in der Regel beginnt. Opel stellte 5.000 Euro pro Modell-Kindergarten bereit - zweckgebunden zur Anschaffung von Spielgeräten oder zur Schulung des Personals. Als Schirmherrin der Initiative fungiert die zweifache Ski-Alpin-Olympiasiegerin von 1976, Rosi Mittermaier.
Seit drei Jahren werden Modellkindergärten nach dem Prinzip „Hilfe zur Selbsthilfe“ unterstützt, um sich zu bewegungsfreundlichen Kindergärten zu entwickeln - wissenschaftlich begleitet von den Universitäten Karlsruhe und Konstanz. Dazu erhalten sie Sport- und Spielgeräte und die Erzieherinnen Fortbildungen. Im Odenwaldkreis existiert inzwischen eineigenes Netzwerk: Die DOG-Kreisgruppe Odenwald vertieft seit 2002 mit Patenschaften für Kindergärten in Erbach, Reichelsheim, Michelstadt und Höchst ihre Aktion „Kinder brauchen Bewegung“. Für interessierte Kindergärten gibt es auf der Internetseite der DOG-Initiative Anregungen: www.kinder-bewegen.de.
14.10.2006 - dfb
Sammer: Zehn Punkte für Fußball-Zukunft
Mit Spannung war es erwartet worden, jetzt ist das Zukunfts-Konzept von Matthias Sammer für den deutschen Fußball endlich da. Der Sportdirektor stellte seine Ideen der Öffentlichkeit vor.
Eckpfeiler des Zehn-Punkte-Programms sind ein klares Bekenntnis zur Elite, eine neue ganzheitliche Struktur der Ausbildung von Talenten sowie eine Offensive für den Schulsport. "Das Konzept ist eine Orientierung. Jetzt muss das Bewusstsein dafür her. Der Prozess ist nicht von heute auf morgen zu bewältigen", sagte Sammer...
Neues Konzept auch bei Talentsichtung und -förderung
Sammer kündigte an, dass sich die Individualförderung der Talente im DFB grundlegend ändern werde. Leistungsdiagnostik, Videoanalysen und langfristige Trainingspläne müssten unverzichtbare Bestandteile der Nachwuchsarbeit werden. "Ab der U 16 werden wir dies definitiv einführen", erklärte der frühere Nationalspieler.Bei der Trainerausbildung solle künftig mehr Wert auf die Taktik-Schulung und die Form des Ausdauertrainings gelegt werden. "Wenn wir das hinbekommen, sind wir einen gewaltigen Schritt weiter", meinte Sammer. Das bestehende DFB-Talentförderprogramm mit 387 Stützpunkten, 1200 Honorartrainern und 29 Koordinatoren gelte es weiter zu optimieren.
In der Schule muss mehr getan werden
Als unbefriedigend bezeichnete Sammer die Sport-Situation in Kindergärten und Grundschulen. Bereits im Kindergarten müsse es eine umfassende Bewegungsschulung geben. "Was dort verpasst wird, ist in der nötigen Qualität nicht mehr aufzuholen", warnte der Sportdirektor.
In der Schule müsse wieder mehr Augenmerk auf die spielerisch-technische Vielseitigkeitsschulung gelegt werden. "Wir brauchen kein Pflichtfach Fußball, denn das fußballspezifische Grundlagentraining beginnt erst im Alter von 12 Jahren", sagte Sammer.Er fordert täglich eine Schulstunde Sport und will dafür selbst die Werbetrommel rühren. "Das Krankheitsbild der Kinder ist dramatisch. Wir müssen an die Eltern ran, brauchen die Politik, die Wirtschaft und die anderen Sportverbände. Der DFB kann nur Initiator sein. Natürlich wird es Schwierigkeiten in der Umsetzung geben. Aber ich werde alles da rein legen, denn es tut mir persönlich weh", kündigte Sammer eine Schulsport-Offensive an.
Auch im DFB will Sammer mit der Einführung altersgerechter Spielfelder und Wettbewerbe eine Lanze für den jüngsten Nachwuchs brechen. "Wir jagen die Kinder mit 10, 11 Jahren über die großen Felder, das ist Wahnsinn. Das müssen wir ändern", appellierte er. In den kommenden Wochen wird er auf seiner "Missionsreise" zu den Landesverbänden und Vereinen um eine breite Zustimmung für sein Konzept werben.
11.10.2006 DOSB aktuell
Große Koalition fordert Initiativen gegen Bewegungsmangel
Das Plenum des Deutschen Bundestages hat in erster Lesung einen Antrag der Großen Koalition beraten, der bundespolitische Initiativen gegen Bewegungsmangel beschreibt.Im Antrag „Sport und Bewegung in Deutschland umfassend fördern - Bewusstsein für gesunde Lebensweise stärken“ wird gefordert, „im Rahmen des anstehenden Präventionsgesetzes der Bedeutung von Sport und Bewegung als wesentliches Element Rechnung zu tragen“. Sportvereine, die qualitätsgesicherte Präventionsmaßnahmen anbieten, sollten gleiche Zugangsvoraussetzungen bei der Vertragsbindung mit Krankenkassen ermöglicht werden wie anderen Anbietern. Die Bundesregierung wird weiter aufgefordert, „die Motivation der Bevölkerung, sich mehr zu bewegen und häufiger und regelmäßig Sport zu treiben, durch verständliche, zielgruppenorientierte Kampagnen zu stärken und das Bewusstsein für Sport und Bewegung als Instrument zur Prävention nachhaltig zu erhöhen“.
Zudem sollte der Bund auf die Länder einwirken, Quantität und Qualität des Schulsportunterrichts zu erhöhen.
--------Debatte im Bundestag zur Initiative gegen Bewegungsmangel
CDU/CSU: Nicht am Sport sparen
In der 45-minütigen Debatte erklärte Stephan Mayer für die CDU/CSU-Fraktion, Prophylaxe und Prävention seien allemal wesentlich günstiger als spätere Krankenbehandlung oder Rehabilitation. „Über 7.000 Sportvereine in Deutschland bieten insgesamt über 14.000 gesundheitsbezogene und gesundheitsfördernde Maßnahmen für fünf bis sechs Millionen Bürgerinnen und Bürger an“, sagte der CSU-Abgeordnete. „Ich bitte darum, auch darauf zu achten, dass diese wichtigen Programme, welche die Sportvereine in Deutschland auf ehrenamtlicher Basis und finanziell günstig anbieten, zukünftigen gesetzgeberischen Maßnahmen, etwa einem möglichen Präventionsgesetz, nicht zum Opfer fallen.“ Es sollte das Petitum aller Politiker sein: „Wir sollten nicht am Sport sparen, sondern mit dem Sport sparen.“FDP: Sport als unverzichtbarer Partner
Detlef Parr, sportpolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, wies darauf hin, Gesprächsbedarf bestehe über die Absicht der Bundesregierung, erneut den Entwurf eines Präventionsgesetzes vorzulegen. Eine solche Rechtsnorm, die Präventionsprogramme formulieren und koordinieren soll, sei der falsche Weg. Parr: „In Hinblick auf die knappen finanziellen Ressourcen kommt es vielmehr darauf an, keine neuen bürokratischen Strukturen zu schaffen, sondern die vorhandenen koordiniert zu nutzen. Dabei spielt eine Optimierung der Zusammenarbeit staatlicher Organisationen mit der Selbsthilfe, die einen speziellen Zugang zu den Betroffenen hat, eine große Rolle.“ Gerade der Sport sei ein unverzichtbarer Partner. Präventionsangebote sollten auf die Bedürfnisse der Zielgruppen zugeschnitten werden und geeignet sein, gesundheitsgerechtes Verhalten zu begünstigen.SPD: Kinder aus sozial schwachen Familien und Migrantenfamilien bewegen sich weniger
Für die SPD-Bundestagsfraktion erklärte der Abgeordnete Martin Gerster, Kinder aus sozial schwachen Familien und aus Migrantenfamilien seien nach neuesten Studien kaum bewegungsaktiv: „Die Chance der regelmäßigen sportlichen Betätigung ist in diesen Gruppen zwei bis drei Mal geringer, vor allem bei Mädchen.“ Geschlechtsspezifische, schichten- und migrationsspezifische Unterschiede im Bewegungsverhalten von Heranwachsenden sollten als notwendige Ansatzpunkte für gezielte Interventionen von Politik und Gesellschaft genutzt werden. Der SPD-Parlamentarier äußerte die Befürchtung, dass der durch die Fußball-Weltmeisterschaft und andere TV-Sport-Ereignisse ausgelöste Schub, Sport zu treiben, zu einseitig fixiert sei. „Bewegung und Sport sind viel mehr als Fußball, Hockey und die olympischen Sportarten“, meinte Gerster. „Es gibt nämlich noch ganz andere Möglichkeiten, sich zu bewegen.“Die Linke: Mehr Sport ist die beste Gesundheitsreform
„Mehr Sport und Bewegung ist die beste Gesundheitsreform“, erklärte für die Fraktion Die Linke die Abgeordnete Dr. Martina Bunge. Es wäre sinnvoll, sich auf Ausstattungsstandards für die sportliche Infrastruktur zu verständigen, den Investitionsbedarf hierfür zu ermitteln und ein kommunales Investitionsprogramm zu starten. Frau Bunge, Vorsitzende des Gesundheitsausschusses des Deutschen Bundestages, unterstrich, es wäre besser gewesen, die Prävention vor der Gesundheitsreform auszugestalten. Sie kritisierte, dass das Präventionsgesetz nach Aussage von Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) erst nach der Gesundheitsreform und nach der Novellierung des Pflegegesetzes kommen soll, wohl erst im Herbst 2007. Kinder müssten „in den Mittelpunkt der Gesundheitsförderung gestellt und ihr Bewusstsein für eine gesunde Lebensweise gestärkt werden, aber dies bitte nicht nur mit Worten, sondern auch mit Taten“.Bündnis 90/ Die Grünen: "Integration durch Sport" mit zu geringen finanziellen Mitteln ausgestattet
Winfried Hermann (Bündnis 90/Die Grünen) meinte, der Bund könnte durchaus einige Initiativen entfalten, auch wenn er verfassungsmäßig nicht für Schulsport zuständig ist. So könnte die Bundesregierung ein Förderprogramm "Spiel- und bewegungsfreundliche Stadt" auflegen. „Man hätte zumindest Anstöße geben und die Kommunen davon überzeugen können“, sagte Hermann. Zudem hätte man die Notwendigkeit sehen können, das Bundesbaugesetzbuch zu ändern und hineinzuschreiben, dass wohnortnahe Spiel- und Sportgelegenheiten zu schaffen sind. Das seit Jahren existierende Programm "Integration durch Sport" ist nach Hermanns Worten mit zu geringen Mitteln ausgestattet; deshalb habe es das Integrationsangebot nicht wirklich bereichern können. Eine Mittelaufstockung gäbe Anstöße für Länder und Kommunen, auf diesem Feld etwas zu tun.
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Warten auf ein Reformwunder
Ein Kommentar von Harald PieperNatürlich weiß man längst alles über die Entwicklungsproblematik von Kindern und Jugendlichen und die Ignoranz gegenüber der Tatsache und Binsenweisheit, dass Bewegung ein Lebenselixier ist. Wachstumsstörungen und gesundheitliche Beeinträchtigungen sind bis ins Letzte ausgeleuchtet. Bildungsdefizite und gesamtpädagogische Fehlsteuerungen lassen keine Expertenanalyse vermissen. Auch in der Schlagzeilendramatik bleiben kaum Wünsche aufrüttelnder öffentlicher Wirkung offen. Übergewicht dank Fehlernährung und Bewegungsmangel, Fernsehkonsum und Computersucht als Freizeitfavoriten - solche Erkenntnisse sind ebenso langlebig wie besorgniserregend. Dazu passt, wenn ein Kultusministerium in unserem Lande die Parole ausgibt: „Runter vom Sofa, raus aus dem Haus!“
Nein, hier ist nicht von einer Seniorenkampagne zur Verbesserung der Lebensqualität der späten Jahre die Rede. Hier geht es vielmehr, der Ressortzuständigkeit entsprechend, um die tägliche Bewegungszeit von Kindern und Jugendlichen in und außerhalb der Schule. Sport und Spiel tun also Not - und zwar so früh und so intensiv wie möglich. Doch die weißen Flecken der Bewegungs-Notstandsgebiete sind in Kindergarten und Vorschule besonders weit verbreitet. In der Schule setzen sie sich in unterschiedlichen Ausprägungen - mal mehr und mal weniger raumgreifend - fort. Trotz Dauerklagen über unzureichende Stundenzahlen, oft fachfremden Unterricht und immer wieder Schwankungen in pädagogischen Planspielen ist kein bundesweiter Durchbruch in Sicht. Kultusministerkonferenz und organisierter Sport praktizieren zwar in letzter Zeit verstärkten Schulterschluss, dem sich auch Ärzteschaft und Elternverbände anschließen, aber ein gemeinsamer Kraftakt, der der bildungs-, gesundheits- und sozialpolitischen Dramatik der Versäumnisse entsprechen würde, fehlt bisher.
Immerhin rücken jüngste Initiativen der großen Koalition in Berlin das angestrebte Präventionsgesetz auch unter kinder-, jugend- und schulsportlichen Aspekten ins Blickfeld. Eine zweifellos notwendige bundespolitische Vorwärtsorientierung, wenn man an die Endlosspirale der berechtigten Klagen und unzulänglichen Rechtfertigungen denkt. Alle Problemfelder sind jedenfalls hinreichend abgesteckt und von wissenschaftlichen Erkenntnissen glaubwürdig untermauert. Auch an politischen Absichtserklärungen und sportorganisatorischem Flankenschutz herrscht kein Mangel. In der Wohlstandsgesellschaft mit bereits bedenklichem Sozialgefälle wartet man schlicht auf Taten, damit in Kindergarten und Schule endlich eine Bewegungsoffensive starten kann, die lebenslang Wirkung erzielt. Ein Reformwunder also - nicht mehr und nicht weniger.
8.10.2006 - DOSB aktuell
"Jugend trainiert für Olympia" als Sprungbrett und Integrationsbrücke
„Im Sport fällt die Integration ausländischer Schülerinnen und Schüler leichter fällt als in anderen Gesellschaftsbereichen" berichtet Dietmar Hiersemann, Vorsitzender der Kommission JTFO. „Bei JTFO geht es immer um die Mannschaft. Jeder Schüler ist plötzlich Teil eines Teams und von der Leistung seiner Kameraden abhängig. Da nimmt man automatisch Rücksicht, das schafft Toleranz und Akzeptanz - gerade gegenüber Jugendlichen, die aus einem anderen Kulturkreis kommen“, so JTFO-Pate Lars Figura anlässlich des Bundeswettbewerbs der Schulen in Berlin. Um zum Erfolg zu kommen, müssen alle zusammenarbeiten „und die Stärken und Schwächen der Sportpartner - ich sage bewusst nicht Gegner - respektieren“, fügte Staatssekretär Burkhard Jungkamp hinzu. Die Zugehörigkeit zu einer Schulmannschaft baue Distanz ab und schaffe Identifikationsmöglichkeiten. So wie bei der Fußballmannschaft der Erweiterten Realschule aus Saarbrücken: 15 Schüler aus acht Nationen spielten beim Bundesfinale. Bei der Carl-von-Weinberg-Schule aus Frankfurt am Main ist es ähnlich. Schulleiter Wolfram Waltemathe versucht, mit vielfältigen Projekten ein gewaltfreies Klima zu schaffen - u.a. auch mit Sportinitiativen wie Jugend trainiert für Olympia: „Wir sind beim Fußball-Bundesfinale mit drei Schulmannschaften vertreten, und darauf bin ich sehr stolz.“
900.000 Teilnehmer
„Selbst mit reduzierter Sprache ist im Sport Verständigung möglich.“, kommentierte Klaus Böger, der Berliner Senator für Bildung, Jugend und Sport. Deshalb sei der Sportunterricht, der in Berlin in drei Stunden pro Woche verpflichtend anzubieten ist, ein elementarer Bestandteil von Bildung und Erziehung. Mit jährlich rund 900.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern in 15 verschiedenen Sportarten stellt Jugend trainiert für Olympia aber auch eine breite Basis für den Nachwuchssport in Deutschland und ein Sprungbrett in den Vereins- und Leistungsport dar. JTFO-Patin Bianca Kappler (EM-Dritte im Weitsprung) ist ein Paradebeispiel: „Ohne JTFO wäre ich nie zum Leistungssport gekommen. Erst in der Schulmannschaft habe ich mit Leichtathletik angefangen.“Im Anschluss an die Gesprächsrunde gab der Vorstand der Deutschen Schulsportstiftung die Vertragsverlängerung mit dem Medienpartner Eurosport offiziell bekannt. Eurosport steht damit weiter als Medienplattform für Jugend trainiert für Olympia zur Verfügung.
6.10.2006 - idw
Deutsche Gesellschaft für Kardiologie - Herz- und Kreislaufforschung
Neue Studie aus München: Schulsport ist gut fürs HerzEine zusätzliche dritte Sportstunde pro Woche über sechs Monate, bestehend aus Ausdauer- Kraft- und Beweglichkeitstrai-ning in Kombination mit etwas Sport- und Gesundheitstheorie, genügt bereits, um bei den Schülern eine durchschnittliche Senkung des LDL-Cholesterin um 23 Prozent zu erreichen.
Dazu kamen bei den zwei Klassenverbänden mit je 23 Schülern der Oberstufe 11 (Gymnasium) deutlich weniger Beweglichkeitseinschränkungen, Muskelverkürzungen und Muskelabschwächungen sowie eine Steigerung der Ausdauerleistungsfähigkeit. Schließlich absolvierten alle 46 Schüler Triathlon, auch die zunächst leistungsschwachen, berichtet Dr. Richard Eyermann, Kinder- und Jugendkardiologe in München. Diese Ergebnisse wurden auf der 30. Herbsttagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie in Nürnberg präsentiert.
"Eine Zuwendung zum intensivierten, gesundheitsorientierten Schulsport-Präventionsprogramm ist also zu empfehlen", folgert Studienleiter Eyermann. "Möglicherweise initiiert man damit eine lebenslange gesunde Lebensweise oder Lifestyle-Änderung mit einer Reduktion des Herzinfarktrisikos und des globalen Herz-Kreislauf-Risikos."
Eine wichtige zusätzliche Erkenntnis: Die Integration von praktischen und gesund-heitstheoretischen Unterrichtsinhalten bewirke eine "Akzeptanzverbesserung von Schulsport".
Die Evaluierung der Effektivität und Qualität erfolgte bei dieser Studie auf drei Ebe-nen: 1. Physiologisch-medizinische Daten (Anamnese, Labor, Lungenfunktionstest, Belastungs-EKG); 2. Sportmotorische Daten (Fitness-Test: Ausdauer, Kraft und Beweglichkeit); 3. Psychosoziale Daten (verhaltenswissenschaftlicher Fragebogen).
Kontakt:
Prof. Dr. Eckart Fleck, Berlin (Pressesprecher der DGK)
Christiane Limberg, Düsseldorf (Pressereferentin der DGK) Tel.: 0211 / 600 692 - 61; Fax: 0211 / 600 692 - 67 ; Mail: limberg@dgk.org
Roland Bettschart, Bettschart & Kofler Medien- und Kommunikationsberatung GmbH; Mobil: 0043-676-6356775; bettschart@bkkommunikation.at
6.10. 2006 - Business-Portal24.com
Außerunterrichtlicher Schulsport hilft Kindern mit Adipositas
Mehr Bewegung kommt in die Schule
Rund 15 Prozent der deutschen Kinder und Jugendlichen zwischen drei und 17 Jahren sind übergewichtig. Viele Kinder schaffen selbst einfache sportliche Übungen nicht mehr. Außerunterrichtlicher Schulsport kann das Lernen neuer Bewegungsgewohnheiten nachhaltig unterstützen, zeigen erste Ergebnisse einer Studie des Instituts für Rehabilitationssport, Sporttherapie und Behindertensport der Sportwissenschaftlichen Fakultät an der Universität Leipzig (IRSB). Wie Sporttherapeuten und Übungsleiter adipösenGrundschulkindern die Freude am Sport vermitteln können und welche praktischen Möglichkeiten Gesundheitssport in Prävention und Rehabilitation bietet, beleuchten Fachmesse und Kongress der therapie Leipzig, die vom 8. bis 10. März 2007 in Leipzig stattfindet.“Die Zahl der übergewichtigen, adipösen Kinder nimmt in Deutschland zu. Das zeigt sich schon bei Dreijährigen. Wir sind bereits in Richtung USA unterwegs, wo sich inzwischen massive Probleme durch Übergewicht in allen Altersklassen zeigen“, warnt Professor Dr. Jürgen Innenmoser, Leiter des IRSB. “Speziell Stadtkinder bewegen sich zu wenig. Es ist dringend notwendig, spätestens bei Grundschülern die Freude am Sport zu fördern. Denn in der Pubertät ist es dafür meist zu spät“, fordert der Sportwissenschaftler. Schon heute schaffen 43 Prozent aller 4- bis 17-jährigen Kinder und Jugendlichen in Deutschland keine komplette Rumpfbeuge mehr, erreichen nicht das Fußsohlenniveau. Die Kinder- und Jugendgesundheitsstudie (KiGGS) des Robert Koch-Instituts - mit fast 18.000 Teilnehmern eine europaweit einmalige Untersuchung - ermittelte, dass 15 Prozent der 3- bis 17-Jährigen übergewichtig sind.
Der Sport muss zu den Kindern kommen
“Gerade übergewichtige Kinder scheuen sich, regelmäßig zu den Sportstätten an Instituten oder zu Vereinssporthallen zu fahren. Wir müssen deshalb dort Angebote machen, wo sich die Kinder am meisten aufhalten: in der Schule“, ergänzt Innenmoser. “Deshalb führen wir in Leipzig seit zwei Jahren in Zusammenarbeit mit Schuldirektoren und Sportlehrern ergänzend zum Sportunterricht ein Projekt für außerunterrichtlichen Schulsport durch.“ In zwölf Leipziger Schulen treiben jeweils sechs bis 15 übergewichtige Erst- bis Viertklässler einmal pro Woche im Anschluss an den Unterricht eine Extrastunde Sport. In einer Förderschule für Sehbehinderte nehmen zudem 13- und 14-Jährige teil. “Gemischte Gruppen funktionieren gut“, erläutert Innenmoser. “Das schönste Ergebnis für uns: Kaum ein Kind steigt mittendrin aus. Einige haben sich sogar in einem Sportverein eingeschrieben.“ Eine Studie untersucht begleitend die Trainingseffekte und soll Ende 2007 im Rahmen einer Dissertation erscheinen. Zwischenergebnisse dieser Untersuchung wird Diplom-Sportlehrerin Katja Warich vom IRSB auf dem Kongress der therapie Leipzig in ihrem Vortrag “Außerunterrichtlicher Schulsport mit adipösen Kindern als Kompensation der Mängel des aktuellen Schulsports“ präsentieren.Ausdauernd dran bleiben
“Unsere Messungen von Koordination und Herz-Kreislauf-Leistung haben eine Stabilisierung bei den Kindern ergeben. Die Ausdauerleistung im Sechs-Minuten-Lauf hat sich deutlich verbessert“, ergänzt Innenmoser. “Auch die Reaktionen der Eltern waren durchgehend positiv. Allerdings haben übergewichtige Kinder häufig Eltern mit den gleichen Problemen. Darum haben wir zweimal kleine Sportfeste mit den Eltern gemeinsam veranstaltet.“ Der 64-Jährige hofft, dass so ein Umdenken in den betroffenen Familien beginnt: “Es braucht gar nicht viel, damit es den Kindern gut geht. Eltern sollten sich einfach öfter intensiv mit ihrem Nachwuchs bewegen.“ Kinderärzte müssten schon im Anfangsstadium häufiger auf Übergewicht aufmerksam machen. “Adipositas ist nicht weniger wichtig als andere Gesundheitsprobleme“, meint Innenmoser. Denn dick sein sei auch ein Gesundheitsrisiko: Übergewichtige riskieren Gelenkerkrankungen, Rückenleiden, Bluthochdruck oder Herzprobleme.Meist beginnen die Probleme der Kinder schon bei der Ernährung mit Fastfood, Cola und Knabbereien. “Deshalb haben wir den Kindern auch einen kleinen Kochkurs mit Ernährungsberatung angeboten. Die Zusammenarbeit mit Diätassistentinnen möchten wir in unserem Programm ausbauen“, erzählt Professor Dr. Jürgen Innenmoser. Die Kinder seien begierig, etwas über gesundes Essen zu lernen: “Wenn es gelingt, die Kinder bei Ernährung und Bewegung positiv zu beeinflussen, nehmen sie auch positiven Einfluss auf die Eltern.“ Künftig will das Institut die Zusammenarbeit mit Sportvereinen ausbauen: “Unsere Idee ist, dass die Vereine die Schulsportgruppen weiterführen.“
Vielfältige Möglichkeiten für Gesundheitssport
Ein vielfältiges Programm über die Möglichkeiten von Gesundheitssport in Prävention und Rehabilitation erwartet unter anderem Sport- und Physiotherapeuten sowie Fachärzte für Sportmedizin und Rehabilitation vom 8. bis 10. März 2007. Professor Dr. Jürgen Innenmoser und Diplom-Sportlehrer Markus Wulftange informieren zum Beispiel am Samstagvormittag (10. März 2007) über das Projekt “Bewegungsaktive Rehabilitation“ von IRSB und Kinderonkologie der Universitätsklinik Leipzig zur Rehabilitation und Nachsorge von Kindern nach Krebserkrankungen. “Die Kinder finden wieder Spaß an der Bewegung und entdecken, dass sie noch viel können“, so Professor Innenmoser. “Auch für die Eltern ist das ein Aha-Erlebnis.“Ansprechpartner für die Presse:
Ruth Justen
Tel.: +49 (0) 341 / 6 78 - 81 95
Fax: +49 (0) 341 / 6 78 - 81 82
E-Mail: r.justen@leipziger-messe.de
Info: www.therapie-leipzig.de
05.10.2006 - DOSB
Prof. Dr. Doll-Tepper fordert bessere Ausbildung für Trainer und Lehrer
Die Präsidentin des Weltrates für Sportwissenschaft, DOSB-Vizepräsidentin Prof. Dr. Gudrun Doll-Tepper, fordert stärkere Bemühungen in der Trainer- und Lehrerausbildung für Menschen mit geistiger Behinderung. In einem Vortrag anlässlich der Special Olympics in Rom unterstrich Gudrun Doll-Tepper die Notwendigkeit, dass Forschungsergebnisse der Erziehungs- und Trainingswissenschaften in die Praxis des Unterrichts und des Trainings übernommen werden müssen.
"Die Ausbildung von Lehrern, Erziehern, Sportlehrern und Trainern muss sowohl theoretische Informationen als auch praktische Erfahrungen mit Menschen mit Behinderung beinhalten. Ein besonderer Fokus sollte dabei auf Menschen mit einer geistigen Behinderung liegen, da sie sehr häufig in ihren Fähigkeiten sehr unterschätzt werden", so Gudrun Doll-Tepper.
Das Wissenschaftliche Symposium während der Special Olympics in Rom fand vom 30. September bis 5. Oktober statt. In einem ausführlichen Gespräch mit dem Vorsitzenden von Special Olympics, Dr. Timothy Shriver, erörterte Prof. Dr. Gudrun Doll-Tepper Möglichkeiten der Zusammenarbeit von ICSSPE und Special Olympics.
27.09.2006 - DOSB - Bildung -Olympische-Erziehung
ICSSPE an der Entwicklung von Qualitätsindikatoren zur Stärkung des Schulsports im Bildungssystem beteiligt
Während eines UNESCO Seminars zur Qualität des Schulsports vom 18.-20. September 2006 in Saly, Senegal entwickelten Expertenorganisationen Qualitätsindikatoren um Status und Qualität des Schulsports weltweit zu evaluieren.
Die Vertreter der Organisationen empfahlen Indikatoren, die die Stellung des Schulsports im Bildungssystem, Qualität der Lehrerausbildung, Entwicklung von effizienten organisatorischen Rahmenbedingungen, den kulturellen Rahmen sowie die Rolle des Schulsports für die Gesundheit und für nachhaltige Entwicklung berücksichtigen.
"Nun ist wichtig darüber nachzudenken, was tatsächlich im Sportunterricht passiert und wie er inhaltlich verbessert werden kann, damit die Schüler als dessen Nutznießer optimal von ihm profitieren," kommentiert der Geschäftsführende Direktor des Weltrates für Sportwissenschaft und Leibeserziehung (ICSSPE), Christophe Mailliet die Ergebnisse am Ende des Seminars.
Diese werden den Teilnehmern der nächsten Sitzung des Zwischenstaatlichen Komitees für Sport und Schulsport (CIGEPS) und im Anschluss der Generalversammlung der UNESCO vorgelegt. "Wir hoffen, dass der Diskussionsprozess so produktiv wie bisher fortgesetzt wird, so dass sich die Bedingungen für den Schulsport und seine Umsetzung weltweit verbessern lassen", sagt Christophe Mailliet.
26.9.2007 HNA
Lehrer lernen in Bewegung
Pädagogen und Erzieher trainierten mit dem Kreissportbund neue Methoden für den UnterrichtLernen braucht Bewegung. Doch wie das funktioniert, müssen auch Lehrer erst mal lernen. Darum veranstaltete der Kreissportbund Göttingen mit den Referentinnen Beate Heil und Gertrud Hellbrück in der Hermann Gmeiner Schule Landwehrhagen die Fortbildung mit dem Titel "Lernen braucht Bewegung". Zwei Stunden lang durften sich Lehrer und Erzieher aus Staufenbergs Schulen und Kindergärten hierbei wieder wie Kinder fühlen. Denn Spiele lernt man am besten, wenn man sie spielt. Beim praktischen Teil der Ausbildung kletterten die 28 Teilnehmer also über Bänke, bewegten sich zur Musik, lernten balancieren und übten bei Partnerspielen, die Bewegungen aufeinander abzustimmen. "Oft haben Schüler im Unterricht Probleme, die auf ein ungenügend entwickeltes Körperbild zurückzuführen sind", so Beate Heil.
Gleichgewicht und Schrift
Ein schlechtes Schriftbild könne bei einem Schüler auf eine Gleichgewichtsstörung hinweisen, erklärte die Referentin. Es sei also nicht nur wichtig, durch Üben das Schriftbild zu verbessern, sondern die Ursache mit Übungen zu bekämpfen, die das Gleichgewicht fördern. Im theoretischen Teil lernten die Pädagogen, welche Bewegungen mit welchen Schwächen zusammen hängen und wie man Übungen spielerisch verpacken und anwenden kann.Der Kontakt zwischen dem Kreissportbund und der Hermann Gmeiner Schule kam durch die Pädagogische Mitarbeiterin Christiane Leupold zustande. Sie ist Mitglied im Kreissportbund und weiß, wie wichtig Bewegung für den Körper ist. Erzieherinnen aus den Kindergärten Uschlag, Landwehrhagen und Lutterberg sowie Lehrer der Grundschule Uschlag und der Hermann Gmeiner Grundschule nahmen an der Fortbildung teil.
Da lernt man sich kennen
"Ich finde es positiv, dass Lehrer und Erzieher verschiedener Einrichtungen bei so einer Aktion zusammen kommen und sich kennen lernen", so Schulleiter Karl Brandenstein. Die Zusammenarbeit von Kindergärten und Grundschulen soll in Zukunft noch weiter vertieft werden. Einen gemeinsamen Erste-Hilfe-Kurs gab es bereits. "Bewegung soll zum Ausgleich, zur Entspannung und auch als Abwechslung eingesetzt werden, und das gezielt. Durch Erfolgserlebnisse im Sport wird das Selbstwertgefühl aufgebaut, was sich auf den Unterricht auswirkt", so Karl Heinz Held. In Fördergruppen werden die gelernten Spiele und Übungen ab jetzt angewendet, damit auf die Schwächen der Schüler eingegangen werden kann. "Auch im Musik- und Sportunterricht werden die neuen Methoden Anwendung finden", so Karl Brandenstein.
23.09.2006 - News aktuell
Sportbund will sich massiv für Ausbau des Schulsportes einsetzen
Leipzig (ots) - Politik und Eltern müssten in Sachen Schulsport dringend umdenken und die Notwendigkeit der täglichen Bewegung als mindestens so wichtigen Erziehungsauftrag wie das Erlernen von Lesen, Schreiben und Rechnen begreifen.Die mit der Fusion von Nationalem Olympischen Komitee und Deutschem Sportbund neu entstehende Sportverbands-Großorganisation Deutscher Olympischer Sportbund (DOSB) will sich deshalb massiv für einen Ausbau und eine Intensivierung des Sportunterrichts an Deutschlands Schulen einsetzen. Der DOSB werde seine "geballte Kraft" dafür einsetzen, kündigte der designierte Generaldirektor der Organisation, Michael Vesper, an.
In einem Interview mit der "Leipziger Volkszeitung" (Sonnabend-Ausgabe) meinte Vesper: "Wir werden alles tun, um den Stellenwert des Sports auch in der Schule zu verstärken." Nur dürfe man sich nicht die Illusion machen, das ließe sich allein durch Anweisung von oben machen. "Auch die Eltern müssen umdenken. Sportunterricht an den Schulen darf nicht länger die automatische Knautschzone sein, wenn es irgendwo in der Praxis bei der Unterrichtsversorgung klemmt. Für die Persönlichkeitsentwicklung und für die gesunde Lebensgestaltung ist der Sportunterricht für die Kinder, gerade auch in den Grundschulen, mindestens so wichtig wie Lesen, Schreiben und Rechnen", sagte Vesper. "Wir brauchen an den Schulen ein tägliches Sportangebot...."
Der künftige Sportfunktionär und frühere Grünen-Spitzenpolitiker äußerte in dem Interview die Erwartung, dass Sportvereine und Verbände Initiativen gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit weiter unterstützten und neu starteten. "Bei der Fußball-WM haben wir ein Stück neuer deutscher Normalität in der Begeisterung erlebt, was die nicht nationalistische, nicht ausgrenzende Begeisterungsfähigkeit für unser Land angeht. Unsere Fahnen und die Hymne bedrohen niemanden, sondern sie sind Ausdruck der Freude, auch des Stolzes", freut sich Vesper. Er hoffe, dass das so bleibe. Er sei deshalb auch sehr froh, "dass in der Fußballbundesliga der Kampf gegen den Rassismus ganz, ganz oben auf der Tagesordnung steht", so Vesper. "Wir können darauf stolz sein, wenn sich die Spieler aller beteiligten Mannschaften vor Spielbeginn auf ein gemeinsames und sichtbares Zeichen gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit verständigen", wie das beispielsweise am vergangenen Sonnabend beim Fußballspiel zwischen Arminia Bielefeld und FC Bayern München der Fall gewesen sei...
Sein Ziel als Generaldirektor sei es, nach innen "eine schlagkräftige und auch sehr schlanke Organisation mit einer sehr flachen Hierarchie zu schaffen, die den deutschen Sport würdig repräsentieren kann". Vesper, der seinen Posten Mitte Oktober antritt, bezeichnete es als "Schritt hin zur Normalität", dass mit ihm ein Gründungsmitglied der Grünen in die obere Sportfunktionärsetage einziehe. "Die Tatsache, dass ich Grüner bin, war kein Hindernis. Das ist ein weiterer Schritt hin zur Normalität." Er sei ein begeisterter Sportpolitiker und habe in seinem Leben schon viele Organisationen geleitet. "Außerdem habe ich gute Nerven entwickelt, auch durch das Miterleben vieler Koalitionskrisen in der rot-grünen Landesregierung von Nordrhein-Westfalen", betonte Vesper.
Newsclick 15.9. 2006
Sportarzt: Kinder bewegen sich immer weniger
Verletzungsgefahr steigt – "Knochendichte wird in der Jugend angelegt"PEINE. Orthopäden schlagen Alarm. Sportverletzungen und Sportschäden im Kindesalter nehmen zu. Die Gründe: Riskante Sportarten werden immer beliebter – und das Training ist oft nicht kindgerecht.
"Eine der gefährlichsten Sportarten bei Mädchen ist das Reiten", sagt Sportmediziner Dr. Gunter Albert aus Peine. Immer wieder komme es zu schweren Verletzungen, Brüchen bis hin zu Querschnittslähmungen.
Bei den Jungen stehe das Fußballspielen immer noch an erster Stelle der verletzungsträchtigsten Sportarten, erläutert Albert, wobei jedoch auch die Mädchen immer fußballinteressierter würden. Ebenso komme es beim Skaten nicht selten zu schweren Verletzungen – darunter nicht selten Schädel-Hirn-Schädigungen, wenn "Draufgänger" auf die Schutzkleidung verzichteten.
Doch nicht nur solch risikoreiche Sportarten seien für die steigende Verletzungsgefahr verantwortlich, weiß der Orthopäde. "Die Kinder nehmen immer mehr an Gewicht zu und bewegen sich immer weniger."
Ein Teufelskreis, denn die Faulheit rächt sich im Alter: "Insbesondere die Knochendichte wird in der Jugend angelegt", sagt Albert. Dieser Kalk, der durch Reize aufs Skelettsystem gebildet werde, schütze vor Krankheiten wie Osteoporose.
Sport ja – aber wie? "Sport bei Kindern ist keine Frage des Alters, sondern vielmehr der Belastbarkeit", sagt Rouven Böse vom Fitnessstudio Physio-Fit in Peine. Entscheidend sei, dass Kinder ohne große Stoß- und Sprungbelastung trainierten. "Ihre Gelenke können Erschütterungen nicht so gut abfedern." Insofern hält er Schulsport mit Trampolinspringen oder Bodenturnen für belastender als Gerätetraining.
Und so gebe es auch kein Mindestalter für Fitnesstraining, nur eine Mindestgröße. Physiotherapeut Böse: "Die Geräte sind auf Größen zwischen 1,40 und 2 Metern zugeschnitten." So steige allmählich auch die Nachfrage bei Kindern – meist über ihre Eltern. "Oft sind es Kinder mit Rückenschmerzen und Haltungsschäden", weiß Böse.
Der Orthopäde Albert steht Gerätetraining im Kindesalter kritischer gegenüber. "Wichtiger sind Spielsportarten, bei denen es um Muskelkoordination geht, wie bei Leichtathletik oder Schwimmen." Und das leiste auch der Schulsport.
13.9. 2006 Kölner Stadt-Anzeiger
Kinder mit mehr Schulsport haben weniger Unfälle
München - Kinder mit vielen Schulsportstunden verletzen sich dabei relativ gesehen seltener als sportlich weniger aktive Schüler. Zwar haben Kinder absolut gesehen mehr Unfälle, wenn sie häufiger turnen. Das berichtet die Fachzeitung «Ärztliche Praxis».
Relativ verringert sich jedoch das Verletzungsrisiko, wenn die Zahl der Sportstunden steigt. So treten in Bayern bei drei Sportstunden pro Woche im Schnitt 0,6 Verletzungen pro 1000 Sportstunden auf. Stehen nur zwei Wochenstunden auf dem Unterrichtsplan, liegt der Wert dagegen bei durchschnittlich 0,9 Verletzungen pro 1000 Sportstunden. In Nordrhein-Westfalen ergaben Hochrechnungen 0,85 Verletzungen bei drei Sportstunden wöchentlich und 1,25 Verletzungen bei zwei Sportstunden wöchentlich.
Damit wird dem Bericht zufolge der Vorteil von intensivem Training deutlich. Im Schulsport sollte allerdings noch größere Aufmerksamkeit auf die Vermeidung von Verletzungen gelegt werden, raten die Experten. Besonders verletzungsanfällig seien alle Ballsportarten.
12.9. 2006 Schulsport NRW
Fußball - für die Schule unegeignet?
"Das Benehmen der Fußballspieler ist zu schlecht"
Diese Bilder haben alle Fußballinteressierten schon mal gesehen: Da wird nach jeder vergebenen Torchance mitten in die Großaufnahme gespuckt, da werden mit schamloser Vehemenz absurde Einwurf-, Abseits- oder Eckball- Entscheidungen von den Spielern eingefordert. Entscheidet der Schiedsrichter anders als erwünscht, wird laut gemeckert oder es werden obszöne Gesten gezeigt. Der Augsburger Sportpädagoge Prof. Dr. Helmut Altenberger und sein Team haben das Benehmen von Fußballspielern untersucht.Das Ergebnis ist eindeutig: "Nach dieser Studie kann Fußball nicht mehr uneingeschränkt für den Schulsport empfohlen werden. Wie sollen Schüler und junge Spieler vorbildliches Verhalten, Fairness gegenüber dem Gegner und Respekt vor den Schiedsrichtern entwickeln, wenn ihnen die Vorbilder etwas ganz anderes vorleben ?" - so Professor Altenberger. Bei der Untersuchung wurde mit einem Fragebogen die Häufigkeit von Regelverstößen und schlechtem Benehmen bei Spielern, Trainern und Zuschauern abgefragt. Als Experten wurden 156 Fußball-, Basketball-, Handball- und Volleyball- Schiedsrichter gewonnen.
Dabei wurde Fußball auch mit den anderen Ballsportarten verglichen. Die negativen Fußball- Werte übertrafen im Ergebnis weit die der Vergleichsportarten. Besonders brisant: neben den Spielern fallen auch die Trainer häufig aus der Rolle. Laut Studie beschimpfen sie oft Gegner und Schiedsrichter oder werden sogar handgreiflich. Für den Schulsport hat Professor Altenberger eine Empfehlung: "Die Sportlehrer sollten auf jeden Fall bei der Vermittlung von Fußball über Fairness und Verhalten reflektieren und im Schulsport eine Distanz zum vorgelebten Erscheinungsbild der Sportart aufbauen".
Was ist Ihre Meinung: Ist Fußball für den Schulsport geeignet?
Weitere Informationen zur Studie unter
http://www.interconnections.de/id_42572.html
12.9. Hamburger Abendblatt
Tanzen als Lehre fürs Leben
Kooperation: Schule und Verein arbeiten Hand in Hand. Da der Ganztagsunterricht gar nicht allein mit eigenen Kräften zu bewältigen ist, unterstützen Trainer die Lehrer."Ich mache hier mit, damit ich das für mein Leben lerne", sagt Ole Abraham. Damit steht der zwölf Jahre alte Schüler des Johannes-Brahms-Gymnasiums nicht allein. Als Partnerin steht ihm zumeist Sabine Gergeleit, ebenfalls zwölf Jahre alt, zur Seite. "Es bringt Spaß, mit jemand anders zu tanzen."
Dass sie dabei auch gleich die richtigen Schritte lernen, dafür ist Debbie Seefeldt, die Assistenztrainerin in der Tanz-Sport-Abteilung des VfL Pinneberg, verantwortlich. Jeden Mittwoch von 14 bis 15 Uhr unterrichtet sie die tanzfreudigen Kinder und Jugendlichen aus dem Gymnasium und der Karl-Sörensen-Schule.
"Für uns ist das natürlich auch eine gute Werbung", sagt Gerd Stockmann, Leiter der Tanz-Sport-Abteilung. Seine Mitstreiter und er hoffen, dass sich besonders talentierte Jugendliche später dem Verein anschließen. Zurzeit ist der Zulauf in seiner Sparte groß. "Die Jugend schätzt den Tanz wieder mehr", erklärt Stockmann. Auch Werte wie zum Beispiel Höflichkeit, ordentliche Kleidung und anständiger Umgang zwischen Jungen und Mädchen, die beim Tanzen vermittelt werden, stünden beim Nachwuchs wieder höher im Kurs.
Zum zweiten Mal arbeiten Tanzsportler und Schulen zusammen. "Wir können mit unseren Kräften gar nicht allein den Ganztagsunterricht abdecken", sagt Oberstudiendirektorin Ortrud Bruhn. Deshalb nahm sie im vorigen Jahr gern das Angebot des VfL auf, auch im Tanzsport zu kooperieren. In anderen Sparten gibt es schon eine längere Zusammenarbeit.
Basketball wird seit langem unter der Regie von VfL-Übungsleitern geschult. Aber auch über den reinen Schulsport hinaus gibt es Beziehungen: Die Schüler kommen zum Beispiel auch zum Mittagessen in die Kantine im VfL-Sportheim.
"Wir würden die Kooperation gern ausbauen", sagt Oberstudiendirektorin Ortrud Bruhn. Sie könnte sich sogar vorstellen, dass Schule und Verein gemeinsam eine Sporthalle bauen. Der VfL benötige dringend weitere Hallenzeiten, und auch für die 1100 Brahms-Gymnasiasten stehe nur eine Mini-Halle zur Verfügung.
In dieses Projekt möchte sich Holger Witt, Leiter der Sörensen-Schule, gern mit einklinken. "Auch wir haben nur eine kleine Halle, die älteste in der Stadt, für unseren Schulsport zur Verfügung."
Vereine und Schulen sind sich also einig. Jetzt fehlt nur noch die Zustimmung des wichtigsten Geldgebers. Doch die Stadt Pinneberg hat vom schnöden Mammon zurzeit sehr wenig - zu wenig?
12.9.2006 Leichtahtletik.de
„Promi-Bundesjugendspiele“
Nahezu zehn Millionen Schülerinnen und Schüler messen sich Jahr um Jahr im bundesweit bekanntesten Schulsport-Wettbewerb, den „Bundesjugendspielen“. Eine Premiere der ganz besonderen Art: „Die großen ProSieben Bundesjugendspiele“ am kommenden Samstag (16. September) ab 21:15 Uhr live auf ProSieben.TV-Prominente werden dann in der neuen Leverkusener Leichtathletikhalle (Fritz-Jacobi-Anlage) zu Punktejägern. Gilt es doch, eine „Sieger-“, besser noch: eine „Ehrenurkunde“ zu ergattern.
„Die Sommer-Bundesjugendspiele in der Leichtathletik sind in den Schulen nicht wegzudenken. Angefangen von den Grundschülern bis zu den Gymnasiasten, alle wetteifern im Laufen, Springen und Werfen“, sagt Fred Eberle, DLV-Präsidiumsbeauftragter für Zukunftsfragen. „Dass nun ProSieben die Bundesjugendspiele unterhaltsam zum Programm macht, verdeutlicht den Stellenwert unserer Grundlagensportart.“ ...
Sieger- oder Ehrenurkunde?
Auf dem Sport-Programm für die weiblichen Teilnehmerinnen, wie die Schauspielerinnen Monica Ivancan („Bachelorette“), TV-Moderatorin Ruth Moschner, Schauspielerin Giulia Siegel sowie Julia Stinshoff und Jana Ina stehen der 50-Meter-Sprint, Weit- bzw. Hochsprung, Kugelstoßen und 800-Meter-Lauf. Die Männer-Riege bilden Musiker und Comedian Bürger Lars Dietrich, Moderator Kai Böcking, Smudo (Die Fantastischen Vier), Schauspieler Ralf Richter sowie Moderator und Musiker Oli P.Nach dem abschließenden Mittelstreckenlauf dürfen die „Bundesjugendspiel“-Promis bangen. Bekommen sie „nur“ die „Siegerurkunde“ oder reicht es dieses Mal vielleicht für die begehrte „Ehrenurkunde“? So wie in den guten alten Zeiten eben…
„Die großen ProSieben Bundesjugendspiele“ mit Oliver Pocher und Co-Moderator Elton – am Samstag, 16. September 2006, live um 21.15 Uhr auf ProSieben.
9.9. 2007 Wiesbadener Kurier
Zwölf Minuten Bewegung für einen Apfel
"Sports-Finder-Day 2006" an der Nikolaus-August-Otto-Schule in Bad SchwalbachBAD SCHWALBACH Mehr Lust auf Bewegung soll den Schülern der Nikolaus-August-Otto-Schule der "Sports-Finder-Day 2006" machen, der nächste Woche an der Schule steigt. Einen ganzen Schultag lang können die 1 142 Schüler an fast 50 Stationen verschiedene Sport- und Spaßangebote nutzen und dabei Punkte sammeln. Die können sie anschließend an einem reichhaltigen Büffet in ein leckeres Frühstück umsetzen - mit Lerneffekt. Denn wer da ordentlich zuschlagen will, muss vorher den Brennwert abtrainiert haben.
Die Idee für den Sports-Finder-Day stammt von der Sportjugend Hessen, die den Kindern damit den Zusammenhang zwischen Bewegung und Ernährung einerseits und Wohlbefinden und Gesundheit auf der anderen vor Augen führen will. Zusammen mit dem Sponsor nutella ist der Sports-Finder-Day jedoch längst über die Grenzen des Bundeslandes hinaus gewachsen und findet in diesem Jahr bundesweit an insgesamt zehn Schulen statt.
Eine davon ist die Nikolaus-August-Otto-Schule, wo am kommenden Donnerstag ein vielfältiges Angebot auf die Schüler wartet. Dabei sind so anspruchsvolle Stationen wie eine Kletterwand, Rauf- und Kampfspiele oder Fußball, aber auch an "Bewegungsmuffel" ist gedacht, beispielsweise mit Bierdeckelweit- oder -zielwurf. "Wir wollen auch an die ran, die im Sportunterricht auf der Bank sitzen und sich drücken", verdeutlicht Schulleiterin Christel Pfau das Ziel.
Ihr geht es nicht um sportliche Höchstleistungen, sondern darum, dass Kinder wieder Bewegung lernen. Bei vielen nämlich hapert es schon an einfachen motorischen Fähigkeiten, zum Beispiel dem Rückwärtslaufen. Das Körpergefühl zu trainieren, ist deshalb einer der Schwerpunkte.
Mit ins Boot genommen haben die Schule und das SportsFinder-Team auch ortsansässige Vereine. Der FSV betreut das Soccer-Feld, der Turnverein bietet Basketball und Tischtennis an. Schließlich soll sich die sportliche Betätigung nicht nur auf diesen einen Tag beschränken. "Uns geht es sehr stark um Nachhaltigkeit", betont Alexander Roth vom Sports-Finder-Team. Die Schüler sollen in Kontakt kommen mit den Sportvereinen; leicht können sie sich an diesem Tag ein kostenloses Schnuppertraining "verdienen". Punkte gibt es aber nicht nur für Bewegung, sondern auch für die Entspannung: Yoga, Tai Chi oder geführte Fantasie-Reisen bietet der Kneipp-Verein an.
Den Schülern soll im Fitness-Parcours beim Sports-Finder-Day auch vor Augen geführt werden, dass man, um den Brennwert eines Apfels zu verbrauchen, zwölf Minuten etwas tun muss. Für die Kalorien, die ein halbes Nutella-Brötchen liefert, muss man sich indes 28 Minuten auf dem Laufband abquälen.
8.9. 2006 DOSB aktuell
Startschuss für den „Talentwettbewerb Jugend trainiert für Olympia"
Im Bemühen, die gemeinsamen Wettkampfsysteme durch zielgerichtete Ergänzungen noch effizienter für die Talentsuche zu gestalten, wurde durch den Deutschen Olympischen Sportbund und die Kommission „Sport“ der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder der Talentwettbewerb unter dem Dach des Bundeswettbewerbs der Schulen „Jugend trainiert für Olympia“ neu entwickelt.
14 olympische Spitzenverbände beteiligt
Auf der Basis des Grundkonzepts „Talentwettbewerb“ erarbeiteten bisher vierzehn olympische Spitzenverbände qualitativ hochwertige sportartspezifische Konzepte zur Talentsichtung. Weitere olympische Spitzenverbände haben bereits ihr Interesse an einer Beteiligung signalisiert. Der Talentwettbewerb ist für alle olympischen Sportarten, die im Rahmen des Schulsports möglich sind, offen. Der Wettbewerb ist als neues Wettkampfangebot für die Wettkampfklasse IV von "Jugend trainiert für Olympia" für die Länder ausgeschrieben und kann darüber hinaus für jegliche bilaterale Initiative vor Ort in Schule und Verein genutzt werden.„Mit dem Talentwettbewerb ist es gelungen, eine sinnvolle Ergänzung und eine wertvolle Bereicherung für die Kooperationsprogramme im Nachwuchsleistungssport zu erstellen“, so der Vizepräsident des DOSB und Vorsitzende des Präsidialausschusses Leistungssport, Eberhard Gienger. „Der Deutsche Olympische Sportbund wünscht sich“, so Eberhard Gienger weiter, „dass die Zielstellung des Talentwettbewerbs, eine effektive Talentsuche in den olympischen Sportarten zu ermöglichen, von vielen Vereinen/Verbänden und Schulen wahrgenommen und mit Leben erfüllt wird.“
Deutsche Schulsportstiftung ist Trägerin des Talentwettbewerbs
Auch der Vorsitzende der Deutschen Sportjugend und Vorstandsmitglied der Deutschen Schulsportstiftung, Ingo Weiss, zeigt sich über die Installierung des Talentwettbewerbs erfreut. „Die jüngsten Jahrgangsstufen des Bundeswettbewerbs erhalten über die sportart- bzw. disziplinspezifischen Konzepte der Spitzenverbände die Möglichkeit, in einzelne Sportarten wettkampforientiert hinein zu schnuppern und dabei ihr sportliches Talent zu zeigen.“"Die Deutsche Schulsportstiftung als Trägerin des Bundeswettbewerbs der Schulen "Jugend trainiert für Olympia" freut sich über den Start des Talentwettbewerbs und dankt dem Deutschen Olympischen Sportbund und den beteiligten Spitzenverbänden für die gute Zusammenarbeit während der Entwicklungsphase", so der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Schulsportstiftung, Reinhard Peters.
Weitere Informationen gibt es auch unter
www.jtfo.net
8.9. 2006 Thüringische Landeszeitung
Fitness-Raum
Sportlich auf der HöheDingelstädt. Die Regelschule Dingelstädt entwickelt sich immer mehr zu einem sportlichen Zentrum. Das wurde gestern deutlich, als offiziell der neue Fitness-Raum nach längerer Bauphase offiziell übergeben wurde. Und die Festgäste unter anderem mit Landrat Dr. Werner Henning, Bürgermeister Arnold Metz, Polizeichef Wolfgang Hütten und Schulamtsleiter Martin Henning staunten nicht schlecht, als sie die "Muckibude" betraten. "Das sind nur hochwertige und professionelle Geräte", erklärte Sportlehrer Andreas Schack, Initiator der Maßnahme im Rahmen des Projektes "Schulsport tut Schule gut".
Den Impuls erhielt der Ausdauerathlet von einem Leinefelder Bekannten, der ihn auf gebrauchte Fitnessgeräte hinwies. "Ich habe ein Jahr lang die Schulleitung genervt", lächelte Schack bei der Vorstellung des Raumes. Aber wie sich alle überzeugen konnten, mit großem Erfolg. Und die Geräte holte er zum Teil von spendefreudigen Unternehmen selbst mit einem Lkw ab. Sogar aus den Niederlanden, Frankreich und Italien erhielten die Dingelstädter Schüler, mit denen Schack das Projekt durchzog, Geräte für ihren Raum.Auf die Frage, wie er das Münchner Unternehmen "Technogym" - sponsert unter anderem auch Formel I-Pilot Michael Schumacher - von seiner Idee im fernen Dingelstädt überzeugte, antwortete Schack, dass er beim Telefonat den thüringischen Dialekt des aus Sondershausen stammenden Geschäftsführers erkannte. "Danach war das Eis gebrochen", schmunzelte Schack, der besonders einer Spedition, Glaserei, Teppichbodenfirma sowie der DAK in Leinefelde mit Alfred Trauter für die große materielle und finanzielle Unterstützung dankte.
"Der Fitness-Raum wird sowohl von den Arbeitsgemeinschaften als auch zur Erweiterung des Sportunterrichts genutzt", bemerkte Schulleiter Josef Vockrodt und erwähnte auch das benachbarte St. Josef-Gymnasium als Kooperationspartner, dankte den Fördervereinen beider Schulen für die Unterstützung. Selbstverständlich werden die Kollegien beider Schule zur körperlichen Fitness das Studio ständig aufsuchen, auch als Ausgleich zu ihrer theoretischen Arbeit.
Überhaupt spielt der Sport an der Regelschule eine große Rolle. "175 unserer 224 Schüler nehmen regelmäßig an Sport-AG teil", berichtete Vockrodt voller Stolz, informierte über jährliche Herbstläufe, Weihnachtsturniere im Handball sowie Spiel- und Sportfeste. "Der Sportunterricht ist sehr wichtig", erklärte der 59-jährige Schulleiter, dankte seinen Sportlehrern für das "Wecken des Interesses bei den Schülern für die Bewegung und das Spiel".
Selbstverständlich verließen die Besucher die sportliche Schule in der Unstrutstadt nicht ohne einen eigenen kurzen Test auf dem Laufband, am Stepper oder auf dem Ergometer.
6.9. Kölner Stadtanzeiger
Ultimate Frisbee
Volker Schlechter ist der Präsident des Deutschen Frisbbesport-Verbandes.
Sein Ziel ist die Aufnahme in den Deutschen Olympischen Sportbund. Mit ihm sprach Lena Overbeck.Herr Schlechter, der Frisbeesport in Deutschland erlebt derzeit die rasanteste Entwicklung seit seinen Anfängen in den 80er Jahren. Was hat dieser Sport, was andere Sportarten nicht haben?
Fairplay. Alle Frisbee-Disziplinen kommen ohne Schiedsrichter aus, die Verantwortung liegt bei den Spielern selbst. Das funktioniert sogar bei der Mannschaftssportart Ultimate Frisbee. Außerdem spielen wir in Open-Class, das heißt, Männer und Frauen spielen gemeinsam in einem Team. Wir wollen uns selbst so wenig Schranken wie möglich auferlegen.
Führende Nationen sind Kanada und die USA. Was tut der Deutsche Frisbeesport-Verband, um den Sport international weiter voran zu treiben?
Die USA zählen so viele Mitglieder, wie sie auf der ganzen anderen Welt zusammen genommen nicht existieren. Aber auch Deutschland hat sich eine gute Basis geschaffen. Ultimate Frisbee ist seit 1991 offizielle Wettkampfdisziplin des Allgemeinen Deutschen Hochschulsportverbandes, so dass sich gerade an den Universitäten viele Vereine erschließen und neue Spieler finden lassen. Aktuell haben wir die Schulsportinitiative "I can fly" ins Leben gerufen. Durch Weiterbildungen für Lehrer versuchen wir, das Interesse für Ultimate Frisbee für den Schulsport zu wecken. In Schweden ist
Frisbee bereits ein fester Bestandteil des Schulsports. Was sind ihre Ziele für die Zukunft?
Zunächst gilt es, den Frisbeesport in Deutschland wirklich unter einem Dach zu behalten. So dass wir also dort den Disc-Sport haben, mit Freestyler und Ultimate als Hauptdisziplin. Ein Wildwuchs muss vermieden werden, eine einheitliche Trainerausbildung geschaffen werden und natürlich die Idee vom Spirit des Fairplays weiter getragen werden. Langfristig möchten wir als eigenständiger Verband im Deutschen Olympischen Sportbund aufgenommen werden.
Woran ist das Vorhaben bisher gescheitert?
An der Mitgliederzahl. Der DOSB schreibt eine Mindestanzahl von 10 000 Mitgliedern vor, um als Verband aufgenommen zu werden. Bei einem aktuellen Stand von 2000 Mitgliedern scheint dieser Schritt noch weit entfernt. Trotzdem stehen wir der Sache positiv gegenüber. Wir gehen davon aus, dass rund noch einmal so viele nicht-registrierte Frisbeesportler in Deutschland existieren. Können wir diese für uns gewinnen und die Städteligen weiter etablieren, sind wir unserem Ziel schon ein erhebliches Stück näher gekommen.
Sie erwähnten bereits, dass viele der knapp 100 Vereine über Universitäten organisiert sind und dort den größten Zulauf neuer Spieler erhalten. Ist Frisbee nur ein Sport für junge Leute?
Nein. Natürlich gibt es durch die zahlreichen Hochschulsportmannschaften viele junge Spieler. Wir haben aber auch Mannschaften, die mit einem Durchschnittsalter von 35 Jahren Erste Bundesliga spielen. Und natürlich gibt es in den unteren Ligen noch deutlich ältere Spieler. Nach oben und unten sind keine Grenzen gesetzt. Wie gesagt, so wenig Schranken wie möglich.
30.8.2006 DOSB aktuell
DOSB-Vizepräsidentin Doll-Tepper richtet Appell an Arbeitgeber
Für eine umfassende Entwicklung von motorischen Fähigkeiten im Schulsport von Kindern und Jugendlichen hat sich die Vizepräsidentin für Bildung und Olympische Erziehung im Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB), Prof. Dr. Gudrun Doll-Tepper, ausgesprochen.
Eine Art Pisa-Studie auch für Bewegungs-Kompetenzen gefordert
In einem Interview mit der Zeitschrift „mobile“ des Schweizerischen Verbandes für Sport in der Schule und dem Bundesamt für Sport erklärt die Berliner Sportpädagogin: „Wenn wir wirklich ein ganzheitliches Konzept vom Menschen haben, können wir eben nicht immer nur vergleichen, was Korea im Vergleich zu Finnland besser oder schlechter im Bereich Mathematik kann.“ Es geht daher auch um die Herausbildung von Schlüsselqualifikationen in Bezug auf Bewegung und Sport, respektive von Wahrnehmung und Fein- bzw. Gesamtkörpermotorik. Gudrun Doll-Tepper sprach sich damit indirekt auch für eine Art Pisa-Studie zur Überprüfung von motorischen Kompetenzen durch entsprechende Tests aus.Die DOSB-Vizepräsidentin und Präsidentin des Weltrates für Sportwissenschaft und Leibes-/Körpererziehung (ICSSPE) verwies in dem Interview ebenso auf die gesellschaftlichen Probleme durch Übergewicht, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes sowie die zunehmende Verarmung sozialer Kontakte bei Heranwachsenden und appellierte in diesem Zusammenhang auch an alle Verantwortungsträger, den Sportunterricht in der Schule nicht weiter zu vernachlässigen.
Mit Blick auf Parteien, Verbände sowie Handel und Industrie sagte sie: „Lehrbetriebe müssen einsehen, dass sie nichts gewinnen, wenn ihre Auszubildenden nach einer halben Stunde anstrengender Arbeit schon am Ende ihrer Kräfte sind. Wenn diese Erkenntnis in die Kreise der Arbeitgeber vordringt, würde der Sportunterricht sicher einen anderen Stellenwert erhalten.“ Und speziell der Berufsschulsport könne davon gleichsam profitieren …
26.8. 2006 Vlothoer Anzeiger
Im Schulsport ist Musik
Modellprojekt an Grundschule Mindener StraßeHerford. Der Offene Ganztag in Herford wird um die Kooperation von Sport und Musik erweitert. Unter der Federführung des Landessportbundes und der Landesmusikschule soll nach den Weihnachtsferien die Kooperation zwischen Kreissportbund und städtischer Musikschule beginnen. Das Projekt wird von der Landesregierung finanziert.
Der Auftakt für die Entwicklungs-Förderung von Schulkindern fand jetzt im Rathaus statt. Mitarbeiter der Dachverbände gaben einen Einblick in die Möglichkeiten, die in der neuen Kooperation liegen. Sportvereine und Musikschule sollen den Rahmen abstecken, wie Bewegung und Musik zu einer fruchtbaren Entwicklung an den Schulen führen können.
Für Bürgermeister Bruno Wollbrink ist die Zielrichtung klar: " Sport und Musik sind für die Entwicklung einer Stadt von gleichrangiger Bedeutung". Er sei gespannt, welche Schlüsse die Partner und die Pädagogen für den Offenen Ganztag ziehen werden. Am Ende müssten gemeinsame Angebote stehen. Die Grundlagen stellte Susanne Ackermann, Referentin "Sport im Ganztag" beim Landessportbund, vor. Erfahrungen der Hildener Grundschule am Elbsee gab Gudrun Neumann weiter. Dort habe es an der Kommunikation gehapert. Volker Gerland, stellvertretender Leiter des Landesverbandes der Musikschulen, moderierte die Veranstaltung und stellte einen Teilaspekt heraus: "Das Projekt birgt die Chance, mehr Musik in die Schulen zu bringen, denn häufig fehlt es an Fachlehrern, folglich an qualifiziertem Musikunterricht."
Für Musikschulen sei es lohnend, sich im Offenen Ganztag einzubringen, denn die Hauptaktivitäten der Musikschulen lägen eh am Nachmittag. Die "Kooperation von Sport und Musik im Ganztag" berge Potenzial, das von Einzelstunden bis zur Ferienbetreuung reiche. Bis November wird nun ein Modell für die Grundschule Mindener Straße entwickelt.
25.8.2006 Frankfurter Neue Presse
Aktionswoche Mädchenfußball
Achtung, Bälle, jetzt geht’s Euch ans LederNeu-Isenburg. Francisco Coppado, Ioannis Amanatidis und Markus Ochs – Patty hat gleich drei Vorbilder und einen Traum: Sie möchte einmal genauso gut Fußball spielen wie das Trio vom Fußballbundesligisten Eintracht Frankfurt. Freundin Isabella eifert lieber Papa Mitja nach. Der spielt auch Fußball, wenn auch nicht in der ersten Liga. Die beiden Zehnjährigen sind auf dem besten Weg, ihren Traum zu realisieren, schließlich nehmen sie neben weiteren 25 fußballbegeisterten Mädchen aus acht Isenburger Grundschulen an der Aktionswoche Mädchenfußball der Stadt im Sportpark teil. Aber eigentlich geht es gar nicht so sehr um sportliche Leistung und fußballerisches Können. Die Stadt möchte den Mädels die Freude an Bewegung und Spiel vermitteln und damit dem immer stärker ausgeprägten Bewegungsmangel bei Kindern und Jugendlichen entgegenwirken. Außerdem hofft sie, dass die Aktionswoche dazu beiträgt, den Mädchenfußball, nach dem Vorbild der Albert-Schweitzer-Schule, als Teil der Ganztagsbetreuung an den Schulen zu etablieren.
Sportwissenschaftlerin Julia Diehl, die die Mädchen trainiert, freut sich über die Resonanz. Nach der erfolgreichen Premiere im Januar hätten sich für den Sommerkurs vier Grundschulen mehr angemeldet. Einige spielten bereits in Vereinen Fußball, andere hätten keine Vorkenntnisse mitgebracht. Aber ob Fortgeschrittener oder Anfänger – alle haben ihren Spaß, üben den Schuss aufs Tor genauso wie das Dribbeln mit dem Ball. Außerdem gab es im Laufe der Woche jede Menge Bewegungs- und Teamspiele zur Stärkung des Gemeinschaftssinns, Gespräche und Ernährungsberatung. „Süßes mussten die Kinder zuhause lassen“, sagt Julia Diehl. Statt dessen gibt es nur Gesundes zu essen wie gefüllte Paprikaschoten mit Kartoffeln, und anstelle von Cola und Fanta trinken die Mädchen Wasser oder Apfelsaftschorle. Anscheinend hat das zur körperlichen Fitness beigetragen: Die jungen Damen haben nämlich den Nachwuchs der Eintracht-Fußballschule in Freundschaftsspielen zwei Mal geschlagen. Allerdings unterlagen sie ihm auch zwei Mal.
Manfred Diehl, Abteilungsleiter Mädchenfußball bei der TSG und an der Planung der Aktionswoche beteiligt, hält Mädchenfußball für einen idealen Schulsport. Die Spielform sei unproblematisch, könne an allen Schulen umgesetzt werden und erfordere so gut wie keine Investitionen. Zudem trage der Mädchenfußball nicht nur zu körperlicher und geistiger Fitness bei, auch der Teamgeist, die Persönlichkeitsentwicklung und die Bereitschaft, etwas zu lernen, würden gefördert. Er könne den Schulen nur raten, das Angebot wahrzunehmen, sagt Manfred Diehl mit Hinweis darauf, dass die Schulmannschaften regelmäßig von ausgebildeten Trainern besucht würden.
Patty und ihre Freundin Isabella würden im nächsten Jahr gerne wieder an der Aktionswoche teilnehmen – „weil es Spaß macht, mit anderen im Team zu spielen“. Vielleicht nehmen sie es irgendwann sogar mal mit ihren Vorbildern auf. (car)
Heute wollen die Mädels zeigen, was sie gelernt haben. Sie laden Eltern, Lehrer und sonstige Interessierte von 13.30 Uhr an in den Sportpark ein.
20.7. 2006 DSB aktuell
„Sport und Schule“ - ein Arbeitsschwerpunkt des DOSB
Im Präsidium des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) wurden zur künftigen Bearbeitung des wichtigen Aufgabengebietes Sport und Schule die Weichen gestellt.
Die Deutsche Sportjugend (dsj) wird die Themen Schule und Verein, Bundesjugendspiele und Deutscher Schulsportpreis bearbeiten. Alle übrigen Aufgaben werden vom Bereich Bildung und Olympische Erziehung erledigt, insbesondere die Kontakte zur Kultusministerkonferenz der Länder (KMK), zur Sportministerkonferenz der Länder (SMK), zur Hochschul-Rektorenkonferenz und zu weiteren Organisationen. Der Bereich Bildung und Olympische Erziehung ist zudem für Lehreraus-, fort- und -weiterbildung, für Wissenschaft und Internationales zuständig.
Diese Aufgabenteilung wurde von der Vizepräsidentin für Bildung und Olympische Erziehung, Prof. Dr. Gudrun Doll-Tepper, und dem dsj-Vorsitzenden Ingo Weiss gemeinsam abgestimmt und dem Präsidium in der Sitzung in Frankfurt am Main zum Beschluss vorgeschlagen. Zudem beschloss das DOSB-Präsidium die Einrichtung einer „Task Force - Ganztag“ mit der Aufgabenstellung, einen Vorschlag zur DOSB-Strategie - einschließlich Aufgaben, Zuständigkeiten und Arbeitsstrukturen - zum Themenfeld Ganztagsschule und Sport zu erarbeiten. Über die Besetzung der Task Force werden sich Prof. Gudrun Doll-Tepper und Ingo Weiss abstimmen.
Weiter verabschiedete das Präsidium des deutschen Sportdachverbandes die Einrichtung einer ad-hoc-Arbeitsgruppe zur Vorbereitung einer Vorlage „Handlungsempfehlungen von DOSB/KMK für den Schulsport“. Damit soll die gezielte Umsetzung der Schulsportstudie in die Praxis gewährleistet werden.
DSB aktuell 12.7. 2006
Aktion „Kinder laufen für Kinder“ zugunsten UNICEF bringt Kinder in Bewegung
Mit der Aktion „Kinder laufen für Kinder“ wollen Kultusministerien bei Schülerinnen und Schülern die Freude an Bewegung und am sozialen Engagement für UNICEF fördern - der AKTIVPASS hilft dabei.
Die Schirmherrschaft für die bundesweiten Läufe übernimmt jeweils das Kultusministerium des beteiligten Bundeslandes. In Bayern wird die Aktion bereits seit Jahren erfolgreich umgesetzt und steht unter der Schirmherrschaft von Kultusstaatssekretär Karl Freller. Seit 2006 unterstützt auch der Deutsche Olympische Sportbund diese wertvolle Kampagne.
Im Mittelpunkt der Aktion stehen vor allem die Themen Gesundheit und Soziales. Das Prinzip der bundesweiten Schulaktion ist einfach: Im Vorfeld wird ein Parcours gesteckt, bei dem jeder einzelne absolvierte Kilometer einen Spendenbeitrag für die UNICEF-Hilfsprojekte „Schulen für Afrika“ und „Wasser für Äthiopien“ bringt. Jeder Schüler erhöht so mit seiner Strecke das Gemeinschaftsergebnis für die gute Sache. Die Freude am Sport wird mit einer guten und wichtigen Tat für hilfsbedürftige Kinder verbunden. Anlässlich des Jubiläumsjahres (60 Jahre UNICEF international, 150 Jahre Langenscheidt, 10 Jahre Familie & Co und 5 Jahre Initiative „Kinder laufen für Kinder“) wird 2006 erstmalig der „AKTIVPASS“ der Öffentlichkeit vorgestellt, der Schülerinnen und Schüler motivieren soll, sich regelmäßig zu bewegen. Über 12 Wochen hinweg wird die Zeit pro Woche festgehalten, in der aktiv in der Schule, im Verein oder in der Familie Sport getrieben wird. Für jeden ausgefüllten „AKTIVPASS“ spendet Kraft Cares, eine soziale Initiative von Kraft Foods, einen Euro an UNICEF. Im Schuljahr 2005/2006 wurden insgesamt 20.000 „AKTIVPÄSSE“ verteilt. Als Dankeschön für Ihr Engagement erhielten die Schülerinnen und Schüler eine UNICEF-Urkunde und einen Laufbotschafter-Button. Unter den besten Teilnehmern und Teilnehmerinnen werden 100 exklusive, hochwertige Sporttaschen von JAKO-O verlost. Der Startschuss für die Verteilung des „AKTIVPASSES“ fiel am 8. Mai 2006 im Rahmen des 11. Deutschen Präventionstages in Nürnberg.
Auch viele Prominente begeistern sich für die Idee und gehen in den Schulen mit an den Start. Mit dabei sind u.a. UNICEF-Repräsentant Hardy Krüger jr. und Ralf Bauer.
Ein Highlight der diesjährigen Aktion „Kinder laufen für Kinder“ ist der öffentliche Lauf mit anschließendem Familienfest am 24. September 2006 in Planten un Blomen in Hamburg, wo gleichzeitig auch der Spendenscheck an die UNICEF-Vorsitzende Heide Simonis überreicht wird.
Weitere Informationen, Ansprechpartner und Organisationstipps finden Sie unter
www.kinder-laufen-fuer-kinder.de.
Bremer Kreiszeitung 8.7. 2006
"Sport wird unterschätzt"
Mediziner Dietrich Grönemeyer las in Bremen / Verfechter von BewegungBREMEN Interessant, offen, engagiert und sympathisch, so präsentierte sich der Stargast beim Gesundheitstag des Bremer Instituts für Präventionsforschung und Sozialmedizin (BIPS), Prof. Dietrich Grönemeyer, gestern im Haus der Bürgerschaft.
Grönemeyer las am Nachmittag aus seinem Buch "Der kleine Medicus". Zuvor plauderte der Mediziner, der dreimal in der Woche im Institut in Bochum arbeitet und Spezialist für Bandscheiben-OPs mit "Kleinst-Werkzeug" ist, im Gespräch mit unserer Zeitung aus, dass "Der kleine Medicus" zunächst eigentlich ein Sachbuch für Kinder werden sollte. Doch rechtzeitig fiel ihm auf, dass das denn für die lieben Kleinen zu trocken sein könnte. "Plötzlich und unerwartet", so Grönemeyer, nämlich morgens im Bett ("draußen schneite es gerade"), kam ihm die Idee mit dem Abenteuerbuch. "Da hab‘ ich mein Diktiergerät genommen und angefangen." Nur die Sachtexte blieben nüchtern - auf Rat seiner erwachsenen Kinder.
Mit dem Buch will der Mediziner erreichen, dass Kinder mehr über sich selbst und ihre Gesundheit erfahren, selbst erkennen, wenn etwas nicht stimmt, wissen, dass Bauchschmerzen ganz verschiedene Ursachen haben können. Grönemeyer: "Sie können zuviel oder falsch gegessen haben, eine Arbeit steht bevor, es gibt Ärger zu Hause - oder aber eine Entzündung ist Ursache für die Schmerzen." Die Großmutter im Buch greift zu bewährten Hausmitteln, Dr. X gibt den Arzt. "Das Buch ist ein bisschen Fibel für bestimmte Erkrankungen", sagt der Bochumer. Übrigens, ein zweiter Teil ist in Arbeit. Auf den müssen kleine und große Grönemeyer-Fans allerdings noch etwa zwei Jahre warten.
Grönemeyer ist ein Verfechter von Bewegung, benutzt Treppen statt Fahrstühle, schwimmt, läuft. Und auch fürs Büro hat er so seine Tricks. Zum Beispiel: das Telefon außer Reichweite stellen, häufig die Sitzposition wechseln, den Bildschirm auf Augenhöhe stellen. Wer bereits Rückenprobleme hat, sollte am Stehpult arbeiten.
Vehement setzt sich der Arzt und Autor für eine Stunde Schulsport pro Tag ein und hofft, dass die "tolle WM-Stimmung" aufgegriffen wird. "Sport wird unterschätzt", sagt er klar. Bewegung müsse schon in den Köpfen der kleinsten Kinder verankert werden. Die Politik, so seine Meinung, rührt sich beim Thema nicht. Die Aufklärung, wie postiv Bewegung ist, müsse viel größer sein.
Was hat der Kompetenz ausstrahlende Mann künftig vor? Im September erscheint sein neues Buch "Lebe mit Herz und Seele", der Nachfolger von "Mensch sein". Und ihm schwebt eine Studie zu Rückenerkrankungen vor, vielleicht in Zusammenarbeit mit Techniker Krankenkasse und BIPS. 80 Prozent der Rückenleiden, so seine Erfahrung, sind auf Muskelverspannungen zurückzuführen. Raten Sie mal, was dagegen hilft: Bewegung!
Wormser Zeitung 6.7. 2006
Studie zum Sportverhalten von Jugendlichen
MANNHEIM Die Stadt hat das Sportverhalten von Kindern und Jugendlichen untersucht. Dabei wurden 3000 Kinder zwischen 8 und 14 Jahren befragt zu Schulsport und Angebot an Spielgelegenheiten im Wohnumfeld. Insgesamt war das Ergebnis aus Sicht der Stadt gut.
Die Wissenschaft hat längst nachgewiesen, dass Sport-, Spiel und Bewegungsaktivitäten nicht nur für die körperliche Entwicklung, sondern auch für die Ausbildung der Persönlichkeit und sozialer Kompetenzen enorm wichtig sind. Als Mittel der Integrationsförderung gelten sie gerade für Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund als unverzichtbar.
Von Interesse bei der Ermittlung von aktuellen Spiel- und Sportgewohnheiten sind dabei auch Angaben über den sozialen Kontext rund um die Ausübung des Sports. So wollten die Interviewer wissen, ob die jungen Leute dem Hobby Sport gemeinsam mit Familie und Freunden, in der Schule oder in einem Verein nachgehen.
Als Ergebnis der Studie werden die Sport- und Spielgelegenheiten im Wohnumfeld von der Stadt zusammenfassend als ausreichend eingestuft. Bolz- und Skaterplätze sind sehr beliebt, stark genutzt werden auch Sportplätze, der Wald und die Parks. Im Schulsport ist eine gute Zufriedenheit mit dem Unterricht und den sonstigen Angeboten der Sport AG´s, Pausenspiele und Ausstattung der Schulhöfe festzustellen.
Auf die Frage nach den beliebtesten Hobbys vergeben die befragten Kinder und Jugendliche die ersten vier Plätze an Schwimmen, Fußball, Fahrrad fahren und Tanzen. In der Pubertät mit etwa 14 Jahren ist ein deutlicher Rückgang der Sportaktivitäten zu erkennen. Viele Sportarten werden nur ausprobiert, und von insgesamt 20 genannten Hobbys sind elf sportliche Aktivitäten. Deutliche Unterschiede bei den beliebtesten Sportarten gibt es zwischen Jungen und Mädchen, lediglich Schwimmen und Fahrrad fahren ist bei beiden Geschlechtern gleichermaßen außerordentlich beliebt. Bäder und Schwimmgelegenheiten haben deshalb eine wichtige Funktion, wobei das Herzogenriedbad nach der Befragung das zentrale Bad für die Mannheimer Kinder und Jugendlichen ist.
Wie Grünen-Stadträtin Gabriele Thirion-Brenneisen bei der Vorstellung der Studie im Sportausschuss des Mannheimer Gemeinderats in Anspielung auf einen Vorstoß von FDP-Stadtrat Volker Beisel sagte, "sollte dies jedem zu denken geben, der die Schließung von Bädern plant". Es sei ein positives Ergebnis für Mannheim, so Sportbürgermeister Peter Kurz in seinem Fazit zur Studie, dass keine Defizite oder unmittelbarer Handlungsbedarf zu erkennen sei. Anlass zum Nachdenken gäbe allerdings, warum eine Mehrzahl der deutschen Kinder in Sportvereinen engagiert sei, ausländische jedoch nicht. Entsprechend sei in Stadtteilen mit hohem Ausländeranteil eine eher geringe Teilnahme am organisierten Sport festzustellen. Ebenso sind 65 Prozent der Gymnasiasten Mitglieder in Sportvereinen, Hauptschüler dagegen nur zu 33 Prozent.
DSB-Aktuell 28.6.2006
Verleihung des Deutschen Schulsportpreises 2006
Unter dem Motto “Schulsport bewegt Schule“ zeichnete der DOSB am 22. Juni 2006 Schulen aus, die dieses Motto in ihren Schulalltag einbringen und sich in besonderer Weise für einen vielfältigen, innovativen und nachhaltigen Schulsport einsetzen.
Dieser Schulsportpreis wird seit drei Jahren jährlich verliehen und ist ein Beitrag des organisierten Sports zur Qualitätsoffensive für eine Verbesserung der Situation im Schulsport. Der erste Preis, verbunden mit einem Scheck in Höhe von 5000 Euro, fiel in diesem Jahr an die Gustav-Adolf-Schule in Herne. Weitere Preisträger sind die Sprachheilschule Wilhelmsburg in Hamburg sowie die integrierte Gesamtschule in Bonn-Beuel, denen jeweils ein Scheck in Höhe von 2.500 Euro verliehen wurde. Erstmals wurde auch ein Sonderpreis vergeben. Dieser ging an die Landesberufsschule für Hörgeräteakustiker in Lübeck und wurde mit 1.000 Euro dotiert.
Initiativen, Projekte und Aktionen, die zur Nachahmung anregen
Bei der Preisverleihung in Bad Bramstedt (Schleswig-Holstein) hoben die Senatorin der Freien und Hansestadt Hamburg, Alexandra Dinges-Dierig, der Vorsitzende der Kommission Sport der Kultusministerkonferenz der Länder, Burkhard Jungkamp, und der Vorsitzende der Deutschen Sportjugend, Ingo Weiss, die Bedeutung dieses Schulsport-Preises hervor. Ingo Weiss: „Durch diesen Wettbewerb kommen Initiativen, Projekte und Aktionen ans Licht, die zur Nachahmung anregen und die sonst leider nur allzu oft im Verborgenen bleiben.“ Die Liste der sportlichen Aktivitäten der siegreichen Herner Gustav-Adolf-Schule als Ganztagshauptschule ist lang: Erlebnis- und Abenteuersport, Pausensport, Arbeitsgemeinschaften, Schulsportfeste, Schulsportwettkämpfe, Mitausrichter des Landesfinales „Jugend trainiert für Olympia“ im Judo, Schulsporttage und Schulfahrten mit sportlichem Schwerpunkt, Präventionsangebote und Sportförderunterricht und schließlich Evaluation und Qualitätsmanagement. Und hinter all diesen Aktivitäten steckt ein pädagogisches Konzept, das voll und ganz den Zielen und Vorgaben der Deutschen Sportjugend und des Deutschen Olympischen Sportbundes entspricht.
Best-Practice-Beispiele in Herne
In allen Jahrgangsstufen dieser Ganztages-Hauptschule wird innerhalb des Sportunterrichts ein besonderes Augenmerk auf kooperative, teambildende Aufgabenstellungen und Spielformen gelegt. Mindestens einmal pro Schuljahr wird ein Fitness-Test durchgeführt. So erhalten die Schülerinnen und Schüler regelmäßig eine Rückmeldung über ihre körperliche, gesundheitliche und leistungsbezogene Entwicklung. Bei besonders auffälligen Ergebnissen können gezielt Empfehlungen für Gesundheitsberatungen, Sportfördergruppen oder für Angebote von Sportvereinen gegeben werden. Besonders beeindruckt hat die Jury die Einrichtung eines „Jugend-Fitness-Clubs“ an der Herner Gustav-Adolf-Schule. Dieser hilft nicht nur bei der Durchführung der Fitness-Tests an der Schule und wertet diese aus, sondern er organisiert auch praktische Bewegungsangebote, mit denen die sozialen Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler erweitert werden. Aktivitäten wie Sportklettern oder Besuch einer Stunt-Schule klingen nicht nur spannend, sie sind auch dazu geeignet, für ein lebenslanges Sporttreiben zu animieren. Zu beachten sind auch die Möglichkeiten der Ausbildung zur Ersten Hilfe bei Sportverletzungen und die Kooperation mit einem Altenpflegeheim, die im Rahmen des Schulsports geboten werden. Der Sportjugend-Vorsitzende Ingo Weiss sagte bei der Auszeichnung der Siegerschule: „Wir finden in diesem Programm Best-Practice-Beispiele, die vom Deutschen Olympischen Sportbund auch für andere Schulen empfohlen werden können. Und das soll letztlich auch Sinn dieses Wettbewerbes sein.“
Ard.de 28.6. 2006
Ballschule Heidelberg
Mach es wie Ronaldinho!
Warum können unsere Kicker nicht zaubern wie Ronaldinho oder Pelé?
Heidelberger Sportwissenschaftler wollten es genau wissen und reisten nach Brasilien.
Aus ihrern Erkenntnissen formten sie das Konzept der 'Ballschule Heidelberg'.
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Einfach losbolzenEin Ergebnis der Forschungen von Sportprofessor Klaus Roth: Brasilianische Kinder werden von Jahr zu Jahr einfallsreicher und besser im Kicken, während unsere Kinder immer weniger kreativ spielen, je älter sie werden.
"Deutsche Kinder gehen heutzutage sehr früh in die Vereine. Sie spielen nicht mehr auf den Straßen und diese vielseitige Kultur des Spielens auf der Straße - dieses freie Spielen - das hat bewirkt, dass die Kinder sehr ideenreich waren und intuitiv gespielt haben." Aus diesem intuitiven Spielen wachse der Überraschungsmoment, der das Spiel der Südamerikaner auszeichne, so Prof. Klaus Roth. "Da gibt es eine 'Strandspielkultur' und die Ballschule Heidelberg ist von der Philosophie her der Versuch, solch eine Straßenspielkultur wieder zurückzuholen in die Schulen und in die Sportvereine."Soweit die Grundidee. Klaus Roth sah in Brasilien genau hin, welche Fähigkeiten die Kinder auf der Straße eigentlich trainieren und schuf daraus eine sportwissenschaftliche Theorie. Dann gründete er das Talentförderprojekt, die 'Ballschule Heidelberg'. Vereine und Schulen machten mit. Das Konzept war schnell erfolgreich und wird mittlerweile von vielen anderen Orten übernommen.
Fußball, Handball, Basketball - alles wird trainiert
Auf der Straße kicken Daniel Memmert, Leiter des Stützpunktes Heidelberg, erklärt die Vorteile des Projektes: "Wir trainieren nach einem Bausteinkastenprinzip. Das bedeutet, dass die Kinder nicht speziell Fußball, Handball oder Basketball spielen, sondern dass die Kinder Grundtechniken, Grundtaktiken lernen, die sie später in vielen verschiedenen Sportspielen einsetzen können."Als Beispiel für einen Taktikbaustein nennt Memmert die Aufgabe 'Lücke erkennen'. Ob der Ball mit dem Fuß oder dem Hockey-Schläger bewegt wird ist egal, Hauptsache er wird in die Lücke gespielt. Ins Spezialtraining, sei es Fußball, Hockey oder eine andere Ballsportart, kommen die Kinder erst nach zwei bis drei Jahren.
Diese Kinder sollen einmal mit dem Ball zaubern können, als Hand- oder Fußballer, als Hockey- oder Tennisspieler und das geht nur, wenn sie jetzt ganz spielerisch aber gezielt, Ballgefühl entwickeln. Der Trainer kritisiert nie, das wäre kontraproduktiv. Schon nach zwei Jahren, das ergaben die Beobachtungen, haben die Kinder eine bessere Motorik, sind gewitzter und spontaner als andere im gleichen Alter.
Eltern sind begeistert
Christel Faris kann das nur bestätigen. Ihre zwei Kinder sind mit Feuereifer dabei, auch zuhause: "Ich hab Sorge um mein Geschirr, aber ansonsten ist es wirklich toll. Sie dribbeln, wo sie können. Es ist ganz süß: Jeder Ball wird genommen, ob klein, ob groß. Seit sie jetzt hier in der Ballschule sind, zieht es Kreise. Sie spielen auch immer im Hof." "Ja, wir dribbeln mit'm Basketball", mischt sich ihr Sohn ein. Christel Faris Fazit: "Den hat's total erwischt."Export in alle Welt
Inzwischen ist das Konzept der Heidelberger Ballschule sogar ins Mutterland des Kreativfußballs nach Brasilien exportiert worden. Dort vor einigen Jahren gegründete 'eschola da bola' versteht sich dort aber eher als Entwicklungshilfe-Modell für Straßenkinder und weniger als Talentschmiede. Doch auch in Brasilien gibt es zunehmend Klagen, dass die Kinder zu früh in die Fußballschulen gehen und das intuitive, kreative Spielen nicht lernen.Und sogar Afrika zeigt Interesse. In Nigeria wird das Konzept ausprobiert und ganz besonders eng ist die Zusammenarbeit zwischen Heidelberg und Japan. Der japanische Sportunterricht ist ja noch viel reglementierter als unserer. Das soll jetzt dort geändert werden und so lernen auch japanische Sportlehrer seit kurzem das ABC der Heidelberger Fußballschule.
Märkische Zeitung 28.06.2006
Weiterbildung in der Uni Potsdam
SCHULSPORT / Sportlehrertag im August
PERLEBERG Das Aktionsbündnis für den Schulsport im Land Brandenburg bereitet gemeinsam mit dem Deutschen Sportlehrerverband und der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft eine praxisorientierte Sportlehrerfortbildung vor, die vom Ministerium für Bildung, Jugend und Sport als Fortbildung für Lehrer anerkannt wird.
Der Sportlehrertag wird am 26. August von 9 bis 16 Uhr in der Universität Potsdam veranstaltet. Eingeladen sind Sportlehrkräfte aller Schulstufen und Schulformen. Geplant sind an diesem Tag insgesamt 33 unterschiedliche Praxisworkshops in zwei Blöcken. Jeder Teilnehmer muss sich schon bei der Anmeldung für seine zwei Wunsch-Workshops entschieden haben.
Die Palette reicht von Leichtathletik bis Ringen, von Country-Tanz bis Rugby und von Golf bis Speedminton.
Die Anmeldung sollte bis Sonntag, 9. Juli, erfolgen. Die Anmeldeunterlagen sind über die Schulen erhältlich.
Weitere Informationen oder die Meldeunterlagen können auch über den Landessportbund, 0331/9 71 98 49 angefordert werden.
HNA-online 26.6. 2006
Bewegung mit Spaßfaktor
Sportsfun: Schüler der Engelsburg probierten im Auebad eigene Spielideen ausMarvin Fitzner tastet sich mit einer Wasserkanne in der Hand und einer Binde um die Augen um Verkehrshütchen. Seine Klassenkameraden aus der 6B des Engelsburggymnasiums, Tobias Schmitt, Antonia Börner und Maximilian Zimmermann, lotsen ihn Seil springend mit Zurufen durch den Hindernisparcours.
Blinde Kuh im Auebad unter erschwerten Bedingungen. So witzig ist das Bodenturnen, das Marvin und seine Mitschüler im Sportunterricht nach Lehrplan üben, nicht. Ein bisschen Abwechslung im Sportunterricht könne nicht schaden, sagt Antonia.
Wie das geht, lernten die Schüler der Engelsburg am Montag während ihrer Schulsportfete. Unter dem Motto Sportsfun wählte die Sportjugend Hessen unter 30 Schulen des Landes zwölf für das spielerische Bewegungsfest aus. Matthias Kringel, Freizeitsportreferent der Sportjugend, hat das Konzept der Engelsburg überzeugt, bei dem ältere Schüler Spielideen für jüngere Mitschüler entwickelten und in Spielstationen umsetzten, wie den Blinde-Kuh-Parcours. "Das ist sehr vorbildlich", sagt Kringel. Nur die Holzkonstruktion für einen Kicker mit Schülern als Spielfiguren erwies sich als zu zerbrechlich.
Eine Kletterwand, Baseball im Käfig oder die schwankende Brücke, die eine Klasse nur gemeinsam überqueren kann: Schulleiter Dieter Sommer, selbst Sportlehrer, freut sich über die Anregungen für den Sportunterricht an der Engelsburg. Vor allem das Spinnennetz hat ihn beeindruckt. Da schieben, heben und tragen sich die Schüler einer Klasse gegenseitig durch. Teamwork, Zusammenarbeit ist gefragt. Mehr Kreativität im Sport wünscht sich auch Sommer. Das scheitere leider oft am fehlenden Hallenplatz.
Focus-online 26.6. 2006
Biounterricht im Laufschritt
Sportunterricht alleine reicht nicht. Der Thüringer Landessportbund will Kinder auch in anderen Fächern in Bewegung bringen.„Biologie- und Geographieunterricht muss nicht immer im Klassenzimmer stattfinden“, sagte Jugendreferentin Heike Wichmann in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Zu einem Symposium „Kinder in Bewegung“ am Samstag in der Universität Erfurt hatten sich mehr als 200 Lehrer und Erzieherinnen angemeldet. Die Schule sei gefordert, weil nach Untersuchungen inzwischen jedes fünfte Kind in Deutschland zu dick ist.
Zwei Drittel des Tages inaktiv“
„Zwei Drittel des Tages sind die Kinder heute inaktiv“, sagte Wichmann. Sie säßen in der Schule und später an den Hausaufgaben, vor dem Computer oder dem Fernseher. „Deshalb muss die Schule von dem gängigen Frontalunterricht abrücken und Lerninhalte auch mal in der Natur vermitteln.“ Dies sei nach den neuen Lehrplänen möglich.Rückwärtsrolle hilft beim Subtrahieren
Die Bewegungsarmut von Kleinkindern hat für die Jugendreferentin inzwischen dramatische Züge angenommen. „Etliche Kinder können bei der Einschulung keinen Purzelbaum, von einer Rolle rückwärts ganz zu schweigen.“ Dabei sei erwiesen, „dass Toben schlau macht“, sagte Wichmann. „Kinder die eine Rückwärtsrolle beherrschen, können zum Beispiel besser subtrahieren.“Deshalb müssten auch die Eltern in die Pflicht genommen werden. „Es ist teilweise unerträglich, wie sie ihre Kinder überbehüten. Manche Eltern tragen ihre Kinder sogar noch bis zum Stuhl im Kindergarten“, sagte Wichmann.
Der Sportbund versuche mit mehreren Projekten, dieser Entwicklung entgegen zu wirken. So gebe es etliche Kooperationsvereinbarungen von Sportvereinen mit Kindergärten und Schulen. Sie sehen unter anderem vor, dass Trainer Erzieherinnen und Lehrern Anleitungen für einfache sportliche Übungen geben. Zudem sei ein Wettbewerb für die bewegungsfreundlichste Grundschule ausgeschrieben worden.
15.6. 2006 DSB-aktuell
4. Konferenz der Eliteschulen des Sports in Stuttgart
Die 4. Konferenz der Eliteschulen des Sports fand vom 30. bis 31. Mai 2006 in der Sparkassenakademie Neuhausen/Stuttgart statt. Zehn Jahre nach dem Start des Programms Eliteschulen zog der DOSB-Präsident gemeinsam mit der Sparkassen–Finanzgruppe, dem Hauptförderer der Eliteschulen, eine positive Bilanz. Mit Blick auf die Zukunft sollen nun die Qualitätsentwicklung sowie die Kriterien der Eliteschulen des Sports weiter geschärft werden. Bach stellte fest, dass zusätzlich zu den 40 bestehenden Einrichtungen in Deutschland weitere Eliteschulen unter Berücksichtigung des notwendigen Qualitätsstandards aufgebaut werden sollten und forderte die Länder auf, dies umzusetzen.Zahl der Eliteschulen soll erhöht werden
Ulrich Feldhoff, der Vorsitzende des Arbeitskreises der Eliteschulen des Sports, bekräftigte mit den Ergebnissen der Olympischen Spiele in Turin die Aussagen des DOSB-Präsidenten: „52 Prozent der deutschen Olympiamannschaft haben Eliteschulen des Sports besucht.“ Feldhoff pointierte die klare Zielstellung: „Übergang in qualifizierte Bildungs- und Berufskarrieren nach der schulischen Laufbahn und Erfolg im internationalen Spitzensport.“Dabei, und da sind sich Feldhoff und Bach einig, muss vor allem die Anzahl der Schulen erhöht werden, um ein flächendeckendes Netz zu bekommen. Besonders gewinnbringend ist in diesem Zusammenhang die seit Anbeginn beteiligte Kultusministerkonferenz, die durch den baden-württembergischen Ministerialdirektor Thomas Halder bei der Konferenz vertreten wurde. Halder betonte, dass die Zusammenarbeit auch künftig ausgeschöpft werden soll und die positive Entwicklung an den Schulen von den Ländern weiterhin unterstützt wird.
Auch die Sparkassen-Finanzgruppe, vertreten durch die Leiterin des Gesellschaftlichen Engagements beim Deutschen Sparkassen- und Giroverband, Dr. Heike Kramer, hat ihre weitere Unterstützung der Eliteschulen zugesagt. Die Sparkassen-Finanzgruppe unterstützt die Eliteschulen des Sports seit ihrer Gründung als bisher einziger Förderer aus der Wirtschaft. Die Verteilung der Mittel soll sich dabei zukünftig noch mehr an der Effizienz der Schulen und der Erfüllung der gesetzten Kriterien orientieren.
Festlegung neuer Schwerpunkte
Schwerpunkte des Themenfeldes Eliteschulen, so wurde auf 4. Konferenz, die mit 170 Expertinnen und Experten einen Teilnehmer-Rekord verzeichnete sollen in Zunkunft die inhaltliche Schärfung der Qualitätskriterien, die Umsetzung der fachlichen Richtlinienkompetenz der Spitzenverbände, die Unterstützung und der Aufbau neuer Eliteschulen des Sports an ausgewählten Standorten sowie der Aufbau eines nationalen Internetportals der Eliteschulen sein.
8.6. Krankenkassen News
Durch mehr Bewegung Unfälle verhindern
Auf der Auftaktveranstaltung zum Kindersicherheitstag 2006 zeichnet der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesgesundheitsministerium, Rolf Schwanitz, heute die Gewinner des Wettbewerbs „Gehüpft wie gesprungen – Bewegung fördern, Unfälle vermeiden. Gute Beispiele machen Schule“ aus. Hauptpreisträger ist die Klasse 3a der Christina Schule aus Stammeln (Köln) mit dem Projekt „Loss jonn – mach mit. Beweg dich – bleib fit!“.
Rolf Schwanitz: „Der Kindersicherheitstag 2006 zeigt uns mit den positiven Beispielen der prämierten Schulen, dass Prävention schon mit ganz einfachen Mitteln machbar ist. In diesem Jahr steht das Thema Bewegung im Vordergrund, denn ausreichend Bewegung im Kindesalter ist wichtig, wenn wir Unfälle verhindern wollen. Kinder haben einen natürlichen Bewegungsdrang. Trotzdem sitzen viele Kinder heute zu viel vor dem Fernseher und Computer und bewegen sich zu wenig. Kindern mit geringen Bewegungserfahrungen fehlen aber wichtige Voraussetzungen, um vor Unfällen geschützt zu sein. Ich freue mich daher, heute das Projekt der Klasse 3a der Christina Schule aus Stommeln auszeichnen zu können, bei dem sich die Kinder intensiv damit beschäftigt haben, wie Unfälle passieren und wie man sie vermeiden kann. Das ist ein tolles Projekt mit einem hervorragenden Ergebnis, das unbedingt den ersten Preis verdient.“
Neben der Auswertung von Beobachtungen von Schulhof- und privaten Unfällen, einer Ausstellung mit Bildern und Collagen, einer selbst entwickelten Unterrichtsreihe für den Sportunterricht sowie „Elf goldenen Regeln zur Bewegung und Unfallverhütung“ hat die Klasse einen Film gedreht, der all das dokumentiert und bei dem sogar der Fußballnationalspieler Lukas Podolski mitgewirkt hat.
Rolf Schwanitz: „Auch wir, als Bundesgesundheitsministerium, möchten mit unserer Kampagne 'Bewegung und Gesundheit' die Menschen dazu bringen, sich mehr zu bewegen. Dabei sollen jede und jeder 3.000 Schritte am Tag extra gehen, um etwas für die Gesundheit zu tun und Krankheiten vorzubeugen. Darüber hinaus werden wir im Rahmen der deutschen EU-Ratspräsidentschaft im ersten Halbjahr 2007 einen Kongress zum Thema 'Gesundheitliche Prävention am Beispiel von Bewegung und Ernährung' veranstalten.“
Der nationale Kindersicherheitstag wird am 10. Juni 2006 bereits zum siebten Mal von der Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Mehr Sicherheit für Kinder e.V. veranstaltet.
Weitere Informationen unter www.kindersicherheit.de.
8.6. 2006 Märkische Zeitung
Schüler verletzen sich im Sportunterricht vor allem bei Ballspielen
München (dpa) Fußball, Basketball oder Handball bergen für Schüler ein besonderes Verletzungsrisiko: Mehr als die Hälfte aller Unfälle im Sportunterricht passieren bei Ballsportarten, wie der Bundesverband der Unfallkassen (BUK) am Donnerstag in München mitteilte. Die schwersten Sportunfälle passieren aber beim Skifahren oder Schlittschuhlaufen. Nach einer erstmals veröffentlichten Statistik für Sportunfälle an allgemein bildenden Schulen mussten sich 2004 insgesamt rund 520 000 Schüler wegen Verletzungen im Sportunterricht ärztlich behandeln lassen. Dennoch machten gerade Sport und Bewegung die Kinder und Jugendlichen fit gegen Unfälle, erklärte der Verband.
Häufig von Verletzungen betroffen sind bei Handball, Volleyball und Basketball Hände und Finger. Beim Fußball werden vor allem Knie und Füße in Mitleidenschaft gezogen. Dabei handelt es sich dem BUK zufolge vor allem um Zerrungen und Verstauchungen. Zwar verletzten sich beim Fußball besonders Jungen, die Sportunfälle von Mädchen beim Fußballspielen nähmen aber zu. Das lasse auf eine steigende Beliebtheit des Sports auch bei den Mädchen schließen. Nach Unfällen beim Skifahren oder Schlittschuhlaufenda wird nach Kassenangaben deutlich öfter als bei anderen Sportarten eine Reha notwendig.Bundesweit sind insgesamt rund zehn Millionen Schüler bei Unfallkassen und den Verbänden der Gemeindeunfallversicherungen versichert. Meldepflichtig ist jeder Unfall, nach dem ein Arzt aufgesucht werden muss.
Tagesspiegel 7.6. 2006
DAS FAIRPLAY zwischen Mythos und Wirklichkeit
Falsches Vorbild
Schwalben, Notbremsen, versteckte Fouls - der Erfolg heiligt die Mittel.
Wie junge Spieler ihren Idolen auch dort nacheifern, wo sie besser eigene Wege gehen solltenVon Thomas de Padova
Große Gesten der Fairness? Gunter Pilz fallen sofort Beispiele ein. Etwa die Reaktion des Trainers Frank Haberland vom SV Beckedorf: Als der Coach beobachtet, wie einer seiner Spieler seinen Gegner im Rücken des Schiedsrichters schlägt, macht sich der Trainer nicht zum Komplizen des Täters. Er holt den Spieler, der sonst ungestraft davongekommen wäre, vom Platz und schickt ihn nach Hause. „Er hat keinen Ersatzspieler eingewechselt, sondern sein Team mit einem Mann weniger weiterspielen lassen.“
Pilz kann einige solche Geschichten erzählen. Er gehört zur Jury der Aktion „Fair ist mehr“ des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) und wurde vor sechs Jahren in den Expertenausschuss für Fairplay der Uefa berufen. Aber der 62-jährige Soziologe entwirft an diesem Frühlingsnachmittag ein eher düsteres Bild des Fußballalltags. Nach gehaltener Vorlesung sitzt er in seinem Arbeitszimmer im Sportwissenschaftlichen Institut der Uni Hannover und schildert, wie schon die Kleinsten auf dem Platz zu unfairem Spiel angetrieben und beschimpft würden. Am schärfsten von den eigenen Eltern: „Tritt ihm in die Knochen!“ oder „Bewegungslegastheniker!“ sind Sprüche, die er und seine Studenten am Spielfeldrand aufgenommen haben.
In die Imagewerbung der WM passen die Kommentare nicht. Darin ist der Fußballverein ein Ort, an dem junge Menschen Anstand lernen. „Der Fußball als Mannschaftssport lehrt sie Disziplin, Achtung, Teamgeist und Fairness – auf dem Platz wie im Leben“, hat es Fifa-Präsident Joseph Blatter umschrieben.
Doch um die Fairness ist es schon im Jugendfußball nicht gut bestellt. „Spätestens in der C-Jugend lernen Jugendliche, dass es im Interesse des Erfolgs wichtig und richtig ist, Regeln zu verletzen“, sagt Pilz. Anstatt Fairness zu lernen, werde ihnen in den Vereinen oft das Gegenteil vermittelt. Pilz befasst sich seit Jahrzehnten mit Fairplay und Gewalt im Sport. Er hat Fanprojekte von Hannover 96 mitbegründet, Mitternachtssport für Jugendliche organisiert und ist für die WM 2006 in Beratungsteams aktiv. In Sachen Fairness kann er sich auf die Befragung aller C- und B-Jugendspieler der vier Bezirksligaklassen in Niedersachsen stützen, zusammen mehr als 4500 Fußballspieler im Alter von 12 bis 16 Jahren. „Wir befragen sie jedes Jahr zum Fairplay.“
Eines der Ergebnisse: „Jugendliche, die länger als sechs, und erst recht solche, die länger als neun Jahre im Verein Fußball spielen, sind signifikant häufiger der Meinung, dass man auf dem Platz unbedingt gewinnen muss, notfalls auch mit Fouls.“ Mit Blutgrätschen, Schwalben und was an fiesen Tricks so dazugehört.
Fußball ist ein kampfbetontes Spiel, in dem es darum geht, sich durchzusetzen. Der BGH hat diesen Umstand in einer Schadensersatzklage 1974 auf seine Weise formuliert: „Das dieser Sportart eigene kämpferische Element beim gemeinsamen Kampf um den Ball führt nicht selten zu unvermeidbaren Verletzungen. Mit deren Eintritt rechnet jeder Spieler und geht davon aus, dass auch der andere die Gefahr in Kauf nimmt, daher etwaige Haftungsansprüche nicht erheben will.“
Gleichzeitig muss sich jeder Fußballer jedoch darauf verlassen können, dass allen daran gelegen ist, Verletzungen des Gegenspielers zu vermeiden. Um dies bei zunehmend erfolgsorientierter Spielweise im Sinne eine Kosten-Nutzen-Rechnung halbwegs zu gewährleisten, verhängen die Schiedsrichter inzwischen deftige Strafen für schwere Fouls.
In den „Cambridge-Rules“, den Vorläufern der heutigen Fußballregeln, waren solche Strafen nicht vorgesehen. Für die englische Oberschicht im viktorianischen Zeitalter war der sportliche Wettkampf geprägt von der freiwilligen Unterwerfung unter die Regeln, von Anstand, Aufrichtigkeit und Selbstbeherrschung. Er galt als Schule fürs Leben der damaligen Elite. Diese „ritterliche Einstellung“ habe einer „vulgären Verbissenheit des Siegens um jeden Preis“ Platz gemacht, stellte der französische Soziologe Pierre Bourdieu fest. Die Grenzen des Tolerierbaren haben sich immer weiter verschoben.
Im Profifußball wird heute in entscheidenden Situationen allgemein erwartet, dass der Spieler die „Notbremse“ zieht. Als Michael Ballack im Halbfinalspiel der WM 2002 einen Südkoreaner in aussichtsreicher Position nur noch mit einem üblen Foul stoppen konnte und deshalb fürs Finale gesperrt war, wurde er dafür von Kommentatoren nicht gescholten. Stattdessen hieß es, er habe „Verantwortung übernommen“. Das Foul machte ihn zum tragischen Helden. Dagegen erhielt der Türke Alpay Özalan bei der Europameisterschaft 1996 zwar den Fairplay-Preis der Uefa, weil er den ihm enteilenden kroatischen Stürmer nicht mit einem Foul am Siegtreffer hinderte. In seiner Heimat aber verspottete man ihn als Weichei.
Die Fifa versucht zwar, am Fairplay-Gedanken des Sports festzuhalten, kann sich aber auch mit härteren Strafen nicht durchsetzen. Als sie für den Weltcup 1990 Bußgelder von bis zu 30 000 Schweizer Franken festsetzte, mit denen Spieler bei wiederholtem Foulspiel sanktioniert werden sollten, hätten sich die deutsche Mannschaft und ihr Trainer Franz Beckenbauer quer gestellt, sagt Pilz. „Der DFB musste schließlich die Strafen für die Spieler übernehmen.“
Deutlich hat Paul Breitner Position bezogen, der mit seinem Buch „Ich will kein Vorbild sein“ seinerzeit einiges Aufsehen erregte: „Denn eines ist klar, und das gilt für Schüler genauso wie für Bundesligaprofis: Bevor ich dem Gegner erlaube, ein Tor zu schießen, muss ich ihn mit allen Mitteln daran hindern – und wenn ich das nicht mit fairen Mitteln tun kann, dann muss ich es eben mit einem Foul tun. Lieber einen Freistoß als ein Tor. Wer das nicht zugibt, der lügt sich was vor – oder er ist kein Fußballer.“
Fest steht: Die Profis sind, ob sie wollen oder nicht, Vorbilder für die Heranwachsenden. Und die beeindrucken gerade die üblen Tricks. In der Art und Weise, wie sich die Stars über Moral und Regeln hinwegsetzen, finden Jugendliche einen Schlüssel dazu, selbst Gebote zu umgehen. Auch für sie werden das Gewinnmotiv und die damit verbundene Rücksichtslosigkeit mehr und mehr zur obersten Maxime. Die Verbissenheit werde maßgeblich auch von Trainern und Eltern in den Jugendfußball hineingetragen, sagt Pilz. „Einige Eltern sind so ehrgeizig, dass sie von ihrem Kind viel mehr verlangen als der Trainer selbst.“ Pilz hat immer wieder Szenen auf dem Platz erlebt, bei denen die Jungs in Tränen ausbrachen.
Auch die Trainersituation ist im Fußball nicht einfach. Sportwissenschaftler wie Dietrich Kurz von der Uni Bielefeld beklagen, dass in keiner anderen Sportart so viele Jugendliche von Übungsleitern betreut werden, „die für ihre Aufgabe keine Ausbildung erhalten haben, keine Lizenz besitzen“. Aber wer opfert schon seine Freizeit für eine solche Aufgabe?
Pilz hat bei seinen Erhebungen in Niedersachsen festgestellt, dass der Trainer einen starken Einfluss auf das Fairnessverständnis und in geringerem Maße auch auf das Fairnessverhalten der Jugendlichen hat. Zeigt er großes Interesse am Fairplay, geben auch die Spieler signifikant häufiger an, dass sie auf Schwalben oder Notbremsen verzichten.
Soeben haben Forscher der Uni Augsburg Schiedsrichter verschiedener Sportarten nach dem Verhalten von Trainern, Zuschauern und Spielern befragt. Fußball schnitt am schlechtesten ab. Die Trainer fielen dadurch auf, dass sie Gegner und Schiedsrichter am häufigsten beschimpften und sogar handgreiflich wurden, bei den Zuschauern war die Neigung zur Gewalt besonders ausgeprägt, Unflätigkeiten an der Tagesordnung. „Sportlehrer sollten bei der Vermittlung von Fußball über Fairness und Verhalten reflektieren und im Schulsport eine Distanz zum öffentlichen Erscheinungsbild der Sportart aufbauen“, rät der Sportpädagoge Helmut Altenberger. „Hier ist auch der DFB gefragt, der über seine Trainerausbildung nachdenken muss.“
„Je ausgeprägter die Erfolgsorientierung, desto mehr degenerieren informelles und formelles Fairplay zu einer fiktiven Handlungsmoral des Leistungssports“, resümiert Pilz. Sie machte einer Moral des „fairen Fouls“ Platz. Das ist zwar noch mit dem Anspruch verbunden, den Gegner nicht absichtlich zu verletzen. Aber nicht zuletzt wegen der übertriebenen Härte des Spiels kehren etliche Jugendliche dem Fußball schon nach wenigen Jahren wieder den Rücken.
Jürgen Klinsmann klagte schon vor der letzten WM in der „Financial Times Deutschland“, manche Eltern und Trainer führten sich auf wie Zombies. Das Ergebnis sei, „dass die meisten Spieler mit 14 oder 15 verheizt sind“. Der Vereinsfußball habe im Alter zwischen 14 und 18 Jahren eine Ausstiegsquote von 60 Prozent. „Wenn auf einen Achtjährigen beim Fußball Druck ausgeübt wird, wird er als Zwanzigjähriger niemals sein Potenzial erreichen.“
Beim Weltcup 2006 hofft die Fifa auf die eine oder andere große Geste der Fairness. Diese gilt nach wie vor als bessere Werbung für den Fußball als die Schlitzohrigkeit eines Maradona, dem im WM-Viertelfinale 1986 gegen England beim 1:0 die „Hand Gottes“ zu Hilfe kam. Mit einem ungerechten Spielausgang fallen zwar nur die immateriellen Werte des sportlichen Wettkampfs – aus diesen Idealen aber schöpfen viele Breitensportler ihre größte Motivation. Wo es um die höchste Trophäe geht, sind auch die Erwartungen an die Fairness am höchsten.
DSB-aktuell 2.6. 2006
Staatszielbestimmung Sport auf dem parlamentarischen Weg
Die Erweiterung des Grundgesetzes um die Staatszielbestimmung Sport soll nun doch noch auf den parlamentarischen Weg gebracht werden.Der Vorsitzende des Sportausschusses des Deutschen Bundestages, Dr. Peter Danckert (SPD), kündigte an, dass die abgesagte Anhörung im Rechtsausschuss des Parlaments für Ende Juni terminiert werde. Eingeladen werden sollen DOSB-Präsident Dr. Thomas Bach und acht von den Fraktionen zu benennende Experten. „Ich unterstütze den DOSB-Präsidenten in den Bemühungen, den Sport bundesstaatlich durch einen Artikel 20 b des Grundgesetzes als Rechts- und Sozialgut zu schützen“, erklärte Danckert in Berlin. Der SPD-Politiker will gemeinsam mit der Sportsprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Dagmar Freitag, die Sportpolitiker der Union zu einem Gespräch bitten, um die koalitionsintern umstrittene Verfassungserweiterung zu ermöglichen.
„Es ist noch kein Zeitverlust eingetreten“, erklärte der Abgeordnete Danckert. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass für die Föderalismusreform die ambitionierte Zielmarke Anfang Juli eingehalten werden kann.“ Die Aufnahme des Sports – gemeinsam mit der Kultur – in die Verfassung als so genannte Letztwerte soll zweckmäßigerweise über eine Paketlösung mit den Grundgesetzänderungen zur Neuordnung der Bund/Länder-Zuständigkeiten erfolgen. Bisher hatte sich die CDU/CSU-Fraktion aus grundsätzlichen Bedenken gegen die Erweiterung von Staatszielen ausgesprochen. Der bisher umstrittene Punkt sollte mit einem Koalitionsantrag nachgemeldet werden, nachdem sich die Union den Forderungen des DOSB und der SPD angeschlossen hat, hieß es vom Sportausschuss-Vorsitzenden. Der Formulierungsvorschlag für Artikel 20 b des Grundgesetzes lautet: „Der Staat schützt und fördert die Kultur. Sport ist als förderungswürdiger Teil des Lebens zu schützen.“
Lehrer-online 26.5. 2006
WM-Unterrichtsanregungen für die Schule
In den nächsten Wochen wird die Fußball-Weltmeisterschaft auch das dominierende Thema in den Schulen sein.
Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) bietet auf ihren Internetseiten interessante Anregungen für den Unterricht.
Die Unterrichtsanregungen und Quiz sind auf der offiziellen Webseite der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft zu finden.
Reutlinger generalanzeiger 26.5. 2006
Podiumsdiskussion - Der Schulsport stand im Mittelpunkt einer Veranstaltung der VHS und des Elternbeirats
Abschaffen kommt natürlich nicht in Frage
PFULLINGEN. Edwin Gahai vom badenwürttembergischen Kultusministerium wünschte sich, »dass mal ein Bürgermeister seinen Gemeinderat nimmt und zu so einer Veranstaltung erscheint. Das würde der Bedeutung des Themas gerecht«. Da hatte VHS-Leiter Ulrich Vöhringer Pfullingens Stadtoberhaupt schon entschuldigt, Rudolf Heß saß nämlich im Bauausschuss, als die Podiumsdiskussion »Schulsport reformieren oder abschaffen« in die erste Runde ging.
Doch auch Vöhringer wäre sicher über den einen oder anderen Zuhörer mehr im Pfullinger Feuerwehrhaus froh gewesen. Gerade mal 30 Gäste, in der deutlichen Mehrheit Lehrer, saßen den sieben Podiumsteilnehmern gegenüber, die Moderation hatte Ewald Walker übernommen. »Wir können nicht immer darauf schauen, was ankommt«, sagte Vöhringer zur geringen Resonanz. Im Vorfeld hätten zwar viele Interesse signalisiert, doch zum konkreten Termin hat das Thema dann doch nur wenige Eltern bewegt.
Sport bringt Leben
In der Runde wolle man sich Gedanken machen, wie es im Schulsport aussehe und was man anders machen müsste, begrüßte Walker die Gäste. Zum einen sei der Sport ein beliebtes Fach bei Schülern, zum anderen würden Gemeindeoberhäupter und Schulleiter den Sport am liebsten abschaffen. Und das angesichts der Tatsache, dass allerorten über den Rückgang der motorischen Fähigkeiten und übergewichtige Schüler geklagt werde.Abschaffen, das wurde schnell deutlich, wollte auf dem Podium den Schulsport niemand. »Ich bin nicht gekommen, um darüber zu diskutieren«, stellte der Vorsitzende des Sportlehrerverbandes, Dr. Wolfgang Sigloch, klar. Der Lehrer am Mössinger Quenstedt-Gymnasium, das seit einigen Jahren ein Sportprofil hat, betonte, »dass sich die Mehrstunden positiv auswirken« und Leben an die Schule brächten. »Bewegung ist wichtig für die Kinder«, sagte auch Evelin Lußmann vom Landeselternbeirat, der vier bis fünf Wochenstunden Sport fordere. Sie kritisierte nicht nur wie Sigloch, dass zu viele Stunden ausfallen, sondern auch die Größe der Klassen. »31 stehen herum und machen Blödsinn«, während sich der Lehrer mit einem Schüler beschäftige. »30 Schüler - und die noch auf einem Hallendrittel - da kann man den Einzelnen nicht so fördern«, erklärte Ferdinand Michalik, der heuer sein Abi am Friedrich-Schiller-Gymnasium gebaut hat.
Die großen Klassen seien eine Ursache für die zahlreichen Unfälle, fügte Evelin Lußmann hinzu. 90 000 sind es jedes Jahr in Baden-Württemberg, die der Unfallkasse gemeldet würden, so ihr Vertreter Alexander Seeger. Die Zahl sei zwar hoch, aber rückläufig, erklärte er weiter.
Zu wenig Profis
Sigloch kritisierte auch, dass zu viele fachfremde Lehrer Sportunterricht erteilen. Angesichts der vielfältigen Anforderungen sei das eine Aufgabe für Profis, so Dr. Stefan König vom Tübinger Sportinstitut: »Ein Flugzeugkonstrukteur holt auch keinen Modellbauer.« Mehr Lehrer wären immer gut, sagte Gahai, aber wo solle das Geld herkommen. Das gelte auch im Bereich der Ganztagesschule. Man müsse sich im Klaren sein, »die ist gesellschaftlich gewollt«. Christoph Anrich vom Landessportbund sieht nämlich das Ganztagesangebot auch als Gefahr für die Vereine: »Wann soll noch qualifizierte Nachwuchsarbeit stattfinden?«Gut zwei Stunden diskutierten die Teilnehmer, ohne Lösungen oder Reformwege zu finden, wie Walker am Ende zusammenfasste. Für den Rektor der Schloss-Schule, Wolfgang Straub, der sich das Ganze angehört hatte, habe man auf dem Podium den Blick zu sehr auf die Probleme gerichtet: »Es klappt auch viel, und Sport wird an den Schulen hoch geschätzt.«
23.05.2006 - (idw) Universität Augsburg
Fußball als Schulsport fragwürdig?
Augsburger Sportwissenschaftler untersuchten schlechtes Benehmen im Sportspielvergleich und stellen fest: Fußball ist auch hier einfach "spitze"!Wie gut - oder eher schlecht - benehmen sich eigentlich die Akteure in den verschiedenen Sportspielen?
Gibt es hier signifikante Unterschiede zwischen den jeweiligen Spielern, Stars, Idolen?
Motiviert durch die Frage, wie es eigentlich um die moralische Vorbildwirkung des Fußballs steht, der im Sportunterricht mit Abstand dominiert, haben Augsburger Sportwissenschaftler den Umfang und die Ausprägungen schlechten Benehmens im Fuß-, Hand-, Basket- und Volleyball miteinander verglichen und sind dabei zu dem Schluss gekommen, dass der Fußball nicht mehr uneingeschränkt als Schulsportart empfohlen werden könne. Welcher "aufrechte" Fußballfan hätte sich nicht schon einmal über das Verhalten seines oder seiner Stars geärgert? Da wird nach jeder vergebenen Torchance mitten in die Großaufnahme gespuckt; da werden mit schamloser Vehemenz absurde Einwurf- Eckball oder Abseits-Entscheidungen von den Stars eingefordert, die Zweifel an der Wahrnehmungsfähigkeit eben dieser Stars aufkommen lassen; da werden nicht nur Schwalben geflogen, sondern zu gelungenen Schwalben wird dem Schwalbenmacher auch noch zynisch gratuliert. Und jede Entscheidung gegen ihn wird von unserem Star durch Meckern, einschlägige Gesten oder anderweitig inszenierten wütenden Protest als Fehlentscheidung dargestellt.FUSSBALL: IM SCHULSPORT DOMINIEREND UND DEMENTSPRECHEND PRÄGEND
Vor dem Hintergrund, dass Fußball das bei weitem verbreitetste Sportspiel im Sportunterricht ist und das Verhalten der Fußballstars in seiner Vorbildrolle weitreichende Folgen hat, wollte der Sportpädagoge Prof. Dr. Helmut Altenberger wissen, wo Fußball im Vergleich zu anderen Sportspielen bezüglich seiner moralischen Vorbildwirkung steht, denn, so Altenberger: "Diese Vorbildwirkung sollte ein wichtiger Aspekt bei der Stoffauswahl im Schulsport sein."SCHIEDSRICHTER: DIE KRIEGEN ES AB UND MÜSSEN ES WISSEN
Katrin Engelhardt, Studentin am Augsburger Institut für Sportwissenschaft und als passionierte Reiterin in Sachen Unparteilichkeit in diesem Fall über jeden Zweifel erhaben, entwickelte im Rahmen ihrer Magisterarbeit zusammen mit Altenbergers Kollegen, dem Bewegungs- und Trainingswissenschaftler Prof. Dr. Martin Lames, einen Fragebogen, mit dem die Häufigkeit von Regelverstößen und schlechtem Benehmen bei Spielern, Trainern und Zuschauern abgefragt wurde. Als Experten für die Beobachtung wurden 156 Fußball-, Basketball-, Handball- und Volleyball-Schiedsrichter aus dem bayerischen Regierungsbezirk Schwaben gewonnen. Auf der Grundlage ihrer intimen Kenntnisse der Praxis in der jeweiligen Ballsportart füllten diese Schiedsrichter auf ihren Fachtagungen den Fragebogen aus.INDEX 100 FÜR DURCHSCHNITTLICH SCHLECHTES BENEHMEN
Um die Sportspiele bzw. die Verhaltensweisen der Akteure vergleichen zu können, wurden - auf die Schiedsrichter als Objekte und die Spieler, Trainer und Zuschauer als Subjekte bezogen - aus mehreren Verhaltensweisen genormte Indices für die Häufigkeit negativen Verhaltens gebildet und dann für die einzelnen Sportspiele berechnet. Durchschnittliches negatives Verhalten hat in diesem Bewertungssystem einen Wert von 100, tritt es überdurchschnittlich oft auf, steigt der Wert entsprechend über 100er-Marke an.FUSSBALL: EINFACH "SPITZE"!
Die Fußball-Werte übertreffen überall die der Vergleichssportarten. Beim unfairen Verhalten im Umgang mit den Schiedsrichtern ist diese "Spitzenstellung" mit einem Wert von 104,0 (gegenüber Handball: 103,3, Basketball: 98,7 Volleyball: 92,3) noch relativ moderat ausgeprägt; beim Trainerverhalten (FB: 108,1 HB: 104,5 BB: 92,7 VB: 90,5) und beim Zuschauerverhalten (FB: 111,8 HB: 105,2 BB: 103,0 VB: 81,2) werden die Unterschiede schon deutlicher. Beim allgemeinen Verhalten bzw. schlechten Benehmen der Spieler kommt der Fußball mit 111,8 als einziger schließlich - und sehr signifikant - über die 100er-Marke für durchschnittlich negatives Verhalten hinaus (zum Vergleich: BB: 100,0 HB: 98,7 VB: 92,7). Im Gesamtvergleich scheint dem Fußball gegenüber insbesondere das Volleyballspiel am anderen Ende der Werteskala eine "Insel der Seeligen" im Kreis der Sportspiele zu sein.HANDBALL: IN SACHEN "SCHWALBE" UND "HINLANGEN" AUCH NICHT OHNE
In einigen Details freilich tun sich die Handballer noch übler hervor als die Fußballer. So ist in 51 Prozent aller Handballspiele, dagegen nur in 37,5 Prozent aller Fußballspiele jeweils mindestens eine Schwalbe zu beobachten. Auch der Anteil der Spiele, in denen mindestens einmal Verletzungen des Gegners in Kauf genommen werden, liegt beim Handball mit 17,3 Prozent deutlich über dem entsprechenden Fußball-Wert von 10,0 Prozent.UNFLÄTIGKEITEN: AN DER TAGESORDNUNG
Beim schlechten Benehmen im engeren Sinn (Spucken, Fluchen, obszöne Gesten usw.) lässt der Fußball seine Konkurrenten allerdings weit hinter sich. 55,0 Prozent der befragten Fußballschiedsrichter gaben an, dass Kostproben der allseits bekannten Unflätigkeiten "in vielen Spielen" bzw. "in jedem Spiel" zu beobachten seien; wesentlich weniger oft wurden diese Antwortvorgaben von denjenigen Schiedsrichtern angekreuzt, die beim Basketball (31,6 Prozent), beim Volleyball (11,6 Prozent) und beim Handball (11,3 Prozent) pfeifen.TRAINER UND ZUSCHAUER: JEDER HAT SEINE (SPORTARTSPEZIFISCHEN) EIGENARTEN
Fußballtrainer fallen insbesondere dadurch auf, dass sie am häufigsten Gegner und Schiedsrichter beschimpfen und sogar handgreiflich werden. Handballtrainer hingegen tun sich dadurch hervor, dass sie zu hartem Spiel und zu Fouls ermuntern. Was Zivilisationsmängel auf den Rängen betrifft, so liefern sich die Fußball- und die Handballzuschauer ein Kopf-an-Kopf-Rennen wenn es um Verbalinjurien geht - gleichgültig ob sich diese gegen die Spieler der eigenen Mannschaft, gegen die gegnerische Mannschaft oder gegen die Schiedsrichter richten. Im Kreis der Fußballzuschauer ist darüber hinaus die Neigung zu gewalttätigem Verhalten besonders ausgeprägt, sie sind weiterhin diejenigen, die am meisten Schadenfreude erkennen lassen, wenn ein Gegner verletzt wird und die am meisten dazu tendieren, zu aggressivem Verhalten aufzufordern.ALS SCHULSPORTART: FRAGWÜRDIG
"Für die Zuschauer", meint Lames, "sind diese Ergebnisse tendenziell so zu erwarten gewesen, besonders enttäuschend sind sie aus meiner Sicht aber für die Fußballtrainer und die Fußballspieler. Wie sollen junge Spieler vorbildliches Verhalten, Fairness gegenüber dem Gegner und Respekt vor den Schiedsrichtern entwickeln, wenn ihnen die Vorbilder in Spieler- und Trainerschaft etwas ganz anderes vorleben?" Sein Kollege Altenberger teilt diesen Frust und geht noch einen Schritt weiter: "Nach dieser Studie kann Fußball nicht mehr uneingeschränkt als Schulsportart empfohlen werden. Sportlehrer sollten auf jeden Fall bei der Vermittlung von Fußball über Fairness und Verhalten reflektieren und im Schulsport eine Distanz zum vorgelebten Erscheinungsbild der Sportart aufbauen. Hier ist nicht zuletzt auch der DFB gefragt, der über seine Trainerausbildung nachdenken muss."
__________________________________KONTAKT UND WEITERE INFORMATIONEN:
o Prof. Dr. Helmut Altenberger, Telefon 598/598-2800, helmut.altenberger@sport.uni-augsburg.de
o Prof. Dr. Martin Lames, Telefon 0821/598-2824, martin.lames@sport.uni-augsburg.de
o Katrin Engelhardt, engelhardt@gmx.net-------------------------------------------------------
Sueddeutsche.de 23.5. 2006Beleidigen, foul spielen, spucken
Beim Fußball benehmen sich Spieler und Zuschauer schlechter als bei anderen Sportarten. Wissenschaftler plädieren nun dafür, den Sport nicht mehr in der Schule anzubieten.Fußball ist schlecht für die Moral, meldet die Universität Augsburg. Zwei ihrer Professoren, der Sportpädagoge Helmut Altenberger und der Bewegungswissenschaftler Martin Lames, haben untersucht wie sich Sportler, Trainer, Schiedsrichter und Zuschauer in verschiedenen Sportarten benehmen. Fußball hat dabei so schlecht abgeschnitten, dass Altenberger warnt: "Fußball kann nicht mehr uneingeschränkt als Schulsport empfohlen werden."
Die Wissenschaftler haben für ihre Studie das Verhalten beim Fuß-, Hand-, Basket- und Volleyball verglichen. Ergebnis: So schlecht wie die Fußballer benimmt sich sonst keiner. Spucken, Fluchen und obszöne Gesten gehören demnach zum Spiel dazu wie der Ball. Auch Fußball-Trainer fallen unangenehm auf: Sie beschimpfen Schiedsrichter weit häufiger als Trainer anderer Sportarten.
Auch für die Zuschauer hagelte es schlechte Noten. Sie werfen nicht nur mit Schimpfworten um sich, sondern neigen besonders zu "gewalttätigem Verhalten". Außerdem würden sie am meisten Schadenfreude erkennen lassen, wenn ein Gegner verletzt wird.
"Wie sollen junge Spieler vorbildliches Verhalten, Fairness gegenüber dem Gegner und Respekt vor dem Schiedsrichter entwickeln, wenn ihnen die Vorbilder in Spieler- und Trainerschaft etwas ganz anderes vorleben?", fragt der Bewegungswissenschaftler Lames angesichts der erschütternden Studienergebnisse.
Allerdings geht es auch in den anderen untersuchten Sportarten nicht gerade vornehm zu. Vor allem die Handballer scheinen auf dem besten Weg, die Fußballer in rüpelhaftem Verhalten einzuholen. In keiner anderen Sportart werden so häufig Verletzungen des Gegners in Kauf genommen wie im Handball. Außerdem haben die Wissenschaftler noch mehr Schwalben gezählt als im Fußball.
Die sanfteste der untersuchten Sportarten scheint Volleyball zu sein. Hier benehmen sich der Studie zufolge sowohl Spieler als auch Trainer und Zuschauer noch am besten.
Ginge es nach Altenberger, dann würde die "Vorbildfunktion" eine wichtige Rolle bei der Auswahl der Schul-Sporarten spielen. Weil aber nun mal Fußball die verbreitetste Sportart an deutschen Schulen ist, will der Sportpädagoge wenigstens das Problembewusstsein der Lehrer schärfen. Die sollten "auf jeden Fall bei der Vermittlung von Fußball über Fairness und Verhalten reflektieren". Außerdem sei im Schulsport "eine Distanz zum vorgelebten Erscheinungsbild der Sportart aufzubauen". Ganz nach dem Motto: Wenn schon Fußball, dann bitte fair.
Ärzte-Zeitung 23.5. 2006
Im Schulsport sind besonders Ballspiele unfallträchtig
Fast 2300 Schulsport-Unfälle in Niedersachsen wurden analysiert / Die meisten Unfälle passieren beim Fußball und beim BasketballMÜNCHEN (gvg). Ballsportarten sind die Verletzungsursache Nummer eins im Schulsport. Vor allem Fußball und Basketball sind problematisch.
Das sind die Ergebnisse einer Untersuchung, die Dr. Karsten Knobloch von der Medizinischen Hochschule Hannover auf dem Jahreskongreß der Gesellschaft für Orthopädisch-Traumatologische Sportmedizin in München vorgestellt hat.Für die Studie analysierte er 2234 Sportunfälle an knapp 4000 niedersächsischen Schulen, die während eines Schuljahrs an den Gemeindeunfallverband, den dortigen Träger des D-Arzt-Systems, gemeldet wurden: Fast 60 Prozent der Unfälle waren Folge von Ballsportarten. Davon entfiel ein Viertel auf Fußball, ein Drittel auf Basketball und knapp ein Fünftel auf Volleyball.
Kippbrett soll Koordination bessern.
Daß Jungen beim Fußball besonders energisch zu Werke gehen, konnte die niedersächsische Untersuchung erneut bestätigen: Beim männlichen Geschlecht traten 38 Prozent aller Unfälle durch Ballsportarten bei der Sportart Nummer eins auf, bei Mädchen waren es nur zehn Prozent.
"22 Prozent der Fußballunfälle waren Folge eines Foulspiels", berichtete Knobloch. Je etwa ein Fünftel entfielen auf Verletzungen während des Schusses und auf Verletzungen aus der Bewegung heraus.
Knobloch sieht vor allem zwei Präventivansätze: Zum einen müsse faires Spielen stärker bei den Jugendlichen verankert werden. Zum anderen hält er Aufmerksamkeits- und Konzentrationsdefizite als entscheidend, etwa beim Umknicken aus dem Laufen heraus.Um die Reaktionsfähigkeit bei dieser Sorte von Unfällen zu verbessern, wollen die Wissenschaftler jetzt ein fünf- bis zehnminütiges Training mit Kippbrett im Schulsport etablieren. Zu diesem Schaukelbrett für Gleichgewichtsübungen haben die Sportmediziner bereits eine Studie gestartet. "Anders als bei Erwachsenen wissen wir bisher aber nicht, ob Kinder und Jugendliche davon profitieren", sagte Knobloch.
Stuttgarter Zeitung 19.5. 2006
Schüler lernen, wie man sich bewegt
Kultusministerium will sportorientierten Unterricht für ABC-Schützen im ganzen Land aufbauenSTUTTGART. Buben und Mädchen, die sich viel bewegen, sind nicht nur gesünder, sondern auch friedlicher. Das zeigen die Erfahrungen von Modellschulen. Deshalb will das Kultusministerium flächendeckend Sport zu einem Schwerpunkt machen.
Wo Kinder früher im Freien getobt haben, solange es ging, verkrümeln sie sich heute in ihr Zimmer und versuchen sich, im Spiel mit dem Computer zu behaupten. So hat sich das Bewegungsverhalten des Nachwuchses stark verändert, seine Ernährungsgewohnheiten tun das aber selten. Deshalb leiden viele Schüler heute unter Übergewicht, Haltungsschäden und Konzentrationsstörungen.
Dabei scheint es ein gewisses Problembewusstsein gegeben, denn die Sportvereine weisen steigende Mitgliederzahlen vor allem bei Jugendlichen auf, berichtet der Amtschef des Kultusministeriums, Ministerialdirektor Thomas Halder. Schon vor einigen Jahren propagiert auch die Schulverwaltung, die organisierte Bewegung zu stärken. In Grundschulen mit sport- und bewegungserzieherischem Schwerpunkt versucht man seit dem Jahr 2000 "Bewegung, Spiel und Sport an den Grundschulen auf Grundlage des Bildungsplanes so fest zu verankern, dass alle Schülerinnen und Schüler eine tägliche qualifizierte Bewegungszeit erhalten".
Anfangs gab es fünf solcher Grundschulen mit sportlichem Schwerpunkt. Im Schuljahr 2002/03 kamen nach einer Werbeaktion weitere hinzu, inzwischen haben 360 der 2500 Grundschulen im Land dieses Profil. Es bedeutet, dass mindestens 200 Minuten Sportunterricht in der Woche erteilt werden. Dazu sollen aber auch ergänzende Angebote kommen wie Pausensport, bewegter Unterricht und Zusammenarbeit mit örtlichen Vereinen im Schulalltag. Jetzt will man flächendeckend im Land "bewegten" Grundschulunterricht aufbauen. Halder rechnet damit, dass bis in zwei Jahren 500 Grundschulen das Sportprofil haben werden.
Sie müssen das aber mit dem gegebenen Stundenrahmen schaffen. Auch zusätzliche Lehrer gibt es nicht. Die Schulen machen freiwillig mit. Man habe aber "einen starken Appell" an die Schulen gerichtet, so Halder. Sie werden unterstützt "von vielen Partnern", etwa der AOK Baden-Württemberg. "Für uns als Gesundheitskasse ist es ganz wichtig, dass schon im Kindesalter mit der Prävention begonnen wird", sagte AOK-Chef Rolf Hoberg. "Es kann nicht sein, dass Schulkinder den ganzen Tag nur im Sitzen verbringen." Die AOK stellt 80 Präventionsfachkräfte in den Stadt- und Landkreisen, welche die Aktivitäten an den Schulen begleiten. "Wir investieren in dieses Projekt rund 20 000 Euro. Die Zinsen hieraus sind hoffentlich bewegungsfreudige Kinder", sagte Hoberg.
Professor Alexander Woll vom Sportinstitut der Universität Konstanz hat den Versuch wissenschaftlich begleitet. Er hat nicht nur festgestellt, dass bewegungsfreudige Kinder weniger zu Aggressionen auf dem Pausenhof neigen. Auch seien Streitereien weniger schwer wiegend als in anderen Schulen. Die Pädagogen hätten eine niedrige Hemmschwelle gezeigt, in ihren Unterricht Bewegungselemente einzubauen. Sie hätten schnell gelernt, wie bewegte Schule aussieht.
SPD und die Bildungsgewerkschaft GEW begrüßen die bewegte Grundschule grundsätzlich. Beide betonen aber, das Land müsse mehr investieren und die Rahmenbedingungen verbessern. Christoph Bayer, der neue Vorsitzende des Arbeitskreises Schule, Jugend und Sport der SPD-Fraktion, hält es für "einen schweren Mangel", dass das Land keine weiteren Sportlehrer bereitstelle. Sportunterricht an Grundschulen werde schon jetzt oft von fachfremden Lehrern erteilt.
Mainzer Allgemeine Zeitung 17.5. 2006
Leser kritisieren Schulsport
Mehr Qualität und Stunden gefordert / Sind Noten ein Anreiz?Die Zufriedenheit mit dem Schulsport ist bei den Lesern dieser Zeitung nicht so groß. Viele beklagen die mangelnde Qualität des Sportunterrichts, aber auch die fehlende Motivation sowohl bei Lehrern als auch Schülern.
Ralf Pflugmacher, Leiter der Abteilung Leichtathletik des TV Königstädten, hat die Erfahrung gemacht, dass Kinder, die in den Verein kommen, häufig körperlich schlecht ausgebildet sind, teilweise sogar Koordinationsprobleme hätten. Zwar trage dafür nicht allein die Schule die Verantwortung. Doch sei seiner Ansicht nach die Zahl der Sportstunden zu gering und in Grundschulen müssten teils nicht ausgebildete Kräfte Sport erteilen, kritisiert Pflugmacher. "Wünschenswert wäre es auch, schon im Kindergarten mehr für die körperliche Entwicklung der Kinder zu tun."
Weil viele fachfremd unterrichten, schlägt Martina Engel aus Gau-Algesheim vor, Diplom-Sportlehrer fest an Schulen anzustellen. Vor allem die Qualität des Unterrichts werde damit erhöht. Die Erfahrung der Diplom-Sportlehrerin, die immer wieder befristet an Schulen angestellt ist, zeigt, dass viele Lehrer zeit- und fachmäßig überfordert seien, einen guten Sportunterricht anzubieten.
Nach Ansicht von Gerdi Steinebrunner aus Ober-Olm ist der Sportunterricht immer abhängig vom Lehrer - sowohl bei Qualität und Engagement, als auch bei der Benotung. Zudem müsse das Repertoire wesentlich breiter gefächert werden und für Ballsportarten, die ihrer Meinung nach überrepräsentiert sind, eigene Arbeitsgemeinschaften angeboten werden.
Leistung zu erbringen, die auch mit einem Abzeichen oder einer Urkunde belohnt wird, sieht Urs Kinzelbach als wichtige Motivation für die Schüler. Deshalb bedauert es der Mainzer, dass an der Grundschule seiner Kinder seit zwei Jahren keine Bundesjugendspiele mehr angeboten werden, sondern statt dessen ein "Sport- und Spielfest", bei dem der Wettkampfcharakter in den Hintergrund getreten ist. Der Vater vermutet, dass seitens einiger Lehrer kein Interesse am Leistungsgedanken im Sportunterricht besteht.
Angelika Richter-Krauter ist dagegen der Ansicht, dass im Sportunterricht keine Noten vergeben werden sollten. Denn nicht alle Kinder seien in der körperlichen Verfassung, Höchstleistungen zu erbringen, so die Mommenheimerin. Im Vordergrund sollten Spaß, Gesunderhaltung und Ausgleich stehen. Noten wirkten daher demotivierend.
Dass auch die Motivation der Schüler fehlen kann, ist die Erfahrung von Jürgen Freimuth. Der Geschäftsführer der Schwimmbad Mainzer Schwimmverein GmbH beobachtet immer wieder, dass Kinder ihre Badesachen "vergessen", um nicht am Unterricht teilnehmen zu müssen. Da helfe die positive Motivation der Lehrer nicht, sondern diese Kinder seien nur über das Elternhaus zu erreichen.
DSB-aktuell 16.5. 2006
Neuer Sportabzeichen-Rekord mit rund 918.000 Abnahmen 2005
Das Deutsche Sportabzeichen, 1913 von Carl Diem in Deutschland eingeführt, ist 93 Jahre alt und beliebter als je zuvor.
Im Jahr 2005 gab es mit rund 918.000 dokumentierten Abnahmen einen neuen Teilnehmer-Rekord und eine Steigerung um 4,05 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, als 891.000 Kinder und Erwachsene den deutschen Sportorden erwarben. Die Rekordzahl von 918.000 wird vermutlich noch um etwa 8.000 ansteigen, da die im Ausland vergebenen Sportabzeichen noch nicht vollständig in der Geschäftsstelle des Deutschen Sportbundes (DSB) vorliegen und diese Zahl deshalb nicht in die Bilanz eingerechnet werden konnte.
Die Ergebnisse des Jahres 2005 gab DSB-Präsident Manfred von Richthofen bei der bundesweiten PR-Veranstaltung für das Deutsche Sportabzeichen im Rahmen der Internationalen Ruderregatta in Duisburg-Wedau bekannt. Dabei wurde im Zusammenspiel mit dem Deutschen Ruderverband eindrucksvoll demonstriert, dass Spitzensport und Breitensport zusammengehören. „15 Prozent unserer Mitglieder sind im Spitzensport aktiv, während für 85 Prozent Freizeitrudern, Wanderrudern und Geselligkeit im Mittelpunkt stehen“, sagte der Vorsitzende des Deutschen Ruderverbandes, Helmut Griep, und kündigte an, dass sein Verband künftig noch mehr für das Rudern bei der Abnahme des Sportabzeichens werben wird. Die Nähe von Spitzensport und Breitensport wurde an der Duisburger Regattabahn auch dadurch symbolisiert, dass DSB-Präsident von Richthofen dem für den Bereich Leistungssport verantwortlichen stellvertretenden Vorsitzenden des Deutschen Ruderverbandes, Stefan Grünewald-Fischer, das Sportabzeichen in Gold überreichte.
Große Beteiligung von Schülerinnen und Schülern
Von Richthofen hob hervor, dass das Sportabzeichen mit 72 Prozent einen hohen Bekanntheitsgrad in der Bevölkerung hat und dass die Teilnahmerekorde der letzten Jahre besonders auf die von der BARMER finanzierten Schulsportwettbewerbe und die große Beteiligung der Schülerinnen und Schüler zurückzuführen sind. „Wie wohltuend ist diese Nachricht in einer Zeit, in der Schreckensmeldungen zu Übergewicht und Haltungsschäden die Runde machen. Wir sehen mit Freude - es gibt auch eine andere Seite der Medaille“, wertete der DSB-Präsident die Aktivitäten der Kinder und Jugendlichen positiv und kündigte an: „Wir wollen weiterhin alle Hebel in Bewegung setzen, den Umfang und die Qualität unseres Schulsports zu erhöhen.“ Von Richthofen unterstrich auch, dass eine Kampagne wie die des Sportabzeichens ohne Sponsoren nicht zu stemmen ist und dankte ratiopharm und dem langjährigen Partner BARMER für die Unterstützung.
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