Sportunterricht.de - Materialien für Lehrer und Schüler
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VCD /Sportunterricht.de 4.5. 2006
 

Die Kampagne "FahrRad! - Wer zur Schule fährt, gewinnt."

Radfahren macht Spaß, hält fit und trägt dazu bei, dass sich Kinder in der Schule besser konzentrieren können. Außerdem bietet das Thema Fahrrad interessanten Unterrichtsstoff.

Die Kampagne FahrRad! des Verkehrsclubs Deutschland e.V. (VCD) verbindet beides. Sie bringt die Schülerinnen und Schüler aufs Rad und zeigt ihnen, wie sie sicher und mit viel Spaß unterwegs sein können. Lehrerinnen und Lehrern liefert der VCD mit diesem Projekt eine fächerübergreifende Unterrichtsreihe rund ums Fahrrad und fachspezifische Unterrichtsmaterialien. Bundesweit sollen Jugendliche während der Kampagne ihre Schulwege mit dem Fahrrad zurücklegen und so Kilometer sammeln. Mit jedem real gefahrenen Kilometer kommt die Klasse auf der virtuellen Radtour im Internet ein Stück weiter. An den dort erreichten Stationen warten auf die Schülerinnen und Schüler interessante Informationen, Gewinnchancen und kniffelige Aufgaben. Den Lehrkräften bieten die Stationen ausgearbeitete Unterrichtsideen.

Die Stationen der virtuellen Radtour
Besuchen Sie mit Ihrer Klasse zum Beispiel unsere Station Klima & Verkehr im Internet oder kommen Sie mit auf eine virtuelle Radtour durch die deutsche Nachkriegsgeschichte entlang des Mauerradweges in Berlin. Lernen Sie mit Ihren Schülerinnen und Schülern das Berufsfeld Fahrrad kennen: Begleiten Sie einen Fahrradkurier durch die Stadt, lernen Sie den Leiter des "pressedienst-fahrrad" kennen oder schauen Sie einem Fahrradmechaniker bei der Arbeit über die Schulter.

Wer fährt, gewinnt!
Unter allen engagierten Radlern verlost der VCD eine Klassenfahrt. Die Sprinter, Bergsieger und Gesamtsieger erhalten Trikots und Extrapreise. Gewinnmöglichkeiten gibt es auch an den erreichten Radstationen im Internet. Die Klassen, die über die Radtour hinaus ein innovatives Fahrradprojekt an ihrer Schule auf die Beine stellen, haben die Möglichkeit, einen der fünf mit 500 Euro dotierten Sonderpreise für die Klassenkasse zu gewinnen.

Wer kann mitmachen?
Teilnehmen können Klassen der Jahrgangsstufen 7 bis 10 aller Schulformen. Voraussetzung ist die Koordination durch eine Lehrerin oder einen Lehrer.

Wann geht es los?
Im Zeitraum von Mai bis Oktober 2006 können sich die Klassen auf die Reise machen. Das Kilometersammeln auf dem Schulweg und die virtuelle Radtour im Unterricht gehören inhaltlich zusammen. Je nach Schulalltag können die Schülerinnen und Schüler aber auch teilnehmen, wenn sie nur Rad fahren und Kilometer sammeln. Die Lehrerinnen und Lehrer wählen aus, welche Unterrichtsideen in den Zeitplan passen. Die Dauer der Reise ist frei wählbar. Dabei sein ist alles!

Was machen wir für Sie?
Der VCD liefert Ihnen eine fächerübergreifende Unterrichtsreihe Fahrrad und zusätzlich fachspezifische Unterrichtsmaterialien.
Sie erhalten die benötigten Materialien wie z.B. Kilometer-Sammelbögen, Unterrichtsmaterial, Hintergrundinfos etc. als pdf-Dateien.
Per Mausklick können Sie auf der Homepage www.virtuelle-radtour.de die gefahrenen Radkilometer Ihrer Schüler verwalten.
Unsere Homepage bietet Wissenswertes, Kurioses und Interessantes rund um das Thema Fahrrad.
Wir verlosen tolle Preise unter allen Teilnehmern.
Unter Tel.: 030/280351-0 beantworten wir gerne alle Fragen rund um die FahrRad!-Kampagne.

Was müssen Sie als Lehrerin oder Lehrer tun?
Sie organisieren den Zugang zu Computern im Klassenverband – optional können Sie an einem Computer die Unterrichtsreihe als pdf-Datei herunterladen und ausdrucken.

Sie koordinieren das Sammeln der auf dem Schulweg gefahrenen Fahrradkilometer.
Sie behandeln die Fahrradthemen im Unterricht.
Am Ende der Radtour senden Sie die Kilometer-Sammelbögen an den VCD.
Hier können Sie sich anmelden.

www.virtuelle-radtour.de


 

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Cellesche Zeitung 27.4. 2006
 

Experten fordern mehr Schulsport
An Celler Schulen wird zu wenig Sportunterricht erteilt, kritisieren Experten.

Die Schülerinnen und Schüler im Kreis Celle sind teilweise noch unsportlicher als der Landesdurchschnitt. Das ist das Ergebnis der landesweiten Fitness-Landkarte. Als Konsequenz fordern Lehrer und Elternvertreter nun mehr Sportunterricht. Aber der von Experten festgestellte Bewegungsmangel lässt sich nicht allein in der Schule beheben.

Statt auf Bäume zu klettern oder auf dem Bolzplatz zu kicken Spielen am PC oder Fernsehen. Experten malen ein düsteres Bild der heutigen Jugend. Immer mehr Kinder und Jugendliche haben Übergewicht.

Dieser Trend bestätigt sich auch durch die Ergebnisse des landesweiten Fitness-Tests: Die Celler Schüler lagen mehrheitlich im Landesdurchschnitt und noch darunter. Und die niedersächsischen Schüler zeigen insgesamt Leistungen, die unter dem Bundesdurchschnitt liegen (die CZ berichtete).

Doch warum ist es so schlecht um die körperliche Fitness der Schüler bestellt? Fragt man nach den Ursachen, hört man immer wieder eine Antwort: Die derzeit in der Stundentafel vorgesehenen zwei Stunden sind nicht ausreichend. Eine dritte Sportstunde soll über freiwillige Arbeitsgemeinschaften erteilt werden. „Doch damit erreichen sie nicht die Kinder, die es eigentlich nötig hätten”, meint Hans-Heinrich Thies, Leiter der Realschule Burgstraße und Vize-Chef des niedersächsischen Schulleiterverbandes.

Dabei ist nicht nur die Anzahl der Sportstunden erläutert, wie Matthias Dickmann, Rektor der Grund- und Hauptschule Groß Hehlen entscheidend: „Ich habe hier insgesamt nur einen ausgebildeten Sportlehrer”, sagte Dickmann, der auch Kreis-Vorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft ist. Der restliche Sportunterricht wird von anderen Fachlehrern nebenbei erteilt.

Da pflichtet ihm auch Klaus Scheerschmidt bei. Der Landestrainer Rudern aus Celle „Der Altersdurchschnitt der Lehrer ist sehr hoch. Und die jungen sind oft schlecht ausgebildet”, schimpft er. Der Leistungsgedanke steht nicht mehr im Vordergrund. Das bestätigt auch Martin Kirschstein, Chef der Kinderklinik am Allgemeinen Krankenhaus Celle (AKH): „Die spielen nur noch. Außerdem werden die beiden vorgesehenen Sportstunden nicht immer auch tatsächlich erteilt”.

Christiane Rahls, Vorsitzende des Kreiselternrates sieht hingegen sogar zu viel Leistungsdenken in den Schulen: „Der Spaß sollte im Vordergrund stehen.” Eine dritte Sportstunde würde jedoch auch sie begrüßen, hält dies aber aus finanziellen Gründen für unrealistisch.

Nach Angaben von Reinhold Wilhelms, Schulleiter der Grund- und Hauptschule Eicklingen und Vorsitzender des VfL Westercelle, haben Schulen und Vereine auch bei besseren Rahmenbedingungen nur begrenzte Möglichkeiten, die sportliche Fitness der Kinder und Jugendlichen zu fördern.

Auch die Eltern seien gefordert. „Die Bereitschaft der Eltern, ihre Kinder zu Punktspielen zu bringen oder mal selbst mit ihren Kindern Sport zu machen, hat deutlich abgenommen”, berichtet er. Einige Eltern würden Schulen und Vereine als „Aufbewahrungsanstalten” missbrauchen, meint er: „Ohne das Engagement der Eltern geht es nicht.” Auch Elternvertreterin Rahls findet, dass Schule, Vereine und Eltern gleichermaßen gefordert sind: Wir müssen alle an einem Strang ziehen.”
 
 
 
 



 
 

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Die Welt 26. 4. 2006

Hamburg
CDU-Fraktion will Sport-Leistungstest für alle Schüler

Hamburg. Die CDU-Bürgerschaftsfraktion hat jetzt ihr Herz für den Schulsport (wieder-)entdeckt und den Senat aufgefordert, an Hamburgs Schulen die dritte Sportstunde flächendeckend wieder einzuführen. Zudem plädierte die Abgeordnete Marita Meyer-Kainer dafür, die sportliche Leistungsfähigkeit aller Hamburger Schüler zu testen.

Bewegung der Schüler sollte im Schulalltag einen weitaus größeren Stellenwert als bisher einnehmen, sagte die Politikerin. Notwendig sei es daher, "Bewegungselemente" in den Lehrplänen stärker als bisher einzubauen. "Es ist unser Ziel, daß sich die Kinder deutlich mehr bewegen", sagte Meyer-Kainer am Dienstag.

Bildungssenatorin Alexandra Dinges-Dierig hatte im Juni 2004 den Schulen erlaubt, die dritte Sportstunde abzuschaffen und die frei gewordene Zeit für anderen Unterricht zu verwenden. Als Folge wurde vor allem an Gymnasien und Gesamtschulen die dritte Sportstunde gestrichen. Nur noch 13 Prozent boten sie an.
 



 
 

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Tischtennis.de 25.4. 2006

Tischtennis- Mannschafts-WM - Rahmenprogramm
Fast 2500 Schülerinnen und Schüler beim „Tag der Schulen“ dabei

Bremen. Der Geräuschpegel war eindeutiger Beweis: abseits der Spieltische beherrschten am „Tag der Schulen“ die fast 2500 angereisten Kids fast aller Altersgruppen ab 10 Uhr die Szenerie des AWD-Domes. Ob Grund-, Förder- (Sonder-), Haupt-, Real-, Gesamtschule oder Gymnasium, einhellig waren die Lehrkräfte der Meinung, eine gelungene Veranstaltung besucht zu haben. Etwas zu wünschen ließ die Aktivität der Lehrer selbst, die die beiden Fortbildungsangebote eher dezent annahmen. Dafür erkundigten sie sich intensiv an der Infotheke, die durch zwei Schulsportexperten des benachbarten TTVN, aus dessen Bereich die meisten Schulen angereist waren, unterstützt wurde. Ihnen wurden insbesondere Möglichkeiten der Organisation von Lehrerfortbildungsveranstaltungen aufgezeigt.

Hemmschwellen waren schnell überwunden
Aber auch jene, die sich zunächst eher reserviert gezeigt hatten, überwanden bald Hemmschwellen.
Meist waren es die Kinder, die ihre Lehrkräfte aufforderten, sich selbst am Schläger zu versuchen. 
Gar mancher Plan der Bremenfahrt geriet durcheinander, als z.B. eine Lehrerin ihre Klasse 7 fragte, ob sie am frühen Nachmittag nicht zum Schoppen in die Innenstadt wollten, lehnte das die 7a mehrheitlich ab. Sie wollten in der Halle blieben, da die deutschen Herren mit Timo Boll, auch hier Magnet Nummer 1,  an die Tische traten. 

Tolle Unterstützung für das deutsche Team
Vor allem die deutschen Damen hatten zuvor von dieser besonderen Atmosphäre profitiert, als im entscheidenden  Spiel Elke Wosik immer wieder durch jugendlichen „Deutschland“-Sprechchöre zum Erfolg getrieben wurde. Unterdessen diskutierte Nicole Struse nimmermüde auf der Treppe zu den Umkleiden mit einem Dutzend Jugendlicher, die sie dort ausgemacht hatten – und im Eifer des Gefechtes gar vergaßen, sich Autogramme geben zu lassen. Das konnten sie später nachholen, als Torben Wosik zum Schläger griff, um im Fun-Park eine halbe Stunde zunächst gegen die Kids anzutreten und dann genauso lange den Autogrammstift führte.
Andere bekamen nicht genug von den vielfältigen Angeboten im Fun-Bereich. Die Rundlaufspiele waren genauso gefragt wie das Luftkissen und die Geschicklichkeitsübungen des Spielmobils. „Warteschlangen gab es sowohl beim Tischtennis-Sportabzeichen als auch bei den diversen Robotern,“ schmunzelte Gudrun Engel (Berlin) als Mitglied des Schulsportausschusses des DTTB hoch zufrieden.
Andere versuchten sich eher künstlerisch, indem sie die riesigen Sammlungen bemalter Tischtennis-Bälle und –schläger um weitere originelle Modelle erweiterten. Für den eigenen Gebrauch waren selbst gestaltete Buttons gedacht, mit denen sich viele für die Heimfahrt schmückten.

 "Kinder stark machen"
Ernsthafter gingen jene zu Werk, die in dem Turnier „Kinder stark machen“ die „Beste Klasse“ ermittelten. Je zwei Mädchen und Jungen mussten sich mit den Jahrgangsgegnern auseinander setzen. Bei den Viertklässlern gewann in einem schulinternen Vergleich die Klasse 4c knapp 4:3 gegen die 4d der Grundschule Harburger Straße Buxtehude. Von der Georg-Büchner-Schule Bremerhaven kam der ungefährdete Doppelsieg auch der Klasse 6 und bei den Sechstklässlern hatte schließlich die Klasse 5 der Gesamtschule Saterland klar die Nase vorn.

Werner Steinke

Tischtennis in der Schule


 
 
 
 
 

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Kinderaerzteimnetz.de  26.4. 2006

Anstrengungsasthma - Kinder nicht voreilig als „Sportmuffel“ abstempeln

Kinder, die beim Schulsport schnell außer Atem kommen und selbst nach dem Aufhören noch länger atemlos sind, wirken oft untrainiert. Dabei kann auch Anstrengungsasthma dafür verantwortlich sein. Atemnot während körperlicher Belastung, die sich in den ersten Minuten der Erholung noch verstärkt, ist ein typisches Merkmal von Anstrengungsasthma. Vor allem Kinder, die an Heuschnupfen leiden oder Allergiker sind, haben ein höheres Risiko an Asthma zu erkranken. „Anstrengungsasthma bleibt bei Kindern oft unerkannt, da andere Symptome, die für Asthma typisch sind – wie pfeifende und quietschende Atemgeräusche -, häufig fehlen und auch die einfache Lungenfunktionsprüfung in Ruhe oft normal ausfällt. Erst weitere Tests, wie die Untersuchung unter Belastung (Bronchoprovokation) und die tägliche Messung der morgendlichen und abendlichen Ausatemstärke (Peak-Flow), können den Verdacht bestätigen“, erklärt Dr. Thomas Fendel, Kinder- und Jugendarzt in München. Kalte, trockene Luft (z.B. beim Wintersport), aber auch feuchte, warme Luft sowie eine rasche Steigerung des Atemvolumens und der –frequenz begünstigen das Auftreten von Anstrengungsasthma. Wenn Eltern bemerken, dass die Leistungen ihres Kindes im Schulsport scheinbar ohne Grund nachlassen oder dass ihr Kind z.B. auf einmal nicht mehr Fußball spielt, obwohl es dies früher gerne getan hat, sollten sie nachforschen und mit ihm zum Kinder- und Jugendarzt gehen.

Hat der Kinder- und Jugendarzt Anstrengungsasthma festgestellt, so ist dies noch lange kein Grund, das Kind vom Schulsport zu befreien. Eltern sollten aber den Sportlehrer informieren. „Vor allem Ausdauersportarten, wie Schwimmen oder Radfahren, können das Anstrengungsasthma sogar günstig beeinflussen, da sie die Lungenkapazität verbessern. Mit der entsprechenden Therapie (z.B. Asthmaspray) kann ein Kind auch wieder voll leistungsfähig werden“, rät Dr. Fendel.

Bereits seit Ende letzten Jahres können in Bayern Asthmapatienten von 2- 18 Jahren bei der DAK eine integrierte, d.h. sektorübergreifende Versorgung nutzen. Ab Mitte dieses Jahres wird dieses zukunftsweisende Versorgungsmodell wahrscheinlich auch TKK-Versicherten in Bayern zur Verfügung stehen. Darüber hinaus startete am 1. April 2006 in  Bayern das Disease-Management-Programm (DMP) Asthma für Kinder und Jugendliche ab 5 Jahren. Der jeweilige Kinder- und Jugendarzt übernimmt dabei die Steuerung aller Maßnahmen, die für die qualifizierte Behandlung des asthmakranken Kindes erforderlich und förderlich sind - von der ambulanten Asthma-Schulung bis zur stationären Rehabilitation.

Kinderaerzte im netz.


 

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Heidenheimer Zeitung 4.4. 2006

Pausensport mit Pfiff: Einradfahrende Kinder in Dettingen
Schulsport-Gala: Beeindruckende Vielfalt der Bewegung bei Ulmer Gala des Landes

Bewegungsmangel, Stundenausfälle, Desinteresse? Dass der Schulsport in Baden-Württemberg ungeachtet aller Problemfelder auch sehr attraktive Facetten zu bieten hat, hat die 11. Schulsport-Gala des Landes veranschaulicht. Beispielhaft: die Einradfahrer aus Dettingen/Iller.

Gewiss kann der Schulsport im Lande die Bewegungsdefizite der heutigen Schüler nicht auffangen. Gewiss unterrichten gerade an den Grundschulen viel zu viele fachfremde Lehrer Sport. Gewiss hat der Sportunterricht an den meisten Schulen nicht den Stellenwert, der ihm eigentlich zukommen müsste. Die Rahmenbedingungen könnten deutlich besser sein. Dennoch: Wenn günstige Faktoren zusammentreffen - etwa engagierte Lehrer, lernbegierige Schüler, passende Sportgeräte, vielversprechende Kooperationen mit Vereinen - dann kann der unterrichtliche und außerunterrichtliche Schulsport wunderschöne Blüten treiben.

Welche Vielfalt möglich ist, hat die 11. Schulsport-Gala des Landes, diesmal in der Ulmer Kuhberghalle, vor Augen geführt. Nicht nur den Sportpädagogen unter den 1000 Zuschauern müsste das Herz aufgegangen sein ob der Begeisterung der 500 Schüler und ob des Ideenreichtums des Bewegungsrepertoires. Wer hätte nicht gestaunt über die "Mozartistik", eine gelungene Kombination von Musik und Bewegung, des Mörike-Gymnasiums Ludwigsburg, über die noch nie gesehenen thailändischen Tanzrhythmen des Karl-von-Frisch-Gymnasiums Dusslingen oder über die Judo-Demonstration der Hauptschule St. Konrad Ravensburg. Die Anna-Essinger-Realschule Ulm imponierte bei ihrem Stationstraining auch ohne aufwändigen Geräteaufbau mit gewünscht hoher Bewegungsintensität, die Basketballer der Urspringschule Schelklingen mit Dunking-Kunststücken, die Aischbach-Grundschule Tübingen mit ihrer Fußballschule und die Körperbehinderten-Schule Ulm-Böfingen mit Tanz und Schattenspiel.

Mit das Verblüffendste der zweieinhalbstündigen Show aber boten die wuseligen 19 Einradfahrer der Grund- und Hauptschule Dettingen/Iller. Der Pausensport der Schule aus dem Kreis Biberach, schon mehrfach wegen ihres schulsportlichen Engagements ausgezeichnet, wird geprägt von der Beschäftigung mit dem Einrad. Von den 170 Schülern beherrschen 35, wie Rektor Peter Schlecht stolz vermeldet, die Fahrt auf einem einzigen Rad, zehn weitere werden wohl bis zum Sommer dazukommen. Zwischen einem Tag und vier Monaten benötigen die Schüler, bis sie sich, zunächst am Zaun entlanghangelnd, Gleichgewichtssinn und Körperbeherrschung erarbeitet haben, um frei durch die Gegend zu radeln.

Anlässlich eines Heimatfestes 2004 hatte sich einer nach dem anderen mit der ungewöhnlichen Idee angesteckt. Inzwischen haben sich die meisten ihr rund 50 Euro teures Sportgerät selbst gekauft. Sogar die Jüngsten wie die erst siebenjährige Ina, die ihr Einrad "Tigerente" getauft hat, üben schon fleißig in der Großen Pause. "Das Ganze wird begeistert angenommen", weiß der Rektor, "auch Schüler, die normalerweise im Sport eher Defizite haben, können gut mitfahren." Ernsthafte Unfälle auf dem schwankenden Gerät seien noch nie passiert.

Die bewegungsfreundliche Schule, in der "Bewegung, Spiel und Sport zum normalen Alltag gehören", wie sie Kultusminister Helmut Rau vollmundig anstrebt, in Dettingen im Illertal ist sie schon jetzt Realität. "Jetzt kommen sie schon aus dem Kindergarten zu uns und wollen Einrad fahren", beschreibt Rektor Schlecht schmunzelnd den Wellenschlag, den er in der Gemeinde ausgelöst hat. Das kleine, aber feine Pausensport-Beispiel kann jedenfalls zur Nachahmung dringend empfohlen werden. Wie überhaupt zu wünschen wäre, dass etliche der fröhlichen Modelle aus der Ulmer Gala Eingang finden in den nicht selten tristen schulsportlichen Alltag.
 
 



 
 
 

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DSB aktuell 29.3. 2006
 

Kinder müssen schwimmen lernen

Anläßlich der Hammer Bädertage am 15. und 16. März weist der Deutsche Schwimm-Verband (DSV) darauf hin, dass der Anteil der Kinder unter 14 Jahren, die nicht schwimmen können, seit Jahren stetig zunimmt.
Soweit verlässliche Statistiken vorliegen, beträgt der Anteil der Nichtschwimmer in dieser Altergruppe teilweise bis zu 30%.

Kinder, die nicht schwimmen können, sind in den Möglichkeiten der Perönlichkeitsentwicklung benachteiligt, so die Veranstalter der Hammer Bädertage, ihnen gehe ein wichtiges Stück Lebensqualität verloren. Zudem wird der "Tod durch Ertrinken" immer häufiger als Todesursache bei Kindern und Jugendlichen genannt. Darüber hinaus ist die Schwimmfähigkeit der Jugend eine unverzichtbare Voraussetzung für nachhaltiges und erfolgreiches schwimmsportliches Arbeiten in den Vereinen.

Der DSV plädiert für eine breite Bewegung des Schwimmenlernens und wendet sich an alle Schwimmvereine und -abteilungen Anfängerkurse auszubauen und nicht nachzulassen. Außerdem solle dem Schwimmunterricht in der Schule eine hohe Priorität eingeräumt werden. Eine Umkehrung der negativen Entwicklung sei nur mit einer besseren Zusammenarbeit zwischen Schule und Schwimmverein möglich. In besonderem Maße sind die Eltern gefordert, das Schwimmenlernen ihrer Kinder vorbehaltlos zu unterstützen.
 

Schwimmen der Schule

 



 
 

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Münchener Wochenanzeiger 28.3.2006

München · »Wir brauchen drei Stunden«
Franz Maget übernimmt Petition »Pro Schulsport«

München · Nachdrücklich unterstützt der SPD-Fraktionsvorsitzende Franz Maget die Forderung des Vereins »Pro Schulsport e.V.« für die Verbesserung des differenzierten Sportunterrichts und damit des Schulsports an bayerischen Schulen. Der erste Vorsitzende von »Pro Schulsport«, Herbert Baumgärtner, übergab dem SPD-Fraktionschef im Maximilianeum eine Sammlung von Unterschriften besorgter Eltern, die mit der gegenwärtigen Schulsportsituation nicht zufrieden sind.

»Wir fordern nach wie vor die Erhaltung der wöchentlichen drei Sportstunden an allen Schulen und in allen Klassen, die von qualifizierten Sportlehrern durchgeführt werden müssen«, machte Baumgärtner deutlich. Er verwies darauf, dass die Entwicklung der Teilnahme von Schulmannschaften an den Mannschaftswettbewerben in Bayern in 23 Sportarten von 1996 bis 2005 von 15.511 Mannschaften auf 11.212 Mannschaften zurückgegangen ist. Gab es 1991 noch 15.165 Gruppen für den differenzierten Sportunterricht, so waren es 2005 nur mehr 289 Gruppen.

SPD-Fraktionschef Franz Maget, der die Unterschriften an den Petitionsausschuss weiterleitete, betonte: »Die Klage über Kinder mit Bewegungsmangel ist heuchlerisch, solange der Freistaat ausgerechnet den Schulsport sträflich vernachlässigt. Schulsport ist in Bayern ein Stiefkind, ist doch Bayern im deutschen Ländervergleich von Platz eins auf Platz 15 und damit auf die vorletzte Stelle zurückgefallen. Rigorose Stundenkürzungen im Sport fanden praktisch in allen Jahrgangsstufen statt. Wir müssen die Warnungen von Sportmedizinern und Gesundheitsexperten ernst nehmen, wenn sie aufzeigen, welche gesellschaftlichen Folgeschäden wir finanzieren müssen, wenn beim Schulsport eingespart wird.«
 
 



 

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Lausitzer Rundschau 25.3. 2006

Lausitzer Sport macht Schule Cottbuser kicken sich mit Fußball fit
Regenbogen-Grundschule in Cottbus beteiligt sich an deutschlandweiter Aktion
 
 
Sie kicken Fußbälle um Kegel, hüpfen über Stangen und könnten die Nachfolger von Poldi & Co. werden: Rund 35 000 Schüler machen sich zurzeit deutschlandweit am Fußball fit. An der Aktion „Fit am Ball“ der Deutschen Sporthochschule Köln, mit der Schüler zu mehr Bewegung angeregt werden sollen, sind auch 20 Schüler der Cottbuser Regenbogen-Grundschule beteiligt. Sportlehrerin Karola Luban hat sich um die Teilnahme beworben, den Zuschlag bekommen und leitet jetzt einmal pro Woche die anderthalbstündige Arbeitsgemeinschaft (AG). 

Geschick und Schnelligkeit sind beim Parcours mit dem Ball am Fuß gefragt.
Nach der Aufwärmung stellen die Schüler ihre Sportgeräte auf: Aus 16 Kegeln, vier Stangen und vier Torstangen bauen sie zwei Parcours, die sie in zwei Mannschaften durchlaufen. Die Stangen legen sie über je zwei Kegel. Über diese sollen sie hüpfen, zweimal vorwärts, einmal rückwärts, bis zum Ende. Dabei darf keine Stange herunterfallen. Neben Geschick müssen die Schüler auch Schnelligkeit beweisen, um gegen die andere Mannschaft zu gewinnen.
Danach kommt der Fußball ins Spiel. Der soll um die Kegel und Stangen herumgekickt werden. Keine leichte Aufgabe, denn wer zu schnell ist, schießt übers Ziel hinaus oder stößt an die Kegel, von denen die Stangen herunterpurzeln. Ricky (9) ist so ein flinker, der gern gewinnt. Er kann schon sehr geschickt mit dem Ball umgehen, denn er spielt auch im Verein Fußball.
Anderen Mitspielern ist anzusehen, dass sie nicht so oft Sport treiben. Sie sind etwas pummeliger, etwas behäbiger, etwas ungeschickter. Doch auch ihnen ist der Spaß an den Ballspielen anzusehen. Die Schüler gehen in die dritte bis sechste Klasse. Auch Mädchen sind dabei. In so einer Gruppe könnten sie Vertrauen gewinnen, sagt Karola Luban. Die sportlicheren würden die weniger sportlichen mitziehen.
Nach den Ballspielen gibt es eine Trinkpause. Die Schüler holen ihre Flaschen mit Wasser, Apfelschorle oder Tee heraus. Welches Getränk gesund und für Sportler gut geeignet ist, haben sie vor einer Woche in der Arbeitsgemeinschaft gelernt. Diesmal steht gesunde Ernährung auf dem Plan. So ein Theorie-Block gehört zu jeder AG-Einheit dazu.
Die Schüler erzählen zunächst, welche ihre Lieblingsgerichte sind. Pizza, Fischstäbchen, Döner und Spaghetti führen die Hitliste an. Ob man das jeden Tag essen könne, fragt Karola Luban. „Nein, da wird einem ja irgendwann schlecht“, antwortet ein Schüler. Ein anderer sagt: „Und dann schmeckt es nicht mehr.“ Wichtig, das lernen sie in diesen zehn Minuten, sei die Abwechslung auf dem Speiseplan. Karola Luban fordert die Kinder auf, drei Tage lang ihr Essverhalten zu beobachten und es auf einer Checkliste festzuhalten. Die wird beim nächsten Mal ausgewertet.

Fair und vertrauensvoll
Weiter geht es mit einem Vertrauensspiel. Das gehört zu „Fit am Ball“ wie der Fußball. Denn Fußball sei eine Teamsportart, in der die Mitspieler fair und vertrauensvoll zusammenarbeiten sollen, erklärt die Lehrerin mehrmals in dieser Stunde. Die Schüler führen sich gegenseitig über eine Bank, deren Sitzfläche auf dem Boden liegt. Der so entstandene Balken ist ziemlich schmal für die Füße, und die Schüler sollen ihn mit geschlossenen Augen entlang laufen. Da hilft der Mitschüler, der den „Blinden“ an der Hand führt.
Am Ende der anderthalb Stunden wird richtig Fußball gespielt. Auf zwei Feldern spielen die vier Mannschaften gegeneinander. Die Schüler wählen selbst aus, wer im Tor stehen darf, eine Mannschaft lost es sogar aus. Sie sind in ihrem Element, einige würden am liebsten nur Fußball spielen. Auch die Mädchen sind flink dabei, wenn es auf die Tore zugeht.
Nach dem kleinen Turnier wertet Karola Luban die Stunde aus. Die Schüler seien meist fair und friedlich gewesen, nur einmal habe einer ein Mädchen scharf zurechtgewiesen, das habe ihr nicht gefallen. „Einen Ratschlag könnt ihr immer geben. Aber bitte niemanden ausmeckern, der noch lernt“, sagt die Lehrerin.
Danach verteilt Karola Luban Äpfel an die Schüler. Sie greifen ausgepowert, aber zufrieden zu. „Mein Vater hat auch mal Fußball gespielt“, sagt Maria (11). Deshalb wollte sie das auch lernen und hat sich für die Arbeitsgemeinschaft angemeldet. Michelle (10) spielt immer mit ihren zwei Brüdern Fußball. „Denen wollte ich mal zeigen, wie das richtig geht“, sagt sie. Und Ricky könnte pausenlos Fußball spielen. Deswegen nimmt er das Zusatzangebot in der Schule wahr, gibt von seinen Erfahrungen beim Verein noch ein bisschen an seine Mitschüler ab.

Das Projekt der Sporthochschule Köln zielt auf diese Dinge ab: Spaß am Sport entwickeln, den fairen Umgang mit Mitschülern lernen, Gefallen an Freizeitsport zu finden. Es läuft zum ersten Mal deutschlandweit, nach zwei Pilotphasen in Köln und in ganz Nordrhein-Westfalen. Deren Auswertungen zeigen: Die Schüler haben durch die AG mehr Interesse an Fußball und an Sport allgemein entwickelt und sie wollen selbst mehr Sport treiben. Viele haben durch das Projekt mehr Spaß am Sportunterricht. Schwächere Schüler hätten ihre Scheu vor Sport verloren. Durch die gemischten Gruppen hätten viele Teilnehmer neue Freunde gefunden.
Karola Luban möchte die Arbeitsgemeinschaft auch nach den vorgesehenen elf Doppelstunden weiterführen. Die AG leitet sie freiwillig und ohne Ausgleichstunden. „Ich habe selbst viel Neues bei den Weiterbildungen gelernt“, erzählt sie begeistert. Nun hofft sie darauf, dass nach dem großen Finalturnier in Köln, dem ein schulinterner Leistungsvergleich vorausgeht, die beteiligten Lehrer zum Erfahrungsaustausch zusammenkommen.
 

„Fit am Ball“




 
 

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Kieler Nachrichten 17.3. 2006

Witzig, schwungvoll und gewollt chaotisch: Lauenburgs Sportgala

Lauenburg - Aus den Boxen dröhnt fetzige Musik, auf der Showbühne legt die Klasse 8a gerade ihre Hiphop-Dance- und Karate-Show hin und auf der Tribüne klatschen 400 Eltern begeistert.

Die dritte Sportgala der Albinus-Realschule in der Hasenbergsporthalle war ein voller Erfolg. Fast zwei Stunden lang lieferten die 477 Schüler ihren Zuschauern eine abwechslungsreiche und farbenfrohe Show. So tobten beim "Hiphop meets Salsa"- Tanz der Klassen 10 a und 10 b nicht nur die fast 50 Kinder auf der Bühne, stimmungsvolle Bilder lieferte der Bettlakentanz der Klasse 7a und unglaubliche Flugeinlagen gab es bei den "Flying Kids" der 8c zu sehen. So manch ein Lehrer schien sich bei der "Chaotischen Sportstunde" der 7 c an den Unterrichtsalltag erinnert. Wie im echten Schulleben bekam allerdings auch hier der junge Nachwuchslehrer seine übermütigen Schüler letztendlich in den Griff.

Mehr als drei Monate hatten sich die Schüler im Sportunterricht auf ihren ersten großen Show-Auftritt vorbereitet. "Viele haben ihr Programm selbst zusammengestellt und die Choreographie für ihren Tanz eigenständig entwickelt", erzählt Sportlehrerin Svenja Kardel. Bei den Jüngeren hätten die Lehrer natürlich noch etwas mehr unterstützt. Vielfach seien die Kinder in ihrem Engagement kaum zu bremsen gewesen.

So soll der "Erotic Dance" einer Klasse bei den Proben so heiß gewesen sein, dass die Lehrerin vor allem die Mädchen doch etwas zügeln musste. "Vor allem in den letzten Wochen vorher wurden alle ganz hektisch und haben sich unheimlich auf den heutigen Abend gefreut", erzählt Lehrerin Kardel. "Es ist ein toller Abend. An der Nervosität vieler Schüler sieht man, wie wichtig ihnen die Show ist", sagt der stellvertretende Schulleiter und Moderator Hartwig Bindzus. Anlass für Schüler und Lehrer, schon jetzt an die nächste Sportgala zu denken. hm
 
 



 

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Braunschweiger Zeitung 16.3. 2006

Hip-Hop-Schritte statt Pausenmilch
Der etwas andere Sportunterricht mit dem Cheftrainer aus der Berliner Popstars-Schmiede von Detlef Dee Soost

GIFHORN. Die Bässe hämmern durch die Pausenhalle, fast 100 Schüler tummeln sich mitten im Raum. Viele tragen Turnschuhe, Stirnbänder oder weite Hosen. Und sie tanzen. Diesen etwas anderen Sportunterricht gab es gestern in der Fritz-Reuter-Realschule.

Während anderswo die Sportstunden ausfallen müssen, geht man in der Gifhorner Realschule neue Wege. Die Neunt- und Zehntklässler dürfen sich eineinhalb Stunden so richtig austoben. Statt Schulmilch gibt es in der Pausenhalle eine Einführung in die Welt des Hip-Hop – musikalisch und tänzerisch. Am Morgen waren auch die Grundschüler der Michael-Ende-Schule in den Genuss des Tanzens gekommen.

Den Vortänzer macht kein geringerer als Rafael Antonio. Der 24-jährige ausgebildete Tänzer und Choreograph arbeitet für Detlef Dee Soost, der in Berlin eine Tanzschule hat. Der Star-Choreograph wurde bekannt als Trainer der Fernseh-Casting-Show Popstars, aus der die Mädchenbands No Angels und Preluders hervorgingen. Deren Tanzschritte hat Rafael Antonio erdacht, auch mit Hip-Hop-Queen Sabrina Setlur übte er tanzen für ein Video.

So viel Bekanntheit zeigt Wirkung: Die Pausenhalle ist voll, doch viele Schüler wollen, obgleich passend gekleidet, nur gucken. Noch stehen nur wenige Schüler im Pulk herum, keiner traut sich so recht nach vorne. Doch Rafael Antonio lockt die schüchternen Jungs mit dem Frauenfaktor nach erfolgreicher Übung – die Mädchen müssen kaum überzeugt werden, sie trauen sich schnell vor in Reihe eins. "Es ist nichts Schlimmes, nur Spaß", lockt der Tänzer.

Und nach dem kurzen Aufwärmen geht es gleich los mit den ersten Schritten. Kurz vorgemacht und nachgetanzt. Das Tempo zieht schon nach einer halben Stunde merklich an, schließlich bleiben nur knapp eineinhalb Stunden für drei bis vier Minuten voll mittelschwerer Schrittfolgen und  Drehungen. Anfängliche Unsicherheit und Kichern werden weniger, die Konzentration steigt – die Stimmung auch.

Mitschüler fotografieren und filmen, andere drücken sich die Nasen an der Scheibe platt vor Staunen. Anerkennendes Nicken auch bei Astrid und Lutz Berger. Sie hatten den Tänzer eingeladen, denn dessen Schrittfolgen werden in ihrer Tanzschule fortan unterrichtet.

"Wir wollen uns nach außen öffnen und den Schülern auch Beispiele für sinnvolle Freizeitgestaltung und Bewegungsanreize geben", sagt Lehrerin Anja Debecke-Wallmann. Und eine Belohnung soll das Training auch sein: Die Schüler mussten vor dem Tanzspaß erst noch harte Arbeiten schreiben.
 
 



 
 

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Darmstädter Echo 16.3. 2006

So macht Bewegung Spaß
Spielfest: Kinder aus 19 Grundschulen kämpfen sich in der Turnhalle am Messplatz durch viele bunte Spielparcours

Die kleinen Sportler in den bunten Trikots flitzen durch die Halle und können kaum den Startschuss erwarten. Nur noch wenige Minuten trennen die Grundschüler am Dienstag vom Beginn des Hallenspielfestes in der Turnhalle am Messplatz, an dem sich 19 Schulen aus Darmstadt und Umgebung beteiligen.
Während die Helfer von der Mornewegschule letzte Handgriffe an den einzelnen Spielstationen anlegen, begutachten die quirligen Kinder das bunte Sportgelände. „Vergesst nicht, euch an jeder Station einen Stempel zu holen“, erinnert eine Lehrerin ihre Klasse. Denn nur dann bekomme man einen Preis. Die Kleinen rennen, springen und lassen sich von den Erziehern nicht zum Stillhalten zwingen.

Dann kommt die erlösende Durchsage: Die Schulsportkoordinatorin und Organisatorin des Hallenspielfestes, Elke Arntz-Müller, gibt das Sportgelände frei. Im Gänsemarsch mit je einem Luftballon in der Hand marschieren die kleinen Racker in die Halle und werden wie richtige Olympia-Teilnehmer begrüßt. Das bunte Meer aus Luftballons setzt sich in Bewegung, mit einem Tanz wärmen sich die Kinder auf.

Plötzlich bricht ein wildes Durcheinander aus: „Welche Schule es als erste schafft, alle Luftballons kaputtzumachen, gewinnt“, ruft Elke Arntz-Müller. Die Schüler springen aufgeregt auf die bunten Gummis, versuchen, sie mit den Füßen zum Platzen zu bringen. Peng, peng – schallt es durch die Halle.

Für die Übungen an den Geräten brauchen die jungen Schüler keine Extra-Einladung und verteilen sich schnell auf die einzelnen Stationen. Während die einen lieber Körbe werfen oder ihre ersten Gehversuche auf Stelzen wagen, warten die Zweitklässlerinnen Mia und Katrin, bis sie mit Hilfe eines Seils über eine riesige Matte klettern können.

„Wir waren schon Trampolinspringen“, erzählt die achtjährige Mia stolz. Daheim treibe sie eigentlich nicht viel Sport. „Aber ich habe mit dem Seilhüpfen angefangen“, fügt sie nach einer Weile hinzu und verschwindet dann hinter der gelben Matte. „Das Hallenspielfest ist speziell für Grundschulkinder mit Bewegungsmangel gedacht“, sagt Schulsportkoordinatorin Elke Arntz-Müller. Diese Kinder besuchten in der Regel keine Vereine und seien in Sport leistungsschwächer als ihre Alternsgenossen. An ihrem Bewegungsmangel seien vor allem die Eltern schuld, glaubt die Sportlehrerin: „Die Alltagsbewegung ist stark zurückgegangen, Kindern wird es oft nicht mehr zugetraut, zur Schule zu gehen.“ Eltern hätten manchmal keine Zeit und Lust, ihre Schützlinge über das richtige Verhalten im Verkehr aufzuklären.

„An den Schulen liegt es nicht, dass die Kinder so unsportlich sind“, sagt Arntz-Müller. Dort werde die Bewegung mehr gefördert denn je. „Bewegung im Unterricht ist gut für die Konzentration und das Lernen.“

Mittlerweile ist die ganze Turnhalle in Bewegung: Während einige die Formel-1-Strecke ausprobieren oder auf einer Bank balancieren, kriechen die anderen durch einen Tunnel und hüpften mit eine Stück Stoff zwischen den Zehen durch die Halle. Vor dem großen Trampolin hat sich eine Schlange gebildet. Viele Kinder wollen sich von der Hüpfmatte in die Luft befördern lassen.

Yvonne aus Altheim hat schon viele Stationen hinter sich gebracht und wartet jetzt auf den Parcours mit einem Roller. „Hier gibt es bessere Sachen als im Sportunterricht “, lobt sie das Bewegungsprogramm des Hallenspielfestes.
 



 

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Ärzte-Zeitung 14.3. 2006
 

Sportliche Eltern motivieren Kinder zu mehr Bewegung

Das soziale Umfeld ist wichtig, um Kinder zu mehr Bewegung zu motivieren. "An erster Stelle steht die Vorbildrolle der Eltern", unterstrich der Jenaer Sportmediziner Professor Holger Gabriel bei einem Symposium der Universität Jena zum Thema Jugendsport und Doping.

Der Bewegungsmangel von Kindern und Jugendlichen sei bei weitem nicht nur auf Fernsehkonsum und PC-Spiele zurückzuführen. Empirische Untersuchungen belegten, daß eine sportlich aktive Mutter die Chance verdoppelt, daß auch das Kind sportlich aktiv ist. Ein sportlicher Vater verdreifache diese Chance sogar.

"Sind beide Elternteile bewegungsaktiv, erhöht sich die Chance, daß auch das Kind Spaß an Bewegung hat, auf das Sechsfache", sagte der Inhaber des Lehrstuhls für Sportmedizin der Uni Jena.

Mit zunehmendem Alter gewinne das weitere soziale Umfeld größeren Einfluß. Bei Heranwachsenden treten Freunde und Mitschüler immer mehr an die Stelle der Eltern als Bezugspersonen für die Entwicklung von Wertvorstellungen. Es kommt darauf an, ob im Freundeskreis Sport dominiert oder, angefangen bei der Zigarette, Drogen das soziale Image prägen.

Gabriel plädierte für eine bessere Förderung des Jugendsports, für wöchentlich vier Stunden Sportunterricht an den Schulen und mehr Kooperationen zwischen Schulen und Sportvereinen.
 



 

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DSB aktuell 13.3. 2006
 

"Friedlich" und "interkulturell" Fußball spielen

Die Abwehr von Gewalt und Rassismus stehen auch im Sport ganz oben auf der Agenda. Deshalb veröffentlichen die Sportjugend Hessen und der Hessische Fußballverband ein Handbuch mit vielen Hintergrundinformationen und Tipps zum Thema Konfliktmanagement im Fußball.

In dem Handbuch wurden Ergebnisse aus der nunmehr fast acht Jahre andauernden Kooperation im Projekt „Interkulturelle Konfliktmanagement/Mediation im Fußball“ zusammengetragen. Im Verlauf des Projektes ist ein umfangreiches Konfliktmanagement-Angebot für die hessischen Fußballvereine entwickelt und erprobt worden. Allein im Zeitraum 2002 - 2005 wurden über 8.700 Personen, vom Trainer über den Schiedsrichter bis zum F-Juniorenspieler, für einen professionellen Umgang mit Konflikten im und um den Fußball qualifiziert. Darüber hinaus zeichnet sich das Projekt auch durch umfangreiche Fußball-Untersuchungen aus, deren Ergebnisse im Handbuch sehr praxisnah und verständlich vorgestellt werden.

Das 132 Seiten umfassende Buch spricht ein breites Publikum an. So finden die Jugendtrainerin, die mit ihrer Mannschaft ein »Fairness-Training« durchführen möchte, ebenso wie der Schiedsrichter, der sich hinsichtlich Gewaltprävention gut auf seinen Einsatz vorbereiten will, und der Sportjurist, der Mediation (Konfliktvermittlung) im Rahmen eines Sportgerichtsverfahrens einsetzt, wichtige Informationen für die eigene Arbeit. Das Handbuch zeigt auch den Verbandsführungskräften, wie man ein Konfliktmanagement-Projekt erfolgreich aufbaut und steuert, und (Sport- oder Sozial-) Wissenschaftler finden in den vielen Untersuchungsergebnissen Anregungen für die weitere Forschungsarbeit.

Der Hessische Fußballverband (HFV) war 1998 einer der ersten Fußballlandesverbände, der das Thema Gewaltprävention und Konfliktbearbeitung offensiv aufgriff, und damit auf diesem Gebiet bundesweiter Vorreiter geworden ist. Ermöglicht wurde dies durch die enge Kooperation mit der Sportjugend Hessen, die das Projekt seit Beginn leitet und stetig weiterentwickelt.

Finanziell unterstützt wird das Projekt durch das Programm „entimon – gemeinsam gegen Gewalt und Rechtsextremismus“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie über das HFV Projekt „ballance 2006 – Integration und Toleranz für eine friedliche Fußballwelt-meisterschaft“ und über das Sportamt der Stadt Frankfurt.
Weitere Informationen zum Handbuch und zum Projekt erteilt Angelika Ribler (Projektleiterin) unter ARibler@sportjugend-hessen.de. Das Handbuch kann zum Preis von 8,- Euro bei der Sportjugend Hessen, Otto-Fleck-Schneise 4, 60528 Frankfurt oder unter info@sportjugend-hessen.de bestellt werden
 



 

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Mainzer Allgemeine Zeitung 10.3. 2006
 

Bewegungsförderung statt Fernsehen
Schon im Kindergarten wird gegen Übergewicht angekämpft / Neues Qualitätssiegel

Die Zahlen sind alarmierend. Etwa 15 bis 20 Prozent der Kinder im Vorschul- und Einschulungsalter leiden unter Übergewicht. Rund 20 Prozent der Kinder in Rheinland-Pfalz zeigen bei der Einschulung Auffälligkeiten, die nach Ansicht von Experten therapeutische Maßnahmen oder Sportunterricht erfordern. Kinder zwischen drei und 13 Jahren verbringen laut Statistik täglich rund 90 Minuten vor dem Fernseher...

Die Besorgnis erregende Liste ließe sich fortsetzen. "Deshalb", sagt Johannes Geier, Geschäftsführer der Sportjugend Rheinland-Pfalz, "muss die Bewegungsförderung schon im Kindergarten beginnen. Es geht um Bildung durch Bewegung. Durch Bewegung begreifen Kinder ihre Umwelt erst richtig."

Schon jahrelang sind Geier und sein Team in diesem Bereich tätig. So gibt es seit 1996 die Kooperation "Kindergarten-Sportverein", an der sich bereits 450 Einrichtungen beteiligt haben - unter anderen der ZDF-Kindergarten auf dem Lerchenberg. Dabei kommt in Zusammenarbeit mit örtlichen Vereinen einmal pro Woche ein qualifizierter Übungsleiter in den Kindergarten und bietet ein zusätzliches Bewegungsprogramm an.

Noch einen Schritt weiter geht das neue Qualitätssiegel "Bewegungskindergarten". Ins Leben gerufen hat das bundesweit einmalige Projekt die Sportjugend gemeinsam mit einem Aktionsbündnis, dem unter anderen die Landesvertretung des "Arbeitskreises Psychomotorik" und die Unfallkasse angehören. "Bewegung und Spiel müssen das alltägliche Element einer ganzheitlichen Entwicklung im Kindergarten sein", umreißt Johannes Geier die Ziele des Qualitätssiegels, um das sich landesweit bereits 30 Kindergärten beworben haben.

Eine von der Sportjugend eigens angestellte Referentin prüft die Bewerbungen. Sie untersucht, ob in der jeweiligen Einrichtung täglich Raum und Zeit zum Klettern, Rennen und Springen ist und begutachtet die Außengelände. Unter anderem müssen die Kindergärten nachweisen, dass sie mindestens 15 Minuten pro Tag "angeleitete Bewegungsspiele" und mindestens einmal wöchentlich 45 Minuten lang ein ähnliches Programm anbieten. Außerdem muss das Mitarbeiter-Team eine "mindestens 60-stündige Fortbildung zur Entwicklungsförderung durch Bewegung" absolvieren. "In der Erzieher-Ausbildung spielt das Thema Bewegung/Sport eine eher geringe Bedeutung", begründet Christof Palm, Referent für Öffentlichkeitsarbeit bei der Sportjugend, die Anforderungen, die auch die verstärkte Integration der Eltern einschließt.

Am 13. März wird mit einem Kindergarten im pfälzischen Rockenhausen die erste Einrichtung die so genannte Zertifizierung "Bewegungskindergarten" erhalten. Äußeres Zeichen des Qualitätssiegels sind eine Urkunde und eine große Plexiglas-Plakette, mit der der Kindergarten auf die Auszeichnung aufmerksam machen kann. Werbung nämlich wird nach Ansicht der Sportjugend-Experten immer wichtiger für die Kindergärten im Land: Zahlen aus dem Gesundheitsministerium Rheinland-Pfalz belegten, dass sich die Zahl der geborenen Kinder zwischen 1995 und 2005 halbiert habe. Deswegen werde es immer mehr zu einem Wettbewerb der Kindertagesstätten untereinander kommen. Sportjugend-Geschäftsführer Johannes Geier: "Die Kindergärten müssen verstärkt durch eigene Profile werben."
 



 
 
 

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Lausitzer Rundschau 4.3.  2006

Lausitzer Sport macht Schule

Seile bringen den großen Sprung
Grundschule Straupitz lehrt Rope Skipping im Unterricht / Verein nimmt ältere Schüler auf
 
 
Vier bunte, unterschiedlich lange Seile schwingen gleichzeitig auf engstem Raum ineinander, ohne sich zu verknoten. Warum das so ist, kann der Zuschauer nicht erkennen. Was er sieht: Das kunstvolle Seilspringen schaut richtig klasse aus. Rope Skipping (engl. für Seilspringen) ist mehr als nur eine bestimmte Zeit lang so viel wie möglich Durchschläge zu schaffen. Es ist eine Kunst, die an der heutigen Straupitzer Grund-, ehemals Gesamtschule, so gut wie an keiner anderen Schule in Brandenburg beherrscht wird. 

15 Jahre ist es her, dass die Sportlehrer Sabine Liebach und Gerhard Mörl das Rope Skipping nach Straupitz brachten. Auf einer Turngala hatten sie amerikanische Skipper gesehen und waren so beeindruckt, dass sie ihnen nacheifern wollten. „Am Anfang haben wir beide allein nachmittags in der Turnhalle geübt“ erzählt Gerhard Mörl. Erst als einige Figuren saßen, zeigten sie es den Schülern. Die haben sofort begriffen, dass sie mit dem Rope Skipping etwas Außergewöhnliches geboten bekommen.
Kristin Orbanz, ehemalige Schülerin in Straupitz, stellt den Skipper-Nachwuchs während der AG-Stunde am Mittwoch in zwei Reihen hintereinander auf. Der beginnt ohne Kommando gleichmäßig zu hüpfen. Dann nimmt die 18-jährige Kristin ihr Seil und springt zwischen beiden Reihen hindurch, schlägt das Seil jeweils unter dem Vorder- und dem Hintermann durch. Ab und zu bleibt jemand hängen, dann geht es von vorn los. Das ist so beim Seilspringen: Ein Fehler, und der ganze Ablauf kommt ins Stocken.
Nebenan schwingen die beiden Lehrer zwei lange Seile gegeneinander. Die Schüler springen hinein und müssen aufpassen, dass sie jeden Durchschwung mitnehmen. Die Großen springen sogar zu zweit, kippen dann nach vorn, als wollten sie Handstand machen, und wieder zurück. Die beiden Seile schwingen weiter. Ein Mädchen bringt ihr eigenes Seil mit und hüpft zwischen den beiden langen und ihrem eigenen hin und her.

Münder bleiben offen stehen
Diese Übungen sind allerdings „nur“ Training – Training für das Auftrittsprogramm, das die Großen regelmäßig auf Festen und Veranstaltungen präsentieren. „Da bleiben den Zuschauern die Münder offen stehen“, erzählt Mörl, „weil sie nicht wissen, was man mit dem Seil alles anstellen kann.“ Das wussten Mörl und seine Kollegin auch nicht, trotz der Weiterbildungskurse im Rope Skipping. Viele Figuren, die die Straupitzer Schüler beherrschen, haben sie sich selbst ausgedacht. Wer von außen zuschaut, der kann kaum erahnen, wie sie funktionieren.
Sich das anzueignen, dafür trainieren die Rope Skipper viele Stunden – nicht nur im Schulunterricht. Dort lernen sie die Grundlagen und erste Figuren, den Rest lassen sie sich bei Weiterbildungskursen zeigen oder schauen sich bei Wettbewerben etwas ab. Die Videokamera nehmen sie immer mit, damit all jene, die nicht dabei waren, zu Hause nachstudieren können. „Vieles können die Großen den Kleinen heute beibringen, was wir früher nicht beherrscht haben“, gibt der Trainer zu.
Weil die Großen ihre Erfahrungen weitergeben, ist der Nachwuchs ziemlich fit. „Die Mädchen der dritten Klasse sind richtig gut“, sagt Gerhard Mörl und freut sich. „Aus denen wird mal was.“ Was das noch sein soll, fragt sich, wer die lange Erfolgsliste der „alten Hasen“ anschaut. Mannschaftssiege in Landespokalwettkämpfen, vordere Plätze beim Berliner Turnfest, bei Landesmeisterschaften, Sieg beim DTB-Cup und Bereicherung von Sportgalas. Auch bei den Weiterbildungen für Lehrer, die Mörl und Liebach in Straupitz veranstalten, zeigen die Schüler, wie vielfältig Seilspringen sein kann.
Das alles hätten die Straupitzer Rope Skipper nicht erreicht, wenn es beim Springen im Sportunterricht geblieben wäre. Bald nach dem Start wurde klar, dass nur die Organisation in einem Verein hilft, um Seile und Auftrittskleidung zu finanzieren. Mit Blau-Weiß Straupitz fanden die Skip per einen Verein, der sie aufnahm. Nun haben auch jene, die die Grundschule verlassen, eine Heimat für ihr sportliches Hobby.

Was nicht jeder kann
So geht es auch Kristin Orbanz. Als sie noch in Straupitz zur Schule ging, wollte sie gern nach dem Unterricht Sport treiben. „Da gab es Tanzen, Judo, Leichtathletik und Rope Skip ping. Letzteres war etwas, das nicht jeder konnte, deswegen habe ich das ausgewählt.“ Nach ihrem Weggang ist sie fest in die Vereins-Gruppe hineingewachsen, deren Mitglieder inzwischen in verschiedene Richtungen zur Schule fahren. „Einige sehen sich nur noch beim Training“, sagt Kristin.
An ihrer jetzigen Schule, dem Gymnasium Lübben, hat Kristin in einer Doppelstunde ihren Mitschülern das Rope Skipping vorgestellt. „Das hat denen total Spaß gemacht.“ Es könnte viel mehr Abwechslung geben im Sportunterricht, findet sie. Ab und zu kämen junge Lehrer, die an ihrer Diplomarbeit schreiben, und probierten Neues aus, beispielsweise Klettern oder Akrobatik. „Doch 5000-Meter-Laufen muss echt nicht sein“, stöhnt Kristin, die bald die Schule beenden und damit auch die Rope Skipper verlassen wird.
Der immer wieder kehrende Weggang von Schülern, die die Schule beenden, ist für die Straupitzer inzwischen zum Alltag geworden. Die Werbung durch das Seilspringen im Schulsport, das dort auch bewertet wird, funktioniert gut. Mehr zu schaffen macht den beiden Lehrern ihre Versetzung nach Königs Wusterhausen und nach Groß Köris. Die Arbeitsgemeinschaft in Straupitz weiterzuführen, macht ihnen trotzdem Spaß.
Dazu trägt der Erfolg bei Wettbewerben ebenso bei wie der Erfolg im Kleinen. Den sehen beide erreicht, wenn die Schüler auch auf dem Schulhof seilspringen oder zwischen den Wohnblöcken in Straupitz.
 

Rope Skipping -Links


 
 

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DSB aktuell 3.3. 2006

Das Grünbuch der EU erwähnt nicht einmal den Schulsport

Der Rat der Europäischen Union hat das Grünbuch „Förderung gesunder Ernährung und körperlicher Bewegung: Eine europäische Dimension zur Verhinderung von Übergewicht, Adipositas und chronischen Krankheiten“ vorgelegt.

Es wurde bereits den Mitgliedsländern zur Stellungnahme übersandt. Der Sportausschuss des Deutschen Bundestages stimmte dem Papier ohne Aussprache zu. Wie es in dem Berichtsblatt der Bundesregierung heißt, sei eine „breit angelegte Konsultation“ auch innerhalb der Zivilgesellschaft gefordert - man wünsche sich „konkrete und evidenzbasierte Vorschläge für politische Maßnahmen auf EU-Ebene“. 67 Prozent der deutschen Männer und jede zweite Frau seien übergewichtig; bei Jugendlichen betrage die Quote in der Bundesrepublik zehn bis 18 Prozent.

Im Grünbuch stellt die Europäische Kommission fest, Schulen könnten „durch die Förderung gesunder Ernährung und körperlicher Bewegung zum Schutz der Gesundheit der Kinder beitragen... Darüber hinaus haben Schulen die Möglichkeiten, die Kinder dazu anzuregen, sich jeden Tag körperlich zu bewegen“. In der Rubrik „Fragen, zu denen die Kommission um Beiträge hinsichtlich der Ermittlung vorbildlicher Verfahren ersucht“, heißt es: „Nach welchen vorbildlichen Verfahren können Kinder zu regelmäßiger körperlicher Bewegung in den Schulen veranlasst werden?“ Dass dies vor allem der Schulsport leisten kann, der aus seinem Stiefkind-Dasein herauskommen müsste, darauf kommt das Kommissionsdokument nicht.

Bis zum 15. März können nach Mitteilung der beteiligten Bundesministerien Stellungnahmen abgegeben werden. Bis Juni werden die Beiträge dann in Brüssel zusammengefasst. Dann will die Europäische Kommission prüfen, „wie am besten weiter vorzugehen ist und möglicherweise vorzuschlagende Maßnahmen sowie die Mittel zu deren Umsetzung festlegen“.

DSB aktuell


 
 

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Kölnische Rundschau 3.3. 2006

Bessere Integration
Muslime: Schule als Ort der Toleranz-Einübung

Der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) und der Interkulturelle Rat haben eine bessere Integration muslimischer Kinder in deutschen Schulen gefordert. Angesichts einer "sehr aufgeheizten Stimmung" gegen Muslime in Deutschland müsse dringend gegengesteuert werden, sagte der neue ZMD-Vorsitzende Axel Ayyub Köhler in Köln. Der "Schule als Ort der Toleranz-Einübung" komme dabei besondere Bedeutung zu. Die Teilnahme der muslimischen Kinder an Sport, Sexualkunde und Klassenfahrten sei erwünscht, betonte das Islamforum in einer Empfehlung.

Mehr als 700000 muslimische Kinder besuchen deutsche Schulen. Dabei komme es vor allem beim Sport- und Schwimmunterricht, bei der Sexualkunde und bei Klassenfahrten zu Problemen, so das Islamforum. In dem Forum arbeiten Organisationen wie der ZMD, der Interkulturelle Rat, die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion, die Christlich-Islamische Gesellschaft oder der Islamrat zusammen.

Die Befreiung etwa vom Sportunterricht sei sowohl aus gesundheitlichen Gründen als auch unter dem Gesichtspunkt der Integration nicht wünschenswert.
 
 



 
 
 

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Ärzte-Zeitung 1.3. 2006

Täglicher Schulsport macht Schüler fit und fröhlich
"Fit für Pisa": Göttinger Modellprojekt läuft seit August 2003 / Zwischenbilanz einer Vergleichsstudie

Täglicher Sportunterricht macht Schulkinder leistungsfähiger und fröhlicher. Das zeigt das Göttinger Modellprojekt "Fit für Pisa", das Grundschülern durch zusätzlichen Schulsport mehr Bewegung und Fitness verschaffen soll.

Seit August 2003 erhalten die Kinder mehrerer Göttinger Grundschulen statt der üblichen zwei wöchentlich fünf Sportstunden. Inzwischen nehmen fünf Schulen mit insgesamt 305 Kindern an dem Modellprojekt teil.
Die Initiatoren des privat finanzierten Sportunterrichts stellten jetzt bei einer Informationsveranstaltung die "Halbzeit-Ergebnisse" des auf insgesamt fünf Jahre angelegten Projekts vor. Fazit: Kinder und Eltern sind gleichermaßen begeistert.

Das Projekt finanziert sich ausschließlich durch Sponsoren und Spenden. Zu den Unterstützern zählen etwa die niedersächsische Ärztekammer, die Kassenärztliche Vereinigung, der Sportverein ASC Göttingen, die Universitätskinderklinik, das Göttinger Gesundheitsamt, mehrere Universitätsinstitute und der niedersächsische Sportärztebund.
Mangelnde Bewegung wirke sich gravierend auf die Entwicklung von Kindern aus, sagte der Präventionsbeauftragte der Ärztekammer Niedersachsen und Initiator des Projekts, der Göttinger Internist Dr. Thomas Suermann. Bereits 15 Prozent aller Jugendlichen litten unter ernsthaften gesundheitlichen Störungen.
Das Projekt solle einer "Pathologisierung der jungen Generation" entgegenwirken, wie es heißt. Es ist als Vergleichsstudie angelegt. An den Projektschulen gibt es täglich eine Stunde Sport, an einer Vergleichsschule dagegen nur zweimal pro Woche. Die Kinder der beteiligten Klassen werden während ihrer gesamten Grundschulzeit regelmäßig auf ihren Gesundheitszustand, ihre motorische Entwicklung und ihre Befindlichkeit hin untersucht.

Die bisher erhobenen Daten lassen zwar noch keine präzisen Aussagen zu, wie stark sich der tägliche Schulsport auf verschiedene Faktoren auswirkt. In einigen Punkten zeigte sich aber ein deutlicher Vorsprung der Kinder aus den Projektschulen gegenüber den Kindern der Vergleichsschule. So war an den Projektschulen der Anteil der übergewichtigen Kinder deutlich geringer.

Bei den Koordinations- und Motoriktests konnten die Kinder der Projektschulen manche Übungen deutlich besser bewältigen. Auf die Befindlichkeit hatte der tägliche Sportunterricht ebenfalls positiven Einfluß. So klagten weniger Kinder über Müdigkeit. Den täglichen Sportunterricht bewerteten sie durchweg positiv.
Dies bestätigte auch eine Klassenlehrerin. "Die Kinder sind begeistert", berichtete sie. Immer wieder bestürmten sie Schüler mit der Frage: "Haben wir heute wieder Sport?" Nach ihren Beobachtungen hat nicht nur die körperliche Fitness, sondern auch die sonstige Leistungsfähigkeit zugenommen. "Die Kinder sind auch in der vierten Stunde noch aufnahmefähig, man kann dann sogar noch Mathe oder Deutsch unterrichten."

Insgesamt seien die Kinder viel offener und fröhlicher im Unterricht. Eine Befragung der Eltern ergab, daß 93 Prozent das Projekt zur Nachahmung weiterempfehlen würden. Viele hatten sogar noch den Zusatz "unbedingt" hinzugefügt. Kritik gab es vor allem daran, daß kein Schwimmunterricht angeboten wird. Zumindest bis zum Erwerb des "Seepferdchen"-Abzeichens sollten Kinder im Schulsport auch schwimmen lernen können.

Die Schüler wurmte dagegen vor allem eines: Sie hatten nach dem Sportfest ihre Urkunden erst nach vielen Wochen erhalten - für Kinder eine halbe Ewigkeit. In diesem Punkt wünschen sie sich von den Projektbetreuern: "mehr Fitness".



 



 

DSB Aktuell 24.2. 2006

Die Schulsport-Debatte im Bundestag
Wie sieht der Schulsport zukünftig aus?

Parr (FDP): SPRINT-Studie darf nicht in den Schubladen verschwinden
Detlef Parr, Sportsprecher der FDP, erklärte zu Beginn der Aussprache mit Blick auf die SPRINT-Studie: „Sie muss die Grundlage für notwendige konkrete Reformschritte sein, und sie darf nicht nach einem Aufflammen der öffentlichen Diskussion zum Strohfeuer werden und bei Bund und Ländern in den Schubladen verschwinden.“ Die Botschaften daraus seien ernst zu nehmen - „zu lange haben wir die Spaß- und Kuschelpädagogik als vermeintlichen Fortschritt gepflegt“. Der Sportausschuss beschäftige sich nunmehr schon in der dritten Legislaturperiode mit der Mangellage im Schulsport. Der Antrag sei geschrieben und zur Diskussion gestellt worden, „um einen Anstoß zu einer bundesweiten Wende im Schulsport zu geben, die wir alle gemeinsam tragen sollten“.

Nach Parrs Worten seien Erklärungen wie die „wolkig-unverbindlich“ fixierten Positionen zwischen DSB, Kultusminister- und Sportministerkonferenz im Jahr 2000 „zu wenig“: „Wir brauchen eine neue konkrete schulische Sportkultur, für die wir in den Gremien offensiv eintreten müssen. Wenn wir uns auf der Bundesebene einigen, dann werden wir auch die Länder überzeugen können.“ Als drei Säulen dazu nannte der Liberale „Bewegungsvielfalt, sportliches Können und Leistung sowie durch Fairness geprägte Sozialkompetenz“. Detlef Parr: „Bundesweit ist eine Einigung auf klare Zielsetzungen im Schulsport notwendig. Bisher gibt es in 16 Bundesländern acht unterschiedliche Zielvorgaben des Schulsports.“

Riegert (CDU/CSU): Schulsportnoten nicht abschaffen
Der sportpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Klaus Riegert, erklärte, nach der ersten Lesung sollte nunmehr der Sportausschuss des Parlaments einen gemeinsam getragenen Forderungskatalog erarbeiten. Die SPRINT-Studie des DSB habe Defizite aufgezeigt, die es konsequent abzubauen gelte. „Diese beginnen schon bei der Qualität des Sportunterrichts, die von der Sportstättensituation und der Qualität der Ausbildung der Sportlehrer abhängt“, sagte Riegert. Fachfremder Unterricht, die Einstellung der Schulleiter und die hohe Ausfallquote des Fachs seien weitere Defizitpunkte. „Wir dürfen die Schulsportnoten nicht abschaffen“, meinte der CDU-Abgeordnete. „Sie werden ohnehin schon kritisch betrachtet, weil sie im Vergleich zu denen der anderen Fächer viel zu gut ausfallen. Wer Schulsportnoten abschafft, der wird Sport zum Randfach machen und kein gutes Ergebnis erhalten.“

Gerster (SPD): leistungsorienterter Sportunterricht schreckt ab
Martin Gerster von der SPD-Bundestagsfraktion wies darauf hin, dass die Diskussion deplaziert sei, weil allein die Länder zuständig seien. Der Parlamentarier aus Biberach kritisierte, dass in Niedersachsen der Schwimmunterricht „kaputtgemacht“ worden und in die Verantwortung der Eltern übertragen worden sei: „Wenn die Mutter oder der Vater nicht kann, fällt der Schwimmunterricht eben aus.“ Im Übrigen schrecke - so Gerster - der „leistungsorientierte erziehende Sportunterricht“ junge Leute gerade ab: „Die FDP fordert eine Rückbesinnung auf traditionelle Sportarten, weil ansonsten angeblich der Leichtathletik der Nachwuchs wegbricht. Wir sagen: Der Schulsport ist keine Produktionsstätte für Hochleistungssportler.“ Die Sozialdemokraten ständen andererseits für Qualitätssicherung in der Fachlehrerausbildung und „nationale Bildungsstandards“ auch beim Schulsport. Sportvereine sollten in die Bildungseinrichtungen, insbesondere in die Ganztagsschulen kommen können -„dann aber sollten bitteschön die Übungsleiterinnen und Übungsleiter auch entsprechende Vergütungen für das bekommen, was sie an diesen Schulen leisten“.

Kunert (Die Linke): Kritik an deutscher "Kleinstaaterei"
Katrin Kunert, neue sportpolitische Sprecherin der Fraktion Die Linke, erklärte, im Gegensatz zur SPD unterstütze ihre Fraktion den FDP-Antrag. „Ich finde, der Unterstellung, dass sich die Politik immer nur dann mit dem Sport beschäftigt, wenn große Events anstehen, sollten wir mit aller Ernsthaftigkeit entgegentreten“, sagte die Abgeordnete, die am 12. Februar in Erfurt bei den DLV-Seniorenmeisterschaften in der Altersklasse W 40 mit der 4 x 200-m-Staffel der LG Altmark deutsche Vizemeisterin geworden war. Frau Kunert kritisierte die deutsche „Kleinstaaterei“ - so gebe es in den 16 Bundesländern acht Zielvorgaben für den Schulsport. 70 Gremien bildeten Sportpädagogen aus - „es wird zu viel geforscht, aber viel zu wenig effizient und praktikabel ausgebildet“. Eine Sicherstellung des Schwimmunterrichts sei unabdingbar - dabei kritisierte sie Hamburg, das ab August 2006 das Schulschwimmen privatisieren werde. Katrin Kunert forderte zudem „ein angemessenes Angebot an Wettkämpfen“ im Unterricht - „in dieser Hinsicht ist die Spartakiadebewegung in der DDR durchaus ein lohnendes Beispiel“.

Hermann (Bündnis 90/Die Grünen): Sportkonzept muss weiterentwickelt werden
Winfried Hermann (Bündnis 90/Die Grünen) sprach von einem „extrem zentralistischen Antrag“ der FDP, der absurde Forderungen beinhalte und deshalb in seiner Fraktion auf Ablehnung stoße. „Ich glaube wir müssen das Sportkonzept durch Einbeziehung moderner Sportarten und Schaffung vielfältiger Bewegungs- und Auswahlmöglichkeiten weiterentwickeln“, sagte er. Die Rückkehr zu alten Lehrplänen, die ausschließlich leistungsorientiert seien, könne nicht die richtige Antwort sein. Hermann: „Gerade die Sportartenpädagogik ist in den Unterrichtsplänen längst überholt.“ Moderne Bewegungsfeldansätze seien vielmehr gefragt, falsche Leistungsanforderungen gehörten in die Mottenkiste: „Es stört die Schüler, wenn man an alle den gleichen Maßstab legt, obwohl sie höchst unterschiedlich sind, wenn man sich formaler Messmethoden bedient, wenn man sie in althergebrachter Art und Weise Runden laufen und immer nur dieselben alten Sportarten betreiben lässt“, führte Hermann weiter aus.
 
 

DSB-Schulsportdebatte
Kommentar von Holger Schück:

Irrungen und Wirrungen um den Schulsport

Stiefkind Schulsport, geduldet, aber nicht gerade gern gesehen. Wenig hat sich in den letzten Monaten verbessert. Im Konzert von Bildungspolitikern, von Sport- und Gesundheitsexperten sowie von Fiskalverwaltern fehlt immer noch der Grundton der Harmonie. Die Ergebnisse der SPRINT-Studie haben den Schulsport zwar zum Top-Thema in der„Tagesschau“ befördert, ein Bewusstseinswandel bei Politikern wurde aber nicht vollzogen. Wohlfeile Erklärungen, nichtssagende Balkonreden, die typisch deutsche Phraseologie - und das war’s dann auch schon.

Immerhin, der FDP ist es zu verdanken, dass im Deutschen Bundestag die Mangelsituation in diesem Schulfach beraten und damit erneut öffentlich wurde. Die Liberalen - und mit ihnen die Union und Die Linke - fordern ein kompaktes Maßnahmenpaket: bundesweite Mindeststandards quantitativer und qualitativer Art, neue Schulsport-Wettbewerbe sowie ein tragfähiges Konzept, das die alternative Sportbewegung zurückdrängt und statt dessen die Rückkehr des Leistungsprinzips fordert. Typisch deutsch: Die Parlamentsdebatte bot den üblichen politisch-funktionalen Schlagabtausch und lieferte Ideologien aus der Mottenkiste.

So sprachen sich SPD und Grüne gegen das Erlernen und Einüben traditioneller Sportarten aus. Nach der Devise: Leichtathletische Disziplinen - zu langweilig, nicht mehr jugendgemäß. Neue Bewegungsansätze seien viel gefragter, argumentierten sie. Das sind Irrungen und Wirrungen. Sollte dies umgesetzt, also die Beschleunigung der Moderne fortgesetzt werden, ginge dies an die Substanz des organisierten Sports. Und: Wer heute die Leichtathletik verdammt, wird vielleicht morgen auch Goethe und Schiller aus den Lehrplänen streichen.

Genauso töricht ist es, dass die Koalitionäre von einst den Föderalismus hochhalten und die Bundeskompetenz bei Schulsport-Initiativen der Politik schlichtweg verneinen. Die Alt-68er und ihre Apologeten vergessen dabei, dass Deutschland auf einer gesundheitspolitischen Zeitbombe mit dem Aufdruck „Übergewicht“ sitzt. Verstärkte Bewegungsanreize und sportliche Belastungen im Kindes- und Jugendalter können diese Sprengkraft entschärfen; Kleinstaaterei mit einem Kompetenz-Wirrwarr, dem die Mangellage geschuldet ist, ändert nichts. Benötigt werden dazu Fachlehrer in den Grundschulen, intakte Sportanlagen, Unterrichts-Kontinuität und vor allem ein Sportunterricht, der auch den Bewegungsmuffeln Spaß macht und sie zu gesundheitsmotiviertem Handeln hinführt - mit pädagogischen Mitteln. 


weitere Meinungen zum Thema


 

Sportunterricht.de - Materialien für Lehrer und Schüler

 Kölner Stadtanzeiger 23.02.06

Sportunterricht im Trainingszentrum
Im Fitnesszenter kamen die Schüler ins Schwitzen.
 
Euskirchen - Immer mehr Jugendliche sitzen in ihrer Freizeit vor dem Fernseher und dem Computer, anstatt an der frischen Luft Sport zu treiben. Für den Körper ist dieses Verhalten schlichtweg schädlich.
Es werden zu wenig Muskeln aufgebaut, die Folgen sind Haltungsschäden.
Diesen Problemen versuchen die Schulen im Sportunterricht entgegenzuwirken. Das Emil-Fischer-Gymnasium kooperiert seit diesem Schuljahr mit dem Gesundheits- und Trainingszentrum „Relax“, das in unmittelbarer Nähe der Schule an der Ecke Kölner Straße / Jean-Spessart-Straße liegt.
„Wir versuchen, den Schülern Körperbewusstsein zu vermitteln“, erklärte Sportlehrer Rudolf Vielhaber. Das ist im „normalen“ Sportunterricht in den Turnhallen so nicht möglich. Aus diesem Grund gab es zu Beginn des Schuljahres einen Probelauf mit der Klasse 8 b, deren Klassenlehrerin die Fachvorsitzende Sport, Liesel Schaffartzik, ist. Dieser Test verlief positiv, so dass nun auch Kurse der Jahrgangsstufe 11 in den Genuss des etwas anderen Sportunterrichts kommen.

Der Kurs von Rudolf Vielhaber, der aus 18 Mädchen und Jungen besteht, besuchte das „Relax“ bereits zum zweiten Mal. „Beim ersten Training haben wir für jeden Schüler ein individuelles Programm erstellt, denn wir können die Schüler nicht einfach drauflos trainieren lassen“, berichtet Diplom-Sportlehrer Frank Schneider, einer der beiden Inhaber des Gesundheits- und Trainingszentrums und ehemaliger „Emilianer“. Außerdem wurden in einem theoretischen Teil die Grundlagen der Körperhaltung und der Bewegung vermittelt.

Muskelaufbau
„Damit wollen wir zeigen, wie wichtig der Aufbau bestimmter Muskelpartien ist“, meinte Schneider, der Wert darauf legt, dass es sich beim „Relax“ um kein Bodybuilding-Studio handelt: „Es geht uns um Prävention und Rehabilitation.“

Bevor es aber an die Geräte ging, mussten sich die Schüler aufwärmen. „Eigentlich geschieht das auf den Fahrrädern, aber bei einer so großen Gruppe ist das nicht möglich“, sagte Schneider. Also ging es mit dem medizinischen Präventionstrainer Marcus Winn für 15 Minuten in den Aerobic-Raum.

Von außen beobachteten Schneider und Vielhaber die Jugendlichen ganz genau und konnten schon bei den Übungen erkennen, welcher Schüler Haltungsschäden hat und dringend Muskelaufbau benötigt. Den gab es dann an den nicht immer wirklich gemütlich aussehenden Trainingsgeräten. Besonders die Rumpfmuskulatur soll bei den Übungen stabilisiert werden. Kräftige, aber keine dicken Muskeln wolle man, so Schneider. Von den Jugendlichen wurde das Training im „Relax“ positiv aufgenommen: „Das macht mehr Spaß als normaler Sportunterricht“, meinte beispielsweise Benedikt Ewert.



 
 

Sportunterricht.de - Materialien für Lehrer und Schüler

Sportunterricht.de 17.2. 2006
 

Bundestagsdebatte zum Schulsport
FDP-Antrag:
"Die SPRINT-Studie des Deutschen Sportbundes darf nicht folgenlos bleiben - Jetzt bundesweite Wende im Schulsport einleiten".

Donnerstags, 16. Februar 2006.  Der Schulsport ist, ausgelöst durch die Ergebnisse der Schulsportstudie "Sprint" (Sportunterricht in Deutschland), Gegenstand einer Bundestagsdebatte. Um genau 21.29 Uhr erläutert der FDP-Abegordnete Parr den Antrag. Er hat, wie die vier folgenden Redner, fünf Minuten Zeit.

Die Bundesregierung soll nach Auffassung der FDP auf die Länder einwirken, bundesweit gültige Mindeststandards für den Schulsport zu entwickeln und durchzusetzen. Wie es in dem Antrag heißt, sollte sie einen Forschungsauftrag über Wirkungen der traditionellen Sportbenotungen vergeben, Fort- und Weiterbildungsprogramme unterstützen, Kooperationsmodelle zwischen Schule- und Sportvereinen fördern und eine angemessene Sportinfrastruktur zur Verfügung stellen. Das Besorgniserregende sei, dass die Lehrpläne immer weiter "bewegungsfeldorientiert" ausgerichtet würden. Sportarten wie der Leichtathletik drohe dadurch der Verlust des Nachwuchses aus den Schulen.
Darüber hinaus wird angeregt, die Bundesregierung solle sich für die Neugestaltung schulischer Wettkämpfe (nach australischem Vorbild) und für die Integration benachteiligter Jugendlicher im Sport einzusetzen.

Die Liberalen sind besorgt, dass es zu viele unterschiedliche Zielvorgaben für den Schulsport gibt. "Zu lange haben wir die Spaß- und Kuschelpädagogik als vermeintlichen Fortschritt gepflegt", beklagt Parr. Die Sportminister- und die Kultusministerkonferenz müssten dafür sorgen, dass Leistung, sozialer Kompetenzerwerb und Gesundheitsförderung in allen Bundesländern einheitlich zu vorrangigen Zielvorgaben werden, betont die FDP.

Für die CDU/CSU-Fragtktion antwortet der Abgeordnete Klaus Riegert, dass der FDP-Antrag zu undifferenziert sei. Die Sprintstudie habe gezeigt, dass sich Sport als Bildungsfach durchgesetzt habe, von Eltern und Schülern geschätzt werde und eine Abschaffung der Sportnote keineswegs sinnvoll sei. Außerdrücklich dankte er den Sportlehrern für ihre wertvolle Arbeit. Zudem sei das deutsche Wettkampfwesen bewährt, der FDP-Antrag greife überall nur Teilaspekte auf. Bevor er für eine Überweisung in den Ausschuss plädiert, gibt er der FDP noch eine Note:"Thema verfehlt - Fünf - Setzen".

Katrin Kunert (Die LINKE) betont die hohe Bedeutung des Sports für Kinder und Jugendliche und unterstützt den Antrag, weil er die Möglichkeit bietet, "die für den
Schulsport Verantwortlichen endlich zusammenzuführen und Nägel mit Köpfen zu machen". Die Kleinstaaterei im Bildungssystem müsse überwunden werden. Handlungsbedarf sei vor allem bezüglich der Absicherung der 3. Sportstunde, eines qualifizierten Schwimmunterrichts sowie in der Weiterbildung gegeben. Bezüglich des schulischen Wettkampfsports verweist sie auf die positiven Erfahrungen mit der Spartakiadebewegung in der DDR.

Martin Gerster von der SPD verweist auf die jahrzehntelange die Debatte um die Verbesserung des Schulsports. Warum, fragt er, stelle die FDP ihre Forderungen nicht in den Ländern. Dort, wo die FDP Verantwortung habe oder hatte, sehe die Schulsportsituation keineswegs rosig aus. Er lehnt den Antag der FDP in dieser Form ab. Ein leistungsorientierter Sportunterricht wie ihn die FDP fordert schrecke eher ab, Schulsport sei keine Produktionsstätte für Hochleistungssportler. In den Ganztagsschule, aber auch im Vorschulbereich müsse die Kooperation mit den Vereinen gepflegt werden. Besonders gefordert seien die Länder und die zuständigen Landesminister.

Wilfried Hermann von Bündnis 90/Die Grünen beendet die Debatte. Er betont zunächst die Bedeutung der Sprint-Studie, die neue Aspekte in die Debatte um den Schulsport gebracht hat. Durch Hineinnahme der Schülerperspektive sei deutlich geworden, wie hoch angesehen der Sportunterricht sei, aber auch, dass neue sportliche Inhalte unbedingt in den Unterricht hinein gehören. Das Sportunterricht müsse weiterentwickelt werden. Der Antrag der FDP sei absurd. Er sei kein Anstoß für modernen Sportunterricht.

Der Antrag wird in die Ausschüsse überwiesen.
 

Materialien, Berichte, Kommentare zur Schulsportstudie "Sprint"
Antrag der FDP-FraktionProtokoll der Sitzung als PDFBundestagsprotokolle
Stellungnahmen der GEW-Sportkommission zum FDP-Antrag


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Und so sah die dpa-Meldung (17.2. 2006) aus

Parteien fordern Wende im Schulsport

Berlin (dpa) - Die Einführung bundesweit gültiger Mindeststandards für den Schulsport ist im Deutschen Bundestag umstritten. In einer 30-minütigen Debatte am 16. Februar unterstützten CDU/CSU und Linkspartei im Plenum einen Antrag der FDP-Bundestagsfraktion. Gefordert wird darin ein qualitativ besserer Sportunterricht.

Wie der sportpolitische Union-Sprecher Klaus Riegert erklärte, sollte nach der ersten Lesung nun der Sportausschuss des Parlaments einen gemeinsam getragenen Forderungskatalog erarbeiten. Detlef Parr, FDP-Sportexperte, forderte zuvor eine «neue schulische Sportkultur», in der auch der Leistungsgedanke eine Rolle spielen müsse.

Die SPD-Fraktion lehnt nach Worten ihres Abgeordneten Martin Gerster die Forderungen der Liberalen nach einer bundesweiten Verbesserung des Sportunterrichts ab. «Der Schulsport ist keine Produktionsstätte für den Hochleistungssport», erklärte Gerster.
 
 


 
 

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Berchtesgardener Anzeiger 13.2. 2006
 

Ob Olympionike oder Asthmakranker:
Die Atemwege brauchen Training

Skifahren, Schwimmen, Joggen, Langlauf oder Radfahren - nicht nur gesunden Menschen, sondern auch chronisch Kranken wie Asthmatikern verhilft Ausdauersport zu mehr Lebensqualität. »Wenn die Atemwege nicht regelmäßig trainiert werden, dann kommt es im Körper zu merkwürdigen Reaktionen«, sagte Dr. Josef Lecheler, ärztlicher Direktor des CJD-Asthmazentrums Berchtesgaden, am Montag im »Intercontinental Resort« am Obersalzberg.
Der Arzt, die selbst an Asthma leidende Top-Schwimmerin Sandra Völker und Vertreter des CJD Berchtesgaden räumten im Rahmen einer Pressekonferenz endgültig mit der Vorstellung auf, dass Asthmatiker keinen Sport betreiben dürfen. Dass Bewegung den Kranken gut tut, war am Montag zur selben Zeit im Skigebiet Gutshof-Obersalzberg zu spüren. Schülerinnen und Schüler des CJD Asthmazentrums Buchenhöhe legten im Rahmen eines zehnstündigen Skimarathons die Strecke von Athen nach Turin zurück, insgesamt 2498 Kilometer.

Sandra Völker holte 63 Medaillen bei Olympischen Spielen, Welt- und Europameisterschaften, sie schwamm unter anderem elf Weltrekorde. Die Tatsache, dass die mittlerweile 31-Jährige selbst Asthmatikerin ist, untermauert die Vereinbarkeit dieser chronischen Krankheit mit sportlicher Betätigung. Zwar müssen es nicht wie bei der Hamburgerin gleich Weltrekorde sein, aber Dr. Josef Lecheler rät zur maßvollen sportlichen Belastung im aeroben Bereich. Ausdauersportarten wie Laufen, Radfahren oder Schwimmen seien bestens geeignet, so der ärztliche Direktor. Für »immer falsch« hält Dr. Josef Lecheler deshalb bei Asthma dauerhafte Befreiungen vom Schulsport. »Wenn die kranken Jugendlichen nie Sport treiben, dann fallen sie in ein Loch«, weiß Lecheler. Und außerdem sieht er einen direkten Zusammenhang zwischen Asthma und Adipositas (Fettsucht). Sportliche Leistungsfähigkeit Jugendlicher sinkt   Ohnehin ist die Entstehung von Asthma eng mit der sich ändernden Lebensweise vieler Jugendlicher verbunden: »Jugendliche und Kinder sitzen immer mehr, eine Studie hat bewiesen, dass dadurch ihre sportliche Leistungsfähigkeit stark gesunken ist.« Die Folge ist, dass chronische Krankheiten stark zunehmen. 33 Prozent aller Deutschen leiden mittlerweile an einer Allergie, 25 Prozent an Adipositas, 9 Prozent an Asthma, 13 Prozent an Neurodermitis und 18 Prozent an einer psychischen Erkrankung. Hier kann der Sport nach den Worten Dr. Lechelers eine wichtige Präventionsaufgabe erfüllen: »Je aktiver ein Mensch ist, desto unwahrscheinlicher ist es, dass er beispielsweise an Asthma erkrankt«. Förderpreis für herausragende Erfolge   Das CJD in Berchtesgaden setzt den Sport seit Jahren zur Krankheitsbewältigung bei asthmakranken Kindern und Jugendlichen ein. »Wir fördern nicht nur die körperlichen Voraussetzungen, sondern stärken auch das Selbstwertgefühl der Aktiven«, sagte Hans-Wolf von Schleinitz, Gesamtleiter des CJD Berchtesgaden. Und er geht noch weiter: »Kinder, die zu Hause nicht einmal beim Schulsport mitmachen dürfen, erbringen hier Leistungen, vor denen selbst Gesunde den Hut ziehen«.

Damit künftig noch mehr asthmakranke Kinder auch aus finanzschwachen Familien beispielsweise an Erholungsaufenthalten mit sportlicher Betätigung teilnehmen können, hat Sandra Völker eine Stiftung gegründet. Auch Sportlehrern finanziert sie eine Zusatzausbildung hinsichtlich des Umgangs mit asthma- und allergiekranken Kindern.   Das Ganze ist für die Lehrerinnen und Lehrer auch eine pädagogische Herausforderung. Thomas Schröder-Klementa, Leiter der CJD-Christophorusschulen Berchtesgaden: »Den Asthmatikern, die oft krankheitsbedingt sehr hohe Schulausfallzeiten haben, hilft es, wenn sie an eine Schule des CJD Berchtesgaden kommen, wo es Spitzensportler mit ebenfalls hohen Schulausfallzeiten gibt. Das ist für die Asthmakranken eine neue Erfahrung und gibt Selbstvertrauen«.   Dass das CJD Berchtesgaden die Bezeichnung »Eliteschule des Sports« zurecht trägt, bekräftigte Dr. Heike Kramer vom Deutschen Sparkassen- und Giroverband. Die Finanzgruppe unterstützt bereits seit 1997 die mittlerweile 40 deutschen Eliteschulen des Sports. Einbrüche in verschiedenen Sportarten bei den Olympischen Spielen in Athen führten jedoch zu einer Überprüfung nach dem Motto »Wo Elite drauf steht, muss auch Elite drin sein«. Neben der regelmäßigen qualitativen Überprüfung will die Finanzgruppe künftig die erfolgreichsten Schulen als so genannte Best-Practice-Modelle mit einem Förderpreis auszeichnen. Eine der beiden aktuell ausgezeichneten Schulen ist die CJD-Christophorusschule in Berchtesgaden. Sie erhielt am Montag für ihre vorbildliche, im besonderen Maße auf die individuellen Voraussetzungen der Schüler abgestimmte Nachwuchsarbeit und ihre herausragenden Erfolge im Ski-alpin- und Rodelbereich einen Scheck über 10 000 Euro. Vielleicht ist dies ja in Turin ein zusätzlicher Ansporn für die Ex-Christophorusschüler Georg Hackl, Tobias Angerer, Michael Uhrmann, Evi Sachenbacher, Amelie Kober, Alexander Resch und Patric Leitner sowie für ihre Trainer Hermann Weinbuch, Wolfgang Maier und Uwe Müßiggang, die auch am Obersalzberg die Schulbank gedrückt haben. Ulli Kastner



 
 

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Lausitzer Rundschau 11.2. 2006

Lausitzer Sport macht Schule

Wird der Schulsport zum Museum?
Schüler wünschen sich mehr Trendsport im Unterricht / Kooperationen mit Vereinen helfen

Schon zweimal ist Pisa über das Land hinweggefegt: Lesen, Rechnen, Denken mangelhaft – das bescheinigte die Bildungsstudie den Schülern in Deutschland. Was bislang noch nicht betrachtet wurde, ist der Sportunterricht. Und das, obwohl laut Lehrplänen der Sport eine zentrale Rolle einnimmt, weil er die Konzentration in der Schule fördern und die Kinder zum lebenslangen Sporttreiben animieren soll. Das wird in der Lausitz nur bedingt eingelöst: In einer Befragung gaben neun von zehn Schülern an, eher nicht vom Sportunterricht motiviert zu werden.

In den Turnhallen der Schulen soll der Grundstein für lebenslanges Sporttreiben gelegt werden.
Viele Schüler wünschen sich einen moderneren, abwechslungsreicheren Sportunterricht. Zu diesem Schluss kommt die Sprint-Studie, die der Deutsche Sportbund im vergangenen Jahr vorgestellt hat. „Aus der Sicht der Schüler halten zu viele Pädagogen an den traditionellen Inhalten fest. Unter den Wünschen tauchen Inline-Skating und Klettern auf. Gelehrt würden aber Turnen und Leichtathletik“, heißt es in einer Mitteilung des Sportbundes. Die Autoren der Studie schlussfolgern: „Der Sportunterricht läuft Gefahr, zu einem Museum für den traditionellen Sport zu werden.“ Lehrer wüssten um die Popularität neuerer Sportarten. Mit der Umsetzung hapere es allerdings – aus Gründen, die die Studie nicht genauer zu beschreiben vermochte.
Insgesamt wird der Sportunterricht von zwei Dritteln der in der Studie befragten Schüler als wichtig beurteilt. Dabei schätzen die älteren Schüler vor allem die entspannende und ausgleichende Wirkung des Sports. Allerdings halten die Schüler die Verwertbarkeit des im Unterricht Gelernten für den Freizeitsport für eher gering. Das heißt, was im Sportunterricht vermittelt wird, können die Schüler nach eigener Einschätzung eher nicht beim Sporttreiben außerhalb der Schule anwenden.
Umgekehrt ist für die Schüler das, was sie beim Vereins- oder AG-Sport lernen, für den Sportunterricht gewinnbringend. Die Tatsache, dass der Sportunterricht von den meisten Schülern im Vergleich zu anderen Fächern gemocht wird, lasse sich laut der Studie darauf zurückführen, dass die Atmosphäre in der Turnhalle entspannter ist als im Klassenraum und dass der Sportlehrer als weniger streng wahrgenommen wird.
Die Ergebnisse der Sprint-Studie haben in den zuständigen brandenburgischen und sächsischen Ministerien ein verhaltenes Echo hervorgerufen. „Die Studie brachte uns keine neuen Erkenntnisse“, sagt Manja Israel, Pressereferentin im Kultusministerium. In Sachsen habe es im Schuljahr 2003/04 eine Befragung in Chemnitz gegeben, deren Ergebnisse sich mit denen der Sprint-Studie deckten und deshalb auf andere Schulen übertragen ließen.
Nach der sächsischen Studie sind rund zwei Drittel der Schüler zufrieden mit ihrem Sportunterricht und ihrem Sportlehrer. Allerdings gaben 87 Prozent der Jungen und 93 Prozent der Mädchen an, gar nicht, kaum oder mittelmäßig durch den Sportunterricht motiviert zu werden. Aus den Ergebnissen der Studie sind in Sachsen die neuen Lehrpläne abgeleitet worden. Israel: „Ziel ist es, den pädagogischen Anspruch aufzuwerten.“ Danach erfolge ab Klassenstufe fünf die systematische Ausbildung von Fähigkeiten für verschiedene Grundsportarten. In der Ober stufe kommen neuere Sportarten hinzu.

Freude an der Bewegung
Im Brandenburger Sport- und Bildungsministerium wird die Sprint-Studie gar zum Anlass genommen, sich zurückzulehnen. Pressesprecher Thomas Hainz: „Brandenburg ist das erste Bundesland, das drei Schulsportstunden verpflichtend eingeführt hat. Der Schulsport ist positiv besetzt, das wissen wir aus Umfragen. Außerdem haben wir mit 17 Prozent aller Schüler die größte Teilnehmerquote an „Jugend trainiert für Olympia“.“ Als Herausforderung angesichts solcher Zahlen im Spitzenfeld sieht es Hainz an, allen Schülern die Freude an der Bewegung zu vermitteln. „Wir dürfen nicht nur auf den Leistungssport setzen.“
Die Landessportbünde zeigen sich vorsichtig optimistisch, was die Entwicklung im Schulsport angeht. „Wir sind auf einem guten Weg“, sagt Peter Haase vom Landessportbund Brandenburg. Allerdings gebe es nach wie vor Probleme im Bereich der Lehrerqualifizierung. „25 Prozent der Lehrer in den Grundschulen unterrichten fachfremd“, so Haase. Diesen Vorwurf weist Thomas Hainz zurück: Wer keine klassische Sportlehrerausbildung habe, der bekomme eine Zusatzqualifikation. Die entspreche allerdings laut Haase nicht den Vorstellungen des Sportbundes. So sieht es auch Jochen A. Meyer vom Landessportbund Sachsen. „Wer keine methodischen Fehler macht und für den Sport brennt, dem fällt es leichter zu lebensbegleitendem Sporttreiben zu motivieren als jemand, dem die Fachausbildung fehlt.“ In Sachsen unterrichteten 30 Prozent der Sportlehrer in der Grundschule fachfremd.
Eine tragende Säule für die Erziehung zum lebenslangen Sporttreiben ist die Kooperation mit Vereinen. Dazu gibt es in Brandenburg und in Sachsen spezielle Kooperationsvereinbarungen. Die könnte sowohl aus Sicht der Landessportbünde als auch der Autoren der Sprint-Studie stärker und vielfältiger sein. Eine kontinuierliche und erfolgreiche Kooperation gebe es laut Studie nur dort, wo die Sportlehrer selbst im Verein aktiv sind. Die Kooperation geht in Brandenburg nach Auffassung von Peter Haase zu oft nur von den Vereinen aus. Ziel der Kooperationen sei es, die Schüler an die Mitgliedschaft im Verein und damit an lebensbegleitendes Sporttreiben heranzuführen. Haase: „30 Prozent der Schüler, die an solchen Modellen beteiligt sind, gehen nach einem Jahr in den Sportverein.“
 



Schwäbische Zeitung 11.2. 2006
 

In Wört ist der Spaß am Sport ganz besonders groß

WÖRT - An der Konrad-Biesalski-Schule ist der Spaß am Sportunterricht groß. Die körperbehinderten Kinder und Jugendlichen - momentan 211 Schüler in 36 Klassen - freuen sich wie viele andere Kinder, wenn Sport auf dem Stundenplan steht. Lerninhalte und Ziele sind allerdings nicht vergleichbar mit dem Sportunterricht an anderen Schulen.

Mittwochmorgen, 8.30 Uhr: Auf dem Stundenplan der Unterstufe (Klassen eins bis fünf) steht eine Doppelstunde Sport. Wie in den meisten anderen Schulen, freuen sich die 19 Kinder zwischen sieben und neun Jahren auf ihren Sportunterricht bei Sonderschullehrerin Sibylle Beyer-Frank und ihren Kollegen. Ausgangssituation, Lerninhalte, Ziele, Vorbereitungszeit und Betreuungsschlüssel sind dagegen nicht vergleichbar mit dem Sport an einer Grundschule. Acht Erwachsene machen sich auf den Weg in die gemeindeeigene Turnhalle. Neben den zwei Sonderschullehrerinnen stehen heute zusätzlich zwei Fachlehrerinnen, drei Praktikantinnen und ein Physiotherapeut bereit, um die Stunde zum Thema Klettern abzuhalten.

Eine Winterlandschaft ist aufgebaut. Trampolins und querstehende Bänke werden Berge oder eine Rodelbahn, auf der sich die Kinder vergnügen. Ein paar Meter weiter wird die "Exotensportart" Curling ausprobiert. Die Kinder sitzen auf Rollbrettern und werden von den Lehrern angeschoben. Der Spaß ist sichtbar.

"Das Spektrum der Behinderungsgrade ist speziell bei dieser Unterrichtseinheit immens groß", erzählt Beyer-Frank: Mehrfach schwer behinderten Kind, Rollstuhlfahrer, Kinder mit reggresiven Krankheitsbildern - etwa Muskelschwund - bis hin zu motorisch relativ unauffälligen Kindern sind beim Klettern dabei.

Ein Kind leidet zum Beispiel unter dem Letsch-Nyhan-Syndrom und kann sich selbst nicht bewegen. Es wird vom Physiotherapeut bewegt. "Uns fällt gerade im Sportunterricht immer wieder auf, wie rücksichtsvoll und sensibel die Kinder miteinander umgehen." Aufgrund des hohen Aufwands für den Aufbau der Themenlandschaften sprechen sich die Lehrer der verschiedenen Klassenstufen ab und nutzen die Aufbauten gemeinsam.

Sport spielt zentrale Rolle

Überhaupt nimmt Sport eine zentrale Rolle an der Schule ein. Hoch im Kurs stehen Sportfeste. Die Schüler des Oberschulamtbezirks Tübingen messen sich in den Disziplinen Fußball, Tischtennis und Ball über die Schnur. Die Kinder der KBS trainieren in der Sport AG auf diese Veranstaltungen hin und werden von den Sonderschullehrern Sieglinde Ott und Werner Nagengast unterstützt. Darüber hinaus tritt die KBS auch bei zahlreichen außerschulischen Aktion in Erscheinung. In diesem Jahr ist eine Teilnahme an der Aktion "Die Ostalb läuft" in Kooperation mit der Grundschule Wört geplant.

Ein fester Bestanteil sind auch die Winterschullandheimaufenthalte mit Skilanglauf. Zurzeit befinden sich 20 Schüler der Werkstufe für eine Woche im Schullandheim. Die Infrastruktur wird jetzt noch um eine weitere Attraktion erweitert. Im Rahmen des Sommerfests am 16. Juli darf Schulleiter Volker Grab das neue Kleinspielfeld seiner Bestimmung übergeben. Dann haben die Schüler und Schülerinnen noch mehr Spaß.
 
 
 



 
 

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DSB aktuell 9.2. 2006

Schulsport international
 

Vier Fragen an die Präsidentin des Weltrates für Sportwissenschaft, Prof. Dr. Gudrun Doll-Tepper „Forderungen der DSB-SPRINT-Studie finden weltweit Resonanz“

Prof. Dr. Dr. h. c. Gudrun Doll-Tepper ist seit 1997 Präsidentin der Weltrates für Sportwissenschaft und Leibes-/Körpererziehung, eine im Berliner Olympiapark ansässige Dachorganisation von Regierungs- und Nichtregierungsinstitutionen sowie internationalen Verbänden des Sports und der Sportwissenschaft. Im Hauptberuf leitet die 58-jährige Professorin den Arbeitsbereich Integrationspädagogik, Bewegung und Sport an der Freien Universität (FU) Berlin.

DSB PRESSE: Auf Ihre Initiative fand kürzlich der zweite Weltgipfel zum Schulsport in Magglingen (Schweiz) statt. Was hat sich denn im Schulsport seit dem ersten Weltgipfel 1999 in Berlin getan, wo ein Aufruf unter dem Motto "Berlin Agenda for Action“ verabschiedet wurde?

DOLL-TEPPER: Weltweit ist seitdem eine deutlich größere Aufmerksamkeit für den Schulsport festzustellen. In einigen Ländern sind nationale Gipfeltreffen organisiert worden. Auch die UNESCO hat das Thema Schulsport wieder stärker in den Blick genommen. Mit dem bisher Erreichten können wir aber noch nicht zufrieden sein. Aktuelle internationale Vergleichsstudien machen erneut auf bestehende Mängel an Qualität und Quantität des Schulsports, an Sportstätten und an der Qualifikation der Sportlehrkräfte aufmerksam. Eine vom Weltrat initiierte und vom IOC finanziell unterstützte Studie zeigt zudem, dass der Schulsport insbesondere bei den Schülern und Schülerinnen positiv bewertet wird. Hier müssen die im Fach liegenden Potenziale im motorischen und psycho-sozialen Bereich noch stärker genutzt werden.

DSB PRESSE: Dank der DSB-SPRINT-Studie liegen nun für Deutschland empirische Daten zum Schulsport vor. Wie lassen sich die Ergebnisse Ihrer Einschätzung nach im internationalen Vergleich einordnen?

DOLL-TEPPER: Die DSB-SPRINT-Studie ist schon allein deswegen außerordentlich bedeutsam, weil es erstmalig in der Bundesrepublik Deutschland gelungen ist, umfangreiches Datenmaterial bereitzustellen und damit Grundlagen für politisches Handeln zu schaffen. Wichtig ist aber auch, dass die Ergebnisse international bekannt gemacht werden, wie es beim Weltgipfel in Magglingen der Fall war. Im internationalen Kontext ist die Studie auf großes Interesse gestoßen, sie kann beispielgebend für andere Länder sein. Forderungen nach stärkerer Vernetzung von schulischen und außerschulischen Bewegungs- und Sportangeboten, wie sie in der DSB-SPRINT-Studie aufgestellt werden, finden weltweit große Resonanz.

DSB PRESSE: Die Vereinten Nationen (UN) hatten das Jahr 2005 als Internationales Jahr des Sports ausgerufen. Sie als Präsidentin des Weltrates waren unmittelbar in die Planung und Durchführung der Aktivitäten involviert. Welches Fazit ziehen Sie heute?

DOLL-TEPPER: Wir haben das „Internationale Jahr des Sports und der Leibeserziehung“ sehr begrüßt und konnten feststellen, dass es in vielen Ländern - auch in Deutschland - wichtige Initiativen gab, um die Themen Gesundheit, Erziehung/Bildung, Entwicklung und Frieden im Kontext von Sport der Öffentlichkeit näher zu bringen. Dank unserer engen Zusammenarbeit mit dem UN-Sonderberater Adolf Ogi waren wir an vielen Projekten und Kongressen beteiligt. Es muss nun darum gehen, diese Initiativen fortzusetzen.

DSB PRESSE: Der Schulsport ist bei weitem nicht die einzige „Baustelle“ auf der Agenda des Weltrates. Welche Aufgaben und Projekte werden Sie im begonnenen Jahr 2006 hauptsächlich verfolgen?

DOLL-TEPPER: Wir unternehmen große Anstrengungen im Hinblick auf eine stärkere internationale Vernetzung von Sport-, Sportwissenschafts- und Schulsportverbänden. Dazu werden wir weitere internationale Konferenzen durchführen und Publikationen herausgeben. Genannt sei unsere Tagung zu „Sport und Wiederaufbau in der Tsunami-Region“ gemeinsam mit dem Bundesinnenministerium und der FU Berlin. Durch die Fusion von DSB und NOK erhoffen wir uns auch national neue Impulse für die Zusammenarbeit und gemeinsame Projekte. Zur Generalversammlung des Weltrates, die im Herbst erstmals in Berlin stattfinden wird, planen wir parallel eine internationale Sportwissenschaftskonferenz.

Materialien, Berichte, Kommentare zur Schulsportstudie

DSB



 

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Badische Zeitung  9.2. 2006

Kinder, bewegt euch doch!
Kultusministerium, AOK und die Sportvereine starten eine landesweite Bewegungsinitiative

STUTTGART. Springen, Laufen, Hüpfen - selbst elementare Bewegungsabläufe sind heute vielen Kindern fremd.
Kultusministerium, AOK und die Sportverbände wollen deshalb ein Beratungsnetz knüpfen, um bewegungsbedingte Erkrankungen bis hin zur Diabetes zu vermeiden.

Kindergärtnerinnen, Grundschullehrer und Übungsleiter in Sportvereinen sollen künftig an einem Strang ziehen und ein Bewegungsdefizit abbauen, das nach Ansicht von Fachleuten zu einem gravierenden gesellschaftlichen Problem zu werden droht. Jedes fünfte Kind leidet bereits an extremer Bewegungsarmut, jedes dritte Kind hat Übergewicht. Das macht krank: Herzprobleme und sogar Diabetes sind die Folge. Das Land schreibt deswegen seine Schulsportoffensive unter anderem Namen fort und bezieht Partner ein. Dabei geht es weniger um Geld als um Kontakte vor Ort.

Erste Modellprojekte gibt es schon im württembergischen Landesteil, denn der Schwäbische Turnerbund und sein Präsident Rainer Brechtken haben das Programm maßgeblich beeinflusst. Rund 20 kommunale Netzwerke soll es in diesem Jahr geben, davon drei bis vier in der Westhälfte des Landes, erwartet Gerhard Mengesdorf vom Badischen Turnerbund. Die AOK bringt dabei ihre Erfahrung in Prävention und Organisation ein, das Kultusministerium stellt Geld und die Sportvereine ihr Wissen um die Didaktik beim Kinderturnen zur Verfügung.

Angesprochen wird die Altersgruppe der Vier- bis Achtjährigen, die besonders empfänglich ist für Bewegungserziehung. AOK-Chef Rolf Hoberg: “Die Defizite bei den Kindern heute begünstigen Erkrankungen bei Erwachsenen von morgen” . Abhilfe schaffe allein die Praxis, mit Ermahnung werde nichts erreicht. Deshalb wurden rund 350 Grundschulen im Land mit so genannten Bewegungsschwerpunkten aufgebaut, der zusätzlichen Sportunterricht oder bewegungsfreundliche Hofpausen ermöglicht.

Diese Initiative bekam vor drei Jahren einen Preis und wurde dann in die Kindergärten und die Ausbildung der Erzieherinnen ausgedehnt. Schon damals wirkten die Sportvereinigungen mit, von der Jahresmitte an soll die Landesstiftung in die Finanzierung einbezogen werden. Hoberg: “Wir hoffen, dass sich das flächendeckend entwickelt.”

Pro Gemeinde rechnen die Beteiligten mit einem Finanzbedarf von 7000 bis 15 000 Euro, um die Netzwerke zu knüpfen. Die Universität Ulm wird überdies 1000 Kinder im Grundschulalter drei Jahre lang wissenschaftlich begleiten, um mehr über die Ursachen der Bewegungsarmut, über Medienkonsum und Ernährung zu erfahren.
 


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DSB aktuell 7.2. 2006

Sport soll als Staatsziel ins Grundgesetz
Der Deutsche Bundestag wird voraussichtlich schon im März über die Verankerung des Sports als Staatsziel im Grundgesetz in erster Lesung beraten.

Das erklärte der SPD-Bundestagsabgeordnete Steffen Reiche, der gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Sportausschusses des Deutschen Bundestages, Dr. Peter Danckert, einen ersten Gesetzentwurf zur Verfassungsänderung erarbeitet hat. Danach soll das Grundgesetz um einen Artikel 20b erweitert werden. Die Formulierung lautet: „Der Staat schützt und fördert die Kultur und den Sport.“

"Sport ist integraler Teil des kulturellen Lebens"
DSB-Präsident Manfred von Richthofen begrüßte die Initiative: „Die Aktivitäten von Steffen Reiche und Peter Danckert müssen auf fruchtbaren Boden fallen. Wir prüfen jetzt den ersten Entwurf. Sehr gut ist, dass Kultur und Sport als schützenswerte Gesellschaftsgüter in der Verfassung verankert werden sollen. Ich erwarte keine Widerstände. Der Sport selbst ist ja integraler Teil des kulturellen Lebens in unserem Land.“ Bereits am 27. Januar hatte das DSB-Präsidium die Anstrengungen der Parlamentarier, die Mitte Dezember letzten Jahres nach einer Sportausschuss-Sitzung begründet wurden, mit einem einstimmigen Votum unterstützt.

"Morgengabe der Politik"
IOC-Mitglied Dr. Thomas Bach erklärte im Deutschlandfunk: „Ich habe bei meinem Gespräch mit der Bundeskanzlerin Angela Merkel deutlich gemacht, dass ich diese Initiative unterstütze. Es wäre sehr gut und wichtig, wenn der Sport seinen Platz im Grundgesetz finden würde. Zum einen würde es der gesellschaftlichen Bedeutung des Sports entsprechen, zum zweiten wäre es auch Ausdruck dessen, was im Bund sowieso geschieht: nämlich die Förderung des Leistungssports durch finanzielle Hilfen, aber auch durch Stellen für Hochleistungssportler bei der Bundeswehr, der Bundespolizei und beim Zoll. Es wird nicht einfach werden, den Sport in unsere Verfassung zu schreiben.“ Bach hofft allerdings, dass es eine „Morgengabe der Politik“ zum Vollzug der Verschmelzung von DSB und NOK am 20. Mai in der Frankfurter Paulskirche geben könnte.

Förderung des Sports zur Staatsaufgabe erklärt
Wie Steffen Reiche, Mitglied des Kultur- und stellvertretendes Mitglied des Sportausschusses im Parlament, gegenüber der Deutschen Presse-Agentur erklärte, habe die Enquetekommission „Kultur in Deutschland“ bereits ein klares Votum für eine Staatsziel-Bestimmung der Kultur abgegeben. Die Erweiterung um den Sport sei politisch sinnvoll, aber auch erforderlich, weil durch den Einigungsvertrag von 1990 die Förderung des Sports zur Staatsaufgabe erklärt wurde. „Wenn jetzt Sport und Kultur Hand in Hand gehen, wagt keiner im Parlament und in der Bundesregierung zu widersprechen“, sagte Reiche.

Allgemeiner parlamentarischer Konsens erwartet
Der erste Gesetzentwurf soll nach Worten des ehemaligen brandenburgischen Bildungs- und Sportministers noch im Februar in der SPD-Bundestagsfraktion beraten sowie mit der Unions-Fraktion abgestimmt werden. Der Abgeordnete machte deutlich, er erwarte einen „allgemeinen parlamentarischen Konsens“. Die Verankerung des Sports als Kultur- und Sozialgut im Grundgesetz werde dann voraussichtlich im Mai mit den Verfassungsänderungen zur Föderalismusreform endgültig beschlossen werden können, sagte Reiche, der den Wahlkreis Cottbus im Bundestag vertritt. Danckert und Reiche hatten von der Arbeitsgruppe Sport der SPD-Bundestagsfraktion den Auftrag erhalten, das Anliegen des Sports mit dem der Kultur zu verbinden und einen ersten Gesetzesentwurf zu formulieren.

Sportereignisse erfüllen "eine wichtige gesellschaftliche Funktion"
In dem Papier heißt es: „Die Förderung des Sports hat sich als politisch allgemein akzeptierte Staatsaufgabe herauskristallisiert, der es aber bislang an einem ausdrücklichen und speziellen Verfassungsauftrag fehlt.“ Sport könne nicht nur als Teil kultureller Aufgaben begriffen werden, sondern sei darüber hinaus „Aufgabe eigener Art“. Sportereignisse erschöpften sich nicht nur in ihrem Unterhaltungswert, sie erfüllten - so habe es bereits das Bundesverfassungsgericht 1997 festgestellt - „eine wichtige gesellschaftliche Funktion“.

Chance für neue Ansätze in der Verfassung
Steffen Reiche machte auch deutlich, dass erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik die Chance bestehe, neue Ansätze in die Verfassung zu schreiben: „Seit 1989 schlägt die Globalisierung voll zu und bestimmt das wirtschaftliche und soziale Leben im Lande. Bis dahin gab es immer die Auffassung, der Staat sei in Allmachtsbemühungen zu bändigen und dürfe nicht zu stark in die Lebensverhältnisse des Einzelnen eingreifen. Jetzt ist es aber gesellschaftlich geboten, dem Staat Aufgaben zuzuweisen, damit er die Bürger vor den Folgen der Globalisierung schützen kann. Eine nationale Verfassung hat nun einmal auch die Aufgabe, relevante Lebensweisen und soziokulturelle Instrumentarien vor dem Ansturm ungefesselter Globalisierungskräfte zu bewahren.“

15 Bundesländer haben Staatszielbestimmung Sport beschlossen
Überdies - so machte Reiche in Berlin deutlich - gelte es, Errungenschaften eines Landes abzusichern, das sich wegen der deutschen Teilung bis 1989 noch nicht als Nationalstaat definiert hat und sich jetzt als EU-Mitgliedsland in einem besonderen Vertragsverhältnis der Staatengemeinschaft befindet, die viel Eigendynamik entwickelt hat. Die Stärkung der Regionalisierung, zum Beispiel bei der Brauchtumspflege, müsse unterstützt werden, aber auch zu einer Prononcierung von vorbildlichen nationalen Errungenschaften führen. Da sich 15 der 16 Bundesländer (mit Ausnahme von Hamburg) zu einer Staatszielbestimmung Sport entschlossen haben, sei es an der Zeit, auf Bundesebene diese Entwicklung aufzugreifen und den Sport als Kultur- und Sozialgut verfassungsrechtlich abzusichern.
 


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Kreiszeitung Syke 4.2. 2006

Sportstudio statt Turnhalle
Syker Gymnasium analysiert körperliche Leistungsfähigkeit des 11. Jahrgangs / Vorreiter in Sachen fitte Schüler
 

 
SYKE Wie fit ist der 11. Jahrgang des Syker Gymnasiums?
Das will die Schule mit der "Syker Evaluationsstudie zur Gesundheitsförderung durch Aktivierung im Schulsport" heraus finden. 
 
 
 
 
Hinter diesem Wortungetüm - kurz: SyEGASs - verbirgt sich eine breit angelegte Vergleichsstudie. Die Idee dazu hatte der Sport- und Physiklehrer Dr. Carl Maywald. "Ich habe schon einmal eine ähnliche Studie an einer anderen Schule in die Wege geleitet. Aber nicht in diesem Umfang", sagt er.

Die Studie läuft über den Zeitraum von einem Jahr. Das gesamte Projekt beinhaltet drei Messungen: am Anfang, zur Halbzeit und zum Ende der Studie. Dabei werden der Cholesteringehalt des Bluts und per "bioelektrischer Impedanzanalyse" die Knochendichte, der Fettgehalt und der Muskelanteil im Körper ermittelt.
Vereinfacht gesagt: Man setzt die Schüler buchstäblich unter Strom. Wie viel rein geht, weiß man - wie viel raus kommt, misst man. Aus diesem Unterschied ermittelt man den elektrischen Widerstand des Körpers und berechnet Knochen-, Fett- und Muskelanteil.

Parallel zu diesen Analysen hat das Gymnasium auch den Sportunterricht verändert: Während die eine Hälfte des 11. Jahrgangs an ganz normalen Sportstunden teilnimmt, besuchen die  anderen drei Klassen regelmäßig ein Sportstudio.
Im Moment ist Halbzeit bei SyEGASs. Die Ergebnisse der Anfangsmessung wurden den Schülern gerade bekannt gegeben und die Halbzeitsmessungen vorgenommen. Und jetzt wird gewechselt:

Die Klassen, die im Fitness-Studio waren, gehen wieder in den normalen  Unterricht und umgekehrt. "Wir erwarten, dass sich die Werte der Sportstudioklassen zuerst verbessert haben und jetzt wieder schlechter werden. Parallel müssten sich die Werte der drei anderen Klassen in der zweiten Hälfte der Studie verbessern", so Maywald.
Und wozu soll das Ganze gut sein? - "Die Grundlagen für Diabetes II, Herz-Kreislauf- und Knochenerkrankungen werden schon im Kindesalter gelegt", glaubt Dr. Carl Maywald. Seine  Hypothese: Diese auch bei jüngeren Menschen immer  öfter vorkommenden Volkskrankheiten seien auf eine "zivile Reduktion von körperlicher Belastung" zurückzuführen. Heißt schlicht: auf Bewegungsmangel.

Weil zum Beispiel Autos und  Maschinen den Menschen immer mehr die Notwendigkeit zum Sich-bewegen nehmen. "Unser Körper ist aber gebaut, um sich zu bewegen", sagt Maywald. "Tun wir das nicht, stellt er sich krank." Seine Konsequenz: "Wer gesund und fröhlich leben will, sollte Sport treiben."
Nach Ende der Studie soll die Praxis die Theorie bestätigen: Ein Triathlon zwischen den einzelnen Klassen des 11. Jahrgangs soll belegen, ob die zuletzt im  Fitness-Studio trainierten Klassen tatsächlich fitter sind als die Klassen, die zuletzt zum "normalen" Sportunterricht gegangen sind.

Hat die Studie Erfolg, ist eine Ausweitung auf ganz Deutschland angedacht. Mit dem Fernziel, den Sportunterricht insgesamt neu zu gestalten. Schwerpunkt: Kraftaufbau, Ausdauerleistung und Körperfettabbau. Für Maywald wesentlich zum "gesünder alt werden".
 
 


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Wiesbadener Kurier 4.2. 2006

Wettbewerb "Jugend in Bewegung"

Mit Sport fit für den Schulalltag

WIESBADEN "Wie lange bewegst du dich eigentlich täglich?" Oder: "Wie viel Zeit kommt beim Sport in der Schule oder im Verein zusammen?" Diese Fragen können inzwischen mehr als 16 000 Kinder und Jugendliche aus Hessen, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz beantworten: Denn sie haben sich 2005 an der vom Land Hessen ins Leben gerufenen Aktion "Jugend in Bewegung - Sport is(s)t gesund!" beteiligt. Dabei führten sie Bewegungsprotokolle, machten Vorschläge, wie diese Aktivität noch mehr Freude macht und organisierten Projekte rund um die gesunde Ernährung. Insgesamt 144 Teams mit mehr als 460 Partnern, darunter 218 aus Hessen, beteiligten sich an der Aktion.

Die erfolgreichsten hessischen Teams wurden im Rathaus ausgezeichnet, wobei auch zwei Wiesbadener Schulen vordere Plätze belegten: Das Team der Grundschule Schelmengraben teilte sich den zweiten Platz im Bewegungswettbewerb mit zwei weiteren Schulen, während das Team Breckenheim Dritter im Kreativwettbewerb wurde.

"Ich freue mich, mit wie viel Ehrgeiz und Ausdauer die Teams bei der Sache waren. Wettbewerbe wie `Jugend in Bewegung´ leisten einen wichtigen Beitrag, um Kinder und Jugendliche fit für den Schulalltag zu machen", gratulierte Kultusministerin Karin Wolff den Gewinnern. Sportliche Aktivität und gesunde Ernährung - diese Kombination biete die Grundlage für eine gute Lern- und Leistungsfähigkeit. "Viele Kinder leiden schon vor der Einschulung unter Bewegungsmangel und Übergewicht.

Aufklärung über Ernährung und Gesundheit muss daher schon früh beginnen", hob Gerd Krämer, Staatssekretär im Hessischen Sozialministerium, hervor. Die Erfolge seien auch der Unterstützung von Lehrern, pädagogischen Fachkräften, Übungsleitern in den Vereinen sowie den Eltern zu verdanken: Sie hätten die Kinder und Jugendlichen zum Durchhalten motiviert und seien oft selbst aktiv dabei gewesen, betonte der Präsident des Landessportbundes Hessen, Rolf Müller.

Als Preise winken unter anderem Besuche von Starkoch Johann Lafer, dem Leichtathleten Till Helmke sowie dem früheren 400-m-Hürden-Europarekordler Harald Schmid, der gemeinsam mit den Artisten des "Kölner Spielecircus" und den Preisträgern ein buntes Zirkus-Programm gestalten wird. Die Aktion "Jugend in Bewegung" wird in diesem Jahr mit dem neuen Schwerpunkt "Bewegung und Fairness" fortgesetzt.

Wettbewerb Jugend in Bewegung

Sportunterricht.de - Materialien für Lehrer und Schüler

Wormser Zeitung 4.2. 2006

"Schon im Kindergarten-Alter beginnen"
Beim Sportlehrerverband läuten die Alarmglocken/Kraft und Ausdauer nehmen ab

MAINZ "Die Pisa-Studie hat Sport und Musik in den Hintergrund gerückt. Wenn eine Mathestunde ausfällt, gehen die Eltern auf die Barrikaden. Wenn das mit einer Sportstunde passiert, werden Eltern selten aktiv."

Eine kühne These. Doch der sie aufstellt, weiß, wovon er spricht. Peter Sikora ist Geschäftsführer des Sportlehrerverbandes Rheinland-Pfalz - einer von bundesweit 16 Vereinigungen, die sich die Fortbildung all derjenigen auf die Fahne geschrieben haben, die Sport unterrichten. Fortbildungen in traditionellen Sportarten, aber auch "exotische" Sparten wie Zirkus-Jonglage bietet der Verband an. Sikora: "Die Mitglieder bestimmen das Programm."

Rund 700 Sportlehrer sind derzeit in dem Landesverband organisiert - überwiegend Gymnasiallehrer. Doch die Zahl derer, die in Rheinland-Pfalz Sport unterrichten oder in ganz anderen Institutionen als Diplomsportlehrer arbeiten, geht in die Tausende. Auch deswegen will sich der Verband laut Sikora stärker öffnen: "Doch das ist nicht so einfach. Der eine macht eben Bogenschießen mit Managern, der andere Reha mit 05-Spielern. Solche Tätigkeiten unter einen Hut zu bringen, ist schwierig."

Zurück zum Sportunterricht. Dafür zu kämpfen, dass dieser überhaupt stattfindet, wird nach Ansicht Sikoras immer schwieriger: "Aus finanziellen, aber auch aus logistischen Gründen. Viele Grundschulen beispielsweise haben völlig veraltete oder gar keine Sporthallen." Hinzu kommt: An den meisten Grundschulen unterrichten Lehrer Sport, die dieses Fach nicht studiert haben. Eine Problematik, die jüngst der Sportbund Rheinhessen moniert hat. Und die auch der Sportlehrerverband sieht. Überdies stimmten oft die Rahmenbedingungen an Bildungsinstituten nicht und es müssten immer mehr Defizite bei den Kindern aufgefangen werden. Peter Sikora: "Dafür ist aber kein Mensch ausgebildet. Die Leute an den Grundschulen machen schon einen guten Unterricht. Aber wenn ich 25 Achtjährige habe, die einfach nur froh sind, mal wieder rumlaufen zu können, dann bin ich am Ende auch froh, die Stunde überstanden zu haben. Es gibt Grundschullehrerinnen, die mir schon gesagt haben: Ich habe keine Lust mehr auf Sport." Sätze, bei denen beim Sportlehrerverband alle Alarmglocken läuten. Zumal die Bewegungsarmut bei Kindern zunehme. Sikora: "Kraft, Schnelligkeit, Ausdauer - da bemerken wir eine rapide Abnahme in den vergangenen zehn Jahren. So gesehen müssten wir eigentlich, statt über eine dritte Sportstunde wöchentlich zu diskutieren, um fünf Stunden kämpfen, wenn wir es richtig machen wollen."

Kein Wunder also, dass sich der Sportlehrerverband vehement gegen Überlegungen wehrt, die es offenbar im Zusammenhang mit der Einrichtung von Ganztagsschulen gibt. Sikora: "Wir sperren uns dagegen, dass zusätzliche Bewegungszeiten, die Vereine in Ganztagsschulen anbieten sollen, den Schulsport ersetzen. Denn diese Zeiten werden nur von Kindern angenommen, die eh´ schon an Sport interessiert sind." Sportliche "Sorgenkinder" erreiche man so nicht.

Dabei müsse sportliche Bildung eigentlich schon im Kindergarten beginnen. Peter Sikora: "Der Verband ist da offen. Wenn Kindergärten beispielsweise Tipps im Umgang mit Schwung-Tüchern oder Bällen haben wollen, sind wir dazu gerne bereit."
 

Deutscher Sportlehrerverband
Studie  - Sportunterricht in Deutschland


 

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DSB aktuell 2.2. 2006

FDP-Bundestagsfraktion fordert Mindeststandards für Schulsport

Die Bundesregierung soll auf die Länder einwirken, bundesweit gültige Mindeststandards für den Schulsport zu entwickeln und durchzusetzen. Das ist die Kernforderung eines Antrags der FDP-Bundestagsfraktion.
Wie es in der Bundestags-Drucksache heißt, sollte dabei im Mittelpunkt aller Überlegungen „ein leistungsorientierter erziehender Sportunterricht“ stehen. „Die SPRINT-Studie des DSB darf nicht folgenlos bleiben“, erklärte Detlef Parr, sportpolitischer Sprecher der Liberalen im Deutschen Bundestag und Initiator des Antrags. „Jetzt sollten alle Fraktionen an einem Strang ziehen und bundesweit die Wende im Schulsport einleiten.“

Kooperationsmodelle zwischen Schule und Verein fördern
In dem Antrag wird gefordert, bestehende Kooperationsmodelle für den außerunterrichtlichen Schulsport zwischen Schulen und Sportvereinen weiter zu fördern und auszuweiten, „um den Schülern auch den Vereinssport nahe zu bringen und so den Schulsport zu unterstützen“. Ein Forschungsauftrag über die Wirkungsmechanismen der traditionellen Sportbenotung sollte in Auftrag gegeben werden. Ein weiterer Vorschlag ist, eine bundesweite Jugendmeisterschaft nach australischem Vorbild durchzuführen. Überhaupt sollte es zu einer Neugestaltung schulischer Wettkämpfe kommen: „Dabei sind insbesondere die Möglichkeiten der ‚neuen’ Bundesjugendspiele verstärkt zu nutzen. Lehrer, Schüler und Eltern sollten durch eine gezielte Marketing-Aktion insbesondere mit den neuen Möglichkeiten der Bundesjugendspiele (Wettbewerb und Mehrkampf) vertraut gemacht werden.“

Migranten-Kinder wirkungsstärker integrieren
Zudem müssten - so heißt es im Antrag - weitere Anstrengungen unternommen werden, Migranten-Kinder wirkungsstärker in den Schulsport zu integrieren, insbesondere muslimische Schülerinnen. Nötig sei auch ein quantitativ und qualitativ besseres Angebot an Anlagen für den Schulsport. Wörtlich heißt es: „Der Goldene Plan Ost ist zum Beispiel unter Verwendung von Mitteln aus dem Ganztagsschulprogramm in eine Neuauflage eines Goldenen Planes für Gesamtdeutschland umzuwandeln, um damit das Problem der fehlenden Sportstätten wirkungsvoll anzugehen.“

SPRINT-Studie als Anfang eines Prozesses
Im ersten Teil des Antrags heißt es, in der Ausgestaltung des Schulsports gebe es heutzutage in Deutschland „erhebliche Defizite“: „In 16 Bundesländern gibt es acht Zielvorgaben für den Schulsport. Die Tatsache, dass die Lehrpläne immer weiter bewegungsfeldorientiert ausgerichtet sind, ist besorgniserregend. Traditionellen Sportarten, wie beispielsweise der Leichtathletik, droht dadurch der Verlust des überlebenswichtigen Nachwuchses aus den Schulen. Denn auch die Förderung und Entdeckung besonders begabter Kinder gehört zur Aufgabe des Schulsports.“ So sei die Sportministerkonferenz, aber auch die Kultusministerkonferenz aufgerufen, schnellstens dafür zu sorgen, „dass Leistung, sozialer Kompetenzerwerb und Gesundheitsförderung in allen Bundesländern einheitlich zu vorrangigen Zielvorgaben werden. Hierbei sollten die traditionellen Sportarten und deren Nachwuchsförderung nicht durch einen immer stärker bewegungsfeldorientierten Unterricht an den Rand gedrängt werden.“

Detlef Parr erklärte in Berlin: „Die SPRINT-Studie kann doch nur der Anfang eines Prozesses sein, an dessen Ende der deutsche Schulsport durch Ideentransfer einen Spitzenplatz in der Aus- und Weiterbildung von Kindern und Jugendlichen erreichen muss. Das ist originär Aufgabe der Länder, aber auch der Bund ist gefordert. Bisher gab es von der KMK nur die bekannten Erklärungsmuster, dass sich alles ändern müsse. Konsequenzen wurden aber noch nicht gezogen. Es wäre fatal, die Studienergebnisse einfach in den Aktenschrank zu sperren. Konkrete Taten müssen jetzt folgen.“

DSB


 

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DSB-aktuell 2.2. 2006

Akzeptanz und Legitimation des Schulsports

Deutscher Sportlehrerverband legt Argumentationshilfe vor

Fragen zur Akzeptanz und zur Legitimation des Schulsports in unserem Lande haben seit einiger Zeit (wieder) Konjunktur … trotz oder gerade wegen der DSB-SPRINT-Studie, die der Deutsche Sportbund (DSB) in Auftrag gegeben hatte und deren Ergebnisse jetzt überall diskutiert werden. Der Deutsche Sportlehrerverband (DSLV) hat nun ein Projekt mit dem Titel „Argumentationshilfe pro Schulsport“ gestartet, das wichtige Fakten auf neuestem wissenschaftlichen Erkenntnisstand liefern soll, die dazu beitragen können, die möglichen Potenziale und Wirkungen eines regelmäßigen Sportunterrichts herauszustellen. Diese sollen dann in der Diskussion um die Zukunft des Schulsports als „Argumentationshilfen“ eingebracht werden können - sei es vor Ort in den Kollegien und Fachkonferenzen, sei es auf der administrativen bzw. kultusbehördlichen Ebene oder anderswo im Dialog mit Partnern und Kritikern: „Im Großen wie im Kleinen wird diskutiert und argumentiert, und das häufig auf einem Kenntnisstand, dem jedes Fundament fehlt“, erklärt der im DSLV für den Schulsport zuständige Vizepräsident Helmut Zimmermann (Krefeld) das Anliegen und die Dringlichkeit der Argumentationshilfe für den Schulsport.

Derzeit liegen vier Bausteine dieser Argumentationshilfen vor. Dabei geht es um die motorische Entwicklung von Kindern, um Fakten zur gesundheitlichen Bedeutung von Bewegung und Sport im Jugendalter, um den Erwerb einer sozialen Handlungsfähigkeit im Sportunterricht und um den Zusammenhang von körperlich-sportlicher Aktivität und kognitivem Lernen. Am Ende der verschiedenen Argumentationsbausteine stehen dann jeweils Schlussfolgerungen mit „hohem Aufforderungscharakter“ - einige Beispiele:

(1) Langfristige Bewegungsprogramme sind tendenziell mit besseren Schulleistungen verbunden.
(2) Sportlich aktive Jugendliche sind gesünder als nicht aktive … und haben ein positiveres Selbstwertgefühl.
(3) Im Sportunterricht kann ein Beitrag zur Sozialerziehung geleistet werden, wenn die Lehrerin bzw. der Lehrer konkrete soziale Lernziele mit geeigneten Maßnahmen ansteuert.
(4) Kinder lernen am Besten durch Tun.

Die vollständigen Argumentationshilfen pro Schulsport können angefordert werden über die Geschäftsstelle des DSLV (Mike Bunke), Schulstr. 12, 24867 Dannewerk, Tel. 04621/31201, Fax 31584, Email: info@dslv.de. Weitere Informationen auch im Internet unter: www.dslv.de.
 


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Frankfurter Rundschau 2.2. 2006

Rollenwechsel mit geballter Faust

Ein Box-Projekt in Berlin-Kreuzberg ebnet Mädchen aus Migrantenfamilien den Weg zum Sport

"Michaela, soll ich zum Boxen mein Zungenpiercing rausnehmen?" Dilek streckt ihre Zunge raus und fängt an zu kichern. "Das ist doch gar nicht echt", feixt ihre Freundin Filiz. Das silberne Kügelchen in Dileks Mund wird von einem Magneten unter der Zunge festgehalten. Michaela Peters, Sozialpädagogin beim DTK-Wasserturm, einem deutsch-türkischen Kinder- und Jugendtreff in Berlin-Kreuzberg, stimmt ins Gelächter der Mädchen ein und mahnt dann zum Aufbruch. Ein Box-Workshop steht auf dem Programm; sieben türkischstämmige Mädchen im Alter von 14 und 15 Jahren werden gleich in einer benachbarten Sporthalle die Fäuste fliegen lassen.

Es kommt selten vor, dass sich in Deutschland Mädchen aus Migrantenfamilien in Trainingshosen und Turnschuhen treffen, um gemeinsam Sport zu treiben.
Auf dem Weg zur Boxhalle führt Michaela Peters die Gründe an:
 

 
"Die meisten müssen schon recht früh im Haushalt mithelfen oder sich um kleine Geschwister kümmern." Da fehle die Zeit für den regelmäßigen Trainingsbesuch. Auch werde von den Eltern meist weder Fitness- noch Körperbewusstsein vermittelt. "Wenn wir schwimmen gehen, ziehen manche noch Boxershorts über den Badeanzug." Sport gehöre in den Herkunftsländern traditionell nicht zu den Freizeitbeschäftigungen für Mädchen und Frauen.
 
 
Lust am Sport trotz der Widerstände
Peters betreut seit 14 Jahren junge Migrantinnen. Der DTK-Wasserturm ist ein Kooperationsprojekt der Sportjugend Berlin, dem Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg und der Alice-Salomon-Fachhochschule für Sozialarbeit und Sozialpädagogik. Neben persönlicher Beratung und Hausaufgabenbetreuung erhalten die Jugendlichen auch Freizeitangebote - darunter ein Sportprogramm. Peters hat die Erfahrung gemacht, dass viele Mädchen trotz familiärer Widerstände große Lust haben, Sport zu treiben. "Dann verbietet es aber vielleicht ein strenger Vater, der der Ansicht ist, es gehöre sich nicht für eine türkische Frau, zu schwimmen oder gar Fußball zu spielen." So wie der Vater von Ebru. Die 15-Jährige kommt heimlich in die Jugendeinrichtung. Ausgerechnet er schaut aus dem Fenster, als die Gruppe auf dem Weg zum Box-Workshop an der Wohnung von Ebrus Familie vorbeikommt. "Oh nein", murmelt Michaela Peters. Ebrus Vater schaut skeptisch, sagt aber nichts. Er wirft einen Schneeball hinunter. Peters kennt die Eltern ihrer Mädchen, spricht regelmäßig bei ihnen vor und versucht, sie von Sinn und Zweck der Veranstaltungen im DTK-Wasserturm zu überzeugen. "Die Elternarbeit ist wichtig, aber anstrengend", sagt sie. "Und gerade was Sport für Mädchen betrifft, beißen wir oft auf Granit."

Die Gruppe erreicht das Boxcamp Kreuzberg. Trainerin Nadja macht die Tür auf. Sie wird den Workshop leiten und schickt die Mädchen erst einmal in die Umkleidekabine. Nadja ist eine der Trainerinnen im Projekt "Boxgirls", das Frauen für den Kampfsport gewinnen will. "Unser Ziel ist es außerdem, Migrantinnen reinzuholen", sagt sie. "In den Workshops haben sie Spaß am Boxen, doch dann kommen sie nicht mehr."

Die Mädchen kommen aus der Kabine, die Begeisterung ist groß. Dilek knufft Nazle, Hasret hebt drohend die Fäuste und wiegt den Oberkörper hin und her. "Ich habe als Kind schon mal geboxt", erklärt sie ihre vortreffliche Haltung. Doch zuerst ordnet Nadja Aufwärmtraining an: Laufen, Seilspringen, Liegestütze. Bevor die jungen Türkinnen die Boxhandschuhe überstreifen können, erklärt die Trainerin Grundstellung, Beinarbeit und das Ausweichen. Die Mädchen sind mit Eifer bei der Sache, wer kichert oder schwätzt, wird von Nadja gerügt. In den Ring dürfen die Mädchen diesmal noch nicht, dafür können sie am Ende des Trainings ihre Energie an Sandsäcken auslassen. "Ein Riesenspaß", sagt Dilek. Alle anderen stimmen ihr zu. "Boxen ist der tollste Sport", findet Hasret. Sie und zwei weitere Mädchen wollen unbedingt am nächsten regulären Training teilnehmen.

Auf dem Rückweg erzählt Praktikantin Duygu von ihren eigenen Erfahrungen. "Ich habe für mein Leben gern Fußball gespielt", sagt die 20-Jährige. "Ich war in einer Mädchenmannschaft, fast fünf Jahre lang." Die wurde von einem Mann trainiert. Irgendwann schritt ihr Vater ein. Duygu zuckt mit den Schultern. Michaela Peters schlägt ihr vor, im DTK-Wasserturm eine Mannschaft zu gründen. Dann verabschiedet sich die Sozialpädagogin. Sie will noch Elternbesuche machen: "Ich möchte die Mütter zu einem Treffen einladen." Vielleicht kann sie dabei ein bisschen Sportsgeist wecken.



 

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Südkurier 28.1. 2006

Bewegung als Tor zum Lernen

Rechnen im Sportunterricht
In Freiburg entsteht eine Privatschule mit neuem Konzept

Nach einem in Deutschland einmaligen Konzept können Schüler ab dem nächsten Jahr in Freiburg in allen Pausen und in vielen Bewegungsstunden unter der Anleitung von Sportpädagogen springen, laufen, spielen oder jonglieren. Es entsteht im neuen Stadtteil Rieselfeld eine etwas andere Privatschule.

Hüpfen, hampeln und Dribbeln sollen die Leistungen in Fächern wie Mathe oder Deutsch steigern.
Freiburg - "Hier ist Hibbeln und Wibbeln erwünscht": In der geplanten Sportgrundschule der Freiburger Turnerschaft (FT) sollen Kinder künftig durch Bewegung besser lernen. "Man kann sehen und fühlen, wie viel der Sport den Kindern bringt", sagte der Vorsitzende des Fördervereins der Sportgrundschule, Tillmann Cordes.

"Wir wollen eine richtige Ganztagsschule mit einem durchgängigen Lehrkonzept und nicht nur Betreuung für den Nachmittag", sagte Cordes. Er ist Vater von drei Kindern, die sich bereits im Sportkindergarten austoben dürfen. Seit einem Jahr arbeitet er gemeinsam mit neun engagierten Eltern und dem Sportreferenten der FT, Günther Giselbrecht, am Konzept für diese etwas andere Privatschule im Freiburger Stadtteil Rieselfeld. Der Wechsel zwischen Lernen und Bewegen soll sich nach dem Biorhythmus der Kinder richten.

"100 Minuten dauert eine Lehreinheit, in der die klassischen Fächer unterrichtet werden", sagt Giselbrecht. Dazwischen wird es kleine und große Bewegungspausen unter professioneller Anleitung geben: draußen oder auch im 250 Quadratmeter großen Bewegungsraum. Aber auch Rückzugsmöglichkeiten oder ruhiges Basteln seien möglich.

"Bewegung soll das Tor zum Lernen sein, nicht nur das Beiwerk", sagte der Sportreferent, der bereits das Konzept für den FT-Sportkindergarten entwickelt hat. Das bedeute, die Kinder lernen mit allen Sinnen - beispielsweise den Mengenbegriff, indem sie Gegenstände im Raum gruppieren. Darüber hinaus bilde Sport auch die Voraussetzung für erfolgreiches Lernen. Fänden sich die Kinder gut im dreidimensionalen Raum durch Seilspringen oder Klettern zurecht, lernten sie auch das Schreiben leichter. Gute Augenbeweglichkeit durch Ballspiele erleichtere den Kindern, lange und konzentriert Ausführungen an der Tafel zu folgen.

"Wir wollen Kinder stark und widerstandsfähig machen. Sind sie über ein gewisses Könnensniveau hinaus, bleiben sie auch als Erwachsene bei der Stange", sagt Giselbrecht. Leistungssportler müssen die Kleinen auf keinen Fall werden. Sie sollen sich nach ihren individuellen Fähigkeiten und mit Spaß bewegen. Nachdem die Verantwortlichen der staatliche Grundschule im Rieselfeld zunächst Unterschriften gegen die FT-Sportgrundschule gesammelt hatten, kooperieren sie inzwischen miteinander.
 
 



 

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21.1. 2006 - Sportunterricht.de

Studierenden-Wettbewerb 2006: Was kann Sport leisten?
Sport als Mittel von Verständigung und Integration

Die Sprache des Sports wird überall auf der Welt gesprochen. Sport ist international und kann alle Kulturen, Hautfarben, Religionen und Sprachen integrieren. Toleranz und Anerkennung sind Grundlagen des fairen sportlichen Wettbewerbs. Sie können dabei helfen, Vorurteile abzubauen und Minderheiten zu integrieren. Damit leistet der Sport einen unersetzlichen Beitrag zur Prävention gegen Extremismus, Gewalt und Fremdenfeindlichkeit.

Sport fördert die Begegnung von Menschen - auch über Grenzen hinweg - und dient so der Verständigung zwischen den Völkern. Sportler mit Behinderungen machen mit ihren herausragenden Leistungen anderen Menschen Mut, den Weg zum Sport zu finden und ihr Leben aktiv zu gestalten.

Internationale Sportgroßereignisse wie die Olympischen Winterspiele in Turin oder die Fußballweltmeisterschaft in Deutschland garantieren dem Sport im Jahr 2006 besondere Aufmerksamkeit. Zugleich rücken Problemfelder wie mögliche Gefahren durch Kommerzialisierung und Medialisierung oder die notwendige Bekämpfung von Doping stärker in den Blickpunkt des öffentlichen Interesses.

Das Bundesministerium des Innern als das für den Sport zuständige Ressort der Bundesregierung ruft Studierende aller Fachrichtungen auf, Ideen zu diesen Themen zu entwickeln. Anhaltspunkte können unter anderem folgende Fragen sein:

  • Wie kann Sport zur Förderung von Frieden und internationaler Verständigung beitragen?
  • Wie kann Sport die Integration von Minderheiten, von Menschen mit Behinderungen oder von Menschen mit Migrationshintergrund im In- und Ausland beschleunigen?
  • Gibt es gelungene Fallbeispiele, bei denen der Sport als Mittel zu Integration und Verständigung erfolgreich war?
  • Können Toleranz und Fair Play im Sport auf andere gesellschaftliche Bereiche ausstrahlen?
  • Studierende (deutsche und ausländische) deutscher Hochschulen sowie deutsche Studierende im Ausland können sich an dem Wettbewerb beteiligen und Arbeiten in einer der drei Kategorien wissenschaftliche Arbeit, Essay/Reportage oder Fotografie einreichen.

    Es werden insgesamt Preise in Höhe von 15.000 Euro vergeben, jeweils erste, zweite und dritte Preise in Höhe von 2.500 Euro, 1.500 Euro und 1.000 Euro in den drei genannten Kategorien. Die Auswahl trifft eine unabhängige Jury namhafter Vertreter unterschiedlicher Disziplinen. Die Preisverleihung findet im Spätherbst 2006 in Berlin in Verbindung mit einem Studierendenkolloquium statt.

    Einsendeschluss ist der 15. Juli 2006.

    Weitere Infos


     

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    18.1. 2006  Sportunterricht.de

    9. Bundesoffener Fortbildungskurs „Judo als Schulsport“
    vom 24. – 26. März 2006 in Magdeburg

    Das Institut für Sportwissenschaft an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg or-ganisiert im März 2006 den 9. Bundesoffenen Fortbildungskurs „Judo im Schulsport“.
    In diesem Kurs geht es wie immer darum, Grundfertigkeiten in der Sportart Judo und anderen interessanten Zweikampfsportarten unter Berücksichtigung unterschiedlicher Lehrkonzepte zu vermitteln. Ausgewiesene Fachleute aus der Bundesrepublik und dem Ausland werden sich mit dieser Thematik befassen.

    In diesem Jahr stehen erneut die konkreten Ziel, Inhalte und Methoden der Judoausbildung im Rahmen des Sportunterrichts und des Grundlagentrainings im Mittelpunkt der Fortbildung. Grundlage hierfür bilden Rahmenrichtlinien und das Prüfungsprogramm, das ab August 2005 in Kraft getreten ist.

    Alle Themen sind so gewählt, dass sie gleichermaßen für den Schulsport und für das Training im Breiten-, Freizeit und Erholungssport relevant sind.

    Der Fortbildungskurs wird vom Kultusministerium Sachsen-Anhalt als Fortbildungsmaßnahme anerkannt. Für Übungsleiter zählt der Kurs als Lizenzverlängerung.

    Der Fortbildungskurs wendet sich an Sportlehrerinnen und Sportlehrer, Übungsleiterinnen und Übungsleiter, Trainerinnen und Trainer, die im Bereich Kampfsport tätig sind oder zukünftig Judo im Schulsport anwenden möchten. Weiterhin sind alle Interessenten zu dieser Fortbildung eingeladen.

    Der Kurs beginnt  am 24. März 2006 um 13.30 Uhr in der Stresemannstraße 23/ Sporthalle. Weitere Informationen erhalten Sie unter der Telefonnummer 0391/ 67 16 505. Anmeldungen richten Sie bitte: Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Lehrstuhl für Erwachsenenbildung, Zschokkestrasse 32, 39104 Magdeburg.
     
     


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    14.1.2006  Sportunterricht.de

     „Neue leichtathletische Wettkampfformen“

    Kreativ-Wettbewerb 2006

    Die DLV-Jugend sucht im Kreativ-Wettbewerb 2006 „Neue leichtathletische Wettkampfformen“. Bis Ende Mai kann man daran teilnehmen. Als Preise winken bis zu 250 Euro. Weitere Informationen rund um den Wettbewerb liefert die folgende Ausschreibung:

    Zum Wettbewerb:
    Entwickle eine neue leichtathletischen Wettkampfform für Jugendliche auf der Grundlage von Laufen, Springen und Werfen. Der Bezug zur Leichtathletik muss erkennbar sein. Es kann sich um einen kompletten Wettkampf oder einzelne Disziplinen handeln. Es ist auch ausreichend, wenn durch Veränderung der Wertung eines bestehenden Wettkampfes ein neuer Wettbewerb entsteht. Die besten Ideen werden anlässlich des Nationalen Jugendlagers vom 12. bis 17. Juli 2006 in Ulm getestet.

    Technik:
    Die Einsendungen können als Skizze, Video, CD oder Beschreibung eingesandt werden.

    Teilnahme/Wertung:
    Teilnahmeberechtigt sind Kinder und Jugendliche bis 19 Jahre. Die Arbeiten können selbständig oder im Unterricht gefertigt werden.

    Einsendeschluss:
    31. Mai 2006 (eingehend)
    Deutscher Leichtathletik-Verband
    Referat Jugend
    Alsfelder Str. 27
    64289 Darmstadt
    E-mail: Baerbel.Woeckel@leichtathletik.de

    Einsendebedingungen:
    Alle Arbeiten sind deutlich lesbar wie folgt zu kennzeichnen:
    Name, Vorname
    Geburtsdatum
    PLZ und Wohnort
    Straße und Hausnummer
    Klasse und Schule/Schulart oder Verein

    Die Kosten für die Einsendung trägt der Absender.
    Die eingesandten Arbeiten gehen zur weiteren Nutzung in das Eigentum der Veranstalter über. Eine Rücksendung erfolgt nicht.

    Jury:
    Die Jury wird vom DLV eingesetzt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

    Preise:
    1. Preis € 250,00
    2. Preis € 150,00
    3. Preis € 100,00

    www.leichathletik.de
    Leichathletik in der Schule


     
     

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    DFB 5.1. 2006

    Schulfußball

    Zwanziger kündigt neues Nachwuchskonzept an

    Hamburg - Theo Zwanziger will umgehend die Nachwuchsarbeit im deutschen Fußball intensivieren und hat dafür ein neues Konzept parat.
    "Wir werden nach der WM eine Schuloffensive starten und dazu in Kürze einen Hauptamtlichen Leiter der Schulfußball-Abteilung beim DFB einstellen, um die Sache professioneller anzugehen", kündigte der Geschäftsführende Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) in einem Interview mit der Zeitschrift "Sportbild" an. "Wir werden bei den Kultusministern werben, und dann müssen wir in die Lehrplankommissionen hinein und fragen, warum nicht mehr Fußball in den Schulen gespielt wird", begründete er die Maßnahme.

    Zwanziger erinnert an die Straßenfußballer, von denen es in Deutschland im Gegensatz zu anderen Ländern zu wenige gibt, und fordert daher einen höheren Anteil des Fußballs im Schulsport. "Wir müssen in den Schulen wieder mehr Fußball spielen", sagte Zwanziger. "Was nützt es mir, wenn ich in der Schule Basketball oder Volleyball spiele - und im Umkreis von 100 Kilometern gibt es keinen Verein, in dem ich spielen kann?", erläuterte der DFB-Chef. Hinzu komme die Integrationswirkung des Fußballs in Ballungszentren mit einem hohen Ausländeranteil, "die andere Sportarten nicht haben".
     
     

    www.dfb.de


     
     

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    Mainzer Allgemeine Zeitung 2.1. 2006

    Sportunterricht auf dem Prüfstand
    Bundesweite Untersuchung zum Schulsport

    Die bundesweite Untersuchung zur aktuellen Situation des Schulsports in Deutschland, die so genannte "DSB-SPRINT-Studie", liegt jetzt als 294-seitiges Buch vor. Die Studie ist im Handel zum Preis von 12,95 Euro erhältlich (Verlag Meyer & Meyer, Aachen). Auch wenn sich die Untersuchung ausschließlich auf den Sport in der Schule und nicht auf den in Vereinen und Verbänden bezieht, sind die Ergebnisse in weiten Teilen auch wichtig und beachtenswert für die Mitgliedsorganisationen des Deutschen Sportbundes (DSB), respektive für den Vereinssport.

    Innerhalb der DSB-SPRINT-Studie wurde von einem Frankfurter Forscherteam unter Leitung von Prof. Dr. Robert Prohl eine Vollerhebung aller aktuellen Lehrpläne und Richtlinien für das Fach Sport vorgenommen. Dabei werden unter anderem zwei Lehrplantypen unterschieden: solche, die an Sportarten (zum Beispiel Volleyball, Tennis) orientiert sind, und andere, die sich eher auf Bewegungs- und Lernfeldern (zum Beispiel Laufen, Springen, Werfen) beziehen. In den analysierten Lehrplänen werden insgesamt 45 Sportarten genannt, die im Sportunterricht behandelt werden können. Dabei kommen Turnen, Leichtathletik, Schwimmen und Gymnastik/Tanz in allen Lehrplänen vor, gefolgt von den so genannten Großen Sportspielen Basketball, Fußball, Handball und Volleyball. Am unteren Ende der Tabelle sind mit je einer Nennung insgesamt noch 16 Sportarten vertreten, darunter Eishockey, Kegeln, Rugby und Kraftsport.

    Im Rahmen der Analyse der bundesweiten Sportstätten-Situation für den Schulsport hat eine Kölner Forschergruppe auch speziell nach den vorhandenen Kooperationen von Schulen mit Vereinen und mit anderen Sportanbietern gefragt. Rund die Hälfte aller Schulen in Deutschland verfügt demnach über eine solche Partnerschaft. Die meisten Angebote beziehen sich auf die Sportart Fußball, gefolgt von Leichtathletik, Tennis und Volleyball, wobei es hier zu Verschiebungen je nach Schultyp kommt. Am meisten kooperieren die Integrierten Gesamtschulen, am wenigsten die Berufsschulen.

    Im Rahmen der DSB-SPRINT-Studie wurde der Sportunterricht umfassend aus der Sicht der Sportlehrkräfte, der Schulleiter, der Eltern, aber auch aus der Perspektive der Schülerinnen und Schüler analysiert.
     

    DSB-Schulsportstudie - Materialien, Berichte, Kommentare
     


     

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    Hamburger Morgenpost 1.1. 2006

    Merkel fordert mehr Sportstunden

    Hamburg - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat mehr Sportstunden für Kinder gefordert. Der «Bild am Sonntag» sagte sie: «Der Umfang der sportlichen Betätigung und auch die Zahl der Sportstunden in Deutschland sind eindeutig zu gering.

    Besonders in den Städten kämpfen Kinder und Jugendliche mit dem Problem der Bewegungsarmut.» Die CDU-Chefin fügte hinzu: «Viel mehr Kinder brauchen wieder die Möglichkeit, ihre körperlichen Grenzen zu testen und Konflikte im Mannschaftsspiel zu bewältigen.»

    Erst kürzlich hatten Kultusminister und Sportverbände vereinbart, Kindern und Jugendlichen zu mehr Bewegung zu verhelfen. Erwägungen wie in Niedersachsen, wo der Sportunterricht von jetzt drei auf zwei Stunden verringert werden soll, hatten sie eine scharfe Absage erteilt. Eine Chance sehen Minister und Verbände in der Ganztagsschule. In ihr könnten Kooperationen zwischen Schul- und Vereinssport ausgebaut werden.
     
     


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