Sportunterricht.de - Materialien für Lehrer und Schüler
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Archiv | Aktuelle News
 
 
 

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DSB aktuell 31.10. 2005

2. Weltgipfel des Schulsports mit deutscher Beteiligung
Der 2. Weltgipfel des Schulsports findet am 2. und 3. Dezember 2005 in Magglingen (Schweiz) mit deutscher Beteiligung statt.

Veranstalter ist der Weltrat für Sportwissenschaft und Leibes-/Körpererziehung (ICSSPE/CIEPSS) zusammen mit seinen Mitgliedsorganisationen und in Zusammenarbeit mit dem Schweizer Bundesamt für Sport. Der Weltgipfel steht unter der Schirmherrschaft der UNESCO und setzt sich zum Ziel, den aktuellen Stellenwert des Schulsports und seine Potenziale für die Erziehung junger Menschen aus nationaler Perspektive und im internationalen Vergleich zu analysieren und zu reflektieren. Der 1. Weltgipfel zum Schulsport fand 1999 in Berlin statt: „Im laufenden internationalen Jahr des Sports und der Leibeserziehung 2005 und sechs Jahre nach dem 1. Weltgipfel ist es an der Zeit, erneut eine Bestandsaufnahme vorzunehmen, um positive Entwicklungen zu würdigen und zu mehren, aber auch nach Strategien und Lösungsmöglichkeiten zu suchen, um negative Entwicklungen möglichst zu beseitigen“, beschreibt Prof. Dr. Gudrun Doll-Tepper, die Präsidentin des Weltrates, den konkreten Auftrag der Konferenz.

Die Sportpädagogin Doll-Tepper hatte auch schon das erste Welttreffen mit rund 300 Wissenschaftlern und Entscheidungsträgern für den Schulsport aus rund 80 Ländern in Berlin initiiert und geleitet. Dem zehnköpfigen Wissenschaftlichen Beirat für den 2. Weltgipfel gehört neben Prof. Dr. Uwe Pühse (Basel, früher Bonn) auch Prof. Dr. Wolf-Dietrich Brettschneider (Paderborn) an, der die jüngst fertig gestellte sogenannte DSB-SPRINT-Studie als koordinierender Wissenschaftler durchgeführt hat.

Der 2. Weltgipfel wird vom Schweizer Adolf Ogi, dem zuständigen Berater von „Sport für Entwicklung und Frieden“ bei den Vereinten Nationen, und von Vertretern der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und dem IOC eröffnet. Anmeldungen sind noch bis zum 15. November 2005 möglich. Weitere Informationen dazu im Internet unter www.icsspe.org oder über die Geschäftsstelle des Weltrates per Email: icsspe@icsspe.org und unter Tel. 030/36418850.
 



 

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Osnabrücker Zeitung 14.10. 2005

Niedersachsen

Fitness aller Schüler auf dem Prüfstand

Er soll die Fitness und die Gesundheit der Kinder in Niedersachsen fördern: Von November bis Mitte Dezember werden alle 750000 Schüler der Klassen eins bis zehn in Niedersachsen einen besonderen Sporttest absolvieren. So sieht es ein Erlass des Kultusministeriums vor. Gewerkschaften und Landtags-SPD sehen das Projekt kritisch.

Der Test besteht aus zwei Teilen. Zum einen muss ein Fragebogen ausgefüllt werden, in dem der Schüler nach seinen Sportgewohnheiten und der eigenen Einschätzung der Leistungsfähigkeit gefragt wird. Im praktischen Teil sind Lauf-, Werf- und Springübungen zu absolvieren. Für jeden Schüler wird aus diesen Daten vom Wissenschaftlichen Institut der Ärzte Deutschlands ein "individuelles Fitnessprofil" erstellt, das auch Körpergröße und Gewicht berücksichtigt. Insgesamt soll eine ganze "Fitnesslandkarte" für Niedersachsen entstehen. Schüler sollen die Ergebnisse motivieren, mehr für ihre Fitness zu tun; Sportlehrern sollen sie Erkenntnisse für die Unterrichtsgestaltung geben.
Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) forderte das Kultusministerium auf, den Erlass zurückzunehmen und stattdessen für mehr Sportlehrer und -unterricht zu sorgen. Sie fürchtet eine Stigmatisierung der leistungsschwächeren Schüler. "Wie soll man durch die Attestierung seiner Unbeweglichkeit motiviert werden?", fragt sich GEW-Sprecher Richard Lauenstein. Die Gewerkschaft hat aber auch aus Gründen des Datenschutzes Bedenken. Die Ergebnisse des Tests sollen ins Internet eingestellt und dort von Schülern und Lehrern abgerufen werden können - allerdings passwortgeschützt.

"Es ist absurd: Für bürokratische Zahlenhuberei fällt der dringend nötige Sportunterricht aus", sagte die schulpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Ingrid Eckel, unserer Zeitung. Ministeriumssprecher Georg Weßling betonte hingegen, dass der Test nur ein bis zwei Sportstunden beanspruche. Auch befürworte der Verband der Sportlehrer ausdrücklich das Projekt; der Fitnesstest habe sich in anderen Bundesländern bewährt. Zudem seien mit der AOK und dem Deutschen Sportbund namhafte Mitinitiatoren gewonnen worden.
 
 


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DSB Aktuell 14.10. 2005

FDP-Bundestagsfraktion: Zehn-Punkte-Programm zum Schulsport

Die FDP-Bundestagsfraktion will unmittelbar nach der Regierungsbildung einen Antrag ins Parlament einbringen, der ein Zehn-Punkte-Programm zur Verbesserung des Schulsports enthält.

Er soll außerdem neue politische Weichenstellungen einfordern. Wie der sportpolitische Sprecher der Fraktion, Detlef Parr, erklärte, dürfte die im Juli vorgestellte Schlussfassung der SPRINT-Studie zur Situation des Schulsports in Deutschland „nicht in den Schubladen der Kultusministerkonferenz verschimmeln“. „Wir können Studien erstellen lassen, wie wir wollen“, sagte Parr, „wenn wir allerdings nicht die nötigen Konsequenzen ziehen, wäre das schon ein sehr bitteres Kapitel.“

Für die Liberalen ist es nicht mehr länger hinnehmbar, „dass es in 16 Bundesländern acht unterschiedliche Zielvorstellungen von Schulsport gibt“. Der Antrag fordert „einen leistungsorientierten, erziehenden Sportunterricht“. So müssten die Sportminister- und die Kultusministerkonferenz schnellstens dafür sorgen, „dass Leistung, sozialer Kompetenzerwerb und Gesundheitspolitik in allen Bundesländern einheitlich zu vorrangigen, exakt beschriebenen Zielvorgaben werden“, heißt es in einem Positionspapier des Zehn-Punkte-Programms. Besorgniserregend sei, dass die Lehrpläne immer weiter bewegungsfeldorientiert ausgerichtet sind. „Traditionelle Sportarten, so wie die Leichtathletik, drohen dadurch ihren überlebenswichtigen Nachwuchs aus den Schulen zu verlieren“, heißt es weiter.

Zudem wird gefordert, dass Kompetenzen des Schulsports verstärkt auch für die Prävention und Gesundheitsförderung genutzt werden müssten. Bereits in der Schule sollte dazu beigetragen werden, die wachsende Zahl übergewichtiger Kinder und Jugendlicher ernst zu nehmen und die notwendigen Hilfestellungen zu geben. Gerade für die Hauptschulen, die durch Ausfall von Sportunterricht besonders betroffen sind, sollten nach Parrs Worten mindestens drei Pflichtstunden oberstes Gebot sein, um gemeinschaftsstärkende Elemente zu vermitteln und die soziale Kompetenz des Sports zu nutzen.

Parr und die FDP-Bundestagsfraktion wollen den Antrag in einer der ersten Sportausschusssitzungen beraten lassen. „Es ist Aufgabe der Bundespolitik, bestimmte Initiativen zu zünden“, erklärte der Abgeordnete aus Ratingen. „Wir müssen die SPRINT-Studie ernst nehmen und als Sportpolitiker energisch für eine Verbesserung des Status quo kämpfen.“
 
 

Materialien, Berichte, Kommentare zur Schulsportstudie bei Sportunterricht.de


 

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NWZ-online 13.10.2005

SCHULSPORT -Von Kegel-Fußball über Slalomdribbling zum Abschlusskick

Ulf Gebken gibt Sportlehrern Anregungen zum Unterricht mit Mädchen und Jungen

OLDENBURG/SR - „Peng!“, macht es. Paul, neun Jahre alt, schießt mit dem Fußball dem Oldenburger Lehrer Ralf Hucke den Kegel um und ruft: „Raus bist Du!“ 25 Sportlehrer aus Grund- und Sekundarschulen sowie 22 Schüler der Klasse 3a der Grundschule Röwekamp folgten jetzt den Anweisungen von Dr. Ulf Gebken, Sportpädagoge an den Universitäten Oldenburg und Hannover.

„Fußball im Schulsport“ lautete das Thema in der Lehrerfortbildung der Pädagogischen Woche. Ludger Popken, Schulleiter an der Grundschule Röwekamp, erläutert: „Fußball wird von Mädchen und Jungen in der Schule gefordert, ist aber eine besondere Herausforderung. Häufig bolzen wenige Jungen den Ball feste durch die Halle und die Mädchen sitzen eingeschüchtert auf der Turnbank.“ Dass dies aber auch anders geht, zeigten Gebken und Popken unterstützt durch die Schüler.

So wurden von den beteiligten Schülern und Lehrern Kegel-Fußball, Keulen-Völkerball mit dem Fuß, Liniendribbling im Vorwärts- und Rückwärtsgang, Fußball-Brennball sowie ein Stationsbetrieb mit „Tunneln“, „Fußball-Rondo“, Slalomdribbling oder „In-den-Brunnen-schießen“ mitgemacht. Und zum Schluss wurde auch „richtig“ Fußball gespielt. „Wir empfehlen dann aber ein getrenntes Spielen von Mädchen und Jungen. Turnhallen lassen sich durch Turnbänke teilen. Auf separaten Spielfeldern entwickeln auch Mädchen eine Freude am Spielen. Dort werden sie durch die Jungen nicht in die Abwehr oder ins Tor abgeschoben, sondern können durch Erfolgserlebnisse auch zu einem Spielen mit den Jungen ermutigt werden“, stellte Gebken fest.

In der Lehrerfortbildung wurde dies auch deutlich: Mit großem Eifer jagten die Oldenburger Schülerinnen genauso wie ihre männlichen Klassenkameraden dem runden Leder hinterher. Gebken: „Fußball für alle Kinder im Schulsport scheint möglich zu sein. Die Klasse 3 a hat es gezeigt.“
 
 

Materialien zum Fußball in der Schule


 

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Darmstädter Echo 6. 10. 2005

Trends, Sport zu vermitteln
20. Sport-Forum: Wissenschaftlich gestützte Vortragsreihe beginnt im November

Das 20. Darmstädter Sport-Forum trägt 2005 den Titel „Trends in der Sportvermittlung“. Das Institut für Sportwissenschaft der TU Darmstadt und der Sportkreis 33 Darmstadt bieten vom 7. November bis 5. Dezember, jeweils montags (18.15 Uhr), wieder fünf Vorträge an. Die Reihe, von Professor Helmut Digel vor zwei Jahrzehnten ins Leben gerufen, ist das einzige wissenschaftlich gestützte Forum, das diese Ausdauer entwickelt hat. Ziel ist der Brückenschlag zwischen wissenschaftlichen Erkenntnissen und der praktischen Arbeit an der Sportbasis. In den letzten Jahren erfreute sich die Reihe wachsenden Zuspruchs bei Studierenden, aber auch bei Vertretern aus Vereinen und Verbänden sowie Trainern, Lehrern und Schulklassen.
Professor Franz Bockrath, in diesem Jahr für die fünfteilige Reihe verantwortlich: „Wir rechnen mit einer ähnlichen Resonanz wie 2004.“ Bockrath, ist von Haus aus Philosoph und Politikwissenschaftler. Der 47 Jahre alte Lehrstuhlinhaber für Sportpädagogik und Sportgeschichte fand erst über ein Projekt zur Sportwissenschaft (Werteinstellung von Jugendlichen). 1996 promovierte er in Osnabrück zum Thema „Moral und Sport im Wertebewusstsein“, wechselte danach zur Humboldt Universität nach Berlin. Seit April 2004 lehrt er an der TUD. Ein Arbeitsfeld bilden reformpädagogische Ansätze im Hinblick auf ihren Umgang mit dem Körper. „Mein eigentlicher Schwerpunkt ist die Arbeit über Erlebnispädagogik. Hier spielt der Sport eine besondere Rolle.“

Von der bewegten Schule bis hin zu Ausdrucksformen des Straßensports erschließen und vervielfältigen sich neue Sporträume, Sportarten und Zeitfenster. Diese Bewegungswelt durchleuchtet und ergründet der Wissenschaftler. Sie bildet sich zugleich im Themen-Katalog des 20. Darmstädter Sport-Forums ab.

Im ersten Vortrag (7. November) beschäftigt sich Professor Klaus Roth (Heidelberg) mit der „Ballschule Heidelberg – vom Talentförderprojekt zum erfolgreichen Kindersportangebot für alle“ (Handball). Roth begründete seine wissenschaftliche Karriere (Bewegungslehre) mit dem Studium am Institut für Sportwissenschaft in Darmstadt.

Im zweiten Referat (14.) thematisiert Privatdozent Dr. Torsten Fischer (Lüneburg) „Erlebnispädagogik – Wirklichkeit und Wirksamkeit“. Das dritte (21.) gestaltet Professor Ralf Laging (Marburg). Sein Thema: „Schule als Bewegungsraum – über den Sportunterricht hinaus“. Im vierten Beitrag (28.) stellt Professor Elk Franke (Humboldt Universität Berlin) Zirkuspädagogik als schulpädagogische Alternative vor. Sein Thema: „Das Formende in Bewegungsformen – zur Disziplinierung selbst bestimmten Handelns“. Der letzte Vortrag (5. Dezember) ist lokal eingefärbt. Den Abschluss bestreitet Diplomsportlehrer Martin Bremer (Hochschulsportzentrum der TU Darmstadt), assistiert von Fußballtrainer Jürgen Strack (Grünberg). Beide diskutieren das „DFB-Talentförderkonzept“ (Fußball).

Die Vorträge beginnen jeweils montags um 18.15 Uhr im Hörsaal S1 01/053 (Hauptgebäude der TU Darmstadt), Karolinenplatz 5, in Darmstadt.
 
 


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Rheinische Post 30.9. 2005

Mehr Bewegung bringt bessere Schulleistungen

Leipzig (rpo). Schüler, die sich in der Schule viel bewegen, bringen bessere Leistungen und zeigen ein besseres Sozialverhalten. Das ergab eine weltweit einmalige Studie der Universität Leipzig. In einer Langzeitbeobachtung hatte ein Team um Projektleiterin Christina Müller untersucht, inwieweit sich die Umsetzung des Konzepts "Bewegte Schule" positiv auf die Schüler auswirkt.

Nach Angaben der Wissenschaftlerin kann jungen Menschen auch in Fächern wie Deutsch, Chemie oder Mathematik körperliche Bewegung ermöglicht werden. Dadurch würden zwar Kraft und Ausdauer nicht gestärkt, die Vorteile zeigten sich aber in anderen Bereichen: "Die Konzentrationsfähigkeit nimmt zu, die Schüler zeigen ein besseres Sozialverhalten, das Lehrer-Schüler-Verhältnis verbessert sich", fasst Müller die Ergebnisse zusammen. Hinzu komme, das die Schüler mehr Schul- und Lernfreunde entwicklen. "Diese Ergebnisse sollten uns auch im Zusammenhang mit dem Abschneiden deutscher Schüler in der internationalen Pisa-Studie nachdenklich machen", sagt die Professorin.

Ein neues Nachdenken verlangt Müller auch mit Blick auf den Schulsport. In 80 Prozent aller Grund- und Hauptschulen werde der Sportunterricht nicht von Fachlehrern geleitet. Häufig werde das Konzept verfolgt, dass ein Lehrer für alle Fächer zuständig sei. "So sinnvoll das pädagogisch bei manchen Fächern sein mag, beim Kunst-, Religions- oder Sportunterricht sollte man diesen Ansatz nicht verfolgen", meint Müller und fügt hinzu: "Wie soll jemand Sportunterricht geben, der privat nicht einmal über ein paar Turnschuhe verfügt?" Gerade in Grundschulen gehörten die am besten ausgebildeten Sportlehrer, fordert sie.

Die Professorin verlangt, die Konzepte des Schulsports zu überprüfen. So sei nicht hinnehmbar, dass für den Sportunterricht keine Qualitätstandards definiert seien. Dabei hätten in der so genannten Sprint-Studie zum Sportunterricht in Deutschland fast drei Viertel aller Schüler angegeben, sie gingen gerne zum Sportunterricht. Schulleiter und mehr als 80 Prozent der Eltern sähen den Schulsport als bedeutungsvoll an. "Die Schüler wollen gefordert werden und sich anstrengen, sie wollen ihre sportliche Leistung sowie die Gesundheit und Fitness verbessern", betont Müller. Daran sollte bei der Erarbeitung neuer Schulsportkonzepte gedacht werden.
 



 

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Pforzheimer Zeitung 23. 9. 2005

Lehrergewerkschaft schlägt Alarm

GEW sieht Sportunterricht an Gymnasien in Gefahr –
Kultusministerium: kein Thema

STUTTGART. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) bangt um den Sportunterricht in der gymnasialen Oberstufe. Es gebe Pläne der Kultusministerkonferenz, den zweistündigen Pflichtkurs Sport abschaffen.

Dies teilte gestern GEW-Landeschef Rainer Dahlem mit. Diese Behauptung sei falsch, erklärte ein KMK-Sprecher. Die Kultusministerkonferenz habe eine Arbeitsgruppe beauftragt, die Vereinbarung zur gymnasialen Oberstufe so zu überarbeiten, dass den Ländern Gestaltungsspielräume ermöglicht werden. Zu keinem Zeitpunkt habe ein Land den Vorschlag unterbreitet, dass Sport nicht mehr in der gymnasialen Oberstufe unterrichtet werden solle und nicht mehr Abiturprüfungsfach sein könne.

Ein Sprecher von Ministerin Annette Schavan (CDU) bestätigte allerdings, dass in der KMK „auf Arbeitsebene darüber diskutiert wird“. Die KMK-Arbeitsgruppe habe einen Katalog von Vorschlägen aufgestellt, wie überflüssige Regelungen an den Schulen abgebaut werden könnten. Dazu zähle auch die Streichung des Pflichtkurses Sport. Allerdings habe sich bisher noch kein offizielles Gremium der Kultusminister mit diesem Vorschlag befasst. Der Ministeriumssprecher fügte hinzu: „Es gibt keinen Anhaltspunkt dafür, dass aus Baden-Württemberg dafür Unterstützung kommt.“

Dahlem nannte einen anderen möglichen Grund für die Überlegung, den Sport als Pflichtfach abzuschaffen: Es gehe darum, dass die ohnehin überlasteten Schüler kaum noch Wahlkurse wie Informatik belegen. Die in fast allen Bundesländern geplante oder schon verwirklichte Ausdehnung der Pflichtfächer führe dazu, dass Wahlkurse kaum noch gefragt sind. Dies sei die Folge der 2002 eingeführten neuen Oberstufenstruktur mit weit reichenden Fächerverpflichtungen und vier schriftlichen sowie zwei mündlichen Abiturprüfungen.

Dahlem mahnte: „Viele Schüler haben bereits Gesundheits- und Gewichtsprobleme und leiden unter Bewegungsmangel in unseren Schulen.“ Die SPD-Landtagsabgeordnete Christine Rudolf betonte ebenfalls: „Sport fördert Teamgeist, Motorik und soziale Kompetenz der Schüler und unterstützt nachgewiesenermaßen auch das Lernen in den anderen Schulfächern.“ Spätestens in der Oberstufe würden die Weichen dafür gestellt, ob Sport als gesundheitsförderndes Element für das weitere Leben angenommen oder ob Bewegungsarmut zum Lebensmotto wird.

Auch der Landesvorsitzende des Philologenverbandes, Karl-Heinz Wurster, appellierte: „Das Fach Sport muss für alle Schülerinnen und Schüler auf jeden Fall als Pflichtfach erhalten bleiben; denn mit einer Abschaffung würden Warnungen von Sportwissenschaftlern, Medizinern und Sportlehrkräften ignoriert.“Der sportpolitische Sprecher der Landtags-Grünen, Jürgen Walter, nannte die Überlegungen, Sport als Pflichtkurs abzuschaffen, „völligen Blödsinn“. Da die Zahl der Ganztagesschulen zunehme, müsse vielmehr ein schlüssiges Sportkonzept erarbeitet werden. Außerdem fehle es an qualifizierten Sportlehrern, weil das Studium bisher unattraktiv sei.
 
 


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Spiegel-online 22.9. 2005

SCHULSPORT-STREIT
Kultusminister sägen an der Sportpflicht

Die Kultusministerkonferenz diskutiert, den Sportunterricht in der Oberstufe der Gymnasien abzuschaffen. Damit sollen die Schüler entlastet werden, um mehr Wahlkurse wie etwa Informatik belegen zu können. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft schlägt Alarm.

Es scheint eine gute Nachricht für Bewegungsmuffel im Teenager-Alter: In einem Referentenentwurf plant die Kultusministerkonferenz (KMK), die Sportpflicht in der gymnasialen Oberstufe abzuschaffen. "Zwar wäre eine solche Entscheidung nicht rechtlich bindend für die Länder, aber bevor ein Land die Sportpflicht in der Oberstufe abschaffen kann, muss das von der KMK erlaubt werden", sagte Matthias Schneider von der Bildungsgewerkschaft GEW in Baden-Württemberg SPIEGEL ONLINE.

KMK-Sprecherin Silvia Schill bestätigte die Pläne. Bisher sei das Vorhaben jedoch lediglich ein Referentenentwurf, kein Beschluss, betonte sie. Eine Arbeitsgruppe, die sich mit der Verschlankung und Vereinfachung der Oberstufe befasse, schlage vor, die zwei Pflichtstunden Sport in der Oberstufe zu streichen, um den Schülern mehr Freiheit bei den Wahlfächern einzuräumen.

Der Versuch, den engen Stundenplan der Oberstufenschüler zu öffnen, sei lobenswert, erklärte Ludwig Unger vom bayrischen Kultusministerium in Reaktion auf den KMK-Entwurf. Doch der Sportunterricht solle nicht darunter leiden. Unger signalisierte, dass die Sportpflicht in Bayern erhalten bleibt. "Wir haben einen sportlichen Minister und einen sportlichen Staatssekretär", kommentierte Unger die KMK-Pläne. "Man sollte sehr vorsichtig sein, den Sport in der Schule in Zeiten von allgemeinem Bewegungsmangel vorschnell zu opfern."

Nach Informationen der GEW unterstützt das Kultusministerium Baden-Württemberg den KMK-Vorschlag. "Das ist doch Unfug", streitet Elmar König, Sprecher des Kultusministeriums in Stuttgart den Vorwurf jedoch ab. "Hier gibt es noch nicht einmal einen Vorgang dazu, die Debatte findet überhaupt nicht statt", erklärte König. Das Thema sei auch bei der KMK noch auf der untersten Diskussionsebene.

Trotzdem schlägt die GEW in einer Pressemitteilung schon jetzt Alarm. "Es wäre absurd, wenn Schülerinnen und Schüler, die am Tag oft 10-12 Stunden sitzend verbringen, sich nicht einmal zwei Stunden pro Woche im Sportunterricht bewegen können", schreibt der Landesvorsitzende Rainer Dahlem. Viele Jugendliche hätten bereits Gesundheits- und Gewichtsprobleme. Dahlem appellierte an den baden-württembergischen Kultus-Staatssekretär Helmut Rau, das Vorhaben der KMK nicht zu unterstützen.

Die GEW bestätigte zwar, dass Oberstufenschüler nur noch wenige Wahlmöglichkeiten hätten und Fächer wie Informatik oft nicht nachgefragt würden. Doch sie führt das vor allem auf die im Jahr 2002 neu eingeführte Oberstufenstruktur in vielen Bundesländern zurück, mit vier schriftlichen und zwei mündlichen Abiturprüfungen. "Die neue Oberstufenstruktur beschneidet Freiräume und überfordert mit bis zu 35 Wochenstunden die Schülerinnen und Schüler. Individuelle Schwerpunktsetzung ist kaum möglich", erklärte Dahlem. Zwei Stunden Schulsport seien nicht das Hauptproblem.

Die Befürchtungen der GEW scheinen berechtigt: In einer Umfrage im Jahr 2001 gaben über die Hälfte aller Schüler in der zwölften Klasse an, in ihrer Freizeit gar keinen oder nur unregelmäßig Sport zu treiben. 77 Prozent sprachen sich damals dafür aus, Sport als Pflichtfach beizubehalten.
 



 

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DSB-aktuell 23.9. 2005

Deutscher Kinder- und Jugendbericht: Sport als Teil von Jugendkultur und Identitätsfindung

Bundesfamilienministerin Renate Schmidt und Komissionsvorsitzender Prof. Dr. Thomas Rauschenbach haben Anfang September den 12. Kinder- und Jugendbericht vorgestellt.
 
Unter dem Titel „Bildung, Betreuung und Erziehung vor und neben der Schule“ widmet sich der Bericht den Bildungs-, Betreuungs- und Erziehungsprozessen im frühen Kindesalter und im Schulalter sowie ihrer Unterstützung durch die Kinder- und Jugendhilfe. 

Es werden Empfehlungen für ein integriertes Gesamtsystem entwickelt, das die Gesamtheit von Bildung, Betreuung und Erziehung berücksichtigt und die Rahmenbedingungen für einen erfolgreichen Aus- bzw. Umbau sowohl quantitativer als auch qualitativer Art benennen. Im Zentrum des Berichts steht die Forderung, dass Bildung, Erziehung und Betreuung Kindern aller Altersstufen zugänglich sein müssen. Der Bericht fordert etwa, dass Bildung, Betreuung und Erziehung innerhalb der Familie im ersten Lebensjahr des Kindes öffentlich unterstützt wird.

Sport ist wesentliche Freizeitbeschäftigung
Die Jugendarbeit im Sport sowie die sportliche Betätigung von Kindern und Jugendlichen sind im Bericht in verschiedenen Kontexten vertreten. Wiederholt betonen die ExpertInnen, dass der Sport die wesentliche Freizeitbetätigung von Kindern und Jugendlichen ist. Kein anderer Bereich der Jugendverbandsarbeit erreicht regelmäßig so viele Jungen und Mädchen wie der organisierte Sport. Dazu kommen eher jugendkulturell und szeneorientiere Sportarten wie Streetball, die als Trendsportarten Jugendkultur und Sport neu zusammenbringen. Der Bericht hebt hervor, dass sportliche Betätigung und Engagement in Sportvereinen wesentlich breiter angelegt sind als Leistungs- und Wettkampfsport. Dem Sport wird insgesamt eine maßgebliche Bildungswirksamkeit zugesprochen, die sowohl die unmittelbar körperbezogenen Kompetenzen als auch Kompetenzen im sozialen, politischen und kognitiven Bereich einschließt: Teamfähigkeit, Selbstvertrauen, Selbstorganisation sowie  Verantwortungsfähigkeit werden genannt. Die ExpertInnen verdeutlichen, dass die Maßnahmen der Sportjugend über das Sportfachliche hinausgehen und zum Bereich der außerschulischen Jugendbildung zählen. In der offenen Jugendarbeit gehören sportliche Angebote zu einem eher szeneorientierten, jugendkulturell ausgerichteten Maßnahmenprofil (z.B. Streetball-Turniere, Mitternachts-Basketball).

Kooperation von Schule und Sport am Beispiel von Duisburg
Der Kinder- und Jugendbericht stellt Möglichkeiten und Grenzen der Kooperation von Schule und außerschulischen Akteuren bei der Gestaltung des Nachmittagsangebots an einer Ganztagsschule am Beispiel eines Stadtsportbundes vor. Exemplarisch betrachtet wird der Stadtsportbund (SSB) Duisburg, der als Träger drei offene Ganztagsgrundschulen betreibt. Eine der Motivationen des SSB ist die finanzielle Absicherung des organisierten Sports. Die kontinuierliche Kooperation von organisiertem Sport und Schulen ist relativ neu und bringt, so die ExpertInnen, eine Reihe von Problemen mit sich. Schwierig ist beispielsweise, dass sehr viele Personen mit relativ geringer Stundenzahl beschäftigt werden und dass Übungsleiter an den Schulen unter anderen Bedingungen arbeiten als in den Vereinen. Der Bericht hebt hervor, dass viele kleinere Träger der Jugendhilfe – anders als der Sport – keine Möglichkeit haben, als gleichberechtigte Partner mit Ganztagsschulen zusammenzuarbeiten.

"Sport ganz nah dran an der Jugendkultur"
„Der Bericht zeigt deutlich, wie groß der Stellenwert des Sports und der sportlichen Jugendarbeit sind“, unterstreicht der Vorsitzende der Deutschen Sportjugend, Ingo Weiss. „Der Sport ist ganz nah dran an der Jugendkultur und unterstützt Identitätsprozesse nachhaltig.“ Auch die Übernahme der Trägerschaft von Ganztagsschulen durch den organisierten Sport wird von der Deutschen Sportjugend ausdrücklich begrüßt.



 

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DSB-aktuell 21.9. 2005

Die DSB-SPRINT-Studie analysiert die Situation des Schulsports in Deutschland
 
Am 05. Juli 2005 wurde der Endbericht der DSB-SPRINT-Studie (Schulsport in Deutschland) nach knapp zweijähriger Forschungsphase der Öffentlichkeit in Berlin präsentiert. Jetzt ist die komplette Broschüre erhältlich.

Neben konkreten Aussagen über die strukturellen Rahmendingungen des Schulsports informiert die Studie auch eingehend über die subjektiven Perspektiven der beteiligten Akteure wie Schulleitungen, Lehrkräfte, Schüler und Schülerinnen sowie Eltern.

An der repräsentativen Untersuchung beteiligt waren neben dem koordinierenden Wissen-schaftler, Prof. Wolf-Dietrich Brettschneider (Uni Paderborn), auch Prof. Christoph Breuer (Deutsche Sporthochschule Köln), Prof. Rüdiger Heim (Uni Magdeburg/Heidelberg), Prof. Robert Prohl (Uni Frankfurt), Prof. Werner Schmidt (Uni Essen-Duisburg) und Prof. Helmut Altenberger.

Insgesamt wurden in sieben ausgewählten Bundesländern (Baden-Württemberg, Bayern, Hamburg, NRW, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein) in den Klassenstufen vier, sieben und neun aller Schulformen (außer Berufsschulen) insgesamt 8.863 Schülerinnen und Schüler, 4.352 Eltern, 1.158 Sportlehrkräfte und 191 Schulleitungen befragt.

Die programmatischen Grundlagen des Schulsports (wie z.B. Lehrpläne und Richtlinien) sowie die Situation der Sportstätten im Schulsport (an ca. 4.000 Schulen, inkl. Berufschulen) wurden bundesweit untersucht.

Die Ergebnisse der Untersuchung signalisieren erfreulicherweise eine positive Grundstimmung zum Fach Sport: Schülerinnen und Schüler sowie Schulleitungen und Eltern schätzen den Sportunterricht und erkennen seine Bedeutung. Das Engagement und die Fachkompetenz der Sportlehrkräfte werden positiv bewertet. Zudem ist auch der außerunterrichtliche Schulsport in breitem Maße an den Schulen etabliert. Kooperationsformen zwischen Schulen und Sportvereinen werden seitens der Schulleitungen besonders beurteilt.

In vielen Bereichen des Schulsports gibt es aber auch noch Verbesserungsbedarf. So verweist die DSB-SPRINT-Studie auch auf bestehende Probleme des Schulsports und weist diese in Umfang, Ausprägung und Intensität nach.

Insofern eröffnet die Studie die große Chance, auf der Basis der SPRINT-Ergebnisse in einen wissenschaftlich fundierten Dialog über die Bedeutung und Rolle des Schulsports, seine inhaltlichen und methodischen Ausrichtungen sowie Leistungen und Wirkungen eintreten zu können, um zukunftsweisende Impulse für einen „besseren“ oder „weiterentwickelten“ Schulsport zu initiieren.

Um sich an der Schulsportdiskussion beteiligen zu können, kann ab Ende Oktober dieses Jahres die DSB-SPRINT-Studie zu einem Preis von 12,95 Euro pro Exemplar (zzgl. Versand-kosten) erworben werden. Die Studie wird in Zusammenarbeit mit dem Meyer & Meyer Verlag auch über die Buchhandlungen vertrieben.

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Frankfurter Neue Presse 20.9. 2005

Trendsportarten erobern Schulen

Nordweststadt. Die Trendsportarten ziehen in der Ernst-Reuter-Schule II (ERS) ein. Denn beim Sportfest am Mittwoch, 28. September, wird in Kooperation mit der Sportjugend Hessen und der Frankfurter Sparkasse eine so genannte Sportsfun-Schulsportfete gefeiert.

Dabei werden den insgesamt 1133 Schülern an der integrativen Gesamtschule spezielle Gruppenaufgaben, Kurse und offene Angebote rund um Sport und Bewegung angeboten, um Team- und Kommunikationsfähigkeit sowie das Gemeinschaftsgefühl der Jugendlichen zu stärken. Es wird nicht nur viel zu sehen sein, sondern zum Mitmachen angeregt. Bei den Angeboten befinden sich beispielsweise ein Inline-Geschicklichkeits-Parcours, eine Kletterwand, American Football oder ein Basketball-Workshop, der von Profi-Spielern der Skyliners angeboten wird. Eine Baseball-Mannschaft wird ihre Sportart präsentieren. Auf einem 10 Meter Mal 15 Meter großen Soccer-Feld wird das beste Team ausgespielt. Lehrer können da die eine oder andere Anregung für den Sportunterricht aufgreifen.

Die Ernst-Reuter-Schule (ERS) versteht ihren pädagogischen Auftrag dahingehend, die Kinder möglichst lange gemeinsam zu unterrichten. In den 50 Klassen werden die jungen Menschen unabhängig von sozialer, ethnischer oder nationaler Herkunft sowie von vorhandenen körperlichen oder geistigen Beeinträchtigungen unterrichtet.

Die Übereinstimmungen zwischen den pädagogischen Leitsätzen der Schule und den Ansätzen der Sportjugend Hessen ist offensichtlich. «Das ist das erste Schulsportfest für die gesamte Schule. Bisher konnten wir solche Veranstaltungen auf Grund der unterschiedlichen Förderbedürfnisse der Schüler nur in einzelnen Jahrgangsstufen anbieten», sagt Schulleiter Knut Dörfel, der seit Juli das Amt bekleidet. «Deswegen freuen wir uns ganz besonders, das die Zusammenarbeit mit der Sportjugend geklappt hat», betont er. Die Feier am 28. September wird die Erste im Frankfurter Stadtgebiet sein. «Es bewerben sich im Durchschnitt etwa 20 Schulen für das jeweils nächste Jahr bei uns. Da die Geräte natürlich oft ausgeliehen sind und man auch ein Auge auf die regionale Verteilung haben muss, finden nur 12 bis 14 Veranstaltungen pro Jahr statt», sagt Frank Schröder von der Sportjugend. Die Bewegungskampagne gibt es schon seit zehn Jahren und hat sich zum Ziel gesetzt, den Jugendlichen fernab von einer leistungsorientierten Didaktik ein Bewegungskonzept zu vermitteln, dass über eine konkurrenzorientierte Ausrichtung hinaus geht. «Uns geht es primär um Kommunikation und Kooperation», betont Frank Schröder von der Sportjugend. Für die Lehrkräfte werden ebenfalls Fortbildungen angeboten, damit sie die auf dem Sportfest angebotenen Spiele auch erst einmal am eigenen Leib erfahren können.

Die Frankfurter Sparkasse unterstützt die Vorhaben mit zwei Mal 150 Euro für Klassenkassen der Sieger und stellt 3000 Euro für die Organisation bereit. Auf dem Fest wird es zwei Durchläufe für jeweils die fünfte bis siebte, sowie die achte bis zehnte Klasse geben.

Harald Classen, der fachliche Leiter für Sport an der Schule, erzählt: «Das Angebot wird durch Zirkusspiele, Ropeskipping, Torwandschießen sowie Koordinationsangebote aus dem Gebiet Tanz erweitert. Ein umfangreiches Bühnenprogramm sorgt für die passende Unterhaltung für zwischendurch.»
 
 
 


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Lehrer-online 12.9.2005

Olympischer Literaturwettbewerb

Junge Nachwuchs-Schriftstellerinnen und -Schriftsteller mit Sinn für den olympischen Sport und die Olympischen Spiele können sich noch bis zum 1. Oktober 2005 an einem vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) ausgerufenen weltweiten Literatur-Wettbewerb beteiligen.

Das IOC hat diesen Wettbewerb erstmals im Jahr 2001 durchgeführt, um die Verbindungen zwischen Kultur und Olympischen Spielen zu stärken. In Deutschland übernimmt es das Nationale Olympische Komitee (NOK), den für 2005 ausgeschriebenen Wettbewerb zu organisieren.

Aufgabe
In zwei Alterskategorien (14-18 Jahre sowie 19-22 Jahre) können die Nachwuchs-Literaten einen Aufsatz zu den folgenden Themengebieten abliefern:
 
  •  "Sich selbst übertreffen",
  •  "Freude an der Herausforderung",
  •  "Gegenseitiger Respekt",
  •  "Balance zwischen Körper und Geist".

Möglich ist auch eine Kurzgeschichte zu einem der oben genannten Themen.

Weitere Informationen


 
 

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DSB Presse 27.8. 2005

Großes Interesse an Schulkampagne zur Fußball-WM

Auf unerwartet großes Interesse stößt gegenwärtig die Schulkampagne zur FIFA WM 2006 in Deutschland. Unter dem Motto "Talente 2006 - Die FIFA WM in der Schule" liegen jetzt schon knapp tausend Bewerbungen von Schulen aus zahlreichen Ländern vor.
 
Die Schülerinnen und Schüler sind aufgefordert, ein Projekt in fünf sogenannten Kreativ-Kategorien zum Thema „Die Welt zu Gast bei Freunden" vorzulegen. Es winken attraktive Preise, darunter ein Auftritt beim großen Talente-Festival am 10. und 11. Mai 2006 rund um das Berliner Olympiastadion: „Das rege Interesse an diesem Kreativwettbewerb zeigt, wie groß die Vorfreude auf die Fußball-Weltmeisterschaft bei den Schulen im In- und Ausland ist", sagt Hessens Kultusministerin Karin Wolf, die gemeinsam mit Rudi Völler die Schirmherrschaft dieser Kampagne übernommen hat.

Anmeldungen zum Wettbewerb sind noch bis zum 15. Dezember 2006 möglich; weitere Informationen auch im Internet unter www.FIFAworldcup.com/Talente 2006.
 


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Darmstädter Echo 25.8. 2005

Hilfe für die Sportlehrer
Gesamtschule: Drei Mädchen aus der neunten Klasse unterstützen nach einer Ausbildung zu Schülermentorinnen den Schulsport – Einblick in Planung und ungewöhnliche Sportarten

GINSHEIM. Drei Schülerinnen der Gesamtschule Mainspitze (IGS) werden künftig als Mentorinnen den Schulsport unterstützen. Eine Ausbildung ermöglicht es Sara Riesner, Carina Köhler und Mareike Zieglowski, zusammen mit einem Lehrer Veranstaltungen zu organisieren und Kurse anzubieten.
Im Mai dieses Jahres nahmen die drei sportlichen Schülerinnen an einem fünftägigen Lehrgang im Turn-, Leistungs- und Bildungszentrum der hessischen Turnjugend in Alsfeld teil. Zusammen mit 20 anderen Mädchen und drei Jungen aus Hessen hatten sie auch Gelegenheit, ungewöhnliche Sportarten wie das Turnen in einem Rhönrad, Trampolinspringen, Zweierprellball und Ropeskipping auszuprobieren. Im theoretischen Unterricht lernten sie, wie man eine Übungsstunde vorbereitet, ein Schulfest oder einen Skiausflug samt der Kosten plant und was in Sachen Aufsichtspflicht zu beachten ist.

Auf die Idee, an dieser Ausbildung teilzunehmen, brachte die Schülerinnen der neunten Klasse ihr Lehrer Norbert Lindemann. Da er die Mädchen im Wahlpflichtbereich „Sport und Gesundheit“ unterrichtet und wusste, dass alle drei in einem Sportverein aktiv sind, machte er sie auf die kostenlose neue Ausbildungsmöglichkeit aufmerksam. Ihren ersten Einsatz als Mentorinnen hatten sie vor den Ferien bei der Projektwoche der Albert-Schweitzer-Schule. Ein erstes Resümee der drei: „Es macht viel Spaß, aber es ist auch anstrengend, wenn sich die Kinder zum Beispiel untereinander nicht einigen können.“

Die 15-jährige Sara Riesner fand den Gedanken interessant, mit Kindern umzugehen, wie sie erzählt. Bei der Projektwoche betreute sie eine zweite Klasse beim Training mit den Inlineskates. Die gleichaltrige Carina Köhler leitet an der IGS die Tanzgruppe und fand es reizvoll, aufgrund der Ausbildung nun zusätzliche Aufgaben übernehmen zu können. Sie war beim Sportprojekt Judo in der Grundschule eingesetzt. Neun Jahre trainierte sie selbst in der Judoabteilung eines Vereins. Mareike Zieglowski (16) will zukünftig eine Arbeitsgemeinschaft in der Gesamtschule eröffnen und hat deshalb die Mentorenausbildung mitgemacht. Auch die neuen Sportarten reizten sie sehr. Sie hat jetzt ihre ersten Erfahrungen als Mentorin mit 20 Grundschülerinnen in einer Akrobatikgruppe gesammelt.

Die Teilnahme am Lehrgang wurde im Jahresendzeugnis mit dem Vermerk „Ausbildung zur Schülermentorin“ berücksichtigt. Dies sei, betont Sportlehrer Norbert Lindemann, keinesfalls von Nachteil für eine spätere berufsbezogene Bewerbung.


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DSB Presse 22,8.2005

KMK-Präsidentin Prof. Wanka im Deutschlandfunk:
„Trotz PISA wird Schulsport nicht hintenrunterfallen“

Die Präsidentin der Kultusminister-Konferenz (KMK), Prof. Johanna Wanka, hat den deutschen Sport aufgefordert, die Ganztagsschule als Chance für den Schulsport zu  nutzen. Dann werde es möglich sein, „Aktivitäten im Sport zu vernetzen, wie es bisher an deutschen Schulen nicht möglich war“, sagte sie im Deutschlandfunk-„Sportgespräch“, das sich hauptsächlich mit den Ergebnisse der unlängst vorgelegte DSB-SPRINT-Studie zum Schulsport befasste.
 
Die KMK-Präsidentin, die auch Wissenschaftsministerin des Landes Brandenburg ist, meinte, durch die PISA-Debatte über den Leistungsstand der deutsche Schulen werde „die wichtige Frage, inwieweit Schule über den Sportunterricht erzieht“, neu  belebt. Konsequenzen aus der PISA-Studie wie Forderungen nach mehr Lesekompetenz der Schüler oder mehr naturwissenschaftlichem Unterricht würden aber „nicht dazu führen, dass der Sport hintenrunterfällt“, versicherte Prof. Wanka. 

Die Kultusminister in Deutschland nähmen den Schulsport und den Inhalt der Schulsport-Studie durchaus ernst. Der Pädagogik-Professor von der Universität Paderborn, Wolf-Dieter Brettschneider, der die Untersuchungen zur deutschen Schulsport-Studie leitete, kritisierte, dass in Entwürfen des Bundeswissenschaftsministeriums zur Ganztagsschule lediglich zwei Stunden pro Woche für Schulsport vorgesehen seien: „Das heißt, dass die Chancen, die die Ganztagsschule bietet, nicht genutzt werden“.

Unter Hinweis auf den Weltgipfel des Schulsports, der im Dezember in der Schweiz stattfinden wird, sagte Brettschneider, Deutschland müsse keine Angst vor einem internationalen Vergleich haben, „aber wir werden auch nicht in der Sonne stehen“. Kultusministerkonferenz und der Deutsche Sportbund/Deutsche Sportjugend werden sich auf einer Tagung im Dezember in Karlsruhe mit dem Thema befassen.
 

Gespräch als Livestream (21.8. 2003)
Weitere Materialien zur Schulsportstudie



 

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Hamburger Abendblatt 18.7. 2005

"Meine Mama versteht die Regeln nicht"
Baseball: Bundesweite Aktion für Grundschulen, um den Sport populärer zu machen.

Einheimischen sind diese Szenen längst vertraut. Fremde sind erstaunt und überrascht. Da fährt man mitten durch Wiesen und Felder, und wenn man in eine kleine Straße einbiegt, sozusagen in den grünen Hinterhof von Dohren, rennen da plötzlich Kinder mit seltsamen Helmen herum. Auf einem kleinen Platz schwingt einer der Knirpse eine Keule und der Junge, der hinter ihm lauert, trägt dicke Polster auf Brust und Schienbeinen. Und er hat einen dicken Handschuh an. Und dann erinnert man sich, woher einem die Szene vertraut ist. Natürlich aus dem Fernsehen, Bilder vom amerikanischen Nationalsport Baseball.

Die sich diesmal in dem kleinen Baseball-Stadion von Dohren an diesem Sport mit dem harten Ball und der Schlagkeule versuchen, sind aber noch keine "wilden Bauern", also Wild Farmers, wie sich die Baseballspieler und Softballspielerinnen (der Ball für Frauen ist nicht so hart und größer) des SV Dohren seit Jahren nennen. Das hier ist Höhepunkt und Abschluß einer Kennenlern-Aktion, an der Mädchen und Jungen aus den Grundschulen in Wistedt und Handeloh in den letzten sechs Wochen teilgenommen haben. "Wir haben mit den Lehrern zusammen gearbeitet und den Jugendlichen die Regeln des Spiels beigebracht und ihnen die ersten Trainingsstunden gegeben", sagt Martina Barschke, Spielerin des Dohrener Softball-Verbandsliga-Teams und Organisatorin dieser bundesweiten Sommeraktion, die sich "PlayBall! Liga" nennt. Daran haben 32 Schulkinder teilgenommen.

Und jetzt treten sie als "Oakland Athletics" in grünen T-Shirts (dieses Team war aus Lüneburg angereist) und als "Bosten Red Sox" (natürlich in rot) und "Chicago Clubs" an. Diese Namen sind von berühmten Teams aus der Major League in Amerika. Und diese weltweit erfolgreichste Baseball-Profiliga (50 Fernsehstationen übertragen die Spiele in 224 Länder) fördert und sponsert auch diese Nachwuchsaktion in 20 deutschen Städten bis hin in das 1000 Seelen-Dorf Dohren. "Wir haben für diese Aktion neben dem Werbematerial alleine 80 Handschuhe zum Stückpreis von etwa 30 Euro geschenkt bekommen", zählt Organisatorin Martina Barschke auf. "Drei Ausrüstungen für die Catcher, sechs Keulen, die Helme, Bälle, T-Shirts."

Die Amerikaner investieren viel Geld und professionelles Management, um Baseball in Deutschland populärer zu machen. Zum einen kalkulieren sie, daß sie langfristig ihre Fernsehübertragungen von der Major League in die Bundesrepublik verkaufen können. Noch wichtiger für sie ist das Geschäft mit Baseball-Jacken, Mützen und anderer Freizeitkleidung für die Kids.

Aber all das interessiert die Mädchen und Jungen nicht, die hier erstmals in den Spielen zeigen können, was sie in den vergangenen Wochen im Sportunterricht gelernt haben.
"Meine Mama versteht die Regeln immer noch nicht", erzählt Franziska Wipping, "aber mir macht das Spaß. Vor allem das Schlagen. Das habe ich extra in unserem Garten geübt."

Der kleine Oskar Both hat gerade mit einem Satz einen ins Feld geschlagenen Ball abgefangen. Von der kleinen Holztribüne aus applaudieren Eltern und Freunde. Auf dem Spielfeld schreien seine Mitspieler und klatschen ihn ab.

"Das Schöne an diesem Spiel ist, jedes Kind kann mitmachen", sagt Martina Brunckhorst, die Leiterin der Grundschule Wistedt. "Jeder Jugendliche findet etwas, was seinen Fähigkeiten besonders entspricht. Die einen können besser schlagen oder besser werfen, die anderen gut fangen oder schnell rennen. Baseball, das haben wir bei dieser Aktion an unserer Schule festgestellt, fördert den Gemeinschaftsgeist. Sie sehen doch auch hier, jedes Kind bekommt seine Medaille, nicht nur die Besten."

Baseball für die Schule


 
 

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Merkur-online 11.7. 2005

Balance-Akt im Sportunterricht
Schulen setzen auf Trendsport statt Turnvater-Jahn-Methoden

Würmtal - Als Turnvater Jahn den ersten deutschen Sportplatz eröffnete und mit Barren, Reck und Hanteln Turnübungen populär machte, setzte er einen Meilenstein. Heute schaden althergebrachte Turnvater-Jahn-Methoden dem Ruf des Schulsports. Wie in der neuesten Studie des Deutschen Sportbunds angeprangert wird, "läuft der Sportunterricht Gefahr, zu einem Museum für den traditionellen Sport zu werden". Die Würmtaler Schulen haben diesem Horrorszenario einiges entgegenzusetzen - aber es gibt auch Defizite.

"Wir machen modernen, schülerangemessenen Sport", stellt Hans-Joachim Rüdiger klar. Für den Sportlehrer am Otto-von-Taube-Gymnasium (OVT) steht im Vordergrund, "dass die Schüler etwas finden, was sie erfüllt". Neben dem "Life-Style"-Angebot aus beispielsweise Badminton-Kursen und Baseball-Einweisungen könnten die Jugendlichen in Neigungsgruppen ihre Fertigkeiten in Volleyball und Basketball ausfeilen. "Das kommt total gut an", weiß Rüdiger. Um den üblichen Sportunterricht attraktiv zu gestalten, bedarf es eines Balanceakts. "Die meisten Klassen haben zwei Stunden Sport pro Woche. Das ist mit Umziehen nicht viel", kritisiert er. Zudem fordern die gekürzten Wahlsportstunden Tribut: Nach mehr als 25 Jahren nehmen die Gautinger Gymnasiasten heuer erstmals nicht am Wettbewerb "Jugend trainiert für Olympia" teil. Rüdiger: "Man kann ja keine Klasse in einen Wettbewerb schicken, ohne ein Mindestmaß an Vorbereitungsstunden."

Während regelmäßiger Schwimmunterricht am OvT an den räumlichen Möglichkeiten scheitert, kommen die Fünftklässler des Gräfelfinger Kurt-Huber-Gymnasiums (KHG) im Wechsel zum normalen Sportunterricht im Schwimmbad der Lochhamer Volksschule in den Bade-Genuss. Während die Studie einen alarmierenden Anstieg der Nicht-Schwimmer-Zahlen konstatiert, wird hier Abhilfe geschaffen. Zwar reicht der Sportunterricht am KHG von Basketball, Leichtathletik, Tanzen und verschiedenen Wettkämpfen bis hin zum Wahlunterricht Rudern, Tischtennis und Volleyball, doch räumt Eva Nonnenbroich, Fachbetreuerin für Sport, ein: "Wir haben viele Kapazitäten, aber wir bräuchten mehr Geld, um mehr anbieten zu können." Drei oder vier Ergänzungsangebote seien für 600 bis 700 Schüler zu wenig. In Sachen Geräte und Unterrichtsausfall kann sich das KHG laut Nonnenbroich nichts nachsagen lassen. "Anlagen werden einmal jährlich geprüft", erklärt sie. Stundenausfall sei kein Thema.

Der Ruf nach Trendsportarten blieb auch in der Gautinger Hauptschule nicht ungehört. Hier gab es bereits Inliner-Kurse im Angebot. "Die Gefahr ist, dass nur ein Teil der Schüler mitmachen kann", ist sich Rektor Udo Wiese bewusst. Deshalb greife man auf Sportarten zurück, bei denen man alle einbeziehen könne. Die Räumlichkeiten dafür sind ideal: Dreifachturnhalle mit Außenanlage, Fußballfeld und Sprungturm. Schwimmbad Fehlanzeige. Das hält Wiese für bedenklich, zumal gerade bei ausländischen Familien das Schwimmenlernen der Kinder häufig zu kurz komme.

Auch in der Grundschule Neuried "gibt es keinen Schwimmunterricht", wie Rektor Klaus Langenhan mitteilt. Ein weiter Bustransfer nach München sei verlorene Zeit. Dafür gibt es laut Rektor moderne Anlagen und einen abwechslungsreichen Unterricht. Langenhan stellt klar: "Gerätesport im Stile von Turnvater Jahn ist out."
 

Weitere Materialien zur Schulsportstudie



 

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Frankfurter Allgemeine Zeitung 6.7. 2005

Studie
Deutschland im Schulsport Mittelmaß

Ist der Schulsport in Deutschland schlecht, oder wird er schlechtgeredet? Professor Wolf-Dietrich Brettschneider von der Universität Paderborn ist dieser Frage im Auftrag des Deutschen Sportbundes (DSB) seit Januar 2003 mit empirischen Methoden auf den Grund gegangen. Am Dienstag legte er in Berlin die Endergebnisse seiner Sprint-Studie vor (Sprint steht für Sportunterricht in Deutschland).

In seinem offiziellen Fazit hielt er sich jedoch mit einer eindeutigen Antwort zurück: "Der Sportunterricht in Deutschland ist weder besonders gut noch besonders schlecht. Er liegt irgendwo im Mittelfeld." Schon bei der Vorstellung der Zwischenergebnisse im Dezember vergangenen Jahres hatte sich angedeutet, daß mit einem Pisa-Schock im Sportunterricht nicht zu rechnen sein würde. Beim Schulsport, das wurde bei der finalen Präsentation der Studie deutlich, sind einfache und absolute Urteile verfehlt.

Von Richthofen fordert Ruck

Ist es alarmierend, wenn die Schüler ihrem Sportunterricht im Schnitt die Note 2,3 verleihen? Muß man sich Sorgen machen, wenn 20 Prozent der deutschen Schulen zu wenige geeignete Sportstätten stellen können? Ist es ein Skandal, wenn an Grundschulen die Hälfte des Sportunterrichts von fachfremdem Personal erteilt wird? Sportfunktionäre und Politiker übten sich nach der Präsentation in unterschiedlichen Lesarten der Ergebnisse.

Nach Meinung des DSB-Präsidenten Manfred von Richthofen sind durch die Sprint-Studie hinlänglich bekannte Problemfelder wissenschaftlich belegt worden. Als Konsequenz daraus forderte er von der Politik den notwendigen Ruck im Schulsport ein. "Vor allem dem Schwimmunterricht in Deutschland kann man kaum noch die Note ausreichend erteilen", sagte er. Das sei besonders besorgniserregend, weil im vergangenen Jahr so viele Kinder und Jugendliche ertrunken seien wie noch nie seit 1945.

Situation an den Hauptschulen alarmierend

Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK), Johanna Wartam, zeigte sich dagegen erleichtert über die aus ihrer Sicht positiven Befunde der Untersuchung. "Es freut mich, wenn die Leistungsfähigkeit unseres Schulsystems auch in diesem Bereich belegt wird", sagte sie. Mit Blick auf den DSB-Präsidenten merkte sie an: "Ich habe zu manchem, was Sie hier gesagt haben, heftigen Widerspruch." Aus ihrer Sicht gibt es keinen kausalen Zusammenhang zwischen der steigenden Zahl von Badeunfällen und dem Ausfall von Schwimmstunden. Nur am Rande räumte Johanna Warta ein, daß von seiten der Kultusministerien Handlungsbedarf bestehe. So soll bei der zunehmenden Ganztagsbetreuung an Schulen dem Sport zukünftig eine exponierte Stellung zukommen.

Brettschneider verließ im Anschluß an die Präsentation die Ebene des objektiven Wissenschaftlers und forderte von seiten der Bildungspolitiker konkrete Zusagen statt vager Versprechungen. Er war daher sichtlich darum bemüht, provokante Details aus seiner Untersuchung herauszulesen. "Leider sind die Endergebnisse nicht so spektakulär, wie ich mir das vorgestellt habe", gab er zu. Brettschneider wies allerdings darauf hin, daß seine Daten im Bundesdurchschnitt beruhigender aussähen, als sie im Einzelfall seien. "Es bleibt dabei: Jede vierte Sportstunde findet nicht statt. Es ist wenig konstruktiv, wenn die KMK dieses Problem zu verschleiern versucht", sagte er. Besonders an Hauptschulen sei die Situation alarmierend. Damit ist genau die Gruppe von Jugendlichen betroffen, die sich auch außerhalb der Schule am wenigsten körperlich anstrengt. Das Problem des Schulsportes könnte daher künftig sein, daß er zu voreilig zu gut geredet wurde.
 
 
 
Sportunterricht in Deutschland - Dokumentation der Ergebnisse
5. Juli 2005

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Berliner Zeitung 6.7. 2005

Mangelhaft für den Schulsport
Eine neue Studie weist eine Vielzahl von Defiziten auf

BERLIN, 5. Juli. Der Inhalt der 229-seitigen Studie zum Schulsport in Deutschland (Sprint-Studie), die am Dienstag in Berlin vorgestellt wurde, dürfte die Bildungspolitiker nun unter Druck setzen. "Wir wissen jetzt fundierter, wo sich die Schwachstellen im Schulsport befinden", sagte der Präsident des Deutschen Sportbundes (DSB), Manfred von Richthofen. "Nun kommt es darauf an, wann und wo die notwendigen Schlussfolgerungen gezogen werden."

Die Kernkritik der Studie, die vom DSB und den fünf ehemaligen deutschen Bewerberstädten für Olympia 2012 mit 240 000 Euro finanziert wurde lautet: Im Sekundarbereich der Schulen fällt jede vierte Sportstunde aus, betroffen sind vor allem die Hauptschüler. Außerdem hat in den Grundschulen die Hälfte der Lehrer keine Sportausbildung. Gerade in den Grundschulen entwickeln die Kinder jedoch ihre motorischen Fähigkeiten. Es sei wichtig, dort eine positive Einstellung zum Sport zu legen, sagte der Paderborner Sportwissenschaftler und Leiter der Studie, Wolf-Dietrich Brettschneider: "Wenn das von nicht ausgebildeten Lehrern geleistet wird, ist das nicht wieder gut zu machen." Da der Stellenwert des Sportunterrichts an einzelnen Schule oft von der Biografie des Schulleiters bestimmt werde, forderte Brettschneider die Kultusminister auf, nicht nur den Umfang des Sportunterrichts, sondern auch die Qualität zu steigern.

Zudem fanden die Wissenschaftler bei der Befragung von 8 800 Schüler, 1 158 Sportlehrern, mehr als 100 Schulleiter, 4 350 Eltern an 219 Schulen unterschiedlichen Typs heraus, dass sowohl das soziale Milieu als auch das Bildungsniveau des Elternhauses die sportlichen Aktivität der Kinder beeinflusst. Die Kluft zwischen aktiven und inaktiven Kindern werde demnach immer größer.

Bemängelt wurde in der Studie auch das viel zu geringe Angebot an außerunterrichtlichem Schulsport. In mehr als zwanzig Prozent aller Schulen stehen keine Becken für den Schwimmunterricht zur Verfügung. In diesem Zusammenhang wies von Richthofen darauf hin, dass es in Deutschland seit Kriegsende bei Badeunfällen noch nie so viele Schüler ertrunken seien, wie im vergangenen Jahr.

Die Diskrepanz zwischen Schülerwünschen und Angebot im Unterricht ist groß. Kinder wollen gefordert werden, mehr leisten und statt den traditionellen Ballspielen wie Fußball, Basketball, Turnen oder Leichtathletik auch Kampfsportarten, Klettern, Inline Skate oder Baseball ausprobieren. "Der Sportunterricht läuft Gefahr, zu einem Museum für den traditionellen Sport zu werden", wird in der Sprint-Studie gewarnt.

Es ist eine gesamtdeutsche Studie, in die alle Schultypen von der Grundschule bis zum Gymnasium einfließen, was das Bild verwischt. Trotzdem war die Reaktion der Kultusministerien nach Bekanntwerden des ersten Teils der Studie vergangenen Dezember heftig und dergestalt, dass Brettschneider den Eindruck gewann, "dass viele Ministerien die Igeltaktik bevorzugen und auf das beharren, was sie vorher schon hatten". Eine Rangliste der Länder wird es nicht geben, "um das Blut nicht noch böser wallen zu lassen". Immerhin haben Kultusminister, DSB und Wissenschaftler eine erste gemeinsame Schulsportkonferenz für Dezember geplant. "Das ist ja schon mal was", meint Brettschneider.
 
 



 

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 Frankfurter Neue Presse 4.7. 2005

«Maulkorb» für Brettschneider: Schulsportstudie sorgt für Aufsehen

Berlin (dpa) Nach seinen kritischen Analysen auf Grundlage der von ihm erstellten Schulsport-Studie hat Professor Wolf-Dieter Brettschneider von der Kultusministerkonferenz (KMK) einen «Maulkorb» erhalten. «Ich darf momentan keine weiteren Fakten herausgeben», erklärte der Lehrstuhl-Inhaber an der Universität Paderborn einen Tag vor der Präsentation weiterer Details der Studie in Berlin.

Bei einer ersten Vorstellung des Analyse-Materials hatte Brettschneider vor einem halben Jahr festgestellt, dass in Deutschlands Schulen jede vierte Sport-Stunde ausfällt, die Lehrerschaft überaltert ist und die Unterrichtsinhalte oft zu langweilig und nicht mehr zeitgemäß sind. Daraufhin hatte es heftige Kritik vom baden-württembergischen Kultusstaatssekretär Helmut Rau gehagelt, der den Autoren der Studie unterstellte, es ginge ihnen mehr darum, «die Kultusminister zu verprügeln, als ein differenziertes Bild des Schulsports zu geben».

Brettschneider kann diese Kritik nicht nachvollziehen. «Ich habe diese Äußerungen mit Verwunderung zur Kenntnis genommen. Diese Behauptungen lassen sich durch unsere empirischen Untersuchungen in keiner Weise bestätigen», sagte der Professor und erklärte, er werde am Dienstag den Gegenbeweis antreten. «Es geht uns darum, den Schulsport voran zu bringen, seine Rahmenbedingungen zu verbessern. Nach meinem Eindruck versucht man in der Kultusministerkonferenz immer noch, das zu legitimieren, was getan wurde und alles im rosa Licht darzustellen. Ich spüre da weniger ein beherztes Rangehen an die aufgezeigten Probleme», sagte Brettschneider.
  



 

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Heidenheimer Zeitung 2.7. 2005

Interview mit Elke Wittkowski, Präsidentin des Deutschen Sportlehrerverbandes

Bewegung als Leitidee

Nächste Woche wird der zweite Teil der SPRINT-Studie des Deutschen Sportbundes vorgestellt.
Worin liegen die Probleme des Schulsports? Hat die Politik auf die ersten Ergebnisse reagiert?
Elke Wittkowski, Präsidentin des Deutschen Sportlehrerverbandes, nimmt Stellung.

Frau Wittkowski, im Dezember sind die ersten Ergebnisse der SPRINT-Studie präsentiert worden. Die damalige Präsidentin der Kultusminister-Konferenz, Doris Ahnen aus Rheinland-Pfalz, hat damals zugesichert, den Sport im Vergleich zu den Erkenntnis-Fächern nicht ins Hintertreffen geraten zu lassen. Wie hat die Politik seitdem reagiert?
 
ELKE WITTKOWSKI: 
Ich habe in der Politik keine Unruhe festgestellt.
Es hat sich gar nichts getan. In der nächsten Woche wird der zweite, noch differenzierterte Teil der Untersuchung veröffentlicht.
Welche Reaktion erwarten Sie?

WITTKOWSKI: Es hat beim ersten Mal keinen großen Aufschrei gegeben, ich erwarte auch nach dem zweiten Teil keinen Aufschrei. Beschäftigen wir uns mit den Negativfaktoren des Schulsports, die in der Studie beschrieben worden sind, einmal genauer. Eines der gravierendsten Probleme ist, dass Sportunterricht in Deutschland bis zu 70 Prozent von fachfremden Lehrern erteilt wird.

Wie stehen Sie dazu, dass die meisten Lehrer gar keine Ausbildung im Sport haben?

WITTKOWSKI: Die Studien tragen dazu bei, aufzuhellen, was im Schulsport los ist. Im Schulsport passiert zwar unheimlich viel, und ich will mal behaupten, dass der Sport viel weniger Verbesserungsbedarf hat als andere Fächer. Aber beim fachfremd erteilten Unterricht hat sich gar nichts getan, und das vor allem an der Grundschule in einem Alter, in dem sich Kinder gerne bewegen. Dass das Fachlehrerprinzip hinter dem Klassenlehrerprinzip zurückstehen muss, fällt uns seit Jahren in den Rücken. Das Problem besteht auch an den Hauptschulen, da ist der Anteil Übergewichtiger besonders hoch. Da erhält der Sportunterricht nicht den gebührenden Raum.

Haben Sie die Befürchtung, dass als Auswirkung der Pisa-Studien I und II die Kopffächer noch stärker betont werden und der Schulsport in seiner Bedeutung zurückfällt?

WITTKOWSKI: Ich habe die Sorge, dass durch das Zentralabitur die Kernfächer bei der Kultusminister-Konferenz und bei den Eltern immer stärker ins Zentrum rücken. Dabei werden die Kinder immer ungeschickter und unbeweglicher, und was noch viel bedrohlicher ist, die Koordination stimmt nicht mehr.

Welchen Stellenwert hat der Schulsport in den Lehrerkollegien?

WITTKOWSKI: Es gibt überall Widerstände. Die anderen Fächer müssen kapieren, dass Bewegung ein Grundkonzept ist. Viele Kollegen freuen sich zwar über Erfolge bei den Wettbewerben, sind aber nicht sportsozialisiert. Bewegung gehört als Leitidee in den gesamten Schulalltag, nicht nur in den Sportunterricht. Ein Ergebnis der Studie war, dass Sportunterricht mehr weggehen muss von den traditionellen Sportarten.

Was halten Sie davon?

WITTKOWSKI: Da wird schon unglaublich viel gemacht, aber organisatorisch ist das schwer. Ich kann nicht mit 30 bis 40 Schülern in der Halle skaten. Ein alternatives vielfältiges Konzept muss zwar die neuen Trends aufnehmen, aber auf die Bewegungsgrundkonzepte zurückgreifen. Wer sich schon beim Hopserlauf fast die Beine bricht, den kann ich nicht auf Inliner stellen.

Es wird in Zukunft immer mehr Ganztagesschulen geben - Chance oder Gefahr für den Schulsport?

WITTKOWSKI: Es ist eine Chance, weil mehr Zeit an der Schule verbracht wird. Allerdings ist die Infrastruktur nicht erstellt, es sind keine Mittel da für zusätzliche Angebote. Eigentlich haben Vereine die Gelegenheit, an der Schule etwas zu machen. Das sind bisher aber fast alles Angebote für die, die vereinsmäßig ohnehin gebunden sind. Für die kleinen Dicken wird viel zu wenig getan. Die keinen Zugang haben zum Sport, die erwischen wir nicht.

Welche Möglichkeiten hat der deutsche Sportlehrerverband, die Situation insgesamt zu verbessern?

WITTKOWSKI: Wir müssen die Sportlehrer auffordern, an der Basis zu wirken, auf Eltern, Schulleiter und Kollegen Einfluss zu nehmen, als Multiplikatoren zu wirken. Sport hat so viele soziale Kompetenzen, die auf das Berufsleben vorbereiten und die in den anderen Fächern genutzt werden können. Das muss man allen verklickern.
 
 

Schulsportstudie Sportunterricht in Deutschland
Deutscher Sportlehrerverband

 



 
 

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DSB Aktuell 29.6. 2005

DSB-SPRINT-Studie "Schulsport in Deutschland" wird präsentiert
Erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik wurde die Situation des Schulsports an Deutschlands Schulen einer wissenschaftlichen Analyse unterzogen.
 
Der Endbericht der repräsentativen Studie eines Forschungsverbundes von sechs Wissenschaftlern unter Federführung des Paderborner Pädagogen Prof. Wolf-Dietrich Brettschneider wird am Dienstag, 5. Juli, in Berlin der Öffentlichkeit vorgestellt. 

Pressekonferenz in Berlin am Dienstag, 5. Juli 2005
Er befasst sich hauptsächlich mit einer qualitativen Bewertung der Situation, während es im Dezember 2004 im ersten Teil der Ergebnisse hauptsächlich um die Quantität ging.

Die sechs Wissenschaftler haben im Auftrag des Präsidiums des Deutschen Sportbundes seit Januar 2003 über 8.800 Schülerinnen und Schüler im Alter zwischen zehn und 15 Jahren, 1.158 Sportlehrer, weit über 100 Schulleiter und über 4.350 betroffene Eltern in 219 Schulen unterschiedlichsten Typs befragt. Finanziert wurde diese Studie vom Deutschen Sportbund und den fünf vormaligen nationalen Bewerberstädten um die Olympischen Spiele 2012 und begleitend unterstützt durch die Kultusministerkonferenz (KMK) der Länder.

Bei der Vorstellung des Endberichts werden DSB-Präsident Manfred von Richthofen und die Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Prof. Johanna Wanka, Wissenschaftsministerin des Landes Brandenburg, sowie der Vorsitzende der Deutschen Sportjugend, Ingo Weiss, die Ergebnisse erläutern und einen Ausblick geben.

Hinweis für die Redaktionen:
Interessierte Kolleginnen und Kollegen sind zu der Pressekonferenz am Dienstag, 5. Juli, in der Landesvertretung Hessen, In den Ministergärten 8, in 10117 Berlin herzlich eingeladen. Anmeldungen werden in der DSB-Pressestelle, Telefon 069/6700-255, E-mail oys@dsb.de, entgegen genommen.
  

Schulsportstudie
Sportunterricht in
Deutschland
Materialien, Berichte, Kommentare


 

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Ostthüringer Zeitung 29.6. 2005

Sportlehrer erwerben Nordic-Walking-Zertifikat
Schulsport: Neue Disziplin hält Einzug

Dass Nordic Walking als Ausdauersport immer beliebter wird, ist eine Tatsache, der auch der moderne Sportunterricht ins Auge blicken muss. Als eine Form des Fitness-Trainings, bei der die Beanspruchung der Schultergürtelmuskulatur für einen zusätzlichen Kalorienverbrauch sorgt, kann diese Sportart in Verbindung mit Sportgeschäften und Fitness-Studios auch im Sportunterricht Einzug halten.

So begann im September des vergangenen Jahres ein gutes Dutzend Sportlehrer des Schulamtsbereiches Rudolstadt mit der Ausbildung. Unter Leitung des erfahrenen Nordic-Walking-Trainers Matthias Prediger ging es im und um das Hotel "Gabelbach" in Ilmenau zuerst um theoretische Kenntnisse und um die Einweisung in die Pulsuhren. Diese sind ein wichtiger Bestandteil des Trainings, geben sie als wahre High-Tech-Produkte so über ziemlich alles Auskunft, was man vor, während und nach dem Training tun sollte beziehungsweise richtig und falsch gemacht hat. In der Praxis beschäftigte man sich mit den verschiedenen Techniken und deren Analyse per Videoaufzeichnung.

Im Juni dieses Jahres wurde alles an gleicher Stelle vertieft, so dass am Ende insgesamt 16 Sportlehrer mit einem Nordic-Walking-Zertifikat die Arbeit an ihren Einrichtungen aufnehmen können. Im September findet ein Aufbaulehrgang statt, der es den Absolventen gestatten wird, eine Trainer-C-Lizenz zu erwerben.
 
 

Sportpädagogik A-Z (Stichwort Walking)

 



 

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24.6. 2005 - DSJ

Schulsport bewegt Schule
Verleihung des DSB-Schulsportpreises am 23.06.05 in Berlin
Am 23.06.05 wurde in Berlin zum zweiten Mal der DSB-Schulsportpreis vergeben.
 
Beworben hatten sich diesmal bundesweit Ganztagsschulen aller Schularten und Schulen mit ganztägigen Angeboten, die Kooperationen mit Sportvereinen zur Ausgestaltung des Ganztagsangebots durchführen. Den ersten Preis und damit 5.000 Euro erhielt durch den Präsidenten des Deutschen Sportbundes, Manfred von Richthofen, die Geschwister-Scholl-Realschule in Gütersloh (NRW). Ausgezeichnet wurde die Schule vor allem für die Verankerung von Sport als wichtige Säule im Schulprogramm. Die Schule bietet ein vielfältiges Bewegungsprogamm  innerhalb des regulären Sportunterrichts, innerhalb der Pausen sowie unter dem Namen „Bewegter Unterricht“  in allen Unterrichtsstunden an. Dazu bildet sich das gesamte Lehrerkollegium fort und entwickelt mit den Schülerinnen und Schülern fachspezifische Bewegungsaufgaben wie z.B. die Matheolympiade, das Laufdiktat, Vier-Ecken-Vokabelrennen.
Die Präsidentin der Kultusminister-Konferenz (KMK), Ministerin Prof. Dr. Johanna Wanka überreichte den zweiten Preis und einen Scheck über 3.000 Euro der Grundschule Brake in Bielefeld. Die vierzügige Gemeinschaftsgrundschule der Stadt Bielefeld (Stadtteil Heepen) ist "eine bewegte offene Ganztagsschule“.  Das Bildungsangebot ist geprägt von vielfältigen Spiel-, Sport- und Bewegungsangeboten. Zum Schulprogramm gehören die alljährliche Durchführung eines Spiel- und Sportfestes mit dem Aspekt „Gesundes Frühstück“ und die Teilnahme an überschulischen Wettbewerben.

Der Vorsitzende der Deutschen Sportjugend, Ingo Weiss, lobte bei der Verleihung des 3. Preises in Höhe von 2.000 Euro an die Gesamtschule am Heidberg in Hamburg vor allem deren Kooperation mit dem schuleigenen Verein. Weiss sagte: „Von Kooperationen zwischen Schule und Vereinen profitierten vor allem die Schülerinnen und Schüler. Die Gesamtschule am Heidberg verdient für ihre Ideen und ihr Konzept, mit dem sie Schülerinnen und Schülern intensives Sporttreiben ermöglicht,  Anerkennung und Respekt." Die Veranstaltung, zu der Vertreter der drei bestplatzierten Schulen mit ihren kooperierenden Partnern aus den Sportvereinen eingeladen waren, fand in der Vertretung der Freien Hansestadt Bremen beim Bund und für Europa, in Berlin einen idealen Rahmen, den die Schülerinnen und Schüler durch sportliche Vorführungen mitgestalteten.
 

Deutsche Sportjugend - Schulsportpreis


 
 
 

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24.6. 2005 - Die Welt

Hamburgs Schulen nicht mehr olympiareif
Beteiligung an "Jugend trainiert für Olympia" sinkt rapide - Dritte Sportstunde wird zweckentfremdet
 

Das umstrittene Lehrerarbeitszeitmodell hat in Hamburg zu einem dramatischen Einbruch bei den zusätzlichen Sportangeboten an den Schulen geführt. Wie aus einer Antwort des Senats auf eine Große Anfrage der SPD-Fraktion hervorgeht, wurden in diesem Schuljahr aus der Hansestadt 104 Mannschaften für den Wettbewerb "Jugend trainiert für Olympia" gemeldet. Das ist zwar mehr als im Schuljahr 2003/2004, als lediglich 28 Mannschaften aus Hamburg gemeldet worden seien. Im Schuljahr 2002/2003 waren es den Angaben des Senats zufolge jedoch 1084 Mannschaften gewesen.

Ebenso dramatisch sei der Einbruch bei den Teilnehmerzahlen, geht aus der Antwort des Senats weiter hervor. Im Schuljahr 2002/2003 seien aus Hamburg 11 496 Teilnehmer am Wettbewerb "Jugend trainiert für Olympia" gemeldet worden. Im Schuljahr 2003/2004 seien es nur 236 gewesen. Für das aktuelle Schuljahr lägen noch keine Zahlen vor, erklärte der Senat. Während sich im Jahr vor der Einführung des Lehrerarbeitszeitmodells Mannschaften aus Hamburg an sämtlichen 13 Disziplinen beteiligt hätten, sei die Hansestadt im Schuljahr 2003/2004 lediglich in den Disziplinen Geräteturnen, Hockey, Leichtathletik, Rudern und Tennis vertreten gewesen.

Hintergrund der dramatischen Entwicklung war ein Boykott von Sportwettkämpfen und Turnieren durch die Sportlehrer. Sie hatten sich aus Protest gegen das umstrittene Lehrerarbeitszeitmodell geweigert, schulübergreifende Wettbewerbe zu organisieren. Die Sportlehrer forderten eine stärkere Anerkennung ihrer Tätigkeit bei der Berechnung der Unterrichtsverpflichtungen. So sollte die Obergrenze des wöchentlich zu erteilenden Unterrichts deutlich unter 30 Stunden liegen. Zudem lehnen sie es ab, daß die Schulen die dritte Sportstunde für andere Angebote nutzten. Ende April hatten die Sportlehrer ihren Wettkampfboykott beendet.

Die dritte Sportstunde war 2002 im Zuge der Bewerbung Hamburgs um die Olympischen Sommerspiele 2012 vom früheren Schulsenator Rudolf Lange eingeführt worden. Damit sollte die Bedeutung Hamburgs als Sportstadt unterstrichen werden. Im vergangenen Jahr hatte die Behörde es den Schulen jedoch freigestellt, die dritte Sportstunde für andere Angebote zu nutzen. In der Senatsantwort heißt es nun: "Die dritte Sportstunde ist grundsätzlich zu erteilen." Zugleich wird aber aus der Senatsantwort deutlich, daß 77 der mehr als 400 Schulen in Hamburg die dritte Sportstunde anderweitig, beispielsweise für den Musik- oder Fremdsprachenunterricht, nutzen.

Der sportpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Jürgen Schmidt, warf Bildungssenatorin Alexandra Dinges-Dierig Wortbruch vor. Zu ihrem Amtsantritt im vergangenen Jahr habe sie noch versprochen, daß die dritte Sportstunde an allen Schulen verbindlich gegeben werden solle. "Inzwischen wurde diese Stunde für die Schulen jedoch zur Verfügungsmasse", sagte Schmidt. Der Politiker äußerte Verständnis für die Sportlehrer, deren Tätigkeit nach wie vor zu wenig Berücksichtigung im Lehrerarbeitszeitmodell finde. Schmidt befürchtet, daß der Ruf Hamburgs als Sportstadt durch die Geringschätzung des Sportunterrichts an den Schulen weiter leiden werde.
 
 

Arbeitszeit und Arbeitsbelastung von Sportlehrkräften (GEW-Sportkommission)
Schulsport Hamburg


 
 
 

Sportunterricht.de - Materialien für Lehrer und Schüler
 

Westdeutsche Allgemeine Zeitung 23.6. 2005

Tanzen im Schulsport

Schulterblatt und Steißbein gibt es wirklich

Wo sonst Bälle fliegen und Leistung gefragt ist, werden heute die Tanzschuhe übergezogen und wird die Kreativität geschult: Tanzinstruktorin Kirsten Klein schlüpft neuerdings in die Rolle der Sportlehrerin. Im Moment am Geschwister-Scholl-Gymnasium.

Flotte Charthits dudeln den Schülern und Schülerinnen aus dem CD-Spieler entgegen, die heißen Rhythmen sorgen schon allein bei dem einen oder anderen für vorsichtige Fußwipper. Dann geht das Aufwärmtraining mit Dehn- und Kräftigungsübungen für den gesamten Muskelapparat los. So mancher Schüler entdeckt seine Körperteile neu: Schulterblatt und Steißbein - das gibt es wirklich. "Mir geht es darum, den Schülern eine andere Art Körperbewusstsein zu vermitteln", erläutert Kirsten Klein. Deshalb stehen auch alle Tanzsparten auf dem rund vierwöchigen Lehrplan: Hip Hop, Breakdance, Rock´n´Roll, Discofox, Aerobic, Gymnastik, Jazz, Partytänze, Breakdance und sogar Ballett ist dabei. "Ich finde es für junge Menschen sehr wichtig, etwas über ihren Körper zu erfahren und auch in lockeren, zwanglosen Kontakt mit dem anderen Geschlecht zu kommen", begründet Klein.

Nach einigen Unterrichtsstunden schafft es die Lehrerin auf Zeit, Hemmschwellen zwischen Schülern und Schülerinnen abzubauen. So gehören die Gesellschaftstänze mittlerweile zu den liebsten Tanzeinheiten. "Gerade die Jungen müssen richtige Kämpfer sein, wenn sie sagen wollen: Tanzen macht Spaß. Ich bewundere dann immer ihr Durchsetzungsvermögen", meint Kirsten Klein.

In den ersten Stunden leistet die Tänzerin dementsprechend praktische Überzeugungsarbeit, dass Tanzen sportlich anstrengend ist. "Bei den sportlichen Tänzen stöhnen viele. Aber es tut ihnen gut, zu schwitzen und sich anzustrengen", sagt Klein schmunzelnd. Sie selbst kann sich ein Leben ohne Tanz gar nicht vorstellen. Und so lebt auch das Schulprojekt weiter. Nach den Sommerferien unterrichtet Kirsten Klein eine 6., 8. und 10. Klasse des GSG, an dem sie vor rund 20 Jahren selbst Abitur machte. Sie könnte sich auch vorstellen, den Tanzunterricht an anderen Schulen zu übernehmen.

GSG-Sportlehrerin Christine Kremien-Konrad beguckt sich die professionellen Tanz-einheiten derweil begeistert vom Rande aus. "Alle Schüler haben ungeheuren Spaß an dem Unterricht, vor allem, weil das Spektrum so vielfältig ist," schildert sie ihre Eindrücke, "Gestaltung und Tanz stehen ja auch als Unterrichtsinhalt im Lehrplan Sport."

Aber auch andere Trendsportarten finden ihren Platz im Unterricht des Geschwister-Scholl-Gymnasiums. So wird in der vor kurzem renovierten Sporthalle auch von der neuen Kletterwand Gebrauch gemacht. Kremien-Konrad absolvierte eigens dafür eine Fortbildung im Bereich Klettern - wie viele ihrer Kollegen. "Sicherheit und Vertrauen sind schließlich neben dem sportlichen Akzent wichtige Aspekte bei dieser Sportart", weiß sie. Dieser neue Schulsport kommt bei den Gymnasiasten besonders gut an. So gut, dass sich die Schule eine doppelt so hohe Kletterwand an der Außenwand des neuen Anbaus wünscht. "Dafür benötigen wir 20 000 Euro extra", weist die Sportlehrerin auf die Schwierigkeit hin. Aber: Eine Lösung ist in - hoffentlich - greifbarer Nähe. Am letzten Montag vor den Ferien (4. Juli) will das GSG einen Sponsorenlauf veranstalten, um die nötigen Penunzen zu sammeln.
 

Sportpädagogik-online - Stichwort Tanzen


 

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Waldeckische Landeszeitung 23.6. 2005

Bad Arolsen: Ungewöhnliches Sportprojekt an der "Nicolai-Schule"

Kampfsport mit Lerneffekt

Raufen und Ohrfeigen gehört an der "Nicolai-Schule" zum Unterrichtsprogramm.
Das gilt jedenfalls für die Teilnehmer an der Arbeitsgemeinschaft Ju-Jutsu.
 
Schüler der vierten Klasse lernen
beim Ju-Jutsu-Training mit Herbert Frese
in der "Nicolai-Schule" Fairness, Selbstbehauptung und Selbstkontrolle. 

Herbert Frese, Polizeitrainer und Übungsleiter mit dem 6. Dan, hat ehrenamtlich die Leitung einer Arbeitsgemeinschaft übernommen, die sich jeden Dienstag in der Schulturnhalle trifft, um spielerisch einen Einstieg in das Ju-Jutsu zu finden. Ganz nebenbei soll dabei friedfertiges Verhalten trainiert werden.
Vordergründig dient der Kampfsport dem Aggressionsabbau. Aber auch das Körperbewusstsein wird geschult, die eigene Verletzlichkeit kennengelernt. Die Schüler üben, ihre Emotionen zu beherrschen.

Vor allem aber erleben sie, wie wichtig Fairness und das Einhalten von Regeln sind. Der Lehrende dient dabei als Positivbeispiel.
Beleidigungen und Kränkungen von Gewalttätern auszuhalten und damit umgehen können ist Teil der Schulung. Anderseits soll das eigene gewalttätige Handeln und dessen Konsequenz, bis hin Haftungssprüchen Dritter, behandelt werden. Verhalten soll durch authentisches Tun erlernt und verfestigt werden.
"Gewaltprävention darf nicht zu einem Event verkommen. Es ist kein einmaliger Akt, sondern ein kontinuierlicher Prozess, bei dem es um Nachhaltigkeit geht", zitiert Herbert Frese aus einer Fachzeitschrift der der Sportjugend Niedersachsen.

Das Selbsverteidigungstraining in der Schule wird aufgelockert mit kleinen Rollenspielen, deren Ziel es ist, ein positives Verhalten zu erzeugen.
Schulleiterin Katrin Alter ist ganz begeistert vom Ablauf des wöchentlichen Trainings: "Vor allem Schüler, die eher etwas zurückhaltend waren, werden dadurch gestärkt, lernen sich selbst in der Gruppe zu behaupten."

Außerdem hat die Schulleiterin festgestellt, dass ungelenke Schüler beweglicher wurden. Der Arbeitsgemeinschaft Ju-Jutsu geht eben weit über den üblichen Sportunterricht hinaus.
Den Kindern macht das Ohrfeigenspiel sichtlich Spaß. Dabei gilt es, sich selbst vor leichten Ohrfeigen des Partners anderer zu schützen, während man gleichzeitig versucht, dem Gegenüber einen Klaps zu versetzen.

Am Ende der Schulung steht eine praktische Prüfung über die vermittelten Inhalte mit Ausgabe eines Zertifikates und des weißen Ju-Jutsu-Gürtels.
Das Projekt soll im kommenden Schuljahr mit Schülern der vierten Klassen fortgesetzt werden und sogar ins Schulprogramm aufgenommen werden. Die nötige Ausrüstung, 20 strapazierfähige Kampfanzüge mit Schriftzug "Nicolai-Schule" im Wert von jeweils rund 30 Euro, wurden übrigens vom Förderverein der Schule angeschafft.
In Hessen mag Kampfsport an der Schule noch als exotisches Fach gelten, doch in anderen Bundesländern werden Ju-Jutsu und andere Kampftechniken schon längst als Mittel der Gewaltprävention an Schulen eingesetzt.

Und auch in Nordwaldeck hat sich der Wert der Ju-Jutsu-Ausbildung an der Schule herumgesprochen. Mehrere Schulen haben bereits Interesse signalisiert, so dass sich der Budo-Club mit dem Gedanken trägt, eine Ein-Euro-Kraft für die Betreuung weiterer Schulen anzustellen.
 
 

Kämpfen im Sportunterricht


 
 
 

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DSJ 20.6. 2005

Schulsport bewegt Schule
Verleihung des DSB-Schulsportpreises am 23.06.05 in Berlin

Am 23.06.05 wird in Berlin zum zweiten Mal der DSB-Schulsportpreis vergeben. Aufgefordert ihre Bewerbung einzureichen,  waren diesmal bundesweit Ganztagsschulen aller Schularten und Schulen mit ganztägigen Angeboten, die Kooperationen mit Sportvereinen zur Ausgestaltung des Ganztagsangebots durchführen.

Die Verleihung des DSB-Schulsportpreises wird durch den Präsidenten des Deutschen Sportbundes, Manfred von Richthofen, die Präsidentin der Kultusminister-Konferenz (KMK), Prof. Dr. Johanna Wanka und den Vorsitzenden der Deutschen Sportjugend, Ingo Weiss, vorgenommen. Die Veranstaltung, zu der die drei bestplatzierten Schulen eingeladen wurden, findet in der Vertretung der Freien Hansestadt Bremen beim Bund und für Europa, in Berlin, Hiroshimastr. 24, statt. Medienvertreter sind herzlich eingeladen. Weitere Infos und Anmeldung bitte unter: 069/ 67 00 333 oder nuessler@dsj.de
 
 

Deutsche Sportjugend - DSJ
Schulsportpreis




 
 

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Lehrer-online /dpa 20.6. 2005

Hessischer Innenminister fordert täglichen Sportunterricht
Um dies zu ermöglichen, sollten nicht nur ausgebildete Sportlehrer unterrichten sondern auch Vereins-Übungsleiter mit Lizenz.

Der hessische Innenminister Volker Bouffier (CDU) will Hessens Schüler täglich in den Sportunterricht schicken. Dies sei dringend nötig, da inzwischen jedes zweite Kind mit Haltungsschäden eingeschult werde.

Der auch für Sport zuständige Minister diskutierte auf dem Hessentag mit dem Landessportbund auch über die Zukunft des Leistungssportes in Hessen. Bei der Förderung müsse die Wirtschaft stärker als bisher einbezogen werden. Großen Nachholbedarf gebe es auch bei den Hochschulen.

28 068 hessische Schüler erhalten zusätzliche Sportstunden
28 068 hessische Schüler erhalten derzeit über den normalen Lehrplan hinausgehenden Sportunterricht. Es handelt sich dabei nach Angaben des Kultusministeriums um Sportförderstunden, Wahlpflichtunterricht, Arbeitsgemeinschaften und freiwillige Kurse. Im Schnitt erhalte jeder dieser Schüler 1,9 Stunden pro Woche.
 
 
 

GEW-Sportkommission - Zur Situation des Schulsports in Hessen

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14.6. 2005 Hambuger Abendblatt

Einräder - der neue Renner
Ab 60 Euro gibt es die ungewöhnlichen Fortbewegungsmittel. Einzelhändler profitieren vom Trend.

Hamburg - Lena Frahm (10) hat ein ausgefallenes Hobby. Sie ist begeisterte Einradfahrerin. Bereits seit vier Jahren besucht sie die Einradkurse bei der Zirkusschule "Die Rot(z)nasen". Und fährt durch die Stadt. "Auf der Straße schauen mich alle ganz erstaunt an", sagt Lena. Am liebsten ziehe sie gemeinsam mit ihrer Freundin um die Häuser. "Sie auf dem Fahrrad, ich auf dem Einrad." Mit diesem Hobby liegt Lena Frahm voll im Trend. Denn derzeit lernen immer mehr Hamburger das Einradfahren...

Besonders Kinder und Jugendliche sind Fans des Einrads. Die meisten Fahrer sind zwischen acht und 14 Jahren alt. "Viele lernen es durch Zirkusbesuche kennen. Und gehen dann zu den Hamburger Zirkusschulen", so Katrin Dahm. "Danach wollen sie natürlich auch zu Hause fahren können." Auch Delkeskamp sieht hauptsächlich Kinder Einrad fahren. "Mit der Pubertät hört es oftmals auf. Und erst Erwachsene zeigen wieder Interesse."

Die Einzelhändler bieten wegen der großen Nachfrage unterschiedlichste Räder an. "Bei uns gibt es etwa 12 bis 15 Einräder zur Auswahl", sagt Katrin Dahm. "Zu den unterschiedlichsten Preisen. Vom Anfängerrad bis zum Profirad ist zwischen 70 und 300 Euro alles drin." Und dazu jede Menge Zubehör. Auch Karstadt hat eine größere Auswahl an Rädern. "Bei uns liegt das günstigste Rad bei 59,90 Euro. Das ist dann aber auch das Einstiegsmodell", sagt Kant. Die teuren Einräder kosten mindestens 130 Euro. "Die Preise richten sich aber nach der Ausstattung der Räder."

Neben den Waldorfschulen nehmen jetzt auch staatliche Schulen Einradfahren mit in den Stundenplan auf. "Ich habe in meiner Schule im Sportunterricht schon vielen Klassen das Einradfahren gezeigt", sagt Delkeskamp. Grund: Die Intelligenz werde gefördert. Durch die Beanspruchung des Gleichgewichtssinns müsse das menschliche Hirn mehr arbeiten und werde dadurch trainiert. In China ist Einradfahren bereits ein eigenständiges Schulfach.
 
 

Einradfahren-Tipps (jong.de)
Einradfahren (Die circuskiste)

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14.6. 2005 Wiesbadener Kurier

Schwung in den Kindergarten bringen
Deutsche Olympische Gesellschaft startet erstes Modellprojekt "Kinder bewegen" in Wiesbaden

WIESBADEN Das Modellprojekt "Kinder bewegen" für mehr Bewegung im Kindergarten der Deutschen Olympischen Gesellschaft (DOG) hat die hessische Landeshauptstadt erreicht. Als einer von insgesamt 35 Modellkindergärten im Bundesgebiet fördert die Geschwister-Stock-Kindertagesstätte künftig Bewegungserziehung im Sinne der olympischen Idee. Im Beisein der Hessischen Sozialministerin Silke Lautenschläger gaben die Deutsche Olympische Gesellschaft und ihr Partner 02 Germany am 13. Juni in Wiesbaden den Startschuss für die zunächst auf drei Jahre festgelegte Kooperation. "Es geht nicht um die einmalige Überreichung eines Schecks, sondern darum, Kinder. Erzieherinnen und Eltern mit der olympischen Idee für mehr Bewegung zu begeistern", erläutert D0G-Vizepräsident Dieter Krickow die Besonderheit von "Kinder bewegen". Die finanzielle Unterstützung werde mittels haupt- und ehrenamtlichen Engagements vervielfacht, so Krickow. Die DOG-Zweigstelle Wiesbaden hat die Betreuung des Kindergartens übernommen und den Wiesbadener Leichtathletikverein als Kooperationspartner sowie die Weltcup-Siegerin im Langstreckenschwimmen, Angela Maurer als sportliche Patin des Modellkindergartens gewonnen.
Den nicht unbedeutenden finanziellen Beitrag zu "Kinder bewegen" leistet das Mobilfunkunternehmen 02 Germany. Dessen Regionaldirektor Dieter Vorbeck erklärt, dass zur Firmenphilosophie die frühzeitige Bewegungsförderung der Kinder ebenso gehöre wie "die Vermittlung der Olympischen Werte Fairness, Teamgeist und Völkerverständigung als Grundprinzipien des gesellschaftlichen Miteinanders".

Hessens Sozialministerin Silke Lautenschläger wertete das Projekt als wichtigen Beitrag und richtigen Ansatz zur Bewegungsförderung bei Kindern. "Durch gute Bewegungs-, Spiel- und Sportmöglichkeiten bereits im Vorschulalter werden nicht nur die motorischen Fähigkeiten, sondern auch die gesamte persönliche Entwicklung des Kindes gefördert." Je früher zur körperlichen Aktivität motiviert werde, betonte Lautenschläger, desto sicherer sei es, dass auch Heranwachsende und Erwachsene Spaß an Sport und Bewegung behielten.

Nach dem offiziellen Projektstart stehen für die Geschwister-Stock-Kindertagesstätte zunächst bewegungsspezifische Fortbildungen der Erzieherinnen an. Außerdem sollen die Eltern durch lnformationsabende und Aktionstage von Anfang an in das Projekt einbezogen werden. Fest eingeplant ist auch ein Motoriktest für die Kinder, der im Rahmen der wissenschaftlichen Begleitung des Gesamtprojekts durch die Universität Karlsruhe durchgeführt wird und die sportlichen Fähigkeiten der Kinder ermitteln soll.

Über die Entwicklung der Modellprojekte informiert ständig aktualisiert das Internetportal von "Kinder bewegen". Dort finden Eltern, Erzieherinnen und andere Interessierte Wissenswertes über Ursachen und Folgen von Bewegungsmangel sowie Tipps und Anregungen für den kindlichen Bewegungsalltag. Infos im Internet unter der Adresse:
 

www.kinder-bewegen.de

 



 

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Lehrer-online 6.6.2005

Erster schuleigener Kraftraum in Baden-Württemberg

Lehrer und Schüler können künftig an einer Schule in Freiburg ihre Muskeln spielen lassen. Im ersten schuleigenen Kraftraum Baden-Württembergs an der Staudinger Gesamtschule bringen moderne Fitnessstationen Jung und Alt zum Schwitzen.

In der bundesweit einmaligen Aktion finanzieren 30 Lehrer die neu gekauften Geräte über einen Zeitraum von drei Jahren und mit einem Monatsbeitrag von 15 Euro. Das Angebot soll dem Bewegungsmangel bei Schülern und Lehrern Abhilfe schaffen.

Gute Geräte
Die ursprüngliche Idee zu dem Kraftraum mit den 14 neuen Geräten und insgesamt 18 Stationen hatte Sportlehrer Markus Mulfinger. "Die Geräte sind so gut, hier könnte sogar ein Krankengymnast seine Praxis eröffnen", sagt der Pädagoge. Schüler und Lehrer können ihre Ausdauer an Steppern und am Ruderzug trainieren. Für weiteren Muskelaufbau sorgen zum Beispiel Brustpresse, Bauchtrainer oder ein Seilzugturm.

Organisation
Schulklassen und Kurse nutzen den Fitnessraum vormittags, an den Nachmittagen können interessierte Kinder unter Anleitung von Diplom-Sportlehrern und Schülermentoren ihre Muskeln trainieren.

Auch schwierige Kinder werden erreicht
"Gut ist, dass wir damit auch schwierige Kinder erreichen, die sich sonst nirgends einbinden", sagt Mulfinger. Das beuge auch psychischen Schäden vor, die von schlechter Haltung und Bewegungsmangel stammten.

Ausbildung zu "Krafttrainern"
Außerdem bilden Sportlehrer Kinder der 8. bis 13. Klasse zu Krafttrainern aus. Nach sechs Wochen Schulung in Muskelgruppen und mit Trainingsabläufen bekommen diese Schüler ein Zertifikat. Danach können sie ihre Mitschüler beim Training unterstützen.

Wie Folterwerkzeuge muten die Geräte dem Laien an. Doch die Staudinger Kinder schwitzen fröhlich. "Ich kann hier meine Übungen für die Krankengymnastik und für meine krumme Wirbelsäule machen", sagt Timo Zipfel aus der siebten Klasse. Er trainiert für einen starken Schuss beim Fußball. Sina Herlitschke will gemeinsam mit Cecilia Lüdemann jeden Montag ihre Bauchmuskeln anstrengen. Die beiden Siebtklässlerinnen gehen lieber in den schuleigenen Kraftraum als ins Fitness-Studio. "Ich spiele auch gerne Tennis und will dafür ein bisschen trainieren", sagt Sina.

Breite Kooperation
Der Kraftraum sei ein typisches Beispiel für "Public Private Partnership", wie es an der Staudinger Schule üblich sei, sagt Mulfinger.

Kollegen
Er baute das Sportzimmer gemeinsam mit Kunst- und Religionslehrern, Schülern und einer Sportgerätefirma auf. Sie erweiterten einen Keller, in dem bereits ältere Sportgeräte zum Ausprobieren für die Schüler bereit standen.

Schüler und Universität
Nachdem der Raum von asbestverseuchtem Bodenbelag befreit und frisch gestrichen war, verschönerten Achtklässler im Rahmen eines Kunstprojektes die Wände. Zudem entwickelten die Staudinger gemeinsam mit Mitarbeitern der Freiburger Sport-Universität Trainingspläne. Auf Tabellen mit Übungen zur Schulter-, Rücken- oder Beinmuskulatur können die teilnehmenden Kinder nun ihre Trainingsfortschritte festhalten. Die Ergebnisse fließen in eine Forschungsarbeit über Muskulaturentwicklung ein.

Nach dem Fitnessraum haben sich die Schüler bereits ein Pendant ausgedacht: Ab (dem heutigen) Montag können sie auf der zur "Oase der Ruhe" umgestalteten Dachterrasse der Schule auch die Stille genießen.
 

www.staudi.fr.schule-bw.de


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31.5. 2005 Reutlinger Generalanzeiger
 

Väter sägen, hämmern, bohren für aktive Kinder
Freibühlschule - Eltern engagieren sich für einen Spiel- und Bewegungsparcours. 5 000 Euro von der Aktion Mensch

ENGSTINGEN. Sie hämmern und sägen, schweißen und bohren. Nicht erst seit gestern, sondern seit dem Winter 2003. Acht bis zehn Väter von Schülern der Freibühlschule sind ein bis zwei Mal im Monat samstags vormittags in vollem Arbeitseinsatz. Nicht für sich selbst oder ihre Familien, sondern für einen Bewegungsparcours für die Schüler.

Balancieren, schaukeln, hangeln, kriechen, hopsen - viele Bewegungsformen werden möglich sein. »Wir wollen, dass sich unsere Kinder in den Pausen richtig bewegen können«, sind sich die Familienoberhäupter einig. Denn dass es daran des Öfteren ziemlich krankt, wissen die Väter aus Erzählungen ihrer Kinder. »Viele werden sogar täglich mit dem Auto zur Schule gefahren und wieder abgeholt«, schüttelt Lothar Enderle den Kopf.

Abenteuer statt Tristesse
Bewegungsmangel bei Kindern ist deutschlandweit ein großes Problem. Mehr als zwölf Prozent der Kinder und Jugendlichen sind übergewichtig und dem Sportunterricht in der Schule nicht gewachsen. ABC-Schützen sind oft schon überfordert, wenn sie nur auf einem Bein hüpfen und dabei das Gleichgewicht halten sollen.

Die Lehrer der Freibühlschule wollten dem entgegensteuern und waren bei vielen Gesprächen auf ein Projekt des langjährigen Ammerbucher Rektors Erich Langermann aufmerksam geworden, der Pausenhöfe vom tristen Asphaltbereich zu Abenteuerspielbereichen umgestaltet. »Das war ein tolle Idee, die wir aufgreifen wollten«, erklärt Konrektorin Bärbel Seiferth.

Die Idee war das eine, die Finanzierung des Ganzen allerdings das andere. Denn selbst nur für das Material fallen bei dem Vorhaben eine Menge Kosten an. »Die Eltern sind eigentlich die Initiatoren das Ganzen«, Seiferth ist über das große ehrenamtliche Engagement mehr als dankbar. So plante Fritz Zeiler den Parcours, der nach Fertigstellung etwa ein Drittel des Pausenhofs einnehmen wird, im Hinblick auf Belange und Platzmöglichkeiten der Freibühlschule und zeichnete die Pläne. Siggi Fahrner ist für die Fundamente und die Statik verantwortlich. Josef Leippert, Schmiede- und Schlossereimeister, stellt Maschinen und Geräte zu Verfügung und leitet die Hobbyhandwerker an, genauso wie Schreiner Werner Gekeler.

Der Förderverein organisiert Verkaufsaktionen und sammelt Spenden. Dass ein solches Engagement nicht gerade selbstverständlich ist, weiß auch die Konrektorin. »Das ist absolute Spitze«.

Die Väter sehen es etwas gelassener. »Wir wollen einfach unseren eigenen, aber auch allen anderen Kindern etwas geben.« Die rührigen Männer sind überzeugt, dass der Parcours viele Jahre genutzt wird. »Auch die Gemeinde unterstützt uns mit vielem«, ist Seiferth dankbar.

Große Freude herrschte vergangene Woche, als bekannt wurde, dass die Schule fünftausend Euro von der »Aktion Mensch« erhalten wird. »Wir hatten uns mit unserem Projekt einfach beworben und hatten das große Glück, tatsächlich ausgewählt zu werden«, berichtete die Konrektorin bei einem weiteren Arbeitseinsatz der Väter am Samstag. Bis zum Sommer soll das ganze Vorhaben fertig sein. »Die Einweihung findet dann auf jeden Fall mit einem großen Schulfest statt«, sagt Seiferth und freut sich schon jetzt auf glückliche Gesichter ihrer Schüler.
 



 

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Schulsport NRW 23.05.2005

Schulsport fördert gute und gesunde Schulen

Ein neues Handlungsprogramm zur Sicherheits- und Gesundheitsförderung im Schulsport hat NRW-Sportminister Vesper heute in Düsseldorf vorgestellt. Ziel ist, die Sportlehrerinnen und -lehrer in ihrer wichtigen gesundheitserzieherischen Aufgabe zu unterstützen und in der Öffentlichkeit zu zeigen, dass für eine gute und gesunde Schule der Sport unverzichtbar ist. „Der Schulsport hat herausragende Bedeutung für die Gesundheit unserer Kinder. Er beeinflusst die Sicherheits- und Gesundheitsqualität unserer Schulen maßgeblich und steigert dadurch die Schulqualität. Leider erkennen viele, sogar in den Schulen, heute noch nicht, wie wichtig der Sport für die Prävention im Kindes- und Jugendalter ist“, sagte Vesper.

Abhilfe schaffen soll jetzt ein landesweites Handlungsprogramm, das das NRW-Sportministerium mit dem Gemeindeunfallversicherungsverband Westfalen-Lippe, dem Rheinischen Gemeindeunfallversicherungsverband, der Landesunfallkasse NRW und dem BKK-Landesverband NRW vereinbart hat. Bis Ende 2009 stellen die Partner insgesamt 600.000 Euro zur Verfügung, um die Sicherheit und Gesundheit der Kinder und Jugendlichen im und durch Schulsport zu fördern. Dafür werden u. a. Materialien für Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler zur Praxis des Schulsports bereitgestellt und die Öffentlichkeitsarbeit der Schulen unterstützt. Auch die gesundheitsförderliche Gestaltung der Lern- und Lebensräume von Schulkindern wie der Arbeitsplätze der Lehrerinnen und Lehrer soll mit einbezogen werden. Alle geplanten Maßnahmen orientieren sich dabei an den Qualitätskriterien einer guten und gesunden Schule und werden mit bereits bestehenden Initiativen zur Förderung der Schulgesundheit vernetzt.

Schulsport NRW
 


Westfalenpost 19. 5. 2005
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"Schule bewegt sich"

Gesamtschul-Team lief an der Rheinpromenade

Düsseldorf. (wp) Mehr als 1100 Schüler aus ganz NRW, darunter eine Gruppe der Bertha-von-Suttner-Gesamtschule Siegen, liefen in Düsseldorf bei der Abschlussveranstaltung der Aktion "Schule bewegt sich" für mehr Gesundheitsbewusstsein an den Schulen im Land. Die Aktion fördert Gesundheitsprojekte an 22 Schulen in NRW.

Jeweils 50 Schüler dieser Schulen waren an der Rheinuferpromenade der Landeshauptstadt zum großen Abschlusslauf an den Start gegangen. Prominente Sportler wie Schwimmer Christian Keller und Speerwerferin Steffi Nerius unterstützten die Schulteams, die auf der 1300 Meter langen Strecke gegeneinander antraten.

"Ziel der Aktion ist es, Kinder und Jugendliche über den normalen Sportunterricht hinaus zu mehr Bewegung zu animieren und so das Gesundheitsbewusstsein zu fördern", erklärte Schulministerin Ute Schäfer. Untersuchungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zeigen, dass die Zahl übergewichtiger Kinder in den Industrienationen stetig zunimmt, so gelten heute jedes fünfte Kind und jeder dritte Jugendliche als zu dick.

Die teilnehmenden Schulen konnten sich im Januar für "Schule bewegt sich!" mit ihrem Gesundheitsprojekt bewerben und wurden dann durch die GEK und die Stiftung ausgewählt. Nahezu alle Schulen haben ihren eigenen Sponsoranlauf schon durchgeführt.

"Im Durchschnitt wurden Summen von 12 000 Euro pro Schule erlaufen. Die Hälfte dieser Summe wird in das jeweilige Gesundheitsprojekt investiert, die andere Hälfte spenden die Schulen in soziale Projekte ihrer Wahl", erklärte Roland Berger, Vorstand der Stiftung Partner für Schule NRW.
 

Schulsport NRW


 
 

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Frankfurter Rundschu 19.5. 2005

Turnen soll wieder Spaß machen

Die Deutsche Turnerjugend bemüht sich, Fortbildungsmöglichkeiten für Lehrer zu schaffen


Wer möchte da nicht nochmal Kind sein? Toben, tollen, rutschen, klettern, springen, balancieren - alles ist möglich in Halle 1.2., die mit bunt nur unzureichend beschrieben ist.  Nichts scheint gefährlich hier, wo während des Internationalen Deutschen Turnfestes offiziell die Turnerjugend, aber eigentlich die kleinen Jungen und Mädchen das Sagen haben. Nichts bremst ihren Drang nach Bewegung, keiner beschwert sich über zu lautes Schreien und Juchzen. Nicht mal, wenn sich prominente Gäste bei den täglichen Talkrunden im Zentrum der Berliner Messehalle versammeln, um ihr Wissen der Erwachsenenwelt kundzutun. Das Land der Kinder bleibt davon unberührt.

Alles ist den Kleinen angepasst, die Turnkästen und -bänke sind weich gepolstert, ihre Kanten rund, die niedrigen Sitzgelegenheiten unterschiedlich geformt, jedes unvermeidliche Loch zwischen und unter den Geräten und Klettergestellen mit weichem Material bedeckt. Wo doch mal einer danebentritt, stehen Erwachsene hilfreich zur Seite, fangen  den Kurzen ab und trösten. Von Angst, ein Begriff, den viele noch aus der Schulzeit mit dem Turnen verbinden, keine Spur. "Es hat sich unheimlich viel im Bereich der Bewegungslandschaften getan", sagt Ingrid Kolupa, die Vorsitzende der Deutschen Turnerjugend (DTJ). "Doch leider haben viele Lehrer, die von den Universitäten kommen, davon nichts mitbekommen." Auch weil ihre Dozenten ihren Wissensstand im Hinblick auf die Praxis seit der eigenen Studienzeit kaum nachgebessert haben.
 

Es fallen zu viele Stunden aus

Turnen in der Schule müsste keine Bauchschmerzen bereiten, wenn die Bedingungen den Anforderungen entsprechen. Doch sind die oft nur formal erfüllt. Wie allgemein im Schulsport. Drei Ebenen unterscheidet Professor Wolf-Dietrich Brettschneider von der Universität Paderborn, der mit seinen Sport-Studien bereits mehrfach für Aufsehen gesorgt hat und kürzlich dem Schulsport zu Leibe gerückt ist. So stünden in den meisten Bundesländern drei wöchentliche Sportstunden im Lehrplan. Schön und gut. Aber bereits auf der nächsten Ebene, der der Schulen, würden diese leger gehandhabt. Zudem, hat Brettschneider ermittelt, fallen anders als in anderen Unterrichtsfächern 60 Prozent der Sportstunden ganz aus., wenn der Sportlehrer erkrankt. Ein weiterer hoher Prozentsatz wird durch andere Fächer ersetzt. Hinzu komme, dass Sportunterricht  noch immer zu 50 Prozent von fachfremden Pädagogen gegeben wird, also Lehrern, die keine Sportausbildung haben.

Die Turnerjugend sucht nach Wegen, die Probleme zu beheben, schafft Fortbildungsmöglichkeiten für Lehrer und Lehrerinnen. In dem guten Glauben, den die Vorsitzende Kolupa formuliert, aber nicht jeder Experte teilt, dass die meisten Pädagogen sich weiterbilden wollen und man ihnen nur die Möglichkeiten schaffen müsse. Dabei sollen sie sich  auch von der Einstellung lösen, dass der Grundschulsport sich vor allem aus (Ball-)Spielen und Turnen zusammensetzt, wobei Letzteres als Gerätturnen, also das Erlernen von Fertigkeiten an Barren, Schwebebalken oder Sprung,  definiert wird. Zu selten, so Kolupa, sei der Bereich der allgemeinen motorischen Fähigkeiten abgedeckt. Auch der fällt im Selbstverständnis der Turner unter den Begriff Turnen.

Allerdings soll und kann auch das Gerätturnen Spaß machen. Und tut es, wie man sieht. Etwa in der gläsernen Turnhalle, durch die in diesen Tagen  1500 Gerätturner durchgeschleust werden. Ein bisschen wie im Zoo - ein Witzbold hat das Schild "Füttern und Tränken erlaubt" angeklebt - können Vorübergehende beobachten, wie die Teilnehmer auf das Schwingen am Reck und den Überschlag über den Sprungtisch vorbereitet werden. Daneben verhilft ein so genanntes Air Track, eine mit Luft gefüllte Akrobatikbahn aus Plastik, einer Riesenluftmatratze ähnlich, jedem zu einem Salto, der es mal probieren will.  Die Betonung liegt auf will. Kinder sind unterschiedlich begabt, Zwang deshalb nicht der rechte Weg.  Vielmehr, so Kolupa, gelte es, sie vor allem im Schulsport zu fördern und nicht zu fordern. Vorausgesetzt, man weiß, wie und hat statt des alten Kastens auch mal ein neues Gerät in die Schulturnhalle gestellt.
 

Turnen-Materialsammlung /Sportpädagogik A-Z
Deutsches Turnfest
DTB-Online


 

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Allgemeine Zeitung Mainz 19.5. 2005

Krafttraining nach Mathestunde
Frauenlobgymnasium hat jetzt Fitnessraum für Lehrer und Schüler

Lehrern und Schülern des Frauenlobgymnasiums geht es an den Winterspeck. Im schuleigenen Fitnessraum können sie ab sofort auf dem Fahrradtrainer strampeln, Gewichte stemmen und sich in der Rudermaschine abrackern. "Wir hatten schon lange überlegt, was wir mit dem leer stehenden ehemaligen Waschraum anfangen könnten", berichtet Schulleiter Joachim Bliemeister. Die Idee, einen Sportraum einzurichten, hatten die beiden ehemaligen Lehrer Bernd Mühl und Wolfgang Spinnler, die dem Förderverein der Schule angehören.

Spinnler nutzte seine Kontakte zu einem Fitnesstudio, von dem die Schule zwei ausgemusterte Kraftgeräte geschenkt bekam. Mit 1000 Euro, die Spinnler einst als Leistungsprämie von der Schule bekommen hatte, ließ er die gespendeten Sportgeräte wieder aufpolieren. "Den Raum haben wir dann in Eigenregie aufgemotzt," erzählt Bernd Mühl. Dazu kaufte der Förderverein für 3000 Euro neue Sportgeräte. "Eine gute Idee", findet Schülervertreterin Sarah Hemmelmann die Einrichtung des Raumes, "in den oberen Klassen gibt es viele Schüler, die Krafttraining machen und den Raum in der Schule bestimmt nutzen werden."

Bis dahin müssen sich die Schüler noch eine Weile gedulden. "Im nächsten Schuljahr wollen wir eine AG anbieten, in der sich Schüler ab Klasse 10 zu Assistenten ausbilden lassen und dann den Kraftraum beaufsichtigen können", erläutert Sportlehrer Matthias Bauer, "außerdem wird der Raum im Sportunterricht genutzt." Er und sein Kollege Achim Mayer haben seit den Osterferien schon 35 ihrer Kollegen in das Krafttraining eingewiesen. Die Lehrer können schon seitdem regelmäßig in den Kraftraum gehen. "Die Kollegen trainieren sehr fleißig", freut sich Bauer und präsentiert einen dicken Stapel Listen mit Anwesenheitszeiten. Meistens nutzen die Lehrer die Freistunden während der Arbeitszeit zur körperlichen Ertüchtigung, einige kommen aber auch nach der Schule. Für die Schüler ab der 10. Klasse soll der Raum in Zukunft nur nach der Schule und unter Aufsicht zugänglich sein.
 



 

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TAZ 17.5. 2005

Zu dick trotz Sport
Mehr Sport ist nicht das Allheilmittel gegen dicke Computer-Kids, sagt eine Studie der Bremer Uni. Beweis: die sportbetonte Grundschule Rönnebeck

Bremen  Die Klagen sind nicht neu: Viele Schüler sind zu dick, können weder Balancieren noch Rückwärtslaufen, hocken zu viel vor dem Computer. Mehr Bewegung soll die Lösung bringen - "doch so einfach ist das nicht", sagt Lutz Müller von der Universität Bremen. Gerade hat der Sportwissenschaftler 160 Kinder aus der "sportbetonten" Grundschule Rönnebeck auf Kondition und Koordination getestet.

"Mehr Sport ist gut", so das Ergebnis Studie - "aber aber die Fortschritte fallen nicht so deutlich aus wie erwartet". Zudem brauchen selbst die SchülerInnen in Rönnbeck "länger als erwartet", um auf gute sportliche Leistungen zu kommen. Es dauere nicht nur ein, sondern mindestens drei bis vier Jahre, ehe sich überhaupt ein Effekt des vermehrten Schulsports messen lasse, resümierte der Sportwissenschaftler. Über die Gründe lasse sich nur "spekulieren", sagt Müller. "Vielleicht waren wir zu optimistisch." Angesichts eines Budgets von nur 2.000 Euro habe er keine Ursachenforschung betreiben können.

Gemessen wurden in der Studie insgesamt sechs Disziplinen, darunter Zielwerfen, 20-Meter-Rennen, Medizinball-Weitstoß, Hindernis- sowie Dauerlauf über sechs Minuten. Schnelligkeit, Kraft und Ausdauer entwickeln sich dabei je nach Alter oder Geschlecht, fand Lutz heraus - "und zwar weitgehend unabhängig vom Unterricht".

Die Schule sei also in erster Linie dort gefragt, wo es um Präzision und Koordination gehe. Doch gerade hier scheint sie zu versagen: Im Zielwerfen etwa nehme die Genauigkeit mit zunehmendem Alter der Kinder nicht etwa zu - sondern ab, gerade bei den Jungen. Müller: "Hier muss in Zukunft noch gezielter unterrichtet werden."

Trotz solcher Mängel befürwortet Müller weiterhin das Modell der sportbetonten Grundschule. 200 Minuten Schulsport stehen dort jede Woche auf dem Lehrplan - reguläre Schulen kommen nur auf 90 Minuten. Die Turnhallen stehen auch in den Pausen offen, einmal in der Woche wird eine "Bewegungslandschaft" aufgebaut, für alle Klassen wird "Bewegung nach Musik" unterrichtet. Hinzu kommen Sportspiele - für übergewichtige SchülerInnen.

"Das ist der richtige Weg", findet Müller - auch für andere Schulen. Nichtsdestotrotz müssten alle sportlichen Aktivitäten "sehr genau" auf ihre Wirkungen untersucht werden. Die seien noch weitgehend unbekannt, sagt Müller. Deshalb sollen jetzt Langzeituntersuchungen folgen.
 


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Berliner Zeitung 14.5. 2005

Bauch straff, Bizeps schlaff
Sportwissenschaftler Wolf-Dietrich Brettschneider über Bewegungsmangel und dicke Kinder
 
Herr Professor Brettschneider, die These, die Sie auf das Turnfest tragen, heißt: "Fett, faul und fernsehsüchtig - wie fit sind Europas Kinder?" Wollen Sie provozieren?
Ich werde das Ergebnis einer Studie vortragen, die ich im Auftrag der EU in allen Ländern Europas durchgeführt habe. Dieses Ergebnis veranlasst schon dazu, skeptische Aussagen zu treffen, die man in den plakativen Begriffen fett, faul, fernsehsüchtig bündeln kann. Aber sie treffen zu.

Wie fit - oder wie fett - sind Europas Kinder? Ist es wirklich so viel schlimmer als vor einigen Jahren?
Man muss bei Fitness zwei Varianten unterscheiden. Die erste ist die motorische Leistungsfähigkeit - das ist diejenige, die man im Sport braucht. Da ist im Verlauf der vergangenen 25 Jahre die Fitness eindeutig zurückgegangen: um zehn bis fünfzehn Prozent im Durchschnitt. Europaweit.

Um ein Beispiel zu nennen: In Fachstudien heißt es, beim Standweitsprung, einem der üblichen Tests, springen Jungs nicht mehr 1,75 Meter weit, sondern nur noch 1,55 Meter. Stimmt das?
Genau. Das kann man an Tests nachweisen, die sich auf Grundfähigkeiten wie Schnelligkeit, Kraft, Ausdauer beziehen. Überall da verzeichnen wir einen Rückgang - bis auf eine Ausnahme: die Bauchmuskulatur. Das ist die einzige, bei der wir von Finnland bis Italien Zuwächse feststellen. Über die Gründe kann man spekulieren. Naheliegend wäre, dass schon bei jungen Leuten ein Fitness- und Körperideal durchschlägt - dass man also diesen Sixpack-Bauch als erstrebenswert ansieht, zu dem die Sit-ups führen, die man gerne macht, vor dem Fernsehsessel oder wo auch immer. Alle anderen motorischen Grundfähigkeiten erleiden einen Rückgang.

Das heißt: Der Bauch ist straff, der Bizeps schlaff?
So ist es. Die andere Variante der Fitness, die gesundheitsorientierte Fitness, darf man aber nicht außer Acht lassen. Da sind die Ergebnisse auch eindeutig: Man kann sagen, dass etwa die Hälfte der Kinder in Europa derzeit den Standards nicht mehr genügt. Dieser Standard wird allgemein so gesehen: eine Stunde moderate körperliche Aktivität, kulminiert über den Tag. Auf diese Stunde kommen fünfzig Prozent der Kinder nicht mehr; bei 15-jährigen Mädchen sind es nur zwanzig bis dreißig Prozent. Diese Zahlen sind schon erschreckend.

Sind die Befunde überall in Europa gleich? Oder kann man ein Gefälle zwischen den Ländern erkennen?
Man kann Europa in drei Zonen aufteilen, wenn es um die Häufigkeit des Übergewichts geht. Am geringsten ist das Übergewicht in den baltischen Staaten und in Osteuropa. Am häufigsten ist es in den südeuropäischen Ländern und Großbritannien. Deutschland liegt in der Mitte.

Haben die Wissenschaftler dafür Erklärungen gefunden?
Das ist gewagt. Es müssen als Ursache mehrere Variablen herangezogen werden: Medienkonsum, Ernährungsverhalten, vor allem aber Inaktivität. In den osteuropäischen Ländern liegt die Erklärung fast auf der Hand. Man könnte sagen, die Segnungen der Moderne haben die baltischen Staaten später erreicht. Das gilt für die Medien, aber auch für den Ernährungsbereich: In Litauen ist im vorigen Jahr der erste McDonald's-Laden eröffnet worden. In Südeuropa sucht man nach Erklärungen. Noch ahnungsloser ist man in Großbritannien: Inzwischen haben die dort 30 Prozent Übergewicht, wesentlich mehr als die anderen europäischen Länder.

Sind das die unausweichlichen Folgen der westlichen Überflussstaaten? Oder haben die Familien, hat die Gesellschaft versagt?
Wir sprechen von einem globalen Problem, das inzwischen auch in den Schwellenländern um sich greift. Aber diese Entwicklung wurde zu lange ignoriert, auch in Deutschland. In letzter Zeit überschlagen sich die Versuche gegenzusteuern. Das Ernährungsministerium, das Gesundheitsministerium, die Sportorganisationen - alle machen Kampagnen. Aber die Crux bei der Sache ist nicht, dass in den Vereinen zu wenig Sport getrieben wird. Die Crux ist die zunehmende körperliche Inaktivität im Alltag. Ein Beispiel: Wenn Sie in Berlin morgens um kurz vor acht zu einer Grundschule gehen, erleben Sie dort ein Verkehrschaos, weil die Eltern ihre Lieben auch dann mit dem Auto zur Schule fahren, wenn die Schule von der Wohnung weniger als 1 000 Meter entfernt liegt. Das besagen empirische Daten.

Haben die Fehlentwicklungen im Schulsport den Bewegungsmangel verstärkt? Beklagt werden Unterrichtsausfall, fachfremde Lehrer, Leistungsfeindlichkeit.
Es sind mehrere Gründe. Die Leute sitzen zu lange vorm Fernsehen oder Computer. Das könnte ausgeglichen werden durch mehr Bewegung, aber das ist nicht der Fall. Man muss sich klar machen, dass in den letzten fünfzig Jahren die Energieaufnahme bei Kindern und Jugendlichen nicht zugenommen hat. Geändert hat sich aber die Energieabgabe. Wenn ich esse und mich bewege, verbrenne ich wieder. Wenn ich esse und mich nicht bewege, brauche ich mich nicht zu wundern, wenn daraus Übergewicht resultiert.

Glauben Sie, dass man diese Verschlaffung noch umkehren kann?
Wir wissen heute: Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass dicke Kinder auch dicke Erwachsene werden; und dass unfitte Kinder unfitte Erwachsene werden. Wir müssen also davon ausgehen, dass dicke Kinder später ein großes Problem für das Gesundheitssystem darstellen. Das ist kaum noch reversibel. In welchem Grad die Präventionsmaßnahmen greifen, ist spekulativ. Klar ist: Wenn da nicht alle gesellschaftlichen Institutionen an einem Strang ziehen, kriegen wir das nicht in den Griff.

Es ist ja schön, dass die Politiker das nun erkannt haben. Aber können sie tatsächlich etwas tun?
Ja, und das ist erstaunlich. Die Studie, über die ich rede, ist im Dezember der Kommission für Bildung und Kultur in Brüssel vorgestellt worden. Vor Tagen gab es eine europäische Sportministerkonferenz, da wurde beschlossen, das Thema Übergewicht bei Kindern auf der Tagesordnung für die nächsten drei Jahre zu behalten.

Wenn sich nichts ändert, wenn die Kinder fett, faul und fernsehsüchtig bleiben, sind dann Turnfeste mit 100 000 Leuten noch vorstellbar?
Nicht in diesem Rahmen. Das Erschreckende ist, dass wir heute bei übergewichtigen Kindern Krankheitsbilder finden, die wir früher nur mit Erwachsenen in Verbindung gebracht haben: Diabetis Typ zwei, eine typische Zuckerkrankheit älterer Menschen. Oder Bluthochdruck bei dicken Kindern. Eine Veranstaltung wie das Turnfest wäre doppelt betroffen. Man hätte eine geringere Zahl von motorisch Begabten. Und könnte, allein aus Sicherheits-, aus Gesundheitsgründen, Kinder keine sportlichen Übungen machen lassen ohne ärztliche Kontrolle.

So weit sind wir aber noch nicht.
Nein. Und Horrorszenarien soll man ja nicht entwerfen. Aber wir können den Ist-Zustand analysieren. Und wir können anhand der Daten eine Prognose stellen. Diese Prognose fällt nicht positiv aus.
 
 



 

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Saarbrücker Zeitung 13.5. 2005

Schwimm-Unterricht
Immer weniger können schwimmen

Mitte des vergangenen Jahrhunderts war die Situation ganz anders: Schwimmbäder hatten im Saarland Konjunktur. Heute ist der Befund fast niederschmetternd: Immer weniger Saarländer lernen schwimmen. Vor allem junge Menschen.

Heusweiler/Saarbrücken. In den 60er und 70er Jahren hatten Schwimmbäder im Saarland Konjunktur. Selbst viele kleinere Kommunen verfügten zumindest über Lehrschwimmbecken. Gemeinden, die noch kein Frei- oder Hallenbad hatten, investierten in moderne Anlagen. Rund 30 Jahre später ist vieles Makulatur: Lehrschwimmbecken, Freibäder und Schwimmhallen sind geschlossen oder stehen wegen klammer Haushalte kurz davor.
Das hat konkrete Auswirkungen: Die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) hat 2004 bundesweit Alarm geschlagen: Jedes dritte Kind läuft Gefahr, bei einem Sturz ins Wasser zu ertrinken. So das Ergebnis einer Emnid-Umfrage. Weitere Resultate: Während 76,5 Prozent der Befragten angaben, schwimmen zu können, betrage der Ausbildungsgrad bei jüngeren Kindern im Durchschnitt nur rund 66 Prozent.

Martin Jansen, Pressesprecher des DLRG-Bundesverbandes in Bad Nenndorf: "Vergleichszahlen existieren zwar nicht, aber der Trend zur Bäderschließung ist überall spürbar." In Berlin habe beispielsweise jedes zweite Bad im Vergleich zu vor zehn Jahren zugemacht.

Gemessen am Bundesdurchschnitt steht das Saarland in Sachen Schwimmfertigkeit sogar noch relativ gut da: Während 23,3 Prozent aller Deutschen nach eigenen Angaben nicht schwimmen können, sind es im Saarland, Rheinland-Pfalz und Hessen (wurden gemeinsam ausgewertet) nur 21,8 Prozent. Bereits 1995 hatte der Vize-Präsident der DLRG Saar, Wolfgang Dubberstein, beklagt, die Arbeit seines Verbandes werde durch Bäderschließungen arg behindert: "Es gibt immer weniger nutzbare Wasserfläche." Gründe: Schließungen sowie die in Mode gekommenen Spaßbäder.

Edmund Feiler, Technischer Leiter des DLRG-Ortsverbandes Heusweiler, ist ein erfahrener Ausbilder. 10000 Kindern hat er nach eigenen Angaben das Schwimmen beigebracht. Doch seit das Lehrschwimmbecken dicht ist und er aufs Hallenbad ausweichen muss, bietet er nur noch einen statt drei zweistündige Anfängerkurse pro Woche an. "Das Problem ist nicht die Nachfrage, das Problem ist das Angebot", sagt er. Doch während er früher pro Jahr bis zu 400 Anfänger durchschleuste, kommt er aktuell auf gerade einmal 150. Meist müsse er Eltern auf Monate vertrösten: "Was ich von Kollegen höre, gibt es vielerorts im Saarland ähnliche Probleme."

In Sachen Schwimmen im Schulsport gehen Wunsch und Wirklichkeit besonders stark auseinander. Zu diesem Ergebnis kam der Saarbrücker Sportpädagoge Professor Georg Wydra schon 2000 in einer Untersuchung. Schwimmen ist besonders beliebt bei Mädchen: 33,5 Prozent gehen diesem Sport aus eigenem Antrieb in der Freizeit nach, bei Jungen sind das nur 19,1 Prozent. Der Wunsch nach mehr Schwimmen im Unterricht ist bei 72,1 Prozent der Mädchen und bei 71,3 Prozent der Jungen ausgeprägt. Aber nur 8,2 Prozent des weiblichen Nachwuchses und sogar nur 6,0 Prozent der männlichen Jugend beantworten die Frage " War Schwimmen Inhalt der letzten Sportstunde" mit Ja.

Dubberstein sorgt sich, dass durch die Schul-Zusammenlegungen noch weniger Schwimm-Unterricht erteilt wird: "Die Wege zwischen Schule und Bad werden immer länger."
 

DLRG
Materialien zum Schwimmen in der Schule




 

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Reutlinger General-Anzeiger 13.5. 2005

Wettbewerb - Streetballer wollen auf dem Spielfeld zeigen, wie Konflikte zu lösen sind. Eifrige Fans

Gemeinsamkeits-Erlebnis für Schüler

PFULLINGEN. »Unsere Mannschaft soll gewinnen!« Dafür bekommen Andreas, Christopher, Daniel, Ali und Alperen aus der 5a der Wilhelm-Hauff-Realschule die volle Unterstützung ihrer Klassenkameraden. Die haben ihrem Streetball-Team nicht nur ein Schild gemalt und unterstützen samt Lehrerin die Mannschaft mit Anfeuerungsrufen. Die elfjährige Lena hatte sogar die Idee, eigens für das Streetball-Turnier eine Cheerleadergruppe mit den Mädchen der Klasse zusammenzustellen, silberne Fähnchen zu basteln und Posen einzuüben.

 Dass es für die »Miami four« dann doch nicht aufs Siegertreppchen gereicht hat, lag also nicht an ihren Fans. Es gab einfach zu viele starke Teams unter den 34 Mannschaften mit 170 Spielern.

Wie in den Jahren zuvor wetteiferten die Teams, Schüler aus den Klassen 5 bis 13 der Schloss-Schule, des Gymnasiums, der Realschule, der Förderschule, der Uhlandschule Unterhausen und eine gemischte Mannschaft, nicht nur auf den Spielfeldern miteinander. Sondern zunächst mal mit den fantasievollsten Namen wie »Chilly Peppers«, »Affen mit Waffen«, »76 Sixers« und »FSG Raptors«.

Dann begannen die insgesamt 70 Spiele des Turniers, die jeweils acht Minuten dauerten; moderiert von Dirk Honisch von der Jugendpolizei Pfullingen. Veranstalter waren außerdem die Schulsozialarbeiterin der Schloss-Schule Nicole Heiß und der Jugendreferent der Stadt, Rainer Rilling. Unterstützt wurden sie von Lehrern und älteren Schülern der beteiligten Schulen, die als Spielbegleiter fungieren.

Denn Schiedsrichter gibt es beim Pfullinger Streetballturnier nicht: Fairplay wird groß geschrieben, Fouls beispielsweise von den Spielern selbst angezeigt. Dafür haben die meisten Schüler im Sportunterricht und in den Tagen vorher eifrig geübt.

»Wir haben immer nach dem Essen trainiert, bevor die Mittagsschule anfing«, erklärt Angelina (10) von der 5a der Schloss-Schule. Sie spielt zusammen mit Justine, Brigitte, Alice und Daniela im Team »Wild Angel«, eine der wenigen Mädchenmannschaften.
»Wir waren schon vorletztes Jahr dabei«, so die »Chillers« aus der Klasse 7b des Friedrich-Schiller-Gymnasiums. Damals sei es aber nicht so gut gelaufen wie in diesem Jahr. Joha, Amire, Jochen, Sam, Erik und Jonas haben heuer keineswegs »gechillt«, sondern eifrig trainiert, sich gar Trikots fürs Turnier gekauft.
 

Begeistert von der Atmosphäre
Die Kinder seien begeistert von der Atmosphäre, sie wollten gar nicht mehr weg vom Platz, erzählt eine Lehrerin. Und auch Dirk Honisch ist zuversichtlich, dass das mittlerweile siebte Pfullinger Streetballturnier genauso harmonisch wie die vorherigen abläuft.

Auch wenn manche Cliquen sonst im Streit miteinander liegen: Hier werden Konflikte auf dem Spielfeld gelöst. Nach dem Motto der Veranstaltung »My way fair play«. Nebenbei lernen die Jugendlichen in lockerer Atmosphäre die wichtigsten Ansprechpartner in Sachen Jugendarbeit kennen.

Für Speisen und Getränke sorgt der Förderverein der Schloss-Schule, für den richtigen Sound das DJ-Team von »Fantastic Formation«. Und spontan entwickelt sich auch in diesem Jahr ein kleines Sonderprogramm. Einige Hip-Hop-begeisterte Schüler zeigten neben den Spielfeldern ihr Können.
 



 

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Berliner Morgenpost 12.5. 2005

Schulsport reicht nicht aus
Immer mehr Eltern suchen nach privaten Alternativen für ihre Kinder

"Der Sportunterricht hat an Berliner Schulen einen ganz schlechten Stellenwert", sagt Dietmar Bothe, Pressesprecher des Landesportbundes Berlin (LSB). "Jede vierte Sportstunde fällt aus, die Sportlehrer sind mit 48,9 Jahren im Durchschnitt zu alt, und die tatsächlich angebotenen Inhalte in den einzelnen Sportstunden stoßen bei den Schülern nur auf wenig Interesse." Diese bedauerliche Entwicklung betreffe alle Berliner Schulzweige - von der Grundschule über das Gymnasium bis hin zur Berufsschule. Die versprochenen drei Sportstunden pro Woche existierten in Wirklichkeit oft nur auf dem Papier, so Bothe.

Viele Eltern greifen deshalb mittlerweile lieber auf private Angebote zurück, wenn es darum geht, ihre Kinder so früh wie möglich körperlich zu fördern. Und obwohl diese Kurse in der Regel teurer sind als vergleichbare Angebote in Sportvereinen, nehmen die Eltern diese Mehrkosten gern in Kauf, da individuelle Förderung von Kitas, Schulen und teilweise auch den Vereinen nur in begrenztem Umfang geleistet werden kann.

Tanzpädagogin Susanna Oppermann vom Gymnastik- und Tanzstudio "Vivace" in Schöneberg attestiert vielen Schulkindern eine schlechte Haltung, bevor diese an ihrem Tanzunterricht teilnehmen. "Bei den ganz Kleinen kommen diese Probleme allerdings noch nicht vor", so Oppermann, die seit mehreren Jahren in erster Linie die jüngsten Tänzer des Studios betreut. Denn neben Jazzdance, Orientalischem Tanz, Streetdance und Ballett bietet das Tanzstudio seit einigen Jahren auch kreativen Kindertanz als Sportart an. "Was ich den Kindern beim Tanzen beibringen kann, ist ein verbessertes Raumgefühl, eine verbesserte Feinmotorik und ein ausgeprägtes Gefühl für Rhythmus", sagt Oppermann. Auch im Minimaxi-Kinderstudio in Steglitz bemühen sich Astrid Sander und ihre acht Mitarbeiter um die optimale Förderung von Kindern. "Die hier angebotenen Kurse entstehen vor allem durch entsprechende Anfragen der Mütter", berichtet die 38jährige. Und so ist das Angebot vielfältig, unter anderem stehen klassisches Ballett, kreativer Tanz, "MTV-Dance", Judo und Mannschaftsspiele auf dem Stundenplan. "Die Kinder sollen im tänzerischen, turnerischen, musikalischen und kreativen Bereich gefördert werden", sagt Sander.

Die individuelle Förderung in kommunikativer Umgebung ist auch das Anliegen von Oliver und Michaela Nickel vom "Kindertreff Jopala" in Charlottenburg. Auch hier kombiniert man Bewegung mit Musik, es gibt hier unter anderem Ballett-, Tanz- und Trampolinkurse sowie Kleinkindersport und musikalische Früherziehung. Das Jopala hat vor drei Jahren mit 60 Kindern in der Woche angefangen - nun sind es 200.
 



 

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Marktplatz Oberbayern 12.5. 2005

Dicke Kinder krank wie Greise
Pilotstudie zu kindlicher Fitness und Übergewicht

Zum ersten Mal wird in einer wissenschaftlichen Studie in München systematisch untersucht, welche Gesundheitsrisiken dicke Kinder schon in früher Jugend auf sich laden. Das Projekt an der Grundschule an der Waldmeisterstraße, geleitet von Professor Renate Oberhoffer, soll helfen, der Fettleibigkeit vorzubeugen. Alarmierende Erkenntnis: Viele übergewichtige Kinder kämpfen mit Problemen, die man bisher nur von Senioren kannte.

"Dicke Kinder bleiben meist auch als Erwachsene dick", sagt Renate Oberhoffer. Und sie bringen typische Alters-Erkrankungen schon aus der Jugend mit: Arteriosklerose etwa, eine Gefäßwandveränderungen, die durch Diabetes, Bluthochdruck, aber auch Stoffwechselstörungen hervorgerufen wird. Jeder vierte 16-Jährige, so die Medizinerin der Technischen Universität (TUM), leide heute an so genannten kardiovaskulären Risiken: Fetteinlagerungen in der Halsschlagader, gefährliche Veränderungen der Herzkranzgefäße. Acht Prozent der Schulanfänger, so die Schätzung, sind übergewichtig - im Fachjargon adipös.

Lebenserwartung sinkt drastisch

"Mortalitätsrisiko und Übergewicht stehen in direkter Beziehung", erläutert Oberhoffer: "Wer übergewichtig ist, hat meist Herz-Kreislauf-Probleme, und das Risiko, daran zu sterben, ist um das Drei- bis Vierfache erhöht!" In der alternden Gesellschaft ist das ein brisantes Problem: Die Hälfte der Alten stirbt an genau diesen Krankheiten. Ein Großteil der vorzeitigen Todesfälle könne durch Vorbeugung vermieden werden, meint die Expertin. Und Vorbeugung fange bei den Kindern an.

"Mir macht das hier Spaß", sagt die sechs Jahre alte Luisa, die die Grundschule an der Waldmeisterstraße besucht. Mit rund 80 anderen Schülern hüpft sie durch einen Parcours aus bunten Plastikvierecken, läuft auf dem Platz vor der Schule einen Dauerlauf und versucht, die Balance auf einem Ball zu halten. "Wir testen die Koordination, wir messen die Herzfrequenz und die Ausdauer", erläutert Birgit Laube, ebenfalls an der Studie beteiligt. "Es gibt leider auch einen Zusammenhang zwischen dicken Eltern und dicken Kindern", beobachtet sie. Die Ernährung in den Haushalten sei trotz umfangreicher Aufklärung nach wie vor häufig zu fettlastig. Als wichtigste Ursache von wabbelnden Bäuchen, mächtigen Oberarmen und ungelenken Wurstfingern aber hat die Forscherin Bewegungsmangel ausgemacht. Der ließe sich, so Laube, ganz einfach abstellen: Mehr Fahrrad fahren, mehr zu Fuß laufen, mehr Sportunterricht in den Schulen, zählt Laube auf. Auch und gerade dieser letzten Forderung soll die Studie den nötigen Nachdruck verleihen.
 



 
 

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DSB-aktuell 3.5. 2005

Sportlehrer-Präsidentin Elke Wittkowski:

"Die Bedeutung des Schulsports wird sträflich negiert"
 
Die Präsidentin des Deutschen Sportlehrer-Verbandes (DLSV), Dr. Elke Wittkowski, kritisiert die Behandlung des Schulsports in Deutschland. Er bleibe weiterhin ein Stiefkind des Schule, zumindest in den oberen politischen Köpfen des Bildungsministeriums, sagte Elke Wittkowski in einem Interview mit der DSB-Presse. Das Interview im Wortlaut: 

Der DSLV hat in einem offenen Brief an Bundesbildungsministerin Bulmahn Kritik an den Muster-Stundenplänen für Ganztagsschulen geübt, die in einer Broschüre des Ministeriums aufgeführt sind. In diesen Beispielen ist der Sportunterricht nicht nur von drei auf zwei Stunden gekürzt, sondern auch noch ungünstig platziert. Ist das als Rückschlag für den Schulsport einzustufen?

Wittkowski: "Solche „Musterstundenpläne“ prägen sich in den Köpfen der Leser ein, obgleich sie in dieser Form keine Musterbeispiele sein dürfen. Mir scheint die Veröffentlichung derart unüberlegter, pädagogisch, medizinisch und biologisch unsinniger Beispiele ein Beleg dafür zu sein, dass der Schulsport trotz aller öffentlichen Aufschreie über den Gesundheitszustand der Kinder und Jugendlichen weiterhin häufig Stiefkind der Schule bleibt, jedenfalls in den obersten politischen Köpfen des Bildungsministeriums. Die Bedeutung des Faches im Fächerkanon der Schule und im Bildungsangebot von Ganztagsschulen wird sträflich negiert, seine pädagogischen Möglichkeiten bleiben unerkannt."

Allerorten wird über Bewegungsmangel und die gesundheitlichen Folgen für Kinder diskutiert. Bundesverbraucherministerin  Renate Künast und Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt setzen sich für mehr  Bewegung und gesunde Ernährung der Kinder als Präventionsmaßnahmen ein? Wie passen da die Vorschläge des Bildungsministeriums ins Bild?

Wittkowski: "Überhaupt nicht. Hier fehlt offenbar jegliche Abstimmung der Ministerien untereinander, obgleich es doch allen um dieselbe Sache gehen sollte. Nämlich um die Gesundheit unserer Kinder. Verbraucher- und Gesundheitsministerium sind mit ihren Initiativen auf dem richtigen Weg, das Bildungsministerium hat die Chance bislang verpasst, auf den Zug aufzuspringen. Es verharrt darin, den Sportunterricht an den äußersten Rand der Schulwoche zu drängen, anstatt die immer wieder als Minimum geforderten drei Stunden als Einzelstunden über die Woche zu verteilen und dabei auch ihre Funktion als Unterbrechung der kognitiven Überfrachtung über den (Schul-)Tag zu berücksichtigen."

Nicht erst seit der PISA-Studie ist bekannt, dass körperlich fitte Kinder auch im Kopf sehr fit sind - also eine ganzheitliche Bildung die optimale Bildung für Kinder ist. Sie haben PISA auch unter diesem Aspekt als Chance gesehen. Wird diese Chance denn genutzt?

Wittkowski: "Es ist erstaunlich, dass eigentlich schon ältere Hinweise aus der Neurobiologie über die Förderung des neuronalen Netzwerkes durch Bewegungsreize jetzt plötzlich solche Aufmerksamkeit erlangen. Sogar die Psychologen erkennen den engen Zusammenhang psychischer Zustände und körperlicher Aktivität. Ich hoffe, dass diese Erkenntnis in die Köpfe aller an der Entwicklung von Kindern und Jugendlichen Beteiligten „eingebrannt“ und sportlicher Betätigung daher in der Schule endlich mehr Bedeutung beigemessen wird. Insofern ist die Broschüre der Bildungsministerin mehr als kontraproduktiv für die Vermittlung ganzheitlicher Bildung für Kinder, in der Bewegung vom Kleinkind bis zum Erwachsenen eine zentrale Rolle spielt."

Es gibt immer mehr Bewegungskindergärten, weil da mittlerweile erkannt wurde, „ohne Sport keine ganzheitliche Entwicklung“. Eltern finden das auch gut. Aber beim Schulsport macht man doch immer noch die Erfahrung, wenn die Wahl ist zwischen dem Ausfall von Mathematik oder Sport, dann entscheiden sich noch immer (oder jetzt wieder) Eltern für die „Kopfarbeit“. Was kann der Sportlehrerverband tun, um da mehr Unterstützung  von Eltern zu bekommen?

Wittkowski: Seit vielen Jahren gibt es Schulsport-Initiativen in den Bundesländern in enger Kooperation des DSLV und der Landessportbünde. Zum Auftakt der Schulsport-Initiative des Landessportbundes Berlin z. B. wurden alle beteiligten Gruppen wie Schüler, Eltern, Sportlehrer, Kinder- und Schulpsychologen, Kinder- und Sportärzte, Vereinsvertreter, Ernährungsexperten eingeladen. Die einzigen, die nicht erschienen sind, waren die Vertreter der Schülerinnen und Schüler sowie der Eltern. Das war schon sehr ernüchternd. Der Sportlehrerverband mit seinen Mitgliedern in den Ländern lässt keine Gelegenheit aus, die Eltern mit ins gemeinsame Boot „zu zerren“. Er ermutigt und bestärkt seine Mitglieder darin, in der täglichen Arbeit an der Schule die unaustauschbare Rolle des Schulsports immer wieder darzustellen, in allen existierenden Gremien mit Eltern und Kollegien. Wir fordern die Sportlehrerinnen und Sportlehrer immer wieder auf, die Zusammenhänge von körperlicher Bewegung und Sport und der geistigen Entwicklung von Kindern und Jugendlichen allen permanent zu verdeutlichen.

In der Tat macht uns die vorrangige Stellung der „Kopffächer“ in den Köpfen vieler Eltern Sorge, denn die Stellung wird durch die Ausweitung des Zentralabiturs nun eher noch verstärkt. Da wird es der Schulsport noch schwerer haben, seinen ihm gebührenden Platz zu behaupten. Vielleicht hilft es ja, wenn Eltern mitbekommen, wie positiv sich die vermehrte Bewegung in „Bewegungskindergärten“ auf die Entwicklung ihrer Zöglinge auswirkt. Dann tragen sie vielleicht die Idee der bewegte(re)n Schule weiter in die Grund- und Oberschulen. Ich wünsche es mir sehr für die nahe Zukunft.

Deutscher Sportbund
Deutscher Sportlehrerverand (DSLV)

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