Sportunterricht.de - Materialien für Lehrer und Schüler
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Archiv | Aktuelle News
 
 
 
 

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Kölner Stadtanzeiger 27.4. 2005

Moderner Sportunterricht

Spaß statt Drill ist die Devise

Fast jeder kennt ihn noch, seinen persönlichen Horrorpädagogen: Diesen grässlichen Sportlehrer mit der Trillerpfeife, der wehrlose Schüler mit „zehn Runden um den Ascheplatz“ und Bundesjugendspielen schikanierte. Diese Lehrer haben im Schülerjargon meistens sprechende Namen wie Qualfuß oder Driller. Und sie bringen uns eine Botschaft bei, die wir unser Leben lang nicht vergessen. Die Menschheit lässt sich zuverlässig in drei Typen aufteilen: Die Überflieger, die Unauffälligen und die Verlierer. Erstere sind sattsam bekannt unter dem Namen „Die-beim-Völkerball-immer-als-Erste-gewählt-werden.“ Dagegen verharren die Unauffälligen im Mittelfeld, wo sie nicht viel leisten, dafür aber auch nicht leiden. Und schließlich gibt es noch die Unbeholfenen, die Dicken und die Verlierer, „Die-keiner- in-der-Mannschaft-haben-will“. Tja, so ist das Leben. Kurz gesagt: Nur die Harten kommen in den Garten. Der untaugliche Rest muss halt sehen, wie er die Vierminus im Sport seinen Eltern erklärt.

Das sieht Karl-Heinz Biermann ganz anders - mittlerweile. Er ist der Beauftragte für Schulsport im Rheinisch-Bergischen Kreis und in Leverkusen. Früher war er selber einer der besagten Driller: „Ich kam vom Leistungssport zum Lehrberuf und habe meinen Schülern einiges abverlangt“, gibt er selbst zu. Doch mittlerweile wurde Biermann zum sportpädagogischen Paulus geläutert - und bekehrt als Sportbeauftragter in Fortbildungen ungläubige Saulusse.

Denn Biermann hat eine Vision: den modernen Sportunterricht. Und der soll die Bewegungsfreude der Kinder an die erste Stelle rücken. „Ohne Bewegung bewegt sich nichts, auch nicht im Kopf“, gibt Biermann einen Leitsatz des modernen Sportpädagogen wieder.

Nicht nur in der Turnhalle: Auch bei einer Mathe- oder Deutschstunde sollen die Kleinen zwischendurch mal rumzappeln dürfen - wenn das Zappeln in einem Bewegungsspiel organisiert ist. Früher - die meisten werden sich noch gut daran erinnern - hagelte es ein ruppiges „Sitz still!“, wenn beim ein oder anderen die kindliche Konzentration nachließ. Kleine „Zappelphillippe“ hatten schnell ein Stigma weg: „Der hat wieder seine 'fünf Minuten'“, tönte es dann von „toleranten“ Pädagogen.

Schöne neue Schulwelt: Heute heißt es „Klassenräume sind Bewegungsräume“. Denn schon lange weiß die Intelligenzforschung, dass man den Kindern mit erzwungenem Stillsitzen Gewalt antut. Durch viel Bewegung werden das kognitive Denken, die Sprache, die Motorik und die soziale Kommunikationsfähigkeit gesteigert - eine Erkenntnis, der sich Sportlehrer schwerlich verschließen können. Deswegen erstellte eine Gruppe von ihnen das Konzept „Bewegungsfreudige Schule“: Es fordert, an möglichst vielen Stellen im Unterricht Bewegung einzubauen.

In der Grundschule Steinenbrück kann das sogar dazu führen, dass die ganze Klasse zwischendurch nach draußen geht. Auf dem Schulhof wird dann kurz gebolzt: Für Ballspiele gibt es einen eigenen Platz. Daneben liegt ein Bewegungspark. Das sind unterschiedlich hohe und dicke, in der Erde befestigte Holzstämme. Vor allem Mädchen üben sich gern darin, von einem Block auf den anderen zu springen.

Und wie sieht bewegungsfreudige Schule im klassischen Sportunterricht aus? Davon kann man sich in der Turnhalle ein Bild machen: 24 Zweitklässler tummeln sich an diesem Freitagmorgen. Im Mittelpunkt ruht Sportlehrerin Stefanie Eßer. Sie hat die kleine Bande erstaunlich gut im Griff.

Heute wird die Turnhalle in ein Fitnessstudio verwandelt. Die Kinder bauen in kleinen Gruppen Turngeräte auf: dicke Matten, dünne Matten, Turnkästen, Langbänke und Medizinbälle. Jede Gruppe hat eine Station, von der aus sie die Folgeetappen bewältigt. Bastian ist heute der Meister der Musikanlage: Am Tag zuvor hatte er Brechanfälle und kann deshalb heute nicht mitmachen - leider, findet er und drückt auf die Start-Taste: Rockmusik ertönt.Jetzt müssen die Kinder um einen Kasten herumrennen, unter einer Bank durchkrabbeln, einen Kasten hochklettern oder mit aufgestützten Armen seitlich über eine Bank hüpfen. Dabei wird ihr Kreislauf ganz schön in Schwung gebracht - und es macht sichtlich Spaß. Als nach zwei Minuten plötzlich die Musik verstummt, hüpfen und rennen viele einfach weiter. Die kleine Dolores ist gerade im Maximaltempo um den Kasten herumgelaufen - und hakt zufrieden auf ihrem persönlichen Fitnesskärtchen ab: „Schnelligkeitstraining“.

Ein paar ungeschicktere und linkische Kinder sind auch in dieser Klasse dabei. Bei ihnen klappt nicht alles auf Anhieb, aber sie haben offensichtlich den gleichen Spaß wie die Sportskanonen. Keiner unterwirft sie einem Leistungstest, keiner macht sich über sie lustig.

Nach knapp zwei Schulstunden sind die Kinder so richtig erledigt. „Zum Abschluss sind Entspannungsübungen sehr gut, um sie langsam wieder herunterzuholen“, erklärt Karl-Heinz Biermann. Er hat neben seiner Arbeit als Sportbeauftragter an der Grundschule Steinenbrück eine Halbtagsstelle als Sportlehrer. Und sprüht schon vor Ideen, was er demnächst alles mit den Kindern erarbeiten will. Unter anderem - man mag es kaum glauben - eine weniger faschistoide Variante des Völkerballs: „Dabei können auch die Kinder weiter mitmachen, die abgeworfen worden sind.“ Schließlich bräuchten ja genau sie spezielle Bewegungsförderung.

Warum nur hat sich diese Erkenntnis nicht schon zu Zeiten von Qualfuß und Driller durchgesetzt?
 


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Naumburger Tageblatt 26.4. 2005
 

«Den Großen dort, den kenne ich»
Basketballer veranstalten Tigers@school-Tag - Zweitklässler trainieren mit Spielern


Aschersleben.  Vier Einkaufswagen stehen in der Arena des Ascherslebener Ballhauses - gefüllt mit Basketbällen. Etwa 150 knallgelbe T-Shirts, die mit einem Tigerkopf bedruckt sind, liegen noch in zwei riesigen Pappkartons. Doch nicht lange, dann haben die Mädchen und Jungen der zweiten Klassen der Ascherslebener Grundschulen die Shirts angezogen und lauschen gespannt, was Tomasz Kumaszynski ihnen zu erzählen hat. Der Jugendkoordinator der Aschersleben Tigers erklärt den Ablauf des Tigers@school-Tag, der im Ballhaus veranstaltet wurde. Eine gemeinsame Idee der Grundschulen und der Basketballer.
Nicht nur theoretisch wird den Knirpsen das Spiel rund um den Basketball erklärt, sondern auch gleich praktisch. Dafür standen insgesamt 20 Betreuer den Kindern zur Seite, davon neun Spieler der ersten Männermannschaft. "Den Großen dort, den kenne ich. Das ist Eddi und er ist 2,05 Meter groß", ist Michele aus der Montessori-Grundschule begeistert. Er spiele gern mit dem Ball und habe den Tigers schon oft beim Spiel zugeschaut.

Doch längst nicht alle Kinder kannten die Basketballer aus Aschersleben. "Ich dachte, wir gehen zu richtigen Tigern", meint Victoria aus der Grundschule Pfeilergraben. "Aber es ist cool hier", ergänzt ihre Freundin Friederike. Und so lernen die Mädchen und Jungen an acht Stationen den Umgang mit dem Ball: Dribbeln, und Fangen, Werfen und auch Zielen.

"Kinder bewegen sich viel zu wenig. Im Durchschnitt sogar weniger als eine Stunde. Fern gesehen wird hingegen zwei Stunden", erklärt Tomasz Kumaszynski. Deshalb dieser Tigers@school-Tag. Ziel sei es, die Jugendarbeit des Vereins sichtbarer zu machen, sich selbst den Nachwuchs zu sichern und natürlich die Schüler für Sport zu begeistern. "Dabei ist es egal welcher Sport, Hauptsache Bewegung", meint er. Und während die Kinder mit den Basketballern turnen, bekommen die Eltern einen Vortrag über Bewegung, Bildung und Ernährung. "Eltern sollten auf ihren Nachwuchs einwirken, so dass mehr Sport getrieben und auf gesunde Ernährung geachtet wird", findet er.

"Wir sind auf jeden Fall begeistert. Die Veranstaltung ist gut organisiert, die Kinder sind konzentriert, hüpfen nicht aus der Reihe, sondern arbeiten die ganze Zeit über mit. Ein toller Sportunterricht", ist auch Margitta Schumann, Pädagogische Mitarbeiterin in der Grundschule Staßfurter Höhe vom Geschehen in der Ballhaus-Arena begeistert.
 


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Rhein-Main-Presse 25.4. 2005

"Kinder brauchen sehr viel Bewegung"
Gymnasium am Römerkastell veranstaltet Sportstunde gemeinsam mit Eltern der Schüler

Die Sportlehrer des Gymnasiums am Römerkastell machen mobil. Denn Studien zeigen, dass sich Kinder heute im Vergleich zu früher viel zu wenig bewegen. Das soll sich durch Projekte, an dem auch die Eltern teilnehmen, ändern.

Jedes fünfte Kind und jeder dritte Jugendliche ist übergewichtig . Viele Kinder ernähren sich falsch, weisen bereits bei Schuleintritt Haltungsschwächen und erhebliche motorische Defizite auf. Kein Wunder, dass das Schul-Fach Sport immer wichtiger wird.

"Sportunterricht", so sagt Jutta Eidenmüller, Sportlehrerin am Römerkastell-Gymnasium (Röka), "wirkt gegenüber der Vielzahl kopflastiger Fächer ausgleichend und hilft Spannungen abzubauen. Neuere Untersuchungen zeigen, dass sich Bewegung nachweislich auch positiv auf die kognitive Leistungsfähigkeit und das Konzentrationsvermögen der Kinder auswirkt". Eine Bewusstseinsänderung der Eltern, für die das Fach Sport oft noch eine unwichtige Randposition im Fächerkanon der Schule einnimmt, sei daher dringend erforderlich.

Einen ersten Schritt in diese Richtung unternahmen die Klassenleiterinnen der Röka-Klassen 6e (Ulrike Klein) und 6f (Jutta Eidenmüller) bereits im September des vergangenen Jahres und luden die Eltern zu einem informationsreichen Sportelternabend ein.

Um Hallenluft und Sportpraxis ging es bei dem jüngsten Projekt mit Eltern und Schülern: Rund 50 Eltern und Kinder der Klasse 6f erlebten eine gemeinsame Sportstunde, bei der so manch einer ins Schwitzen und außer Puste kam, die aber allen Beteiligten sichtlich Spaß gemacht hat.

Nach gemeinsamen Fang- und Laufspielen versuchten sich Eltern und Schüler in verschiedenen Spiel- und Übungsformen mit dem Ball zur Hinführung auf die "großen" Sportspiele. Dabei bekamen sie Einblick in die doch recht hohen Anforderungen bezüglich Geschicklichkeit, Konzentration, Koordination und Kooperation. Am Ende traten Eltern und Schüler in einem Völkerball-Turnier gegeneinander an. In keinem anderen Fach lässt sich Sozialkompetenz so gut vermitteln wie im Sportunterricht. Eltern erfuhren das "Miteinander", das Entstehen eines "Wir-Gefühls" im Team, andererseits aber auch die Relevanz der Beachtung von Regeln und "Fair Play" in der Herausforderung des Wettkampfes. "Nur in der Zusammenarbeit von Schule und Eltern, nur durch die Mitwirkung und Unterstützung der Eltern lässt sich ein Umdenken bezüglich der Wichtigkeit von Bewegung und Sportunterricht erreichen", betont Jutta Eidenmüller: "Bewegung ist Leben, und Kinder brauchen Bewegung". Es ist daran gedacht, weitere Sport-Elternabende dieser Art folgen zu lassen.
 



 

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Lehrer-online 19.4. 2005

Fitness bei Ost-Schülern deutlich gesunken

Leipzig (mdr) - Die sportliche Leistungsfähigkeit der Jugend in Ostdeutschland und ihr Interesse am Sport haben seit der Wende deutlich abgenommen, das durchschnittliche Körpergewicht dagegen zugenommen.

Das ist das Ergebnis einer Untersuchung des MDR-Magazins Umschau in Zusammenarbeit mit dem Leipziger Sportwissenschaftler Dr. Wolfram Crasselt, langjähriger Experte für körperlich-sportliche Entwicklung von Jugendlichen an der DHfK und der Universtität Leipzig.

Besondere Defizite zeigen sich bei den Kraftübungen: Schafften die Mädchen in einer Nachwende-Untersuchung (1990/91) im Durchschnitt noch 14,3 Liegestütze, schaffen sie heute nur noch etwas mehr als Hälfte (8,2). Auch bei den Jungen ein deutlicher Unterschied: 1990/91 kamen sie noch auf rund 22 Liegestütze, heute dagegen bleiben sie schon nach 15 Übungen am Boden.

Klimmziehen und Klettern
Eine ähnlich krasse Differenz zeigt sich beim Klimmziehen: bei den Jungen sank die Zahl der bewältigten Züge aus dem 'Streckhang' um die Hälfe von 4,6 im Jahre 1990/91 auf heute durchschnittlich 2,3. Erschreckende Ergebnisse auch beim Klettern an der 4-Meter-Stange: Jedes zweite Mädchen kommt heute die Kletterstange nicht mehr hoch, während 1990/91 nur jedes sechste Mädchen an dieser Aufgabe scheiterte.
 

Gewichtszunahme
Gesteigert haben sich die Jugendlichen dagegen deutlich messbar beim Gewicht: Mädchen bringen heute im Vergleich zu 1990/91 fast 5 Kilo mehr auf die Waage, bei den Jungen sind es annähernd 2 Kilogramm - und dass, obwohl sich die durchschnittliche Körpergröße in den vergangenen 15 Jahren so gut wie nicht verändert hat.
 

  • Mögliche Ursachen

  • ... für den Rückgang der sportlichen Leistungsfähigkeit sieht die Sportpädagogin und Erziehungswissenschaftlerin Prof. Dr. Renate Zimmer (Universität Osnabrück) vor allem im generell eingeschränkten Bewegungsleben der Kinder.
  • Zu wenig Alltagsbewegung

  • Zwar seien die Kinder heute mehr in Vereinen organisiert, dies würde die fehlende Bewegung im Alltag jedoch nicht ersetzen. Die tägliche Bewältigung von Situationen wie das Springen über Mauern oder das Klettern auf Bäume seien in der heutigen Lebenswelt sehr zurückgegangen.
  • Überbehütung

  • Zudem nannte die Expertin auch die 'Überbehütung' durch die Eltern als Hemmfaktor für die Entwicklung.
Freizeitgestaltung
Bei der Freizeitgestaltung der Jugendlichen zeigt die Untersuchung zudem ein deutlich gesunkenes Interesse am Sport:
Trieben 1990/91 noch mehr als zwei Drittel der Schüler Sport, um sich gesund zu erhalten, denkt heute nur noch jeder zweite der Befragten daran.
Und auch die Freude am Sport hat deutlich nachgelassen, die Zahl der Sportbegeisterten sank von 90 Prozent (1990/91) auf 70 Prozent (2005).
 

Zur Studie
Für diese neue Untersuchung der Umschau wurde bei etwa 400 Leipziger Schülern der 7. Klassenstufe an Hand verschiedener Kraft-, Ausdauer und Geschicklichkeitsübungen der Leistungsstand ermittelt und mit Ergebnissen aus DDR- und Nachwende-Untersuchungen verglichen: Während die sportliche Leistungsfähigkeit der Schüler zu DDR-Zeiten bis einschließlich der Wendezeit stetig zugenommen hat, weist die erst jetzt wieder durchgeführte Untersuchung einen deutlichen Rückgang aus.
 

Lehrer-online / Sport


 

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Westdeutsche Zeitung 14.4. 2005

Schüler in Bewegung bringen

60 Grundschullehrer erhielten bei einem Workshops Tipps, wie im Sportunterricht gerade Kinder mit Bewegungsdefiziten gefördert werden können.
 

Haßlinghausen. Fernsehen statt auf Bäume klettern, gefahren werden, statt zu Fuß gehen. Dr. Klaus Balster nennt es "absurd", dass es sich die Gesellschaft leistet, immer mehr Kinder bewusst zur Inaktivität einzuladen. Balster kennt die Auswirkungen. Er ist Schulsportbeauftragter des Landes und zuständig insbesondere für den so genannten "kompensatorischen Sport".
Bei den Schuleingangsuntersuchungen in NRW wurden bei 19 Prozent der Jungen und acht Prozent der Mädchen Bewegungsstörungen festgestellt, bei mehr als fünf Prozent Haltungsschwächen oder Übergewicht. Wege zu finden, wie man im Sportunterricht gegensteuern kann, ist Balsters Thema und das versuchte er am Mittwoch mit Kollegen 60 Grundschullehrern aus dem Ennepe-Ruhr-Kreis zu vermitteln. Ort der Workshops, den der Aussschuss für den Schulsport ausrichtete: die Sport- und die Turnhalle Haßlinghausen.

"Obwohl ich seit 30 Jahren Sportlehrerin bin, habe ich wieder einiges gelernt", berichtete Marlen Hofeditz, Leiterin der Grundschule Haßlinghausen. Sie hatte den Workshop "Überenergie im Übergewicht" belegt. Das Problem kennen fast alle Sportlehrer. Gerade übergewichtige Kinder, die ohnehin unter Bewegungsmangel leiden, sind für den Sportunterricht nur schwer zu gewinnen, sei es weil sie gehänselt werden oder einfach nicht mitkommen. Angebote schaffen, bei denen Kraft eine Rolle spielt und sie Erfolgserlebnisse sammeln können, lautete der Tipp. Es gab Übungsbeispiele.

Genauso wie für den Umgang mit hyperaktiven oder rauflustigen Kindern. "Kontrollierter Einstieg ins Ringen und Raufen" lautete ein weiterer Workshoptitel. Bei "Schnapp Dir den Schatz" etwa geht es darum, dem Partner einen Medizinball zu entwinden. "Da können sie ihre Kräfte und Energien ausleben", erläuterte Heike Wiggershaus, Beauftragte für den kompensatorischen Schulsport im EN-Kreis. Ganz wichtig aber: Regeln einbauen, damit das Spiel nicht in Balgerei ausartet. Das Zeichen des Ringrichters signalisiert: Stopp.

Im Lehrschwimmbecken erhielten Lehrer Tipps, wie man ängstliche Kinder ans Wasser heranführt. Wie wäre es mit einer Wasserschlacht unter der Dusche oder mit Spielen am Beckenrand, die dann ins Wasser übertragen werden? Koordinationsschwächen erkennen, hatte ein anderer Workshop zum Inhalt.

Dazu wurde etwa eine Wippe eingesetzt. Schließlich ging Balster darauf ein, wie man das Selbstbewusstsein und Selbstbild jedes Schülers stärkt. "Das geht nur über die Stärken, die jeder irgendwo hat. Man hilft den Kindern nicht ihre Grenzen auszutesten, wenn man sie zu Übungen zwingt, bei denen sie erkennbar überfordert sind."

Für Balster ist aber auch wichtig, dass die Eltern mitspielen. Letztlich könne die Schule nur Hilfen geben, um Bewegungsdefizite zu beheben, die im Alltag entstehen. Defizite, die sich auch auf das Lernverhalten auswirken. Heike Wiggershaus: "Wie soll ich einem Kind lehren, gerade zu schreiben, wenn es nicht einmal die Koordination hat, um gerade auszugehen?"
 
 



 

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14.4. 2005 WAZ
 

Toben ist gesund!

Toben, rennen und spielen bis zum Umfallen - für viele Kinder anscheinend keine reizvolle Vorstellung mehr. Immer mehr Schulanfänger zeigen Defizite in der motorischen Entwicklung, viele haben schon in jungen Jahre Haltungsschwächen und Übergewicht.

Unter dem Motto "Bewegung ist Leben, weil Leben Bewegung ist" trafen sich am Mittwoch Lehrerinnen und Lehrer der Grundschulen im Ennepe-Ruhr-Kreis in Haßlinghausen. Der Ausschuss für Schulsport hatte den Aktionstag organisiert.
In fünf Workshops beschäftigten sich die Lehrer mit Möglichkeiten, Kinder zu fördern und zu fordern. Schulamtsdirektor Dr. Lothar Borringo wollte zeigen, dass "Bewegung für alle menschlichen Entwicklungsbereiche entscheidend ist".

"Viele Kinder können nicht mehr geradeaus laufen", bemerkte Heike Wiggershaus, Sportlehrerin an der Bruchfeldschule in Hattingen. Teilweise gehen Schulanfänger noch in Nachstellschritten Treppen hinunter, so stark sind ihre Koordinationsprobleme.
Gemeinsam mit Katrin Kohlbürger leitet die junge Lehrerin den Workshop: "Endlich mal Dampf ablassen". Viel Spaß hatten die Teilnehmer bei den Spielen, die zum kontrollierten "Ringen und Raufen" animieren sollten.

Blind und stumm mussten sich jeweils zwei Partner in der großen Turnhalle wiederfinden, als Erkennungszeichen gab es kleine Gegenstände. Körperkontakt ist in Vertrauensübungen besonders wichtig, und Vertrauen macht Mut.
Mit Koordinationsschwächen und deren Handhabung beschäftigten sich die Lehrer im Seminar "Hilfe, das Kind fällt um!". Beim Balancieren über Wippen mussten die Erwachsenen sich aber zuerst einmal ihren eigenen Gleichgewichtsproblemen stellen.

Besonders übergewichtige Kinder haben oft auch Probleme im Schulsport. Sie zu motivieren und für ein gesundes Leben zu stärken verlangt viel Sensibilität. Martina Ries zeigte Möglichkeiten, Spaß an der Bewegung zu vermitteln, das Körpergefühl zu schulen, und Kinder für gesunde Ernährung zu begeistern. ne



 

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14.4. 2005 WAZ

Kinder- und Jugendparlament fordert 3. Sportstunde

Es gibt zu wenig Sportunterricht an Wittener Schulen. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Kinder- und Jugendparlamentes, das bei dessen gestriger 16. Sitzung im Rathaus vorgestellt wurde.

18 Fragen hat die Projekt-AG an Schulen gestellt. Herausgekommen ist unter anderem, dass sich 97 % mehr als nur eine Doppelstunde Sport wünschen. "Viele haben nur zwei Stunden, obwohl drei auf dem Lehrplan stehen", so ein Vertreter der AG. Insgesamt gebe der Schulsport ein "schlechtes Bild" ab, die Schüler seien "unzufrieden". Einzig die Pauker kamen gut weg, weil sie auf Schülerwünsche eingehen und auch Sportarten jenseits von Basketball und Hockey unterbringen, zum Beispiel Klettern. Warum nicht überall drei Stunden Sport auf dem Stundenplan stehen, müsse von Fall zu Fall geklärt werden, so Siegfried Ebel vom Schulverwaltungsamt, das für die Bereitstellung der Sportstätten zuständig ist. "Eigentlich müsste es möglich sein"...
 
 



 

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Schäbisches Tagblatt 12.4. 2005

Kinder wollen sich bewegen

Der Gomaringer Sportpädagoge Alexander Seeger mahnt Eltern, die Fitness ihrer Kinder zu stärken
 

KREIS TÜBINGEN (slo). Den meisten Erwachsenen ist es ja klar: Bewegung muss sein. Ganze Väterscharen radeln an lauen Sommerabenden quer durchs Steinlachtal, Mütter nutzen gerne die Vormittage für Joggingrunden – während die lieben Kleinen in der Schule sitzen. „Eltern joggen, Kinder hocken – bis der Rücken schmerzt“, kritisiert der Gomaringer Sportpädagoge Alexander Seeger. Und hat es sich zur Aufgabe gemacht, Kinder mehr zu bewegen. Nicht zuletzt, um Unfällen vorzubeugen.

Sie stoßen beim Rennen zusammen, sie stolpern, sie prellen sich beim Ballspielen die Finger, sie fallen hin – die meisten Schülerunfälle, sagt Alexander Seeger, sind Bagatellunfälle. 192500 Schüler sind im vergangenen Jahr in Baden-Württemberg verunglückt, nur fünf Prozent davon sind schwere oder sogar tödliche Unfälle. Dabei wurde festgestellt, dass Kinder, die sich viel bewegen, selten schwer verunglücken. Seeger, 38, hat mit solchen Zahlen beruflich zu tun, er arbeitet bei der Unfallkasse Baden-Württemberg. Und seine Aufgabe ist es, die Unfallzahlen zu minimieren – durch Prävention.

Anreize fehlen

Er selber ist leidenschaftlicher Sportler. „Wenn ich zwei Tage lang nicht laufe, fehlt mir was“, sagt er. Kein Wunder, ist er doch auch Bundestrainer für die deutschen Sprinterinnen. Ganz so wild müssen es Schüler aber nicht treiben – aber bewegen sollen sie sich eben doch. Mehr jedenfalls als sie es tun.

Bewegung, sagt Alexander Seeger, stärkt nicht nur Muskeln, Herz und Kreislauf, sondern schafft auch Risikokompetenz und fördert soziales Verhalten. Und er ist sich sicher, dass sich Kinder durchaus bewegen wollen. Nur: „Es fehlt an Anregung, an Anreizen und Möglichkeiten.“

Achtjährige, die sich den halben Tag mit dem Gameboy auf dem Sofa lümmeln, würden das, da ist sich der Sportpädagoge sicher, nur deshalb tun, weil ihnen keine Bewegung angeboten wird. Und es reiche heutzutage eben nicht mehr, die Kinder einfach „auf die Gass“ zu schicken – auf der fahren inzwischen Autos. Aber auch Gameboy-Fans würden gerne mit Papa kicken, wenn der Feierabend hat. „Das ist natürlich mit Aufwand für die Eltern verbunden“, räumt Seeger ein. Aber: „Schließlich ist das Elternhaus für die Kinder da und nicht umgekehrt.“

Dass Kinder sich gerne bewegen, beweist eine Umfrage, die 2001 unter Grundschulkindern gemacht wurde. 77 Prozent gaben an, sie hätten Interesse am Sport, Schulsport trieben sogar 80 Prozent gerne, in Sportvereinen sind 53 Prozent der Erst- bis Viertklässler. Aber: Nur 26 Prozent der Kinder spielen in ihrer Freizeit höchstens einmal in der Woche im Freien, dabei Mädchen weniger als Jungs. Und umso älter die Kinder sind, desto weniger bewegen sie sich und desto weniger Interesse an Sport haben sie.

Zu der Studie gehörte auch ein Praxistest, bei dem Seeger einer der Prüfer war. Dabei mussten die Kinder unter Zeitdruck einen Bewegungsparcours durchlaufen, einen Ausdauertest machen und konzentriert mit dem Ball zielen. Ergebnis. „Toll, wie gut einige Kinder dabei waren. Und erschreckend, wie viele die leichtesten Übungen nicht hinbekommen haben“. Vor allem an der Koordination mangle es, stellte die Studie fest. Im Vergleich zu einer 15 Jahre alten ähnlichen Untersuchung zeigte sich, dass es keine pauschale Verschlechterung der körperlichen Leistungsfähigkeit gibt, dass aber der Unterschied zwischen den einzelnen Kindern wesentlich größer ist als früher. „Die fitten Kinder von heute sind wesentlich besser als früher, aber die mit schlechtem Fitnessniveau sind wesentlich schlechter als früher“, so Seeger.

Beim Werfen war das Ergebnis im Vergleich zu 1986 um fünf Prozent schlechter, beim Standweitsprung stellte die Studie gar eine Verschlechterung der Leistungen um 12 Prozent fest. „Kinder springen zu wenig, die können das nicht mehr“, folgert Seeger.

Die Gründe für das schlechte Abschneiden sieht Seeger ganz klar in mangelnder Bewegung. Und auch für die gibt es Gründe. „Viele Kinder haben einen zu engen Terminplan, einen Kurs hier, eine Gruppe da – da bleibt kaum Zeit fürs draußen Spielen.“ Unattraktive Spielplätze, wenig Schulsport, kaum Anregung durch die Eltern – „da ist der Gameboy eine Flucht“, so Seeger.

Eltern fordert er deshalb auf, sich gemeinsam mit den Kindern zu bewegen. „Den Feierabend und die Wochenenden nutzen, um in die Natur zu gehen.“ Wandern etwa – und zwar quer durch den Wald, wo die Kinder auch mal auf Baumstämmen balancieren können. Radfahren, Kicken, Federballspielen, Frisbee – „eben das tun, was wir als Kinder auch gern gemacht haben“. Und das war „ganz sicher nicht der Sonntagsspaziergang auf asphaltierten Wegen.“

Bewegung in der Schule

Aber nicht nur die Eltern sind gefordert, ihre Kinder mehr zu bewegen, auch die Schule kann viel tun. Die Grundschule am Hechinger Eck etwa ist eine „bewegte Schule“, ein Konzept, das immer mehr Grundschulen anstreben. Da wird auf dem Schulhof getobt und geklettert, balanciert und gekickt. Bewegung gehört zum Unterricht: In Mathematik werfen sich Lehrer und Schüler Bälle zu, die Erstklässler lernen die englischen Zahlen mit einem Bewegungsspiel und in Deutsch gehen die Kinder beim Lesen um die Tische herum. Wenn die Konzentration nachlässt, gibt es kleine Pausen, in denen die Schüler rennen oder jonglieren, Bälle werfen oder auch entspannen.

Während Mama morgens an der Steinlach entlang joggt, haben dann auch die Kinder ihre Bewegung: In der Schule.
 
 



 

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WAZ 8.4. 2005
 

"Bewegung ist Leben, weil Leben Bewegung ist"

Mit einem Aktionstag für den Schulsport will der Kreis-Schulsportausschuss am Mittwoch in Sprockhövel gegen den steigenden Bewegungsmangel bei Schülern mobil machen.

"Schüler, die nicht rückwärts laufen können, haben häufig auch Probleme, das Rechnen zu lernen." Diese Aussage spiegele die Erfahrungen vieler Lehrer wider und sei Folge einer veränderten Umwelt, so die Initiatoren. Während es Kinder vor Jahren noch vielfach gewohnt gewesen seien, draußen herumzutoben, auf Bäume zu klettern oder Augen, Hände, Nase und Ohren gleichermaßen zu nutzen, lebten sie heute häufig in bewegungsfeindlich gestalteten Wohngebieten, verbringen Stunden vor Computer und Fernsehgerät oder fordern ihre Sinne nur noch einseitig.

Die Schuleingangsuntersuchungen zeigten gravierende Folgen: 19 % der Jungen und 8 % der Mädchen litten an Koordinationsstörungen, über 5 % der Kinder an Haltungsschwächen oder Übergewicht. Defizite, die sich auch aufs Lernverhalten auswirkten.

Um Kinder durch das Sportangebot an den Schulen noch besser zu fördern, richtet der Ausschuss für Schulsport jetzt einen Aktionstag in Sprockhövel aus. Unter dem Motto "Bewegung ist Leben, weil Leben Bewegung ist" soll gemeinsam mit Grundschullehren die Bedeutung von Wahrnehmung und Bewegung als Tore zum Lernen thematisiert werden. "Wir wollen zeigen, dass Bewegung für alle menschlichen Entwicklungsbereiche entscheidend ist und sogar eine Rolle im Prozess des Erwerbs von Kulturtechniken spielt", so Mitorganisator Dr. Lothar Borringo vom EN-Schulamt.

Ziel des Aktionstages sei aber auch, die Teilnehmer miteinander ins Gespräch zu bringen, Bewusstsein für Ursachen und Auswirkungen von veränderten Bewegungsverhalten bei Kindern zu erzeugen.
 



 

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DSB-aktuell 6.4.2005

Sport in der Ganztagsschule - eine Mogelpackung?

Der Text des Anstoßes ist eine neue Hochglanzbroschüre des Bundesministeriums für Bildung und Forschung mit dem Titel "Ganztagsschulen. Zeit für mehr", in der das pädagogische Profil dieser bundesweit propagierten innovativen Unterrichts- bzw. Schulform ausführlich beschrieben wird.
 

Offner Brief des Sportlehrerverbandes an Bildungsministerin Bulmahn

Dazu gehören auch sogenannte Beispiel-Stundenpläne für die 6. Klassen, die demnach ganztägig in der Zeit von 8.00 bis 16.00 Uhr unterrichtet werden (sollen). Und genau diese Stundenpläne sind für den Deutschen Sportlehrerverband (DSLV), die Berufsorganisation der Sportlehrkräfte in Deutschland, Anlass zu einem offenen Brief an Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn mit einer kritischen Stellungnahme: Die skizzierten Stundenpläne weisen nämlich jeweils nur noch zwei Unterrichtsstunden im Fach Sport aus. Diese sind dazu noch als Doppelstunden und darüber hinaus als Randstunden am Ende eines Unterrichtsvormittags bzw. Unterrichtstages in der zweiten Wochenhälfte bzw. am Freitag äußerst ungünstig platziert.

Kürzung der Sportstunden im Musterplan ist nicht verabredet gewesen

Die Hauptkritik des Sportlehrerverbandes wendet sich allerdings zunächst gegen die vorgenommene Kürzung von drei auf nur noch zwei Unterrichtsstunden im Fach Sport, zumal diese Entscheidung entgegen aller Vereinbarungen in der Kultusministerkonferenz getroffen wurde, die auch ihren Niederschlag in den aktuellen Richtlinien und Lehrplänen der einzelnen Bundesländer gefunden hat. Auch der Deutsche Sportbund (DSB) hat sich in seinen Positionspapieren zum Schulsport immer wieder für einen Mindestumfang von drei verpflichtenden Sportunterrichtsstunden ausgesprochen. In dem offenen Brief an die Ministerin, der von Helmut Zimmermann (Krefeld), dem Vizepräsidenten des DSLV für den Schulsport, unterzeichnet wurde, heißt es wörtlich weiter, „dass die Musterstundenpläne, zumindest was das Fach Sport anbelangt, keine Vorbildfunktion haben können. Im Gegenteil, sie provozieren als schlechte Beispiele einen pädagogisch unsinnigen Umgang mit dem Fach und seinen spezifischen Möglichkeiten".

Der DSLV richtet daher mit seinem Brief die Bitte an die Ministerin, "die veröffentlichte Fehlleistung zurückzuziehen oder zu korrigieren, damit schlechte Beispiele nicht noch länger Schule machen". Der offene Brief des DSLV an Edelgard Bulmahn ist jetzt abgedruckt im neuen Heft (März 2005) der Zeitschrift "sportunterricht", der vom DSLV herausgegebenen Monatsschrift zur Wissenschaft und Praxis des Sports. Das Heft enthält drei weitere fachspezifische Beiträge zum Thema Sport in der offenen Ganztagsschule, darunter auch einen mit dem Titel "Das Fach Sport an Ganztagsschulen: Eine Mogelpackung?", in dem Helmut Zimmermann, zugleich Präsident des DSLV-Landesverbandes Nordrhein-Westfalen, die im Brief an die Ministerin aufgezeigte Problematik mit Hintergrundinformationen erläutert. Ein Antwortschreiben von Ministerin Bulmahn auf den DSLV-Brief steht gegenwärtig noch aus.
 

BMBF - Ganztagsschule


 
 

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DSB-aktuell 4.4. 2005

Startschuss zum internationalen Kreativwettbewerb für Schulen

Der Startschuss für die internationale Phase des Kreativwettbewerbs "Talente 2006 – Die FIFA WM in der Schule" ist gefallen.
 

Deutsche Schulen können alleine oder gemeinsam mit ihren Partnerschulen im Ausland teilnehmen. Darüber hinaus dürfen auch Europaschulen, deutsche Schulen im Ausland und Deutschklassen der Goethe-Institute ihre Arbeiten in deutscher Sprache einreichen. Schülerinnen und Schüler aller Altersklassen und aller Schulformen erarbeiten bei diesem Kreativwettbewerb Projekte zum Thema "Die Welt zu Gast bei Freunden™" im Zusammenhang mit der Weltmeisterschaft.

Zur Auswahl stehen fünf Kreativ-Kategorien, jeweils unterstützt von prominenten Paten: Bildende Kunst (Otmar Alt), Musik (Sasha), Kreatives Schreiben (Benjamin Lebert), Mediale Kunst (Sönke Wortmann), Darstellende Kunst (Anke Engelke).

Tolle Preise zu gewinnen
adidas erfüllt einen Traum für Fußballfans: Die schönsten von Schülerinnen und Schüler erarbeiteten Fußball-Entwürfe werden exklusiv von adidas produziert. Darüber hinaus werden unter allen eingereichten Projekten 20 Großfernseher mit DVD-Rekorder von Philips, 100 Original Fußbälle von adidas für die FIFA WM 2006™, ein adidas Schul-Event und zahlreiche weitere Sachpreise von Bertelsmann und wissen.de verlost.

Großes "Talente 2006 Festival" in Berlin
Höhepunkt und Abschluss der Kampagne ist das zweitägige Schul-Kultur-Festival am 10. und 11. Mai 2006 am Berliner Olympiastadion. Die 100 Gewinnerprojekte dürfen ihre Arbeiten einem großen Publikum präsentieren. Darüber hinaus wird ein umfangreiches Rahmenprogramm mit zahlreichen Mitmach-Aktionen angeboten.

Partner der Schulkampagne
adidas und Philips präsentieren die Schulkampagne "Talente 2006 - Die FIFA WM in der Schule", die in Zusammenarbeit mit der Kultusministerkonferenz der Länder und dem Goethe-Institut durchgeführt wird. Eine Medienkooperation wurde mit dem KI.KA, dem Kinderkanal von ARD und ZDF, vereinbart.

Weitere Informationen zum Wettbewerb sowie die Möglichkeit zur Anmeldung stehen im Internet unter www.FIFAworldcup.com/talente2006. Das Info Team ist per Telefon unter 01805 – 44 2006 (0,12 €/Minute) und per E-Mail erreichbar: infoteam@talente2006.de.
 
 




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Münchener Merkur 26.3. 2005

Zeitbombe Bewegungsmangel
Volksschule Dietramszell: Plädoyer für mehr Sportunterricht

Dietramszell - "Der Mensch ist ein Bewegungswesen. Er wird krank, wenn man ihn deaktiviert." Vor diesem Hintergrund warnte Dr. Ludwig V. Geiger Schüler-Eltern und Lehrer vor der "Zeitbombe Bewegungsmangel". Der Sportmediziner des Deutschen Skiverbandes hielt auf Einladung des Elternbeirats einen Vortrag, zu dem am Freitagabend gut 50 Zuhörer in die Aula der Dietramszeller Volksschule gekommen waren. Rund 20 bis 30 Prozent der Kinder seien zu dick. Neben Überernährung ist laut Geiger Bewegungsmangel die Hauptursache dafür. Deshalb sei Sport "eine Notwendigkeit, die nie größer war als heute".

In den USA sei bereits jeder dritte Patient, der an "Alterszucker" erkrankt, ein Kind. Und das sei nur die Spitze des Eisbergs. Zum Beispiel stünden auch schwer wiegende psychosoziale Integrationsstörungen und sogar der dramatische Anstieg der Selbstmordrate bei Kindern im Zusammenhang mit Bewegungsmangel, erläuterte der Referent. Geiger fordert deshalb: "Die desolate Schulsport-Situation muss dringend verbessert werden." Nötig seien mindestens vier Stunden Sport pro Woche. Doch stattdessen würden überall im Land Schwimmbäder geschlossen, Sporthallen umfunktioniert oder deren Nutzung derart verteuert, dass die Vereine die Mieten kaum mehr aufbringen könnten. "Andererseits werden für hunderte Millionen Euro Monster-Arenen für den Profi-Sport errichtet", kritisierte der Mediziner.

Sport-Unterricht dürfe sich nicht auf die herkömmliche "Turnstunde" beschränken, sondern müsse ebenso theoretisches Wissen vermitteln. "Wir wissen genau, wie sich die gemeine Stubenfliege ernährt, haben aber keine Ahnung über unseren Körper", beklagte der Ärztliche Leiter des Instituts für angewandte Sport- und Präventivmedizin am Medical-Park Chiemsee. Viele Kinder hätten zwar ein schlechtes Gewissen, wenn sie das abendliche Zähneputzen vergessen haben, so Geiger, aber es lasse sie unberührt, wenn sie sich den ganzen Tag über kaum bewegt hätten.
 



 

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Mitteldeutsche Zeitung 17. 3. 2005

Schüler hängen in den Seilen
Berufsbildende Schulen Zeitz: Unfallkasse Zerbst stellt mobile Kletterwand bereit
 
Schülerin der 12. Klasse des Fachgymnasiums an den Berufsbildenden Schulen Zeitz,
hat den ersten Aufstieg geschafft. 
Die mobile Kletterwand nutzten in dieser Woche rund 800 Schüler,
an ihre Grenzen zu gehen, um den Aufstieg zu schaffen. (MZ-Foto: Hartmut Krimmer)

Zeitz/MZ.  Statt beim Judokurs auf der Matte zu liegen, hingen die Zwölftklässler des Fachgymnasiums der Berufsbildenden Schulen Zeitz am Mittwochnachmittag in den Seilen. Für diese Zwecke stand dort eine mobile Kletterwand. Weil die Zeitzer Berufsschule regelmäßig Veranstaltungen zur Verkehrserziehung ihrer Schüler veranstaltet, belohnte die Unfallkasse Zerbst sie mit der Aktion.
Als einziger Schule in Sachsen-Anhalt finanzierte sie der Zeitzer Berufsschule den einwöchigen Einsatz der Kletterwand an der Schule und übernahm die Kosten von rund 10 000 Euro. Mindestens 800 Berufsschüler und Fachgymnasiasten werden das Training an der Wand bis Freitagmittag ausprobieren. Zuvor war die Wand in Hessen unterwegs, nun schafften sich Schüler in Sachsen-Anhalt daran.

Doch es geht nicht nur um die sportliche Betätigung, auch wenn Sportlehrer Torsten Bauer eine gute alternative Sportnote jenen in Aussicht stellt, die die Wand bis zum Gipfel erklimmen. Beim zweiten Aufstieg tragen die Schülerinnen und Schüler Gewichte, Handschuhe und Brille. Damit werde das Gefühl eines Vollrausches (Alkohol oder Drogen) erzeugt. Der Körper wird schwer, die Hände greifen nicht mehr sicher, der Blick verschwimmt. Genauso wird das Fahrverhalten von Kraftfahrern beeinträchtigt, wenn sie sich unter Alkohol- oder Drogeneinfluss hinters Steuer setzen. Und schon sei man wieder bei der Verkehrserziehung, sagt der zuständige Berufsschullehrer Dieter Schilling.

Die Chance, sich an der Kletterwand auszuprobieren, nutzen die Zeitzer Schüler in Sportunterricht und Freistunden gern. "Gleichzeitig", so Schilling, "finden in der Schule Seminare zur Verkehrssicherheit mit der Polizei statt."
 
 



 

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DSB aktuell 16.3. 2005

Bewegungsmangel wird zur großen Herausforderung

Der Gesundheitsbeauftragte des Deutschen Sportbundes, Prof. Dr. Dr. Winfried Banzer, hat bei der letzten Anhörung zum Präventionsgesetz vor dem Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestages nochmals den Wert der sportlichen Bewegung für die Gesunderhaltung der Bevölkerung herausgestrichen.

Vor Gesundheitsausschuss den Wert des Sports für Prävention betont
"Die Bewegungsarmut und der Bewegungsmangel gehören zu den großen Herausforderungen der kommende Jahre", betonte der Frankfurter Sportmediziner.
Dieses Manko könne durch das schon bestehende Netzwerk des organisierten Sports mit seinen 90.000 Vereinen und den gut 10.000 zertifizierten Kursangeboten "SPORT PRO GESUNDHEIT" gut bekämpft werden. Banzer betonte, dass sportliche Bewegung nicht nur für die Primärprävention gut sei, also zur Vorbeugung von Krankheiten, sondern auch zur Behandlung von bereits entstandenen Krankheiten.

DSB und Banzer begrüßen das Präventionsgesetz

Der Deutsche Sportbund und Banzer haben das Präventionsgesetz bereits länger, seit der Vorstellung des Referentenentwurfes im Dezember, in seinen Grundzügen begrüßt. Aber ähnlich wie Ulf Fink vom Büro für Gesundheit und Prävention sieht der DSB ein Problem in der fehlenden Beisteuerung von öffentlichen Mitteln zur Finanzierung der Prävention. "Es besteht die Gefahr, dass sich die finanziellen Mittel für die Maßnahmen langfristig erheblich reduzieren, wenn eine Beteiligung von Bund, Ländern und Kommunen nicht gesetzlich verankert wird", meinte Fink, mit dessen Büro der DSB eng kooperiert.

Das Präventionsgesetz ist im Januar vom Bundeskabinett gebilligt worden und war bereits zur ersten Lesung im Bundestag, bevor es nun nach der Anhörung zu den letzten Beratungen in die Ausschüsse verwiesen wird. Noch vor der Sommerpause des Parlaments soll es endgültig verabschiedet werden; erste Teile sollen noch im Laufe des Jahres in Kraft treten.

Nach den Vorstellungen des Bundesgesundheitsministeriums, die allerdings mit den Bundesländern abgestimmt sind, werden künftig 250 Millionen Euro jährlich für die Prävention ausgegeben. Diese Mittel werden von den Sozialversicherungsträgern aufgebracht. 50 Millionen sollen für eine Präventionsstiftung unter Bundesaufsicht gebraucht werden, die unter anderem bundesweite Kampagnen initiieren und Modellprojekte steuern soll. 100 Millionen werden in die Prävention auf Länderebene fließen. 100 Millionen stehen den Versicherungsträgern selbst zur Verfügung.

Noch nicht abschließend geklärt ist eine Beteiligung der Privaten Krankenkassen, die auch von einer verstärkten allgemeinen Prävention profitieren können. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung kritisierte in Berlin, dass der Aspekt der Ernährung viel zu kurz komme. Die Akademie für Kinder- und Jugendmedizin sieht Mängel bei der Einbeziehung von Kindern und Jugendlichen, da in diesem Alter die Grundlagen für ein späteres Übergewicht gelegt würden.

DSB-aktuell

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11.3. 2005 KA-News

Neues Forschungszentrum
Schulsport wird unter die Lupe genommen
 
... Karlsruhe - Bei vielen Kindern und Jugendlichen kommt Bewegung und Sport viel zu kurz. Dabei würde sportliche Betätigung die Stimmung und die Konzentrationsfähigkeit steigern. Bessere Sport- und Bewegungsangebote würden hier helfen. Deshalb gründen jetzt die Universität und die Pädagogische Hochschule (PH) Karlsruhe ein Forschungszentrum für den Schulsport und den Sport von Kindern und Jugendlichen (FoSS). Heute wurde die Vereinbarung von Professor Dr. Horst Hippler, Rektor der Universität, und Dr. Wolfgang Tzschaschel, Verwaltungsdirektor der PH, unterschrieben.

"Die Einrichtung des FoSS ermöglicht uns eine hochqualifizierte Forschung zu der Beziehung von Aktivität, Fitness und Gesundheit von Kindern und Jugendlichen", so Professor Dr. Klaus Bös, Leiter des Instituts für Sport und Sportwissenschaft der Universität. Als Geschäftsführerin des neuen Forschungszentrums fungiert in Zukunft Dr. Ilka Seidel. Schwerpunkt der Arbeit von FoSS ist die vernetzte Forschung und Konzeptentwicklung auf dem Gebiet von Bewegung, Spiel und Sport von Kindern und Jugendlichen in den Bereichen Schule, Kindergarten, Verein und Freizeit.

Außerdem verfolgt das Forschungszentrum einen lebensweltbezogenen Ansatz: Eine fundierte und kompetente Bewegungs-, Spiel- und Sporterziehung soll dazu beitragen, dass Sport und Bewegung als "Lifestyle", als selbstverständliches Lebensprinzip, in die Alltagswelt eingebunden werden.
 
 
 

Schulsportstudie - Sportunterricht in Deutschland

 



 

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11.3.2005 Lausitzer Rundschau

Brandenburg ist Vorreiter für «Tanz im Schulsport»
80 Lehrer treffen sich zur Weiterbildung in Lübben

Für 80 Sportlehrer aus Brandenburg, Berlin, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Rheinland-Pfalz wird an diesem Wochenende die Turnhalle der Spreewald-Gesamtschule in Lübben (Dahme-Spreewald) zum Tanzparkett.

Zur siebten Weiterbildung «Tanz im Schulsport» kommen die Pädagogen, um Salsa, Rock’n’Roll und den Tanz des Jahres an der Spreewald-Schule «Un, dos, Tres» (eine Samba) für ihren Sportunterricht zu erlernen.

Koordinatorin noch einmalig
Brandenburg ist deutschlandweit Vorreiter im Bereich «Tanz im Schulsport» . Nur hier gibt es mit Erika Lehmann seit 2002 eine Landeskoordinatorin dafür. Die ausgebildete Tanz- und Sportlehrerin hat das Tanzen an der Spreewald-Schule seit 1991 aufgebaut. «In der siebten und achten Klasse haben die Mädchen in ihrer dritten Sportwochenstunde Tanz. Jungen können sich freiwillig dafür entscheiden» , berichtet sie. Daneben gebe es an der Schule den Tanzclub Lübben 94. «Dort können die Schüler weitermachen, ihre Fähigkeiten ausbauen» , so die Landeskoordinatorin. Mit 25 Schülern habe sie 1991 angefangen. Mittlerweile seien es 450. «Unsere Schule ist im Tanzfieber. Das ist einmalig in Deutschland.»

Vorteile liegen auf der Hand
Für Erika Lehmann liegen die Vorteile dieser Sportstundenerweiterung auf der Hand: «Tanzen, das sind nicht nur die Schritte. Die Schüler erlernen auch Etikette, Anstand und Höflichkeit sowie Körperbeherrschung und -koordination. Manchmal müssen sie sich durchbeißen. Das formt einen jungen Menschen.»
Aus dieser Überzeugung heraus kontaktierte Erika Lehmann 2000 den damaligen Bildungsminister Steffen Reiche (SPD) und gewann ihn für die Idee, Tanzen im Schulsport anzubieten.
Auch das für die Spreewald-Schule zuständige Schulamt in Wünsdorf lobt die Idee und Erika Lehmanns Engagement. Dazu der Leiter, Dr. Ulrich Viets: «Ich habe die Schüler der Schule selbst einmal tanzen gesehen. Es war professionell und beeindruckend.»
 
 



 

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Aachener Zeitung 10.3.2005

Multimedia in Sportstunden

Jülich. Sportunterricht ist nicht gleich Sportunterricht. Viele denken dabei an Laufen, Fußball und Gymnastik und eine Lehrerin mit Trillerpfeife.
Dieses Klischee gibt es schon lange nicht mehr. Mittlerweile werden moderne Medien dafür verwendet, um die Stunden aufzulockern. Die Sportreferendarin Sonja Eggersmann nutzt dieses System zurzeit in der Stufe 11 des Gymnasiums Zitadelle Jülich.

«Bewegungsbeobachtung und Verhalten am Sport Badminton», heißt es in der Fachsprache. Für die 27-Jährige ist das kein Fremdwort, denn sie hat an der Uni Münster Sport studiert.
Selber hat sie lange überlegt, wie man das Thema den Schülern nahe bringen kann. Schließlich hat sie sich für Fotos und Auswertebögen entschieden. «Es ist effizienter, wenn die Schüler selbst ihre Fehler erkennen», erläutert die Referendarin.

So wurden die Schüler während des Badmintonspiels fotografiert. Jeweils im Duo wurden Beobachtungsbögen ausgefüllt, die die Bewegungen des anderen detailliert beschrieben. In einer Sportstunde wurde alles im Multimediaraum via Computer ausgewertet und analysiert.

Die Schüler bekamen ihre Bilder und konnten anhand einer animierten Vergleichsgrafik den Unterschied und die Fehler in der eigenen Bewegung erkennen. «Diese Form des Sportunterrichts eröffnet andere Perspektiven», meint Eggersmann. «Es fördert Wahrnehmung, Leistung, Kooperation und vor allem die Selbsteinschätzung.»

Diese Methode wird im normalen, schulischen Sportunterricht selten eingesetzt und findet eher in Sporthochschulen ihre Anwendung.

Neue Medien im Sportunterricht
(Lehrer-online)


 

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9.3. DSB - aktuell

Sportunterricht oder Das Ticken einer bildungspolitischen Zeitbombe

Der Schulsport muss bei allen bildungspolitischen Bemühungen, nationale Bildungsstandards zur Verbesserung der Unterrichtsqualität zu entwickeln, ein fester, integraler Bestandteil des Unterrichts an den allgemeinbildenden Schulen bleiben.
 

Hauptschulen sind das absolute Stiefkind des Schulsports

Das forderten Politiker, Pädagogen und Schulpraktiker in der Sendung "Nachspiel" im Deutschlandradio Berlin. "Die Hinwendung zu kognitiven Fächern wird wohl nicht dazu führen, dass der Schulsport zukünftig vernachlässigt wird", hofft Prof. Wolf-Dietrich Brettschneider von der Universität Paderborn, der die empirische Schulsportstudie SPRINT des Deutschen Sportbundes (DSB) und der Kultusministerkonferenz der Länder leitet. "Es sieht im Moment eher so aus, dass die Hinwendung zu bildungspolitischen Fragen eine Sogwirkung erzielt, von welcher der Sport profitieren kann."

Allerdings spielt derzeit in der großen Reformdiskussion, die durch das mäßige Abschneiden 15-jähriger Schülerinnen und Schüler bei internationalen Bildungstests in Gang geraten war, der Sport so gut wie keine Rolle – genauso wenig wie die Fächer Musik, Kunst und Religion. Die Sportpädagogik sieht sich im Moment stark herausgefordert, denn die Bildungspolitik tendiert zu einer ökonomischen und technokratischen Orientierung von Schule. Einige Erziehungswissenschaftler wollen eine reine Paukanstalt schaffen, in der Sport und Kultur nur noch sehr wenig Raum haben dürften.

Sportunterricht ist unerlässlich für die gesunde Entwicklung der Kinder

Überhaupt: Der Schulsport ist vielen Erziehungswissenschaftlern schon lange ein Dorn im Auge. So fordert Prof. Dieter Lenzen, Präsident der Freien Universität Berlin, die Streichung des Sportunterrichts aus dem Fächerkanon. Lenzen meint, Schulsport sei heute durch Sicherung individueller Interessen der Sportorganisationen begründet, die im Gegensatz zu staatlichen Interessen ständen. Der Wissenschaftler blendet dabei allerdings die präventiven und die sozialen Komponenten sowie den Bildungsauftrag des Sports aus.

Energischen Widerspruch gegen Lenzens Thesen erhob im Deutschlandradio Berlin Schulleiter Friedhelm Julius Beucher von der Montanus-Grundschule in Burscheid. "Ich stehe für ein anderes Bildungsideal ein", erklärte der Rektor, der von 1998 bis 2002 Vorsitzender des Sportausschusses des Deutschen Bundestages war. "Drei Stunden Sportunterricht: Das ist eigentlich die Pflicht, die in der Schule auch umgesetzt werden sollte. Jeder, der da etwas wegnehmen will, versündigt sich an der körperlichen Entwicklung der Kinder."

Neue Impulse für den Schulsport

Sportpädagogen weisen mit Recht darauf hin: Sport ist heute das einzige Fach in der Schule, in dem sich Bildungs- und Erziehungsprozesse direkt über körperliche Erfahrungen vollziehen. So stehen die Sport-Befürworter in der Pädagogik für eine Schule, die junge Menschen mit Leib und Seele bilden und erziehen soll; sie engagieren sich für eine Schule, die mehr ist als eine Vermittlungsagentur von Wissensbeständen. Der Sport- und Erziehungswissenschaftler Christian Bilan von der FU Berlin setzt sich für eine Neuakzentuierung des Schulfaches ein. "Wir müssen vom reinen Sportarten-Konzept wegkommen und den Sportunterricht auf Fähigkeiten und übergreifende Fertigkeiten orientieren", sagte Bilan. "Ich kann mir gut vorstellen, die Einzelstunde Sport in einen Kanon zu überführen. Man kann sie mit Musikunterricht zusammenbringen und den Tanz prononcieren. Sie kann mit Arbeitslehre gekoppelt werden, wenn es um Ernährung, sportliche Bewegung und gesunde Lebensführung geht."

Kernbestandteil des Sportunterricht sollte – so Christian Bilan – eine gute sportmotorische Grundausbildung sein, die Grundfertigkeiten für das Leben lehrt: "Diese Grundfertigkeiten körperlicher Bewegung, auch Körperbeherrschung, kann in vielen Alltagssituationen helfen."

Das Hörfunk-Feature beschäftigte sich auch mit der desolaten Situation des Schulsports an Hauptschulen. Gerade bei den Schülerinnen nehme das Desinteresse zu, erklärte Sportlehrerin Sieglinde Wild von der Anna-Siemsen-Oberschule in Berlin-Neukölln: "Es ist für die Mädchen immer eine Strafe, wenn die Leichtathletik-Saison beginnt – das mögen sie gar nicht. Laufen fällt ihnen schwer, sie sind nicht ausdauernd. Sie schaffen es oft nicht, fünf Minuten durchzulaufen. Sobald es anstrengend wird, verweigern sie sich auch." Dabei werde von den Schülern und den Eltern die Bedeutung des Sportunterrichts und der Sportzensur unterschätzt, denn ein zukünftiger Ausbildungsplatzgeber schaue sich natürlich auch die Sportnote an. Eine Fünf oder Sechs signalisiere doch, "dass der Jugendliche eine Arbeitshaltung hat, die nicht willkommen ist: er hat sich verweigert, oder er ist – schlicht und einfach gesagt – faul".

Zahl der Übergewichtigen an den Hauptschulen steigt dramatisch

Nach Einschätzung des Kollegiums müsste die Hauptschule eigentlich täglich zwei Stunden Sportunterricht geben, um die körperlichen Defizite der jungen Leute aufzufangen. Gerade bei den Jungen nimmt nach Beobachtung von Sieglinde Wild das Übergewicht ständig zu: "Wenn sie einen Beruf erlernen wollen, in dem man viel stehen muss, Koch, Maler oder Friseur, bekommen sie große Probleme – vorausgesetzt sie bekommen bei ihrer Körperfülle überhaupt eine Lehrstelle."

Gerade in den Hauptschulen sei der Sport das absolute Stiefkind, erklärte Prof. Wolf-Dietrich Brettschneider. Sportunterricht werde hier – im Vergleich zu anderen Schularten – am wenigsten und dann auch noch qualitativ am schlechtesten erteilt. Der Sportpädagoge und Erziehungswissenschaftler Christian Bilan (Berlin) hört sogar eine bildungspolitische Zeitbombe ticken: "Mit der kognitiven Arbeit komme ich zwangsläufig nicht mehr an alle Schüler heran. Dies schaffen wir nur über Emotionen, über Körperarbeit." Das Projekt von Sir Simon Rattle, Chefdirigent der Berliner Philharmoniker, sei vorbildlich: Rattle hatte sich vor der Vertragsunterzeichnung zusagen lassen, dass er an Hauptschulen Tanz-, Körper- und Theaterarbeit mit Jugendlichen machen kann. Bilan: "Genau diese Hauptschüler sind dadurch angerührt worden, wie man es von Musik kennt. Diesen Transfer kann man problemlos auf den Sport übertragen. Über Körperarbeit, über Expression dessen, was in ihnen drin sitzt und was sie verbal einfach nicht darstellen können, können Schüler neu beschult werden. Ein Sportunterricht mit neuen Ansätzen wäre hierfür eine sehr wertvolle Komponente."

DSB-aktuell

 



 
 

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9.3. 2005 Sportunterricht.de
 

Kongress - Die Zukunft des Fußballs ist weiblich
1. Frauen- und Mädchenfußball-Kongress in Deutschland der erste Frauen- und Mädchenfußball-Kongress in Deutschland statt.

Ziel des Kongresses ist es, Frauen- und Mädchenfußball in Deutschland aus unterschiedlichen Perspektiven zu diskutieren.Es werden Ergebnisse der wissenschaftlichen Forschung zum Thema vorgestellt, ebenso soll die Einschätzung von Expertinnen und Experten aus Politik, Medien und Wirtschaft gehört werden.
Der Blick „über den Tellerrand” und die Erfahrungen und Konzepte anderer Nationen sollen dabei nicht außer Acht gelassen werden.

Die Diskussionen werden alle Facetten, die den Frauen- und Mädchenfußball ausmachen,aufgreifen und Anregungen und Empfehlungen geben, wie zukünftig effektive Konzepte und Strategien entwickelt und umgesetzt werden können.

Daraus resultierend sollen attraktive Angebote geschaffen werden, um noch mehr aktive Frauen und Mädchen mit dem „Fußball-Virus” anzustecken, die Anzahl der ehrenamtlich Tätigen rund um den Frauen- und Mädchenfußball zu steigern und innerhalb aller gesellschaftlichen Bereiche für die Sportart zu begeistern!

Kongress-Webseite
Programm


 
 

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Neue Westfälische 8.3. 2005

Aufwärts Klettern ist Trendsport – und Bielefeld Ostwestfalens Klettermetropole
 

Bielefeld. Erst hoch hinaus – dann mal richtig abhängen. Und dann abseilen. Für Katharina Becker ist das das Größte. Klettern. Für die Elfjährige kein Sport wie jeder andere. "Man muss seine Vertrauensperson finden, meine ist heute meine beste Freundin."
Katharina hängt in der Kletterwand der Gesamtschule Schildesche, baumelt in fünf Metern Höhe, neben ihr kletterbegeisterte Mitschüler. Ein Trend: im Unterricht, in der Freizeit. Seit der Alpenverein 2004 die höchste Kletterwand im Umkreis von hunderten Kilometern gebaut hat, ist Bielefeld Klettermetropole.

"Aus dem Alpenverein wurde ein Altenverein – und jetzt werden wir ein Jugendverein." Ulrich Zimmer, Mitglied im Deutschen Alpenverein (DAV) und Präsident des Stadtsportbundes, ist von der Entwicklung in Bielefeld begeistert. Im November eröffnete der DAV das Kletterzentrum an der Meisenstraße; Woche für Woche hängen hier 300 Menschen in den Seilen. Erstmals werden jetzt Kletterwandbetreuer in Bielefeld und nicht in Bayern ausgebildet – geplant sind Fachübungsleiterkurse.
DAV-Vorsitzender Rolf Baumotte wird warm ums Herz, schaut er auf die Mitgliederzahlen. Sein "Altenverein" boomt, wird jugendlich. In den ersten Wochen des Jahres sind fast genauso viele Leute in den DAV eingetreten wie 2004 (fast 200). "90 bis 95 Prozent der Neuen sind junge Leute, die in die Kletterhalle gehen", sagt Baumotte.

Ein Trend: in der Freizeit, im Unterricht, auf Schulhöfen. Albrecht Pohle, Schuldezernent, DAV-Mitglied und Extrembergsteiger: "Kletterwände sind der Kracher." Zimmer, der die "bewegte offene Ganztagsgrundschule Brake" leitet: "Wir hatten bis vor kurzem einen Kletterturm, der war das beliebteste Spielgerät auf dem Schulhof."

Schuldezernent Pohle: "Kletterwände sind der Kracher"
Sein Wunsch für die nahe Zukunft: "Ich will eine Boulderwand haben." Anders als an der Kletterwand gehts an der Boulderwand nicht nach oben (in Sieker auf über 14 Meter), sondern zur Seite. Links-rechts-Klettern; auf Höhen zwischen ein und zwei Metern. Sichern ist überflüssig, viele Schulen ziehen Boulderwände vor.
Zu den Vorreitern in Bielefeld zählt die Gesamtschule Schildesche. Mitte der 90er-Jahre bauten die Lehrer Hans Höke und Rolf Matthäus eine sechs Meter hohe Kletterwand – ein Erfolgsmodell. Schulleiter Klaus Kusenberg: "Die Schüler lernen, etwas zu wagen und anderen zu vertrauen, das ist im Schulsport eine einzigartige Mischung."
So wertvoll, dass in die neuesten NRW-Sportrichtlinien explizit die Anforderung "etwas wagen im Sport" aufgenommen worden sind.
Erfreulich sei, so Sportlehrer Matthäus, dass "noch nie" etwas passiert ist. "Das sieht gefährlich aus, deshalb achten alle darauf, dass der Gurt richtig sitzt, die Karabiner geschlossen sind und richtig gesichert wird."

Soziales Lernen
Jugendbildungsreferent Dirk Lehmhöfer von der Sportjugend versucht seit 15 Jahren, das Klettern in Bielefeld zu fördern. Jetzt, wo auch Kirchtürme zu Kletterwänden werden (NW von gestern), sieht er sich am Ziel. Immer mehr Schulen lassen klettern, für die Kinder ein Gewinn, so Lehmhöfer: "Sie bewegen sich wie Spinnen, ganz flach, dabei wird das Verständnis für den eigenen Körper stark geschult."
Kinder lernen, Kräfte einzuschätzen, Vertrauen in den eigenen Körper zu gewinnen. Ein Sport, den Jungen und Mädchen lieben; Mädchen aber besser beherrschen. "Sie klettern mit Technik, Jungen mit Kraft", hat Lehmhöfer beobachtet.
Dabei sieht doch alles zunächst nach Kraftsport aus. "Für die Jungen ist das oft eine wichtige Erfahrung." Zu sehen, dass Mädchen in einer Sportart, die "sehr viel Mut erfordert", besser sind. Die Kategorien Abenteuer, Erlebnis und Risiko – längst keine Jungendomäne mehr.

Ulrich Zimmer hat erkannt: "Klettern gibt allen den Kick."
 



 
 

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Merkur-online 5.3. 2005

Doppelstunde Sport überzeugt die Eltern
Lehrer wollen ihrem Fach wieder den nötigen Stellenwert verschaffen

Ismaning (agm) - Immer weniger Schüler und leider auch deren Eltern nehmen den Sportunterricht ernst. Das ist die Erfahrung der sieben Sportlehrer an der Schmeller-Realschule Ismaning. Die Kinder erwarten in der Turnhalle puren Spaß. Wenn es das nicht gibt, etwa wenn Geräteturnen angesagt ist, unterschreiben die Eltern schnell eine Entschuldigung; einsatzfreudig sind die Schüler vor allem beim Formulieren von Entschuldigungen. Vor allem, wenn der Sportunterricht in der letzten Stunde stattfindet.

"Was können wir tun, dass der Sport wieder den Stellenwert bekommt, den er eigentlich haben müsste?", fragten sich die Fachlehrer mit Sprecher Norbert Mederer. Es entstand die Idee, Eltern zu einer Doppelsportstunde einzuladen. 50 Eltern meldeten sich spontan und begeistert. Wie den Fünft- und Sechsklässlern wurde ihnen eine Schulsportstunde offeriert. Die Eltern kamen ins Schwitzen. Das Seilhüpfen allein ging ja noch. Aber zu zweit durchs Seil erfordert Geschick und Kondition. Genauso wie auf dem Brett mit Rollen. Läppisch, damit durch die Halle zu fegen? Von wegen: Konzentrations- und vor allem Koordinationsgeschick ist notwendig. Sportlehrer Michael Hofmann: "Wir wollten den Eltern zeigen, dass wir nicht planlos die Kinder durch die Halle jagen. Wir haben ein Konzept, das vom Aufwärmtraining bis zu schwierigeren Übungen führt."

Nicht zeigen konnten die Sportler ihren Gästen wie es abläuft, wenn 30 pubertierende, teils lustlose Kids in einer Drittelhalle bewegt werden müssen. So schaut der Alltag des Schulsports an der Realschule in Ismaning mangels Hallenkapazität aus. "Stinksauer" sei man aber vor allem auf die Schulpolitik: Seit Jahren erzähle das Kultusministerium von vier Stunden Schulsport. "Das war leider noch nie gewährleistet", so Hofmann.
 
 



 
 

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DSB-Presse 3. 3.2005

Auch Sport- und Gesundheitsprojekte sind gefragt

Das sächsische Kultusministerium hat den landesweiten Wettbewerb "Schule mit Idee 2005" gestartet. Gesucht werden Schulen, die ein interessantes Projekt auf die Beine gestellt oder eine tolle Unterrichtsidee umgesetzt haben.

Wettbewerb "Schule mit Idee 2005" in Sachsen
"Mit dem Wettbewerb wollen wir Schulen auszeichnen, die sich um das Schulleben und die Unterrichtskultur besonders verdient gemacht haben." So der sächsische Kultusminister, Steffen Flath, zum Auftakt des landesweiten Wettbewerbs.
In diesem Jahr wird der Wettbewerb bereits zum siebten Mal ausgeschrieben. Bewerben können sich Schulen aller Schularten mit Projekten aus dem musisch-kulturellen, künstlerischen, ökologischen und sportlichen Bereich oder aus dem Bereich der Gesundheitsförderung sowie der Sucht- und Drogenprävention.

Bewerbungen können noch bis zum 15. April eingereicht werden

Kriterien für die Vergabe der Auszeichnung sind etwa, wie Schülerinnen und Schüler in ein Projekt einbezogen wurden, ob Teamarbeit möglich war, inwiefern das Projekt fachübergreifend konzipiert wurde, ob Eltern oder andere Partner der Schule einbezogen wurden und wie sich die Schulkultur an der Schule verbessert hat. Die Bewertung der Einsendungen nimmt eine Jury aus Vertretern des Landeselternrates, der Regionalschulämter und des Ministeriums vor.

Der Titel "Schule mit Idee 2005" wird fünf Schulen aus jedem Regionalschulamt verliehen. Sie erhalten eine Bronze-Tafel fürs Schulhaus und einen Brief-Stempel. Kultusminister Flath wird die siegreichen Schulen im Juni in einer festlichen Veranstaltung im Sächsischen Landtag auszeichnen.

Sachsen macht Schule


 

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3.3. 2005 Westfälische Rundschau

Guter Tausch: Studio statt Sporthalle

Altena. Sportunterricht jenseits der Pausenglocke: 22 Oberstufenschüler des Burggymnasiums tauschen die Turnhalle derzeit gegen das Vinzenz Vital. Eine Idee, die bei den jungen Leuten sehr gut ankommt: "Es ist motivierender als im regulären Sportunterricht."

Alles ist in Bewegung und trotzdem ist es erstaunlich still im Vinzenz Vital. Die Schüler des Sportkurses von Ines Ruhmann sind konzentriert bei der Sache. Hier wird ein Gewicht eingestellt, dort die Oberschenkelmuskulatur beansprucht - so macht Sportunterricht Spaß.
 
  Während die Schüler in der Turnhalle sonst Basketball
und Badminton gespielt hätten, trainieren sie nach
physiotherapeutischen Aspekten 
an den modernen Geräten des Vinzenz Vital - mindestens acht Wochen lang.

Plan entwickelt
Das neue Projekt im Rahmen des Sportunterrichts war Schulleiter Uwe Muhs und Elgo Reh, leitender Therapeut im Vinzenz Vital, eingefallen. Muhs kannte Reh aus der Schulzeit in Lüdenscheid, heute trainiert er selbst unter der Leitung des ehemaligen Schülers. "Das wär doch mal was!", dachten die beiden und stellten das Projekt innerhalb von 14 Tagen auf die Beine. Ines Ruhmann ist fitnessstudioerfahren und entwickelte mit Elgo Reh einen Trainingsplan, der zum Teil sogar individuell auf die Schüler abgestimmt ist. In der dritten Doppelstunde können die Schüler bereits selbstständig mit den Geräten umgehen. Elgo Reh hatte den Kurs in den vergangenen zwei Wochen eingewiesen. 14 Geräte werden von den Männern und Frauen wie in einem Zirkeltraining genutzt. Mittlerweile können sie sich gegenseitig helfen. Sind es 20 oder 40 Kilo, die ein Schüler mit seiner Körperkraft bewegen kann - es spielt keine Rolle: "Es ist den Schülern bewusst, dass sie mit dem Training etwas Gutes für ihre Gesundheit tun", meint Reh.
 



 

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2.3.2004 Lehrer-online

Multimediaprojekt "Bayerns Schulen am Ball"
 
Alle wichtigen Informationen zu den Multimedia-Fußball-Projekten "Bayerns Schulen am Ball" gibt es unter der Adresse www.bayern-am-ball.de ab sofort auch im Internet. Die Palette der Angebote reicht von einer Speed-Soccer-Tour durch ganz Bayern über einen Ballskulpturen-Wettbewerb bis hin zu Festivals wie "Young and free". 
Unter www.bayern-am-ball.de finden sich auch der Anmeldebogen für die Teilnahme an verschiedenen Wettbewerben sowie einige Beispiele für schon eingereichte Arbeiten - in Form von Bildern, Videos und Diashows.

WM 2006
Das Multimedia-Paket "WM 2006 - Bayerns Schulen am Ball" - bestehend aus einer CD-Rom und einem Begleitheft - wird derzeit an den Schulen verteilt. Es enthält Tipps und Informationen für insgesamt 14 Mitmach-Aktionen rund um die Fußball-WM 2006.

Gefragt sind:

  • Schreibkünstler und Skulpturengestalter,
  • Fahnendesigner und Geräuschdetektive,
  • Mathe-Asse und Speed-Kicker.
Positive Resonanz
Im Interview mit www.bayern-am-ball.de freute sich Kultusministerin Monika Hohlmeier über das bisherige Engagement der bayerischen Schülerinnen und Schüler: "Die ersten Rückmeldungen, die wir erhalten, sind sehr positiv. Die Schüler in Bayern sind kreativ und mit Begeisterung bei der Sache."

Bald anmelden
Die Ministerin empfahl, sich mit der Anmeldung zu sputen: "Für einige spannende Wettbewerbe steht der Meldeschluss unmittelbar bevor." So müssten sich Interessierte etwa für das Projekt "Ear-Sinn" bereits bis 15. März anmelden.

www.bayern-am-ball.de
Meldung bei Lehrer-online




 

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Westfalenpost 26.2. 2005

Keine Lust auf Wasser

Meschede. Es ist ein gefährlicher Trend, der sich verfestigt. Immer weniger Kinder lernen schwimmen. Nach Angaben des Deutschen Schwimm-Verbandes können sich ein Drittel der unter 14-Jährigen nicht über Wasser halten. Eine Statistik, die sich nach WP-Recherchen, im Altkreis Meschede bestätigt.

Die Folgen sind absehbar: Im Jahr 2003 ertranken in Deutschland 644 Menschen, fünf Jahre zuvor starben im Wasser 477 Menschen.

"Es gab Zeiten", erinnert sich Heinz Eue, Schwimm-Meister in Freienohl, "da konnten fast alle Kinder, die in die Grundschule kamen, schon schwimmen." Das ist freilich ein paar Jahre her. Heute, weiß Eue, hat das Interesse am Sport im Wasser stark nachgelassen.

Auch die Schulen klagen. Sie können nicht das nachholen, was oft im Elternhaus vernachlässigt worden ist. Dabei findet an den meisten Schulen Schwimmunterricht statt.

An der Martin-Luther-Grundschule z.B. verließen im vergangenen Schuljahr drei Schüler die Schule, ohne Schwimmen gelernt zu haben; eine Quote von zehn Prozent. Sportlehrerin Margret Justram stellt fest, dass Kinder "elementare Schwierigkeiten mit einfachen Bewegungen haben." Der Gleichgewichtssinn sei oft eingeschränkt. Manche Kinder beherrschen einfache Übungen wie das Rückwärtslaufen nicht mehr. Dann fallen auch komplizierte Abläufe, wie sie beim Schwimmen nötig sind, schwer.

Wilhelm Engelke, Konrektor der Emhildis-Grundschule, stellt fest, dass mehr Kinder in die Schule kommen, ohne schwimmen zu können. "Viele Kinder sind heute bewegungsärmer", kritisiert er. Den Sportunterricht habe man an die eingeschränkten Fähigkeiten anpassen müssen.

Ins Bild einer kommenden Nichtschwimmer-Generation passen auch die Erfahrungen, die an der Freienohler Hauptschule gemacht werden. Seit Jahren gehören die Schüler zu den besten Schul-Schwimmern auf Landesebene. Und das, obwohl sich die Leistungen der Freienohler von Jahr zu Jahr verschlechtern. "Der Leistungseinbruch ist erschreckend", urteilt Rektor Karl-Heinz Michels. Vor zehn Jahren, berichtet er, konnten fast hundert Prozent der neuen Fünftklässler schwimmen. Heute sitzt ein Drittel am Beckenrand und muss mühsam die Bewegungen lernen.

Doch auch anderswo wird nicht besser geschwommen. Trotz des stetigen Leistungsschwundes, wundert sich Michels, haben sich die Freienohler wieder für das Schul-Landesfinale am Donnerstag, 10. März, in Essen qualifiziert.
 
 


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Dill-Post 19.02.2005
 

"Jonglieren könnte ruhig öfter mal auf dem Stundenplan stehen"
 
Eschenburg-Eibelshausen. Es ist Montagmorgen, 3. Stunde, die 5F1 hat "Bewegungsstunde". Doch anstelle von Barren, Ringen oder anderen typischen Sportgeräten beschäftigen sich die 22 Schüler in der Turnhalle der Holderbergschule mit wesentlich kleineren Geräten.

Hoch konzentriert beobachten Svenja, Lidija und Nora ihre gelben und roten Plastikteller, die sie auf den Spitzen ihrer Holzstäbe balancieren. Bis zu vier dieser kreisenden Objekte halten sie ruhig in ihren Händen, den aufmerksamen Blick immer auf die gleichmäßig rotierenden Teller gerichtet.
Nico übt in der anderen Ecke mit den Devil Sticks, und auch die neuen Cigar Boxes, die Lehrer Peter Alexandrowitsch heute mitgebracht hat, dürfen ausprobiert werden. Sportunterricht mal anders könnte die Überschrift dieser besonderen Bewegungsstunde lauten.
Im Fachbereich Sport geht man an der Holderbergschule seit Herbst 2004 neue Wege: Erstmals steht für alle sieben Klassen der fünften Jahrgangsstufe eine Bewegungsstunde auf dem wöchentlichen Stundenplan, die den Schwerpunkt Jonglieren hat. "Mit einer Zirkusveranstaltung hat der Unterricht aber nichts zu tun", betont Alexandrowitsch. "Jonglieren wird als Mittel zum Zweck gesehen".

Häufig stelle man heute Bewegungsmangel bei Kindern fest, und daraus resultierten auch Probleme wie eine Störung des Gleichgewichtssinns. Auf einem Bein zu balancieren, ist für manche Schüler eine echte Herausforderung. Mit der veränderten Kindheit, in der man nicht mehr über Zäune hüpft und dabei spielerisch den Hochsprung lernt, wurden solche Defizite immer deutlicher.Darin sind sich Franzi, Lidija und Miles an der Holderbergschule einig.
 

Jede Stunde hat bestimmte Rituale
Der Ablauf der Jonglierstunde unterscheidet sich nicht von anderen Unterrichtsstunden; Rituale wurden festgelegt, ein Wiedererkennungseffekt ist gewollt. Zum Austoben und Rumtollen sind die ersten Minuten der Stunde fest reserviert, wo Fußball spielen genauso erlaubt ist wie fangen.

Wenn Alexandrowitsch die Trennwand herunterlässt, ist das für alle das Signal, dass sie sich zur Begrüßung auf den Bänken einfinden. Probleme innerhalb der Klasse werden angesprochen, anschließend die Inhalte der Stunde vorgestellt.
Das gemeinsame Aufräumen und Verabschieden steht ebenfalls als Ritual auf dem Plan. "Jede Unterrichtsstunde läuft grundsätzlich gleich ab, so dass sich jeder Schüler genau darauf einstellen kann", erläutert der Sportlehrer. Selbst bestimmen kann jeder Schüler das Jongliergerät, an dem er seine Leistungen verbessern möchte.

Lidija findet bisher die Teller am interessantesten, und auch Svenja mag sie: "Man kann gut damit arbeiten". Neben diesem Gerät hat Nora die Diabolos für sich entdeckt: "Die sehen cool aus, und man kann damit viel ausprobieren". Mindestens einmal sollte in der Stunde das Gerät gewechselt werden.
Lehrer und Schüler helfen sich gegenseitig, neu Gelerntes wird den anderen gezeigt. Der Pädagoge gibt beim Rundgang den Jongleuren Tipps und lernt selbst auch dazu: "Manchmal zeigen mir die Schüler etwas Neues, was sie sich mit dem Gerät ausgedacht haben." Noten gibt es übrigens nicht, allerdings kann man als Ansporn kleine Prüfungen machen, für die man bei Bestehen eine Urkunde bekommt.

"Diese dritte Sportstunde, die früher wegen Unterrichtskürzungen regelmäßig wegfiel, hat sich heute als Ausgleichsstunde für den oftmals sehr kopflastigen Unterricht bei uns im Stundenplan etabliert", erklärt der Lehrer diese Besonderheit.
 

Ein Gefühl wie ein Akrobat im Zirkus
Dass diese Form der Bewegung gut bei den Jungs und Mädels ankommt, beweisen die Aussagen der jungen Jongleure: "Die Stunde ist gut, man kann sich vom Schulstress erholen und es macht Spaß", sagt Franzi, und Miles ergänzt: "Man fühlt sich gut, ein bisschen wie ein Akrobat im Zirkus."
Bis auf zwei Schüler, die herkömmlichen Sportunterricht favorisieren, weil sie lieber Fußball spielen, wünscht sich die große Mehrheit zusätzliche "Jonglier-Stunden". Die Erfolgserlebnisse wirken motivierend und bestätigen die Fünftklässler, ist die Erfahrung des Pädagogen.

Schwierigkeitsgrade steigen an
Veränderungen und Innovationen sind im deutschen Schulsystem notwendig. Doch anstelle einer von oben verordneten Veränderung müsse diese von innen aus den Schulen selbst entstehen und wachsen, betont Alexandrowitsch. "Die Schüler fangen beim Jonglieren mit den Tüchern an. Der Vorteil ist, dass diese langsamer fliegen", erklärt der Pädagoge. Mit der Zeit steigern sich die Schwierigkeitsstufen von Bällen über Ringe bis zu den Keulen.
Die Grundausstattung mit Bällen, Tüchern, Ringen, Einrädern, Hochrad, Stelzen und vielem mehr ist dem Förderverein der Schule zu verdanken. Mit persönlichem Engagement hat Alexandrowitsch den Fundus erweitert, und hält seine Schüler zum pfleglichen Umgang mit den Geräten an.

Mittwochs treffen sich in der 6. und 7. Stunde die Sechstklässler zum Jonglieren, in der 8. Stunde kommen dann die "Profis", die die Kunst des Einradfahrens beherrschen und bei Auftritten wie dem Tag der offenen Tür mit reichlich Applaus belohnt wurden.

Alles über Jonglieren
Jonglieren(Lernprogramm)
Jonglieren lernen

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Main-Rheiner 18.02.2005
 

Mehr Fitness im Kindergarten
Taunusstein beteiligt sich mit Einrichtungen an der Kampagne "Bewegung macht Spaß"

TAUNUSSTEIN Auch in Taunussteiner Kinderbetreuungseinrichtungen heißt es künftig: "Bewegung macht Spaß". Die Kindergärten der Stadt nehmen an der gleichnamigen Kampagne des Rheingau-Taunus-Kreises teil.

Jedes fünfte Kind hat bereits gesundheitliche Schädigungen. Dies wurde bei Einschulungsuntersuchungen durch das Gesundheitsamt des Rheingau-Taunus-Kreises festgestellt. In Taunusstein liegt die Zahl allein der übergewichtigen Kinder bei 14,7 Prozent. Aus diesem Grund hat sich die Stadt Taunusstein entschlossen, bei dem Pilotprojekt "Bewegen macht Spaß" mitzuwirken. Neben Taunusstein starten Eltville und Idstein mit der Kampagne. Die Stadt Taunusstein fördert die Teilnahme an der Kampagne mit insgesamt 2 700 Euro.

Die praxisorientierte und auf mehrere Jahre angelegte Aktion legt besonderen Wert auf eine gute Zusammenarbeit zwischen Kindergärten, Schulen, Kommune sowie den ortsansässigen Sportvereinen. Gerade dies, so Bürgermeister Michael Hofnagel, "ist für uns ausschlaggebend gewesen, dass sich auch Taunusstein an dieser Kampagne beteiligt."

Nach der Statuserhebung, um den genauen Ist-Zustand des Bewegungsangebotes an den jeweiligen Pilot-Kindergärten zu ermitteln, soll in Kürze mit den speziellen Schulungen der Erzieherinnen durch eine Bewegungspädagogin begonnen werden. Für alle bewegungsfreundlichen Tageseinrichtungen für Kinder bedeute dies einen Prestigegewinn, da ein besonderer Wert auf die körperliche Fitness gelegt und dies auch überprüft wird, ist sich Hofnagel sicher. Die Kinder sollen altersgerecht an den Sport herangeführt werden, indem die angestrebten Aktivitäten sich nicht auf Sporteinheiten oder den Sportunterricht beschränken, sondern auch während des Tagesablaufs eingesetzt werden. "Die Kampagne soll eine grundlegende und dauerhafte Veränderung im Bewegungsverhalten erreichen. Sie ist also im wahrsten Sinne nachhaltig angelegt", so der Bürgermeister. Weitere wichtige Ziele hierbei sind: einen wichtigen Beitrag zur Gesundheit zu liefern, die Förderung von Reifungs- und Entwicklungsprozessen, die Verbesserung des Sozialverhaltens, Anreize zu mehr Bewegung zu geben und die Stärkung der Aufmerksamkeits- und Konzentrationsfähigkeit.

Die Kinder werden mit einem entsprechenden T-Shirt ausgestattet, das von Sponsoren finanziert wird. Nach Ablauf eines Jahres wird Bilanz gezogen. Wenn das Ergebnis dokumentiert ist, erhält die Einrichtung ein entsprechendes Zertifikat.

Mit Flyern, Plakaten und Informationsveranstaltungen stellt der Rheingau-Taunus-Kreis den Rahmen der Kampagne. Ziel ist es, dass sich letztendlich alle Grundschulen und Kindergärten des Landkreises an dem Projekt beteiligen. Wichtig dabei ist auch, dass die Eltern die verschiedenen Veranstaltungen durch eine aktive Teilnahme ihrer Kinder unterstützen und einen Beitrag zur gesundheitlichen Förderung der Kinder leisten. "Nur so", betont Hofnagel, "haben wir eine echte Chance dieser Entwicklung entgegen zu wirken."
 
 



 

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Südwestpresse 12.2. 2005

SCHULSPORT / Kritik an Stunden-Kürzung in Bayern

Ein Tiefschlag für die Gesundheit
Das Kultusministerium beteuert, an den Pflichtstunden festhalten zu wollen

Der Deutsche Sportbund und die Techniker Krankenkasse haben sich vehement gegen weitere Kürzungen des Sports im bayerischen Unterricht ausgesprochen. Es sei eine zentrale Aufgabe der Schule und gesundheitsfördernd, Freude und Spaß an der Bewegung zu vermitteln.

Eine weitere Streichung von Sportstunden im Schulunterricht ist beim Deutschen Sportbund (DSB) und der Techniker Krankenkasse auf erheblichen Widerspruch gestoßen. Es sei für das Gesundheitssystem elementar wichtig, dass Kindern Freude und Spaß an der Bewegung vermittelt werden, sagte der bayerische Leiter der Krankenkasse, Helmut Heckenstaller, gestern.

Die Schule habe dabei eine zentrale Aufgabe. DSB-Präsident Manfred von Richthofen bezeichnete die Pläne des Kultusministeriums als "fatales Signal", das von politischer Kurzsichtigkeit zeuge. "Ein Bundesland, das olympische Ambitionen hat und sich ernsthaft mit Bewerbungsplänen um die Ausrichtung von Winterspielen trägt, darf nicht gleichzeitig der sportlichen Basisarbeit einen Tiefschlag versetzen", sagte Richthofen mit Bezug auf die Olympia-Pläne Münchens für 2014. Heckenstaller sagte, etwa zehn Prozent der Schulkinder in Bayern seien übergewichtig. Ihnen drohten durch Bewegungsmangel Herz-Kreislauf-Probleme, Erkrankungen des Knochensystems und Altersdiabetes. Diese Krankheiten verursachten bei Erwachsenen mehr als 30 Prozent der Gesundheitsausgaben, rund 80 Milliarden Euro im Jahr.

Ein Sprecher des Kultusministeriums entgegnete, bei der Umstellung auf das achtstufige Gymnasium bleibe es bei wöchentlich drei Sportpflichtstunden in den Jahrgangsstufen 5 bis 7 und zwei Pflichtstunden in den höheren Schulklassen. Beim Sportwahlunterricht könne das bisherige Angebot jedoch nicht aufrechterhalten werden. Dafür seien neben dem G 8 auch finanzielle Einsparungen die Ursache. Der sportpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Willi Leichtle, sagte, mit diesem Angebot werde die Staatsregierung ihrer Verpflichtung nicht mehr gerecht, für die körperliche Leistungsfähigkeit ihrer Landeskinder zu sorgen. Eine Studie der Augsburger Universität zum Schulsport in Bayern kommt zum Ergebnis, dass Sportunterricht nicht häufiger ausfalle als andere Fächer. Bemängelt wird in der Studie aber, dass von einer Doppelstunde Sport mehr als 20 Minuten für "organisatorische Belange" verloren gehen, was die eigentliche Bewegungszeit stark reduziere.
 


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Merkur-online 11.2. 2005

Bayern

Das Elend des Schulsports
Wie der differenzierte Sportunterricht auf Null gekürzt wird

München - Der bayerische Schulsport leidet an Schwindsucht. Wurden Anfang der 90er Jahre an Haupt- und Realschule sowie Gymnasien noch bis zu vier Stunden erteilt, so ist das Stundenkontingent zuletzt auf Durchschnittswerte zwischen 2,2 und 2,7 geschrumpft. Und es kommt (im Wortsinn) für die Kinder noch dicker: An Gymnasien wird es wegen gekürzter Sondermittel ab 2005/06 nur noch 2,0 Stunden geben. In einem internen Papier warnt das Kultusministerium bereits, dass die Diskussion um die Kürzung des Sports "erneut entbrennen" wird.

Für ein Gespräch, das Ministerpräsident Edmund Stoiber Mitte Januar mit dem Präsidenten des Bayerischen Landessportverbands, Günther Lommer, führte, hatte das Ministerium alarmierende Zahlen zusammengestellt. Nach Kürzungen, die Mitte der 90er Jahre aufgrund eines Gutachtens der Unternehmensberatung Kienbaum durchgeführt wurden, habe es seit dem Schuljahr 2001/02 einen Aufwärtstrend gegeben. Doch der Effekt werde durch neuerliche Kürzungen von Sondermitteln des Landtags ab dem Schuljahr 2005/06 konterkariert. Es zeichne sich ab, "dass der Aufwärtstrend nicht fortgesetzt werden kann", heißt es in dem vom Referat V.6 (Schulsport) erstellten Papier.

Das ist noch gelinde ausgedrückt. Nach einer Erhebung des Bayerischen Aktionsbündnisses für den Schulsport wird durch die Kürzungen eine bundesweit einmalige Erfindung, der so genannte differenzierte Sportunterricht (DSU), kaputt gespart. DSU bedeutet eine dritte und vierte Pflichtsportstunde, aber nicht in den Basissportarten wie Leichtathletik, Geräteturnen, Fuß- und Handball oder Schwimmen, sondern in anderen Disziplinen. Zwei DSU-Stunden sollten in Haupt- und Realschulen sowie Gymnasien zusätzlich zum herkömmlichen Sport angeboten werden, so dass dann jeder Schüler vier Stunden die Woche gehabt hätte. 37 Sportarten wurden bayernweit - je nach Standort der Schule und geeignetem Trainingsgelände - als DSU in der Schule angeboten: Skilaufen, Golf oder Rudern genauso wie etwa Fechten, Karate oder Triathlon. Besonders wichtig war das für die örtlichen Sportvereine...

Erreicht wurde das hehre Ziel sowieso nie: Das Optimum waren 3,8 Sportstunden, die im Schuljahr 1989/90 an den Hauptschulen stattfanden. Von da an ging es stetig bergab. Wäre der Landtag nicht mit der Bewilligung von Sondermitteln eingesprungen, sähe es schon längst düster aus. Doch zum Schuljahr 2005/06 wurden die 31,1 Millionen Sondermittel um 4,9 Millionen gekürzt. Insider haben schon errechnet, wohin das führt: An Hauptschulen gibt es dann noch 2,3 Sportstunden, an Realschulen und dem neuen G 8 - wo sowieso nur in der 5. bis 7. drei, danach nur noch zwei Sportstunden geplant sind - jeweils nur noch 2,0 Stunden. Letztere Zahl weist das Kultusministerium zurück. 2,2 seien "verpflichtend", alles andere "außer Reichweite", sagt Sprecher Thomas Höhenleitner.

Indes ist am Gymnasium schon jetzt Not und Elend Programm. Eine Unterschreitung des offiziellen Ist-Wertes von 2,7 werde "nicht in allen Fällen vermeidbar sein", hatte der Leiter der Gymnasialabteilung, Peter Müller, bereits am 23. Juli 2004 gewarnt, dies allerdings trotzdem genehmigt. Der Engpass liegt auch daran, dass die Sondermittel offenkundig zweckentfremdet wurden. Sie würden "anderweitig verbraucht", heißt es. Auch das negiert das Ministerium.

Ob hier nicht ein Landtagsbeschluss umgangen wird, steht also dahin - schließlich hatte das Plenum am 14. Juli 1999 auf Antrag der CSU eindeutig beschlossen, dass die "im Haushalt für die Erteilung ... des Differenzierten Sportunterrichts bereitgestellten Mittel auch zur Beschäftigung hauptberuflicher Lehrkräfte verwendet werden".
 
 

weitere Materialien zum Thema bei Lehrer-online

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Neue Westfälische 10.2. 2005

Schüler betreuen Schüler

SCHULSPORT: 25 Löhner Acht- und Neuntklässler werden zu Sporthelfern

Löhne. Nein, an Geräten will sie ihre Mitschüler nicht turnen lassen, sagt die 14-jährige Löhner Gesamtschülerin Anna Gunkel. Sie würde lieber bei Ballspielen aufpassen. Und aufpassen auf ihre Mitschüler, das darf sie – nachdem sie heute den Lehrgang zur Sporthelfer-Aufsbildung absolviert hat. Ebenso, wie 24 andere Löhner Schülerinnen und Schüler aus der Bertold-Brecht-Gesamtschule, der Hauptschule, dem Gymnasium, der städtischen Realschule und der an der Goethestraße auch. An vier Tagen wurden sie in der Zeit von 7.45 bis 16 Uhr dazu ausgebildet.

Initiator der Aktion ist das Sportamt der Stadt Löhne mit Stadtsportlehrer Peter Steinmeier zusammen mit den Schulen. "Entstanden ist die Idee am Runden Tisch des Sports", sagt Steinmeier und dankt den Lehrern Beate Bagehorn von der Hauptschule, Heike Goldstein (Realschule Goethestraße), Peter Ludolf (Städtische Realschule), Marco Stremming und Dennis Krause (Geschaftschule) und Bodo Bernhard vom Löhner Gymnasium.
 

"Fit" in Theorie und Praxis

Nach der Ausbildung durch sie und den Stadtsportlehrer dürfen die Acht- und Neuntklässler jetzt selbst sportliche Arbeitsgemeinschaften leiten oder auch den Pausensport betreuen. "Fit" für diese Aufgabe wurden die Schülerinnen und Schüler in Theorie-, und Praxis-Teilen gemacht. Zur Praxis zählten sowohl die Koordination ohne Ball, Aufwärmen, Ausdauerspiele, Tischtennis und auch die Gleichgewichts- und Haltungsschulung. In der Theorie lernten die Nachwuchs-Sporthelfer das Verhalten bei der Betreuung von Kindergruppen, Erste Hilfe bei Sportverletzungen und natürlich auch die Sicherheit im Sport.

Zum Abschluss der Ausbildung zeigen die Sporthelfer heute in der Halle des Gymnasiums das Gelernte am "lebenden Objekt": Sie gestalten mit ihren Mitschülern eine Sportstunde.
Warum die 14- und 15-Jährigen sich für diese Aufgabe qualifizieren lassen, liegt sicherlich nicht nur daran, dass sie an den vier Tagen vom restlichen Unterricht befreit sind. "Ich mache es einfach, weil ich ganz gut im Sport bin und weil es mir Spaß macht", sagt Anna Gunkel, die sonst einmal die Woche reitet und seit sieben Jahren in der DLRG Löhne schwimmt. Auf dem Schwebebalken bei der Gleichgewichts- und Haltungsschulung helfen ihr diese Fähigkeiten nicht unbedingt weiter. "Aber es ist auch interessant, mal etwas zu machen, das man nicht so gut kann", sagt sie – und balanciert durch einen Reifen, den ihre Mitschülerinnen über dem Balken halten.

Dabei würde sie viel lieber Volleyball, Basketball oder Fußball spielen . . .
 


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Wiesbadener Tagblatt 4.02.2005

Aktion "Bewegen macht Spaß!"
Sport- und Gesundheitsprojekt für Kinder und Jugendliche startet in drei Modellkommunen

Der Landkreis, Kommunen, der Sportkreis Untertaunus und Verbände starten im Rheingau-Taunus die Aktion "Bewegung macht Spaß". Das Ziel: Kinder und Jugendliche zu mehr Bewegung motivieren, an den Sport heranführen und gesunde Ernährung propagieren. Aus den Schulen gibt es in Sachen Sport und Bewegung inzwischen höchst besorgniserregende Nachrichten: Im Rheingau-Taunus wiesen bei den Eingangsuntersuchungen rund 30 Prozent der Kinder auffällige Schädigungen auf, Sportlehrer beklagen, dass viele Kinder selbst eine einfache Rolle rückwärts nicht mehr schaffen. Bis zu 17 Prozent der Schüler sind übergewichtig, so die Leiterin des Kreisgesundheitsamtes, Dr. Christina Klein.

Mit der jetzt gestarteten Aktion soll der natürliche Bewegungsdrang der Kinder genutzt werden, um sie an den Sport heranzuführen. In Kindergärten und Schulen soll Bewegung zum täglichen Programm werden und sich nicht nur auf Sporteinheiten oder Sportunterricht beschränken. Untersuchungen hätten ergeben, dass schon eine Bewegungsförderung von wöchentlich 75 Minuten zu einer Steigerung der Konzentrationsfähigkeit von bis zu 150 Prozent führen können.

Einen erhobenen Zeigefinder soll es bei der Aktion aber nicht geben - der Spaß und die Einbindung in eine Gruppe sollen im Vordergrund stehen. Nach Möglichkeit, so Mitinitiator Jürgen Gerndt, Chef des Sportkreises Untertaunus, sollten auch in den Kommunen Schritte unternommen werden, um Spiel- und Sportmöglichkeiten auszubauen.

Konkret soll es zunächst darum gehen, Kindergärten und Grundschulen für die Initiativen zu gewinnen  -  Lehrer und Erzieherinnen sollen gezielt geschult werden. Eingebunden werden sollen auch die Sportvereine, die den Sportunterricht bereichern sollen und zudem Nachwuchs an den Verein heranführen können. Zunächst startet die Aktion "Bewegung macht Spaß" in den Modellkommunen Eltville, Taunusstein und Idstein, soll aber Schritt für Schritt ausgebaut und flächendeckend im Kreis installiert werden. Auf keinen Fall soll es eine einmalige Aktion werden, sondern ein auf Jahre ausgelegtes Konzept.

In den drei teilnehmenden Städten richten sich die Spaß-Angebote und Aktionen zunächst an rund 4000 Kinder und Jugendliche. Aber auch die Eltern sollen sensibilisiert und motiviert werden. Bei der Teilnahme locken T-Shirts, außerdem gibt es Plakate und Flyer vom Comic-Team Apitz&Kunkel sowie bei erfolgreicher Teilnahme Urkunden und Auszeichnungen. Hauptsponsor ist die Naspa-Stiftung, die 20000 Euro zuschießt; der Kreis beteiligt sich mit 5000 Euro.
 
 



 

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FAZ 1.2. 2005

Aus einem Interview der Frankfurter Allgemeinen Zeitung

Soll ein muslimisches Mädchen am Sportunterricht,
am Schwimmunterricht und an mehrtägigen Klassenfahrten teilnehmen?
 

Zentralrat der Muslime
„Der Islam muß in jedem Land anders ausgelegt werden”

Der Zentralrat der Muslime in Deutschland, der 1994 gegründet wurde, vertritt heute 19 islamische Verbände. Zusammen haben sie etwa 12000 Mitglieder; der Zentralrat spricht von 20000 Mitgliedern. Die Vorgängerorganisation des Zentralrats nannte sich "Islamischer Arbeitskreis" (gegründet 1988). Diesem Arbeitskreis gehörten auch die großen türkischen Verbände wie der "Verband der islamischen Kulturzentren" und die Ditib, die staatsnahe "Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion", an.

Gemeinsames Ziel war die Vertretung muslimischer Interessen gegenüber der deutschen Öffentlichkeit, unter anderem die Einführung des islamischen Religionsunterrichts und die Zulassung des Schächtens. Die großen türkischen Organisationen gehören jedoch dem Zentralrat nicht mehr an, so daß er heute nur noch eine Minderheit der 3,2 Millionen Muslime in Deutschland vertritt, und zwar überwiegend Muslime arabischer Herkunft.

Der Vorsitzende des Zentralrats, Nadeem Elyas, stammt aus Saudi-Arabien. Er ist ehrenamtlich tätig. Hauptberuflich exportiert er medizinische Geräte und vermittelt Patienten aus arabischen Ländern in deutsche Kliniken. Mit Nadeem Elyas sprach Uta Rasche.
....

Frage:
Soll ein muslimisches Mädchen am Sportunterricht, am Schwimmunterricht und an mehrtägigen Klassenfahrten teilnehmen?

Antwort:
Es soll auf jeden Fall daran teilnehmen. Die muslimischen Kinder dürfen sich nicht ausgrenzen lassen. Genauso müssen die Familien mitwirken bei der Gestaltung solcher Aktivitäten. Dann werden sie mehr Vertrauen schöpfen. Alles, was Eltern davon abbringen könnte, ihre Mädchen an Klassenfahrten teilnehmen zu lassen, gehört ohnehin nicht zu den pädagogischen Zielen.

Das ganze Interview in der FAZ


 

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1.2. 2005  Presseinformation
Ministerium für Städtebau und Wohnen, Kultur und SportMinisterium für Schule, Jugend und Kinder (NRW)
 

Sportminister Vesper und Schulministerin Schäfer zeichnen bewegungsfreudige Schulen in NRW aus:

„Eine bewegungsfreudige Schule ist auch eine gute Schule!“

Im Plenarsaal des Landtages wurden 45 Schulen aus ganz Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet, die sich als besonders bewegungsfreudig charakterisieren. 13 Hauptpreisträger
erhielten einen Scheck in Höhe von 1.500 Euro und das Gütesiegel „Bewegungsfreudige Schule NRW 2004“. Weitere 26 Preis- und sechs Sonderpreisträger freuten sich
über 500 Euro und eine Urkunde der Landesregierung. Die Auszeichnung war mit insgesamt 33.000 Euro dotiert, mehr als 200 Schulen hatten sich beworben.

NRW-Sportminister Michael Vesper erklärte bei der Verleihung: „Die Preisträger haben die Bedeutung der Bewegung für die Entwicklungs- und Lernförderung erkannt und im Unterricht aller Fächer verankert. Zentrum der schulischen Bewegungs-, Spiel- und Sporterziehung ist der Sportunterricht, der einen unverzichtbaren Beitrag zu einer ganzheitlichen Bildung und Erziehung leistet. Das Geld für diese Landesauszeichnung ist sehr gut angelegt: Es bestärkt die ausgezeichneten Schulen darin, bewegungsfreudig zu bleiben.“

NRW-Schulministerin Ute Schäfer betonte, dass nicht nur die Schulen verantwortlich seien für den viel zitierten Bewegungsmangel bei Kindern und die negativen Folgeerscheinungen: „Durch das Engagement der Schulen allein können wir Übergewichtigkeit, mangelnde motorische Leistungsfähigkeit und Herz-Kreislauf-Erkrankungen nicht beheben. Aber wir können durch die Förderung von Bewegung, Spiel und Sport einen wesentlichen Beitrag zum Ausgleich des Bewegungsmangels leisten.“

Vesper bedankte sich bei den Trägern der Landesauszeichnung, dem Landessportbund NRW, dem Gemeindeunfallversicherungsverband (GUVV) Westfalen-Lippe, dem Rheinischen GUVV, der AOK Rheinland und der AOK Westfalen-Lippe für die finanzielle Unterstützung und die verlässliche Zusammenarbeit. Im Jahr 2006 ist eine Neuauflage der Landesauszeichnung geplant.

Die Preisverleihung wurde mit einer Conga-Vorführung der Antonius Grundschule Essen musikalisch eröffnet. Der Pantomime Peter Paul stellte mit seiner Partnerin dar, wie wichtig
Bewegung im Schulleben ist und wie sie das Lernen positiv beeinflussen kann. Im Rahmenprogramm der Preisverleihung stellte die Tanzgruppe der Jakob-Moreno-Schule aus
Gummersbach das Thema „Miteinander statt gegeneinander“ dar. Die Schülerinnen und Schüler des Schulzirkus Radelito der Willy-Brandt-Gesamtschule Köln gaben bei ihren beiden Auftritten rund um Akrobatik, Einrad fahren, Devil Stick und Diabolo Einblicke in die Vielfalt der Bewegungskünste, die in der Schule vermittelt werden können.
 

Schulsport NRW




 

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Allgemeine Zeitung Mainz  29.1. 2005

Doppelt gesichert hält besser
Schüler lernen beim Kletterkurs einiges über Vertrauen und Disziplin

OPPENHEIM Disziplin ist gefragt - nicht nur im richtigen Leben, nein, wer hätte das gedacht, sogar in der Schule. Und es gibt Möglichkeiten, Disziplin bei Schülern einzufordern, zum Beispiel bei einem vom Jugendhaus betreuten Klettertag im Oppenheimer Gymnasium.

"Das ist ja keinen Meter schwer", grinst der 13-jährige Marvin stolz. Er ist der Erste, der bei dem Kletterprojekt des Jugendhauses an diesem Tag die Kletterwand erklimmen darf. Die Lehrerin der 7 e, Petra Keller, hatte die Idee, einen Projekttag mit ihrer Klasse durchzuführen, um den Zusammenhalt innerhalb des Klassenverbandes zu stärken.
An der Kletterwand im Oppenheimer Gymnasium lernen die Schüler,
dass sie diszipliniert bei der Sache bleiben müssen, 
weil ein Kamerad sich auf sie verlässt.
Seitdem das Gymnasium über eine Kletterwand in seiner Turnhalle verfügt, bietet das Jugendhaus einen Kletterprojekttag für Schulklassen an - dieses Angebot anzunehmen lag für die 7 e also sehr nahe. Zunächst einmal stellte sich der Jugendhaus- und Fachübungsleiter des Deutschen Alpenvereins, Jürgen Salewski, mitsamt seinem Projekt bei der Klasse vor. Da die Gymnasiasten auf Anhieb begeistert waren, legten sie sofort einen Termin fest.

Doppelt gesichertEndlich ist es so weit: Nach ein paar Aufwärmspielen im Kreis, führt Jürgen Salewski den Schülern mit Hilfe von zwei Freiwilligen die wichtigsten Verhaltensregeln beim Klettern vor. So muss zum Beispiel immer ein Nachsicherer hinter dem eigentlichen Sicherer stehen. "Das machen wir", betont Salewski, "damit, wenn der Sicherer mal in Ohnmacht fällt, der Kletterer nicht einfach runter plumpst".

Nach der ausführlichen Einführung in mögliche Gefahren des Klettersports, wird jedem Schüler ein so genannter "Hüftsitzgurt" in passender Größe angelegt. Anschließend werden Dreier- oder Vierergruppen gebildet, die sich dann jeweils an eins der acht Sicherungsseile begeben. Nach kurzer Befestigung der Seile mit so genannten "Achterknoten" und "Halbmastwürfen" beim Sicherer und beim Kletterer, kann es losgehen. Mit viel Elan erklimmen die Ersten die zirka fünf Meter hohe Kletterwand. Selbst das schwierigere Abseilen gelingt - wenn die Teamarbeit stimmt.

Nachdem jeder Schüler mindestens ein Mal geklettert ist, meint die zwölfjährige Rebecca: "Das macht total Spaß, dürfte aber ruhig noch etwas schwieriger sein. Aber die Kletterwand ist ja auch noch für jüngere Kinder gedacht, wie für die Fünft- und Sechstklässler, also ist das schon okay." Die ein Jahr ältere Selina ist ihren Klassenkameraden zumindest in der Kletterwand um einiges voraus: "Ich bin schon mal in der Wand geklettert, im Herbst letzten Jahres, da habe ich nämlich bei einem der Mädchentage des Jugendhauses mitgemacht."

Insgesamt finden die Schülerinnen und Schüler den Kletter-Tag absolut genial und denken, dass er zur Verbesserung des Zusammenhaltes der Klasse, zur Teamfähigkeit und zum Vertrauen der Schüler untereinander beigetragen hat.

Pädagogisch wertvollIn Zukunft wird das Klettern auch in den Sportunterricht  der Schule eingebaut werden, da einige Lehrer, wie eben Lehrerin Petra Keller, dabei sind, einen erforderlichen Kletterschein zu machen. Das Angebot einer Kletter-AG ist noch in der Schwebe.

Zumindest bis dahin erfreuen sich aber die Klettertage großer Beliebtheit: Bis Juni 2005 ist das Jugendhaus bei diesem Angebot bereits ausgebucht. "Wir bieten hauptsächlich Kanu- und Klettertage an, weil es sich hierbei um Sportarten handelt, die ernstgenommen werden müssen und die Disziplin erfordern. Sie bieten für die Kinder wenig Möglichkeiten, sich zu entziehen, die Kinder müssen dabei bleiben und sich konzentrieren", erläutert Salewski, warum er ausgerechnet diese Sportarten für pädagogisch besonders wertvoll hält.


Märkisdche Allgemine 28.01.2005
 

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Studie
Schwächen beim Schulsport

Krankenkassen klagen über Kurkosten für übergewichtigen Nachwuchs

POTSDAM Der Schulsport an brandenburgischen Realschulen liegt in der Praxis im argen: Von den drei Stunden pro Woche, die der Lehrplan vorsieht, fällt für etwa 20 Prozent der Schüler regelmäßig eine aus. In den ländlichen Gebieten des Landes ist von diesem Stundenausfall sogar jeder zweite Realschüler betroffen.

Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Studie, die der Arbeitsbereich Sportsoziologie am Institut für Sportwissenschaften der Universität Potsdam unter 2400 Brandenburger Jugendlichen im Alter von 13 bis 19 Jahren durchgeführt hat. Günstiger stellt sich in der Studie allerdings die Situation des Schulsports an den Gymnasien und Gesamtschulen dar: Dort werden nach Schüler-Angaben meist alle drei wöchentlichen Sportstunden abgehalten.

Nach Auskunft des Potsdamer Bildungsministeriums liegt Brandenburg mit diesen drei Schulsportstunden in der Woche im deutschlandweiten Spitzenfeld. "Wir sind das einzige Bundesland, in dem das verwirklicht worden ist", betont Ministeriumssprecher Thomas Hainz.

Demgegenüber bemängeln die Verfasser der Universitäts-Studie jedoch den derzeit gängigen Ansatz des Schulsportangebots. Es werde viel zu wenig erkannt, dass es dabei um "die indirekten gesundheitlichen Wirkungen" gehe, kritisiert der Potsdamer Sportsoziologe Jürgen Baur. "In diesen drei Schulsportstunden müsste man versuchen, die Jugendlichen an eine allgemeine sportliche Betätigung heranzuführen." Dieses Interesse am Sport könne jedoch nur mit einem attraktiven Angebot geweckt werden, so Baur. Er fordert deshalb eine Ausweitung der Wahlmöglichkeiten in Form von zusätzlichen Sport Arbeitsgemeinschaften.

In Anbetracht der steigenden Zahl übergewichtiger Kinder und Jugendlicher versuchen Schulen auch gemeinsam mit einigen Krankenkassen, neue Wege zur Gesundheitsförderung einzuschlagen. Denn der übergewichtige Nachwuchs belaste zunehmend die Versicherungen, erläutert Marion Witt von der Barmer Ersatzkasse in Potsdam: "Wir finanzieren immer mehr Kuren." Deshalb strebt man langfristig Kooperationen mit Schulen an. Vorreiterprojekt wird ab April die Zusammenarbeit mit der Neuen Grundschule und dem Neuen Gymnasium Am Stern in Potsdam sein, wo bereits mit den unteren Klassenstufen das richtige Verhalten eingeübt werden soll. "Wir wollen hier Bewegung und Ernährung zusammenbringen", unterstreicht Witt die Bedeutung des Zusammenwirkens mehrerer Faktoren auf die Gesundheit der Kinder und Jugendlichen. Verbindungen, die bislang noch viel zuwenig beachtet worden seien.

Auch im Sportfreizeitverhalten gibt es derzeit offenbar eine Verlagerung der Schwerpunkte, sagt Uwe Koch von der brandenburgischen Sportjugend im Landessportbund: "Meine Erfahrung ist, dass die Jugend sich zwar engagieren will, aber dass sie sich eher für kurz- und mittelfristige Aktivitäten interessiert." Angebote von einem halben Jahr oder einem Jahr wie Straßenfußball und Streetbasketball hätten eine sehr starke Nachfrage. So war der im letzten Jahr von der Sportjugend organisierte brandenburgweite Straßenfußball-Cup, an dem 350 Teams in acht Städten teilnahmen, ein großer Erfolg. Die Interessenverschiebung hin zur Trendsportaktivität führt Koch auch auf "das veränderte Zeitbudget von Jugendlichen" zurück. Ständige Ortswechsel wegen Ausbildung oder Lehre machten eine langfristige Bindung an einen Sportverein zunehmend uninteressant. Über die kurzfristigen Aktionen der Sportjugend wolle man die Jugendlichen wieder mehr für Aktivitäten im Sportverein interessieren, so Koch.

Nach der Potsdamer Studie des Instituts für Sportwissenschaften sind in Brandenburg knapp 30 Prozent der Mädchen und etwa 50 Prozent der Jungen in Sportvereinen engagiert - zehn Prozent weniger als in den westlichen Ländern, so Sportsoziologe Baur. Grund seien unter anderem die vergleichsweise niedrige Zahl von Sportstätten im ländlichen Raum sowie deren vergleichsweise schlechte Ausstattung.
 


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Gießener Anzeiger  21. Januar 2005

Erfolgreicher Start der HLV-Schülermentoren-Ausbildung
Mentoren sollen wie Steine im Wasser Kreise ziehen

Hessischer Leichtathletik-Verband hat Pilot-Projekt an Gesamtschule Gießen Ost gestartet

GIESSEN. Die Turner machen es. Auch im Tennis wird es gemacht. Die Leichtathleten in Baden-Württemberg machen es ebenfalls. Warum sollen es da nicht auch die hessischen Leichtathleten machen? Diese Frage stellten sich Kurt Drolsbach und Dr. Frank Reuber vom Arbeitskreis Schulsport des Hessischen Leichtathletik-Verbandes. Sie machten es. Und so ist in Gießen ein Pilot-Projekt der Schülermentoren-Ausbildung angelaufen.

Angesiedelt ist es an der Gesamtschule Gießen Ost, an der Reuber arbeitet. 15 "speziell ausgewählte" (Reuber) Schülerinnen und Schüler aus den Klassen 9, 10 und 11 haben die Ausbildung begonnen. "Es sind Schüler mit einem hohen Interesse an Sport. Sie sind sehr teamfähig, berichtet der Ostschul-Lehrer. Sie kämen aus den unterschiedlichsten Sportarten, weist Reuber darauf hin, dass nicht nur die Leichtathleten angesprochen seien.

Wolfgang Schad als Präsident des Hessischen Leichtathletik-Verbandes (HLV) hofft, dass das nach den Weihnachtsferien begonnene Projekt als Stein im Wasser "Kreise zieht". Über Hessen und Baden-Württemberg und auch über die Laufen-Springen-Werfen-Sportart hinaus. Allerdings passe das Projekt gut zum Übungsleitergewinnungskonzept des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV), sagt Fred Eberle, der Beauftragte Kinderleichtathletik des Verbands.
Auf den Nachahm-Effekt hofft nicht nur Eberle. Klaus Paul vom hessischen Kultusministerium erwartet ebenfalls, dass die Idee im wahrsten Sinne des Wortes Schule macht. "Unser Ziel ist, dass es flächendeckend in Hessen wird. In Erwartung einiger Nachfolge-Projekte werde sein Ministerium keine finanzielle Unterstützung für das Gießener Projekt leisten: "Das könnten wir dann gar nicht bezahlen.

Sportkreis-Vorsitzender Heinz Zielinski kündigt an, dass sich der Landessportbund Hessen des Mentoren-Themas mit größerem Engagement annehmen werde. Unterstützt wird das Projekt zudem vom Deutschen Sportlehrerverband und vom MTV 1846 Gießen, in dessen Jahnhalle am Heegstrauchweg die meisten der 45 Unterrichtseinheiten abgehalten werden.
Die Kosten des Projekts werden zum größten Teil vom HLV getragen. Aber auch die Teilnehmer zahlen einen Beitrag, um Verpflegung und andere Ausgaben aufzufangen. Sie sollen am Ende der Ausbildung in der Lage sein, bei schulsportlichen Veranstaltungen unterstützend tätig zu werden. Die Mitarbeit an Projekten wie Pausensport und in Arbeitsgemeinschaften oder die Betreuung von Schulmannschaften sind geplante Aufgaben.

Dass die Vorstellungen der Beteiligten und Förderer dabei sehr weit gefasst sind, wurde im Laufe der Präsentation deutlich. Ministerialrat Paul beispielsweise erwartet ein "hohes soziales Engagement der Schülerinnen und Schüler: "Es wird ein großer Gewinn für sie sein, vor allem im Umgang mit Menschen. Für Fred Eberle sollen die Mentoren Kinder beim "ersten Zugang zur Leichtathletik begleiten­ in Schule und Verein. Durch die Ausbildung würden "die Voraussetzungen für künftige ehrenamtliche Aufgaben im Verein geschaffen, formuliert es Kurt Drolsbach.

Frank Reuber sieht das Engagement in der Schule im Vordergrund. Er erhofft sich eine Einbindung der Mentoren in die Organisation Schule und kündigt die baldige Eröffnung eines "Schüler-Sport-Büros³ in der Ostschule an. Für Klaus Paul sind die Teilnehmer des Pilotprojekts potenzielle Verbindungsleute zwischen Schule und Verein ­ "gerade im Blick auf die Ganztagsschule.

Aber auch der Blick auf die Universität ist gegeben. Denn Dr. Volker Döhring vom Sportwissenschaftlichen Institut der Uni Gießen begleitet das Projekt wissenschaftlich mit den drei Examenskandidaten Thomas Kanngießer, Timo Stephan und Yvonne Klein. Deshalb sieht MTV-Vorsitzender Walter Müller die Initiative als "wichtig für den Standort Gießen an.
Doch warnt Wolfgang Hauptmann vom Staatlichen Schulamt vor allzu viel Euphorie. "Es hängt von den Personen ab und von Schulleitungen, die das Projekt unterstützen, weist er beispielsweise darauf hin, dass an der Ostschule Sport als Leistungsfach angeboten wird.
Deshalb bleibt abzuwarten, wer es noch macht, das Projekt der Schülermentoren im Sport.
 



 
 
 
 

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20.1. 2005 Tegerseezeitung

Einmaliges Angebot für den Schulsport
Alpen Plus Partner ermöglichen Ski-Unterricht

Miesbach - Dass Kinder zunehmend weniger fit sind, bezeichnen deutsche Mediziner immer wieder als Besorgnis erregend. Klassische Sportarten werden immer weniger ausgeübt, Bewegung findet oft nur im Trendbereich statt. Doppel-Olympiasieger Markus Wasmeier und Silber-Medaillengewinner Peter Schlickenrieder wollen dem entgegenwirken und unterstützen als Schirmherren die Initiative der Alpen Plus Partner "Pro Skisport". Im vergangenen Winter beteiligten sich etwa 4500 bayerische Schüler im Rahmen ihres Schulsports zu günstigen Konditionen in den fünf teilnehmende Skigebieten. Nun erhofft sich die Initiative erneut große Resonanz.
 

"Spaß im Schnee und an der Bewegung in der freien Natur" wünscht Markus Wasmeier den Schülern, die auf den Spuren von "Pro Skisport" wandeln. Vom Ergebnis des ersten Winters war Wasmeier geradezu überwältigt. Das Angebot habe sich etabliert, sagt der Schlierseer. Nun hoffe er, dass auch heuer wieder zahlreiche Schüler innerhalb des Sportunterrichts den Weg in die Berge finden. Alpen Plus, die Deutsche Angestellten Krankenkasse und Erdgas Südbayern haben zusammen mit zahlreichen Partnern, darunter auch die Bayerische Oberlandbahn und der Regionalverkehr Oberbayern, das Angebot aufgrund der Erfahrungen des Vorjahres weiter verbessert. Angesprochen fühlen dürfen sich davon knapp 1,9 Millionen bayerische Schülerinnen und Schüler, die in Gruppen ab 20 Personen zu besonders günstigen Tarifen in die Skigebiete Wallberg, Spitzingsee, Sudelfeld, Brauneck und Zahmer Kaiser reisen können. Für einen Vormittagspass müssen dabei pro Teilnehmer lediglich zehn Euro bezahlt werden, ein Tagespass kostet auch nur 16 Euro - bei freier Fahrt mit der Oberlandbahn. Material kann außerdem zu Vorzugspreisen ausgeliehen werden.

"So ein Angebot ist wirklich einmalig", spricht Markus Wasmeier die Nachwuchs-Skifahrer an. Dem Schulsport komme eine Vorbildfunktion zu, und es sei äußerst schade, dass Skifahren in jüngster Zeit daraus weitgehend verdrängt wurde. "Ohne Breite keine Spitze", fügt Wasmeier an und hofft, dass dieses "Super-Angebot für heimische Schulklassen" wieder gut angenommen wird.

Weitere Informationen gibt es unter der Internetadresse www.alpenplus.com
 



 

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Mitteldeutsche Zeizung 19.1. 2005

Doktorarbeit

Bunte Gummibänder machen schwache Schüler wieder stark
Sportlehrer kommt in Großversuch zu erstaunlichem Ergebnis

Schüler bewegen sich zu wenig, haben wenig Ausdauer und viel zu wenig Kraft. Und: "Zwei bis drei übergewichtige Kinder sind in jeder Klasse", sagt Andreas Günther. Er ist Sportlehrer in Staßfurt und seit Jahren auch in der Aus- und Weiterbildung von Lehrern tätig. Nun hat der 41-Jährige promoviert. In seiner Doktorarbeit, die er an der Uni Halle geschrieben hat, geht es um Fitness-Training im Unterricht, mit dem den Defiziten der Schüler entgegengewirkt werden kann. Das erstaunliche Ergebnis: Günther erzielte mit seinen Methoden eine Steigerung der Kraftfähigkeit von 17 Prozent.
 
. Sportlehrer Andreas Günther 
hat Übungen mit dem Gummiband
entwickelt, die leicht in jeder
Schule umzusetzen wären.
Was das den Schülern bringt? Eine gut ausgebildete Muskulatur schützt vor Haltungsschwächen und ist auch Schutz vor Verletzungen: "Eine schwache Muskulatur schützt das Skelett nicht. Heute kommt es im Sportunterricht häufiger zu Verletzungen." Dagegen setzt Günther in seinem Konzept eigentlich nur ein Gummiband, das

Thera-Band, das oft in der Krankengymnastik Verwendung findet und nicht nur dort effektiv eingesetzt werden kann. Für seine Untersuchungen, an der sich 22 Schulen in Sachsen-Anhalt beteiligten, wurde er von der Herstellerfirma und der AOK finanziell unterstützt. Ein Schulhalbjahr trainierten 500 Schüler der 9. bis 13. Klassen, die im Kurssystem das Thema Fitness gewählt hatten, unter anderem in Schkopau, Dessau und Bitterfeld, mit den bunten Gummibändern. 40 Übungen sorgten für Abwechslung im Unterricht. Jeweils zehn Übungen hatte Günther für die Arm-Schulter-Muskulatur, für den Bauch, den Rücken und die Beine entwickelt. Doch auch Kontinuität war beim Üben gefragt: "In einer Einzelstunde 20 Minuten, in einer Doppelstunde 40 Minuten". Die Sportlehrer schulte er für sein Dissertations-Projekt in Weiterbildungsveranstaltungen.

Die Auswertung erfolgte über Fragebögen und vier Übungen, die auch vor dem Trainingsbeginn getestet worden waren. Dagegen gesetzt wurden die Ergebnisse von 500 Schülern, die am regulären Sportunterricht teilgenommen hatten. "Der Zuwachs belief sich auf knapp 25 Prozent, die Vergleichsgruppe hatte nur sieben Prozent Kraftfähigkeit erreicht. So ergeben sich die 17 Prozent am Ende."

Und was passiert nun mit den Ergebnissen? "Es wäre schön, wenn das Kultusministerium erkennt, dass eine Studie vorliegt, die nicht nur beweist, was falsch läuft, sondern engagiert dagegen angeht."
 
 



 
 

Sportunterricht.de - Materialien für Lehrer und Schüler

Braunschweiger Zeitung 19.1. 2005

Fitness-Studio statt Turnhalle
Neue Oberschule bietet Schülern im Sportunterricht ungewönhliches Angebot

Nein, dick seien ihre Schüler in der Regel nicht. Aber eine erhebliche Unbeweglichkeit hat Monika Ohm in den Oberstufen-Jahrgängen der Neuen Oberschule schon ausgemacht.

Die 51-jährige Pädagogin (Sport, Deutsch, Werte und Normen) bietet daher seit vier Jahren eine Alternative zur im Sportunterricht oft üblichen Quälerei an Barren, Reck oder Kasten: Im Kursus Fitness und Kondition geht es einmal wöchentlich für zwei Stunden ins Fitness-Studio. "Meines Wissens ist diese Angebot einmalig in Braunschweig", betont Monika Ohms.

Zunächst fruchtete das Angebot nur bei den Mädchen. Doch nachdem die Kursus-Bezeichnung "Gymnastik" gestrichen und durch "Fitness/Kondition" ersetzt wurde, stellen auch die Jungs die Hälfte der Teilnehmer. "Wir könnten noch einen dritten Kursus anbieten", berichtet die Lehrerin vom stetig steigenden Interesse, aber knapper Kapazitäten.

In der Kürze der Zeit, zwei Stunden in der Woche, wolle sie vor allem Sportmöglichkeiten vorstellen, "die die Jugendlichen ein ganzes Leben lang betreiben können, sozusagen als Dauerbrenner". Stepper, Kurzhanteln oder Minitrampolin kommen unter anderem im Gymnastikraum des Sportstudios zum Einsatz.

Bei dem meist aus dem Aerobic-Bereich stammenden Übungen hat Ohm festgestellt: "Die Schüler sind sportlich sehr unbedarft. Meine Kondition ist besser, obwohl ich sehr alt bin." Verantwortlich macht die Studienrätin dafür insbesondere die langen "Sitzzeiten" ihrer Schützlinge vor dem Fernseher oder dem Computer.
 



 

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Merkur-online 14.1. 2005

Mehr Bewegung schult die "Basisfähigkeiten"
Projekt in Klettham: Kondition und Koordination

Erding (bz) - "Schau dir das an, meine Füße haben genauso gezittert", erzählt Sarah Fellner aus der Klasse 1b der Grundschule Klettham, während einer ihrer Mitschüler sich gerade im Balancieren auf einer umgedrehten Turnhallenbank versucht. Ihre Klasse gehört zu einem Pilotprojekt zur Förderung der Bewegungsfähigkeit, bei dem die Schule mit der Volkshochschule kooperieren. "Es geht um Kondition und Koordination", erklärt Dr. Manfred Muster (VHS).

Zunächst durchlaufen die Schüler einen standardisierten Auswahltest für den Sportunterricht, um Auskunft über ihre Bewegungsfähigkeit, räumliches Denken, Gleichgewicht, ihren Umgang mit der eigenen Kraft und ihr Rhythmusgefühl zu erhalten. Zum Test gehört auch das Balancieren mit gleichzeitigem Ballprellen.

Sarah schafft es zunächst fünfmal, den Ball auf den Boden zu schlagen und wieder zu fangen, einen Versuch weiter ist sie bei neun. Wenn die Kinder das Zielwerfen, Stehen auf einem Bein, Standhochsprung, freies Festhalten an der Sprossenwand und Rumpfbeugen erledigt haben, sind genug Daten vorhanden, die man mit dem nächsten Test in drei Monaten vergleichen kann. Um die Ergebnisse noch besser verwerten zu können, gibt es eine Kontrollklasse, die den üblichen Sportunterricht bekommt, erklärt Bettina Ber, Klassenleiterin der 1b.

Über drei Monate werden die Schüler jetzt im Sportunterricht und während anderer Fächer ihre Bewegungsfähigkeiten trainieren. "Ich werde zweimal pro Woche 15 Minuten von meinen Stunden für diese Bewegungspausen abzwacken", so Ber. Zeigen sich Erfolge, werde man das Projekt erweitern.

"Wir trainieren Basisfähigkeiten, die für die Entwicklung der Kinder sehr wichtig sind", erklärt Muster. Und die Kinder haben Spaß. Sarah: "Beim Zielwerfen werde ich wohl nicht so gut sein, aber beim Festhalten an der Sprossenwand bin ich super."
 



 

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1.1. 2005  Sportunterricht.de
 

2005 -  Jahr des Sports und der Sporterziehung

Die UNO hat das Jahr 2005 zum Jahr des Sports und der Sporterziehung erklärt.
Das Ziel:
Sport für die Förderung von Erziehung und Ausbildung, Gesundheit, Entwicklung und Frieden nutzen.

Uno-Deklaration
Offizielle Schweizer Seite
Deutscher Sportbund
 
 


 
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