Sportunterricht.de - Materialien für Lehrer und Schüler
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Archiv | Aktuelle News
 

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30.9. 2004 - TAZ

Vor allem Arme sind dick dran
Renate Künast sorgt sich weiter um dicke Kinder - diesmal mit einem Bündnis statt einem Gesetz. Viele machen mit.
Die Lebensmittelwirtschaft schließt Freundschaft mit dem Verbraucherministerium, damit Deutschlands Kinder nicht noch dicker werden.

Seit gestern läuft dieser Versuch. Die Lebensmittelfabrikanten treffen sich mit sechs anderen Gründungsmitgliedern auf der neuen "Plattform für Ernährung und Bewegung e.V." - eine Idee von Renate Künast, Bundesverbraucherministerin. Für die ist das Thema Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen "Herzensangelegenheit" geworden. Vor zwei Jahren setzte sie es auf die Agenda, im Juni diesen Jahres gab sie eine Regierungserklärung zu diesem Thema ab. Nun will sie unterschiedliche Interessengruppen für eine Sache begeistern - die Zukunft des Projekts scheint aber ungewiss.

Mit Hilfe der Plattform und ihren bisherigen Mitgliedern, darunter Interessenvertreter von Krankenkassen, Eltern, Lebensmittel- und Agrarwirtschaft, Kinder- und Jugendmedizin sowie dem Sportbund, will Künast Präventionsmaßnahmen starten. Dazu sollen erst der aktuelle wissenschaftliche Stand zum Thema gesichtet, bereits ins Leben gerufene Aktionen beurteilt und auf dieser Basis Kriterien für effektive Vorsorge erstellt werden. Künast: "Es muss noch mehr Bewegungsmöglichkeiten in Kindergärten und Schulen geben." Referenten des Kongresses sprachen sich beispielsweise für einen täglichen Sportunterricht in Grundschulen aus. "Auch die Städte müssen mehr Angebote machen, möglichst kostenfrei." Wegen mangelnder Aufklärung und fehlender finanzieller Mittel sind vor allem sozial Schwache und Migranten betroffen. Für die Ministerin ist der Kampf gegen Übergewicht deshalb auch eine "Gerechtigkeitsfrage": "Es darf kein Zeichen von Armut sein, wenn man zu dick oder in der Folge chronisch krank ist."

Die Zahl der übergewichtigen Kinder im Schulanfangsalter verdreifachte sich in den letzten 10 bis 15 Jahren. Inzwischen sind etwa jedes 5. Kind und jeder 3. Jugendliche zu dick. Beim Gründungskongress zeigten sich alle optimistisch. Schon die Tatsache, die unterschiedlichen Interessen zusammengebracht zu haben, sorgte für "Aufbruchstimmung". Dabei gibt es nur minimale Fortschritte auf dem Weg zu gesunder Ernährung. Theo Spettmann, Vorsitzender des Bundes für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde e.V., muss es schon als Erfolg werten, dass das Angebot kalorienreduzierter Produkte weiter ausgebaut wird. Doch die sind nicht automatisch gesund.

Praktisch hat sich auch an der Problematik selbst wenig geändert. Dass gegen Fettleibigkeit Bewegung und gesunde Ernährung helfen, ist bekannt. Neu ist das Bewusstsein, dass die Vorbeugung frühstmöglich ansetzen sollte, am besten schon im Kindergarten.

Die Verbraucherzentralen hatten die öffentliche Diskussion zum Thema vor zwei Jahren mit einer entsprechenden Studie mit angeschoben. Bei der Plattform wollen sie jedoch vorerst nicht mitwirken. "Wir sind eingeladen worden, sind aber noch zurückhaltend", sagt Carel Mohn, Sprecher des Bundesverbands der Verbraucherzentralen. Seiner Meinung nach könne die "Politik mehr bewirken als solch ein Diskussionsforum". Renate Künast glaubt: "Das Thema ist so umfangreich, dass man es nicht in ein Gesetz pressen kann."
 

Plattform für Ernährung und Bewegung

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DSB-Presse 28.09.2004

Viele Jugendliche steuern auf Herzinfarkt zu

Immer mehr Jugendliche laufen in Deutschland Gefahr, in ihrem späteren Leben einen Herzinfarkt zu erleiden. Denn Übergewicht, das neben der Nikotin-Abhängigkeit zu den gefährlichsten Risikofaktoren für Herzkreislauf-Erkrankungen zählt, droht sich unter Heranwachsenden rasant auszubreiten.

Weltherztag am 26. September
 
Anlässlich des Weltherztages am 26. September forderten deshalb die Deutsche Herzstiftung, die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie und das Deutsche Krebsforschungszentrum, in Schulen effektive Schutzmaßnahmen zu etablieren: Der Ernährungsunterricht muss endlich einen angemesseneren Platz im Lehrplan erhalten. Der Sportunterricht sollte einen höheren Stellenwert bekommen.
Und auch das Rauchen muss auf Schulgeländen in allen Bundesländern konsequent verboten werden. 
Jedes Jahr erleiden in Deutschland rund 270.000 Menschen einen Herzinfarkt. Verantwortlich ist typischerweise eine Herzkranzgefäß-Verkalkung, die über Jahre fortschreitet und die Sauerstoff­ver­sor­gung des Herzmuskels kontinuierlich einschränkt. Zu den Hauptschuldigen einer solchen Gefäß-Verkalkung zählt vor allem die Zigaretten-Abhängigkeit sowie das Übergewicht, in dessen Folge es zu Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen und zu der Zuckerkrankheit Diabetes mellitus kommt. Immer häufiger sind solche Risikofaktoren aber nicht nur bei Erwachsenen anzutreffen, sondern auch schon im Kindes- und Jugendalter. „11 bis 15 % der Schulanfänger haben heute bereits Übergewicht", betont Professor Dr. med. Helmut Gohlke, Chefarzt im Herz-Zentrum Bad Krozingen. „Es ist zu befürchten, dass Deutschland dem Trend der USA folgt, wo sich der Anteil übergewichtiger Kinder seit den 60er Jahren mehr als verdreifacht hat", so die Mahnung des renommierten Herzspezialisten.

Ernährungslehre in den Lehrplan aufnehmen
Zum Weltherztag hat deshalb die Deutsche Herzstiftung gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie und dem Deutschen Krebsforschungszentrum eine umfangreiche Stellungnahme verfasst, die konstruktive Vorschläge enthält, um Jugendliche effektiv vor Übergewicht und Zigaretten-Abhängigkeit zu schützen (siehe Dokumentation). Ein wichtiger Ansatzpunkt ist dabei die Ernährungslehre, die im Lehrplan aller Schulen einen angemesseneren Platz erhalten muss. Zudem sollte für ein gesundheitsförderndes Angebot an Pausen-Mahlzeiten gesorgt werden. Anstatt fettreiche und süße Gebäck-Teilchen anzubieten, sollte auf dem Schulgelände der Kauf von Obst, Vollkornbroten und Salaten ermöglicht werden.

Bewegungsmangel und Übergewicht mit Spaß an Bewegung entgegnen
Zudem müssen Schulen noch viel mehr dem Bewegungsmangel entgegenwirken, der immer noch zu den Hauptverursachern von Übergewicht zählt und heutzutage auch schon bei jungen Menschen weit verbreitet ist. „Aus medizinischer Sicht ist die Zahl der wöchentlichen Sportstunden dringend zu erhöhen", betont Prof. Gohlke. „Allerdings sollte der Leistungsgedanke nicht zu sehr im Vordergrund stehen. Vielmehr muss der Spaß an der Bewegung geweckt werden, damit die sportlichen Aktivitäten auch im Erwachsenenalter über die Schulzeit hinaus fortgeführt werden."

Mehr Engagement sollten viele Schulen auch im Kampf gegen die Zigaretten-Abhängigkeit zeigen. Denn das Schulalter ist das typische Einstiegsalter in die Zigarettensucht, von der viele Betroffene in ihrem späteren Leben trotz größter Anstrengungen nicht mehr wegkommen. Die drei Organisationen fordern deshalb die Verantwortlichen aus Politik und Gesellschaft dazu auf, endlich konsequent in allen Bundesländern die längst überfällige Gesetzesgrundlage für ein generelles Rauchverbot in Schulen zu schaffen. Derzeit können vielerorts immer noch die Schulleiter alleine oder in Abstimmung mit dem Elternbeirat das Rauchen an ausgewiesenen Plätzen erlauben, sodass Raucher-Ecken in vielen Bundesländern nach wie vor zum Alltagsbild der Schulen gehören.
 

www.dsb.de


 

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25. 9. Feestyle 24

Werder unterstützt Aktion der Deutschen Schulsport-Stiftung

Der deutsche Meister und Pokalsieger Werder Bremen startet zusammen mit der Deutschen Schulsportstiftung und der Firma Kraft Foods Deutschland eine Initiative für einen gesünderen Alltag von Kinder und Jugendlichen in Deutschland. Im Mittelpunkt stehen Aktionen, die Schülerinnen und Schülern mehr Angebote für Bewegung und ausgewogene Ernährung außerhalb des Unterrichts machen. Werders Geschäftsführer Klaus-Dieter Fischer, Nachwuchs-Cheftrainer Thomas Wolter und der extra aus Budapest angereiste Werder-Profi Krisztian Lisztes stellten gemeinsam mit den anderen Kooperationspartnern in Berlin, in den Räumlichkeiten der Bundespressekonferenz, das neue Projekt vor.

Im Mittelpunkt stand dabei die Präsentation einer modernen Unterrichtsmappe zum Thema Unterrichtsmappe "Fit und gesund durch Bewegung und richtige Ernährung". Sie enthält Unterrichtsmaterial zu den Schwerpunkten Energiebilanz, Bewegungscheck, gesunder Lifestyle und Bewegungstipps für zwischendurch. Mit ihr sollen die Jugendlichen animiert werden, ihren Lebensstil genau unter die Lupe nehmen, Bewegungs- und Ernährungstagebücher werden gemeinsam geschrieben und ausgewertet.

Mit Hilfe des Werder-Projektes "100 Schulen - 100 Vereine" soll die Verbreitung der neuen Initioative beschleunigt werden. "Wir werden die Arbeit mit der Unterrichtsmappe in unser Kooperationsprogramm mit allen Schulen und Vereinen aufnehmen. Damit werden wir erneut unserer Verantwortung für eine intensive Arbeit mit der Basis gerecht. Wir sind überzeugt, dass wir mit unseren Erfahrungswerten durch unsere Aktion '100 Schulen - 100 Vereine' diese neue Initiative entscheidend fördern können", sagte Werders Geschäftsführer Klaus-Dieter Fischer. Durch das Werder-Projekt "100 Schulen - 100 Vereine" soll sogar die Möglichkeit geschaffen werden, die Arbeit mit der modernen Unterrichtsmappe auch in der Trainer- und Lehrerfortbildung einzuführen. Nachwuchs-Cheftrainer Thomas Wolter sagte: "Bei Werder wurden allein im vergangenen Jahr etwa 400 Lehrer und Trainer fortgebildet, dass gibt uns die Chance auch die neue Initiative für einen gesünderen Alltag von Kindern und Jugendlichen auch in diesem wichtigen Personenkreis zu thematisieren." Krisztian Lisztes untermauerte in Berlin mit seinen Ausführungen die Bedeutung der Ernährung für den Spitzenleistungen.

Über die Motivation für die "Gesünder-Leben"-Initiative sagte Karl Weinmann von der Deutschen Schulsport Stiftung: "Wir stellen fest, dass Kinder und Jugendliche einfach mehr motiviert werden müssen, etwas für einen gesunderen Lebensstil zu tun." Jean-Paul Rigaudeau, Vorsitzender der Geschäftsführung von Kraft Foods Deutschland erklärte: "Mit dieser Initiative setzt sich Kraft Foods Deutschland für einen gesünderen Lebensstil von Kindern und Jugendlichen ein. Wir übernehmen als Unternehmen Verantwortung und werden auf diese Weise aktiv. Auch die beste Initiative braucht ein Spitzenteam, und das haben wir mit der Deutschen Schulsport Stiftung und Werder Bremen - damit gewinnen alle!"

Weitere Kooperationen mit Sportvereinen sollen folgen. "Wir wollen die Jugendlichen direkt ansprechen und sie dafür begeistern, sich mit Köpfchen zu ernähren und zu bewegen", sagte Stephan Becker-Sonnenschein, Unternehmenssprecher von Kraft Foods, auf der Pressekonferenz in Berlin.

Die Unterrichtsmappe "Fit und gesund durch Bewegung und richtige Ernährung" wird zunächst in einer Auflage von 10.000 Exemplaren gedruckt. Weitere Auflagen sind eingeplant, denn bis Ende 2005 soll die Unterrichtsmappe deutschlandweit allen interessierten Schulen und Vereinen zur Verfügung gestellt werden. Die erste Auflage der Unterrichtsmappe wird Lehrern über die Deutsche Schulsport Stiftung kostenlos zur Verfügung gestellt.
 


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Westfälische Rundschau 24.9. 2004

Tremoniaschule wird vorbildlich:
Täglich eine Stunde Sportunterricht

Wambel. (tag) "Was machen die Vögel im Winter?" Die Antwort auf diese Frage kann recht schlicht ausfallen oder eben naturwissenschaftlich genau. Die Schüler der Tremoniaschule in den Klassen 5 und 6 werden sich in Zukunft interdisziplinär in Biologie, Physik und Chemie der ausführlichen Antwort nähern.

Die Tremoniaschule, die als Förderschule von Kindern und Jugendlichen besucht wird, die Probleme mit dem Lernen in großen Gruppen haben, nimmt an einem Modellversuch teil. Statt einzelner naturwissenschaftlicher Fächer werden die Schüler der Orientierungsstufe das Fach NAWI haben, in dem sie interdisziplinär wie im grundschulischen Sachkundeunterricht lernen. Im Vordergrund steht, erklärt die stellvertretende Schulleiterin Ulrike Arndt, die Vermittlung der prozessualen Kompetenzen wie beobachten und untersuchen, ausprobieren und auswerten - und dabei verstärkt die Schüleraktivität. Die Steigerung der Effizienz des mathematisch-naturwissenschaftlichen Unterrichts wird in allen Schulformen erhoben und die Tremoniaschule ist eine Modellschule des Bund-Länder-Kommissions-Versuch "Sinus-Transfer"....

Ein weiterer Schwerpunkt auch des kommenden Schuljahres wird der Sport sein. "Bewegte Schule" bedeutet für die Schüler der Primarstufe eine Sportstunde täglich. Auch dies ist ein Modellversuch des Landes NRW. "Die Kinder sind begeistert", ist die Erfahrung des Schulleiters.

Erlebnis orientiert

Ob in der Gymnastikhalle, auf dem Schulhof, dem Kletterspielplatz, im Revierpark Wischlingen, im Hallenbad oder in der Inlinerhalle, die Sportspiele sollen an die tatsächliche Leistungsfähigkeit heranführen und den Spaß am gemeinsamen Spiel vermitteln.

Aber auch ohne Modellversuch treiben die Tremoniaschüler gern Sport. Klettern, Kajak fahren und Ski laufen stehen als erlebnispädagogisch orientierte Maßnahmen auf dem Stundenplan. Der Erfolg zeigt sich vor allem im Sommer. Dann nämlich starten Schüler und Lehrer ins Zeltlager am Möhnesee. Und wer Kanu fahren will, der muss richtig schwimmen und auch retten können. Ein Ansporn, der immer wieder funktioniert.

Bewegte Schule
Lernen braucht Bewegung


 

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Ärzte-Zeitung 22.9. 2004

Schmidt ermuntert zu mehr Sport an Schulen
Fettleibigkeit und Bewegungsarmut - das größte Gesundheitsrisiko für Kinder / Eltern als schlechtes Vorbild

Ohne bundesweite Gesundheitserziehung in Kindergärten und Schulen und Kampagnen für richtige Ernährung rollt eine Gesundheitskatastrophe auf Deutschland zu.

Beim AOK-Symposion "Schwerer Start ins Leben - Übergewicht bei Kindern" forderte AOK-Chef Hans-Jürgen Ahrens von der Politik eine gesamtgesellschaftliche Strategie gegen Fettleibigkeit und Bewegungsarmut bei Kindern und Jugendlichen.

Die Kultusministerkonferenz müsse Ernährung und Gesundheit in Kernlehrpläne einbauen. Für die AOK werde die Schule ein Präventionsschwerpunkt sein, weil Eltern, vor allem aus ärmeren Schichten, in punkto Ernährung meist keine Vorbilder für ihre Kinder seien. Dies bestätigten Kinderärzte unisono.

Unterstützung erhielt Ahrens von Ulla Schmidt. "Wir sollten nicht mehr akzeptieren, daß der Sportunterricht ausfällt, selbst wenn es zu Gunsten von Mathe oder Deutsch ist", sagte die Gesundheitsministerin.

Deutschlands Schüler sind nicht fit. Eine Studie des Wissenschaftlichen Instituts der Ärzte Deutschlands (WIAD) zeigt, daß von 2001 bis 2003 bei 9- bis 16jährigen Jungen und Mädchen die körperliche Leistungsfähigkeit zum Teil hochsignifikant zurückgegangen ist. Zugleich ist der Anteil der Schüler zwischen 11 und 15 Jahren mit mindestens drei Stunden Sport pro Woche um 35 Prozent zurückgegangen.

Die Fitness-Studie 2003


 
 

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Yahoo 22.9. 2004

Zu Fuß zur Schule - Experte: Aus Aktionstag muss Gewohnheit werden
 

Hannover. Vor einem zunehmenden Bewegungsdefizit bei Kindern hat der Sportpädagoge Lorenz Peiffer von der Universität Hannover gewarnt. Das führe zu Koordinationsstörungen, Problemen beim Balancieren und Rückwärtslaufen oder zum Unvermögen, auf Bäume klettern zu können, sagte Peiffer in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur ddp. Der am Mittwoch begangene internationale Aktionstag «Zu Fuß zur Schule» sei geeignet, das Bewusstsein der Bevölkerung zu schärfen, dass Kinder mehr Bewegung brauchten.

Allerdings dürfe es nicht bei einmaligen Aktionen bleiben, sagte Peiffer. Bewegung gehöre zum Alltagsleben der Kinder, auch in der Schule. Bereits in die Kindergärten müsse «mehr Bewegung hinein». Hierfür benötigten vor allem die Erzieherinnen eine spezielle Ausbildung. Eine dringend notwendige Ergänzung zum Schulsport sei die Möglichkeit für Kinder, in Vereinen Sport treiben zu können.

Zwar sei es erfreulich, dass derzeit bundesweit so viele Kinder wie noch nie in Sportvereinen engagiert seien, gleichzeitig jedoch habe es auch noch nie so viele dickliche Kinder wie gegenwärtig gegeben. Das Wirken der Vereine sei naturgemäß begrenzt, sagte Peiffer. Deshalb seien vor allem Eltern, Schulen und Kindergärten gefordert.

Es stimme ihn hoffnungsfroh, dass die verschiedenen Interessengruppen, die mit Kindern zu tun haben, von Ärzten bis Pädagogen, ihre Aktivitäten zunehmend vernetzten. Aus Sicht Peiffers ist es ein Mangel, dass es großflächigere Gesundheitsuntersuchungen erst für die Gruppe der Sechsjährigen vor der Schule gebe. Dadurch fehlten Erhebungen über den Gesundheitszustand im Vorschulalter, um frühzeitiger bestimmten Entwicklungen entgegenzusteuern.

Der Aktionstag «Zu Fuß zur Schule» soll Schulen und Elternhäuser motivieren, die Kinder zu Fuß zur Schule laufen zu lassen und nicht mit dem Auto hin und her zu fahren.
 


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Journal med 21.9. 2004
 

7. Deutscher Lungentag:
Aufklärung in Thüringer Schulen räumt mit alten Vorurteilen gegenüber Asthmatikern auf

"Mit der Aufklärung über die Gesunderhaltung der Atemwege kann man gar nicht früh genug beginnen", erklärten die Erfurter Lungenfachärzte Dres. Bernd Georg Trümper, Irmtraud Land und Christiane Schmidt anlässlich des 7. Deutschen Lungentages und handelten entsprechend: Mit ihrem Aktionstag "Gesunde Lunge" am 17. September 2004 machten sie den Schülern der fünften und sechsten Klassen eines Erfurter Gymnasiums nicht nur verbal, sondern auch mit sportlichen Wettspielen, Lungenfunktionstests, Gesundheitsquiz und Malaktion den hohen Wert einer gesunden, leistungsfähigen, belastbaren Lunge deutlich. Unterstützt wurde der Aktionstag durch AstraZeneca. Lungenfachärztin Ulrike Heschel, Greiz, wandte sich mit ihrer Aktion "Wie stark ist meine Lunge?", die der zentralen Veranstaltung des Berufsverbandes der Pneumologen Thüringens am 01. Oktober 2004 in Greiz vorgeschaltet war, sogar an die Drittklässler einer örtlichen Grundschule.

Auch in Sonneberg, Nordhausen und vielen anderen Thüringer Städten stellten sich Pneumologen für Aufklärungsaktionen von Kindern und Erwachsenen zur Verfügung. Fazit: Vorbeugung - vor allem durch Nichtrauchen - sowie frühe Diagnose und konsequente, ganzheitliche Therapie könnten viel dazu beitragen, die Lungenerkrankungen von Platz drei der Todesursachen-Statistik zu verdrängen. Hier ist aber noch viel zu tun, wie das Beispiel "Asthma und Sport" zeigt.

So war es für viele Erfurter Schüler neu und überraschend, dass auch ihre asthmakranken Mitschüler vom Sportunterricht profitieren sollten. "35 Prozent der Asthma-Kinder sind aber völlig vom Schulsport befreit", kritisierte Schmidt und setzte dem entgegen: "Regelmäßige sportliche Übungen verbessern den körperlichen Trainingszustand. Dadurch nimmt die Atemarbeit ab und auch die Auslöseschwelle für einen Asthmaanfall wird erhöht." Dies bekräftigte auch Trümper: "Es ist absolut verkehrt, Asthmatikern Sport zu untersagen! Es gibt sogar Olympiasieger und Weltmeister unter ihnen", erklärte er. Viel sinnvoller als eine Sportbefreiung sei eine Befreiung vom Leistungsdruck durch Noten. Ein leistungsaufbauendes Training sollte intervallmäßig aufgebaut sein und die Förderung der koordinativen Fähigkeiten beinhalten.

Unerlässliche Grundlage der Leistungsfähigkeit sei aber nach wie vor eine gute medikamentöse Einstellung des Asthma bronchiale. "Wichtig ist, dass Asthmatiker eine flexible medikamentöse Therapie erhalten, die ihnen eine Anpassung an die aktuellen Symptome erlaubt", so Trümper. Kombinationspräparate, bei denen das Corticoid und der Bronchodilator, zum Beispiel die Wirkstoffe Budesonid und Formoterol, in einem Inhalator vereint sind, steigern dabei die Compliance. Trümper: "Mit dieser Kombination genügt für die Basisbehandlung oft eine ein- bis zweimal tägliche Anwendung." Mit solch einer einfach handhabbaren, konsequent einsetzbaren Medikation seien auch Asthmatiker zu sportlichen Höchstleistungen fähig. So hatte die Kanutin Birgit Fischer, die seit einem Jahr dieses Kombinationspräparat anwendet, gerade jetzt mit 42 Jahren ihr drittes Comeback und holte in Athen ihre achte olympische Goldmedaille.



 

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17.9. DSB-Presse

Mehr Bewegungsräume für Kinder!

Am Weltkindertag, der in Deutschland am 20. September begangen wird, sterben weltweit 18.000 Kinder an den Folgen von Hunger – wie jeden Tag. In Industrienationen kämpfen Kinder und Jugendliche aber mit einem ganz anderen Problem: Übergewicht, häufigste chronische Erkrankung im Kinder- und Jugendalter, erscheint Experten als globale Epidemie des 21. Jahrhunderts.

Hauptgrund für diese Entwicklung ist die Veränderung unseres Alltags, der zu häufig von unausgewogener Ernährung und sitzenden Tätigkeiten dominiert wird. Neben einer Ernährungsumstellung helfen nur Sport und Bewegung.

Forderungen der dsj zum Weltkindertag am 20. September

Gerade Kindergarten- und Grundschulkinder brauchen sichere Räume, in denen sie ihren Bewegungsdrang spielerisch ausleben können. Die Deutsche Sportjugend ist als Anwalt der Kinder schon seit 25 Jahren bemüht, Bewegung, Spiel und Sport in die Elementarerziehung einzubringen. „Die Bewegungserziehung in Kindergärten und Grundschulen muss Teil der täglichen Arbeit werden", fordert Ingo Weiss, Vorsitzender der Deutschen Sportjugend (dsj). „Bewegung, Spiel und Sport für Kinder stellen einen grundlegenden Bildungsbereich dar, der von qualifizierten Fachkräften auszugestalten ist." Aufgabe von Politik und Gesellschaft sei es, für die notwendigen Rahmenbedingungen zu sorgen und sicherzustellen, dass auch sozial schwächere Kinder die Chance auf eine erfolgreiche Bewegungssozialisation erhalten, so der Sportjugend-Vorsitzende.

Bewegungsarmut im Alltag

Der großangelegte Deutsche Kinder- und Jugendsportbericht zeigt, dass die meisten Kinder in Deutschland aktiven Vereinssport treiben und Sport zu ihrer liebsten Freizeitbeschäftigung erklären. Die Sportvereine leisten hier ausgesprochen erfolgreiche Arbeit. Problematisch ist dagegen häufig die Bewegungsarmut im Alltag. Viele Sportverbände versuchen deswegen, Kinder nicht nur im Sportverein zu erreichen: Mit Spielmobilen motivieren sie Kinder in Parks, mit freiwilligen Helfern gestalten sie die Ganztagsbetreuung qualifiziert mit, mit Fingerspitzengefühl bieten sie besondere Programme für dickere Kinder an. Wichtig erscheint insbesondere die Prävention: „Wir brauchen neben mehr Schulsport insbesondere öffentliche Räume, in denen Kinder sicher spielen und toben können", fordert Ingo Weiss.

Um gemeinsam mit starken Partnern gegen Übergewicht bei Kindern vorzugehen, vertritt die dsj den Deutschen Sportbund als Gründungsmitglied bei der Plattform „Ernährung und Bewegung". Das Bündnis, zu dem neben Renate Künasts Verbraucherministerium beispielsweise Bundeselternrat und die Krankenkassen gehören, kämpft gemeinsam gegen falsche Ernährung und Bewegungsmangel. Der Gründungskongress, auf dem die Plattform ihre Programmatik vorstellt, findet am 29. September in Berlin statt. In der Folge des Weltkindertags immerhin ein vielversprechendes nationales Anschlussprogramm.
 

www.weltkindertag.de
DSB


 
 

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NWZ-online 12.9.2004

44 Kooperationen stehen vor dem Aus
KRITIK  Oldenburger fordern Fortsetzung des Projekts „Schule und Verein“ – Entscheidung im November
Land und LSB schieben sich gegenseitig den „Schwarzen Peter“ zu. Noch gibt es Hoffnung.
 

OLDENBURG - Das Landeskooperationsprogramm „Schule und Sportverein“ steht vor dem Aus. Und während das Land Niedersachsen und der Landessportbund (LSB) Niedersachsen sich gegenseitig den „Schwarzen Peter“ zuschieben – die NWZ berichtete –, warnen auch Oldenburger Vereine und Schulen vor den negativen Auswirkungen einer Streichung des Programmes, in das seit 1995 jährlich rund 350 000 Euro vom LSB, 75 000 Euro von der Lotto-Stiftung und 50 000 Euro vom Kultusministerium geflossen sind.

„Beide Seiten machen einen großen Fehler“, beurteilt etwa Ulf Gebken vom FC Ohmstede die Rücknahme des Kooperationsprogramms. Mehr als acht Jahre lang sei langsam und kontinuierlich im Stadtteil Ohmstede aus dem Gegeneinander von Schul- und Vereinssport ein Miteinander gemacht worden. „Unsere Zusammenarbeit mit der Grundschule Ohmstede, der IGS Flötenteich und der Fröbelschule steht vor dem Aus, weil das Land die Zuschüsse gestrichen hat“, ergänzt Ludger Popken, Jugendwart vom FC Ohmstede. Jede Woche seien viele Kinder etwa mit den Techniken im Fußball vertraut gemacht worden. Die Schulen und der Verein seien zu verlässlichen Partnern geworden, die sich nicht mehr um knappe Hallenzeiten stritten, sondern gemeinsam Bewegung, Spiel und Sport fördern wollten. „Nun wird uns mit einem Federstrich die Grundlage genommen, obwohl alle beteiligten Institutionen, die Kinder und der gesamte Stadtteil davon profitiert haben.“ Annegret Meyer, Mitglied der Schulleitung der IGS Flötenteich, sagt: „Die Kooperation mit dem FCO hat nicht nur das Schulleben bereichert, sondern viele gemeinsame Aktivitäten wie Turniere, Schul- und Stadtteilfeste hervorgebracht.“

In Oldenburg sind im vergangenen Schuljahr 44 Kooperationen zwischen Grund- bzw. Schulen der Sekundarstufe I und Sportvereinen genehmigt worden. Schülerinnen und Schüler, die nicht in Vereinen gebunden waren, erhielten in Arbeitsgemeinschaften u.a. Einführungen in Fußball, Tanzen, Handball oder Hockey. Den ehrenamtlichen, lizenzierten Übungsleitern konnte aus dem Programm eine geringe Aufwandsentschädigung gezahlt werden.

„Mit geringen Mitteln ist sehr viel erreicht worden“, bilanziert Gebken. „Mich überrascht diese Streichung deshalb, weil inzwischen alle Bundesländer derartige Projekte durchführen und nur Niedersachsen sich wieder verabschieden will. Leidtragende sind in erster Linie sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche, die über die Kooperation die Eintrittsschwelle in den Sportverein überwunden haben.“

Unterdessen scheint das letzte Wort auf oberster Ebene noch nicht gesprochen. LSB-Geschäftsführer Reinhard Rawe betonte, insbesondere wegen der Kürzungsauflage durch die Landesregierung in Höhe von 2,6 Millionen Euro im Haushaltsjahr 2005 sei der Stopp des Projekts nur eine Option. Über den letztendlichen Etat des LSB werde erst im November verhandelt.
 



 
 

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Soester Anzeiger 11.9. 2004
 

Täglich Schulsport
NRW reagiert mit Pilotversuch auf zunehmende Bewegungsdefizite der Kinder

DÜSSELDORF · Jeden Tag eine Stunde Sport - dieses Bewegungsideal ist für die i-Männchen an 25 ausgewählten Grundschulen in ganz NRW seit Beginn dieses Schuljahres Wirklichkeit. Mit dem bundesweit einmaligen Pilotprojekt will das Sportministerium Belege dafür liefern, dass die tägliche Sporteinheit die Entwicklung der Kinder fördert und das Lernklima der Schule insgesamt verbessert, sagte gestern Sportminister Michael Vesper (Grüne).

Auch ältere Schüler sollen schon bald mehr Sportunterricht erhalten. Angestrebt sind mindestens drei Stunden Sportunterricht pro Woche in allen Jahrgangsstufen, in den Klassen fünf und sechs sogar vier Sportstunden.

Erstmals erhielten gestern zudem 15 Schulen das Gütesiegel "Bewegungsfreudige Schule NRW". "Mit dem Gütesiegel wollen wir mehr Schulen dazu motivieren, ihren Schulalltag bewegungsfreudig zu entwickeln", sagte Vesper.

Schulsport NRW

 



 

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8.9. Mitteldeutsche Zeitung

Rolle des Sports in der Gesundheitsförderung wächst

Sportminister und DSB-Präsident führen ersten bundesweiten Erfahrungsaustausch

Magdeburg/dpa.  Der Sport als Teil der Gesundheitsförderung erfährt durch ein stärkeres Gesundheitsbewusstsein in der Bevölkerung eine erhöhte Nachfrage nach qualitätsgerechten Angeboten. Das haben Sachsen-Anhalts Sportminister und Vorsitzender der Sportministerkonferenz, Gerry Kley, sowie der Präsident des Deutschen Sportbundes (DSB), Manfred von Richthofen, am Mittwoch als Schirmherren des ersten bundesweiten Erfahrungsaustauschs zur Gesundheitsförderung durch Bewegung und Sport in Magdeburg bekräftigt.

An der Fachtagung beteiligen sich rund 130 Interessierte aus allen Bundesländern. Neben zahlreichen Vorträgen werden 15 regional etablierte Projekte präsentiert. Diese reichen von der Gesundheitsförderung für Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Senioren bis hin zur Qualitätssicherung durch Gütesiegel und Kooperationen zur Erschließung von Sportstätten für zielgruppenorientierte Angebote. Die bundesweite Fachtagung wurde von der Sportministerkonferenz initiiert und gemeinsam mit dem DSB und dem Deutschen Städtetag vorbereitet.

«Ein zukunftsorientiertes Gesundheitssystem muss dafür sorgen, dass die Menschen nicht krank werden. Es steht außer Zweifel, dass nur durch angemessene flächendeckende Präventionsprogramme unser Gesundheitssystem langfristig entlastet werden kann. Der Förderung der Bewegung kommt dabei eine zentrale Rolle zu», sagte DSB-Präsident Manfred von Richthofen. Gleichzeitig zeichnete er ein düsteres Bild der aktuellen Situation des Sports. Ungenügend sei der Zustand bereits in den Kindergärten, wo der Grundstein fürs Sporttreiben gelegt werden sollte. Erheblichen Nachholbedarf sieht der DSB- Präsident auch im Schulsport.
 

Deutscher Sportbund
Sportministerkonfrenz

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8.9. 2004 - Yahoo

Kindern Zugänge zur Leichtathletik schaffen

Für zehn Millionen Schulkinder und Jugendliche in Deutschland ist Leichtathletik mehr, als alle vier Jahre Olympia vor den TV-Bildschirmen, steht doch allwöchentliches Laufen, Springen und Werfen auf dem Stundenplan.
Dass damit auch tatsächlich leichtathletische Grundfähigkeiten geschult werden, noch dazu mit alters- und zeitgemäßem Anspruch, ist heutzutage keineswegs in allen Schulen selbstverständlich.

Viele Lehrer kennen das Lehrmaterial noch nicht

Fred Eberle, Jugendlehrwart und Beauftragter für Kinderleichtathletik im Präsidium des Deutschen Leichtathletik-Verbandes, stellt auf Fortbildungsveranstaltungen wie zuletzt beim Brandenburger Sportlehrertag in Potsdam fest, dass die für die Lehrkräfte eigens entwickelten Publikationen zumeist noch Neuland für die Schulpädagogen sind.
Die Handreichungen zur „Leichtathletik in der Schule“ und das Lehrbuch zur „Kinderleichtathletik“ finden regelmäßig reißenden Absatz am Ende derartiger Veranstaltungen. Der Umkehrschluss: Die meisten Sportpädagogen kennen diese Standardwerke nicht – bis zur Weiterbildung.

Info-Veranstaltungen in allen Bundesländern

„Da haben wir noch Reserven“, sagt Fred Eberle weiter. „Wir bleiben am Ball und leben Kooperationen unter starken Partnern. Allein im vergangenen Jahr stemmten wir gemeinsam mit den Verantwortlichen in den Landesverbänden zwanzig Ausbildungsveranstaltungen, erreichten so 1.200 Praktiker direkt vor Ort.“
Nach dem Erfolg vor den Experten der Kommission „Sport“ der Kultusministerkonferenz im vergangenen November liegt nunmehr der Schwerpunkt im Ansatz der Zusammenarbeit mit den Ministerien der Länder.

Unter den Millionen Schülerinnen und Schülern von heute sind die Olympiastarter von übermorgen. „Wir wissen nicht, ob es Anna oder Alexander ist. Vielleicht ist es auch die Marie oder der Moritz oder gar ein anderes Kind. Eins ist sicher: Den Zugang zu ihrer Sportart finden die Kinder durch den Schulsport“, weiß Fred Eberle um die Chance der Leichtathletik.
 

Leichtathletik in der Schule
DLV-Handreichungen




 

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Prignitzer Zeitung 8.9. 2004

Nicht so fit, wie sie glauben

Zu dick und zu lange vorm Ferseher: Stimmen die Klischees über deutsche Kinder?
Von Andrea Barth, dpa

Berlin • Deutschlands Kinder sind oft zu dick, gucken zu viel TV und lesen weniger denn je - so lauten gängige Klischees. Doch aktuelle Studien lassen wenig Zweifel daran, dass sie in vielen Fällen stimmen. Und: Der Abstand zwischen den Besten und den Schlechtesten wird größer.

Beobachtung auf einem Indoor-Spielplatz: Ein etwa siebenjähriges Mädchen klettert umständlich einen fünfsprossigen Turnbock hoch. Es wiegt mindestens 30 Kilogramm und versucht, die in geblümten Leggings steckenden Beine auf die oben angelegte Holzbank zu schwingen und herunterzurutschen. Es scheitert.

Was auf den ersten Blick wie ein Wust verschiedener Probleme aussieht, hängt durchaus miteinander zusammen. "Etwa ein Fünftel aller Schulanfänger ist bereits viel zu dick", berichtet Antje Gahl von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Ein weiteres Fünftel steht an der Schwelle zur Fettleibigkeit. "Es gibt noch keine bundesweit verknüpften Zahlen, aber viele Einzeluntersuchungen mit ähnlichen Ergebnissen", sagt Gahl. Im Osten Deutschlands ist die Tendenz sogar noch stärker: Allein zwischen 1975 und 1995 hat sich etwa in Jena die Zahl übergewichtiger Schulkinder verdoppelt.

Familiäre Vorbilder, falsche Ernährung und vor allem mangelnde Bewegung haben die Wissenschaftler für diesen Trend ausgemacht. Womit das Thema Sport ins Spiel kommt: Der fünfte Bewegungs-Check-Up an deutschen Schulen zeichnet ein ernüchterndes Bild. Es ist wieder ein signifikanter Rückgang der körperlichen Fitness zu verzeichnen.

Zusätzliche Sportstunde pro Woche bewirkt Wunder
Die rund 7000 teilnehmenden 11- bis 15-jährigen Schüler mussten dazu den Münchner-Fitness-Test absolvieren und beim Ballprellen, Rumpfbeugen, Zielwerfen, Standhochsprung, Klimmzug-Hängen oder Stufensteigen ihre Koordination, Dehnbarkeit, Kraft und Ausdauer beweisen. "Vor allem bei der Ausdauerleistung der Mädchen gab es erneut deutliche Einbrüche", beklagt die Sportwissenschaftlerin Yvette Zens vom Wissenschaftlichen Institut der Ärzte Deutschlands. Dabei hatte sich bereits zwischen 1986 und 1996 die motorische Fitness der Schulkinder um bis zu 20 Prozent verschlechtert und dümpelt seitdem auf niedrigem Niveau.

Immer deutlicher werden seitdem zwei Dinge: "Es gibt vor allem bei den Jungs einen deutlichen Hang zur Selbstüberschätzung", sagt Zens. Zwei Drittel der Jungen und gut die Hälfte der Mädchen hielten sich für wesentlich fitter, als dann der Test bewies. Zudem klafft die Spanne zwischen den Unsportlichen und den Sportlichen, die zum großen Teil auch in Vereinen aktiv sind, immer weiter auseinander.

Aber auch ein Lichtstreif scheint am Horizont: "Unsere Untersuchungen haben gezeigt, dass dem Schulsport eine immense Bedeutung zukommt – schon eine zusätzliche, dritte Sportstunde pro Woche kann hier Wunder tun." Ein Grund für die dick und krank machende Bewegungsarmut ist der Fernsehkonsum. Auch 2003 nahm die Flimmerkiste Platz eins der Freizeitbeschäftigungen der Kinder ein, heißt es in einer Studie des Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest. Von den knapp vier Stunden Freizeit, die sechs- bis 13-Jährige im Durchschnitt pro Tag haben, verbringen sie mehr als eineinhalb Stunden vor dem Fernseher. Oder anders ausgedrückt: 78 Prozent tun es jeden oder fast jeden Tag. Im Vergleich dazu: Nur 13 Prozent greifen quasi täglich zum Buch – und das nur für etwa eine halbe Stunde...
 

Die Fitness-Studie 2003


 

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Yahoo 31.8. 2004

Brandenburg
Jahr des Schulsports eröffnet

Potsdam (ddp-lbg). Brandenburgs Bildungsminister Steffen Reiche (SPD) hat am Dienstag den Startschuss für das «Jahr des Schulsports» gegeben. In der Mark seien im Europäischen Jahr der Erziehung durch Sport vielfältige Aktivitäten geplant, betonte Reiche. Dazu gehörten über 200 sportliche Ereignisse in den Landkreisen und kreisfreien Städten, die langfristig eine Ausstrahlung auf die Qualität des Schul- und Vereinssport haben sollen.

Zu den Höhepunkten zähle das EU-Projekt «Schulsport ohne Grenzen» in Cottbus mit Fachkongressen über jugendliche Spitzensportler und einem Eurosportfest am Freitag. Zudem werde es im Sommer einen «Runden Tisch» zum Schulsport geben, kündigte Reiche an.

Nach dem erfolgreichen Abschneiden Brandenburgs bei Olympia solle das Augenmerk auf künftige Sporttalente gelenkt werden. Dazu sei eine breite Sportbasis nötig. Alle Schüler sollten durch das Jahr des Schulsports dazu angeregt werden, sich für Aktivitäten in Sportvereinen, Schulsportarbeitsgemeinschaften oder in der Freizeit zu entscheiden. Die Motivation sei gut, denn Sport zähle zu den beliebtesten Unterrichtsfächern, sagte Reiche.

Landesverband Brandenburg DSLV

 
 



 
 

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Radio Berlin- Brandenburg 21.8. 2004

Mehr Sportunterricht an märkischen Schulen
Als Konsequenz aus den zahlreichen Unfällen im Sportunterricht will das Brandenburger Bildungsministerium die Zahl der Sportunterrichtsstunden erhöhen.

"Wir beobachten seit Jahren motorische Defizite bei den Schülern. Wir bieten daher als erstes Bundesland seit diesem Monat in den Klassen 1 bis 13 wöchentlich drei Sportstunden an", sagte Bildungsminister Steffen Reiche (SPD) dem "Berliner Kurier" vom Samstag.

Die Unfallkasse Brandenburg hat laut der Zeitung einen hohen Anteil von Unfällen im Sportunterricht beklagt. 56 Prozent der 41.629 Unfälle an allgemein bildenden Schulen hätten sich im vergangenen Jahr im Sportunterricht ereignet. An der Spitze stünden Ballspiele mit 54,7 Prozent. An zweiter Stelle stünden Turnübungen (14,6 Prozent), gefolgt von Leichtathletik-Disziplinen (13,4 Prozent).
 
 



 

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Lehrer-online 19.8. 2004

Sport und neue Medien: Homepage-Wettbewerb

Sport ist der Motor körperlicher, geistiger und sozialer Entwicklung, doch leider kommt dem Sportunterricht im deutschen Bildungssystem zu wenig Bedeutung zu. Das Projekt "sport + medien" regt dazu an, sportliche Erziehung mit der Nutzung neuer Medien zu verbinden.

"Beweg dich für deine Zukunft" heißt das Motto des Europäischen Jahres der Erziehung durch Sport 2004 (EJES). Europaweit wurden durch die Europäische Union rund 185 Projekte zur Förderung ausgeschrieben. Ziel der EU ist es, den Schulsport zu stärken und die erzieherische Bedeutung des Sports ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken. "sport + medien" ist eines dieser EU-Projekte. Schülerinnen und Schüler sollen in dem Projekt ihre Erlebnisse im und um den Sport mithilfe neuer Medien bearbeiten und im Rahmen eines Wettbewerbs auf einer Homepage präsentieren.

"Mit dem Computer - weg vom Computer"
An einer Dortmunder Pilotschule  werden sich Schülerinnen und Schüler im Herbst mit dem Thema Orientierungslauf beschäftigen. Das sportliche Erlebnis steht im Mittelpunkt. Im Rahmen des fächerübergreifenden Unterrichts werden im Fach Geografie Karten für den Orientierungslauf erstellt, im Informatikunterricht die selbst gespeicherten Bilder und Daten verarbeitet und dokumentiert. Frei nach dem Motto: "Mit dem Computer - weg vom Computer" wird die sportliche Erziehung mit der Ausbildung kognitiver Fähigkeiten kombiniert.

Der Homepage-Wettbewerb
Wichtigster Baustein von "sport + medien" ist die Homepage www.sportcollege.de. Schülergruppen und Lehrerkräfte können sich hier über andere Projektarbeiten informieren, Ideen für eigene Projekte sammeln sowie Netzwerkpartner für die Projektdurchführung finden. Das Internetangebot steht allen Teilnehmern kostenlos zur Verfügung. Mithilfe der Homepage können schulische und außerschulische Projekte auf speziell geschützten Seiten vorbereitet und präsentiert werden. Alle durchgeführten Projekte, die hier dargestellt werden, nehmen automatisch an dem Wettbewerb teil. Am 6. September startet die zwölfwöchige Wettbewerbsphase, am 18. November werden dann alle Teilnehmer zu einer großen Abschlussveranstaltung im Indoor-Beachsportcenter in Bochum/Witten eingeladen. Die besten Projektarbeiten werden ausgezeichnet und mit Preisen prämiert werden.

Warum neue Medien?
Neben dem Sport sind auch die neuen Medien fester Bestandteil der Lebenswelt vieler Kinder und Jugendlicher. Neue Medien haben bei dieser Zielgruppe einen hohen Aufforderungscharakter sowie ein hohes Potential, Schülerinnen und Schüler im Rahmen offener Projektarbeit zu selbstgesteuertem Lernen anzuregen. Studien haben gezeigt, dass der richtige Einsatz neuer Medien im Rahmen offener Projektarbeit Eigenmotivation und Selbstverantwortung wie auch Kommunikation und Teamarbeit fördern kann. Diese Umstände macht sich das Projekt "sport + medien" als Bestandteil des Sportcollege zu Nutze. Ziel ist es, Projekte in Schulen anzuregen, die unter Nutzung neuer Medien Themen aus dem Sportbereich behandeln.

Mehr Informationen
www.sportcollege.de
Projekte rund um Themen aus den Bereichen Sport und neue Medien. Ab dem 6. September gibt es Informationen zum Homepage-Wettbewerb.



 

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Wiesbadener Kurier 18.8. 2004

Athen ist doch gar nicht so weit entfernt
Breckenheimer Turnverein veranstaltet olympischen Fünfkampf für Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren
 


Auf die Plätze, fertig, los!
Beim olympischen Fünfkampf meistern die Kleinen auch alte griechische Disziplinen, wie den Weitsprung mit Gewichten.

Ganz Deutschland ist im Olympia-Fieber. Aber das ist ja auch kein Wunder bei all den spannenden Veranstaltungen und Wettkämpfen. Ein ganz besonderes Olympia-Fieber ist allerdings in Breckenheim ausgebrochen, denn der Turnverein bot den olympischen Fünfkampf für Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren an.
"Die Ferienspiele mit den verschiedenen Veranstaltungen bieten wir nun schon seit 23 Jahren an, und in diesem Jahr ist die erste Veranstaltung
Breckenheim eben die kleine Olympiade in Anlehnung an Athen", erklärt Hans-Jürgen Portmann, der Vorsitzende des TV Breckenheim, während sich die Kinder schon einmal aufwärmen.

Über 30 kleine Sportler aus Breckenheim und Umgebung haben sich auf dem Pfingstborngelände an der Startlinie versammelt, wo gleich der Startschuss für den 50-Meter-Hürdenlauf fällt. Und dann geht es auch schon los. Fast wie die Profis laufen und springen die Kleinen über die Hindernisse, doch was so schwierig aussieht, ist eigentlich ganz leicht. Das jedenfalls finden René und Nikolas (beide 8 Jahre alt): "Die Hürden sehen nur so hoch aus, aber wenn man drüber springt, ist es gar nicht mehr so wild." Auch Hendrik (9) ist der Meinung, dass man diesen Lauf nicht mit dem, den er aus dem Fernsehen kennt, vergleichen kann: "Die bei der richtigen Olympiade springen doch viel eleganter als wir". Aber dafür ist die Stimmung beinahe wie in Athen, denn die Kinder feuern sich gegenseitig an und machen denen, die sich nicht so recht trauen, Mut. Bei der nächsten Disziplin, dem Weitsprung mit Gewichten aus dem Stand, wie es einst die alten Griechen taten, klappt es dann auch schon viel besser. Arne (6) ist gerade gesprungen, macht aber kein zufriedenes Gesicht: "Naja, es hätte besser sein können, aber beim Mini-Marathon bin dafür viel schneller", erklärt er siegessicher, denn schließlich wollen die kleinen Sportler auch eine Urkunde mit nach Hause nehmen.

Leonard (10) und Helena (11) machen schon seit ein paar Jahren bei den Ferienspielen mit. Genau wie ihr Freund Hendrik sind sie zu fast allen Veranstaltungen, die in diesen beiden letzten Ferienwochen stattfinden, angemeldet. "Ich find das hier immer toll, vor allem das Hürdenlaufen hat echt Spaß gemacht", erklärt Leonard, "Meine kleine Schwester würde auch gern mitmachen, aber die ist ja noch zu jung".

Lara (6) hat "ein bisschen Angst" vor der großen Runde um den Pfingstborn, den sie für den Mini-Marathon laufen sollen, aber ihre Freundin Jil (6) kann sie beruhigen: "Ich hab die Runde sogar schon zwei mal hintereinander geschafft, aber hoffentlich müssen wir nicht gegen die Großen laufen".

Ansonsten lief die Olympiade professionell ab, die Weiten wurden gemessen und die Zeiten aufgeschrieben, denn bei all dem Spaß soll es auch ein bisschen Wettkampf geben. "Die Kinder, die hier mitmachen, sind ohnehin alle in unserem Verein, weil alle Breckenheimer Grundschulkinder beitragsfreie Mitglieder sind. Dabei geht es aber zunächst nicht um Leistung, denn sie sollen vor allem lernen, wie man sich bewegt", erklärte Hans-Jürgen Portmann.
 

Olympia ruft - Unterrichtsmaterialien


 

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Stuttgarter Nachrichten 11.8. 2004

Kürzung schadet Leibeserziehung

Achtjähriges Gymnasium wirkt sich nachteilig auf Schulsport aus

Stuttgart - Eine kürzere Schulzeit am Gymnasium hat nach Ansicht des Philologenverbandes Nachteile für den Schulsport. Es würden dichtere Unterrichtsstunden erwartet, da das vorgegebene Wochenstundensoll statt in neun künftig in acht Jahren bewältigt werden müsse. Der Verband befürchtet daher zwangsläufig mehr Nachmittagsunterricht: "Für Sport-Arbeitsgemeinschaften mit differenzierten Angeboten wird dann wohl eher weniger oder kaum noch Raum bleiben", sagte der Verbandsvorsitzende von Baden-Württemberg, Karl-Heinz Wurster, am Mittwoch in Stuttgart.

Der Philologenverband schlug der Landesregierung vor, eine Bestandsaufnahme und Umfrage über die lokalen Schulsport- Rahmenbedingungen zu machen. "Dem Fach Sport muss an den Schulen insgesamt ein hoher Stellenwert eingeräumt werden", betonte Wurster. Da Sportlehrer immer häufiger über motorische Defizite bei Schülern klagten, wären mindestens drei Stunden Sportunterricht pro Woche
 


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DSB-Presse 13.7. 2004

Bildungsproblem im Doppelpack
Die deutsche Bildungslandschaft ist ein weit verzweigtes Notstandsgebiet, das kann seit geraumer Zeit niemand mehr übersehen. Dramatisch wird jedenfalls der Ernst der Lage beschworen.

Die Pisa-Studie und alle nachfolgenden Ursachenforschungen und Begleituntersuchungen brachten es an den Tag: Bei uns scheint vom Kindergarten über die Schulsysteme bis ins Hochschulgeflecht nicht nur vieles beklagenswert, sondern auch das meiste dringend reformbedürftig. Und nun kommt bei allem Unglück zu den intellektuellen Defiziten auch noch ein Mängelkatalog der Körperbildung.

Übergewichtige Kinder bestimmen neuerdings eine breite Front des Skandal-Szenarios in den Medien. Weil Fehlernährung und zu wenig Bewegung schon in jungen Jahren zu besorgniserregenden Entwicklungsstörungen führen, kommt Deutschlands Bildungsproblem also plötzlich sogar im Doppelpack daher. "Dick und dumm" oder "Nach Pisa jetzt der Pizza-Schock", so lauten beispielsweise die boulevardträchtigen Schlagzeilen.

Zum Glück gibt es jetzt wenigstens ein quasi regierungsamtliches und darüber hinaus gesamtgesellschaftliches Aufbäumen. Die Plattform "Ernährung und Bewegung" vom Bundesverbraucherschutz-Ministerium im Schulterschluss mit zahlreichen Institutionen vom Sport über die Wirtschaft bis zu Spitzenverbänden von Medizin und Krankenkassen ins Leben gerufen, soll das Abspecken als kurzfristigen Lernprozess und die gesunde Lebensführung als pädagogisches Langzeitprogramm popularisieren. So weit, so gut. Doch die ergänzenden Planspiele der Ministerialbürokratie selbst sind es, die plötzlich für Verwirrung sorgen. Da ist dann von höherer Mehrwertsteuer für kalorien- und zuckerreiche Kost die Rede, was nicht nur beim politischen Gegner die Furcht vor einer drohenden Ernährungsdiktatur aufkommen lässt.

Und in der Diskussionsfolge tauchen fast zwangsläufig die ersten wissenschaftlichen Zweifel am Ausmaß der Gewichts- und Entwicklungsproblematik im Kindes- und Jugendalter auf. Also nur falscher Alarm oder maßlos übertriebene Skandal- und Sensationshuberei mit hohem PR-Wert? Man tut gut daran, hier nicht zu verharmlosen, sondern allgemein gültige Fakten sprechen zu lassen. Die besagen immerhin, dass es von der Bewegungserziehung im Kindergarten bis zur bitteren Notwendigkeit eines umfassenden Schulsport-Pflichtunterrichts wohl begründete Forderungen seit Jahrzehnten gibt. Und wären die auch nur annähernd erfüllt worden, dann hätte es der neuen Plattform "Ernährung und Bewegung" gar nicht bedurft. So einfach ist das.

Deutscher Sportbund
Bewegte Schule
Lernen braucht Bewegung

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Frankfurter Neue Presse 10.7. 2004

Ein Fest, das Spaß macht und fit hält

Dreieich. Unter dem Motto «Sport tut gut» hatten die Sportlehrer der Max-Eyth-Schule in Sprendlingen zu ihrem großen Sportfest eingeladen. So kurz vor den großen Ferien war das nach all den Klausuren und Arbeiten natürlich eine willkommene Abwechslung für die rund 1600 Schüler. Bei dem großen Sportangebot in der Turnhalle und auf dem Schulhof waren auch wirklich alle mit einbezogen: die Abiturienten, die Berufsschüler und auch die Jugendlichen, die an der Schule ein Berufsgrundbildungsjahr absolvieren. Das ist eine schöne Gelegenheit sich auch Schulform übergreifend kennen zu lernen. Da spielt es auch keine Rolle, ob man das Grundbildungsjahr macht oder Abitur», sagte Sportlehrerin Sybille Schmidt-Zahn.

Gemeinsam mit den Kollegen hatte Schulsportleiter Reinhold Korsch wieder ein vielseitiges Programm aufgestellt. Leider war das Wetter nicht ganz auf der Seite der Sportler und der Schwerpunkt der Aktivitäten musste in die Halle verlegt werden.

In der kleinen Halle rangen die Jungs im Streetball um die Körbe und in der großen Sporthalle ging es auf dem Volleyballfeld und auch beim Badminton sehr engagiert zu. «Wir sehen hier heute wirklich qualitativ gute Spiele», lobte Korsch die ehrgeizigen Schüler.

Doch nicht nur die Mannschaftssportler kamen zum Zug, auch Gymnastikfreunde wurden mit Rückenübungen und Aerobic bedient. «Schade, dass wir das im Schulsport nicht viel öfter machen», bedauerte Aerobic-Fan Steffi.

Die Angebote auf dem Schulhof, wie Trampolin Weitsprung, Hula-Hoop und Rope-Skipping sind größten Teils dem Regen zum Opfer gefallen. Als es dann gegen Mittag noch mal aufhellte, kam der eigens gemietete Kran dann doch noch zum Einsatz, um die Schüler beim Bierkästen Stapeln und Klettern abzusichern.

Die Fußballer scheuten das Regenwetter nicht und spielten ihr Turnier auf dem nassen Platz. «Alles in allem hat es wieder viel Spaß», zieht Sybille Schmidt-Zahn Bilanz. Und auch Reinhold Korsch ist zufrieden darüber, dass alles so reibungslos und auch verletzungsfrei gelaufen ist.
 



 

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Main-Spitze-online 10.7. 2004

Auffälligkeiten entgegen wirken
Bewegungsstunde für Erstklässler soll deren Selbstbewusstsein stärken

GINSHEIM "Auf die Hände - fertig - los". Mit viel Begeisterung stürmen zehn Mädchen und Jungen dem Mittelpunkt in der Turnhalle der Albert-Schweitzer-Schule (ASS) zu. Geduldig beobachtet Diplom-Sozialpädagogin Beate Rauschkolb den Lauf der jungen Sportler.

Die bisherigen drei Startversuche scheiterten, weil es den Kindern an der notwendigen Konzentration fehlt: Im Rahmen einer ganzheitlichen Förderung nehmen seit einigen Wochen am Mittwochvormittag zwölf Erstklässler an einer Bewegungsstunde teil, die vom Turnsportverein und der ASS gemeinsam angeboten werden.

Die Idee für dieses zunächst einmal bis zu den Weihnachtsferien terminierte Projekt entstand in den Reihen der Übungsleiterinnen des TSV, die besondere Auffälligkeiten bei Kindern registrierten. Gerade bei einfachen Übungen wie Hüpfen, Balancieren oder beim "Hampelmann" zeigen sich Störungen bei den Bewegungsabläufen, sagt Übungsleiterin Ana Fischer. Die positive Kommunikation mit den Klassenlehrern trug alsbald Früchte, bestätigt Sportlehrerin Anke Schildwächter.

Rauschkolb sieht in dem zusätzlichen Angebot, das parallel zum regulären Sportunterricht läuft, positive Ansätze zur Wahrnehmungsproblematik. Kinder benötigen Anstöße, um ihren Körper kennenzulernen. Die Übungen sollen Spaß machen und das Selbstbewusstsein der Erstklässler aufbauen.
Dies gelte gerade, wenn das Kind Schwierigkeiten beim Stabilisieren des Gleichgewichts oder der Überwindung von Höhen habe: "Ich bin o. k. - und zeige mich von der besonderen Seite." Die ganzheitliche Förderung werde von drei Aspekten geprägt, so Rauschkolb. Neben den motorischen Kleinigkeiten sei der emotionale Bereich betroffen. Kinder mit einem schwach ausgeprägten Selbstbewusstsein gestehen kleinlaut: "Das kann ich nicht."

Andere wieder neigen zur Selbstüberschätzung, erläutert die bei der Sonderschule Antoniushaus in Hochheim beschäftigte Sozialpädagogin. Die soziale Komponente nimmt aber bei der ganzheitlichen Förderung einen ebenso wichtigen Stellenwert ein. Bei vielen Kindern muss erst die Hemmschwelle überwunden werden, sich in die Gruppe einzubringen.
Dazu gehört auch die Formierung eines Sitzkreises: Das Begrüßungslied löst dabei eine Kettenreaktion aus: Mit der Berührung der Hände des Nachbarn wird der ganze Körper sensibilisiert und der Kreis geschlossen: "Streckt die Arme, macht euch klein - stampft die Füße, so soll es sein."

Mit unterschiedlichem Spielgerät sollen die Kinder ihre Stärken und Schwächen kennenlernen. Das Rollbrett scheint sich als hervorragendes Bewegungsmittel bewährt zu haben. "Wir wollen die Kinder zum Spielen animieren", sagt Rauschkolb, die ebenfalls positive Erfahrungen mit den Kleinen an einer Rüsselsheimer Schule gesammelt hat. "Was ist ein Fischer?" will die Diplom-Sozialpädagogin von den kleinen Sportlern wissen. Ein kleiner Junge zeigt auf: "Jemand, der Fische fängt."

Die in die Turnhalle eindringenden Sonnenstrahlen motivieren zu einem aufregendem Treiben auf dem Meer. Gemeinsam schleppen die Kinder die zu Fischfabriken umfunktionierten Turnbänke an die Uferseite. Die in der vergangenen Stunde noch als Lastkraftwagen benutzten Rollbretter erweisen sich als unsinkbare Motorboote, auf denen die kleinen Fischer sich bäuchlings platzieren.

Anke Schildwächter, Ana Fischer und Beate Rauschkolb lassen sich ebenfalls in das Spiel einbinden. Ihre Funktion als Fischarbeiter ist anstrengend. Immer wieder werden rote, blaue und grüne Bohnensäckchen als Fanggut in das Meer gestreut. Die Regeln auf der "rauen See" sind hart: Jeder Fischer darf nur einen gefangenen Fisch an Bord nehmen und ihn in eine der Fischfabriken transportieren. Dann macht eine Schreckensnachricht die Runde: Die Fischfabrik verarbeitet nur noch rotschimmernde Fische, andere farbenfrohe Artgenossen "schwimmen " im Meer weiter.

Beate Rauschkolb überwacht alle Unregelmäßigkeiten. Martin schlüpft flugs in die Rolle des "Meeres-Polizisten", der gleich mehrere Fischer in nicht korrekter Körperhaltung in ihrem Boot antrifft.
Die Sozialpädagogin sieht die Regelverstöße und beendet das ungeordnete Treiben auf dem Meer, nicht ohne ihre Fische jagende Crew über die Gründe des Spielabbruches zu informieren. "Wie viele Fische solltet ihr fangen?". Die Hände fliegen in die Höhe, statt sich des einen Daumen zu bedienen. Rauschkolb rügt aber auch den zweiten Regelverstoß: Zu viele Fischer hatten sich in gebückter oder sitzender Körperhaltung der Fischfabrik genähert. "Meeres-Polizist" Martin protokolliert: "Eigentlich hätte ich zwei Fischern den Führerschein abnehmen müssen." Rauschkolb nickt und fügt hinzu: "Und nur die Fabrikarbeiter werfen die Fische in das Meer."

Am nächsten Mittwoch geht es wieder auf das große Gewässer. Bis dahin müssen die Hochsee-Angler allerdings ihre Hausaufgaben machen und die Regeln beherzigen.

Bewegte Schule


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Münchener Wochenanzeiger 7.7. 2004

»Kleine Tiger wollen toben«
Dokumentarfilm über Bewegungsmangel bei Kindern

München · Die Hälfte aller Kinder bis zu 14 Jahren leiden an Muskel- und Haltungsschwächen, 40 Prozent haben Probleme mit der Koordination, 30 Prozent leiden an Herz-Kreislaufbeschwerden und Übergewicht. 15 Prozent zeigen ein auffälliges psychologisches Verhalten – das sind die aktuellen, traurigen Zahlen über die körperliche Konstitution unserer Kinder. Ursache ist Bewegungsmangel.

Doch kleine Tiger wollen toben – wenn man sie nur ließe. Um die essentiellen Bedürfnisse der Kinder ins Bewusstsein der Erwachsenen zu bringen, haben Thomas Krug vom Kreisjugendamt München-Land und die Dokumentarfilmerin Angela Bittner zusammen einen Film gedreht unter dem Titel »Kleine Tiger wollen toben«, der nicht nur den Ist-Zustand vergegenwärtigt, sondern auch Lösungsvorschläge bietet.

Er richtet sich in erster Linie an Lehrer, Sportvereine und andere Erwachsene, denen dieses Thema wichtig ist. 16 Drehorte in und um München hat das Team aufgesucht, Kinder beobachtet und mit prominenten Sportlern wie Ronny Ackermann, Eva Sachenbacher oder Charly Steeb sowie Vertretern aus dem Gesundheitswesen gesprochen. »Wir sind dafür gemacht uns zu bewegen, aber Kinder werden oft gehindert ihren Drang auszuleben« sagte Dr. Ludwig Geiger in einem Interview.

Der Leiter des Instituts für angewandte Sport- und Präventiv-medizin im Medicalpark am Chiemsee warnt: »Wir laufen Gefahr, eine degenerative Generation vor uns zu haben«. Dabei fördert Sport die Leistungsbereitschaft und steigert die Denk- und Konzentrationsfähigkeit bei Kindern um 50 Prozent. Mit einer Stunde mehr Schulsport ist es aber nicht getan, ist sich Krug sicher. Ein neues Körperbewusstsein müsse geschaffen werden. Mit seinem Film will er auch Kindern zeigen, dass Sport Spaß macht.

Die Kamera fängt diese Freude in Unterföhrung bei den »Clean Winners« ein. Der Verein wurde von dem Tennis-Star Charly Steeb mitbegründet und ermöglicht sozial schwächer gestellten Kindern von 6 bis 16 Jahren die gesellschaftliche und sportliche Integration durch Betreuung. »Übersetzt heißt Clean Winners: saubere Sieger für’s Leben«, erklärt Steeb in der Allwetter-Halle, wo eine bunt gemischte Kinder-Gruppe aus dem Hasenbergl gerade Tennis-Volleyball spielt. »Wir versuchen mit den Kindern Sport zu treiben, sie in eine Gemeinschaft einzubinden, und das halte ich für eine gute Basis um wirklich ein sauberer Sieger im Leben zu werden«.

Der 15-jährige Orest ist seit Oktober letzten Jahres dabei und findet es klasse. »Hier geht es nicht darum wer gut oder schlecht ist, hier herrscht echter Teamgeist und es macht einfach Spaß«, erklärt er.

Der Film ist nun fertig gestellt und wird im gesamten deutschsprachigen Raum über das FWU Medieninstitut vertrieben. Bestellt werden kann er unter Telefon 0 89/6 49 72 48. Um für hitzige Diskussionen gewappnet zu sein wird jeder Kassette und DVD ein pädagogisch ausgearbeitetes Heft beigelegt.
 


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Aachener Zeitung 1.7. 2004

Moderne Antwort auf Bundesjugendspiele

Gangelt. Bundesjugendspiele sind ein bundesdeutsches Schulsport-Fossil aus dem Jahre 1951. Von den teilnehmenden Schülern wurden die Bundesjugendspiele oft als «Wartespiele» erlebt.
Der Sprint, die drei Weitsprünge und die drei Würfe bewegen die Schüler einen ganzen Vormittag ungefähr ein bis zwei Minuten.
Warten war die Disziplin, die die meiste Zeit in Anspruch nahm. «Das kann es doch nicht sein», dachte man sich an der Realschule Gangelt und rief ein Sportfest ins Leben, bei dem neben dem Sport der Spaß im Vordergrund stand.

16 verschiedene Aktivitäten standen auf dem Programm. Fast alle der 680 Realschüler hatten sich im Vorfeld für mindestens drei Disziplinen gemeldet. Da gab es ruhiges Yoga und schweißtreibendes Spinning, man konnte sich mit dem Mountainbike oder mit den Inlinern messen.

Natürlich gab es Fußball, natürlich gab es Volleyball und auch ein Völkerball-Turnier erfreute sich großer Beliebtheit. Aerobic, Tae-Boe und Selbstverteidigung waren ebenfalls im Angebot.

Beste Voraussetzungen
Tennis, ein Zirkus-Workshop und Wasserspiele rundeten das Programm ab. Und als selbst vom Orientierungslauf alle zurückgefunden hatten, waren sich Schulleiter Thomas Hoppe-Leifgen, Markus Fabricius als Leiter des Sportbereich und alle helfenden Lehrerinnen und Lehrer einig, dass in diesem Angebot die Zukunft liegt.

Mitgespielt hatte natürlich an diesem Tag das Wetter, und der Bereich rund um den Fußballplatz, die Tennisanlage und das Freibad in Gangelt bot den Verantwortlichen und den Schülern ideale Bedingungen für dieses Sportfest.
 
 


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Yahoo 25.6. 2004

«Plattform Ernährung und Bewegung»

Breites Bündnis will dicken Kindern helfen

Berlin. Ein breites Bündnis gegen ein dickes Problem: Politik und Wirtschaft, Krankenkassen und Verbände haben sich am Freitag in Berlin formiert, um Übergewicht und Bewegungsmangel bei immer mehr Kindern zu bekämpfen. Verbraucherministerin Renate Künast und weitere sieben Gründungsmitglieder riefen die «Plattform Ernährung und Bewegung» ins Leben. Der Verein will bestehende Initiativen verbinden, Schwerpunkte setzen und Mitstreiter aus allen Bereichen der Gesellschaft gewinnen.

Genaueres darüber soll auf einem Gründungskongress am 29. September in Berlin vorgestellt werden. «Das Problem ist zu dick, um es zu ignorieren», mahnte Künast. Etwa 15 Prozent der Kinder und Jugendlichen sind nach Schätzung von Kinderärzten zu dick; die gesundheitlichen Folgen von Übergewicht verursachen in Deutschland jährlich Kosten von mindestens 71 Milliarden Euro.

Die Zahl übergewichtiger Kinder und Jugendlicher habe in den letzten Jahren deutlich zugenommen, gerade bei sozial schwachen und bei Migrantenfamilien, warnten die Experten. Folge seien eine Vielzahl ernster Gesundheitsstörungen. Als Hauptübel gilt das Ungleichgewicht zwischen Energiezufuhr und Energieverbrauch - viele Kinder futtern zu viel und bewegen sich zu wenig.

Um das zu ändern, gelte es schon bei Säuglingen und Kleinkindern anzusetzen, sagte Erik Harms vom Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Kinderheilkunde und Jugendmedizin. Untersuchungen von Schulanfängern hätten gezeigt, dass Übergewicht und Fettleibigkeit sich in den vergangenen 15 Jahren mancherorts verdreifacht hätten. Weniger als der Hälfte der Kinder würden zu Hause noch gemeinsame Mahlzeiten geboten. Statt draußen zu toben, säßen dicke Kinder im Durchschnitt vier Stunden täglich vor dem Fernseher, «PC und Gameboy noch nicht eingerechnet».

An die Vorbildfunktion der Mütter und Väter erinnerte der Vorsitzende des Bundeselternrates, Wilfried Steinert. Auch Kindergärten und Schulen spielten eine wichtige Rolle dabei, den Kindern eine «bewegte Zukunft» zu gestalten. Besonders erfreut über die neuen «Verbündeten» zeigte sich der Deutsche Sportbund. «Der Sportunterricht braucht eine Lobby», forderte Präsidiumsmitglied Ingo Weiss. Wenn Englisch- oder Mathematikunterricht ausfalle, empörten sich die Eltern in der Schule, «aber wenn mal Sport ausfällt, ruft keiner an!»

Neben Kinderärzten und Krankenkassen, Eltern und Sportlern, Gewerkschaftern und Agrarwirtschaft ist auch die Lebensmittelindustrie durch den Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde vertreten. Nach Angaben seines Hauptgeschäftsführers Matthias Horst machen zunächst acht Mitglieder mit. «Wir wollen aber weitere Unternehmen aus der Industrie gewinnen», sagte er dem «Tagesspiegel».
 

www.kinder-leicht.net


 

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Darmstädter Echo online 24.6. 2004

Olympia-Teilnahme trotz Atemnot
Anfallrisiko sinkt, Leistungsfähigkeit und Lebensqualität steigen

von Frank Sommer und Gunther Sofna
 
AUSREICHEND PUSTE hat die Leipziger Schwimmerin Sandra Völker in zahllosen Wettbewerben unter Beweis gestellt – obwohl sie Asthmatikerin ist. Die 30 Jahre alte Schwimmerin gewann im Mai bei den Europameisterschaften in Madrid mit dem dritten Platz über 50 Meter Freistil die jüngste ihrer 63 internationalen Medaillen.

„In Deutschland gibt es sechs bis acht Millionen Asthmatiker“, sagt in Berlin Dr. Thomas Hering vom Bundesverband der Pneumologen (Lungenfachärzte), „also kann man von einer Volkskrankheit sprechen“. Und von der sind Kinder besonders häufig betroffen. Etwa jeder zehnte Jugendliche leidet nach Angaben von Hering unter Asthma bronchiale, einer chronischen Entzündung und Überempfindlichkeit der Bronchien (der feinen Verästelungen der Luftwege in der Lunge).

Als Ursache sind Allergene wie Pollen, Schimmelpilze, Tierhaare oder Hausstaubmilben identifiziert, auf die der Körper mit Beschwerden reagiert. Der Kontakt mit diesen spezifischen Auslösern (oder Triggern) führt beispielsweise zu Hustenattacken, Kurzatmigkeit oder Atemnot. Aber auch Zigarettenrauch, Parfüm oder Infektionen können einen Asthma-Anfall auslösen.
Dabei schwillt die Schleimhaut der Bronchien an, zähflüssiger Schleim bildet sich, die Atemwege werden verengt. Durch krampfartiges zusammenziehen der Muskulatur, wird das Ausatmen fast unmöglich. Dieses hat mitunter tödliche Folgen: Jährlich sterben etwa 3000 Menschen an den Folgen von Asthma.

Viele Asthmatiker führen aus diesem Grunde stets ein schnell bronchienerweiterndes Notfallmedikament mit sich, Cortisonpräparate oder Betamimetika, meist in Sprayform. Mittelfristig aber lässt sich die Erkrankung durchaus in den Griff bekommen – mit Sport: „Sportliche Bewegung ist als Teil der Therapie zu verstehen“, erklärt der Augsburger Dr. Andreas Hellmann, Bundesvorsitzender der Lungenfachärzte.
Besonders das Risiko eines Belastungsasthmas, das häufig bei körperlicher Anstrengung auftritt, ließe sich reduzieren. Durch regelmäßigen Sport wird die Herz-Lungen-Funktion verbessert und die Atemmuskulatur trainiert. Auch der Stoffwechsel in den Zellen verläuft ökonomischer, wodurch weniger Sauerstoff bei Belastungen verbraucht wird.

Langfristig sinkt somit das Risiko eines Anfalls. Daher sollten an Asthma erkrankte Kinder auch nicht generell vom Schulsport ausgeschlossen werden. „Abgesehen davon, dass es durch fehlende Bewegung zu Entwicklungsdefiziten kommen kann“, so der Experte, „leidet das Selbstbewusstsein der Kinder, weil sie nicht mit ihren Altersgenossen toben dürfen. Das beeinträchtigt die Lebensqualität“. Da Kinder größeren Bewegungsdrang als Erwachsene haben, sei es aber wichtig, sie langsam an den Sport heranzuführen.
Jedoch sollte ein „Kaltstart“ zu Beginn der Sportstunde unbedingt vermieden werden: Die plötzlich auftretende Belastung führt zur Verengung der Bronchien. Ein „Warm-up“ von etwa 20 Minuten hilft, diesen negativen Effekt zu vermeiden.

Generell wären Ausdauersportarten zu empfehlen, besonders das Schwimmen. Allerdings müsse man vorab klären, ob der Patient nicht auf Chlor im Badewasser allergisch reagiert. Auch extreme Belastungen, die ein gesunder Mensch problemlos toleriert, sollten vermieden werden. „Kinder müssen erst lernen, ihre körperliche Belastbarkeit richtig einzuschätzen“, ergänzt Dr. Thomas Hering.

Für erkrankte Kleinkinder bieten sich daher sportliche Aktivitäten an, die vor allem die Koordination fördern. Aber bevor ein Asthmatiker überhaupt mit der Körperertüchtigung beginnt, sollte mit Hilfe eines Lungenfacharztes ein individuelles Sportprogramm entwickelt werden.

Dann, sagen die Pneumologen, sei sogar Wettkampfsport möglich. Und den betreiben etliche asthma-kranke Athleten wie beispielsweise Radrennfahrer Jan Ullrich oder Schwimmer-Star Sandra Völker bis auf olympischem Niveau.


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Hamburger Abendblatt 22.6. 2004

Sportlehrer kontra Senatorin
Kritik an den Sparplänen von Dinges-Dierig

Die Sportlehrer gehen erneut auf Konfrontationskurs zu Bildungssenatorin Alexandra Dinges-Dierig (parteilos). "Wir sind enttäuscht und bestürzt. Statt versprochener Nachbesserungen gibt es ein unbegreifliches Abbauprogramm für den Schulsport", heißt es in einer Erklärung einer Sprechergruppe der Pädagogen. Im Zentrum der Kritik steht, dass die erst vor zwei Jahren eingeführte dritte Sportstunde nicht mehr verpflichtend gegeben werden muss. Die Schulen können nach dem Willen von Dinges-Dierig die eine Unterrichtsstunde pro Woche und Klasse auch für besondere Schwerpunkte wie zum Beispiel Musik einsetzen.

Die Sportlehrer sehen in dieser Entscheidung eine Abschaffung der dritten Sportstunde durch die Hintertür. "Der aktive Sport scheint für den Senat überhaupt keinen Stellenwert zu haben, sondern nur als belastender Kostenfaktor gesehen zu werden", schreiben die Sportlehrer. Sie erinnern daran, dass die zusätzliche Sportstunde im Zuge der Olympia-Bewerbung Hamburgs eingeführt worden war. "Diese Bewerbung wird für 2016 erneut ins Spiel gebracht. Dem olympischen Geist fehlt aber die Glaubwürdigkeit", heißt es in der Erklärung.

Senatorin Dinges-Dierig weist den Vorwurf, die dritte Sportstunde solle gestrichen werden, als "Falschmeldung" zurück. "Die dritte Sportstunde bleibt, kann aber von den Schulen flexibel genutzt werden", sagte die Senatorin dem Abendblatt. "Viele Schulen haben die Sportstunde schon für ihre Profilbildung verplant. Das ist eine De-facto-Abschaffung", entgegnete Sportlehrer-Sprecher Peter Stielert.

Die Pädagogen sind außerdem erbost darüber, dass der Schulschwimmsport von 2005 an bis auf Angebote für Nichtschwimmer an Grundschulen sowie Sport-Leistungskurse gestrichen werden soll. "Hamburg verabschiedet sich von dem Ziel, eine führende Sportstadt in Europa zu werden", sagte Stielert.

Einziger Lichtblick sind für die Lehrer zehn zusätzliche Planstellen für die Organisation sportlicher Wettkämpfe, die Dinges-Dierig zugesagt hat. So soll vermieden werden, dass Hamburg - wie in diesem Jahr - bei den Bundesfinals von "Jugend trainiert für Olympia" nicht vertreten ist. Auch die meisten Landesmeisterschaften und vielfach die Bundesjugendspiele fielen aus.
 
 



 
 

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DSB-Presse 18.6. 2004

"Schulsport bewegt Schule" - Verleihung des DSB-Schulsportpreises

Gemeinsam mit der amtierenden Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Doris Ahnen, sowie dem 1. Vorsitzenden der Deutschen Sportjugend, Ingo Weiss, überreichte der Präsident des Deutschen Sportbundes, Manfred von Richthofen, die hochdotierten Preise an die drei erstplatzierten Schulen des Wettbewerbs "Schulsport bewegt Schule" am 15. Juni im Schloss Waldthausen bei Mainz. Insgesamt beteiligten sich 118 Schulen aller Schulformen und Schulstufen aus allen Bundesländern an der ersten Austragung des Förderpreises.

Ziel des Wettbewerbs war es, innovative Projekte im Schulsport zu belohnen, die zur Nachahmung dienen und so das Image des Schulsports heben können. "Mit diesem Förderpreis wollen wir einen Beitrag zur Qualitätsoffensive im Bereich des Schulsports leisten und Schulen motivieren, mehr Bewegung, Spiel und Sport in ihrem Schulalltag zu etablieren", erklärte der DSB-Präsident.

1. Platz für die "Oase"
Über den Gewinn des DSB-Schulsportpreises und die damit verbundene Prämie in Höhe von 5.000 Euro konnte sich die Grund- und Hauptschule Schönberg aus Schleswig-Holstein freuen. Sie überzeugte die Jury vor allem mit einer "sportiven Auszeit" in der sogenannten Oase. Gemeint ist eine betreute Schülerstation, in der Kinder aus dem Regelunterricht kommen können, wenn sie unter Konzentrationsproblemen im regulären Unterricht leiden. Hier stehen ihnen Kleingeräte, Jongliermaterialien, Bälle, eine Weichbodenmatte, ein Boxsack und ein Trimmrad zur Verfügung. Schülerinnen und Schüler können hier ihren Bewegungsdrang abbauen, ohne die Mitschüler im Unterricht zu stören. Nach einer "sportiven Auszeit" gelingt meistens wieder ein konzentriertes und effektives Lernen im Klassenverband. Diese Idee kann nur zur vielfachen Nachahmung empfohlen werden.

2. Platz für SportPlus
Als zweitplazierte Schule beeindruckte das Ceciliengymnasium in Bielefeld u.a. mit einem schuleigenen Fitnessstudio, SportPlus-Angebote, die sich als kompensatorische Sportangebote an Kinder mit mangelnden Bewegungserfahrungen richten, sowie die Ausrichtung einer jährlichen großen Schulsportgala "Ceci in Motion". Das Ceciliengymnasium freute sich über die Überreichung eines Schecks in Höhe von 3.000 Euro und die Laudatio der Ministerin.

Der 3. Platz ging nach Gießen
Die Gesamtschule Gießen-Ost erreichte den dritten Platz im Wettbewerb und nahm erfreut immerhin noch einen Scheck in Höhe von 2.000 Euro für ein breites und überaus erfolgreiches schulsportliches Konzept, das sich über die Förderung von Kindern und Jugendlichen mit mangelnden Bewegungserfahrungen bis hin zur Förderung und Unterstützung von Nachwuchsspitzensportlern erstreckt, entgegen.

Die errungenen Preisgelder der erstplazierten Schulen sind zweckgebunden im Bereich des Schulsports einzusetzen. Bereits während der Preisverleihung kündigten die ausgezeichneten Schulen ihre weiteren geplanten Vorhaben und neuen Ideen zur Verwendung der Gewinne im Schulsportbereich ihrer Schule an.

Die Verleihung des DSB-Schulsportpreises fand in einem feierlichen Rahmen statt, in dem vor allem die anwesenden Schulen in den Mittelpunkt gerückt wurden. So brachte beispielsweise die Mädchen-Football-Mannschaft der Gesamtschule Gießen-Ost, die "East-Side-Ladies", in einer sportlichen Darbietung den Zuschauern das Football-Ei näher und führte komplizierte Spielzüge vor, die Cheerleadergruppe der Grundschule Breckenheim begeisterte mit Anfeuerungstanz und -gesang und eine Tanzgruppe des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums in Kleve rundete mit einer ausgefallenen Tanzkreationen die sportlichen Darbietungen ab. Neben den sportlichen Einlagen beeindruckte vor allem auch die Schulband der Gesamtschule Gießen-Ost mit stimmungsvollen musikalischen Klängen.

Aufgrund der zahlreichen guten und begeisterten Eingaben aller Schulen ist selbstverständlich auch an eine Fortschreibung des DSB-Schulsportpreises mit der begleitenden Unterstützung der Kultusministerkonferenz gedacht. Dies sagte ihre Präsidentin zu.
 

Deutscher Sportbund

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Web.de 10.6. 2004

Computer macht Jugendliche nicht immer zu Stubenhockern

Weinheim/Potsdam (dpa) - Auch wenn viele Jugendliche intensiv den Computer nutzen, werden sie nicht automatisch zu «Stubenhockern». Das geht aus einer Studie an der Universität Potsdam hervor, wie die Zeitschrift «Psychologie heute» berichtet.

80 Prozent der befragten 16-Jährigen nutzen den Computer täglich oder mehrmals pro Woche. Zugleich treiben aber auch fast drei Viertel aller Jugendlichen mindestens einmal pro Woche Sport - zusätzlich zum Sportunterricht in der Schule. Befragt wurden mehr als 2000 Jugendliche aller Schulformen in Brandenburg im Alter von 16 Jahren.

Jeder vierte von ihnen treibt nach eigenen Angaben sogar täglich Sport, für 15 Prozent ist er die wichtigste Freizeitaktivität überhaupt. Nur 16 Prozent aller Befragten sind nur gelegentlich oder nie sportlich aktiv, so die Studie. Überraschenderweise betätigten sich vor allem die Computerfreaks viel und gerne sportlich, so der Sportwissenschaftler Jürgen Baur, der die Studie begleitete.

Etwas weniger aktiv seien allerdings Jugendliche, die viel fernsehen. Auch Unterschiede nach Geschlechtern stellten die Forscher fest: Jungen treiben häufiger und intensiver Sport, sitzen aber auch länger vor dem Computer als Mädchen.
 


 

 
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