Sportunterricht.de - Materialien für Lehrer und Schüler
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Aktuelle Meldungen rund um den Schulsport
Sportunterricht.de - Übersicht
 
.   Beiträge zur Bedeutung des Sports in der Schule   -   Hinweise auf innovative Projekte 
.   Am Ende des Artikels werden weiterführende Links zum jeweiligen Thema angeboten.
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Archiv | Aktuelle News

 
 

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Rheinpfalz 9.6. 2004

Schul-Kultur-Festival vom "Kaiser" vorgestellt

Franz Beckenbauer hat das Schul-Kultur-Festival zur WM 2006 in Köln vorgestellt. Die Veranstaltung wird vom 16. bis 18. Juni auf den Vorwiesen des RheinEnergieStadions stattfinden.

Die Fußball-WM 2006 wirft ihre Schatten voraus. Der Chef des Organisationskomitees, Franz Beckenbauer, hat in Köln das Schul-Kultur-Festival zur WM vorgestellt. Vom 16. bis 18. Juni 2004 werden auf den Vorwiesen des RheinEnergieStadions in Köln unter dem Motto "Talente 2006 - die FIFA-WM in der Schule" 5000 Gruppen aus dem gesamten Bundesgebiet ihre künstlerichen Projekte zur Schau stellen.

"Die Begeisterung ist großartig"

"Die Begeisterung in der Schule ist großartig. Toll, was sich zwei Jahre vor der WM hier schon abspielt", meinte Beckenbauer: "Mit dieser Aktion sollte auch der Schulsport, der sich in der Vergangenheit zum Stiefkind entwickelt hat, wieder vorangebracht werden."

Neben den Projekten der Schüler soll bei der Aktion unter anderem die Band "Die Söhne Mannheims" mit Sänger Xavier Naidoo für den musikalischen Rahmen sorgen. Eröffnet wird die Veranstaltung am 16. Juni durch Innenminister Otto Schily. Als Paten stehen unter anderem Regisseur Sönke Wortmann ("Das Wunder von Bern"), Sänger Sasha und Late-Night-Talkerin Anke Engelke bereit.
 

www.FIFAworldcup.com/Talente2006


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DSB-Presse 8.6. 2004

DSB-SCHULSPORTPREIS ERSTMALS VERGEBEN

Am Dienstag, 15. Juni 2004, wird im Schloss Waldthausen in Rheinland-Pfalz zum ersten Mal der Schulsportpreis des Deutschen Sportbundes vergeben. Unter dem Motto "Schulsport bewegt Schule" hat der Deutsche Sportbund diesen Förderpreis für Schulen im Schuljahr 2002/2003 als Beitrag zu einer Qualitätsoffensive ausgeschrieben.

Ziel des Wettbewerbs ist es, herausragende und damit beispielhafte innovative gegenwartsbezogene und zukunftsorientierte Formen des Schulsports auszuzeichnen.

Große Beteiligung mit 118 Bewerbern aus allen Schulformen und -stufen

Da sich der Wettbewerb bundesweit an alle Schulformen und -stufen richtete, haben sich erfreulicher Weise zahlreiche Schulen beteiligt. Insgesamt 118 Schulen von Grund-, Haupt-, Real-, Gesamt-, Sonder- und Berufsschulen sowie Gymnasien haben umfangreiche und überzeugende Bewerbungsunterlagen eingereicht.

Die Preisverleihung wird DSB-Präsident Manfred von Richthofen gemeinsam mit der Präsidentin der Kultusministerkonferenz und Kultusministerin des Landes Rheinland-Pfalz, Doris Ahnen, und dem 1. Vorsitzenden der Deutschen Sportjugend, Ingo R. Weiss, durchführen. Der Schulsportpreis ist insgesamt mit 10.000 Euro dotiert. Die Siegerschule erhält davon 5.000 Euro, die zweitplatzierte Schule 3.000 Euro und die drittplatzierte Schule 2.000 Euro, die zweckgebunden für den Schulsport der Schule einzusetzen sind. Insgesamt werden die sieben bestplatzierten Schulen des Wettbewerbs ausgezeichnet. Im Mittelpunkt der Verleihung stehen die Sieger-Schulen, die das Programm der Veranstaltung durch sportliche und musikalische Darbietungen prägen.

Interessierte Kolleginnen und Kollegen sind zu der Preisverleihung im Schloss Waldthausen, zwischen Mainz und Budenheim gelegen, herzlich eingeladen.

Anmeldungen werden in der DSB-Pressestelle unter Telefon 069/6700-255 oder unter E-Mail rubenschuh@dsb.de bzw. oys@dsb.de entgegengenommen.

Deutscher Sportbund


 

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Kölnische Rundschau 08.06.2004

Mehr Bewegung durch Streetball
 

KERPEN. Sonnenschein, laute Musik und ein Basketball in der Hand, so lässt es sich in der Schule aushalten. Viele Schüler des Europagymnasiums nutzten ihre Mittagspause, um schon mal probeweise ein paar Körbe beim AOK-Shoot-Out der NRW-Streetball-Tour 2004 zu werfen. Am Dienstag, 13. Juli, wird nämlich auf der Sportanlage des Kerpener Gymnasiums die nordrhein-westfälische Streetball-Tour Halt machen.
Alle Schüler aus dem Rhein-Erft-Kreis unter 17 Jahren können dort mitmachen und sich noch bis zum 13. Juli in der Europaschule oder in jeder AOK-Geschäftsstelle anmelden. Beim Streetball-Turnier werden immer Teams mit vier Spielern gegeneinander antreten. Für die Sieger geht es weiter zum Finale am 17. Juli nach Essen. „Uns ist einfach wichtig, den Schulsport zu fördern und die Bewegung wieder voran zu bringen. Über die Trendsportart Basketball möchten wir versuchen, diese Bewegungsdefizite etwas aufzuholen“, sagt Dirk Schurawitzki von der AOK.

Im vergangenen Jahr nahmen an diesem Turnier in Kerpen 160 Mannschaften teil. Diese Zahl möchten die Veranstalter gerne übertreffen. Lutz Venatier, der Sportlehrer an der Europaschule ist, unterstützt die Aktion: „Es ist eine tolle Möglichkeit für die Schüler, außerhalb des Schulsports Teamgeist zu entwickeln. Für die Schüler ist das Turnier ein echtes Highlight. Außerdem werden hier auch einmal Schüler aktiv, die sonst nicht in einem Verein Sport machen.“

Auch wenn der Spaß bei den Schülern im Vordergrund stehen soll, geht es auch um die Ehre. „Das ist wirklich cool. Es ist schade, dass es so etwas nicht öfter gibt. Hier können alle mitmachen, und das macht einfach Spaß. Natürlich wollen wir aber auch auf jeden Fall gewinnen“, erklärt der 15-jährige Dominik Hees. Die besten Spieler des Finales in Essen erhalten eine Einladung zur German-Basketball-Championship 2004 des Deutschen Basketball Bundes. Weitere Informationen unter (0 22 33) 56 23 01. (sib)

www.nrw-tour.de


 

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NRZ 5.6. 2004

Pfundige Probleme - die Generation XXL

KONGRESS / Wissenschaftler der Unis Duisburg-Essen und Paderborn untersuchen den Lebensstil der europäischen Jugend

ESSEN. Fast Food, Marathon-Sitzungen vor Computer und Fernseher und viel zu wenig Bewegung - Deutschlands Jugend wird immer pfundiger. 15 Prozent der Kinder sind zu dick, jedes dritte Schwergewicht gilt sogar als fettsüchtig. Alarmierender Zwischenstand einer Studie, die derzeit von den Sportwissenschaftlern Roland Naul (Universität Duisburg-Essen) und Wolf-Dietrich Brettschneider (Universität Paderborn) für die Europäische Union erstellt wird. Die Wissenschaftler untersuchen nicht nur den Lebensstil des deutschen, sondern auch des europäischen Nachwuchses. Denn europaweit bringen 14 Millionen Jungen und Mädchen zu viel auf die Waage.

Da Pummeligkeit kein privates, sondern ein teures, gesamtgesellschaftliches Problem ist, will sich im Herbst die EU- Kommission mit den Studien-Ergebnissen befassen. Heute diskutierten die Professoren Naul und Brettschneider schon einmal mit den 150 Experten, die zur EU-Konferenz "Lebensstile und Bewegungsmangel bei Kindern und Jugendlichen in Europa" nach Essen gereist sind. Als Hauptprobleme der Generation XXL haben die Forscher falsche Ernährung, Bewegungsmangel und übermäßigen Medienkonsum (Fernseher, Computer, Gameboy, Handy) ausgemacht.

Zu viele Kilos machen krank: Dicke Kinder klagen über Erwachsenen-Probleme -erhöhte Cholesterinwerte, Typ2-Diabetes ("Altersdiabetes"), Haltungs- und Wirbel- säulenschäden. Pfundige Kids produzieren Gesundheitskos-ten in Milliardenhöhe, können sich oft schlechter konzentrieren als normalgewichtige Altersgenossen und sind gestresst, wenn sie als "fettes Schwein" gemobbt werden.

Sechs- bis Zehnjährige, haben Untersuchungen gezeigt, bewegen sich durchschnittlich nur noch eine Stunde am Tag. Angehörige der "Indoor-Jugend" können stundenlang bewegungslos vor dem Fernsehen oder Computer ausharren. "Von all diesen Dingen sind besonders Kinder von sozial schwachen Familien betroffen", weiß Sportwissenschaftler Brettschneider.

Konferenz-Teilnehmer Frank Busemann, Silbermedaillengewinner im Zehnkampf, engagiert sich als Fitness-Botschafter gegen Übergewicht - und macht sich für mehr Schulsport stark. Was Busemann freut: Im neuen Schuljahr will man an 25 Grundschulen in NRW für mehr Bewegung sorgen. Es wird eine tägliche Sportstunde geben. Sportwissenschaftler der Uni Dortmund werden das Fitness-Projekt begleiten. Hintergrund: Bei Schuleingangsuntersuchungen im Land werden mittlerweile bei jedem dritten Sechsjährigen "Auffälligkeiten" festgestellt. "Im sprachlichen, noch mehr aber im motorischen Bereich", heißt es im Sportministerium. (NRZ)
 
 



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WAZ 4.6. 2004

Tag des Schulsports - "Sport für Menschen mit Behinderungen"

Tanzfest ist weit mehr als nur ein Farbtupfer
 
 
Tatort Walter-Lohmar-Halle. Herr Rossi - der mit dem Glück - trifft die vier Schweden von ABBA, Zauberer und Elfen machen gemeinsame Sache. Doch auch ganz junge Tänzer und Cheerleaderinnen in Rollstühlen sind dabei - beim traditionellen "Tag des Schulsports". Der im Jahr 2004 tatsächlich etwas ganz Besonderes war.

Weil ein Motto wie "Sport für Menschen mit Behinderungen" selten so ausdrucksvoll und vielseitig umgesetzt wurde wie am gestrigen Vormittag. Weil alle Aktionen am Tatort Walter-Lohmar-Halle darüber hinausgingen, einfach nur den "Tag des Schulsports" zu gestalten. Das gestern gesetzte Zeichen sollte Langfristigkeit anzeigen, den Vorsatz, die auf dem Hallenboden zusammengeführten Grund- und Sonderschüler auch künftig Seite an Seite zu erleben. Weil der Umgang miteinander die Normalität werden soll, weil das Tanzfest "Hits für Kids" weit mehr war als nur ein Farbtupfer.

"Heute haben sich Kinder und Jugendliche begegnet, die sonst eher selten Kontakt zueinander haben", erläuterte Peter Maaß, Schulleiter der Anne-Frank-Schule, sein Anliegen mit dieser Form des "Tags des Schulsports". Fünf Grundschulen aus der Ruhrfestspielstadt übten für gestern, wie auch fünf Sonderschulen aus Herten, Marl, Gladbeck und Recklinghausen. "So viele Sonderschulen gibt es ja nicht, da haben wir im Arbeitskreis Schulsport diskutiert und dann auch auf den Kreis zurückgegriffen", so Maaß, "weil wir auch ein ähnliches Zahlenverhältnis bei diesem Motto haben wollten."

Den Kindern war es völlig freigestellt, was, wie lange und in welcher Form sie zum großen Tag beitragen wollten. Peggy Lange (Heinrich-Kielhorn-Schule Marl) und Susanne Rinke (Elisabethschule Herten), neben Maaß im Vorbereitungsteam, waren von den Darbietungen angetan.

"Gerade die ziemlich kurze Ausschreibungszeit und Anmeldefrist bereitete uns Sorgen", blickte Maaß etwas kritisch auf den Beginn des Tanzfestes. Doch dann wurden alle Erwartungen noch übertroffen. "Ich habe gesehen, wieviel Potenzial in den Kindern steckt, wie engagiert auch die verantwortlichen Lehrer arbeiten. Mir wurde klar, welche Talente an jeder Schule schlummern und dass sich auch tatsächlich jede Schule schon mit Tanz, Musik und Theater beschäftigt hat."

Es ist anzunehmen, dass es überall Klassen und Gruppen gab und gibt, die bereits Programmpunkte für die Öffentlichkeit einstudiert haben, ohne vom "Tag des Schulsports" und seiner 2004-Ausrichtung gehört zu haben.

Und mit Piraten- und Dschungeltanz, einer gut viertelstündigen Reise des sein Glück suchenden Herrn Rossi, Klatsch- und Tanzspielen der jüngsten Mitstreiter, aber auch der "Mamma mia"-Nummer der Raphaelschule, wurde ein weiter Bogen gespannt, der viel öfter eine interessierte und mitfiebernde Öffentlichkeit verdient hätte.

Kein Wunder, dass Maaß ein solches Tanzfest zur regelmäßigen Einrichtung werden lassen will. "Dazu brauchen wir schließlich kein Motto und keinen äußeren Anlass." Der gestrige Tag mit seinem Erfolg bestärkt den Pädagogen in seinen Ideen, die Unterstützung von anderen Lehrern und den Eltern ist ihm gewiss.

In der Tat war der "Tag des Schulsports" in diesem Jahr etwas anders. Anders als in den vergangenen Jahren, als es auch wechselnde Ideen gab, verschiedene Alterskategorien und alle Schultypen, als mal der Wettkampfcharakter und mal eher der Breitensport im Mittelpunkt stand.war angesagt, als die Marler Heinrich-Kielhorn-Schule ins Geschehen eingriff und auch Elfen das Parkett betraten.
 

Sport und Behinderung
Dt. Behinderten Sportverband

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Aachener Zeitung 2.6. 2004

Demons geben Flagfootball-Unterricht

Düren. Die neu gegründete Flagfootball-Abteilung der Aachen-Düren Demons war auf Wanderschaft in weiterführenden Dürener Schulen, um Interesse für die noch relativ unbekannte Variante des American Footballs zu wecken.
In Zusammenarbeit mit den Sportfachvorsitzenden und den Sportlehrern des Rurtal- und des Wirteltor Gymnasiums sowie der Gesamtschule Niederzier und der Realschule Wernersstraße wurde den Schülern der Klassen 9 und 10 ein Einblick in diese Sportart ermöglicht.

Der Stundenplan wurde so geändert, dass im Schnitt drei Schulklassen an einem Tag in jeweils 90 Minuten einen völlig neuen Sportunterricht erlebten. Nach anfänglicher Skepsis, ob der geforderten Disziplin und des straffen Programms, haben alle Schüler mit viel Engagement und Spaß mitgezogen.

Es wurden Passrouten gelaufen, Laufspielvarianten geübt, Bälle geworfen, gefangen und Flaggen gezogen. Das Feedback der Schüler und Lehrer auf das Programm war sehr positiv, obschon auf Grund der Zeit nur ein kleiner Einblick in die Welt des Flagfootballs gegeben werden konnte.

Kontakt ausbauen

Die Beteiligten waren sich einig, den jetzt bestehenden Kontakt weiter zu intensivieren und aufrecht zu halten. Einige Lehrer haben schon Interesse an einer Fortbildung in Sachen Flagfootball gezeigt und so werden die «Demons» in Zusammenarbeit mit der NFL Europe alles versuchen, um dies zu ermöglichen.
Ziel ist es, den Flagfootball an den Schulen des Kreises Düren zu etablieren und eventuell in naher Zukunft eine Stadt bzw. Kreismeisterschaft der Schulen auszuspielen.
Darüber hinaus sollen auch Spieler für die Flagfootballmannschaft des Vereins gewonnen werden, mit denen die Demons, die Footballabteilung von SW Düren 99, schnellstmöglich auch am Ligabetrieb teilnehmen möchten.

Die Demons werden Flagfootball in diesem Jahr noch an weiteren Schulen im Kreisgebiet s vorstellen und hoffen, die Sportart, die nahezu jedermann spielen kann, weiter bekannt zu machen.
 
 

Flagfootball und Schule
Flagfootball in der Schule

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DSB-Presse  27.5. 2005

Internationales Jahr des Sports und der Leibeserziehung 2005
Interview mit Prof. Gudrun Doll-Tepper

Im Jahr 2005 startet das Internationale Jahr des Sports und der Leibeserziehung. Diesen Entschluss verkündete die UNO-Generalversammlung im November 2003 mit der so genannten "Magglinger Deklaration". Die Berliner Sportwissenschaftlerin und Präsidentin des Weltrats für Sportwissenschaft und Leibes-/Körpererziehung (ICSSPE), Prof. Dr. Gudrun Doll-Tepper, hat an der Deklaration mitgewirkt und berichtet über die neuesten Entwicklungen der Initiative.

DSB-Presse: Welches sind die wichtigsten Aspekte, die in der Magglinger Deklaration festgelegt wurden?
 
Doll-Tepper: Die Magglinger Deklaration macht vor allem deutlich, dass Sport in ganz unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen eine wichtige Rolle spielt. Dies gilt es, noch viel stärker als bisher, in der Öffentlichkeit weltweit wahrzunehmen und zu nutzen. Als Hauptthemen werden in der Magglinger Deklaration Erziehung, Entwicklung, Gesundheit und Frieden hervorgehoben. Durch den ehemaligen Präsidenten der Schweiz und UNO- Sonderberater Adolf Ogi steht eine Persönlichkeit an der Spitze der Initiative, die diese Bedeutung auch sehr gut in die Öffentlichkeit tragen kann. Zugleich ist das Projekt durch den Einbezug einer großen Anzahl auch sportferner Organisationen auf ein breites Fundament gestellt. 

 DSB-Presse: Welcher inhaltliche Schwerpunkte ist Ihrer Meinung nach besonders wichtig?

Doll-Tepper: Ein Schwerpunkt, der nicht nur in Deutschland eine entscheidende Rolle spielen wird, ist mit Sicherheit der Bereich Gesundheit. Erst in der vergangenen Woche haben die neuesten Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) belegt, dass sich Übergewicht und Adipositas wie eine Epidemie weltweit immer mehr verbreiten. Ansonsten sind alle Themen wichtig, wobei die Länder die Schwerpunkte unterschiedlich setzen werden. Die Schweiz, die schon sehr weit in ihren Planungen ist, wird sich vor allem auf die Bereiche Gesundheit und Erziehung konzentrieren.

DSB-Presse: Welche konkreten Pläne gibt es in Deutschland?

Doll-Tepper: Bisher wurde noch nicht entschieden, wer in Deutschland die Federführung übernimmt. Dies wird in Kürze entschieden, dann werden wir mit den konkreten Planungen beginnen. In jedem Fall muss sich die UNO-Initiative als Querschnittsthema bei den unterschiedlichen Bundesministerien, dem NOK, DSB und den Landessportbünden wiederfinden. Außerdem bietet das Jahr 2005 die Chance, viele Initiativen, die im EU-Jahr der Erziehung durch Sport gestartet wurden, auszuwerten und national sowie international weiterzuführen. Auch ein internationaler Trainer- und Expertenaustausch wird angestrebt.

DSB-Presse: Wie wird das Internationale Jahr für Sport und Leibeserziehung umgesetzt?

Doll-Tepper: Am 15. November 2004 wird es eine offizielle Zeremonie in New York geben. Dann werden UNO-Generalsekretär Kofi Annan und Adolf Ogi das Internationale Jahr für Sport und Leibeserziehung offiziell eröffnen. Die einzelnen Initiativen müssen bereits jetzt in den jeweiligen Ländern gestartet werden und sollten sowohl national als auch international sein. Im November diesen Jahres sind die Länder aufgefordert, ihre Projekte bei der UN-Generalkonferenz vorzustellen. Dann muss auch Deutschland mit seinen Planungen fertig sein.

Deutscher Sportbund


 

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Märkische Allgemeine 22.05. 2004

BEHINDERTE UND NICHTBEHINDERTE WETTEIFERN

Gelungene Schulprojekte haben stets eine treibende Kraft: eine Lehrkraft. Sie motiviert und hilft Schülern, ihre Neigungen zu entdecken und Fähigkeiten zu nutzen. Bei der Aktion "Gute Lehrer - Klasse Schule" sollen solche Projekte und Lehrer vorgestellt werden. Der Wettbewerb wurde vom Bildungsministerium ins Leben gerufen, das damit um Achtung und Anerkennung für den Lehrerberuf werben will.

Wenn es um die Oberlympics geht, ist Lehrer Matthias Fugmann ganz und gar Mannschaftssportler. Dann zählt für ihn nicht der Einzelne, sondern die Gruppe, seine Gruppe.

Zusammen mit fünf Kollegen organisiert er an der Sonderpädagogischen Berufsschule "Theodor Hoppe" Brandenburgs größtes integratives Sportfest. Rund 700 Schüler, Lehrer und Gäste nahmen im vergangenen Jahr an den dreitägigen Oberlympics teil. Damit hat die Veranstaltung inzwischen Ausmaße erreicht, die Matthias Fugmann eine "Gänsehaut" und der Schule eine Auszeichnung bescheren. Die Hoppe-Schule gehört zu den zehn Gewinnern des Wettbewerbs "Gute Lehrer - Klasse Schule".

Aufmerksamkeit und Anerkennung soll die Imagekampagne den Lehrern einbringen. Matthias Fugmann macht der Wirbel um seine Person eher verlegen. Spontan hat Schulleiter Jürgen Kraetzig den kräftigen Sportlehrer an einem Freitagvormittag aus dem Unterricht geholt, damit er stellvertretend für seine fünf Kollegen über die prämierten Oberlympics spricht. "Wir sind ja ne' Gruppe", sagt Fugmann schnell und lächelt zurückhaltend. Während er weiter erzählt, grübelt seine Schulklasse derweil über einer Beschäftigungsaufgabe. Thema: Genossenschaften. Neben Sport unterrichtet Fugmann auch Wirtschaft und Soziales an der Hoppe-Schule.

Nach der Wende wollte der Sonderpädagoge eigentlich Recht als zweites Fach unterrichten. Dann hat er sich für politische Bildung entschieden, wegen der "vielen Lebensweisheiten" und weil er "schließlich auch Bürger" sei, begründet er seine Wahl. Als Bürger ärgert er sich dann auch privat über nicht abgesenkte Bordsteine und zu kurze Grünphasen für Fußgänger.

Behinderte Jugendliche unterrichtet Fugmann seit fast zwanzig Jahren, davon allein 12 Jahre an der Theodor-Hoppe-Schule. Dort werden behinderte Jugendliche in 25 Berufen ausgebildet, darunter auch Bürokauffrauen wie die gehbehinderte Michaela Schmidt.

Über Fugmann sagt die Zwanzigjährige, er habe den Ruf, ein strenger Lehrer zu sein. Dass ihr der Sportlehrer genau in dem Moment gegenüber sitzt, stört Michaela nicht. "Ich sage meine Meinung frei heraus." So selbstbewusst wünscht sich Fugmann alle seine Schüler. Ein Weg, wie behinderte Menschen mehr Selbstvertrauen erlangen können, führt über den Sportunterricht. "Wir arbeiten nicht mit starken Leistungskriterien", sagt Fugmann. Es gehe stattdessen um die eigene Körperwahrnehmung und die Freude an der Bewegung, sei sie auch noch so klein.

Für die Oberlympics, deren Name sich vom Berufsbildungswerk im Oberlinhaus und den Paralympics ableitet, haben die Sportlehrer zusammen mit Sportstudenten der Universität Potsdam ein breites Disziplinenspektrum mit über 90 Sportarten erstellt. Ob Teebeutelweitwurf, Riesenmikado oder Bogenschießen, das Angebot ist mal skurril, mal trainingsorientiert und animiert selbst Sportmuffel, meint der Pädagoge.

Auch für die diesjährigen Oberlympics am 27. Mai haben sich die Sportlehrer von der Theodor-Hoppe-Schule wieder außergewöhnliche Spiele einfallen lassen, bei denen Behinderte und Nichtbehinderte gemeinsam Sport treiben. So werden die Fußballerinnen von Turbine Potsdam mit verbundenen Augen Goolball spielen. In dem Geräuschballspiel für Blinde treten sie gegen die Mannschaft der Potsdamer "Goolballer" an. Außerdem wird zur Eröffnung der Chef des Potsdamer Olympia-Stützpunktes, Andreas Hoeppner, mit einem Fallschirm direkt auf dem Schulgelände landen.

Matthias Fugmann wird ihm zusehen. Mag sein, dass er dabei wieder eine Gänsehaut bekommt.
 

Sport und Behinderung
Dt. Behinderten Sportverband



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NTV, 19. Mai 2004

Künast-Idee
Extra-Sport für dicke Kinder

Im Kampf gegen Übergewicht bei Kindern hat Verbraucherschutzministerin Renate Künast (Grüne) einen gesonderten Sportunterricht in den Schulen gefordert. "Wir brauchen in den Schulen ein gesondertes Sportangebot für dicke Kinder, weil sie sich sonst überhaupt nicht mehr bewegen", sagte sie der Hamburger Wochenzeitung "Die Zeit".

Beim Sport säßen die dicken Kinder am Rand, "weil die Lehrer es gar nicht schaffen, für sie gemeinsam mit den anderen einen normalen Turnunterricht zu veranstalten". Sie habe selbst als normalgewichtiges Kind ihre Schwierigkeiten mit dem Stufenbarren gehabt. "Was wollen Sie da machen mit Kindern, die massiv übergewichtig sind und ständig ausgelacht werden? Diese Tortur kann man niemandem antun."

Im Januar hatte Künast bereits angeregt, das Thema Ernährung auf den Stundenplan zu bringen. Es sei eine Frage der Gerechtigkeit, Kinder nicht in eine Zukunft laufen zu lassen, die schon in jungen Jahren zu Altersdiabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen führt, so Künast. Übergewicht und Fettleibigkeit sind in Deutschland besonders in einkommensschwachen Haushalten und bei Migrantenkindern ein Problem.

Fettleibigkeit ist auch eines der Hauptthemen der Jahrestagung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf. Insgesamt stellt die WHO vor allem in den Industriestaaten aber jetzt auch in den Entwicklungsländern einen Anstieg an Herzbeschwerden, Diabetes und anderen nicht-übertragbaren Krankheiten fest. Nach der jüngsten vorliegenden Statistik aus dem Jahr 2001 sind solche Krankheiten für fast 60 Prozent der etwa 56 Millionen Sterbefälle im Jahr und für 47 Prozent aller Krankheiten verantwortlich. Dabei sind vor allem eine ungesunde Ernährungsweise und mangelnde Bewegung Hauptursachen solcher Krankheiten.

"Fit sein macht Schule"

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Yahoo 17.5. 2004

Zunahme der Gewichtigen -
Experte registriert immer mehr dicke Kinder
 

Paderborn. Experten warnen vor zunehmenden Kosten im Gesundheitswesen durch eine stetig steigende Zahl von zu dicken Kindern. Es sei nicht ausgeschlossen, dass bis zum Jahr 2030 jedes zweite Kind in Deutschland zu viel wiege, sagte der Sportwissenschaftler Wolf-Dietrich Brettschneider der Nachrichtenagentur ddp in Paderborn. Er forderte ein Umdenken in der Gesellschaft, um diesen Trend zu stoppen. Ein erster unverzichtbarer Schritt wäre mehr Sport in der Schule, sagte Brettschneider.

Derzeit bringe beispielsweise in NRW jedes fünfte Kind zu viel auf die Waage, die Tendenz sei steigend. Brettschneider befürchtet für Deutschland «amerikanische Verhältnisse». Dort seien schon sehr viel mehr Kinder von Übergewicht und gar Fettleibigkeit betroffen als in der Bundesrepublik.

Konsequenzen aus dem Übergewicht bei Kindern sei ein frühzeitiges Auftreten von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes oder Problemen mit den Gelenken und der Körperhaltung, sagte der Sportwissenschaftler. Dies könne logischerweise nicht ohne Folgen für die Kosten im Gesundheitssystem bleiben.

Grund für diese Entwicklung ist laut Brettschneider oft falsche Ernährung und mangelnde Bewegung. Gerade in sozial schwachen Familien sei ein Trend zu minderwertigem Essen sowie erhöhtem Konsum von Medien und daraus resultierender Bewegungsarmut zu beobachten, beklagte er. Darum müsse schon in der Schule gegengesteuert werden.

Dazu gehört aus Sicht des Wissenschaftlers jeden Tag ausreichende Bewegung. Dies gelte für Grundschüler ebenso wie für Abiturienten. In Nordrhein-Westfalen gebe es einige sinnvolle Projekte an Grundschulen. Dies reiche aber nicht aus, sagte Brettschneider. Der Sportunterricht müsse in allen Klassenstufen ausgebaut werden. Die Bedeutung von Ernährung und ausreichender Bewegung müsse zudem den Elternhäusern vermittelt werden.

"Fit sein macht Schule"

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IDW 12.5. 2004

Neue Impulse und Initiativen für ein Ziel: bewegte Kinder
 

Deutschlands Kinder bewegen sich zu wenig. Neue Impulse und Initaitiven zur Bewegungsschulung soll deshalb ein Kongress "Fitte Kinder?!" anstoßen, der vom 13.-15. Mai auf dem Campus der Universität Bayreuth abgehalten wird.
 

Bayreuth (UBT)."Nur 10 Prozent einer Schulsportstunde sind Schüler in Bewegung und nur 4% von uns befragten Mädchen gaben an, im Sportunterricht ins Schwitzen zu geraten", macht der Bayreuther Sportwissenschaftler Professor Dr. Walter Brehm das Dilemma deutlich. Und seine Kollegin, die Sportpädagogin Professor Dr. Ulrike Ungerer-Röhrich weist darauf hin, dass bereits Kleinkinder fast gedankenlos an Bewegung gehindert werden: Sie kommen in einen Laufstall, werden in Bewegungsschaukeln fixiert und das erste Dreirad hat einen Schiebegriff.

Doch Kinder brauchen Bewegung! Denn Bewegung und die damit verbundene Fitness sind nicht nur zentrale Ressourcen für die Gesundheit, sie sind Voraussetzung für eine Ausschöpfung der Entwicklungsmöglichkeiten in körperlicher, aber auch in emotionaler, sozialer und geistiger Hinsicht. Diese uralte Erkenntnis ist in den letzten zehn Jahren durch eine große Anzahl an wissenschaftlichen Studien untermauert worden. Andererseits wissen wir, jedes fünfte Kind und jeder dritte Jugendliche in Deutschland ist zu dick. Die Ursachen sind hauptsächlich falsche Ernährung und Bewegungsmangel.

Der Bayerische Turnverband (BTV), dessen Präsident Michael Götz gestern bei einem Pressegespräch auch die Politik aufs Korn nahm ("Nur eine tatsächliche Sportstunde in der Grundschule muß man anprangern.") veranstaltet deshalb mit der Deutschen Turnerjugend, der Bayerischen Sportjugend und dem Sportinstitut der Universität Bayreuth vom 13. bis zum 15. Mai auf dem Campus den Kongress "Fitte Kinder!?", dessen Ziel es ist, der Bewegungsförderung von Kindern im Alter von zwei bis zehn Jahren neue Impulse zu geben bzw. Initiativen zu starten, die dafür sorgen, dass möglichst alle Kinder den Spaß an der Bewegung (wieder) finden und nicht verlieren. Für die Professorin Ungerer-Röhrich ist dabei klar: Der Kongress ist ein Beitrag zu Fittness UND Erziehung.

Rund 260 Teilnehmer, Erzieher, Lehrer, Übungsleiter, vorwiegend aus Bayern, aber insgesamt aus dem gesamten Bundesgebiet haben sich laut Projektleiter Martin Gierz (BTV) zu den 79 Workshops und Vorträgen angesagt. Unter den 48 Referenten ist auch die Osnabrücker Sportwissenschaftlerin Professor Dr. Renate Zimmer, die allerorts stark nachgefragte deutsche Spezialistin für Bewegungserziehung in Frühpädagogik und Grundschule sowie der Karlsruher Sportwissenschaftler Professor Dr. Klaus Bös, der an einer Querschnittsstudie mit über 15.000 befragten Kindern arbeitet und nach Angaben seines Kollegen Walter Brehm in Deutschland "wohl der Einzige ist, der qualifizierte Aussagen zum körperlichen Zustand deutscher Kinder treffen kann." Alle drei, Zimmer, Bös und Brehm, werden bei der Auftaktverstaltung am Donnerstag (13. Mai, 18:00) im Audimax der Universität grundlegende Vorträge halten.

Weitere Informationen - einschließlich Gesamtprogramm - und Kontakt bei dem Link auf dieser Seite.

Fitte Kinder ! ?

 



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HNA 10.5. 2004

Die Rückkehr des Hula-Hoop-Reifens
 
USLAR. Die bewegte Pause ist zurzeit der Hit an der Grundschule Uslar. Die Kinder stehen in den Pausen Schlange vor der Spielgeräteausgabe. Dort gibt es Hula-Hoop-Reifen, Ballspiele, Hüpfbälle, Springseile, Gummi-Twist und Jongliergeräte wie Diabolos. Damit vergnügen sich die Kinder in den Pausen.

Möglich wurde die Anschaffung der Spielgeräte durch eine Spende des Fördervereins der Schule. 400 Euro sind investiert worden, berichteten Schulelternratsvorsitzende Birgit Warmuth und ihr Stellvertreter Matthias Idahl (beide Uslar), zugleich kraft Amtes Vorsitzende des Fördervereins.

Schulleiterin Ulrike Glaesner lobte denn auch das Engagement und die gute Zusammenarbeit für das Pausen-Projekt. Beteiligt waren neben ihr die Lehrer Werner Drese, Sandra Rossel und Schulassistent Jürgen Wodarz sowie die Eltern. Es galt, alles gemeinsam vorzubereiten, auszusuche und zu bestellen. Außerdem bekam die Schule über den Förderverein zwei Schränke von der Demag zur Unterbringung der Geräte geschenkt. Die Spielausgabe übernehmen Viertklässler.

Ziel der Aktion ist es, den Bewegungsspaß der Kinder über den Sportunterricht hinaus zu erhöhen. Der Förderverein, der einmal im Jahr zum Spenden aufruft, hat bisher schon die Sportangebote unterstützt und bei der Anschaffung von Computertischen geholfen. Die Schule freut sich, dass es den Verein gibt. Er hilft da, wo der Etat der Schule zu klein ist.
 

Bewegte Schule

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Leverkusen Lokal 6.5. 2004

"Leichtathletik in Aktion"

Leichtathletik der besonderen Art für Grundschüler

Leverkusen -Spaß an Sport und Bewegung stehen am Mittwoch, 12. Mai, im Vordergrund, wenn das Zebra-Team oder die Delfin-Mannschaft in der Bayer-Leichtathletikhalle in Manfort an den Start gehen.

Zum dritten Mal macht der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) in Leverkusen mit seiner "Leichtathletik in Aktion"-Tour Halt, in diesem Jahr startet die Tour, die noch durch fünf Städte zieht, in Leverkusen.

Rund 400 Kinder werden ab 8.30 Uhr einen Vormittag lang acht verschiedene Spielübungen durchlaufen, erklärte David Deister, DLV-Referent für Kinder- und Jugendleichtathletik, beim Pressegespräch: Laufen, Springen und Werfen stehen dabei im Vordergrund. Bei der Station "Formel 1" erwartet die jungen Sportler ein Slalomlauf, bei dem es Hindernisse zu über- und unterqueren gilt. "Laufen ohne zu schnaufen" ist eine weitere Station, zuvor geht es jedoch "mit den Stäben über Gräben".

Die Veranstaltung richtet sich an Schüler der dritten und vierten Klasse, im Vorfeld hat Organisatorin Ulrike Nasse-Meyfarth, zweifache Olympiasiegerin im Hochsprung, alle 25 Leverkusener Grundschulen angeschrieben, 11 haben fest zugesagt. Insgesamt 16 Klassen werden an den Start gehen, versehen mit Tiernamen wie Zebra oder Delfin. Jede Klasse durchläuft die acht Stationen zweimal, alle fünfzehn Minuten wird die Station gewechselt.

Damit die Veranstaltung reibungslos abläuft sind über siebzig Helfer im Einsatz - darunter auch die Top-Athleten des TSV Bayer 04 Leverkusen wie die Stabhochspringer Lars Börgeling, Danny Ecker und Michael Stolle, Speerwerferin Steffi Nerius und Hochspringerin Daniela Rath.

Die Hilfsgeräte, die für die einzelnen Spielübungen nötig sind, sind übrigens Marke Eigenbau: Als Hürden dienen Bananenkartons, anstatt Diskus oder Hammer wird bei "Leichtathletik in Aktion" mit alten Fahrradreifen geworfen.
Mit diesen selbstgebauten Sportgeräten will der DLV auch Anregungen für den Sportunterricht geben, erklärte David Deister: Vielen Schulen fehlt das Geld für die Anschaffung neuer Sportgeräte, dabei lässt sich mit etwas Kreativität auch aus preiswerten Materialien Hilfsgeräte für den Sportunterricht bauen.

Lust auf Leichtathletik soll die Veranstaltung machen, der Spaß steht dabei im Vordergrund und nicht das Wettbewerbsdenken: Alle Teilnehmer sind Sieger, für jeden gibt es eine Urkunde und ein T-Shirt, auf dem sich die Profisportler bei der abschließenden Autogrammstunde verewigen werden.

Leichtathletik in Aktion
Leichtathletik in der Schule


 

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Sachsen-online 4. 5. 2004

Erst die Autogramme, dann der Projekttag?
Die Footballer der Dresden Monarchs machen Werbung im Humboldt-Gymnasium

Elke Richter brauchten die Footballer der Dresden Monarchs gestern schon mal nicht zu werben. Die „schweren Jungs“ des Dresdner Football-Bundesligisten machten gestern nämlich am Radeberger Humboldt-Gymnasium Station, um die Schüler für sich und den Football-Sport zu begeistern. Elke Richter, die Direktorin des Gymnasiums, ist seit langem Fan dieser amerikanischen Trend-Sportart. „Mein Sohn war als Austauschschüler in den USA und hat dort Football kennen gelernt und ist richtig begeistert“, erzählt sie. Seit dem verpasst auch sie kaum ein Spiel im Fernsehen, und hat – wie sie verrät – mittlerweile sogar die nicht ganz leichten Spielregeln durchschaut.

Auch in Deutschland begeistert Football immer mehr junge Leute. Zu den Heimspielen der Dresden Monarchs kommen gut 4 000 Fans, manchmal auch weit mehr. „Und weil wir einfach auch mal unsere Fans außerhalb Dresdens besuchen wollten, uns aber auch mal denen vorstellen wollten, die uns bisher noch nicht kennen, sind wir auf eine Schul-Tour rings um Dresden gegangen“, beschreibt Robert Cruse von den Monarchs.

Seit vier Jahren haben die Footballer schon beste Kontakte zu Dresdner Schulen geknüpft. „Dort wird Football mittlerweile sogar an einigen Schulen im Sportunterricht gespielt“, freut sich Cruse über die Erfolge. Jetzt sollen auch die Kontakte zu Schulen des Dresdner Umlands enger werden. Und Radeberg – das stand für die Monarchs von Anfang an fest – Radeberg musste da auf jeden Fall dabei sein. „Schließlich sind wir vor gut zehn Jahren hier gegründet worden“, erinnert Robert Cruse an die ersten Stunden der Monarchs. Ein paar Sportbegeisterte hatten Anfang der 90er Jahre ein Footballspiel im Fernsehen gesehen, hatten gesagt, das müsse man unbedingt mal ausprobieren. Schritt für Schritt wurde aus der Idee Realität – und man zog später von Radeberg nach Dresden um. Und seit einem Jahr geben die Monarchs ihre sportliche Visitenkarte sogar in der ersten deutschen Football-Liga ab.

Gestern Vormittag nun waren Alexander Hachitotenko, Sean Hilliard, Jamie Hard, Christian Petzold und René Horschig zur Autogrammstunde auf den Pausenhof des Radeberger Gymnasiums gekommen. Und sie wurden regelrecht bestürmt. Poster, Autogrammkarten und vor allem jede Menge Freikarten für die kommende Saison waren heiß begehrt. Auch, wenn sich einige der Gymnasiasten nur kopfschüttelnd wundern konnten, warum ihre Klassenkameraden wie von der Tarantel gestochen auf die Footballer zustürmten... Noch ist Football eben nicht jedermanns Sache, vor allem wegen der ziemlich komplizierten Regeln. „So kompliziert ist das dabei gar nicht“, findet Robert Cruse. Und er hatte auch gleich ein paar bunte Regel-Bücher dabei. Wer weiß, vielleicht wird ja auch in Radeberg schon bald im Sportunterricht Football gespielt. Dann ist das auch mit den Regeln kein Problem mehr. Schulleiterin Elke Richter jedenfalls wäre begeistert, wie sie gestern versicherte.

Zunächst werden die Monarchs aber erstmal im Herbst wieder nach Radeberg kommen. „Zu Projekttagen vielleicht“, bietet Robert Cruse an.
 

Flagfootball und Schule
Flagfootball in der Schule

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Wiesbadener Tagblatt 30.4. 2004

Diese Schule ist in Bewegung
Am Gymnasium Mosbacher Berg steht Stillsitzen nicht hoch im Kurs

Mit dem Konzept der "bewegten Schule" geht das Gymnasium am Mosbacher Berg neue Wege. Weg vom harten Holzstuhl hin zum Gummiball.
 

Deniz sitzt auf einem ergonomisch geformten Drehstuhl, Miriam hat auf einem Gummiball Platz genommen und Hendrik steht am Pult. In der 6. Klasse des Gymnasiums Mosbacher Berg müssen die Schüler nicht auf unbequemen Holzstühlen sitzen. Im Gegenteil: Bewegung ist erwünscht, solange dabei jeder an seinem Platz bleibt.

"Wenn einer gerne herkommt, lernt er mit gleichem Aufwand mehr", sagt Martin Dürr, Schulsportleiter des Gymnasiums. Der Sport- und Biologielehrer hat das Konzept "Bewegte Schule" für den Mosbacher Berg im offiziellen Schulprogramm untergebracht.

Um Rückenproblemen und Übergewicht frühzeitig vorzubeugen, wurde das ergonomische Mobiliar angeschafft und zunächst in der Unterstufe getestet. In Gruppen von jeweils acht Kindern wechseln die Schülerinnen und Schüler jede Unterrichtsstunde den Platz: Vom Drehstuhl zum Pult zum Gummiball. So tun die Kinder nicht nur etwas für ihre Gesundheit, sondern auch für ihre Konzentrationsfähigkeit. Das Konzept soll nach und nach auch auf andere Klassen ausgedehnt werden. Doch die rückenfreundliche Einrichtung ist nicht billig. Deshalb ist Martin Dürr auf Sponsoren angewiesen, die eine gute Idee finanziell unterstützen wollen.

Durch das Bewegungskonzept soll erreicht werden, dass Lehrer und Schüler sich in der Schule wohl fühlen, dass das gemeinsame Arbeiten und die Freizeitgestaltung fließend ineinander übergehen.

Deshalb gibt es am Mosbacher Berg nicht nur bewegten Unterricht, sondern auch und insbesondere in den großen Pausen wird ein abwechslungsreiches Programm für alle Altersstufen angeboten. Auf dem Schulhof geht es zu wie im Zirkus. Die Fünft- und Sechstklässler fahren Einrad oder jonglieren, während die älteren Schüler Basketball, Badminton und Tischfußball spielen. Andere drehen mit dem Snakeboard ihre Runden und Diabolos kreiseln durch die Luft.

Auch der Sportunterricht der Schule ist abwechslungsreicher geworden. So gehören Sportarten wie Beachvolleyball, Hockey, Judo oder Tanzen zum Programm. In Arbeitsgemeinschaften können die Kinder und Jugendlichen zudem Jonglage, Einradfahren oder Badminton erlernen.

Sozusagen nebenbei hat das Gymnasium am Mosbacher Berg beim Wettbewerb "Jugend trainiert für Olympia" in den beiden vergangenen Jahren den ersten Platz belegt.

Aber die eigentlichen Zielsetzungen der "bewegten Schule" sind andere: Förderung der Gesundheit und der Konzentrationsfähigkeit, Verringerung der Aggressivität und das Erlernen sportlich-spielerischer Konfliktlösungsstrategien, Stärkung des Selbstwertgefühls und damit Verringerung der Anfälligkeit gegenüber Drogen und Alkohol sind die weitaus wichtigeren Folgen des sportlichen Lehrkonzepts.

Und das Beste: Es macht Spaß. Auch Miriam, Deniz, und Hendrik gefällt ihr neu eingerichteter Klassenraum. Aber noch schöner sind die Pausen. In diesem Punkt bildet auch der Mosbacher Berg keine Ausnahme!

Bewegte Schule
Bundesarbeitsgemeinschaft für Haltungs- und Bewegungsförderung


 

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idw 28.4. 2004

Schüler wollen mehr Abwechslung im Sport
Wissenschaftler der TU Chemnitz erforschten Anforderungen und Erwartungen sächsischer Jugendliche an ihren Sportunterricht

Die Qualität des Sportunterrichts ist nicht nur ein zentrales Thema in der Sportpädagogik, sondern zudem hochaktuell. In Hinblick auf den zunehmenden Bewegungsmangel bei Jugendlichen erscheint neben der vordergründig theoretischen Debatte um Lehrplaninhalte insbesondere eine kontinuierliche empirische Untersuchung zur Qualität von Schulsport notwendig. Kann der Sportunterricht an deutschen Mittelschulen und Gymnasien unter den aktuellen Bedingungen den veränderten Anforderungen überhaupt gerecht werden?

In Kooperation mit dem Sächsischen Staatsministerium für Kultus ging eine Forschergruppe des Instituts für Sportwissenschaft der Technischen Universität Chemnitz unter der Leitung von Prof. Dr. Albrecht Hummel dieser Frage auf den Grund. Im Rahmen einer repräsentativen Studie zum Schulsport in Sachsen wurden im Zeitraum Juli/August 2003 alle Lehrer der Sekundarstufe I schriftlich zu ihrem Sportunterricht befragt. Gleichzeitig untersuchte man im Rahmen einer Fragebogenstudie das Denken, Handeln und Leisten der Schüler sowie deren Erwartungen an den Sportunterricht. Befragt wurden 1370 Schüler der 5., 7. und 9. Klassen des Regierungsbezirkes Chemnitz.

Wie die Chemnitzer Forschergruppe feststellte, zeigen sich mehr als zwei Drittel der Schüler zufrieden mit ihrem Sportunterricht. Insbesondere wird die Sportstunde als überwiegend bewegungsreich und anstrengend bewertet. Die Schüler bemängelten jedoch ein Defizit an Dauer, Häufigkeit und Art und Weise des Sportunterrichts. Immerhin zwei Drittel der befragten Jugendlichen gaben an, zu wenig Sportstunden zu haben. Mit dem Sportlehrer zeigen sich die Befragten überwiegend zufrieden. Hin und wieder bemängeln Schüler und Lehrer jedoch baufällige Sportanlagen, Hallenbelegungsprobleme sowie unzureichende sanitäre Anlagen und Umkleideräume. Die Forschergruppe kam dennoch zu dem Schluss, dass die zur Verfügung stehenden materiell-räumlichen Bedingungen eine angemessene Umsetzung der im Lehrplan vorgegebenen Aufgaben und Ziele ermöglicht. Demnach seien die Bedingungen für guten Sportunterricht an sächsischen Mittelschulen und Gymnasien sowie dessen systematische Qualitätssteigerung durchaus gegeben.

Ein besonderes Anliegen der Untersuchung bestand weiterhin darin, den Sportunterricht aus Perspektive der Schüler zu analysieren. Aus deren Sicht lässt sich feststellen, dass vor allem inhaltliche Änderungen gewünscht werden. So gehören vor allem Schwimmen, Fußball und Hockey zu den häufig nachgefragten, im Unterricht aber selten angeboten Sportarten. Eine zu enge Orientierung an den traditionellen Kernsportarten wie Leichtathletik und Ballsportarten entspricht nicht dem Anforderungsprofil heutiger Schüler, kennzeichnet aber offensichtlich noch immer das Unterrichtsgeschehen an sächsischen Schulen, wie die Wissenschaftler herausfanden. Deutliche Reserven zeigen die Ergebnisse der Studie zudem für den Bereich des außerunterrichtlichen Sports. Das Angebot an Sportförderunterricht, Projekten und Arbeitsgemeinschaften ist sowohl quantitativ als auch inhaltlich ausbaufähig. Dass der Schulsport aktuell eine entscheidende Größe für das Bewegungsverhalten von Schülern ist, zeigen die Angaben zur sportlichen Betätigung in der Freizeit. Denn nahezu ein Drittel der befragten Schüler geben an, sich über den Schulsport hinaus gar nicht oder nur unregelmäßig zu betätigen.

Mit ihrer Studie wollen die Chemnitzer Forscher die Lehrer dazu anregen, Kinder und Jugendliche für ein aktives und bewegungsintensives Leben zu begeistern. Zudem wollen die Wissenschaftler dazu beitragen, dass vorhandene empirische Defizit im Bereich des Schulsports zu verringern und auf diese Weise die Erkenntnisse über die aktuelle Lage des Schulsports zu belegen und transparent zu machen. Die Resultate der Studie des Sportinstituts sollen den Grundstein zur Ableitung von Strategien und Maßnahmen zur Entwicklung und Optimierung des Schulsports legen.

Weitere Informationen gibt Prof. Dr. Albrecht Hummel per Telefon unter 0371/ 531 - 29 38, -29 39 sowie per E-Mail unter albrecht.hummel@phil.tu-chemnitz.de .
 



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Norddeutsche Neueste Nachrichten 26.4. 2004

Mehr Sport für kluge Kinder-Köpfe
Bewegungs-Offensive: Turnfest im "Zwergenhaus"

Lankow Wer nicht rückwärts gehen kann, kann auch nicht rückwärts rechnen. Oder in anderen Worten: Beweglichkeit und geistige Entwicklung von Kindern hängen in großem Maße zusammen. Und genau deshalb machte die Kita "Zwergenhaus" ihr Frühlingsfest diesmal zu einem sportlichen Ereignis.

160 Kinder werden in der integrativen Kita des ASB betreut. Gemeinsam mit ihren Eltern waren sie am Sonnabend eingeladen in die Turnhalle der Grundschule Lankow. An elf Stationen konnten sich die Kinder ausprobieren, mit Rollbrettern über den Boden sausen, auf einem Kreis balancieren, Torwand schießen, sich durch Krabbeltunnel zwängen oder mit einem Paar Trockenskiern laufen. Gar nicht so einfach.

Schon seit einiger Zeit beobachten Erzieher, dass die Allerjüngsten immer steifer werden. Grund: Die Spielräume vieler Kinder haben sich durch Fernsehen und Computer so verändert, dass früher selbstverständliche Bewegungen heute erst wieder mühsam erlernt werden müssen. "Rückwärtsgehen und auf einem Bein stehen fällt Kindern heute schwer", sagt Zwergenhaus-Leitern Sabine Modl. Mit ihrem Team aus 17 Erziehern beugt sie der Bewegungsarmut vor. Kerstin Dukat beispielsweise hat eine Weiterbildung in Psychomotorik absolviert. "Bewegung, kognitive und emotionale Entwicklung hängen ganz eng zusammen", sagt sie. Ihre Erkenntnisse bringt sie im Sportunterricht nicht nur den Kindern nahe, sie bietet auch Kurse für Erzieher an. Silke Hoeft ist als Entspannungspädagogin zuständig für die sinnvollen Pausen nach der Bewegung: Mandalas malen, Stille-Arbeit, Phantasiereisen...

Bewegte Schule
Lernen braucht Bewegung

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Heidenheimer Zeitung 16.4. 2004

Bereits 304 "bewegungsfreundliche Grundschulen"

Wenn Mädchen den Buben auf Stelzen davonlaufen

Während in vielen Klassen die dritte Sportstunde gar nicht erteilt wird, gibt es in Baden-Württemberg schon 304 "bewegungsfreundliche Grundschulen" mit 200 Minuten Schulsport pro Woche. Bis 2006 soll für alle 2500 Grundschulen die tägliche Bewegungszeit gelten.

Sein Aha-Erlebnis hatte Josef Maier im vergangenen Jahr. Da beobachtete der Rektor der Grundschule Blaustein-Arnegg, zwischen Ulm und Blaubeuren gelegen, wie seine Schüler beim Sportfest fachkundig mit Pedalos, Stelzen und Hüpfseilen hantierten, wie sie selbständig kleine Balancier- und Gruppenspiele abwickelten. Am meisten aber staunte der Schulleiter über die enormen Lernfortschritte jener Kinder, deren Verhalten im Unterricht üblicherweise als problematisch gilt.

"Dadurch kriegen diese Kinder einen ganz anderen Stellenwert in der Klasse, sie sind nicht mehr nur die Störer", hat der 51-Jährige erfreut festgestellt. Mehr noch: Aggressives Verhalten in der Pause hat nachgelassen, nennenswerte Unfälle während der Schulzeit sind nicht mehr passiert. Die Grundschule Arnegg - ein lokales, unspektakuläres, aber positives Beispiel für 85 Schüler ohne überregionalen Aussagewert? Dem ist nicht so. Arnegg gehört seit eineinhalb Jahren zu den inzwischen 304 Grundschulen "mit sport- und bewegungserzieherischem Schwerpunkt" in Baden-Württemberg. Diese Schulen müssen gewährleisten, dass die Kinder in der Woche in den Genuss von 200 Minuten Schulsport kommen, ja dass täglich eine Zeit für Bewegung und Toben reserviert ist.

Die "bewegungsfreundlichen Grundschulen" sollen über die drei Wochenstunden Sportunterricht hinaus ein vielfältiges Spektrum ergänzender Bewegungsangebote sicherstellen: Pausensport, bewegten und rhythmisierten Unterricht auch in anderen Fächern (z. B. Buchstabenlernen oder beim Englischunterricht), AGs und Kooperationen mit örtlichen Vereinen. "Unser Ziel ist, bis 2006 bewegungsfreundliche Schulprofile an allen 2500 Grundschulen zu verankern", erklärt Annette Schavan, die baden-württembergische Ministerin für Kultus, Jugend und Sport. Jede Woche neue Anwärter Wissenschaftlich begleitet von Professor Klaus Bös (Universität Karlsruhe) war das Modellprojekt im Schuljahr 2000/2001 an den Grundschulen in Steinheim/Murr, Langenbrück, Bad Schönborn und Heilbronn gestartet worden. Die Resonanz war üppig: Bald meldeten sich 100 Grundschulen. Und jede Woche kamen etliche neue Anwärter hinzu. "Andere Bundesländer haben in der Fläche kein solches Angebot", rühmt Edwin Gahai, stellvertretender Referatsleiter Schulsport am Ministerium, die baden-württembergische Initiative. 2006 soll die tägliche Bewegungszeit Pflichtbestandteil für alle Grundschulen im Lande sein - ein ehrgeiziges Ziel. "Sport wird an den Grundschulen, die mitmachen, auch von den Eltern ganz anders thematisiert als an anderen Schulen. Schließlich haben sie auch etwas davon, wenn die Kinder entspannter heimkommen", berichtet Gahai. Das Arbeitsklima an der Schule werde angenehmer, die Konzentration der Kinder verbessere sich, die Aggression hingegen nehme genauso ab wie Schulunfälle in der Pause.

Zwei Bewegungspausen Positive Effekte kann Rektor Maier am Beispiel Arnegg bestätigen. Zweimal am Tag entspannen sich die Schüler dort in einer 15-minütigen Bewegungspause auf dem Schulhof, der in Zonen gegliedert und mit Farbmarkierungen unterteilt ist. 400 Euro erhält jede Schule vom Ministerium, um Spielgeräte anzuschaffen. In Arnegg haben Eltern den Bestand aufgestockt. Der "Pausenspieldienst" der Viertklässler bestimmt selbständig, welche Geräte auf den Schulhof kommen. Dort spielt sich Erstaunliches ab. Selbst gute Sportler unter den Buben müssen verblüfft registrieren, dass Mädchen ihnen auf Stelzen locker weglaufen oder beim Seilspringen, neu-deutsch Rope-Skipping, viel besser sind. Die Jungen erkennen aber andererseits, dass sie auch solche, für sie eher ungewohnte Bewegungen erlernen können, wenn sie sich nur anstrengen. Effekte, die der Klassengemeinschaft auch in anderen Fächern zugutekommen.

Ein Problem wird durch das erweiterte Bewegungsangebot allerdings noch verschärft: Dass in den Grundschulen, für die ja das Klassenlehrerprinzip gilt, bis zu 70 Prozent des Sportunterrichts von Lehrern erteilt wird, die keinerlei spezifische Sportausbildung haben. Das Ministerium weist solche Zahlen weit von sich. "Das stimmt so nicht. Rein statistisch gesehen kommen 3,3 Sportlehrer pro Grundschule", rechnet Gahai vor. Dass aber die Realität anders aussieht, weiß auch der Regierungsschulrat. Um ein sinnvolles Konzept wirklich mit Leben zu erfüllen, sind für die Lehrer Fortbildungen und Nachqualifikationen, z. B. in Ludwigsburg, geradezu eine Notwendigkeit.

Bewegte Schule
Lernen braucht Bewegung




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DSB-Presse 6.4. 2004

FDP-ANTRAG ZUM EUROPÄISCHEN JAHR DER ERZIEHUNG DURCH SPORT 2004
 

Die Regierungsparteien SPD und Bündnis 90/ Die Grünen erwägen einen gemeinsamen Antrag mit der FDP zum Europäischen Jahr der Erziehung durch Sport 2004.

Da Papier der Freidemokraten wurde in der letzten März-Woche im Sportausschuss des Deutschen Bundestages erstmals beraten. Die FDP will nach den Aussagen ihres sportpolitischen Sprechers Detlef Parr erreichen, dass die Bundesregierung auch das kommende Jahr als Chance nutzt, um auf vorhandenen Defizite bei der sportlichen und körperlichen Erziehung von Kindern hinzuweisen.

Die UNO hat 2005 fast gleichlautend zum internationalen Jahr der körperlichen und sportlichen Erziehung ausgerufen. Die EU-Projekte sind bereits beschlossen und werden von der Deutschen Sportjugend (dsj) koordiniert. Entweder vor oder kurz nach der Sommerpause plant der Sportausschuss eine Anhörung zu dem Thema. Zudem wollen die FDP-Bundestagsabgeordneten in dem Antrag nochmals auf die Wichtigkeit des Präventionsgesetzes hinweisen, das die Bundesregierung bis zum Jahresende auf den Weg gebracht haben will. Sie fordern auch eine weitere Unterstützung der DSB-Gesellschaftskampagne "Sport tut Deutschland gut.".

Die Prävention wird auf jeden Fall das Thema bei der nächsten öffentlichen Ausschuss-Anhörung am 28. April in Berlin sein. Vom Deutschen Sportbund ist bereits der Gesundheitsbeauftragte Professor Winfried Banzer eingeladen. CDU/CSU wollen sich hauptsächlich über die Einrichtung der Bonusmodelle durch die Krankenkassen kundig machen.

DSB
"Jahr der Erziehung durch Sport"


 

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Lehrer-online 6.4. 2004

Herkömmliche Schulsport-Noten abschaffen

Die Grünen im Stuttgarter Landtag haben die Abschaffung der herkömmlichen Noten im Schulsport gefordert. Statt dessen solle eine gerechte und motivierende Notengebung eingeführt werden, die Kompetenzen wie Teamfähigkeit und Leistungsbereitschaft berücksichtige.

Dies sagte die schulpolitische Sprecher Heike Dederer am Dienstag in Stuttgart. In der Grundschule und Unterstufe sollen Fachlehrer die tägliche Sportstunde erteilen. Von Klasse 10 an soll der Sportunterricht in ein Wahlpflichtsystem umgewandelt werden.

Nach Ansicht der Grünen kann der Schulsport in seiner heutigen Form die an ihn gestellten Erwartungen nicht erfüllen. Fast drei Viertel der an Grundschulen Sport unterrichtenden Lehrkräfte seien hierfür nicht ausgebildet. Zudem falle die dritte Sportstunde viel zu oft wegen Lehrermangels, krankheitsbedingt oder wegen fehlender Hallen aus, kritisierte Dederer.

Die Zahl der Studienanfänger sei rückläufig, zudem wirke sich das hohe Durchschnittsalter der Sportlehrer "verheerend" aus. Andererseits müsse den gesundheitlichen Problemen vieler Kinder so früh wie möglich begegnet werden. Da bereits in der Grundschule die Bewegungsdefizite zu groß seien, komme auch der systematischen Bewegungserziehung an Kindergärten eine wichtige Rolle zu. Um die tägliche Sportstunde zu realisieren, müsse der 45-Minuten-Takt in einen 60-Minuten-Takt umgewandelt werden, schlug die Grünen- Abgeordnete vor.

Schulsport verkomme oft zur Zwangsbewegung. Dies sei weder positiv für den Gesundheitszustand und noch motivierend für außerschulischen Sport. Sport in der Schule werde deshalb oft als lästige Pflicht empfunden, sagte Dederer. Die flächendeckende Einführung von Ganztagesschulen stelle auch für den Schulsport eine große Chance dar. Die Abgeordnete hält es zudem für wünschenswert, wenn ein Großteil des Sportunterrichts wieder im Freien stattfinden würde. Dazu gehöre auch die Förderung freier Bewegungsmöglichkeiten durch eine sinnvolle Pausenhofgestaltung.
 



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Wiesbadener Kurier 27.3. 2003

"Weniger Sport ist ein Verbrechen"
Auftakt zum Europäischen Jahr der Erziehung in Idstein: "Olympia und Werte"

IDSTEIN  "Die Kürzung von Sportunterricht ist ein Verbrechen an Kindern", so lautete eine der Kernaussagen von Margarete Schorr, Mitglied im Kuratorium Olympische Akademie des NOK bei der regionalen Auftaktveranstaltung zum Europäischen Jahr der Erziehung durch Sport. Diese Veranstaltung, die unter dem Motto "Olympia und Werteerziehung durch Sport" stand, hatte der Sportkreis Untertaunus mit seinem Vorsitzenden Jürgen Gerndt in Kooperation mit der Naspa Idstein organisiert.

Staatssekretär Heinz Zielinski unterstrich, dass im Sport wichtige Werte vermittelt würden. Die olympische Idee sei etwas Zeitloses. Zudem bedauerte er, dass die Olympiabewerbung der Rhein-Main-Region für 2012 nicht geklappt habe. Man müsse Kindern und Jugendlichen Werte wie Teamgeist oder Leistung vermitteln, um dem allgemeinen Werteverfall in der Gesellschaft entgegenzuwirken, betonte Landrat Bernd Röttger (CDU). Bereits jedes fünfte Kind habe vor der Einschulung Bewegungsauffälligkeiten. Daher habe man sich im Kreis entschlossen, eine von Helmut Heisen, dem Leiter der Gesamtschule Obere Aar in Hahn, initiierte Kampagne gegen Bewegungsarmut zu starten. Diese stehe unter dem Motto "Steh auf - beweg Dich".

Margarete Schorr, die Kuratoriumsmitglied der Olympischen Akademie des NOK Deutschland ist, unterstrich, dass die olympische Idee Werte wie Leistung, Verantwortung, Fairness und Toleranz beinhalte. Diese Werte müssten den Schülern im Schulsport vermittelt werden. Gleichzeitig könnten die Kinder und Jugendlichen durch regelmäßiges Training die eigene Leistungssteigerung erleben. Doch müsse auch vermittelt werden, dass man die Regeln anerkennen müsse. Auch im Gegeneinander müsse es ein Miteinander geben.

Anhand einiger Beispiele zeigte die Referentin auf, wie dies in der Schule auf einfache Weise umzusetzen ist, sodass die Kinder diese Werte auch bewusst erleben können. Dies könne zum Beispiel in Form von Schulsportfesten geschehen, bei denen die Klassen in Einzel- und Mannschaftswettbewerben gegeneinander antreten, oder auch im Rahmen sportbetonter Lehrfahrten.

In der anschließenden Diskussion, die von Sportkreis-Vorstandsmitglied Helmut Heisen moderiert wurde, wurde allerseits beklagt, dass es grundsätzlich zu wenig Sportunterricht gebe und dass die Bewegungsarmut immer weiter zunehme. Klaus Paul, Schulsportreferent im Kultusministerium, unterstrich, dass man in Hessen im Bereich Sport viel tue. Auch habe man für viele Schulen Pausenspielgeräte angeschafft. Zudem wurde deutlich, dass in vielen Sportvereinen qualifizierte Übungsleiter fehlen.

In seinem Schlusswort erinnerte der Idsteiner Bürgermeister Gerhard Krum (SPD) auch an gesetzliche Schranken, wenn beispielsweise ein Bolzplatz errichtet werden soll, aber Lärmschutz oder Naturschutz dies verhindern. Auch dort sei Bewegung notwendig, so Krum.
 

"Jahr der Erziehung durch Sport"

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Backnanger Kreiszeitung 25.3. 2004

Turnen - "Lust auf mehr"
Exklusiver Sportunterricht, der zum Genuss wird

Ein Vizepräsident, ein Olympiasieger und ein ehemaliger Junioren-Europameister. Höchstselten kommt ein Schüler in den Genuss, solche Turnprominenz als Lehrer zu haben. 20 Fünftklässler des Bildungszentrums zählen zu jenen Ausnahmen. "Lust auf mehr" nennt sich der exklusive Unterricht, mit dem der STB gestern in Weissach gastierte.

Kurt Knirsch ist ein alter Hase in Sachen Turnsport. 24 Jahre lang war der mehrfache württembergische Meister der 50er Jahre als Dozent an der Uni Tübingen tätig, bildete Sportlehrer aus und veröffentlichte mehrere Standardwerke zur Lehre des Gerät- und Kunstturnens. Mit großem Engagement widmet sich der 73-jährige STB-Vizepräsident zudem der Nachwuchsförderung. Eine Aufgabe, der sich auch die Staatliche Toto-Lotto GmbH Baden-Württemberg und der Schwäbische sowie Badische Turnerbund verschrieben haben. In deren Auftrag touren Knirsch und Olympiasieger Valeri Belenki, die im Täle vom russischen Ex-Junioren-Europameister Alexei Grigoriev unterstützt werden, acht Mal pro Jahr durchs Ländle. Sie versuchen bei Schülern und Lehrern die Lust auf Turnunterricht zu wecken.

Turnen sei nicht schwierig, es macht auch Spaß, behauptet Knirsch. Und wenn nicht? "Dann liegts nicht an den Kindern, sondern es liegt daran, wie wirs ihnen vermitteln." In drei Schritten will er den jungen Talenten den Handstandüberschlag über einen Längskasten beibringen. Wichtig ist für ihn dabei nicht nur der Spaß, sondern dass man die Verzahnung der verschiedenen Lernphasen erkennt. Der Anfang sieht einfach aus. Zwei Mädchen ziehen eine drittes Kind auf einem kleinen Teppichstück durch die Halle. "Zurück lehnen", hilft Moderator Knirsch einer Schülerin, die immer wieder vom Teppich purzelt. Schnell wird klar: Die Körperspannung ist wichtig. Auch, im Liegestütz. Und erst recht im Handstand. Stufe um Stufe folgt. 45 Minuten später ist dank der Hilfestellung durch Schulkameraden tatsächlich erkennbar, wie die Geschichte später einmal aussehen soll. Kinderleicht also? Nicht ganz. Christine Kuhner, Sportlehrerin am Bize berichtet, dass die 20 Schüler unter allen Fünftklässlern des Weissacher ausgesucht wurden.

Wie Turnen aussieht, wenn Weltklasseathleten ran gehen, demonstrieren der Olympiasieger, Weltmeister und heutige Landestrainer Belenki sowie der Trainer und Turner des Erstligisten Straubenhardt Grigoriev am Barren und Reck mit Kippaufschwung, Schweizer Handstand, Salto, Kreuzriesenfelge und anderen Schwierigkeiten. Sie wandern - Scheren, Grätschen und Kreise turnend - von rechts nach links und zurück übers Pauschenpferd. "Damit wurde man 1976 Olympiasieger", kommentiert Knirsch und fügt hinzu: "Heute können das 13-Jährige im Schülerkader."

Die Anforderungen im modernen Kunstturnen werden immer höher, die Fähigkeiten der Kinder im heutigen Sportunterricht immer niedriger. Mit ein Grund, weshalb sich ein alter Hase, zwei Weltklasseathleten, der Verband und die Toto-Lotto-GmbH in der Form engagieren. Kurt Knirsch ist von der Sache überzeugt: "Diese Veranstaltungen tragen dazu bei, dass Turnen als Grundsportart, als wichtigste Sportart für koordinativen Fähigkeiten wieder mehr Bedeutung bekommt."
 



 

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Nordwest-Zeitung 24.3. 2004

Arbeitsplatzbezogener Sportunterricht

Den richtigen Dreh finden

WILDESHAUSEN/MIET - In den Metall-Werkstätten der Berufsbildenden Schulen (BBS) beendeten 20 Schüler des Berufsgrundbildungsjahres Metalltechnik das Projekt „Der richtige Dreh“ (Arbeitsplatzbezogener Sportunterricht). Ziel ist, die Schüler für richtige und gesundheitserhaltende Bewegungen am Arbeitsplatz zu sensibilisieren. Dafür hatten die Schüler verschiedene Arbeitsplätze analysiert und die richtigen Bewegungen erarbeitet. Zum Abschluss präsentierten und diskutierten sie ihre Projekt-Ergebnisse mit BBS-Sportreferendar Torsten Iverssen. Am Ende des Schuljahres erhalten sie ein Gesundheitszertifikat.

Gesundheitssport in der Berufsschule (Thüringen)
Sport und Gesundheit (NRW)


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TAZ 19.3. 2004

Der Schulsport krankt

Haltungsschäden, verkürzte Muskeln, zu viel Körperfett. Der gesundheitliche Zustand vieler Kinder gibt Anlass zur Sorge. Eine bundesweite Studie zeigt, dass die sportliche Leistungsfähigkeit der 6- bis 18-Jährigen in den vergangenen acht Jahren um mehr als 20 Prozent abgenommen hat.

Kinder von heute leiden nicht mehr unter typischen Kinderkrankheiten. Moderne Medikamente und Impfungen haben viele der schweren Infektionskrankheiten, die noch vor einer Generation sehr häufig waren, gut in den Griff bekommen. Auf den ersten Blick wirkt die junge Generation so gesund wie nie zuvor. Deswegen lohnt sich der zweite Blick, der Problematisches offenbart. Waren Kinder früher noch rank, schlank und beweglich, sind sie heute eher fett statt fit.

Die Ursachen - Fehlernährung und Bewegungsmangel - sind typische Probleme der heutigen Zeit. Noch nie tranken Kinder so viel Limo und Cola wie heute, und noch nie wurde ihnen ein solches Überangebot an süßen und fettreichen Nahrungsmitteln präsentiert. Liefen die Kinder früher nach dem Mittagessen zum Austoben nach draußen, schalten sie heute zur Entspannung den Fernseher ein. Die Zeit danach verbringen sie vor dem Computer, und schließlich müssen sie ihre Hausaufgaben erledigen - ebenfalls im Sitzen.

So wird der natürliche Bewegungsdrang der Kinder durch eine unglückliche Gestaltung ihrer räumlichen und sozialen Lebenswelt eingeengt. Dabei werden den Kindern wichtige Erlebnisse vorenthalten. Denn durch Bewegung lernen Kinder ihre Umwelt kennen, sammeln Erfahrungen und können so ihre motorischen und geistigen Fähigkeiten entwickeln und ausbauen.

Dies macht sich bemerkbar. Haltungsschäden, verkürzte Muskeln, zu viel Körperfett: Der gesundheitliche Zustand vieler Kinder ist Besorgnis erregend. Rund 20 Prozent aller Jungen im Kindergartenalter in Nordrhein-Westfalen leiden an Störungen der Koordinationsfähigkeit. In Berlin ergab eine Studie der Freien Universität, die 400 Neun- bis Zwölfjährige untersuchte, dass jedes dritte Kind Haltungsschäden aufwies und jedes fünfte zu dick war. Eine bundesweite Untersuchung der AOK und des Deutschen Sportbundes zeigte, dass die sportmotorische Leistungsfähigkeit der 6- bis 18-Jährigen in den vergangenen acht Jahren um mehr als 20 Prozent abgenommen hat.

Manche Kinder können sogar einfachste Bewegungen nicht mehr ausüben - ein Purzelbaum wird zu einer nicht zu bewältigenden Schwierigkeit. Inzwischen tragen bereits Änderungen in den Lehrplänen für Sport der veränderten körperlichen Entwicklung Rechnung. So brauchen Brandenburger Schüler wegen der größeren Verletzungsgefahr - bedingt durch den veränderten Körperbau - nicht mehr Kopf zu stehen. Sportlehrer in Nordrhein-Westfalen haben sich jüngst dafür ausgesprochen, das Sumoringen im Schulsport stärker zu berücksichtigen - weil nahezu ein Viertel aller Kinder dick und unbeweglich ist.

Viele Eltern hegen die Hoffnung, dass die Bewegung in der Schule ein Ausgleich für das Sitzen am Nachmittag sein könne. Bewegung ist gesund - das wissen Pädagogen seit Jahren. Doch ob der jetzige Schulsport die an ihn gestellten Anforderungen erfüllen kann, ist fraglich. Denn es fehlt an Sportstätten und Geräten, und in den zwei Stunden Sportunterricht, die an deutschen Schulen durchschnittlich pro Woche gegeben werden, lassen sich keine großartigen Trainingseffekte erzielen. Eine weitere Schwierigkeit ist der Lehrermangel. Wie der Vorsitzende des Deutschen Sportlehrerverbandes, Hansjörg Kofink, feststellte, werden besonders in den ersten Schuljahren Lehrkräfte im Schulsport eingesetzt, die dazu nicht ausgebildet seien.

Hinzu kommt der Leistungsdruck, mit dem insbesondere die sportschwachen Schüler ihre Probleme haben. Wie Thomas Schiller, der als angehender Lehrer an der Liebig-Schule in Gießen Sport und Erdkunde unterrichtet, weiß, ist das traditionelle Sportartenkonzept meistens auf Leistung orientiert. Auch eine schlechte Sportnote wirkt demotivierend und führt zu noch mehr Bewegungsunlust. Wäre es möglicherweise sinnvoll, die Sportnote gänzlich abzuschaffen? Doch Sportlehrer wenden ein, dass ohne Leistungsdruck und Notengebung niemand ihr Fach ernst nehmen würde.

Eine Lösung der Problematik könnte eine flexiblere Gestaltung des Sportunterrichts sein. Dies wurde bereits von offizieller Seite erkannt. In einigen Bundesländern wurden neue Lehrpläne aufgestellt - wie beispielsweise in Hessen. Der Lehrplan soll ab dem kommenden Schuljahr gelten. Er geht davon aus, dass die Motive, warum sich Menschen dem Sport zuwenden, "sehr unterschiedlich sind". Mit dem neuen Lehrplan wird versucht, alle Schüler gleichermaßen anzusprechen. Schüler sollen Lust am Sport bekommen - auch außerhalb der Schule und ein ganzes Leben lang.

Denn das regelmäßige Treiben von Sport hat viele positive Seiten. So kann Sport nicht nur den Körper in Schwung bringen, sondern auch das menschliche Miteinander fördern. Die Vorsitzende des Bundeselternrates, Renate Hendricks, erklärte: "Sport dient der menschlichen und sozialen Entwicklung jedes Einzelnen und der Gemeinschaft. Sportliche Aktivitäten können zudem zum sozialen Zusammenhalt und zur gegenseitigen Tolerierung verschiedener ethnischer und kultureller Minderheiten führen." Eine Studie der Karlsruher Universität wies nach, dass Kinder, die täglich Sport betreiben, nicht nur weniger Unfälle haben - auch heftige Aggressionen nehmen ab. Lehrer berichten über ein besseres Schulklima und Eltern über weniger Schulunlust.

Lehrpläne, die auf eine flexible Gestaltung des Sportunterrichts setzen, listen mehrere Aspekte auf, die sich mit einer individuellen Sinngebung verknüpfen lassen. Hierzu zählen beispielsweise Gesundheit, Körpererfahrung, Kooperation - aber auch die Förderung Begabter. Es ist bekannt, dass sich schon früh entscheidet, welches Kind ein Bewegungstalent wird - und welches nicht. "Grundfähigkeiten wie Reaktionsfähigkeit oder Schnelligkeit können nur bis zu einem Alter von ungefähr acht bis zehn Jahren entwickelt werden. Wer als 10-Jähriger nicht schnell ist, wird es auch mit 18 nicht sein", erklärte Klaus Powilleit, der als Koordinator für die Talentförder- und Talentaufbaugruppen am Schulsportzentrum der Gießener Liebig-Schule mit 15 Grundschulen kooperiert.

Offenbar fehlt es beim Schulsport nicht am guten Willen, sondern eher am Geld. Mit diesem Problem steht Deutschland nicht allein da. Die Vernachlässigung des Sportunterrichts ist ein gesamteuropäisches Problem - dies erkannten bereits Experten der Europäischen Union (EU). Daher setzten sie sich zum Ziel, ein verkanntes Fach mehr in den Mittelpunkt zu rücken, und erklärten das Jahr 2004 zum "Jahr des Schulsports". Die EU stellt hierfür Geldmittel in Höhe von 11,5 Millionen Euro zur Verfügung.

Denn Sport tut gut. Kinder benötigen dringend Bewegung, Spiel und Sport für ein gesundes Aufwachsen in und außerhalb der Schule. Wie Klaus Balster vom Landessportbund Nordrhein-Westfalen feststellte, ist Bewegung "die Grammatik des Lebens".

"Fit sein macht Schule"
"Jahr der Erziehung durch Sport"

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DLV News - 18.3.2004

Leichtathletik in der Schule
Pariser Bildungskongress würdigt DLV-Konzeption

Am vergangenen Wochenende veranstaltete der Französische Leichtathletik-Verband (FFA) gemeinsam mit seinen nationalen Bildungspartnern einen zweitägigen Kongress zum Thema „Leichtathletik in der Schule“.

Neben zahlreichen Beiträgen der Gastgeber wurden in der Pariser Cité Universitaire auch die aktuellen Entwicklungen in Italien und Deutschland vorgestellt. Vor etwa 300 Kongressteilnehmern fand das deutsche Modell, präsentiert von Simone Kratzer, Referentin des Generalsekretärs, und David Deister, Referent für Kinderleichtathletik, besonderes  Interesse.

Die für den Schulgebrauch entwickelten Handreichungen „Leichtathletik in der Schule“ und das gemeinsam mit den Bildungsministerien in Deutschland konzipierte Multiplikatorensystem wurden zum Thema.

Gutes Beispiel
Jean-Jacques Court, Vize-Präsident der FFA, resümierte, dass der deutsche Ansatz zunächst sehr deutlich  herausgestellt habe, „dass die Kinder sich ja bereits von sich heraus bewegen und neue Lauf-, Sprung- und Wurfkombinationen entdecken wollen. Daran muss man ansetzen.“
„Das deutsche Modell ist ein gutes Beispiel“, lobte Jean-Jacques Court abschließend, „geht doch in Deutschland der Fachverband bereits auf die Lehrerinnen und Lehrer zu.“

DLV
Sportpädogik-online/Leichtathletik in der Schule


 

Sportunterricht.de - Materialien für Lehrer und Schüler

IDW 17.3, 2004

"Kölner Woche der Erziehung durch Sport" sensibilisiert Schüler, Lehrer und Wissenschaftler für die sozialen Funktionen des Sports

Über 1.000 Teilnehmer/innen lernen, lehren und forschen vom 16. bis 20. März an der Deutschen Sporthochschule Köln:
Funktioniert Erziehung in Freizeit und Sport besser?

Die heutige Schüleruniversität bildet den Auftakt der "Kölner Woche der Erziehung durch Sport". Die 263 teilnehmenden Schülerinnen und Schüler von zehn weiterführenden Schulen des Regierungsbezirks Köln sind gleichzeitig die Gewinner des Posterwettbewerbs "Sportsgeist?!".

"Die Resonanz auf den Posterwettbewerb hat uns überwältigt. Nicht nur die Anzahl der Poster, sondern vor allem die Qualität der eingesendeten Beiträge hat uns überzeugt. Durch den Wettbewerb wollten wir erreichen, dass sich Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit ihren Lehrerinnen und Lehrern in kreativer Weise mit dem Thema "Sport" beschäftigen und sich Gedanken darüber machen, was man selbst oder als Gruppe durch den Sport lernen oder im Sport erleben kann. Dieses Ziel wurde voll und ganz erreicht", zeigt sich Professor Walter Tokarski, Rektor der Deutschen Sporthochschule Köln, überaus zufrieden.

Auch die Teilnahme an der Schüleruniversität ist, neben weiteren tollen Preisen wie z.B. einer Klassenreise, Zuschüssen für die Klassenkasse oder Eintrittskarten für die ganze Klasse zu hochrangigen Sportereignissen in Köln, ein begehrter Gewinn beim Posterwettbewerb. Die Idee der Schüleruniversität stammt vom Projektleiter der "Kölner Woche" Dirk Steinbach: "Sport und Bewegung in Theorie und Praxis zu erleben und zu verstehen ist das zentrale Ziel der Veranstaltung. Neben praktischen Bewegungserfahrungen in neuen und außergewöhnlichen Sportarten und Bewegungsfeldern, sollen die Schülerinnen und Schüler im Rahmen der Schüleruniversität auch auf altersangemessene Art und Weise Wissen vermittelt bekommen, dass über den Sport hinausreicht. Beispielsweise zu einem angemessenes Gesundheits-, Umwelt- oder Sozialverhalten. In der Auseinandersetzung mit den angebotenen Inhalten soll bei den Teilnehmern ein Bewusstsein für die umfassenden Möglichkeiten des Sports zu schaffen."

Ob dieses Ziel erreicht werden kann, wird sich am Ende des Tages zeigen, wenn die Jugendlichen einen ganzen Tag so erlebt haben, als wären sie Sportstudierende und Sportwissenschaftler/innen. In Kooperation mit verschiedenen Instituten der Deutschen Sporthochschule haben die Initiatoren unter dem Motto "Sport, Bewegung und Erlebnis" einen "Studienplan" entwickelt, der sowohl den theoretischen als auch den praktischen Teil des Sportstudiums an der Sporthochschule spannend und praxisnah erlebbar macht!
Bausteine dieses Studienplans sind altersangemessen aufbereitete Workshops und Vorlesungen aus den Bereichen Erlebnissport, Behindertensport, Tanz und Theater, Doping, Sportmedizin, Training, Kraft u.a.m.
Ganz im Sinne des Workshops "No Dope - No Hope", der am Nachmittag für die Klassen 9b und 10b in Hörsaal 3 der Hochschule stattfinden wird, sind alle Schülerinnen und Schüler am Morgen zwischen 8:00 und 9:00 Uhr zum gesunden Fitness-Frühstück und zum Mittagessen in der Mensa eingeladen.

Der Tag des Schulsports am Mittwoch, 17. März, richtet sich an Lehrer und Lehrerinnen aller Schulformen, Funktionsträger/innen und Fachvertreter/innen aus dem Bereich des Sports, Studierende des Lehramts Sport sowie Übungsleiter und Übungsleiterinnen der Kölner Sportvereine. Auf Initiative der Bezirksregierung werden die Dozenten/innen und Wissenschaftler/innen der Hochschule von 9:00 bis 18:00 Uhr eine Seminar- und Workshop-Palette für 700 Teilnehmer/innen anbieten. Unter dem Motto "Bewegung macht Schule - Lernen, Leisten und Erleben im Sport" werden neue Modelle und Konzepte für einen pädagogisch hochwertigen und modernen Sportunterricht vorgestellt.
"Aufgrund der Tatsache, dass immer mehr Kinder und Jugendliche ihre einzigen Erfahrungen mit Sport im schulischen Sportunterricht sammeln, ist es heute entscheidend, dass es über den Sportunterricht gelingt, Schülerinnen und Schüler zu einem angemessenen Sport- und Bewegungsverhalten inner- und außerhalb der Schule zu befähigen und zu motivieren", erläutert Dr. Jürgen Buschmann die Intention dieses Tages. Unterstützt wird das beschriebene Erziehungsziel durch die Einführung der neuen Richtlinien für den Schulsportunterricht in Nordrhein-Westfalen (1999), in denen die erzieherischen Aufgaben des Schulsports neu formuliert und dem Schulsportunterricht damit zahlreiche Aufgaben zugeschrieben wurden, die über das rein motorische Lernen hinausgehen.

Den Teilnehmern/innen am Tag des Schulsports wird ferner Gelegenheit geboten, an ausgewählten Veranstaltungen der Konferenz LEDU2004 zu partizipieren, was insbesondere der Förderung des Dialogs zwischen Forschung und Praxis dienen soll.
Infos: Projektbüro Kölner Woche, Barbara Jesse, Tel.: 0178-2175885, jesse@dshs-koeln.de
Weitere Informationen finden Sie im WWW:
http://www.ledu2004.de/LLF/LLF.htm


Sportunterricht.de - Materialien für Lehrer und Schüler

Trierischer Volksfreund 12.03.2004

Die Kunst, auf einem Bein zu stehen
Trierer Gymnasiastinnen nehmen an "Kid-Check"-Studie zum Thema Haltungsschwäche teil - Auch Körpergefühl kann trainiert werden

TRIER. Haltungsschwächen sind immer öfter ein Problem von Kindern und Jugendlichen. Dagegen lässt sich etwas tun. Das zeigt eine Studie der Uni Saarbrücken. Das "Kid-Check"-Team machte nun Station in Trier.
 
... Zu einem ungewöhnlichen Fitness-Test sind die Mädchen der Klasse 9a des Trierer Angela-Merici-Gymnasiums angetreten. Die Schule hatte ein Team des "Kid-Check" zu Gast. Bei dem Projekt der Universität des Saarlandes untersuchen Ärzte und Wissenschaftler seit drei Jahren Kinder und Jugendliche auf Haltungsschwächen und -schäden.
Bisher haben die Experten weit mehr als 1000 Kinder unter die Lupe genommen. 

Die Ergebnisse sind alles andere als berauschend: 70 Prozent der Mädchen und Jungen leiden unter Haltungsschwächen wie Hohlkreuz, hängenden Schultern, Rundrücken, verkrümmter Wirbelsäule und abstehenden Schulterblättern. Eine häufige Ursache für diese Fehlhaltungen sind zu schwache und mangelhaft gedehnte Muskeln, die die Wirbelsäule nicht ausreichend stützen.

Genauso wichtig für eine gute Haltung ist ein ausgeprägtes Körpergefühl. Bei vielen Kindern lässt das sehr zu wünschen übrig, denn bei Gleichgewichts- und Koordinations-Übungen zeigen zwei Drittel der Schüler deutliche Defizite im Bewegungsfluss.

Um die Fitness der Merici-Mädchen zu testen, hatten die "Kid-Check"-Wissenschaftler acht Stationen aufgebaut. Bei den orthopädischen und biomechanischen Untersuchungen suchten die Experten nach Muskelschwächen und -verkürzungen, nahmen Wirbelsäule und Gelenke unter die Lupe. Außerdem prüften sie die Fähigkeit der Schülerinnen, ihre Körperhaltung gezielt zu steuern. "Überdurchschnittlich gute Ergebnisse", bescheinigte Dr. Oliver Ludwig von der Uni Saarbrücken der Klasse 9a beim Körpergefühl. Das gilt auch für Gleichgewicht und Koordination. Nicht ganz so gut schnitten die Mädchen bei den Krafttests ab.

Klassenlehrer mit olympischer Reife

Die Begeisterung, mit der die 9a bei der Sache war, steckte auch den Sportleistungskurs der Klasse 11 an. Die Schülerinnen wollten nur "mal schauen", tummelten sich dann aber plötzlich mitten im Geschehen und testeten ihr Können. Und dann tauchte auch noch Mario Zeck auf, Klassenlehrer der 9a, und absolvierte einen Test nach dem anderen. Die Experten bescheinigten ihm sogar "olympische Reife".

Dass die Mädchen eine gute Motorik, aber wenig Kraft haben, ist leicht zu erklären: Die junge Sportlehrerin der Klasse, Susanne Göbel, legt großen Wert auf Koordinationschulung. Ab sofort soll auch das Krafttraining verstärkt werden.

Gerade die Schülerinnen zwischen 14 und 16 Jahren entwickeln ein ausgeprägtes Bewusstsein für den eigenen Körper. "Mädchen in diesem Alter streben umso stärker nach einem schlanken Körper je höher die soziale Schicht ist, der sie entstammen", erläutert "Kid-Check"-Ärztin Dr. Annette Hammes. Oft aber hungern die Mädchen für die Idealfigur. "Der richtige Weg zum gesunden Körper ist jedoch, normal zu essen und sich sportlich zu betätigen", betont sie. Da kommt eine Aktion des Angela-Merici-Gymnasiums wie gerufen. "Wir wollen größeren Wert auf Gesundheitserziehung legen", sagt Schulleiter Wolfgang Müller. Dazu zählen Ernährungsberatung und ein forcierter Sportunterricht. Lehrerin Susanne Denzinger wurde als Gesundheitsbeauftragte erkoren.
 

Aktion Gesunder Rücken
Kinderwelten - Rückenschule
Bundesarbeitsgemeinschaft für Haltungs- und Bewegungsförderung


 

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Nordwest-Zeitung 9.3. 2004

Sportstar bringt Kinder in Bewegung

Die Oldenburger Initiative will Kinder mehr in Bewegung bringen. Dabei möchte die frühere Spitzensportlerin Westermann-Krieg mithelfen.
 

OLDENBURG - Die Zahlen sind besorgniserregend: Fast jedes fünfte Kind ist übergewichtig, mindestens jedes zehnte leidet unter einer Störung des Bewegungsapparates oder unter Herz-Kreislauf-Problemen. „Hauptursache ist Bewegungsmangel“, so der Sportmediziner Dr. Wolfgang Oschkenat, der hierauf mit der Gründung der Initiative „Kids aktiv – Oldenburg bringt Kinder in Bewegung“ reagiert hat. Die Pläne dieser Initiative werden auch in der Landesregierung mit Wohlwollen registriert. Zumindest eine ideelle Unterstützung sicherte gestern Liesel Westermann-Krieg, Referatsleiterin Schulsport, zu.

„Mit meinem Namen und meiner Person haben sie mich an der Seite“, sagte die ehemalige Weltrekordlerin im Diskuswerfen, die seit vergangenen November als Ministerialbeamtin im niedersächsischen Kultusministerium sitzt. Gemeinsam mit Matthias Möllering, Sportdezernent bei der Bezirksregierung, ließ sich die frühere Leistungssportlerin das „Oldenburger Modell“ erläutern.

Bereits im vorigen Sommer riefen Oschkenat, Professor Jürgen Dieckert und Silvia von Düffel vom Gesundheitsamt die Initiative als interdisziplinäre Arbeitsgruppe ins Leben (die NWZ berichtete). Inzwischen gibt es sechs Gruppen. Die Fachleute machen sich darüber Gedanken, wie in den unterschiedlichen Lebensbereichen von Kindern intensivere Angebote gesundheitsfördernd wirken können. Tagesstätten-Leiterin Petra Stilt befasst sich z.B. mit neuen Bewegungsangeboten im Kindergarten. In einer anderen Gruppe geht es um Bewegungsförderung durch Bauplanung.

„Wir haben eine Fülle von Ideen, aber es müssen auch die Rahmenbedingungen dafür geschaffen werden“, so Professor Dieckert, der u.a. ein Netzwerk mit bestehenden Institutionen aufbauen möchte. Ferner ist daran gedacht, einen stadtteilbezogenen „Bewegungsführer“ herauszugeben, in dem die Sportangebote aufgelistet sind. Ergebnisse sollen spätestens am 29. September im PFL bei einer großen Veranstaltung mit dem renommierten Sportmediziner Professor Wildor Hollmann vorgestellt werden. Dann will auch Liesel Westermann-Krieg wieder nach Oldenburg kommen: „Das ist eine gute Sache. Vor Ort muss etwas dafür getan werden, dass sich Kinder mehr bewegen. Von Hannover aus kann ich das nicht erreichen.“

Bewegte Schule
Lernen braucht Bewegung


 

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Berliner Morgenpost  5.3. 2004

Mehr Bewegung für Ganztagsschüler
Berlins Ganztagsschüler sollen mehr Bewegung bekommen

Der Landessportbund (LSB) und die Schulverwaltung haben gestern einen Rahmenvertrag über das Sportangebot in Ganztagsschulen abgeschlossen. Damit soll sichergestellt werden, dass körperliche Aktivitäten einen besonderen Stellenwert im Tagesprogramm der Schüler bekommen. Nach Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen ist Berlin das dritte Bundesland, das einen solchen Vertrag abgeschlossen hat.

"Sport ist mehr als körperliche Betätigung", sagte Bildungssenator Klaus Böger (SPD) bei der Vertragsunterzeichnung. "Sport bildet auch die Persönlichkeit." Dass Bewegung fit im Kopf macht, zeigt das Beispiel einer Grundschule in Bad Homburg. Dort wurde vor einigen Jahren zu Lasten anderer Fächer eine tägliche Sportstunde eingeführt. Mit verblüffendem Ergebnis, wie Claudia Zinke, die Vorsitzende der Sportjugend Berlin, berichtete: "Unter den Schülern gibt es weniger Aggressionen und Fehlzeiten, und die Konzentrationsfähigkeit hat zugenommen." Die Zahl der Schüler, die eine Gymnasialempfehlung bekommen, sei um ein Drittel gewachsen.

"Es geht nicht darum, den Schulsport durch Vereinssport zu ersetzen", betonte LSB-Präsident Peter Hanisch. Die Vereine könnten aber ein zusätzliches Angebot machen. Finanziert werden soll das Mehr an Sport nach den Vorstellungen der Verwaltung eventuell aus dem Budget der Schulen, denn diese benötigten dann weniger Erzieherstellen für die Nachmittagsbetreuung. Bei darüber hinaus gehenden Angeboten sei aber auch eine Gebühr denkbar, sagte Böger.

Wie berichtet, wird die Zahl der Ganztagsschulen mit verbindlichem Unterricht bis 16 Uhr (gebundene Form) in den nächsten zwei Jahren von derzeit 18 auf 30 steigen. Darüber hinaus sollen weitere Ganztagsschulen mit einem offenen, also freiwilligen Angebot am Nachmittag entstehen. Zurzeit sind etwa 30 Prozent der 850 Berliner Schulen bereits gebundene oder offene Ganztagsschulen.
 
 



 

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DSB-Presse 3.3. 2004

„Mit dem Sport zu besserer Konzentration und Feinmotorik und zu mehr Selbstbewusstsein”

STICHWORT: HYPERAKTIVITÄT
Vier Fragen an Dr. Christina Hahn, Projektleiterin der Studie mit hyperaktiven Kindern an der Universität Heidelberg
 

DSB PRESSE: Es gibt immer mehr Kinder in Deutschland, die unter Hyperaktivität leiden. Die Schätzungen reichen von sechs bis hin zu 15 Prozent aller Kinder im Alter von sechs bis zehn Jahren. Sie wollen das Problem jetzt mit einem Sportangebot eindämmen. Wie kamen Sie auf die Idee?

HAHN: Die Idee ist im normalen Vereinsbetrieb entstanden. Es waren immer wieder Kinder darunter, die von einer Hyperaktivität betroffen und nach einer Zeit nicht mehr zu integrieren waren. Entweder stimmte es im Umgang mit den anderen Kindern, in der Konzentration oder in der Motorik nicht. Wir haben dann in der ersten konzeptionellen Phase im Gespräch mit Kinderpsychologen und -ärzten zunächst einmal versucht zu klären, auf welchen Bereich wir mit Sport überhaupt einwirken und die Hyperaktivität eindämmen können. Die Motorik war ja klar, aber geht es beispielsweise auch bei sozialen Defiziten, bei der Psyche. Dort probieren wir es jetzt auch mit speziellen Übungen.

DSB PRESSE: Wie ist die Behandlung der Kinder aufgebaut?

HAHN: Das Problem am Anfang war, dass wir keinerlei Vorerfahrung hatten, weil es keine vergleichbaren Studien gibt, auf die wir hätten zurückgreifen können. Wir mussten jede Übung neu ausprobieren. Jedes Kind hat zweimal in der Woche 90 Minuten zusätzlich Sport. Der erste Teil ist jeweils sehr krankheitsorientiert ausgerichtet, eine Sporttherapie. Wir haben uns dann aber gesagt, dort werden nur die Schwächen der Kinder behandelt, das Schöne des Sports erleben sie dort weniger. Im zweiten Teil wollen wir ihnen aber ein allgemeines Sportangebot wie die Ballspiele mit der Heidelberger Ballschule nahe bringen, denn das langfristige Ziel ist es, die Kinder wieder in den normalen Sportverein zu bekommen.

DSB PRESSE: In den vergangenen zwölf Monaten konnten Sie nun die ersten Erfahrungen mit den Kursen machen. Gibt es positive Rückmeldungen?

HAHN: Die erste richtige Auswertung werden wir nach dem Abschluss des Auftakt-Kurses im April haben. Bisher gibt es nur Auswertungen von der Vorstudie und subjektive Einschätzungen von den Eltern und mir. Aber schon nach der Vorstudie gab es signifikante Ergebnisse aus der Befragung. Nach drei Monaten scheint es zu einem positiven Einschnitt zu kommen. Auf einmal hat das Kind eine bessere Handschrift, ein Zeichen für eine verbesserte Feinmotorik. Es kann sich besser auf die Hausaufgaben konzentrieren. Die Kinder werden selbstbewusster.

DSB PRESSE: Was ist denn langfristig das Ziel?

HAHN: Langfristig ist es unser Ziel, ein Vereinsangebot für hyperaktive Kinder aufzubauen. Wir entwickeln jetzt die passenden Stundenbilder mit dem Ablauf, das könnte alles in ein Handbuch münden. Es muss nur jemand im Verein da sein, der die entsprechende Qualifikation hat. Aber das ist bei Herzsportgruppen ja auch so.

Bewegte Schule
Lernen braucht Bewegung


 
 

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TLZ Gotha 3.3. 2004

Kinder mit Bewegungsdefiziten für Sport begeistern

Pfiffix lockt Kids in die Turnhalle

Gotha.  Es gibt wohl keine Turnstunde, in der es nicht eine solche Situation gibt: Beim Auswählen einer Mannschaft bleibt manches Kind außen vor. "Der Karl ist zu langsam." "Die Klara ist zu dick." Während für andere Kinder der Schulsport Vergnügen pur bedeutet, gerät er für Karl und Klara zum Alptraum. Und für sie, wie viele andere Leidensgenossen auch, steht fest: Sport - das ist nix für mich.

Dem entgegen wirken will die Kindersportoffensive "Pfiffix". In Ludwigsburg seit zwei Jahren erfolgreich, ist die Betriebskrankenkasse mhplus nun auch in Gotha bestrebt, Schulen, Ämter und Sportvereine für das Projekt zu begeistern. Deshalb lud Geschäftsführerin Andrea Vent am Dienstag zu einer Info-Veranstaltung ins Gewerbegebiet Süd. Und war zunächst überwältigt von der regen Teilnahme und anschließend noch viel mehr von der großen Bereitschaft, dieses Projekt schnellstens auch in der Residenzstadt einzuführen.

Der Ludwigsburger Koordinator Achim Escher hatte zu Beginn ausführlich über die Verfahrensweise in seiner Heimatstadt referiert. "Wichtig ist, dass sich Verantwortliche finden, die sich des Projekts annehmen", betonte der Referent. Die Finanzierung sei ausnahmsweise mal nicht das Problem, die übernehme nämlich zum größten Teil die Krankenkasse. Und haben sich erstmal Freiwillige gefunden, dann würden sich auch schnell Erfolge offenbaren. In Ludwigsburg gibt es inzwischen zehn solcher Sportgruppen, in denen übergewichtige und adipöse Kinder regelmäßig zusammen kommen - ohne Wettkampf- und Leistungsorientierung. Hauptzielgruppe seien in Ludwigsburg die Schulanfänger, doch er könne sich durchaus vorstellen, Kindergartenkinder und Grundschüler bis hoch zur dritten Klasse zu integrieren.

Erste Stunde schon in den Sommerferien

"An dieses Klientel habe ich noch gar nicht gedacht", gestand Ina Oschmann vom FSV 1950 Gotha, die nicht nur unter Sportlern für ihr Engagement bekannt ist. Und auch aus Ärztesicht kommt mit "Pfiffix" eine tolle Idee daher: In der Gothaer Kinderklinik sei bisher ein ähnliches Projekt mit 250 jungen adipösen Patienten gelaufen, mit der neuen Kindersportoffensive könne die bisherige Arbeit erfolgversprechend fortgesetzt werden.

Weil das Konzept in Gotha sofort in breiter Masse auf offene Ohren stieß, konnte bereits für Ende März eine konstituierende Sitzung vereinbart werden. Für den Beginn der Sommerferien in diesem Jahr ist dann schon die erste freiwillige Sportstunde ohne Zwänge - dafür mit garantiert viel Spaß - geplant.Die Kindersportoffensive "Pfiffix" stellte Achim Escher aus Ludwigsburg am Dienstag in Gotha vor. Das Projekt soll Kinder mit Bewegungsdefiziten für Sport begeistern.
 


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Ostfriesenzeitung 1.3. 2004

Minister und Ostfriese gegen Bewegungsmangel
Leichtathletik-Landesverband und Kultusministerium führen gemeinsame Maßnahme zur Lehrer-Fortbildung durch

Wissenschaftliche Studien weisen auf einen deutlich zunehmenden Bewegungsmangel bei Kindern und Jugendlichen hin. In diesem Zusammenhang ist auch der Schulsport aufgerufen, sich mit möglichen Lösungsansätzen zu beschäftigen. Daher haben das Niedersächsische Kultusministerium und der Niedersächsische Leichtathletik-Verband (NLV) im letzten Jahr beschlossen, eine gemeinsame Kooperation im Rahmen der Lehreraus- und Fortbildung einzugehen.

„Die moderne Freizeit- und Konsumgesellschaft bringt zwar immer mehr Trend- und Extremsportarten hervor, sie fördert aber auch Bewegungsarmut und Passivität. Dem müssen wir entgegenwirken“, erklärte Kultusminister Bernd Busemann (CDU) jetzt in Hannover.

Im Rahmen dieses Projekts wollen beide Seiten gemeinsam für mehr Bewegung an niedersächsischen Schulen sorgen. In diesem Jahr finden in Zusammenarbeit mit der Bezirksregierung Weser-Ems und der Universität Oldenburg erste Modellmaßnahmen statt. In den fünf Sportregionen werden jeweils zwei Fortbildungen zum Thema „Attraktive Unterrichtsinhalte in der Leichtathletik mit einem spannenden Sportfest abschließen“ angeboten.

Projektleiter ist Klaus Jakobs aus Warsingsfehn, der die Geschichte initiiert hatte, als er noch Lehrwart beim NLV war. Den Posten hat er zwar mittlerweile niedergekegt (die OZ berichtete), derzeit arbeit er für den Landesverband als Präsidiumsbeauftragter für besondere Bildungsprojekte.

„Der Sportunterricht an den Schulen muss die Kinder auffordern, sich zu bewegen“, unterstreicht Jakobs die gemeinsamen Ambitionen. „Die Vermittlung der grundlegenden Elemente Laufen, Springen und Werfen muss auf hohem Niveau erfolgen, um die Schüler für den Sport begeistern.“

Neben seiner Tätigkeit als Projektleiter wird Klaus Jakobs im Sommersemester drei Lehraufträge an der Universität Osnabrück übernehmen. Im Erfahrungs- und Lernfeld Leichtathletik will der Ostfriese den Studenten vor allem methodisch-didaktische Inhalte vermitteln. Eigentlich hatte der Fehntjer im Sommer seinen Umzug von Osnabrück nach Mainz geplant. „Das verschiebe ich.“

Mit dem Projekt von Fachverband und Ministerium sollen auch die Lehrerinnen und Lehrer angesprochen werden, die Sport unterrichten, aber nicht studiert haben. „Es werden immer mehr Lehrer fachfremd im Sportunterricht eingesetzt“, erläutert Hansjörg Kofink, ehemaliger Vorsitzender des Deutschen Sportlehrerverbandes. „Das wirkt negativ in der gesamten Schulzeit und darüber hinaus.“

Die erste Maßnahme in der Fortbildungsregion Ostfriesland findet am 23. März in Leer statt. Meldungen nimmt Fachberater Reinhard Knoop, Buchenweg 3, 26835 Holtland, Telefon 04950-2934, entgegen.
 



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DDP 29.2. 2004

Fit statt fett
Pilotprojekt für moderne Schulfitness an Düsseldorfer Gymnasium
 

Düsseldorf. Mit einem bislang einzigartigen Konzept für den Sportunterricht will das Düsseldorfer Comenius-Gymnasium seine Schüler gesünder und fitter machen. Der an der Schule entwickelte neuartige «Vollmotorikcircle» für den Sportunterricht aller Jahrgangsstufen könne überregionalen Modellcharakter haben, sagte Sportlehrer Peter-Axel Müller in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur ddp in Düsseldorf. Am Dienstag (11.30 Uhr) wird das Projekt der Öffentlichkeit vorgestellt.

Hintergrund der Kampagne ist die Tatsache, dass sich das Freizeitverhalten von Schülern und Jugendlichen in den vergangenen 15 Jahren dramatisch geändert hat: «Sie sitzen heute oft nur vor dem Fernseher oder Computer. Mittlerweile ist jedes fünfte Kind und jeder dritte Jugendliche zu dick», klagte Müller. Er erinnerte daran, dass in Finnland, das in der vieldiskutierten PISA-Studie vorne platziert war, Schüler jeden Tag Schulsport haben: «Diese Bewegung, oft an der frischen Luft, sorgt für den nötigen Sauerstoff. Die Schüler können sich besser und länger im Unterricht konzentrieren und sind weniger anfällig für Ermüdung.»

Um diesen Effekt auch in Deutschland zu erzielen, setzt der ehemalige Eishockeyprofi der Düsseldorfer EG auf ein ausgefeiltes Trainungsprogramm. Hierbei wechseln sich die Schüler innerhalb von zwölf Minuten an einem Mini-Trampolin, einem Fahrrad-Ergometer und einem so genannten Bodyspider ab, so dass ganz gezielt Ausdauer und einzelne Muskelgruppen trainiert werden: «Ein komplettes Fitness-Studio für die Turnhalle. Die Verletzungsgefahr ist so gering, dass auch die Kleinen mitmachen können. Zudem kann die komplette Anlage innerhalb von wenigen Minuten auf- und abgebaut werden», erläuterte Müller.

Bewegte Schule
Lernen braucht Bewegung

Sportunterricht.de - Materialien für Lehrer und Schüler

28.2. 2004 Hildesheimer Allgemeine Zeitung

"Es wird viel geredet, aber es passiert nichts"
GEW-Sportvorsitzender Heinrich Pohl prangert Missstände im Schulsport an
 
Hildesheim. "Im Schulpsort tickt eine Zeitbombe", sagt Heinrich Pohl, erster Vorsitzender der Sportkommission Niedersachsen der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW). Der Bad Salzdetfurther ist resigniert: "Seit Jahren wird von der großen Bedeutung des Schulsports geredet. Und seit Jahren verändert sich nichts. Ganz im Gegenteil: Die dritte Sportstunde wird gestrichen."

HAZ: Herr Pohl, wie beurteilen Sie die derzeitige Situation im Schulsport?

Pohl: Man kann sie nur als unbefriedigend bezeichnen. Die ständig für alle Schüler geforderte dritte Sportstunde wird in Niedersachsen de facto nicht erteilt. Jetzt soll sie sogar ganz wegfallen. Die Sportlehrkräfte sind zum größten Teil überaltert, die materielle Situation verschlechtert sich zusehends. Der Stellenwert des Sportunterrichts sinkt leider auch im Bewusstsein der Eltern.
 

Wie kann man diese Entwicklung stoppen?

Zunächst sei erwähnt, dass es eine gute Zusamenarbeit zwischen GEW, Landessportbund (LSB), den Fachverbänden und dem Kreissportbund (KSB) gibt. Hierzu zählt insbesondere die Kooperation zwischen Schule und Vereinen. Ganztagsschulen bieten die Chance, den Sport nachmittags in das schulische Geschehen einzubinden. Alle diese Programme sind hilfreich, dürfen den Schulsport aber nicht ersetzen. Das gilt auch für Arbeitsgemeinschaften. Schulsport und Fortbildungen sind staatliche Aufgaben - und das muss so bleiben.
 

Was muss sich also ändern?

Ganz einfach: Der dreistündige Sportunterricht muss wieder Basis für jedes Konzept von Bewegungserziehung werden. An jeder Schule muss Sportförderunterricht für Schüler mit Bewegungsauffälligkeiten stattfinden. Der Sportunterricht muss von ausgebildeten Lehrern erteilt werden. Außerdem darf Sport nicht häufiger ausfallen als andere Fächer, die Gleichstellung mit den anderen Fächern muss gegeben sein.

Warum ist der Schulsport so wichtig?

Der Sport ist für die ganzheitliche Entwicklung von zentraler Bedeutung. Er leistet einen gezielten Beitrag zur Gesundheitserziehung. Sport kann das Sozialverhalten positiv beeinflussen. Aggressionen werden abgebaut und Leistungen in anderen Fächern positiv beeinflusst.

Welche Verbessungsvorschläge haben Sie noch?

Zum Bespiel die gezielte Bewegungserziehung im Kindergarten. Spielen allein reicht nicht. Dringend nötig ist auch eine bessere Ausbildung der Erzieher an Fachschulen. Der KSB Hildesheim geht hier durch Fortbildungsangebote für Erzieher einen beispielhaften Weg. Zudem muss die Ausbildung der Sportlehrer breitgefächerter angelegt werden. Die Schule muss sich auch Trend- und Funsportarten öffnen.

Können Sie konkrete Missstände aus dem Raum Hildesheim benennen?

Es gibt Grundschulen, die nicht einen einzigen Sportpädagogen haben. Einige Grundschulen können keinen kontinuierlichen Schwimmunterricht anbieten. Außerdem gibt es Schulen, die den Pflichtunterricht mit Übungsleitern aus Vereinen abdecken. Im Raum Hildesheim wurde vor kurzem eine große Sporthalle gebaut. Bei der Planung und Ausstattung wurden keine Schulsportexperten herangezogen. Ich wurde vom Sportausschuss des Landkreises eingeladen, diese und andere Mängel aufzuzeigen. Der KSB wurde beauftragt, aktiv zu werden und lud Schulsportexperten zu einem runden Tisch ein. Was ist bisher geschehen? Absolut nichts!

GEW-Sportkommission



 
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