Sportunterricht.de - Materialien für Lehrer und Schüler
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Sportunterricht.de - Übersicht
 
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Thüringer Allgemeine 28.12. 2003

Mehr Grips durch Bewegung

Bewegung ist gesund - das wissen Pädagogen seit Jahren. Doch noch immer wird der Sportunterricht in einigen Schulen stiefmütterlich behandelt, kritisieren die Experten der Europäischen Union. Das soll sich 2004 ändern. Das "Jahr des Schulsports" soll ein verkanntes Fach mehr in den Mittelpunkt rücken.

Gründe, dem Schulsport mehr Aufmerksamkeit zu widmen, gibt es mehr als genug. Waren Kinder früher noch rank, schlank und beweglich, werden mittlerweile immer mehr "Couchkartoffeln" eingeschult. Statt im Freien zu toben, werden die Kleinen von ihren Eltern vor dem Fernseher "geparkt" oder vertreiben sich am Computer die Zeit. Mit fatalen Folgen. Denn nicht nur die Zahl übergewichtiger Kinder nimmt zu. Durch Bewegungsmangel und verkrampftes Sitzen am Bildschirm entstehen auch Haltungsschäden. Und wer sich nicht bewegt, lernt nicht, die Motorik seines Körpers zu beherrschen. Die Zahl der Kinder, die nicht in der Lage ist, sicher einen Ball zu fangen oder auf dem Fahrrad das Gleichgewicht zu halten, ist erschreckend groß.

Obwohl sie selbst wenig tun, um den Bewegungsdrang ihrer Sprösslinge zu fördern, erwarten die betroffenen Eltern aber von den Sportlehrern, dass sie diese Sünden ausbügeln. Kein leichtes Unterfangen - zumal absehbar ist, dass demnächst qualifizierte Pädagogen fehlen werden. Zahlreiche Sportlehrer stehen kurz vor der Rente, und Nachwuchs ist rar.

Auf solche Probleme wollen das Schulamt Worbis, Kreis-Schulsportkoordinator Werner Hütcher und die Lehrer im kommenden Jahr aufmerksam machen. Sie wollen neue Wege gehen, um dem Sport zu mehr Popularität zu verhelfen.

In den Schulen rannten sie bereits offene Türen ein. Viele Kollegien plädieren dafür, ihre Einrichtungen bewegungsfreundlich zu gestalten, in den Pausen zum Beispiel Sportangebote zu unterbreiten. Denn es ist wissenschaftlich erwiesen, dass Sport auch das Denkvermögen erhöht. Wer tobt und rennt, versorgt nicht nur seinen Körper, sondern auch das Gehirn mit mehr Sauerstoff. Gelerntes bleibt so besser hängen.

Eröffnet wird das Jahr des Schulsports am 5. Februar in der Grund- und Regelschule in Nordhausen-Ost. Folgen sollen zahlreiche Veranstaltungen, um die Freude am Sport zu wecken.
 

Lernen braucht Bewegung
Bewegung und Lernen (E&W 12/2003)

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Nordwestzeitung 18.12.

SCHULPROJEKT - Alternativer Sportunterricht
In Vereinen und bei anderen Anbietern in nicht schulische Sportarten hineingeschnuppert

Die Schüler waren begeistert. Sie hoffen auf eine Wiederholung der Aktion ihrer Lehrer.

RODENKIRCHEN/WMZ - Sportarten, die im Sportunterricht nicht vorkommen, konnten jetzt die Schüler der Martin-Niemöller-Schule Rodenkirchen an zwei Sporttagen kennenlernen. Ihre Lehrer hatten in Zusammenarbeit mit Vereinen und anderen Anbietern ein sehr umfassendes Angebot zusammengestellt.

16 Schüler waren beim Reitverein Ovelgönne zu Besuch, wo sie die Pferde zunächst putzen und dann satteln durften. Anschließend wurden sie von Gitte Saathoff und zwei weiteren Reitlehrerinnen im Reiten und Voltigieren unterrichtet.
Im Billard- und Dart-Center in Oldenburg versuchten sich 19 Schüler zwei Tage lang an zehn Tischen im Billardspielen. Es wurde so intensiv gespielt, dass am ersten Tag fast der Bus für die Rückfahrt verpasst worden wäre.

Wie Fische im Wasser fühlten sich die Schüler, die sich für eine Tauchausbildung im Hallenbad Brake entschieden hatten. Vertreter der Tauchsportgruppe des ESV Nordenham stellten ihre professionelle Ausrüstung zur Verfügung und unterrichteten die Schüler mit spielerischen Übungen über und unter Wasser.

Die Schule für Meditation und Bewegung in Oldenburg war Zielort einer sechsköpfigen Schülergruppe, die in der Verteidigungs-Kampfart Aikido unterwiesen wurde. Übungen zum richtigen Abrollen, spezielle Grifftechniken und Übungen mit einem Holzschwert lernten die Schüler kennen, die auch Schmerzen in Kauf nahmen.
Thorben Hampel vom AT Rodenkirchen beschäftigte sich mit einer Tischtennisgruppe, die aus 17 Schülern bestand. Nach einer abwechselungsreichen und intensiven Aufwärmungsphase wurde der Topspin geübt, bevor es zum Abschluss einen Wettkampf gab.

Buchstäblich ins Schwarze haben die 18 Schüler getroffen, die sich für das Schießen mit Luftgewehr und Luftpistole beim Reitlander Schützenverein entschlossen hatten. Unter fachkundiger Leitung konnten die Jugendlichen die verschiedenen Sparten des Schießsportes kennenlernen.

Tief beeindruckt zeigte sich eine Schülergruppe von den Taekwondo-Künsten, die Christoph Müller vom PRINT-Projekt Nordenham ihnen am ersten Tag beibrachte, während sie am zweiten Tag von E. Dörrbecker vom SV Nordenham in Akrobatik unterrichtet wurden.
Die Gruppe, die beim Schützenverein Altjührden zu Gast war, musste 240 Kilogramm in einem Durchgang heben. Eindrucksvoll wurde den Schülern gezeigt, dass das Sportschießen Kraft, Kondition und Konzentration erfordert. Gustav Eilers, Vorsitzender des Vereins, informierte über die Disziplinen beim Sportschießen.

Durchgängig waren alle Schüler sehr angetan von dem, was sie an den zwei Sporttagen kennen gelernt haben. Ihren Wunsch drückte ein Schüler so aus: „Hoffentlich gibt es bald wieder solche Sporttage“.
 


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DSB Presse  9.12.2003

KINDLICHE LERNMASCHINEN ALS ERZIEHUNGSIDEAL
„BILDUNG NEU DENKEN“ – OHNE BEWEGUNG, SPIEL UND SPORT

Vor einigen Wochen geisterten die Ergebnisse einer Studie mit dem Titel „Bildung neu denken“ durch die Gazetten.
Herausgeber ist die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e.V. Über 70 ausgewählte Experten aus den Bereichen Wissenschaft, Wirtschaft und Bildungspraxis hätten an der Studie mitgewirkt, heißt es. Sie erklären das deutsche Schul- und Bildungssystem für gescheitert. Ihre Vorschläge zur Reform sind radikal: Einschulung mit 4, Abitur mit 17, pauken in den Ferien, keine Zeugnisse und dafür permanente Bewertungen der Leistungen von Schülern und Lehrern, völliger Umbau (bzw. Abbau) der Lehrerbildung und –besoldung; um nur einige der „Visionen“ der Reformer zu nennen.

Angesichts des desolaten Zustands des deutschen Bildungswesens ist es richtig, dass auch radikale Vorschläge gemacht werden, um ein notwendiges Umdenken in Fragen von Bildung und Erziehung einzuleiten. Niemand bestreitet, dass in unseren Schulen und Hochschulen das Lernen und Studieren effektiver, leistungsorientierter und insgesamt moderner organisiert werden muss. Schülern und Lehrern muss mehr abverlangt werden, aber auch Eltern müssen in den Reformprozess einbezogen werden. Und nicht zuletzt sind die Bildungspolitikerinnen und Bildungspolitiker gefragt, wenn unsere Schulen erfolgreicher und leistungsfähiger werden sollen.

Die Studie zeigt aber auch, dass Vorsicht geboten ist: Nicht alles, was von Bildungsexperten kommt, tut unseren Kindern gut – und um die geht es letztlich, wenn über Bildung und Bildungsreform gesprochen wird. „Sport tut Deutschland gut“, lautet das Motto der Gesellschaftskampagne des Deutschen Sportbundes. Und zwar vor allem deshalb, weil Bewegung, Spiel und Sport unseren Kindern nicht nur gut tut, sondern weil sie dies für ein gesundes Aufwachsen und Lernen in der Schule und außerhalb der Schule brauchen; genauso wie eine angemessenen Ernährung, Versorgung und Liebe im Elternhaus, in Kindergarten und Schule. Der Wert von ausreichender Bewegung und motorischer Ausbildung sowohl für die ganzheitliche Bildung und Erziehung von Kindern und Jugendlichen als auch für geistige, soziale und emotionale Lernleistungen ist wissenschaftlich klar erwiesen.

Von all dem ist in der Studie „Bildung neu denken“ nichts zu lesen, weder von Liebe und Fürsorge für das Kind noch von Bewegung, Spiel und Sport. Kinder werden zu Lernmaschinen degradiert, die möglichst schnell und effizient „beschult“ und dann in den (nicht vorhandenen) Arbeitsmarkt eingespurt werden sollen. Kein Wort, kein Gedanke über die Tatsache, dass das Kind ein menschliches Wesen mit Leib und Seele ist; keine Zeile über Bewegung und „bewegte Schulen“; nichts über die Sorgen und Probleme der Kinder und Jugendlichen von heute, die auch damit zu tun haben, dass ihre soziale und emotionale Reife nicht mit dem von ihnen verlangten kognitiven Lerntempo Schritt halten kann. Sportliche Spiele, Übungen und Wettkämpfe bieten Möglichkeiten, diese Lücken zu schließen. Die Mehrzahl unserer Kinder und Jugendlichen gehen deshalb gern in den Sportunterricht an ihren Schulen und nehmen die Angebote des außerunterrichtlichen Sports, aber auch und vor allem des Sports in den Vereinen mit großer Begeisterung wahr, weil sie hier „Mensch sein“ dürfen und nicht nur intellektuelle Lernmaschinen sein müssen...

DSB-Presse


 

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Allgäuer Zeitung 8.12. 2003

Rote Tonne mit viel Material zum Toben
Spiel- und Sportmobil am Gymnasium Hohenschwangau als Ausgleich zum stillen Sitzen

Hohenschwangau/Füssen - Mit Hüpfseil oder dem Beachball durch die Pause toben - über ein solches Bewegungs-Angebot dürfen sich seit kurzem die Schülerinnen und Schüler der Unterstufe am Gymnasium Hohenschwangau freuen. Ein Spiel- und Sportmobil steht dort in der Turnhalle zur Verfügung. Schuldirektor Edward Weber freut sich über dieses Angebot: "Die Kinder brauchen so etwas als Anreiz zum Spielen und sich bewegen."

Finanziert wurde die rote Spielmobil-Tonne durch eine Spende des Sportstudios Füssen. "Wir wollen damit einen kleinen Beitrag zur eigenverantwortlichen präventiven Gesundheitsfürsorge leisten. Je früher das Bewusstsein für gesunde Bewegung gefördert wird, um so besser", erklärt Studiobesitzer Herbert Hiemer. Langes Stillsitzen in der Schule ist nicht nur für einen ausgesprochenen Zappelphilipp ein Problem. Alle Kinder haben von Natur aus einen starken Bewegungsdrang und brauchen zwischendurch die Möglichkeit, sich auszutoben. Dabei ist dies nur ein Aspekt, der für mehr Bewegung in der Schule spricht. Wer in der Pause die Möglichkeit zu aktiver Bewegung oder sportlicher Betätigung hat, kann nach der Pause wieder besser zuhören und sich besser konzentrieren. Zahlreiche wissenschaftliche Studien belegen: Als Ausgleich zur geistigen Anspannung und dem Sitzen hat Bewegung in der Schule eine wichtige Bedeutung. Bereits das Verlassen der Ruheposition trägt zur Mehrdurchblutung des Gehirns bei, wodurch die Sauerstoffversorgung verbessert wird. Physiologisch gesichert ist, dass schon eine körperliche Belastung von 25 Watt die Hirndurchblutung um 13,5 Prozent steigert. 25 Watt werden zum Beispiel verbraucht, wenn ein Schüler aufsteht und zur Tafel geht. Über die stärkere Durchblutung des Gehirns wird die Konzentrationsfähigkeit nachweislich gefördert. Gezeigt haben die Studien ebenfalls, dass Bewegung in der Pause zum Abbau von Aggressionen führen kann und dadurch eine entspanntere Lernatmosphäre in der Klasse entsteht. Initiiert hat die Anschaffung des Spiel- und Sportmobils Peter John, der Fachbetreuer für den Sportunterricht. Er hat auch ausgesucht, was in der roten Tonne stecken soll: Sprungseile, Jonglierkeulen, Bälle und Tücher, Rollbretter, Diabolos, Federballspiele und Beachbälle sowie Indiacas und ein großes buntes Sprungtuch. Die Mischung kommt gut an bei den Kindern. Gleich beim ersten Pausenspiel war die Tonne dicht umlagert und in kürzester Zeit leergeräumt.

Auch Thema an Füssener Schulen
Durchwegs positiv sieht auch Jürgen Hackenberg, Direktor des Füssener Gymnasiums, die "bewegte Pause". Allerdings: "Ein Spiel- und Sportmobil haben wir nicht. Aber im Sommer können die Schülerinnen und Schüler bei uns Tischtennis spielen und in der Pause nehmen die Jüngeren gerne unseren ,Alpingarten' und den Findling im Pausenhof als kleinen Klettergarten in Beschlag." In dieser Richtung gibt es Pläne, etwas ganz Neues anzubieten: Um sich Tipps für eine Kletterwand zu holen, habe man bereits Kontakt zum Alpenverein aufgenommen. Auch die Kinder und Jugendlichen an der Füssener Realschule dürfen gespannt darauf sein, was ihnen in dieser Hinsicht das nächste Schuljahr bringt. "Wir diskutieren über dieses Thema und es ist geplant, mit einer Aktionswoche im Herbst 2004 in die bewegte Pause einzusteigen", sagt Rektor August Luitz.

Bewegung und Lernen (E&W 12/2003)

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Westfalenpost 8.10. 2003

"Bewegung ist Grammatik des Lebens"

Brilon. Rund 20 Prozent aller Jungen im Kindergartenalter in Nordrhein-Westfalen leiden an Störungen der Koordinationsfähigkeit. Um einer möglichen Ursache und Lösungsansätzen auf den Grund zu gehen, trafen sich in der vergangenen Woche mehr als 100 Lehr- und Erziehungskräfte aus NRW im Gymnasium Petrinum zu einem Tagesseminar.

Ein Ursprung für obige Bilanz ist in dem heutzutage stark ausgeprägten Bewegungsdefizit der Kinder zu finden. Um Eltern, Lehrkräften und anderen Interessierten Lösungen für dieses Problem nahezulegen, veranstaltete Johannes Kahmen, Lehrer am Petrinum und Beauftragter für kompensatorischen Sport im HSK, in Zusammenarbeit mit dem Schulamt, dem Gesundheitsamt, dem Kreissportbund und der Sportjugend NRW die Ausstellung "Kinderwelt gleich Bewegungswelt - oder nicht?" Zeitgleich wurden insbesondere für Pädagogen, die im täglichen Umgang mit Kindern stehen, Workshops zu diesem Thema angeboten.

Besonders wichtig war allen Referenten zu vermitteln, wie wichtig Bewegung für die Kindesentwicklung ist. Durch Bewegung lernen Kinder ihre Umwelt kennen, sammeln dadurch Erfahrungen und können so ihre motorischen und mentalen Fähigkeiten entwickeln und ausbauen.

Ein Mangel an Aktivität führt daher sowohl zu physischen als auch psychischen Störungen. Ein Kind, das auf diese Weise in seiner Entwicklung beeinträchtigt wurde, ist zum Beispiel nicht in der Lage, ein normales Maß an Selbstvertrauen aufzubauen, da ihm der mit Spiel und Bewegung verbundene Erfahrungsschatz fehlt und es seine sozialen Kompetenzen nicht bei eben solchen Spielen herausstellen konnte.

Bewegung sei die Grammatik des Lebens, meint auch Dr. Klaus Balster, der schon zahlreiche Bücher zu diesem Thema verfasst hat und der von "eingeschränkten Bewegungsmöglichkeiten in der heutigen Gesellschaft" spricht. Denn das Problem des Bewegungsmangels ist besonders in der heutigen Zeit verankert. Die Freizeit vieler Kinder wird oft sehr stark von Computer und Fernseher geprägt, das übliche Spielen vernachlässigt. Auch die Kindern zur Verfügung stehenden Bewegungsräume, wie Spielplätze, sind mittlerweile deutlich eingeschränkt.

Dem muss daher in den Lerneinrichtungen entgegen gewirkt werden. "Die Schule muss diese Mängel mit Hilfe der Eltern aufgreifen", befindet Grundschullehrerin und Workshop-Referentin Petra Mertens. Dieses kann z.B. im Sportunterricht geschehen.

So lernten die Teilnehmer in ihrem Workshop, wie durch Ballspiele Bewegungsauffälligkeiten festgestellt und auch durch Bewegung ausgeglichen werden können. Insgesamt gilt bei der Arbeit gegen Bewegungsdefizite, so Mertens, "je früher, desto besser", denn auch im Kindergartenalter kann daran schon gearbeitet werden...

Bewegung und Lernen (E&W 12/2003)

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Heilbronner Stimme 8.12. 2003

10 000 Kinder haben den Test mitgemacht

Bis zu 40 Prozent der getesteten Kinder haben in Sachen Bewegungsfähigkeit ein Defizit. Das fand die AOK Heilbronn heraus, nachdem sie die Tests von 10 000 Kindern ausgewertet hat. Das Projekt "Kids aktiv" läuft seit vier Jahren. Bewegungseingeschränkte Kinder können dann an einem Gruppenangebot teilnehmen, das die AOK in Kooperation mit den Sportvereinen des Turngaus Heilbronn anbietet.

Nach den ersten Gruppenstunden beobachten viele Eltern mit Freude, wie ihre Kinder plötzlich Spaß an Sport und Bewegung finden und dass sie ganz nebenbei auch konzentrierter, aufmerksamer und leistungswilliger geworden sind. Das Test-Verfahren läuft inzwischen an 69 (von 118) Grundschulen im Stadt- und Landkreis Heilbronn, 59 (von 109) Sportvereine bieten Kids-aktiv-Gruppen an. Sie werden von 134 Übungsleitern betreut.

Nahezu der gesamte Stadt- und Landkreis ist abgedeckt, nur im nord-östlichen Teil ist die Beteiligung noch etwas dünn. Klaus Hage, Diplom-Sportpädagoge bei der AOK Heilbronn und Projektleiter Kids aktiv, ist aber zuversichtlich, dass auch dort noch mehr Schulen und Vereine mit ins Boot geholt werden können.

In diesem Jahr gab es bereits eine Lehrerfortbildung, einen Kongress und zwei Übungsleiter-Fortbildungen, an denen 220 Lehrer und Übungsleiter teilnahmen. Zwei Themenabende ergänzten das Angebot: "Spielerisches Kraft- und Koordinationstraining" und "Umgang mit schwierigen Kindern im Sportunterricht".

Für 2004 sind weitere Vorträge und Fortbildungen geplant, dabei sollen verstärkt medizinische Themen wie etwa Schuleingangsuntersuchungen im Mittelpunkt stehen. Unter der Internetadresse www.kidsaktiv.de sind alle Vereine und Ansprechpartner zu finden, außerdem eine ausführliche Projektbeschreibung und Termine für Lehrer und Vereine. Informationen über das Projekt gibt auch Projektleiter Klaus Hage, Sportpädagoge bei der AOK Heilbronn, Telefon 07131 / 639 382, E-Mail Klaus.Hage@bw.aok.de.

Kids aktiv


 

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Erziehung und Wissenschaft 6.12.2003

Aus dem Rhythmus geraten
Bewegungsmangel – Störquelle für eine Balance von Lernen und Leben bei Kindern

Kinder haben heute keine Kinderkrankheiten mehr. Akute Infektionskrankheiten, die noch vor einer Generation vorherrschten, sind durch moderne Medikamentierung fast völlig zurückgedrängt worden. Auch die vorherrschenden chronischen Erkrankungen sind dank einer sehr guten Diagnose, Behandlung und Nachsorge, bei Kindern selten. Auf den ersten Blick ist die junge Generation heute so gesund wie noch nie, wenn uns auch die wachsenden Probleme bei Stoffwechselkrankheiten und Allergien zu denken geben sollten.
 
Bewegung und Lernen Deswegen lohnt sich der zweite Blick, und der offenbart eine sehr problematische Konstellation. Inzwischen zeigt die Forschung, dass mehr Kinder und Jugendliche gesundheitliche Störungen aufweisen, die im Schnittbereich zwischen Körper, Psyche und Umwelt liegen. Beeinträchtigungen des Immunsystems, der Sinneskoordination und der psychischen und sozialen Belastungsregulation werden auffälliger. Kinder mit dem Hyperaktivitäts-Syndrom und Übergewicht sind zunehmend in Kindergärten und Schulen zu finden. Viele dieser Störungen haben eine genetische, in der Persönlichkeit tief verankerte Komponente, die aber nur deshalb zum Zuge kommt, weil psychische, soziale und ökologische Schutzfaktoren verloren gegangen sind. Bei Kindern mit erheblichen Gesundheitsstörungen im psycho-, sozio- und ökosomatischen Bereich sind die elementaren Prozesse des Austauschs der inneren mit den äußeren Lebensbedingungen aus dem Rhythmus geraten. Diese Kinder haben ihre Lebenstüchtigkeit und ihre Kompetenz eingebüßt, sich mit Körper, Seele, sozialer und physischer Umwelt angemessen auseinander zu setzen.
Der gemeinsame Nenner aller Störungen hat heute drei Ausgangsfaktoren: Fehlernährung, Bewegungsmangel und falsches Stressmanagement. Die Konzepte von Prävention und Gesundheitsförderung in Kindertageseinrichtungen und Schulen kreisen deswegen um jene Trias von elementaren gesundheitlichen persönlichen Merkmalen. Die Erkenntnis ist klar: Über die Beeinflussung des Bewegungs- und Ernährungsverhaltens und das Training in einem kompetenten Stressmanagement lassen sich sehr viele der Probleme bearbeiten, die mit dem schlecht trainierten Immunsystem, der fehlenden Anregung und Schulung der Sinne, der Verbesserung der motorischen Koordination, des Abbaus von Aufmerksamkeitsdefiziten und Hyperaktivität sowie der Stärkung von Konfliktfähigkeit und Frustrationstoleranz zu tun haben.

Die vielleicht entscheidende Störquelle für die gelingende Balance von Risiko- und Schutzfaktoren bei Kindern und Jugendlichen sehe ich heute in dem Mangel an alters- und körperangemessener Bewegung. Bewegung reguliert einerseits die Nahrungszufuhr und den Kalorienverbrauch, sie trägt andererseits aber auch zum Stressabbau und zur Abfuhr innerer Spannungen und Aggressionen bei.
Angemessene Bewegung ist so gesehen das wichtigste Medium der körperlichen und psychischen Entwicklung, es ermöglicht die Erkundung und Aneignung der sozialen und physikalischen Umwelt, sorgt für die Koordination aller Sinneserfahrungen und ist der Motor für die gesamte körperliche, psychische und soziale Entwicklung eines Kindes.

Kinder haben einen natürlichen Bewegungstrieb, der heute offensichtlich durch eine unglückliche Gestaltung ihrer sozialen und räumlichen Lebenswelt eingeengt und gezähmt wird. Wenn Achtjährige täglich neun Stunden sitzen und ihre aktive Bewegungszeit nur eine Stunde beträgt, gerät der gesamte Stoffwechselhaushalt ebenso durcheinander wie das natürliche Hungergefühl und die Koordination ihrer Sinne. Haltungs- und Koordinationsschwächen, Seh- und Hörstörungen, Übergewicht und Allergien sind die Konsequenzen dieser ungesunden Verhaltensweisen. Durch übertriebene Sauberkeit und Hygiene wird auch die Fähigkeit des kindlichen Immunsystems geschwächt, körpereigene Widerstände zu erzeugen.

Alle sensiblen Konzepte der Gesundheitsförderung setzen aus diesen Gründen auf die Förderung von Aktivität und handelnder Tätigkeit einschließlich der Kunst, Aggressionspotenziale spielerisch aufzunehmen, zu kanalisieren und freizugeben, etwa durch Musik, Kunst und Theater, aber auch durch Gestaltung von Schulhöfen und Spielplätzen.

Diese Ansätze der Gesundheitsförderung sind inzwischen zu einer wichtigenVoraussetzung für Bildungs- und Unterrichtsprozesse geworden. Kindergärten und Schulen, welche die körperlichen, psychischen und sozialen Voraussetzungen von Bildung und Lernen übersehen, erzielen auch keine guten Resultate.

Lern- und Leistungsbereitschaft können bei Kindern und Jugendlichen nur geweckt werden, wenn sie sich körperlich, psychisch und sozial wohl fühlen. In diesem Sinne gehören Gesundheitsförderung und Leistungsförderung unbedingt als eine Einheit zusammen.

Die „Erlebnispädagogik“ von Kurt Hahn hat diese Erkenntnis schon in den 1920er-Jahren anschaulich auf den Punkt gebracht. Es wird Zeit, diese Konzepte wieder zu entdecken und sie auf die heutigen Bedingungen in Kindergarten und Schule zu übertragen.

Klaus Hurrelmann

Bewegung und Lernen (E&W 12/2003)



Zollernalbkurier 3.12. 2003

Mit Pausensport am Ball
Frommerns Grund- und Hauptschule auf neuen Wegen

"Mehr Bewegung in die Grundschulen" lautet die Devise eines neuen Projektes, das vom Kultusministerium, der AOK und der Uni Karlsruhe begleitet und gefördert wurde. Auch die Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule Frommern nahm an diesem Projekt teil und erhielt ein dementsprechendes Zertifikat.

Laut Professor Dr. Bös, einem Karlsruher Sportwissenschaftler, ist jedes zehnte Grundschulkind in Deutschland stark übergewichtig, jedes zweite klagt über Rückenschmerzen und insgesamt verschlechterte sich die motorische Leistungsfähigkeit von Sechs- bis Zehnjährigen in den letzten 20 Jahren um rund 20 Prozent. Um diesen schlechten Neuigkeiten entgegenzutreten, beteiligte sich die Grundschule Frommern an dem Gemeinschaftsprojekt "Grundschule mit sport- und bewegungserzieherischem Schwerpunkt".

Für dieses Projekt, das die Bewegung von Grundschulkindern fördern soll, wurden drei Schüler der Grund und Hauptschule Frommern im Alter von 14 bis 15 Jahren an zwei Tagen zu je drei Stunden ausgebildet. Dabei studierten sie Pausenspiele und Dehnungsübungen, die sie mit den Kindern in den zwei großen Schulpausen der Grundschule durchführen sollen.

Doch nicht nur in den Pausen fand eine Umstellung statt, auch der Unterricht wurde grundlegend verändert. Das System der 45-minütigen Schulstunden wurde umgekrempelt und heraus kam ein 90-Minuten-Unterrichtsblock ohne Pause. Jedoch werden in diesen Block immer wieder unterrichtsinterne Pausen eingebaut. In diesen Unterbrechungen, deren Zeitpunkt die Lehrer selbst bestimmen, tritt die im Projekt geplante "Bewegungszeit im Klassenunterricht" auf, bei dem die Kinder sich von ihren Plätzen erheben und bei extra dafür geplanten Spielen bewegen sollen.

Weiterhin konkretisiert wird die sport- und bewegungsfreundliche Grundschule in Frommern durch einen bewegungsintensiven Sportunterricht von dreimal 45 Minuten, außerdem gibt es diverse Sport-AG-Angebote wie das Handballzentrum Balingen oder Angebote von Seiten der Eltern. Jedoch findet das Pausenangebot der Schülermentoren während der Schulzeit den meisten Anklang, da die Kinder auf einer eigens dafür abgegrenzten Fläche herumtollen und toben können. Dieses Pausensportangebot mit den drei Schülermentoren steht den Kindern zweimal die Woche, an Dienstagen und Donnerstagen, zur Verfügung. Und damit auch keine der Grundschulklassen zu kurz kommt, wird an den zwei Tagen ständig durchgewechselt.

"Mehr Bewegung in die Schule"
"Fit sein macht Schule"
Pausensport (OSA Karlsruhe)


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Südkurier 27.11.2003

"Bewegung in Schulen und Kindergärten ein Muss"
Albstädter Bildungsforum bot Informationen und Tipps zur Gesunderhaltung von Kindern und Jugendlichen - 385 Zuhörer bei Professor Klaus Bös

Die vorletzte Veranstaltung des Albstädter Bildungsforums in diesem Jahr stand ganz unter dem Motto Sport, Bewegung und Gesundheit. Professor Dr. Klaus Bös von der Universität Karlsruhe zeigte in einem eindrucksvollen Vortrag vor 385 Zuhörern in der Festhalle Ebingen, wie wichtig es heute ist, zur Gesunderhaltung der Jugendlichen und Erwachsenen wieder mehr Bewegung ins Leben zu bringen.

Beängstigend
Beängstigende Daten über den Gesundheitszustand der Kinder, ausgehend von einer veränderten Gesellschaftsstruktur und der damit verbundenen Bewegungsarmut vieler Kinder, zeigte Dr. Bös auf. Die Folge dieses Bewegungsmangels seien oft Fettleibigkeit, Rückenprobleme, koordinative Schwächen im Bewegungsablauf, um nur einige zu nennen. Seine wissenschaftlichen Untersuchungen belegten, dass sich dies alles schon im Grundschulbereich zeigt und drastisch zunimmt.

Eine nicht unerhebliche Möglichkeit, dieser Misere entgegenzuarbeiten, könne nur eine bewegungsfreundliche Lebensweise sein, die schon im frühen Kindesalter angelegt werde. Vor allem aber auch die Kindergärten, die Grund- und weiterführenden Schulen müssten einen großen Part übernehmen - sei es in der frühkindlichen Bewegungserziehung, im regelmäßigen und zeitlich nicht beschnittenen Schulsport oder in der Zusammenarbeit mit den Vereinen ein neues Bewegungsbewusstsein zu schaffen. Das könnte so weit gehen, dass "Bewegung zum didaktischen Prinzip" werde und weit über den normalen Sportunterricht hinaus auch in andere Schulfächer hineinreiche.

Bewegung, Spiel und Sport, wenn sie sich in einem gesunden Rahmen abspielten, stärkten die physischen und psychischen Ressourcen der Kinder und Jugendlichen, wirkten präventiv für die Gesundheit und trügen einen großen Teil zur Sozialisation und Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen bei.

Dr. Bös betonte, dass die Förderung des Schulsports und der bewegungsfreundlichen Schule, aber auch schon der Kindergärten, deshalb ein absolutes Muss seien. Der Stellenwert von Sport und Bewegung könne aber nur in einem gesellschaftlichen Konsens gesteigert werden - mit Eltern, Kindergärten, Schulen und Vereinen.

Der Leiter der Schulsportabteilung im Stuttgarter Kultusministerium, Ministerialrat Karl Weinmann, erläuterte die Weiterentwicklung des Bewegungsunterrichts hin zu einer sport- und bewegungsfreundlichen Schule. Baden-Württemberg bietet hier erprobte Konzepte an. Die Schulen sollen zugreifen! Die Glückwünsche der Landesregierung Baden-Württemberg zum Bildungsforum überbrachte Ministerialdirektor Bauer vom Sozialministerium und verwies auf Innovationen und Vernetzungen, die insbesondere den vorschulischen Bereich betreffen. Unter den Gästen befanden sich auch Oberbürgermeister Dr. Gneveckow aus Albstadt, Professor Rexer von der Fachhochschule Sigmaringen-Albstadt, Professor Hempfer von der Pädagogischen Hochschule Weingarten, Abteilungsdirektor Jochen Lottermoser vom Oberschulamt Tübingen sowie Studiendirektor Kromer vom Landesinstitut für Schulsport in Baden-Württemberg, der zusammen mit Oberstudiendirektor Albrecht vom Motorikzentrum in Öhringen und Karin Dietrich-Lieb vom Landessportverband einen Workshop mit den Erzieherinnen gestaltete. Schüler und Eltern der Klasse 7 der Schlossbergrealschule garantierten einen umfangreichen und allseits anerkannten Tagungsservice.

In 17 verschiedenen und attraktiven Workshops, die teilweise an der Landessportschule Albstadt und in den Räumen der Schlossbergrealschule stattgefunden haben, konnten die Forumsteilnehmer aus Schule und Kindergarten von kompetenten Referenten aus dem ganzen Land wertvolle praktische Tipps zum bewegten Lernen in allen Unterrichtsbereichen in Kindergarten und Schule mit in ihren Alltag nehmen.

Lernen braucht Bewegung
"Fit sein macht Schule"

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Fränkische Nachrichten 26.11.2003

Gesundheitssport ganz praxisnah

Grünsfelder Schüler erprobten Laufen mit Pulsmessung

Grünsfeld. Dass der Ausdauersport als wichtiger Eckpfeiler für die Fitness und der Gesundheit dient, mahnen immer wieder die Ärzte. Ob Rad fahren, schwimmen, joggen oder das aktuelle Walking, es gibt viele gute Möglichkeiten das Herz-Kreislauf-System zu trainieren.

Dass nicht alles graue Theorie ist, bewies Diplom-Sportlehrer Axel Voigt von der AOK - Die Gesundheitskasse in Tauberbischofsheim, als er den Sportunterricht an der Grund- und Hauptschule in Grünsfeld besuchte und mitgestaltete.

Nach kurzer und plausibler Begründung, dass Ausdauersport auch Gesundheitssport ist, bekam die erste Schülergruppe die mitgebrachten Pulsuhren angelegt. Die zweite Gruppe dokumentierte die Pulsschläge der Läufer. In mehreren Geschwindigkeitsstufen wurden die Testläufe durchgeführt. Das anfängliche langsame Tempo über vier Minuten wurde anschließend Stufe um Stufe gesteigert. So konnten alle Schüler gemäß ihres Leistungsvermögens teilnehmen. Gute 25 Minuten waren die meisten Läufer unterwegs und erhielten von Axel Voigt und dem zuständigen Sportlehrer Lothar Weiß ein dickes Lob. Einsatzbereitschaft und die bewiesene Ausdauer haben gestimmt, so die beiden in ihrem Schlusswort.

Recht erstaunt waren die Schüler, als nach einigen Tagen Post von der AOK eintraf. Jeder Teilnehmer bekam einen ganz persönlichen Trainingsplan, der Puls und Laufgeschwindigkeit individuell berücksichtigt. Rektorin Blaum würdigte die Zusammenarbeit von Schule und Gesundheitskasse. Sie besuchte die Unterrichtseinheit und hatte für alle Schüler lobende Worte parat.

Sportunterricht und Gesundheit


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Heilbronner Stimme 18.11.2003

Sport für XXL-Kids

Die Hamburger und Apfeltaschen machen ganz schön Muskelkater

Hamburger!" ruft Edith Stöffler in die Halle. Zehn Kinder hören auf zu rennen und legen sich übereinander auf den Boden. Immer zwei und zwei. Und schon geht's weiter. "Apfeltasche!" schallt es wieder durch den Raum. Das heißt: Hinsetzen, Hände an die Füße. Im Gymnastikraum der AOK Heilbronn spielen die "XXL-Kids" mit ihrer Leiterin gerade das "Mc Donald's-Spiel".

"Power Kids aktiv" heißt der Kurs, bei dem übergewichtige Acht- bis Zwölfjährige Lust auf Bewegung bekommen sollen. Einmal in der Woche wird gemeinsam geschwitzt."Im Schulsport sind diese Kinder immer hintendran", erklärt Kursleiterin Edith Stöffler. "Hier bei uns sind alle auf einem Niveau, niemand muss sich schämen." "Das macht viel mehr Spaß", schnauft Selin Daloglu aus Neckarsulm.

Gerade ist das Aufwärmspiel zu Ende, die Elfjährige ist außer Puste. Doch zum Power-Kids-Programm der AOK gehört noch mehr. Zum Beispiel der Power-Kids-Koffer. Den hat Selin auch zu Hause. Ein Video ist da drin, ein Kartenspiel, Infohefte und allerlei Dinge, die den Kindern spielerisch beim Abnehmen helfen sollen. Zwölf Wochen lang müssen sie genau auf Bewegung und Ernährung achten, "Fettzies" (Fettpunkte) zählen, "Sporties" sammeln (die gibt's für Bewegung) und "Schlaffies" (fürs Faulenzen) vermeiden. " Natürlich müssen die Eltern da mithelfen", betont AOK-Mitarbeiterin und Power-Kids-Fachfrau Cornelia Frost. Selins Mutter, Ayse Daloglu, tut das gern: "Bei uns versucht die ganze Familie mitzumachen." Inzwischen sind die XXL-Kids mitten beim Zirkeltraining.
 
In vier Mannschaften hüpfen, rutschen und lachen sie und müssen an jeder Station auch noch Fragen zu Sport, Essen und Politik beantworten. " Ich will abnehmen, damit mir wieder mehr Klamotten passen", motiviert sich Thomas Henn (11) und krabbelt unter einem Hindernis durch. "Ich will fit werden, weil ich immer so müde bin", keucht die zehnjährige Madeleine Martin, als sie an der Sprossenwand hängt. Warum solche Programme und Kurse heute wichtiger sind denn je? Das weiß Dr. Elisabeth Cyran, Leiterin im Gesundheitsamt des Landkreises Heilbronn: "Die Zahl der massiv übergewichtigen Kinder in Deutschland hat in den vergangenen zehn Jahren drastisch zugenommen. Und die Betroffenen werden immer jünger." Um Verschleißerscheinungen an den Gelenken und Bluthochdruck schon im Kindesalter vorzubeugen, sei Bewegung das einzig Wahre. 

"Doch übergewichtige Kinder meiden sportliche Bewegung, weil sie ungeschickt wirken und gehänselt werden", so Cyran. Dieses Problem gibt's bei den Power-Kids nicht. "Sport kann wirklich auch Spaß machen", das hat zum Beispiel Selin nun gelernt. Jetzt will sie vielleicht sogar in einen Sportverein gehen. "Mal sehen."

Info Den Power-Kids-Koffer mit dem Abnehmprogramm für Acht- bis Zwölfjährige kann man jederzeit bestellen. Kontakt zur AOK-Ernährungsberaterin Sylvia Meier gibt's unter Telefon 07131 / 639-284. Infos im Internet unter www.powerkids.de. Für Koch- und Bewegungskurse zum Koffer-Programm kann man sich jetzt schon anmelden.
 

"Fit sein macht Schule"
Sportunterricht und Gesundheit
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Heilbronner Stimme 14.11. 2003

Dank Sport fit in Kopf und Körper

Die kindlichen Lebenswelten haben sich verändert - mit Folgen für die körperliche und seelische Entwicklung. Den Kleinen mangelt es zunehmend an Kraft und Kondition. Deshalb gibt es die Schulsportoffensive.
Die Sporthalle in der Weibertreuhalle in Weinsberg gleicht einem Kletterparadies. Da baumeln Wasserkästen in der Luft, ein Hochseil ist gespannt und der Barren hat sich in eine Hängebrücke verwandelt.

Nur hangeln sich keine Kinder durch den Parcours, sondern Lehrerinnen und Lehrer in Sportanzügen. Über 120 von ihnen machen sich in 22 Sportgruppen fit für klassische, aber auch trendige Sportarten wie Inlineskaten, Tae Bo und Klettern.
"Die Schulsportoffensive soll die Lehrer auf Vordermann bringen, aber auch Netzwerke stricken und Kontakte untereinander fördern", umreißt Schulamtsdirektor Heinz Lang vom Heilbronner Schulamt das Programm.

Seit einigen Jahren schon initiiert das Schulamt im Rahmen seiner Lehrerfortbildung einen Schulsporttag. Ein Projekt, das aufgrund dramatischer Veränderung in kindlichen Lebenswelten immer wichtiger wird.
Untersuchungen haben ergeben, dass sich die Kleinen im Durchschnitt nur noch eine Stunde am Tag bewegen. Die Folgen: Die Kinder sind übergewichtig, ihre motorische und körperliche Leistungsfähigkeit nimmt ab und viele klagen über Kopfschmerzen oder haben Konzentrationsschwierigkeiten.

"Einerseits sind die Kinder in Sportvereinen organisiert, andererseits leiden sie unter Bewegungsmangel", umschreibt Edwin Gahai, im Kultusministerium zuständig für Schulsport, das Dilemma. " Selten powern sich die Kinder draußen im Freien noch richtig aus."
Kein Wunder. Denn das Kinderzimmer bietet tolle Möglichkeiten zum Spielen. "Hausarrest war früher für jeden eine schlimme Vorstellung. Heute kann man damit kein Kind mehr schocken", weiß Wolfgang Seibold vom Heilbronner Schulamt.

Ziel der Schulsportinitiative sei es, den Unterricht attraktiver zu gestalten, ihn an die unterschiedlichen körperlichen Voraussetzung anzupassen und die Kinder wieder für Sport und Bewegung zu begeistern. Seibold: "Schön wäre es, wenn die Kinder später sagen, Mama, du brauchst mich nicht zum Fußballverein zu fahren, ich laufe."

Unterstützt wird die Schulsportinitiative von dem Projekt "Grundschule mit sport- und bewegungserzieherischem Schwerpunkt", dem sich im Heilbronner Raum bereits elf Grundschulen angeschlossen haben. Die bewegten Schulen verpflichten sich mindestens 200 Minuten Sport in der Woche anzubieten, die Pausenräume und das Schulgelände zu Spieloasen umzugestalten und die Schulstunden mit Bewegungspielen aufzulockern.

"Wenn die Schulkinder die Zahlen von eins bis zehn lernen, laufen sie halt die Treppen zählend rauf und runter. Damit erzielt man größere Lernerfolge", beschreibt Wolfgang Seibold das " Lernen auf mehreren Kanälen".
Schon jetzt gibt es erste Erfolge. "Nicht nur die Aggressivität auf dem Pausenhof hat abgenommen. Es passieren auch weniger Unfälle, weil die Kinder motorisch besser geschult sind."

Trotzdem, betont Edwin Gahai, könne die Schule nicht alle gesellschaftlichen Probleme auffangen. "Die Schule hat den Riesenvorteil, dass alle sie durchlaufen. Aber sie kann nicht alles ausbügeln und nicht für alles verantwortlich sein." Aus diesem Grund müssten sich auch Eltern, Sportvereine und Ärzte mit dem Problem auseinandersetzen, aktiv werden und mit den Schulen zusammen arbeiten.

"Fit sein macht Schule"


Sportunterricht.de - Materialien für Lehrer und Schüler

Heidenheimer Zeitung 13.11. 2003

Interview mit Hansjörg Kofink zur neuen Arbeitszeit-Verordnung für Lehrer
Hamburger Rangfolge der Fächer: Sport als Schlusslicht

Bisher unbeachtet von anderen Bundesländern macht Hamburg in einer Verordnung zur Lehrerarbeitszeit den Sport zum Schlusslicht im Fächerkanon. Hansjörg Kofink (Rottenburg), bis 1999 Vorsitzender des Deutschen Sportlehrerverbandes, übt massive Kritik.

Herr Kofink, am 1. August ist in Hamburg eine neue Verordnung über die Arbeitszeit der Lehrer an staatlichen Schulen in Kraft getreten. Danach erhält der Sportunterricht mit dem Zeitfaktor 1,25 die mit Abstand niedrigste Bewertung aller Schulfächer. Deutsch hat den Zeitfaktor 1,6, auch Mathematik und die Fremdsprachen werden weit höher bewertet. Die zweistündigen Kurse in der gymnasialen Oberstufe stehen gar mit 1,9 zu Buche. Was bedeutet die in Deutschland bisher einmalige Rangfolge für den Alltag?

KOFINK: Ich war entsetzt. Wenn ich zehn Stunden Sport gebe, wird das mit 12,5 Zeitstunden bewertet, bei zehn Stunden Deutsch dagegen mit 16. Das heißt, dass Lehrkräfte, die Sport unterrichten, mehr Stunden - im Einzelfall bis zu neun - erteilen müssen als in jedem anderen Fach. Selbst der durchschnittliche Zeitfaktor aller Fächer in den verschiedenen Schularten liegt bis zu 25 Prozent höher als der des Sportunterrichts.

Wie wird sich das auf den Stellenwert des Sportunterrichts in den Schulen auswirken?

KOFINK: Hier ist der Hebel umgelegt worden. Mit dem Ranking ist das Fach disqualifiziert - die Situation wird sich eindeutig verschlechtern. Ein Sportlehrer hat keine Chance, sich mit einem Deutsch- oder Lateinlehrer zu vergleichen. Der Sport sinkt auf den Stand einer technischen Faches mit Hauswirtschaft, Handarbeit und Turnen wie vor 50 Jahren. Das ist der Rückfall in finsterstes Mittelalter.

Kritiker und Lehrer anderer Fächer könnten sagen: Die Einstufung des Sports ist gerecht, weil für den Sportlehrer keine Korrekturen anfallen und die Vorbereitung des Unterrichts weniger Zeit beansprucht.

KOFINK: Die Vergleichbarkeit ist sehr schwierig. Dass die Korrekturen entfallen, stimmt. In Latein und Mathematik können Korrektur und Vorbereitung aber auch leicht sein. Die physisch-psychische Belastung und der Lärmpegel ist aber für den Sportlehrer viel höher. Der ist jeden Augenblick voll gefordert, auch wegen der Sicherheit der Schüler. In Deutsch fällt keiner aus der Bank.

Was steckt hinter einer solchen Neuordnung der Lehrerarbeitszeit?

KOFINK: Das ist in Hamburg eindeutig gemacht worden, um Lehrkräfte zu sparen. In den nächsten zwei bis drei Jahren sollen 1000 Lehrer eingespart werden. Hamburg ist da vorgeprescht.

Befürchten Sie, dass Baden-Württemberg und andere Bundesländer sich an Hamburg orientieren?

KOFINK: Ganz klar: ja. Nach 40 Jahren weiß ich, dass Baden-Württemberg da hinterhermarschiert. Jeder Finanzminister schaut doch, was anderswo gemacht wird. Wenn das Loch erstmal aufgemacht ist. . .Dieser erste Sündenfall wird eine Pilot- und Alibi-Funktion für alle Bundesländer haben, die derzeit die Lehrerarbeitszeit neu regeln. Das wird den Mangel an Sportunterricht vergrößern. Die Lehrer werden aus dem Sport ganz legitim in ihr zweites Fach flüchten, um einer Erhöhung der Arbeitszeit zu entgehen.

In den Lehrplänen wird dem Sport eine besondere Stellung im Bildungsauftrag der Schulen zugesprochen. Kann die Schule dem Erziehungsanspruch denn genügen?

KOFINK: Es gibt doch seit Jahrzehnten keine Bildungspolitik mehr. Erste Priorität hat das Finanzministerium. Im Grunde, und das meine ich todernst, brauchen wir keine Kultusministerien mehr, die haben doch nichts mehr zu sagen. Hier geht es um Finanzpolitik zur Haushaltssanierung, wie sie schon lange zu Lasten des Schulwesens in allen Bundesländern praktiziert wird.

Proteste von der Seite des Sports hat es gegen die Hamburger Neuordnung bisher nicht gegeben. . .

KOFINK: Von Seiten des Sports ist kein einziger Satz zu der Entscheidung gefallen. Das macht jedes politische Bekenntnis zum Sport, von wem auch immer, zum folgenlosen Lippenbekenntnis. Weder die zahllosen Aktionsbündnisse für den Schulsport, noch die Sportwissenschaft - insbesondere die Sportpädagogik -, noch der Deutsche Sportbund oder die Kommission Sport der Kultusministerkonferenz hat diese neuerliche Diskriminierung des Sportunterrichts angeprangert oder verhindert. Auch unser eigener Verband hat heftig geschlafen.
 



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Südkurier .2003 06:03

Fit in Armen, Beinen und im Kopf
Eine Urkunde für "bewegte Schulen'' in Stockach

Zu wenig Bewegung registrieren Lehrer im Blick auf heutige Schülergenerationen. Nicht nur den Grundschülern fehle der nötige Auslauf. Aber da haben jetzt Goldäcker- und die Stockacher Grundschule gegen- gesteuert. "Bewegte Schule" heißt das Projekt, für das den beiden Schulen eine Ehrung zuteil wurde.

Stockach - "Ein gesunder Geist wohnt in einem gesunden Körper" - das wussten schon die alten Römer und pflegten die körperliche Ertüchtigung. "Dies kommt aber in unserer modernen Welt voller Fernsehen, Computer und Automobilen oft zu kurz", weiß Wolf-Dieter Karle als Rektor der Stockacher Grund- und Hauptschule (GHW) und Chef der Stockacher Turngemeinde. "Dem wollen wir entgegen- steuern", erklärt er den Sinn des Projektes mit dem griffigen Titel "Bewegte Schule" - und Sylva Draxler pflichtet ihm als Leiterin der Goldäckerschule da voll bei.

Dabei wird mit dem Projekt nicht nur Wert auf Bewegung im Sportunterricht gelegt - aber auch da: drei Unterrichtsstunden pro Woche müssen sein. Die Bewegung wird aber auch in den Unterricht und die Pausen getragen. Erst dann handelt es sich um "bewegte Schule".

Dass die beiden Stockacher Grundschulen bewegt sind, wurde jetzt dokumentiert: Im Europapark Rust haben sie die Urkunde des Kultusministeriums erhalten - und je 400 Euro, um weiter Bewegungsspiele kaufen zu können.

"Die bewegte Schule bietet viele Vorteile", sind Draxler und Karle überzeugt. Körperliche Kondition stärkt auch die geistige: Die Schüler machen nicht so schnell schlapp. Aber die Schulung des Bewegungsapparates diene auch als Unfallverhütung. "Gerade an der Goldäckerschule haben wir häufig Zusammenstöße oder Schüler, die Stufen übersehen und beim Hantieren mit Stöcken die nächste Umgebung nicht beachten", weiß Schulleiterin Draxler. Das habe zumeist zwar keine gravierende Folgen, können durch gezielte Übungen aber durchaus abgebaut werden.

Aufgebaut werde hingegen das Selbstwertgefühl. "Es ist toll, dass viele unserer Schüler im Projektzeitraum gelernt haben, auf dem Einer-Pedalo zu fahren", freut sich Sportlehrerin Sieglinde Rosenberger über den Erfolg des Projektes. Und auch im Unterricht könne die bewegte Schule vielfältig eingesetzt werden: Mit Lesekärtchen, raumgreifenden Rechenaufgaben oder auch Singspielen.

Auch in der Hofpausen können die Schülerinnen und Schüler an Goldäcker- und Grundschule auf Bewegungsmaterial zurückgreifen. "Das wird gerne angenommen", berichten die Pädagogen und freuen sich, dass Kinder wieder lernen, wie man Seil hüpft.

Ein besonderes Angebot zur komplexen Schulung von Bewegungsapparat und Konzentrationsfähigkeit können die Schüler der GHW nutzen: Die Kletterwand in der Hägerweghalle. "Da ist Kraft, Kondition und Koordination gefragt", weiß Karle, dass Bewegung in der Schule nicht fehlen darf - aber immer zur richtigen Zeit.
 



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Norddeutsche Neusete Nachrichten 11.11. 2003

"Eltern-Sportabend"

Eltern fit machen für sportliche Kinder
Landesweite Initiative von Ministerium, Unfallkasse und AOK startet in Schwerin

Schwerin Nach nur zwei Versuchen des Hüpfens auf dem linken Bein fällt der fünfjährige Dennis um. Lisa, sechs Jahre alt, schafft beim Rückwärtslaufen gerade einmal zwei Schritte, ehe sie das Gleichgewicht verliert. Für Schulsportberater Christian Friederich keine Seltenheit. Den Schweriner Kindern fehlen motorische Fähigkeiten. Dagegen soll gemeinsam mit den Eltern etwas getan werden.

Den Auftakt für die landesweite gemeinsame Initiative von Bildungsministerium, Unfallkasse und AOK macht am kommenden Freitag die Landeshauptstadt. "Eltern-Sportabend" heißt das Projekt, dem sich möglichst alle Grundschulen im Land anschließen sollen.

 "Der Schulsport allein ist überfordert", bilanziert Christian Friederich, beim Bildungsministerium zuständig für das laufende Jahr des Schulsports. "Immer weniger Kinder engagieren sich heute in Sportvereinen." Da trotz zusätzlich aufgelegter Programme auch die Kindertagesstätten nur einen begrenzten Beitrag leisten können, sollen jetzt verstärkt die Eltern in die Pflicht genommen werden.

Dabei geht es um zweierlei. Einerseits sollen Eltern ihren Nachwuchs wieder verstärkt zum Spielen im Freien animieren. "In den Wäldern umhertollende Kinder hatten früher nicht die geringsten Schwierigkeiten, sportliche Leistungen zu erbringen", sagt Friederich. Für ihn ist das das Hauptproblem. Die oftmals als ungesund verrufene Fast-Food-Ernährung und die lange Zeit vor Fernseher und Computerspielen förderten nur zusätzlich die Bewegungsarmut und damit das Nichttrainieren der motorischen Fähigkeiten. Schuld seien sie aber nicht primär. "Die Kinder werden zu wenig zur Bewegung animiert." Deshalb sollen die Eltern entsprechend geschult werden.

 "Wir haben alle Eltern der rund 80 Grundschüler der Schule Krebsförden für den 14. November zum Eltern-Sportabend eingeladen", berichtet Friederich. An diesem Abend werden sie diverse Informationen erhalten: Wie trainiere ich richtig Ausdauer, was kann ich wie zu Hause übern, wie sieht ein gesundes Frühstück aus, welche Sportsachen trage ich richtig - und vieles mehr. Mitarbeiter der Krankenkasse und ein Sportarzt stehen dem erfahrenen Schulsportberater und den Sportlehrern dabei zur Seite. Doch die Eltern sollen auch Selbsterfahrungen sammeln. Leichte Laufübungen und Ballspiele stehen deshalb an diesem Abend auf dem Programm. "Nur wenn Eltern Belastungen selbst erfahren haben, können sie ihre Kinder argumentieren", ist sich Friederich sicher. Selbstverständlich, dass die Eltern deshalb in der Halle Krebsförden in Sportkleidung erscheinen sollen - auf freiwilliger Basis.

"Nur wenn zu Hause auch etwas getan wird, haben wir Erfolg", zeigt sich der Schulsportberater überzeugt. Denn nach wie vor zeige sich, dass die motorischen Fähigkeiten der Kinder nach der Grundschule nicht zwingend besser werden, als sie es im Kindergarten waren - trotz aller Mühen. "Die Schule allein steht da oft hilflos da."

Doch die Gefahren sind immens - frei nach dem Motto "Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr". Das Programm des Bildungsministerium soll jetzt Sportmuffeln unter den Kleinsten zuleibe rücken. In den vergangenen Wochen erhielten sämtliche Grundschul-Leiter und Sportlehrer der Erst- bis Viertklässler umfangreiches Informationsmaterial.

"Wir hoffen, dass der Startschuss am kommenden Freitag in Schwerin Signalwirkung für das gesamte Land hat", sagt Friederich. Denn nur gemeinsam mit dem Elternhaus könne man dafür sorgen, dass Dennis und Lisa ohne Probleme auf einem Bein hüpfen oder rückwärts laufen können.



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Offenbach-Post 10.11. 2003

Mangel an Bewegung hat fatale Folgen
Erschreckende Entwicklung bei Kindern / Sportförderverein will gegensteuern und dem Nachwuchs Beine machen

Langen (fm) - Die Fakten sind alarmierend und müssen vor allem Eltern erschrecken: Viele Kinder in Deutschland leiden unter Bewegungsmangel und falscher Ernährung. Zu den Folgen gehören motorische Probleme, zunehmende Aggressivität, Übergewicht, fehlende Ausdauer, Lern- und Konzentrationsschwächen. Das Bild, das Klaus Paul am Freitagabend in der TV-Turnhalle zeichnete, ist ein düsteres. Der Ministerialrat aus dem hessischen Kultusministerium war Gastredner bei einer Veranstaltung des Sportfördervereins Langen. Der Dachverband, ihm gehören aktuell 15 Vereine mit 8 000 Mitgliedern an, stellte der Öffentlichkeit seine Bewegungsinitiative vor. Sie soll Langens Kindern Beine machen.

Sicher: Der zwölf Jahre alte Junge, der 135 Kilogramm wiegt und in einer Spezialklinik um die Rückkehr zur "Normalität" ringt, ist ein Extrembeispiel. Aber: Immer mehr Kinder schleppen überflüssige Pfunde mit sich herum, wenn sie eingeschult werden, sagte Klaus Paul und bezog sich auf mehrere Studien. Das Fatale: Mit zunehmendem Alter wird das Problem noch gravierender. Wie wichtig Bewegung ist, belegte der Ministerialrat mit dem so genannten Bad Homburger Modell. Dabei kamen Grundschüler in den Genuss einer täglichen Sportstunde. Das Ergebnis ist erstaunlich: Sie waren gleichaltrigen Schülern, die pro Woche nur zwei Stunden Sportunterricht hatten, in vielen Dingen voraus. Die bessere körperliche Konstitution führte auch zu besseren schulischen Leistungen und Aggressionsabbau. Auf dem Schulhof ereigneten sich weniger Unfälle, weil die Kinder verstärkt in der Lage waren, Zusammenstöße zu verhindern. "Viele Kinder können beim Rennen oft nicht mehr die Richtung ändern, weil ihnen die Motorik fehlt", sagte Paul.

Nur ein Drittel aller Kinder spielt täglich im Freien, zudem nehmen Eltern ihn oft zu viel ab. Fahren sie zur Schule, ins Training oder die Musikschule. Hinzu kommen, vor allem in Städten, fehlende Spielräume. Das Sitzen vor Fernseher und Computer tut ein Übriges. Paul nimmt die Eltern in die Pflicht: "Sie müssen Vorbild sein, Bewegung und Sport fördern." 78 Prozent aller Kinder, so das Resultat einer AOK-Umfrage, würden gerne häufiger Sport mit der Familie treiben.

Um Langens Kinder auf Trab zu bringen, hat der Sportförderverein Yuriy Bogdanov engagiert. Der 33-jährige Sportlehrer hat in seiner Heimat Ukraine sechs Jahre lang die Schulsport-Olympiade geleitet. Er macht im nächsten Jahr seine Runde durch Kitas und Grundschulen, um dort zusätzliche Sportangebote zu unterbreiten. Bogdanov wird den Nachwuchs beobachten und Arbeitsgemeinschaften für motorisch schwächere Kinder bilden. In den Schulen will der Fachmann auch nach Talenten Ausschau halten. Fortbildungen für Lehrer sind eine weitere Aufgabe.

Das Projekt ist ein Jahr finanziell abgesichert, soll aber dauerhaft laufen. Dafür suchen die Verantwortlichen noch Sponsoren.

Peter Carlstaedt, Vorsitzender des Sportfördervereins, appellierte am Freitag an die Besucher, "die Botschaft des heutigen Abends nach draußen unter die Langener zu tragen". Es gibt viel zu tun, der Sportförderverein packt’s an.
 
 
 

Sportunterricht und Gesundheit
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8.11. 2003 Schwäbische Zeitung

"Über das Turnen eine ganz andere Beziehung zum Körper bekommen"

Knut Kirsch, Vizepräsident Spitzensport des Schwäbischen Turnerbundes und ehemaliger Dozent am Institut für Sportwissenschaft der Uni Tübingen, sowie der ehemalige Olympiasieger und Weltmeister Valeri Belenki weilten vergangene Woche zum Toto-Lotto-Jugendtraining mit dem Nachwuchs der Turngemeinde in Tuttlingen. Wir sprachen mit ihnen über grundsätzliche Turn-Belange.

Was reizt einen ehemaligen Olympiasieger und Weltmeister, mit dem Turn-Nachwuchs in der Provinz ein solches Training zu absolvieren?

Valeri Belenki: Ich bin früher, als ich nach Deutschland gekommen bin, schon überall herumgereist, habe Show-Auftritte gemacht. Und ich kenne die Problematik in Deutschland. Leider kann man nicht überall in den Vereinen richtig trainieren, weil die Kenntnisse vom Kunstturnen bei manchen Trainern noch nicht so weit sind. Deswegen haben wir uns entschieden, mit Herrn Knirsch zusammen unsere Kenntnisse vom Kunstturnen nach außen zu tragen. Besonders in den Schulen und in den Vereinen muss es schon anfangen, etwas passieren Richtung Leistung. Wenn wir Kindersichtung machen an Schulen, ist es wirklich schwer, solche Kinder zu finden. Die Kinder sollen sich bewegen; das macht ihnen Spaß, man sieht es; es fasziniert sie.

Welchen Wert messen Sie dem Turnen für die allgemeine sportliche Grund-Schulung von Kindern bei?

Kurt Knirsch: Überall spricht man von Ausbildung der koordinativen Fähigkeiten. Koordination heißt, Bewegung steuern können. Eine Sportart wie das Turnen, egal ob ich mich jetzt im unteren oder oberen Niveau bewege, ist die Sportart schlechthin, die die koordinativen Fähigkeiten am weitesten ausbildet. Zweitens, durch diese ständige Veränderung der Körperpositionen an den Geräten kann man natürlich auch entsprechend Kraftanforderungen stellen; das heißt, die konditionellen Fähigkeiten ebenfalls fördern. Das bedeutet also für die Gesamtentwicklung von Kindern - wenn man es richtig anpackt, das ist die Voraussetzung - dann kann man mit Kindern relativ viel erreichen. Einfache Bewegungen, die hochkoordinativ sind, und in der Gesamtbewegung auch für andere Sportarten sehr bedeutsam sind.

Welche Eigenschaften, die ein guter Turner haben sollte, können auch für andere Sportarten von Nutzen sein?

Kurt Knirsch: Ich war ja 25 Jahre lang Dozent am Institut für Sportwissenschaft in Tübingen; habe Fußballer, Handballer, Leichtathleten und alle bei mir im Turnunterricht gehabt. Alle haben unisono gesagt, über das Turnen haben sie eine ganz andere Beziehung zu ihrem Körper bekommen. Sie können ihren Körper wesentlich besser koordinieren und steuern. Ich habe in Köln studiert und bei Hennes Weisweiler Ausbildung gehabt. Und der hat ja großen Wert gelegt auf gymnastische und turnerische Ausbildung, zusammen mit Helmut Bantz übrigens. Die Fohlen von Mönchengladbach haben damals, ob es nun Netzer oder Heynckes war, ihren Grundfundus in dieser Bewegungssteuerung übers Turnen gehabt! Amsterdam beispielsweise, die Fußballschule, hat dreimal in der Woche Turnen, zweimal Tanzen. Man sieht schon, dass die fortschrittlichen Trainer oder die in der professionellen Ausbildung für Fußball, Handball oder Volleyball Tätigen sehr gern auf diese Grundvoraussetzungen zurückgreifen.

Ist es möglich, allein mit dem Schulsport die turnerische Grundausbildung zu erreichen, oder sollten Kinder auch in Vereinen turnen?

Kurt Knirsch: Es ist ja so, dass wir im Schulsport zwei oder drei Stunden pro Woche haben. In den Grundschulen ist es leider bisher so, dass die Sportstunden überwiegend von Lehrkräften abgehalten werden, die Sport nicht studiert haben. Vor diesem Hintergrund ist es natürlich relativ schwierig, eine exakte und zielgerichtete Ausbildung zu machen. Was die Schule leisten kann, ist nicht Vorbereitung für den Leistungssport. Die Schule muss die Grundbedingungen der Bewegungserziehung leisten. Das heißt, alle möglichen Körperbewegungen, die eine bestimmte Bedeutung haben, zu vermitteln. Was die Schule leisten könnte, und das tut man heute leider nicht - man könnte bewegungsbegabten Kindern sagen, du solltest in den Verein gehen, da könntest du dich weiterentwickeln. Aber die Schule kann weder den Verein ersetzen noch kann der Verein die Schule ersetzen.

Sicherlich ist gerade das klassische Turnen nicht unbedingt bei allen Schülern sehr beliebt. Was kann ein Lehrer tun, um diesen Sport trotzdem möglichst attraktiv und mit Spaß zu vermitteln?

Ich würde nicht den Begriff Spaß verwenden, sondern Freude. Wenn man es richtig anpackt, dazu gehört natürlich eine gute Ausbildung, dann können gut ausgebildete Sportlehrer, die das Turnen eigentlich von der Pike auf gelernt haben, mit Kindern in den Grundbewegungen fast alles erreichen. Schwingen, Springen, Rollen - - das sind die Grundvoraussetzungen. Und wenn man dann ein bisschen weitergeht, beim Springen beispielsweise heute Springen zum Überschlagen - Sie werden sehen, das können Kinder in zwei Stunden. In vier Stunden können sie einen Überschlag lernen. Und das motiviert natürlich. Nicht ist motivierender als der Erfolg. Und das kann auch in der Schule geleistet werden.

Sollte sich der Lehrer dann nach den Schwächeren in der Klasse richten oder nach den Stärkeren?

Immer nach den Schwächeren! Man muss zwar das Niveau entsprechend anziehen, wenn man Grundvoraussetzungen erarbeitet hat. Aber grundsätzlich gilt für alle Pädagogen die Devise: Der Schwächere ist das Maß der Dinge. An dem muss man sich ausrichten.

Wer Turnen als Leistungssport auf höherer Ebene betreiben will, auf welches Trainingspensum pro Woche muss er sich dann einstellen?

Valeri Belenki: Also ich würde sagen, wir reden nicht von der Woche, sondern vom Tag. Unsere derzeitigen Leistungssportler, die Olympiakandidaten, trainieren dreimal pro Tag. Sie bereiten sich vor auf Grand-Prix-Wettkämpfe, nächstes Jahr sind die Olympischen Spiele. Und Ende November findet der DTB-Pokal in der Stuttgarter Schleyer-Halle statt, da werden alle auftreten. Diesen Leistungssport kann man natürlich nicht mit dem anderen Niveau vergleichen - aber es ist auf jeden Fall mehr als im Fußball.

Kurt Knirsch: Ich kenne die Fußball-Nachwuchsspieler vom VfB Stuttgart, weil die auch bei uns im Teilzeit-Internat sind. Die trainieren zwischen sechs bis acht Stunden pro Woche, mit 14, 15, 16 Jahren. Unsere zehnjährigen Turner trainieren jetzt schon 15, 16 Stunden. Die 20-Jährigen, die jetzt an die deutsche Spitze rankommen, trainieren mehr als 20, bis 30 Stunden pro Woche. Das ist ein halber Beruf. Da muss man schon auf sehr viel verzichten, wenn man diese Sportart betreiben will. Aber im Endeffekt ist es so, wenn Sie mal in Stuttgart ein bisschen so Nachwuchsturnen erleben würden, sehen Sie, was für prachtvolle Körper die haben, wie die ausgebildet sind. Bei jedem Vergleich würden die immer herausstechen. Aber durch das viele Training sind sie natürlich auch zeitlich sehr stark eingeschränkt.

Im Turnen scheint Doping kein Thema zu sein? Warum nicht?

Kurt Knirsch: Im Gerätturnen hat man das mal versucht - aber es hat nicht funktioniert, weil die Koordination, das Steuern von Bewegung, total außer Rand und Band geraten ist. Man konnte die Bewegung überhaupt nicht mehr turnen. Das war eigentlich der Kern, dass es im Turnen keine Doping-Probleme gibt.

Problematik des Turnens im Schulsport
Gerätturnen - Turnen und Computer


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Münchener Merkur 5.11. 2003

Täglich eine "Bewegungsstunde"
Fachleute fordern mehr Schulsport

Im Rahmen der Aktionswoche des Kultusministeriums "Schulsport tut Bayern gut" lud die Realschule Taufkirchen zu einem Vortragsabend ein und veranstaltete begleitend einen Sporttag mit dem Ziel, möglichst viele Schüler zur sportlichen Betätigung zu motivieren.
"Wer am Schulsport spart, vernachlässigt die Jugend", meinte Peter Pfeuffer, Geschäftsführer des Bayerischen Landes-Sportverbandes (BLSV), der auf das veränderte Freizeitverhalten hinwies und die Bewegungsarmut der Kinder im Alltag kritisierte. Auch zuhause säßen sie stundenlang am Computer, vor dem Ferseher oder an den Hausaufgaben. Die Folge dieses Bewegungsmangels sei, dass schon bei über der Hälfte aller Kinder Schwächen in der körperlichen Entwicklung festgestellt werden könnten.

Enger mit Vereinen zusammenarbeiten

Pfeuffer betonte, dass der Sport das zunehmende Übergewicht der Schüler oder auch Auffälligkeiten im psychosozialen Verhalten verhindern könnte, und so einen wichtigen Beitrag zur gesundheitlichen Erziehung leiste. "Wer Sport treibt, kann auch mit Aggressionen besser umgehen, ist selbstsicherer und lernt Teamgeist und Fairness", so Pfeuffer, der forderte, dass Familien, Schulen und zunehmend auch Vereine noch enger zusammenarbeiten müssten.

Dem schloss sich Dr. Helmut Pabst, Vizepräsident des Bayerischen Sportärzteverbandes, an. Er informierte die Zuhörer über die medizinischen Auswirkungen der zunehmenden Bewegungsarmut und betonte, dass Kinder für eine gesunde körperliche und geistige Entwicklung jeden Tag eine "Bewegungsstunde" bräuchten.

Kinder verstärkt für Sport motivieren

"Bis zu 70 Prozent der Kinder sind motorisch nicht gut ausgebildet, haben Defizite in Kraft, Ausdauer und Koordination". Sie müssten verstärkt motiviert werden, um körperliche Leistungsfähigkeit zu entwickeln. Dazu bedürfe es eines "moderaten Trainings". "Schleifereien" seien besonders im Verein der falsche Weg.

Am Aktionstag für die Fünft- und Sechstklässler der Realschule bot die Fachschaft Sport ein breites Spektrum an Schnupperkursen an. Das Angebot, das hervorragend Anklang fand, umfasste nicht nur die klassischen Ballsportarten, sondern auch Klettern, Reiten, Tennis, Tischtennis, Karate, Hip hop, Rockn`Roll, Tae Bo und Square Dance. Die Veranstaltung wäre ohne das gute Mitwirken folgender Vereine nicht möglich gewesen: TSV, TC, BSG und Reitverein (alle Taufkirchen/Vils) sowie Rote Raben Vilsbiburg, DAV Landshut und das Fitness-Studio Frisch&Vital.


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Südkurier 25.10.2003

Bewegter Unterricht
Auszeichnung des Kultusministeriums für die Grundschule Burgweiler

Bewegungserziehung wird an der Grundschule Burgweiler groß geschrieben. Mit einer Urkunde des Kultusministeriums ist sie nun als "Grundschule mit sport- und bewegungserzieherischem Schwerpunkt" zertifiziert. Bei Schülern und Lehrerschaft ist die Freude groß über die Auszeichnung.

Burgweiler - Mit der Verleihung der Zertifikate setze Baden-Württemberg ein deutliches Zeichen für den großen Stellenwert der Bewegungserziehung an den Schulen des Landes, sagte Staatssekretär Helmut Rau bei der Verleihung der Zertifikate in Rust. Grundschulkinder hätten, so Rau, zunehmend motorische Defizite, zugleich gehe die körperliche Leistungsfähigkeit zurück. Gesundheitliche Risiken seien die Folgen.

Die an Modellversuch beteiligten Schulen verpflichten sich zu mindestens 200 Minuten Sportunterricht pro Woche sowie zu vielfältigen ergänzenden Bewegungsangeboten wie Pausensport, bewegter Unterricht oder Kooperationsmaßnahmen mit örtlichen Vereinen. Das Kultusministerium unterstützt zusammen mit der AOK die am Projekt beteiligten Schulen durch Informations- und Fortbildungsveranstaltungen, Pädagogische Tage und Schulaktionstage und nicht zuletzt finanziell mit jeweils 400 Euro für die Anschaffung von Spielgeräten.

Die Grundschule Burgweiler der Gemeinde Ostrach nahm zum ersten Mal am zwei Jahre alten Projekt teil. Das bedeutet, dass neben den vorgeschriebenen Sportstunden in der Woche weitere Angebote für mehr "Bewegung" gemacht wurden. Es gab Bewegungspausen im Unterricht und die eigentlichen Pausen wurden ebenfalls aktiv genutzt. Für die Klassen 3 und 4 wurde eine Sport-AG eingeführt, die Schule nimmt teil an Turnieren und Wettkämpfen, sie nimmt Schwimm-, Lauf- und Sportabzeichen ab, pflegt die Kooperation mit dem Turnverein Ostrach und plädiert für die Möglichkeit, zu Fuß oder mit dem Fahrrad den Schulweg zurückzulegen. Besonders geschätzt wird von den Schülern die Öffnung der Sporthalle vor Unterrichtsbeginn besonders dann, wenn zwischen Eintreffen des Schulbusses und dem Unterrichtsbeginn Hohlzeit besteht.

Bewegte Schule
Auswirkungen von Sport und Bewegung aufs Gehirn
Lernen braucht Bewegung



 Oberpfalznetz 23.10. 2003

Start des Projekts "Wir laufen durch Europa"
Jeden Tag dem Ziel etwas näher
 

Waldsassen. Das Startsignal für die über 30 Mädchen und Buben gab Schulamtsdirektor Ludwig Spreitzer selbst, der sich danach auch noch im Traininigsanzug unter die Laufgruppe mischte: "Wir laufen durch Europa" ist die Aktion überschrieben, die am Montag stellvertretend für alle beteiligten Schulen an der Hauptschule eröffnet wurde.

Das Projekt war vom "Arbeitskreis Sport in Schule und Verein" im Landkreis Tirschenreuth initiiert worden, anlässlich des "Europäischen Jahres der Erziehung durch Sport" und der EU-Osterweiterung. Wie berichtet, laufen die Mädchen und Buben aller Grund- und Hauptschulen im Landkreis jeweils zu Beginn oder am Ende des Sportunterrichts eine bestimmte Strecke. Die Kilometer werden notiert, bis symbolisch das Ziel erreicht ist - eine bereits zugeteilte Großstadt in Europa.

Große Karte in der Aula

Die nach und nach gesammelten Kilometer werden in Lauflisten festgehalten und über die kommenden Monate hinweg hinweg addiert. Auf einer großen Karte in der Aula der Hauptschule wird der tägliche und wöchentliche Streckengewinn abgesteckt.

Ziel der Hauptschule Waldsassen ist die Partnerstadt Pencoed in Wales. Die Entfernung, die zurückgelegt werden muss beträgt etwa 1380 Kilometer. Dabei muss auch der Ärmelkanal mit etwa 35 Kilometer durchschwommen werden. Dies wollen die Mitglieder der erprobten Schwimmmannschaft an einem Nachmittag im Rahmen ihres Trainings im Hallenbad schaffen.

Ausdauer und Werte

Mit den vorgesehenen Abstechern auf der Laufroute in verschiedene Regionen oder Städte dürften sich die tatsächlichen Entfernungs-Kilometer auf rund 2000 steigern. "Projektgedanke", so Spreitzer erklärend, "ist die Ausdauerschulung im Sportunterricht in Verbindung mit den erziehlichen Werten Kooperation, Fairness, Ehrlichkeit, Durchhaltevermögen und die Einschätzung des eigenen Leistungsvermögens." Daneben habe das Projekt auch fächerübergreifenden Charakter. So wird etwa - nachdem die Landeswährung in England das Englische Pfund ist, im Mathematikunterricht der Euro in Pfund umgerechnet werden, im Deutschunterricht könnten landesübliche Märchen und Sagen oder auch Beiträge aus der Tageszeitung mit eingebunden. "Der neue Tag" wird das Projekt übrigens bis zum Abschluss am 3. Mai 2004 in der Kemnather Dreifachturnhalle begleiten und regelmäßig darüber berichten.
 

Leichtathletik in der Schule

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Westfälische Rundschau 23. 10 2003

Neuauflage des Münchner Fitness-Tests
AOK steht erneut hinterm Pilotprojekt - DSB Schulsportpreis

Meinerzhagen. AOK, WR und Stadtsportverband wiederholen in diesem Jahr im Rahmen der Aktion "Schulsport in Bewegung" den Münchener Fitness-Test. Er soll Aufschluss darüber geben, wie es um die Fitness der Kinder und Jugendlichen bestellt ist und wie sich Ausdauer, Schnelligkeit, Kraft sowie Koordinierungs- und Koordinationsvermögen entwickelt haben.
 
"Die Initiative der WR ist nur zu begrüßen", sagt Günther Jäckel, Vorsitzender des Stadtsportverbandes Meinerzhagen. Schon im vergangenen Jahr hatte sich der Stadtsportverband für die Aktion stark gemacht. In diesem Jahr ist Jäckel wieder mit von der Partie.

Er schätzt auch die Rolle der AOK Märkischer Kreis als Partner der Aktion. Die Gesundheitskasse liefert die Materialen für den Test. Außerdem übernimmt sie die Kosten, die bei der Auswertung durch das Wissenschaftliche Institut der Ärzte Deutschlands entstehen. Eine Testdichte wie in Meinerzhagen (rund 1000 Schüler) wurde bislang nirgendwo erreicht. Aus diesem Grund hat die AOK Märkischer Kreis die Aktion in Meinerzhagen in den Rang eines Pilotprojektes erhoben.

Sie selbst unterstützt den Schulsport durch vielfältige Aktivitäten. Für die Meinerzhagener Schulen hat sie einen Pool mit 15 hochwertigen codierten Pulsuhren angelegt. Die Schulen können sie für ihren Sportunterricht oder für bestimmte Projekte ausleihen.

DSB-Schulsportpreis

Inzwischen haben der Deutsche Sportbund und die Deutsche Sportjugend das Thema Schulsport aufgenommen. Sie loben den DSB-Schulsportpreis 2002/2003: "Schulsport bewegt Schule" aus. Gemeinsames Ziel beider Verbände ist es, eine Qualitätsoffensive zu starten.

Ziel des Wettbewerbs ist es, herausragende und damit beispielhafte innovative gegenwartsbezogene und zukunftsorientierte Formen des Schulsports einzelner Schulen auszuzeichnen. Teilnehmen können bundesweit alle Schulformen und -stufen.

Die Teilnahme erfolgt über eine schriftliche Bewerbung, die die Schulleitung einzureichen hat. In der Bewerbung jeder Schule sollten neben der Beschreibung/Darstellung des innovativen schulsportlichen Gesamtkonzepts der Schule (Schulsportprofil) auch konkrete Angaben zu folgenden Standardkriterien gemacht werden:

Teilnahme an schulsportlichen Wettbewerben und Erwerbung des Sportabzeichens im Schuljahr; Arbeitsgemeinschaften im außerunterrichtlichen Schulsport; Anzahl der Kooperationen mit Sportvereinen bzw. -verbänden im laufenden Jahr, prozentuale Anzahl der Mitgliedschaften der Schüler und Schülerinnen im Sportverein sowie die Sichtung und Förderung von Talenten in der oder über die Schule; Schul- und fächerübergreifende und fächerverbindende Projekte mit Sportbezug; didaktische Leitprinzipien des Sportunterrichts; Sportförderunterricht für Schülerinnen und Schüler mit mangelnden Bewegungserfahrungen und körperlichen Leistungsschwächen; Durchführung von Schulsportfesten im Schuljahr 2002/2003.

Bis 15. November bewerben

Der Schulsportpreis des Deutschen Sportbundes ist insgesamt mit 10 000 Euro dotiert. Die Geldpreise sind zweckgebunden für den Schulsport zu verwenden. Abgabefrist der Bewerbungsunterlagen ist der 15. November 2003. Interessierte Schulen richten ihre Eingabe bitte an die Deutsche Sportjugend, Bereich Schulsport, Ute Markl,Otto-Fleck-Schneise 12, 60528 Frankfurt am Main. Rückfragen: Ute Markl, Deutsche Sportjugend, Tel: (069) 67 00 322 oder per E-Mail: markl@dsj.de

Münchner Fitness-Test
DSB-Schulsportpreis 2003


 

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Pforzheimer Zeitung 22.10. 2003

Der Schulsport im Blickpunk
Die Lage ist alarmierend

Die Bedeutung des Schulsports soll aufgewertet werden. Deshalb hat das Staatliche Schulamt Pforzheim seine Schulleiter/innen gestern zu einem Forum ins Bürgerhaus Haidach geladen.

Die Lage ist alarmierend. Die körperliche Fitness unserer Kinder hat in den letzten Jahren dramatisch abgenommen, besagen Studien. Gründe: Bewegungsmangel und falsche Ernährung. Das Schulamt will seine Lehrkörper für dieses Thema verstärkt sensibilisieren, auch vor dem Hintergrund, dass es ab 2004 neue Bildungspläne gibt. "Eine vielfältige Chance zur Veränderung", wie Schulamts-Leiterin Renate Süß eingangs anmerkte. Denn die Schulen können ab dem neuen Schuljahr in eigener Verantwortung die Verteilung der Stunden auf die einzelnen Fächer festlegen. Und dabei sollte - da waren sich nahezu alle Teilnehmer des ganztägigen Forums einig - der Sport nicht zu kurz kommen.

Als Einführung ins Thema referierte Professor Dr. Klaus Bös vor den knapp 90 Schulleitern/innen über die "Bedeutung des Schulsports für die Persönlichkeitsentwicklung unserer Kinder." Der Leiter des Sportinstituts der Universität Karlsruhe sprach den Widerspruch an, dass Kinder einerseits zu 80 Prozent irgendwann Mitglied in einem Sportverein sind und recht früh mit Sportarten wie Skifahren, Schwimmen oder Inline-Skating in Berührung kommen, andererseits aber leistungsschwach und motorisch auffällig sind sowie Probleme mit Grundfertigkeiten wie laufen, springen, werfen und klettern haben.

"Die Bewegungswelt hat sich dramatisch verändert", folgert Bös. Als Beispiel, wie positiv sich mehr Sport an der Schule auf Kinder auswirken kann, stellte Klaus Bös eine Studie der Universität Frankfurt vor. Man verglich über einen Zeitraum von vier Jahren eine Modellschule mit täglich 30 Minuten Sport und eine "normale" Schule mit zwei Mal in der Woche 30 Minuten Sportunterricht. Die Resultate sprachen durchweg für mehr Sport an der Schule. Die Schüler an der Modellschule waren leistungsfähiger, weniger aggressiv und gingen lieber zur Schule als ihre Altersgenossen. Auch die Eltern zeigten sich letztlich sehr angetan von dem Projekt. Bös’ Forderung lautet daher: "An der Grundschule muss die tägliche Sportstunde eingeführt werden."

Ein hochkarätig besetztes Podium vertiefte die Thematik. Gudrun Augenstein, als Schulsportbeauftragte beim Staatlichen Schulamt federführend mit der Vorbereitung des Forums betraut, legte Wert auf die Tatsache, dass Vertreter aller relevanten Gruppen am Tisch sitzen. Die Diskussionsteilnehmer waren sich einig dass Sport eine sehr wichtige Rolle für die Entwicklung der Kinder spiele. Deshalb gelte es auch, den Schulsport nach Kräften zu fördern. Diese Einigkeit, warf Heinz Janalik, Präsident des Badischen Sportbundes (BSB), in die Debatte, sei aber oft nur ein Lippenbekenntnis. Es bestehe eine große Diskrepanz zwischen Worten und Taten. Gerhard Drautz, Vorsitzender des Sportkreises Pforzheim, bemängelte, dass es den Vereinen an qualifizierten Übungsleitern fehle. Er appellierte an die Lehrerschaft, sich ehrenamtlich in Vereinen zu engagieren. Eine Lanze für die Maßnahmen des Kultusministeriums brach Edwin Gahal. "Wir brauchen den Schulsport nicht neu erfinden.

Mit der Schulsportoffensive haben wir den richtigen Ansatz." Vor einigen Wochen wurden 250 Grundschulen mit sport- und bewegungserzieherischem Schwerpunkt in Baden-Württemberg ausgezeichnet. Zu diesen Lehranstalten, die 200 Minuten Sport in der Woche anbieten, zählt auch die Bohrainschule Pforzheim. Deren Schulleiter Roger Schreiber stellte auf dem Podium das Projekt vor und betonte: "Wir müssen den Sport den Bedürfnissen der Kinder anpassen."

Für die Stadt Pforzheim unterstrich Sportbürgermeister Gert Hager den Stellenwert des Sport für die Kommune. Die Interessen des Sports kollidierten derzeit aber heftig mit denen der Gemeindefinanzen. "Neuinvestitionen sind in den nächsten Jahren nicht möglich", stellte Hager fest.

Die Podiumsdiskussion wurde von Dr. Werner Schnatterbeck, dem Leiter des Oberschulamtes Karlsruhe, moderiert.
 
 

Uni Karlsruhe - Prof. Bös




 

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Leichtathletik.de 21.10. 2003

Kinderleichtathletik auf neuen Wegen stark machen

Ein tolles Beispiel, dass das Netzwerk Schule, Hochschule, Verein und Verband nicht nur in der Theorie sondern auch in Praxis funktioniert, zeigte am Wochenende ein Lehrgang des Leichtathletik-Kreises Giessen im Institut für Sportwissenschaften der Justus-Liebig-Universität (JLU) Giessen. „Von der Praxis für die Praxis“, so die Worte vom Lehrwart Kurt Drolsbach.

Nicht nur der Deutsche (DLV) und Hessische Leichtathletik-Verband (HLV) sondern auch das Hessische Kultusministerium (Referat Schulsport), das Hessische Landesinstitut für Pädagogik (Help), das Staatliche Schulamt für den Landkreis Gießen/Vogelsbergkreis, der Landesverband Hessen des deutschen Sportlehrerverbandes (DSLV) sowie das Institut für Sportwissenschaft der JLU luden ihre Interessenten zu der eintägigen Fortbildungsveranstaltung ein.

Glänzende Augen bei 26 Kindern

Dem Aufruf folgten nicht nur 26 Kinder im Grundschulalter, die mit Begeisterung und glänzenden Augen an der Praxisdemonstration teilnahmen, sondern auch ca. 100 Lehrer und Lehrerinnen, Studenten und Studentinnen sowie viele Vereinstrainer und -übungsleiter.

Stolz war Kurt Drolsbach, dass er ein hochkarätiges Lehrteam begrüßen konnte: Das DLV-Lehrteam-Kinderleichtathletik mit David Deister an der Spitze sowie Christian Weber und Klemens Neuhaus war dann auch vor Ort mit großem Elan und Begeisterung bei der Sache. Mit verschiedenen Inhaltsschwerpunkten in Theorie- und Praxisanwendungen wurde die Darstellung einer kindgerechten Leichtathletik vermittelt.
 
„Um die Kinderleichtathletik attraktiv in Szene zu setzen, benötigen wir neue Wege in der Umsetzung“, so Christian Weber. Kindgerechte Leichtathletik muss im Sommer wie Winter möglich sein, die Kinderleichtathletik muss sich von der „Normenleichtathletik“ wegbewegen, was bedeutet, dass Sektoren, Gewichte und Abstände in den Hintergrund rücken müssen.

Kinderleichtathletik keine reine Notensportart

Den anwesenden Lehrerinnen und Lehrer wurde vermittelt, dass die Kinderleichtathletik nicht als reine „Notensportart“ verstanden werden soll, sondern dass es um die Teamleichtathletik sowie die entwicklungsgemäße Leichtathletik gehe, erläuterte David Deister. Die Kinderleichtathletik soll eine altersgemäße Grundsportart sein, die in verschiedenen Spiel-, Übungs- und Trainingsformen angeboten werden muss. Basiselement der Ausbildung ist die Schulung aller koordinativen Fähigkeiten, vor allem der Rhythmusfähigkeit. Die breite Orientierung steht im Mittelpunkt, und die Freude an der Leichtathletik soll und darf nicht zu kurz kommen.

Vom Schnell-Laufen zum Sprinten

Mit den hervorragend mitarbeitenden Grundschulkindern konnten mit Hilfe von Pylonen, Fahrradreifen, Bananenkästen, Schaumstoffblöcken, Teppich-Fließen und Markierungskegeln Praxisdemonstrationen vom Schnell-Laufen zum Sprinten, vom Ausdauernd-Laufen zum Dauerlaufen sowie vom Weit-Springen zum (Schritt)-Weitsprung vorgeführt werden.

Am Nachmittag standen dann mit den Teilnehmern praxisbezogene Eigenrealisationen auf dem Zeitplan. Vom Hoch-hinaus-Werfen zum Schlagballwurf sowie die neue Konzeption der Bundesjugendspiele waren die brandaktuellen Themen, die in praktischer Arbeit und Theorie beleuchtet wurden.

Neue Bundesjugendspiele mit Gruppenleistung

Die „neuen Bundesjugendspiele“ sollen kindgemäß, auf kleinem Raum und schnell auswertbar sein, so der Referent Klemens Neuhaus. Eine große Variabilität im neuen Konzept besteht darin, dass die Übungen ausgetauscht werden können und die Messung der Ergebnisse nicht mehr nach Sekunden, Minuten und Metern erfolgt, sondern sich an der Gruppenleistung orientiert. Als Schlusswort gab Neuhaus den Lehrkräften mit auf dem Weg, dass sie nun ausströmen und die neuen Bundesjugendspiele zum Leben erwecken sollen.

Rundum eine gelungene Veranstaltung, die Appetit auf mehr macht, was von Kurt Drolsbach mit den Worten „wir müssen schauen, welchen Bedarf unsere Interessenten haben“ durchaus bejaht wurde.

Leichtathletik in der Schule
www.leichtathletik.de


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Pforzheimer Zeitung 18. 10 2003

Grundschulen in Bewegung
Fünf Schulen der Region bei Initiative des Landes Baden-Württemberg und der AOK ausgezeichnet

Bewegung bei Grundschulkindern will die Initiative "Grundschule mit sport- und bewegungserzieherischem Schwerpunkt" fördern. Für die erfolgreiche Umsetzung dieses Ziels haben Helmut Rau, Staatssekretär im Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg, und der Vorstandsvorsitzenden der AOK Baden-Württemberg, Roland Sing, 254 Grundschulen mit Zertifikaten ausgezeichnet. Unter den Ausgezeichneten sind die Bohrain- und die Nordstadtschule aus Pforzheim, die Steiner Heynlin-Schule, die Kepler-Schule in Ellmendingen und die Eichelbergschule Ölbronn-Dürrn. "Bewegung entspricht einem vitalen Interesse, schafft Zugang zur Welt, stärkt Aktivitäten und Lebensfreude", sagte Rau bei der Überreichung der Zertifikate im Europapark Rust. Die Situation heute sei aber eine andere. Laut Untersuchungen des Karlsruher Sportwissenschaftlers Prof. Dr. Bös ist als Folge einer bewegungsfeindlichen Umwelt jedes zehnte Grundschulkind in Deutschland stark übergewichtig, jedes zweite klagt über Rückenschmerzen. Insgesamt verschlechterte sich demnach die motorische Leistungsfähigkeit von Sechs- bis Zehnjährigen in den letzten 20 Jahren um rund 20 Prozent - mit erheblichen gesundheitliche Risiken. Für die AOK ist das Projekt nach den Worten Roland Sings deshalb ein Paradebeispiel für sinnvolle und "erlebbare" Prävention.

Die am Modellversuch "Grundschule mit sport- und bewegungserzieherischem Schwerpunkt" beteiligten Schulen verpflichten sich zu mindestens 200 Minuten Sportunterricht pro Woche sowie vielfältigen ergänzenden Bewegungsangeboten wie Pausensport, bewegtem Unterricht oder Kooperationsmaßnahmen mit örtlichen Vereinen. Im Schuljahr 2002/03 entwickelten knapp 300 Schulen landesweit im Rahmen ihrer Schulentwicklung ein sport- und bewegungserzieherisches Profil. Wissenschaftlich begleitet wird das Modell durch das Sportinstitut der Universität Karlsruhe.

Die AOK Baden-Württemberg fördert das Projekt des Kultusministeriums künftig durch den Einsatz von Fachreferenten und durch eine wissenschaftliche Begleitung. Das Kultusministerium unterstützt die teilnehmenden Schulen durch Informations- und Fortbildungsveranstaltungen, Pädagogische Tage oder Schulaktionstage sowie mit jeweils 400 Euro für Spielgeräte. Insgesamt schüttete die Stiftung "Sport in der Schule" bislang 110 000 Euro aus.

Bewegte Schule
Lernen braucht Bewegung

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Pforzheimer Zeitung 18. 10 2003

Es besteht Handlungsbedarf

 "Forum Schulsport" will Fehlentwicklungen aufzeigen und Lösungsansätze bieten

Die Nachricht ist nicht neu, zahlreiche Studien belegen es: Deutschland Schüler bewegen sich zu wenig und ernähren sich nicht ausgewogen. Aus diesem Grunde ist mittlerweile jedes fünfte Kind übergewichtig. Die körperlichen Fitness, vor allem in den Bereichen Ausdauer und Koordination, lässt sehr zu wünschen übrig. Eine Untersuchung von 10- bis 14-jährigen Kindern im Zeitraum von 1995 bis 2003 hat ergeben, dass die allgemeine Fitness bei Jungen um 20 Prozent und bei Mädchen um 26 Prozent zurückgegangen ist.

Es besteht dringender Handlungsbedarf. Das weiß man beim Staatlichen Schulamt Pforzheim nicht erst seit heute. Um die Schulleiter im Amtsbezirk für die Problematik noch stärker zu sensibilisieren, veranstaltet das Schulamt am kommenden Dienstag, 21. Oktober, in der Haidachschule Pforzheim ein Forum zum Thema: "Sport in der Schule." Renate Süß, Leiterin des Schulamtes, und Gudrun Augenstein, Schulsportbeauftragte, stellten in einem Pressegespräch das Programm der ganztägigen Veranstaltung vor und unterstrichen noch einmal Wichtigkeit und Dringlichkeit einer Auseinandersetzung mit der Problematik. Für die Schulen nahmen die Schulleiter Peter Schneider (Osterfeldschule) und Gastgeber Bernd Katz (Haidachschule) an dem Gespräch teil. Für die Sponsoren ergänzte Günther Kyburz von der AOK Pforzheim die Gesprächsrunde. Das Programm für die Schulleiter beginnt nach der Eröffnung um 9.00 Uhr (Bürgerhaus Haidach) um 9.15 Uhr mit einem Grundsatzreferat von Professor Dr. Klaus Bös, dem Leiter des Instituts für Sport und Sportwissenschaft an der Universität Karlsruhe. Bös spricht zum Thema "Sport in der Schule - ein unverzichtbarer Beitrag für die Persönlichkeitsentwicklung unserer Kinder." Anschließend informiert Edwin Gahai über Aktuelles aus dem Ministerium für Kultus, Jugend und Sport. Hans-Joachim Walter von der Unfallkasse Baden-Württemberg spricht Sicherheitsaspekte im Sportunterricht an. Nach der Mittagspause gibt es um 13.00 Uhr eine Podiumsdiskussion, die von Dr. Werner Schnatterbeck, dem Präsidenten des Oberschulamtes Karlsruhe, moderiert wird. An der Diskussion nehmen teil: Klaus Bös, Edwin Gahal, Renate Süß, der Präsident des Badischen Sportbundes, Heinz Janalik, der Pforzheimer Sportbürgermeister Gert Hager, Roger Schreiber, Schulleiter der Bohrainschule Pforzheim und der Vorsitzende des Sportkreises Pforzheim, Gerhard Drautz. Ab 15.00 Uhr soll die Thematik in drei Arbeitskreisen weiter vertieft werden.

"Sport in der Schule ist unverzichtbar. Aber die Kinder haben sich verändert. Deshalb müssen auch wir Schulleiter uns ändern", fordert Peter Schneider Taten.

"Fit sein macht Schule"


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Der Neue Tag 17. 10 2003

Schulsport einmal anders
"Challenge Day" in Königstein: Alle Klassen begeistert dabei
 

Königstein.) "Das schaffen wir!" hieß das Motto am so genannten "Challenge Day" der Volksschule Königstein. Verschiedenste sportliche Übungen forderten die Schüler persönlich und vor allem auch als Klasse heraus.

Gemeinsam haben das Bayerische Kultusministerium und der Landessportverband eine Aktionswoche "Schulsport tut Bayern gut" gestartet. Konrektorin Emma Niklas und Fachlehrer Günter Hufnagel nahmen die Sache vor Ort in die Hand.

Sie wollten vor allem eines erreichen: dass die Schüler spüren, dass Sport gut tut und Spaß macht. Bewusst verzichteten sie dabei auf eine große Hervorhebung der Sieger oder eine aufwändige Preisverteilung.

Keine Macht den Drogen

Nach einer Unterrichtsstunde um die Themen "Fair Play, Sport und Gesundheit" und "Keine Macht den Drogen" trafen sich Schüler und Lehrkräfte bei kaltem, aber herrlichem Herbstwetter im Pausenhof zum gemeinsamen Aufwärmen bei flotter Musik. Dann steuerten die Klassen die einzelnen Stationen an.

Seilspringen, Geländelauf, Basketball-Korbwurf, Fallschirm-Wasserball, Skateboarding, Jonglieren und Balancieren bildeten das sportliche Programm. Weitere Stationen boten eine Phantasiereise und Geschicklichkeitsübungen an. In der Schulküche gab's unter der Devise "Fit durch richtige Ernährung" verschiedene Kostproben und Informationen zur gesunden Ernährung.

Ziel der Aktion erreicht

Nebenbei bot sich den Schülern die Möglichkeit, "ihren" Sportverein und seine Angebote vorzustellen. Sie nahmen diesen besonderen Schultag mit großer Begeisterung wahr. Das Ziel der Aktion, "das gesundheitsfördernde, gemeinschaftsstiftende und persönlichkeitsbildende Potenzial des Schulsports deutlich zu machen", dürfte wohl in jeder Hinsicht erreicht worden sein.

Auf jeden Fall wurde das Schulleben an der Volksschule Königstein, das heuer unter dem Motto "Fit und gesund durch das Schuljahr" steht, um eine weitere Facette bereichert.

Bayerischer Landessportbund
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Mossburger Zeitung 14.10. 2003

Startschuss für landesweite Aktionswoche an Schulen
"Schulsport tut Bayern gut"

Moosburg/Freising. "Bayerns Schülerinnen und Schüler müssen in Bewegung bleiben. Mit der Aktionswoche "Schulsport tut Bayern gut" setzen wir ein Zeichen für den Sport in Schule und Verein", sagte Kultusstaatssekretär Karl Freller bei der Auftaktveranstaltung für die landesweite Schulsportwoche. Das Kultusministerium und der Bayerische Landes-Sportverband (BLSV) haben erstmals eine eigene Schulsport-Woche ins Leben gerufen. Alle Schulen Bayerns sind aufgefordert, mit Veranstaltungen in der Woche vom 13. bis 17. Oktober den Schulsport in den Mittelpunkt zu rücken.

In Zusammenarbeit mit Vereinen vor Ort organisieren Schulen in ganz Bayern unter dem Motto "Schulsport tut Bayern gut" besondere Wettkämpfe, Diskussionen und Präsentationen, die einer breiten Öffentlichkeit den Facettenreichtum des schulsportlichen Angebots vor Augen führen. "Die bayerischen Schulen werden in dieser Woche zu einem Schaufenster des Schulsports", freute sich der Staatssekretär. Die Zahl der Veranstaltungen dürfte in die Tausende gehen.

Das Angebot reicht von Sportelternabenden bis hin zu Klassenolympiaden, Orientierungsläufen, Hockeyturnieren oder Nordic-Walking. "Bewegungsmangel, Haltungsschwächen und Lethargie sollen an unseren Schulen keine Chance haben. Es gibt in Bayern in jeder Woche mehr als 110 000 Sportstunden. Für die Rückgewinnung der dritten Sportstunde haben wir die Haushaltsmittel in den letzten zwei Jahren um nahezu ein Drittel erhöht", erklärte Freller.

Auch das bayerische Kooperationsmodell "Sport nach 1 in Schule und Verein" habe in den letzten Jahren einen beeindruckenden Anstieg verzeichnet. "Im Rahmen von Sportarbeitsgemeinschaften bzw. Stützpunkten gibt es bereits über 1750 Kooperationen zwischen Schulen und Vereinen im Freistaat", sagte Freller.

Gerade für eine längerfristige, über die Schulzeit hinausreichende Bindung junger Menschen an den Sport sei eine erfolgreiche Zusammenarbeit von Schule und Verein unerlässlich. "Mit der Aktionswoche wollen wir die wichtige Aufgabe und das große Engagement von Lehrern, Übungsleitern und Vereinen im ganzen Land in das Bewusstsein der Öffentlichkeit bringen", sagte der Staatssekretär.

Bayerischer Landessportbund
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Chamer Zeitung 14.10. 2003
 
mehr dazu Lektion der Woche: Sport macht Spaß

"Ihr müsst den Ball mit der Fangtasche des Handschuhs auffangen. Wenn ihr es anders macht, tut ihr Euch weh." Innerhalb weniger Minuten erklärte Fabian Weber einem Dutzend Schüler der Teilhauptschule II gestern die Grundzüge des Baseballs. Er zeigte ihnen, wie sie hohe und flach geworfene Bälle fangen sollen und wie sie die weiße Kugel vom Boden aufnehmen.
Ein paar Meter weiter werden ihre Klassenkameraden in den Umgang mit dem Baseball-Schläger eingeweiht: "Das Wichtigste ist, dass beim Schlagen keiner in der Nähe steht."
 

"Schulsport tut Bayern gut" heißt die Aktion, die den Schülern der THS II gestern diesen außergewöhnlichen Sportunterricht bescherte. Der Crash-Kurs mit den beiden Baseball-Bundesligisten der Regensburg Legionäre gehörte dabei sicher zu den Höhepunkten. Über die ganze Woche hinweg werden aber noch mehr als 140 weitere Angebote dafür sorgen, dass sich die Schüler sportlich betätigen können, ohne sich dabei zu langweilen, sagte der stellvertretende Schulleiter Günther Lommer.

"Die Schüler sollen merken: Sport macht Spaß", nannte Lommer eines der Ziele der BLSV-Aktion. Darüber hinaus wolle der Bayerische Landes-Sportverband aber auch auf die Probleme mit dem Sportunterricht in Schulen hinweisen, erklärte Lommer. Statt der obligatorischen vier Sportstunden würden derzeit in den meisten Klassen nur zwei gegeben. Darunter leide die Gesundheit der Kinder: "Wir haben immer mehr Schüler mit Übergewicht und Kreislaufproblemen. Bis zur Hälfte der Kinder und Jugendlichen schaffen es beim Cooper-Test nicht, zwölf Minuten am Stück zu laufen", erläuterte Lommer. Medizinische Gutachten würden belegen: Diese negative Entwicklung sei auch darauf zurückzuführen, dass nur mehr zwei Sportstunden gegeben würden.

Auf die Initiative des BLSV hin hat das Kultus-Ministerium die bayerischen Schulen dazu aufgefordert, an der Aktion teilzunehmen. Für BLSV-Vize-Präsident Lommer keine Frage: "Wir nehmen das sehr ernst." Deshalb können sich die Schüler der THS II auch über eine sportliche Woche freuen. Jeder von ihnen wird an zwei Tagen sechs Sportarten kennen lernen. Neben Exoten wie Baseball und American Football gehören dazu auch Breiten-Sportarten wie Fußball und Kegeln sowie Trend-Sportarten wie Inline-Skaten oder Jazz-Dance. Jeder Schüler werde außerdem den Cooper-Test ablegen. Am Freitag stehen zudem einige "nicht ganz ernst gemeinte Weltrekordversuche" an. So wollen 100 Jungen und Mädchen versuchen, mit einem Staffellauf den Rekord im 10 000-Meter-Lauf zu unterbieten.

Die Schüler scheinen die sportliche Abwechslung gerne anzunehmen, sagte Lommer gestern. "Der Einsatz der Schüler ist überraschend groß", lobte er. Er habe in den ersten Stunden viel Begeisterung gespürt, Drückeberger hingegen habe es keine gegeben. Lommer hofft jetzt, diese Begeisterung in den Schulalltag hinüber retten zu können. Dabei kann er auf die Unterstützung der Sportlehrer zählen, versichert er. "Meine Kollegen lassen sich ausbilden, um in Zukunft auch exotischere Sportarten anbieten zu können." Das Krachen des Baseball-Schlägers bei einem gelungenen Schlag soll also nicht zum letzten Mal auf dem Sportplatz neben der THS II zu hören gewesen sein.

 


Chamer Zeitung 14.10. 2003

Baseball punktet: "Besser als dauernd Volleyball"
Schüler fordern mehr Sport: "Wir brauchen auch Bewegung, wenn wir den ganzen Tag lang sitzen müssen"

Die aktuelle Umfrage
Christian Panzer hat den ersten Tag der Aktionswoche mit Skigymnastik, Tischtennis und Baseball verbracht. "Baseball war am schönsten", sagte er im Rückblick. In seiner Freizeit treibt der 14-Jährige fast keinen Sport. "Früher habe ich Tennis gespielt, aber ich habe kaum noch Lust", sagt er. Gerade deshalb finde er es schade, dass nur noch zwei Stunden Sport gegeben werden. "Man braucht schließlich auch Bewegung, wenn man in der Schule sonst die ganze Zeit nur sitzt."

"Das ist eine starke Aktion", sagt der 15-jährige Stephan Fischer . "Das könnten wir auch jeden Monat machen." Auch für ihn waren die Baseball-Stunden der Höhepunkt des Tages: "Das ist mal etwas Neues." Auch Stephan treibt in seiner Freizeit keinen Mannschaftssport mehr, hat die Fußballschuhe an den Nagel gehängt. Fit hält er sich jetzt mit Inline-Skaten im Chamer Funpark. Seine Meinung zum Thema Schulsport: "Zwei Stunden sind zu wenig, vier Stunden wären besser."

Die 15-jährige Stefanie Gruber zeigt sich angetan vom ersten der Aktionstage: "Das ist keine schlechte Sache." Nach je zwei Stunden Tischtennis, Badminton und Baseball hat auch bei ihr das Training mit den Regensburg Legionären gepunktet. In ihrer Freizeit geht Stefanie mehreren Sportarten nach: "Radfahren, Fußball oder zu was ich sonst gerade Lust habe." Da sie selbst aktiv sei, reiche ihr auch das sportliche Angebot in der Schule aus. "Noch zwei Stunden müssen nicht sein."

"Im Sportunterricht mal etwas anderes zu machen, ist recht amüsant", sagt Steffi Zistler über die Aktionswoche "Schulsport tut Bayern gut". Die 15-Jährige vertreibt sich ihre Freizeit unter anderem mit Reiten, Fußball und Rad fahren. Auch in der Schule würde sie sich über zwei weitere Stunden Sport freuen. Sie bemängelt aber, dass in den Sportstunden "bisher meistens Volleyball" gespielt werde. "Ein bisschen mehr Abwechslung wäre mir recht. Baseball wäre zum Beispiel echt gut."

Auch Katharina Meier genießt die Abwechslung zum Schul-Alltag, den die Aktionswoche mit sich bringt. "Das ist besser, als nur den ganzen Tag zu sitzen", versichert sie. Daher würde auch sie zwei weitere Sportstunden befürworten. Auch die 15-Jährige bemängelt aber die fehlende Vielfalt im Sport-Unterricht. "Meistens spielen wir Volleyball oder eine andere Ballsportart." Bei vier Sportstunden pro Woche könnten auch Tanz oder Aerobic angeboten werden, schlägt Katharina vor.


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Ärzte-Zeitung 13. 10. 2003

Täglicher Sport hält Schüler schlank

Studie mit Berliner Schulkindern / Über zehn Prozent aller Kinder sind zu dick

BERLIN. Schulkinder, die täglich Sportunterricht haben, bekommen weniger Gewichtsprobleme als Kinder, die nur drei Stunden wöchentlich in Sport unterrichtet werden.

Dieses Ergebnis einer Vergleichsstudie an Berliner Schulen bestätigt, dass durch regelmäßigen Sport bei Kindern wirklich Übergewicht vorgebeugt werden kann.

Teilgenommen haben an der Untersuchung über 1400 Berliner Schulkinder im Alter von sechs bis dreizehn Jahren. Ein Teil von ihnen besuchte Grund- und Primarschulen mit besonders intensivem Sportunterricht. Die anderen Kinder gingen an Schulen, an denen die üblichem drei Stunden Sport pro Woche unterrichtet werden.

Eine Arbeitsgruppe der Humboldt-Universität in Berlin hat Gewicht und Größe der Kinder ermittelt. Nach den Resultaten, die Dr. Sergio Ziroli jetzt in "Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin" (54, 2003, 248) veröffentlicht hat, hatten gemessen an den Kriterien der Arbeitsgemeinschaft Adipositas im Kindes- und Jugendalter acht Prozent aller Kinder Übergewicht und vier Prozent waren adipös. Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen wurden dabei nicht gefunden.

Jedoch hatte die Häufigkeit des Schulsports einen deutlichen Einfluss auf das Gewicht. So hatten elf Prozent der Kinder Übergewicht, die nur an herkömmlichem Schulsport teilnahmen, jedoch nur sieben Prozent der Kinder, die täglich Sportunterricht hatten.

Ähnliche Unterschiede bestanden bei der Adipositas: Sie wurde bei sechs Prozent der Kinder festgestellt, die nur einmal pro Woche Schulsport hatten. Bei täglichem Sport waren es nur vier Prozent.

Zeitschrift Sportmedizin


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Osthofener-Zeitung 8.10.  2003

Aktionswoche soll Freude am Sport wecken
Außergewöhnliches Fitness-Programm an der Realschule Damenstift Altenmarkt: Badminton, Tennis und Rudern

Schulsport sieht demnächst in der Realschule Damenstift Altenmarkt eine Woche lang ganz anders aus als sonst: Statt Völkerball und Barrenturnen stehen von 13. bis 17. Oktober unter anderem Rudern, Selbstverteidigung, Inlineskaten und Squash auf dem Programm. Die Schülerinnen freuen sich bereits auf den Stundenplan in der Sport-Aktiv-Woche: "Das ist eine schöne Abwechslung", lobt die Klasse 8 b. Eine Abwechslung, die vor allem Impulse setzen soll, damit die Schüler sich auch in ihrer Freizeit wieder mehr bewegen.

Die meisten Mädchen treiben nur wenig oder keinen Sport. Und falls doch, dann haben sie meist ganz andere Interessen als das, was auf dem Unterrichtsplan steht: Inline skaten, Ski fahren, Snowboarden und Rad fahren stehen bei den Jugendlichen der Klasse 8 b hoch im Kurs, alles was man in der Schule normalerweise nicht macht.

Sport im Verein ist ebenfalls wenig gefragt: "Auf dem Land ist das nicht so einfach", glaubt Sportlehrerin Andrea Ruckriegel. Ohne den Fahrdienst der Eltern haben die Kinder oft gar keine Möglichkeit, in ein Fitnessstudio oder in die Tennisstunde zu kommen.
Ausprobieren können sie es jetzt aber trotzdem: In der Sport-Aktiv-Woche werden die Klassen mit den ortsansässigen Vereinen zusammen einige Sportarten ausprobieren: Die Jüngeren spielen Tennis und machen einen Orientierungslauf. Die achten und zehnten Klassen gehen ins Fitnessstudio, trainieren dort Squash, Badminton, Aerobic und Spinning. Außerdem stehen für einige Klassen Selbstverteidigungskurse, Inline skaten, Kanu und Rudern auf dem Programm.

Im Schul-Basketball-Turnier und einem überregionalen Orientierungslauf-Wettkampf können sich die Jugendlichen dann noch mit anderen messen - und vielleicht ihre Freude an der einen oder anderen Sportart entdecken.

"Wir wollen vor allem die Lust an der Bewegung wecken", betont Schulleiterin Schwester Nicodema. Mit ungewöhnlichen Angeboten gelingt das den Sportlehrerinnen vielleicht besser: "Der Bedarf an mehr Fitness ist da", meint beispielsweise Andrea Bucher. Auch Kollegin Ursula Falk musste feststellen, dass der Bewegungsmangel zunimmt, Jugendliche oft durch Schule, Computerspiele und Fernseher keine Zeit mehr für Bewegung haben.

Auch Kurt Müller, Übungsleiter beim TV Osterhofen, sieht immer wieder, dass er beweglicher und fitter als ein Jugendlicher ist. Auch er engagiert sich deshalb bei den Sport-Aktiv-Wochen und gibt Selbstverteidigungskurse. Genauso fleißig kümmert sich Georg Reischl, pensionierter Lehrer, um das Wohl der Kinder - mit einem Orientierungslauf. Das Fitnessstudio Sportodrom hat den Schülern ebenfalls großzügige Angebote gemacht, die Sport-Aktiv-Wochen werden vermutlich also ein voller Erfolg.

Die Sportlehrerinnen würde es freuen, schließlich haben sie sich schon in den Ferien die ersten Gedanken über das Fitness-Programm gemacht. Das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus, das zusammen mit dem Bayerischen Landes-Sportverband (BLSV) zu der Aktionswoche "Schulsport tut Bayern gut" aufgerufen hatte, hat nämlich kein Konzept vorgegeben. Damit sollte sicher gestellt werden, dass die Schulen sich an den regionalen Rahmenbedingungen orientieren können und wirklich aus der ganzen Vielfalt an Sportmöglichkeiten schöpfen können. Was die Realschule Damenstift Altenmarkt aus diesen wenigen Vorgaben gemacht hat, stellt die Schülerinnen voll und ganz zufrieden: "Super", urteilen sie und meinen damit nicht nur die Unterrichtsstunden, die ausfallen werden.

Ohne die Hilfe der Eltern, so glauben die Sportlehrerinnen, wird die Sport-Aktiv-Woche aber nicht viel bringen: Auch diese müssen Vorbild sein und die Kinder unterstützen. Dann werden sie ihre Möglichkeiten vielleicht nutzen und der ein oder andere Verein kann sich über ein neues Mitglied freuen.

Bayerischer Landessportbund

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Osteseezeitung 8.10.2003
Schüler spielen Basketball im Rolli
Einen besonderen Sportunterricht erlebten die Mädchen und Jungen der Klasse 11/1 des Grimmener Gymnasiums. In der Sporthalle waren als Gäste einige Rollstuhlbasketballer des SV „Einheit" Grimmen e.V. Wolfgang Klar, Volkmar Lüdemann und René Flemming demonstrierten sehr anschaulich diese interessante und schöne Sportart. Weitere Rollstühle standen zur Verfügung.

Es ging darum, dass sich die Jugendlichen selbstständig im Rollstuhl bewegen und die Ballarbeit erlernen. Sehr gespannt waren die Sportlehrerin, Frau Jätschmann, und die Sportler, wie das Zusammenwirken von behinderten und nichtbehinderten Menschen klappen wird.
 
Nach einigen ersten Beziehungsängsten zum Rollstuhl fanden sich die Jugendlichen doch schnell und aktiv in die doch etwas ungewöhnlichen zwei Sportstunden ein. Nach einigen theoretischen Erklärungen und Hinweisen ging es dann in die Praxis.

Zunächst wurden die Bewegungen im Rollstuhl und der gezielte Korbballwurf geübt, bevor es zu einigen Spielen kam. Immerhin mussten 20 Schüler einbezogen werden. Die Jugendlichen und auch die Sportlehrerin nutzten die Möglichkeiten, im Rollstuhl mit dem Ball zu arbeiten. Dabei waren alle erstaunt, dass es nicht so einfach ist, neben dem Rollstuhlfahren noch Ball zu spielen. Auch war es mit Anstrengungen verbunden. Sehr interessant waren für die Sportfreunde dabei auch die Meinungen der Jugendlichen zum Umgang mit dem Rollstuhl. So fanden Kathleen, Christin, Marcel und David die Sportart Rollstuhlbasketball sehr interessant, hatten gleichzeitig aber Hochachtung vor den Sportlern, die täglich in ihren Rollstühlen sitzen müssen. Arnika hatte zunächst etwas Bedenken. „Ich kann mich nicht einfach als Gesunder in den Rollstuhl setzen, wenn ich sehe, dass die anderen beiden ständig darin sitzen müssen.“ Aber auch sie verlor ihre Scheu und bewegte sich im Rolli. Oder Cindy, die nach eigenem Trainieren die Leistungen der Rollstuhlfahrer hoch bewertet. Zum Abschluss der beiden Sportstunden konnten die 20 Jugendlichen, Sportlehrerin und die Sportfreunde sehr zufrieden sein. Es hat allen großen Spaß gemacht und es konnte die Feststellung bekräftigt werden: Sporttreiben zwischen Behinderten und Nichtbehinderten ist sehr gut möglich.



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Mitteldeutsche Zeitung 7.10. 2003

Wenig Chancen für eine dritte Sportstunde
Studie zeigt Mängel auf - Nöte vor allem an Grundschulen

Kinder und Jugendliche sind zu schlapp. Sie bewegen sich zu wenig und ernähren sich oft falsch, sagen Wissenschaftler und fordern in einer Studie, mehr Sport zu treiben. Wie es um Schüler-Fitness und die Möglichkeiten des Sporttreibens in Sachsen-Anhalt bestellt ist, steht im Mittelpunkt einer MZ-Serie. Heute geht es um Schulsport.

Schon die Trikots der Abiturienten vom Bitterfelder Walther-Rathenau-Gymnasium lassen auf Sportbegeisterung schließen. Stephan Wagners T-Shirt weist auf die Teilnahme am Mitteldeutschen Marathon hin, das von Thomas Adler auf den 23. Berliner Halbmarathon, Dirk Krüger outet sich als Fußball-Fan. Ohne Pause hetzen die Jungs während des Unterrichts dem runden Leder nach, werfen Medizinbälle und schwitzen beim Klimmziehen. Genug haben sie auch nach zwei Stunden nicht. "Schulsport kommt im Stundenplan zu kurz. Es könnte mehr sein." Die Meinung der Bitterfelder Gymnasiasten ist einhellig. Einer unterstreicht es noch mit einer Beobachtung vom Schulhof: Was da in den unteren Klassen an Dicken rumläuft.

Doch zwischen dem Wunsch nach mehr Sportunterricht und der Wirklichkeit klafft eine Lücke. Nach einer Studie des Wissenschaftlichen Instituts der Ärzte Deutschlands (WIAD) würden bundesweit 60 Prozent der Schüler zwischen zwölf und 18 Jahren gern mehr Sport in der Schule treiben. Doch ihr Lieblingsfach steht vielerorts im Abseits, obwohl mehr Bewegung nötig wäre. Das von den Kultusministern und dem Deutschen Sportbund anvisierte Ziel von drei obligatorischen Sportstunden haben bisher nur Thüringen, Berlin und Nordrhein-Westfalen festgeschrieben. Um in Sachsen-Anhalt generell eine dritte Sportstunde einzuführen, fehlen, so das Magdeburger Kultusministerium, personelle und materielle Voraussetzungen.

"Der Stundenplan lässt es einfach nicht zu", betont der Bitterfelder Sportlehrer Ulrich Weitkunat. Beispielsweise müssten in den neunten Klassen 37 Wochenstunden untergebracht werden. Da viele der 900 Bitterfelder Gymnasiasten von auswärts kommen, setzten schon die Abfahrtszeiten der Schulbusse Grenzen. Das wirke sich auch negativ auf die Teilnahme an den Arbeitsgemeinschaften Schulsport und an der Aktion "Jugend trainiert für Olympia" aus.

Aufschwung oder Abschwung im Schulsport? Viel hänge dabei nach Ansicht von Christiane Mälzer, Sportlehrerin an der Sekundarschule Teuchern im Landkreis Weißenfels, auch von jedem Lehrer ab. Lächeln, ermutigen, gute Laune verbreiten. "Das schätze ich besonders an unserer Sportlehrerin", sagt Tanja Konieczny. "Und das sie alles, was sie von uns verlangt, auch selbst vormacht", ergänzt Tony Kleineidam.

Sport wird in diesem Schuljahr im Land von 3934 Lehrerinnen und Lehrern unterrichtet. Deren Durchschnittsalter von 46,3 Jahren wird vom Deutschen Sportlehrerverband in Sachsen-Anhalt als noch nicht dramatisch eingeschätzt. Anlass zur Sorge gebe die Situation im Grundschulbereich. Die zusätzlichen Stunden, die seit Beginn des neuen Schuljahres in Grundschulen für Deutsch und Mathe bereitgestellt werden, gehen vor allem zu Lasten des Sportunterrichts. Und während an den Sekundarschulen und Gymnasien meist gute Bedingungen vorhanden sind, haben 15 Prozent der Grundschulen im Land weder eine Turnhalle noch einen geeigneten Raum für Schulsport.
 
 
 

"Fit sein macht Schule"

Sportunterricht.de - Materialien für Lehrer und Schüler

Südkurier 2.10. 2003

Weniger Aggressionen auf dem Schulhof
Rupertsbergschule macht beste Erfahrungen mit Projekt für mehr Bewegung

Die Bewegung und der Sport nehmen seit vergangenem Oktober an der Rupertsbergschule in St. Georgen mehr Raum ein. Sie ist eine von 300 Schulen im Land, die an einem Projekt teilnimmt. In erster Linie sind gesundheitliche Aspekte der Hintergrund, der Rektor hat aber noch weitere positive Veränderungen ausgemacht.

Die Rupertsbergschule bringt ihre Schüler in Bewegung: Neben dem Sportunterricht ist Spiel und Bewegung in der großen Pause angesagt und ferner steht an fünf Tagen im Jahr die körperliche Betätigung im Vordergrund. Gestern hatten die Schüler ein Novum erlebt, beim ersten Schulsporttag durften sie unter 18 Angeboten wählen.

Seit Oktober vergangenen Jahres ist die Rupertsbergschule beim Projekt "Grundschule mit sport- und bewegungserzieherischem Schwerpunkt" dabei. Das vom Kultusministerium initiierte Projekt soll in erster Linie dem Bewegungsmangel der Schüler entgegenwirken und dadurch die Übergewichtigkeit der Schüler abbauen. Rektor Rüdiger Aberle hat seine Schüler nun aber nicht gewogen und kann deshalb dazu auch nichts sagen. Eine positive Nebenwirkung hat er aber festgestellt: "Es gibt seither weniger Aggressionen an der Schule."

Vespern und ausruhen in der großen Pause, das gibt es an der Rupertsbergschule eher nicht. Die Schüler aller sechs Jahrgangsstufen vespern schon die letzten fünf Minuten vor der Pause im Unterricht. Somit haben sie in der Pause dann Zeit für Spiel und Bewegung. Das ist freiwillig, wird aber allgemein genutzt. Heiß begehrt ist dabei der Kletterturm, der aus Erlösen von Schulfesten, Spenden und Elterninitiativen bezahlt wurde. Gabriele Jankowiak brachte gestern einen Scheck über 500 Euro vorbei. "In diesem Turm ist das Geld gut angelegt", war sich die Sparkassenvertreterin sicher.

Der sechseckige Kletterturm hat noch eine Seite frei, die nun in Bälde mit einer Kletterwand belegt wird und das Angebot auf dem Pausenhof nochmals bereichert. Das Geld dafür steuert das Land bei. In der nächsten Woche nimmt Rüdiger Aberle im Europapark vom Kultusministerium das Gütesiegel für die Umsetzung des Projekts entgegen, das mit 400 Euro belohnt wird. Zuvor wurde vor Ort vom Schulamt die Erfüllung der Vorgaben überprüft, die auch in schriftlicher Form von der Schule dokumentiert werden mussten.

Bewegung verhilft zu körperliche Fitness und vor der Pubertät entwickle sich auch das Denkvermögen besser, sagt Rüdiger Aberle. Er hat den ersten Schulsporttag deshalb auch gerne ausgerichtet, der sich nun zu Bundesjugendspielen sowie Wander-, Wintersport- und Eissporttag in Schwenningen gesellt. Die Kinder waren mit Begeisterung beim Schulsporttag dabei, hatten dabei nur die Qual der Wahl unter 18 Angeboten. Losgelöst von den Klassenverbänden durften sie sich beispielsweise zwischen Fahrrad-Parcours, Biketour, Spielen mit dem Tennisball, Fuß- und Völkerball, Tanz oder Aerobic entscheiden. Zwei Angebote konnten sie sich für den Vormittag aussuchen. Ausnahme: Das Inlineskaten am Klosterweiher füllte den gesamten Vormittag.
 

Bewegte Schule
Auswirkungen von Sport und Bewegung aufs Gehirn
Lernen braucht Bewegung

Sportunterricht.de - Materialien für Lehrer und Schüler

Wiesbadner Kurier 2.10.2003

Zum Schulunterricht ins Fitness-Center
Training für die Gesundheit: Projekt am Hessenkolleg

Training im Fitness-Studio auf dem Stundenplan? Sportlehrerin Rike Fischer vom Hessenkolleg macht es für einen Kurs von zwölf Schülern möglich. Einmal pro Woche werden die Erwachsenen, die das Abitur nachholen wollen, in Theorie und Praxis unterrichtet: "Wo und wie trainiere ich optimal für meine persönlichen Bedürfnisse?"
 
Damit entspricht die Pädagogin ihren Vorstellungen von einem den gesellschaftlichen Realitäten angepassten Lehrplan. In Hessen gehöre das Fach "Gesundheitsorientierte Fitness" an den Regelschulen leider nicht wie in Sachsen-Anhalt zum Fächerkanon.
Wie altmodisch der in unserem Bundesland sei, könne man unter anderem daran ablesen, dass Inline-Skating infolge hoher Auflagen nach wie vor nur an sehr wenigen Schulen gelehrt werde. Und das, obwohl es viele Kinder, Jugendliche und auch ältere Semester praktizierten, die aus Gründen der Sicherheit etwa bestimmte Falltechniken beherrschen sollten.

Fitness-Center sind ihrer Meinung nach inzwischen "der neue Freizeit- und Sportbereich schlechthin". Zu viele nutzten sie völlig desinformiert, also ohne zu wissen, wie man welches Angebot nutzen könne, ohne sich dabei zu schaden, und wie man seine individuellen Ziele realisieren könne. Deshalb sind für Rike Fischer, die während des Studiums als Fitness-Trainerin jobbte, Sportverletzungen und Frustrationen programmiert.

Um dem entgegenzuwirken, lehrt sie jede Woche während ihres zweistündigen Sportunterrichts, die Center nach den verschiedenen Ausrichtungen zu unterscheiden und den persönlichen Zielen gemäß auszuwählen. Zu diesem Zweck müssen die Geräte-Sortimente inspiziert, die Konzepte der Betreibers studiert und die Qualifikationen der Trainer erfragt werden. Darüber hinaus vermittelt Fischer Kenntnisse über Steuerung und Methoden von Kraft- und Ausdauertraining. Habe man festgelegt, ob man Stress oder Fett reduzieren, Muskeln straffen oder aufbauen, insgesamt etwas für seine Gesundheit tun wolle oder vielleicht einfach nur soziale Kontakte anstrebe, müsse man seinen eigenen Plan erstellen.

Das alles lernen die zwölf Hessenkolleg-Schüler derzeit im Fitness-Studio "Swiss-Training" in Wiesbaden, das das Projekt von Rike Fischer bereits zum zweiten Mal unterstützt: Die Teilnehmer zahlen dort lediglich eine symbolische Aufwandsentschädigung. Ihren Unterricht begleitet - neben zwei Trainern - Alexander Lehmann, "Swiss-Training"-Betriebsleiter. Er ist für diese Aufgabe auch als Studienberater der staatlich anerkannten Berufsakademie für Fitness und Freizeit besonders geeignet.

Nach dem Aufwärmen werden die Schüler mit einem individuellen Trainingsprogramm an den Geräten eingewiesen. Ist das angemessene selbstständige Training gesichert, erfahren sie in Theorie vorab beispielsweise, dass Bodybuilding als "Monstertraining" vom Unterricht ausgeschlossen bleibt, dass die Straffung viele Wiederholungen mit wenig Gewicht bedingt und an den Geräten eine bestimmte Reihenfolge einzuhalten ist. Das Trainieren bei gesundheitlichen Problemen, etwa Rücken- oder Knieschmerzen, steht ebenso auf dem Programm wie der eine oder andere Trick: "Was ist zu tun, wenn der Muskel nicht mehr wachsen will?"

Sport im Fitnesscenter

Sportunterricht.de - Materialien für Lehrer und Schüler

Westdeutsche Zeitung Wuppertal 1.10. 2003

Die Sitzstunden nehmen zu

WZ-Interview mit dem Kinder- und Jugendarzt Hans-Georg von Dehn zum Thema neue Anforderungen an den Schulsport.

Wuppertal. Die Wuppertaler Verantwortlichen für den Schulsport, aber auch Kinderärzte, der Landessportbund und die landespolitischen Gremien sind sich einig: Auf den Schulsport kommen im Jahre "2 nach Pisa" neue Herausforderungen zu: Hatte man bisher nur Defizite in den "Kopffächern" analysiert, schlagen Experten nunmehr Alarm, was die Bewegungsförderung und Gesundheitsförderung der Grundschulkinder betrifft. Schnelle Abhilfe soll das Bewegungsprogramm "Kids aktiv kompensatorischer Sportunterricht" nach dem Heidelberger Modell bringen.
Die WZ befragte hierzu den Kinderund Jugendarzt und Sportmediziner Dr. Hans-Georg von Dehn, Obmann der Wuppertaler Kinder- und Jugendärzte:

WZ: Die wissenschaftlichen Erhebungen zum Gesundheitsund Fitnessstand von Grundschulkindern sind alarmierend. Wie lautet Ihre Analyse?

von Dehn: "Ein Großteil der Grundschulkinder, aber auch Schulkinder aller Altersgruppen sind sportmotorisch schwächer als noch vor zehn Jahren, wie zum Beispiel die "WIAD-Studie" von 1995 bis 2002 für 10bis 14-jährige Kinder beweist. Die Gründe sind vielschichtig: vielstündiger täglicher Medienund Computerkonsum, zusätzlich zu den Sitzstunden in der Schule, eingeschränkter Bewegungsraum von Großstadtkindern, Kürzung der Schulsportstunden zugunsten der vermeintlich wichtigeren Kopffächer, häufig fachfremd erteilter Unterricht, kaum noch Sport-Arbeitsgemeinschaften nach der Schule, Wegfall des 4. Abiturfachs Sport.
All das ergibt in der Summe bei vielen Schulkindern deutlich schlechtere Gesundheitsund Fitnesswerte.

WZ: Wie können Eltern, Lehrkräfte und Schulsportverantwortliche sinnvoll gegensteuern?

von Dehn: Allgemein gesagt aus Sicht der Kinderärzte durch so viel Bewegungsaktivitäten wie möglich, also täglicher Schulsport, Pausensport, Anbieten von Schulsport AG`s auch wenn dies illusorisch klingt. Der Schulsport ist für viele Kinder die einzige Bewegungsmöglichkeit im Großstadtalltag. Werben möchte ich deshalb an dieser Stelle ausdrücklich für unser attraktives Bewegungsprogramm "Kids aktiv", einem Wuppertaler Modellprojekt von Schulamt, Stadtsportbund, AOK, Sportlehrkräften, Gesundheitsamt, den Sportvereinen SV Bayer und VSTV und einer Vertreterin der Regionale 2006.
Hiervon wird die Wuppertaler Öffentlichkeit in nächster Zeit noch vieles Positives hören.

"Mehr Bewegung in die Schule"
Auswirkungen von Sport und Bewegung aufs Gehirn


 
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