Skifahren - Pflugbogen
Eine Präsentation von Karin Ernst 
und Maike Köhler


 

 
Ski alpin ist ein Sport, der dem Fahrer viel Kondition, technisches Können und schnelle Reaktion abverlangt, der Erholung bringt und aus diesem Grund auch gesund ist.
Wir werden uns mit dem Pflugbogen befassen, der mit dem Pflugfahren zusammen die ersten Schritte bildet, die man benötigt um das Skifahren zu erlernen.
 

Animation Pflugbogen

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Der Pflugbogen

Man fährt in der Pflugstellung an, richtet sich nun auf und dreht den bogenäußeren Ski an, dabei wird das Gewicht nach außen verlagert. Jetzt geht man wieder tief und drückt die Kante des bogenäußeren Ski in den Schnee, bis die neue Richtung erreicht ist.

Dabei ist es besonders wichtig, keine starre Haltung oder gar eine Zwangsstellung zu haben.
Man braucht für den Pflugbogen eine lockere, zwanglose Pflugstellung und keine zu große Winkelstellung der Ski. Es ist ratsam die Winkelstellung nicht zu weit zu machen, dafür drückt man besser die Knie vorwärts einwärts in eine leichte X-Beinstellung, dadurch werden die Ski nach innen gekantet.

Die Bewegung des Skiläufers bei der Abfahrt resultiert nicht nur aus der energieerzeugenden Muskelarbeit, sondern auch aus dem Zusammenwirken von verschneitem Berghang und gutgewachstem Ski. Diese Bewegung muß der Skifahrer kontrollieren, in die gewünschte Richtung lenken und abbremsen.
Neben des technischen Können erfordert das vor allem Muskelkraft und die volle Funktionsfähigkeit des Bewegungsapparats, also Elastizität und Belastbarkeit der Sehne, Muskeln und Gelenke, sowie deren exaktes Zusammenspiel.
Die Muskelkraft der Beinmuskeln ist dabei nicht nur für die Ausübung wichtig, sondern eine kräftige, ausgebildete Muskulatur stützt auch die Bänder und Gelenke, wie auch die stark verletzungsanfällige Knie.
 

Von Grobkoordination zur Feinkoordination

Die Entwicklung der Technik in der Grobform (= Grobkoordination)
Beim Skianfänger  geht es zunächst um das Erlernen der verschiedenen Bewegungsaktionen, die man zum Drehen und Steuern der Ski, auf dem gleitenden Ski und der Bewegung braucht und zunächst am Übungshang ausführen muß. Bewegungsschulung auf dem gleitenden Ski, also unter erschwerten Bedingungen, wobei das Gleichgewichtsgefühl besonders wichtig ist. Dabei lernt der Anfänger auch sehr schnell, daß jede Bewegungsaktion eine bestimmte Funktion hat, vor allem in Hinblick auf das richtige Verhalten im Gelände. Bestimmte Bewegungsstrukturen ziehen sich dabei, wie ein roter Faden, durch die gesamte Skitechnik.

Verfeinerung und Automatisierung der Technik (= Feinkoordination)
Der fortgeschrittene Skiläufer muß sich dann mit der funktionellen Anwendung der Bekannten Bewegungsstrukturen auseinandersetzen.
Denn der gute Skiläufer, der in jedem Gelände fährt, wird seine Skitechnik ständig modifizieren müssen. Dabei kommt es ihm hauptsächlich auf das leichte Drehen und das schneidende Gleiten der Ski an, sein Problem ist die Schwungsteuerung und die Tempokontrolle.

=> Anpassung der Technik an die gegebenen Situationen (= Feinstkoordination)

Das Hauptziel der Skitechnik ist:
- variabel zu sein
- immer anpassungsfähig an die Gelände - und Schneeverhältnisse
 

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Wie kann ein Anfänger den Pflugbogen lernen?

Vorübungen

1. Übungen zum Be - und Entlasten
Nach dem Anschnallen der Ski, wird versucht auf der Stelle das Körpergewicht von einem Ski auf den anderen zu verlagern. Bei dieser Übung werden die Skistöcke zu Hilfe genommen, damit man das Gleichgewicht besser halten können. Man hebt das eine Bein so weit an, bis das Knie gut gebeugt ist. Das Fußgelenk sollte ebenfalls gebeugt sein, so daß die Skispitze auf dem Schnee bleibt. Das ganze Körpergewicht ist nun auf dem anderen Ski. Jetzt muß man die Balance halten. Dann werden die Beine gewechselt.

Mit dem Ski gehen, ist auch eine gute Übung für das Belasten und auch eine sehr gute Aufwärmübung. Man stellt die Beine hüftbreit auseinander, geht etwas in die Knie, steckt die Skistöcke vor einem neben die Ski und schaut während der Übung zu Boden. Man achtet darauf, daß der eine Ski belastet wird und der andere Ski sich unbelastet nach vorne schiebt. Das Gewicht ist dabei immer auf dem anderen Ski, und der Oberkörper sollte während der ganzen Übung eine leichte Vorlage aufweisen. Man geht nun hin und her und verlagert so sein Gewicht.

2. Kantenübung
(ohne Skistöcke) Man geht in die Knie, wobei bei dieser Übung beide Knie ganz eng zusammen sein sollten. Man drückt nun beide Knie zum Hang, so daß man auf den Kanten steht (man steht nun z.B. auf der rechten Innenkante und der linken Außenkante). Dabei muß der Oberkörper etwas in die entgegengesetzte Richtung gebeugt werden, so daß man sich im Gleichgewicht befindet.

3. Der Notsturz
(ohne Skistöcke) Man fällt, wenn es möglich ist, mit dem Hinterteil zur Bergseite hin. Man sollte sich niemals auf die Skienden setzten. Man sollte versuchen, sich sanft fallen zu lassen und nicht ganz plötzlich herunterzuplumpsen. Man bleibt dann auf dem Hinterteil und den Hüften liegen, mit gebeugten Knien weg vom Schnee. Ganz besonders muß man darauf achten, daß man nicht auf die Knie, Handgelenke oder Ellenbogen fällt.
Zum Aufstehen legt man die Skier gerade, die Knie sind gebeugt und die Ski werden gekantet. Man drückt sich nun mit den Armen hoch, dabei sollte der Impuls zum Hochdrücken aus den Beinen und nicht aus den Armen kommen.

 

4. Das Seitwärtssteigen
Dabei wird die Gewichtsverlagerung von einen auf den anderen Ski gewechselt. Die Ski stehen quer zur Fallinie. Man bewegt dabei niemals mehr als ein Bein oder einen arm gleichzeitig. Man nimmt für diese Übung die korrekte Skihaltung ein und verlagert das Gewicht auf den Talski, solange man noch steht. Beim Hochgehen stellt man dann den oberen Ski aus und verlagert das Gewicht danach auf den Bergski. Nun steigt man hoch, indem man sein Gewicht wieder auf den Talski verlagert, um den nächsten schritt vorzubereiten. Jetzt muß man nur noch alles Schritt für Schritt wiederholen.
 


5. Der Schneepflug
Man stellt die Skier weit aus und formt mit ihnen ein V. Dabei drücken die Fersen nach vorne, man beugt die Knie, um die Skier einzukanten. Dann wird der Kantendruck und die Weite des Vs reguliert. Man darf aber auf keinen Fall ein Hohlkreuz machen und auch nicht in die Rückenlage gehen.
 
 

6. Das Stoppen
Um zu stoppen, muß man den Druck auf den Innenkanten erhöhen. 
Das geht, indem man die Knie nach innen und vorne drückt.
 
 

7. Der Pflugbogen
Auch der Pflugbogen funktioniert durch Gewichtsverlagerung. Man belastet nur einen Ski, und beugt sich auf die entgegengesetzte Seite hinüber. Wenn man rechts belastet, dreht man sich auf die linke Seite und umgekehrt. Bei Drehbeginn verlagert man ungefähr 90% seines Gewichtes auf den bogenäußeren Ski und man kantet diesen Ski mehr als den bogeninneren Ski, indem man das Knie einwärts dreht. Bleibt man am Schwungende einfach mit dem Druck auf dem bogenäußeren Ski und man wird quer zur Piste ankommen. Geht man mit den Schultern und den Hüften ein wenig nach hinten, um das Gewicht wieder zwischen die Ski zu bekommen.
 

8. Video
Ausschnitt 1 -  120kb (Aufwärmen)
Auschnitt 2  -  340 kb (Pflugbogen)
 
 

Literatur:
- Deutscher Verband für das Skiwesen e.V. (Hrsg.): Ski - Lehrplan Band 1, München     1994
- Brehm, Walter: Skifahren, Hamburg 1986
- Bartelski, Konrad und Neillands, Roin: Skifahren lernen, Bad Oeynhausen 1994
- Pförringer, Wolfgang und Ullmann, Christian: Skilaufen, München 1989
- Kemmler, Jürgen: Richtig Skifahren, München 1992


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