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Geschichten um Fairness und Unfairness im Sport

 

"So weit kann ich auch gar nicht springen"

06.03.2005
 
. Das verwirrende Sandkastenspiel hat für Weitspringerin Bianca Kappler ein unverhofftes Happy End mit Bronze-Glanz genommen. Ausgerechnet der im Fußball verpönte Videobeweis verhalf der 27-Jährigen bei der Hallen- EM in Madrid doch noch zu einer Medaille.

"So weit kann ich auch gar nicht springen", gab Kappler sofort nach dem Krimi im Palacio de Deportes zu. Damit dürfte die Weitsprung-Schönheit eine Kandidatin für den Fair-Play-Preis sein. Nach dem Chaos in der Halle hatte sie kaum geschlafen, erst 16 Stunden nach dem vermeintlichen Gold-Sprung stand die Portugiesin Naide Gomes als Europameisterin fest. 

Nach über dreistündiger Klausur entschied das dreiköpfige Schiedsgericht des Europäischen Leichtathletik-Verbandes (EAA) am Sonntag zu Gunsten der Athletin. Die Fernsehbilder waren eindeutig: Kapplers sechster Sprung war zwar keinesfalls 6,96 m weit, lag aber im Medaillenbereich. Bronze muss sich die Olympia-Neunte mit der Rumänin Adina Anton teilen. 

"Das ist ein salomonisches Urteil, mit dem alle Betroffenen gut leben können", sagte Clemens Prokop, der Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV). "Die Bilder haben bewiesen, dass Bianca eine Medaille verdient hat." Wegen eines Messfehlers konnte die Weite von Kapplers letztem Versuch im Finale nicht mehr ermittelt werden; die 6,96 m wurden annulliert. 


 
 
20.5.2005 | DLV News | 
Fair-Play-Trophäe für Bianca Kappler
Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat Weitspringerin Bianca Kappler auf Vorschlag des NOK für Deutschland für ihr faires Verhalten bei der 28. Leichtathletik-Hallen-Europameisterschaft in Madrid (4.-6.3.2005) mit der Fair-Play-Trophäe ausgezeichnet.
 


Bianca Kappler erhält für ihr vorbildliches Verhalten die Fair-Play-Trophäe. 
Der letzte Versuch der Rehlinger Athletin im Weitsprungfinale im traditionsreichen Sportpalast von Madrid war mit 6,96 gemessen worden. Bianca Kappler hatte das Kampfgericht unmittelbar danach darauf hingewiesen, diese Weite von ihrem Leistungsvermögen her nicht springen zu können.

„Das Verhalten von Bianca Kappler war vorbildlich und zeigt, dass es im olympischen Sport um mehr geht, als nur um den Sieg. Für den fairen Umgang mit ihren Konkurrentinnen, dem Kampfgericht und den Zuschauern hat das IOC der Athletin eine wertvolle Anerkennung verliehen. Sie sollte Sportler und ihre Betreuer ermutigen und dazu anregen, sich in vergleichbaren Situationen des Sports ähnlich zu verhalten“, sagte NOK-Präsident Dr. Klaus Steinbach.

Jacques Rogge gratuliert

Das Fair Play Komitee des IOC vergibt seit 1963 Auszeichnungen (Trophäen, Diplome) mit denen für die Idee des Fair Play geworben wird. Dies steht in engem Zusammenhang mit der Olympischen Charta, die den olympischen Sport auf den „Geist von Freundschaft, Solidarität und Fair Play verpflichtet.“ Der Geist des Fair Play nimmt Bezug auf die Einhaltung von Regeln, den Respekt vor dem Partner und das Eintreten gegen Gewalt und unfairem Verhalten.

In einem persönlichen Schreiben hat IOC-Präsident Dr. Jacques Rogge gratuliert: „Sehr geehrte Frau Kappler, Ihre bewundernswerte Geste des wahren Fairplays im Rahmen der Hallen-Europameisterschaften der Leichtathletik in Madrid hat mich tief berührt. Ich hoffe, dass sie für alle Athleten ein vorbildliches Beispiel sein wird“, schrieb der IOC-Präsident.

„Auch im kommerzialisierten Hochleistungssport wird Fairplay immer noch als ein sehr hohes Gut von Athleten geachtet. Bianca hat durch ihr Verhalten bei den Hallen-Europameisterschaften in Madrid zu Recht diese Auszeichnung erhalten. Wir werden die Fair-Play-Trophäe im Rahmen der Deutschen Meisterschaften in Wattenscheid (2./3. Juli) überreichen,“ sagte DLV-Generalsekretär Frank Hensel als er von der Ehrung erfuhr.


 
 

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