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.Initiativen zur Verbesserung des Schulsports in Hessen![]()
Aus "Sportunterricht" 11/2002
Brennpunkt
Nun kommt sie! Was bringt sie?
- die SchulsportuntersuchungMan kann dem Deutschen Sportbund und der Deutschen Sportjugend zu ihrer Beharrlichkeit nur gratulieren. Genau 10 Jahre, nachdem die Bildungskommission und der Bundesausschuss für Wissenschaft des DSB erstmals einen Forschungsantrag zur Durchführung einer Untersuchung zur Situation des Schulsports in Deutschland der KMK zur Abstimmung vorgelegt hatten, ist die Ausschreibung einer solchen Studie nach viel Gerangel endlich erfolgt. Das deutsche Interesse an der Ausrichtung der Olympischen Spiele 40 Jahre nach München macht's möglich. Die Finanzierung wird durch das NOK in Verbindung mit den Bewerberstädten um die Ausrichtung der Sommerspiele 2012 und den DSB selbst sichergestellt.
Worum geht es in der Untersuchung? Natürlich geht es um die Konzeptionen des Schulsports, die in den Lehrplänen der einzelnen Länder durchaus Unterschiede hinsichtlich ihrer inhaltlichen Akzentuierungen aufweisen. Auf der gleichen objektiv-strukturellen Ebene sind auch die Fragen angesiedelt, die sich auf die Qualifikation der Sportlehrer/innen oder die materielle Ausstattung der Schulen beziehen. Es geht auch darum, wie viel Stunden Sportunterricht tatsächlich gegeben werden und aus welchen Gründen er ausfällt. Im Mittelpunkt des Interesses stehen aber die direkt betroffenen Schülerinnen/Schüler und die Lehrerinnen/Lehrer im Schulsport. Ihre Einstellungen zum konkreten Sportunterricht und zum Sport als Teil des Schullebens sollen ebenso erfasst werden wie die Bedingungen, unter denen der Sport in der Schule abläuft.
Angesichts der Fragen, denen sich das Schulfach Sport vermehrt ausgesetzt sieht, müssen die Auftraggeber aber an mehr als nur an deskriptiven Daten interessiert sein. Wie steht es um die Leistungen des Schulsports für den Schulalltag und für die Lebensführung der Heranwachsenden? Effektivität kann vor allem dann erwartet werden, wenn die Lehrer kompetent, begeisterungsfähig und anerkannt und die Schüler motiviert sind, wenn Ausstattung und Ambiente der Schule einladend sind und sich Lehrer, Schüler und Eltern gleichermaßen mit ihrer Schule identifizieren. Valide Befunde zu diesen Fragen können aber wohl nur dann erwartet werden, wenn die hierzu erhobenen Daten - auf die einzelnen Schulen bezogen - zueinander in Beziehunggesetzt werden, bevor sie aggregiert werden.
Die Aufgabe, die die Auftraggeber stellen, ist nicht einfach zu bewältigen, zumal der Zeitrahmen und die zur Verfügung stehenden Ressourcen knapp bemessen sind. Lösbar ist die Aufgabe ohnehin nur, wenn die Kultusministerien in den Ländern und die Schulleiter vor Ort mitspielen und auch die Eltern ihre Einwilligung zur Befragung ihrer Kinder geben. Es bleibt zu hoffen, dass die langandauernde öffentliche Diskussion um den Schulsport in diesem Punkt unterstützend wirkt Die Anforderungen an die Studie sind auch unter wissenschaftlichen Gesichtspunkten nicht zu unterschätzen, zumal die PISA-Studie methodische Standards gesetzt und Erkenntnisse gewonnen hat, die als Qualitäts-Messlatte zu berücksichtigen sind.
Hinsichtlich der zu erwartenden Ergebnisse kann trefflich spekuliert werden. Es werden sicher optimistisch stimmende Befunde gewonnen. Aber es dürften auch Ergebnisse zutage treten, die auf den ersten Blick nicht sonderlich erfreulich sind. Aber - das wissen wir nach der PISA-Studie - auch enttäuschende Ergebnisse können Positives bewirken. Bis Ende November haben interessierte Forschungsgruppen die Möglichkeit, sich um den Auftrag zur Durchführung der Studie zu bewerben, deren Laufzeit auf zwei Jahre begrenzt ist.
Auf die Ergebnisse darf man schon heute gespannt sein.
Wolf Dietrich Brettschneider
sportunterricht, Schorndorf, 51 (2002), Heft 11
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