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Kontakt: Kurt Drolsbach - e-mailGießener Anzeiger vom 19. Juni 2002
SchulsportDann kommen alle Grundschullehrer
Neue Aufgaben für Sportlehrer-Ausbildung in GießenGIESSEN (am). Die Gebäude des Sportwissenschaftlichen Instituts der
Gießener Justus-Liebig-Universität am Kugelberg mögen noch so marode und
sanierungsbedürftig sein, sie können bald einen neuen Ansturm an Studierenden
erleben. Wenn es nach den Vorstellungen von Prof. Jürgen Schwier,
dem Geschäftsführenden Direktor des Instituts, und der SPD-Landtagsfraktion geht,
dann soll der Besuch von Sport-Seminaren für alle angehenden Grundschullehrer/innen
verbindlich werden.Der Besuch von Veranstaltungen aus dem Angebot der Sportwissenschaften würde
dann für die Pädagogen in der Studienordnung festgeschrieben. “Wir müssen
ein Stückchen raus aus den traditionellen Sportstunden", ergänzt Manfred Schaub.
Für den parlamentarischen Geschäftsführer der SPD-Fraktion müssten die Lehrer
generell in die Lage gebracht werden, Bewegungsmöglichkeiten im Unterricht anzubieten.Lothar Quanz, der kulturpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, sieht darin eine
zwangsläufige Folge der Forderung nach einer täglichen Bewegungszeit in den
ersten vier Schulklassen. “Das werden wir in der Fraktion diskutieren", sagte Quanz,
selbst ehemaliger Absolvent des Sport-Instituts, bei einem Besuch in Gießen.Für Jürgen Schwier wäre eine solche Entwicklung “wünschenswert, weil die
Lehrerausbildung für die Grundschule ein Schwerpunkt bei uns ist". Und die
Lehrerausbildung bleibe weiter das “Standbein" des Instituts bekräftigte der Sportsoziologe,
der die Zahl der Lehramtsstudenten in Gießen auf 90 bis 95 Prozent bezifferte.“Für das Magister-Studium haben wir kein hinreichendes Angebot", gab Schwier zu.
Roland Metsch vom Allgemeinen Hochschulsport kann sich allerdings gut vorstellen,
dass der Bereich Fitness und Wellness ein zusätzlicher Schwerpunkt zu den Bereichen
Mediensport und Psychomotorik wird.“Integrierte Ausbildung"
Auch für die SPD-Parlamentarier bleibt die Lehrerausbildung der Schwerpunkt
des Gießener Sportinstituts. Mit der Einführung der Ganztagsschule würde ein
weiterer Bedarf nach Sportlehrern entstehen, argumentieren Quanz und Schaub.
Hier kämen neue Aufgaben auf das Institut am Kugelberg zu und könnten
die Sportwissenschaftler neue Ansätze in die Diskussion einbringen, sind sich
die Politiker und die Institutsleitung einig.Angestrebt wird eine “integrierte Ausbildung" nach dem US-Vorbild des
Bachelor-Masters-System, das eine “europäische Durchlässigkeit" garantieren
soll, wie Quanz betont. Das bedeutet eine stärkere Integration der schulpraktischen
Ausbildung in das Studium, weil die Lehrerausbildung dann aus fünf Jahren Studium
und einem Jahr Referendariat bestehen würde.Bis dahin stehen aber noch einige politische und universitäre Entscheidungen aus
und wird somit noch einige Zeit vergehen. Vielleicht sind bis dahin ja sogar
die Gebäude des Sportinstituts saniert.
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