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Kontakt: Kurt Drolsbach - e-mailGießener Allgemeine vom 10.9. 2002Grundschule: Dritte Sportstunde sichern
Selbsthilfearbeitskreis Schulsport informierte SPD über Situation in GießenGießen (pm). »Die Qualität des Sportunterrichts in der Schule muss
gesichert werden«, fasste Kurt Drolsbach seine Forderung an die Politik
zusammen. Der langjährige Dozent am Sportinstitut der Universität Gießen
hatte mit seinen Kollegen Werner Döring (Leiter Fried-rich-Feld-Schule)
und Walter Müller (Vorsitzender MTV 1846 Gießen) den
Selbsthilfearbeitskreis Schulsport gegründet und einen umfangreichen
Fragenkatalog zum Thema Schulsport erarbeitet (die AZ berichtete).
Bisher habe das Staatliche Schulamt es aber abgelehnt, den Fragebogen zu
übernehmen und an die Schulen zu versenden. Dies will der Arbeitskreis
jetzt selbst übernehmen, berichtete Drolsbach dem Arbeitskreis Sport der
Gießener SPD, der die Initiatoren gebeten hatte, über die Situation in
Stadt und Landkreis Gießen zu berichten.
An 9 von 13 Gießener Grundschulen gebe es die vorgeschriebene dritte
Sportstunde nicht, und 70 Prozent der Lehrer, die an Grundschulen im
Schulamtsbezirk Gießen unterrichten, seien keine ausgebildeten
Sportlehrer, beschrieben die Mitglieder des Selbsthilfearbeitskreises
die Situation. Vor dem Hintergrund der Ausweitung von
Betreuungsangeboten an Kindergärten und Schulen sowie der Diskussion um
die Ganztagsschule werde der Bedarf an qualifizierten Kräften für
Bewegungserziehung steigen. Es sei dringend notwendig, regelmäßige
Bewegungszeiten an den Grundschulen anzubieten.
Walter Müller forderte eine Reform der Ausbildung an den Universitäten
ein: »Wenn wir einen guten Sportunterricht haben wollen, brauchen wir
mehr Praxisanteile in der Studienphase.« So könne man Vereinspraktika im
Rahmen der Lehramtsstudiengänge für Sport vorsehen, um schon frühzeitig
einen Praxisbezug herzustellen. Es mache auch Sinn, das Sportabzeichen
statt eigener Tests der Universitäten zur Eingangsvoraussetzung für das
Studium zu machen. Der Arbeitskreis will daher das Gespräch mit dem
Sportinstitut und den Lehramtsstudierenden über eine mögliche verstärkte
Zusammenarbeit von Sportvereinen, Universität und Schulen suchen.
»Wir brauchen klare Verträge zwischen Schulen, Vereinen und dem Land
Hessen, die die Grundlage von Kooperationen bilden«, fordert der
Stadtverbandsvorsitzende und Oberbürgermeisterkandidat Gerhard Merz.
Dann seien Projekte in Kindergärten und Schulen auch abgesichert. Gerade
im Hinblick auf die weitere Entwicklung hin zu Ganztagsschulen mache
eine verstärkte Zusammenarbeit Sinn. »Wir konnten in den letzten Jahren
feststellen, dass immer mehr Kinder Bewegungsmängel haben. Diese
Defizite werden wir ausgleichen müssen,« befürwortet Merz die Ansätze
des Selbsthilfearbeitskreises. Gerade vor dem Hintergrund des
Zusammenhangs von körperlichen und geistigen Lernfähigkeiten sei dieser
Weg notwendig.
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